Britische Armee in Westeuropa 1944-45

Stärke, Kriegsgliederung, Divisionen, Organisation und Ausrüstung der britischen Armee in Westeuropa von 1944 bis 1945.

Englische Soldaten rücken auf einem Sherman-Panzer im September 1944 vor
Englische Soldaten rücken auf einem M4 Sherman Panzer im September 1944 vor. Das Lee-Enfield Gewehr No.4 Mark 1 des Tommy im Vordergrund ist gut zu sehen, der Soldat dahinter ist mit dem leichten Bren-Maschinengewehr bewaffnet.

Heimatverteidigung, Vorbereitungen für die Invasion und der Einsatz in Nordwesteuropa 1944 und 1945.

Die britische Armee in Westeuropa 1944/45

Die britische Armee spielte in Westeuropa in den Jahren 1944-45 eine wichtige Rolle bei der Befreiung der von den Deutschen besetzten Gebiete durch die Alliierten und der endgültigen Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg.

Überblick

D-Day und die Normandie-Schlachten (Juni bis August 1944):
Die britische 2. Armee unter dem Kommando von Generalleutnant Miles Dempsey war ein wichtiger Bestandteil der Invasion der Alliierten am 6. Juni 1944 (D-Day). Die britischen Streitkräfte landeten hauptsächlich an den Stränden Gold, Juno und Sword. Nach der Sicherung der Brückenköpfe lieferte sich die britische Armee intensive Kämpfe in der Bocage-Landschaft der Normandie, um aus den Brückenköpfen auszubrechen und sich mit den amerikanischen Streitkräften zu vereinigen.

Operationen nach der Normandie:
Nach dem Ausbruch aus der Normandie (Operation Cobra der Amerikaner) beteiligte sich die britische 2. Armee an Operationen zur Befreiung Nordfrankreichs und Belgiens. Zu den wichtigsten Schlachten gehörten die Einnahme von Caen, der Falaise-Kessel (wo eine große Anzahl deutscher Truppen eingekesselt und vernichtet wurde) und der Vormarsch in Richtung Seine.

Befreiung Belgiens und der Niederlande:
Die britischen Streitkräfte befreiten Brüssel und Antwerpen im September 1944. Antwerpen war aufgrund seiner Hafenanlagen von strategischer Bedeutung. Anschließend beteiligten sich die Briten an der langwierigen und schwierigen Offensive zur Befreiung der Schelde-Mündung, um den Hafen für die Logistik der Alliierten zu öffnen.

Operation Market Garden (September 1944):
Eine der ehrgeizigsten britischen Operationen war Market Garden, eine Luft- und Bodenoffensive mit dem Ziel, wichtige Brücken in den Niederlanden zu erobern, um einen schnellen Vormarsch nach Deutschland zu ermöglichen. Obwohl es zunächst gelang, einige Brücken zu sichern, scheiterte die Operation letztendlich daran, die entscheidende Brücke bei Arnheim zu erobern, was zu einem kostspieligen Patt führte.

Winter 1944-45 und die Ardennenoffensive:
Während der deutschen Ardennenoffensive hielten britische Streitkräfte den nördlichen Flügel der Ardennen und verhinderten so, dass die Deutschen weiter nach Westen vorrücken konnten.

Überquerung des Rheins und endgültiger Vormarsch (März–Mai 1945):
Anfang 1945 überquerte die britische 2. Armee den Rhein (Operation Plunder) und drang ins Herz Deutschlands vor. Sie rückte rasch vor und schloss sich im Mai 1945 mit den sowjetischen Streitkräften im Osten zusammen, was zum endgültigen Zusammenbruch Nazi-Deutschlands beitrug.

Wichtige Einheiten und Kommandeure

– Britische Zweite Armee: Generalleutnant Miles Dempsey
– I. Korps: Umfasste britische und kanadische Einheiten
– XXX. Korps: War insbesondere an der Operation Market Garden beteiligt
– 8. Armee: Zuvor in Italien eingesetzt, wurden einige ihrer Einheiten nach Nordwesteuropa verlegt
– Bemerkenswerte Divisionen: 3. Infanteriedivision (D-Day Gold Beach), 6. Luftlandedivision (Sword Beach und Pegasus Bridge), Guards Armoured Division, 11. Panzerdivision

Ausrüstung und Taktik

– Die britische Armee setzte auf einen kombinierten Waffenansatz mit Infanterie, Panzern, Artillerie und Luftunterstützung.
– Spezialeinheiten wie die 6. Luftlandedivision spielten eine entscheidende Rolle bei der Sicherung wichtiger Ziele hinter den feindlichen Linien.
– Das Gelände in der Normandie (Hecken) behinderte zunächst den schnellen Vormarsch der Panzer, sodass eine Anpassung der Taktik und Ausrüstung erforderlich war.

Bedeutung

Die Anstrengungen der britischen Armee in Westeuropa waren für den Gesamtsieg der Alliierten von wichtiger Bedeutung. Ihre Rolle bei der Sicherung wichtiger Häfen, den Kämpfen in schwierigem Gelände und der Teilnahme an großen Operationen wie Market Garden und der Rheinüberquerung trug dazu bei, den Druck auf die deutschen Streitkräfte aufrechtzuerhalten und die Befreiung Westeuropas zu erleichtern.

Heimatverteidigung 1940-43

Übung Panzerabwehr
Britische Soldaten üben die Abwehr von Panzerangriffen.

Nach ihrer Niederlage in Westeuropa im Sommer 1940 änderte sich die Hauptaufgabe der britischen Armee von der Bereitstellung einer Expeditionsstreitmacht zum Einsatz auf dem Kontinent zu einer Defensivstreitmacht, welche in der Lage sein sollte, einer Invasion der Britischen Inseln zu widerstehen.

Im Juni 1940 belief sich die Mannschaftsstärke der britischen Armee auf 2.221.000 Soldaten, zuzüglich 42.800 Angehörige beim Auxiliary Territorial Service, der weiblichen Abteilung der Streitkräfte.
Zwischen Juni und August 1940 wurden weitere 275.000 Mann eingezogen und 120 neue Infanterie-Bataillone gebildet. Obwohl die Regierung letztendlich die Vorgabe von 55 britischen und Commonwealth-Divisionen übernommen hatte, waren durch die Evakuierung von Dünkirchen so große Verluste an Waffen, Ausrüstungen und Fahrzeugen verursacht worden, dass eine beträchtliche Zeit vergehen würde, bevor die Britische Armee in die Nähe eine derartige Größenordnung mit vollständiger Ausrüstung gelangen konnte.

Für ihren sofortigen Einsatz gegen eine feindliche Invasion wurden die Ressourcen der britischen Armee und der Zivilschutz-Organisationen vom Home Defence Executive (Exekutivorgan der Heimwehr) koordiniert, zunächst unter dem Vorsitz des Oberbefehlshabers der Heimatstreikräfte (Home Forces).
Dieses Amt wurde von General Sir Edmund Ironside bis Juli 1940 ausgeübt, als er von General Sir Alan Brooke abgelöst wurde. Der Oberbefehlshaber der Home Forces befehligten alle militärischen Formationen in Großbritannien mit Ausnahme der Flak-Divisionen, die dem Fighter Command der Royal Air Force unterstellt waren und der Frei-französischen Streitkräfte.

Die ihm zur Verfügung stehenden Truppen gliederten sich in drei Hauptkategorien: die Home Guard, Heimatverteidigungs-Einheiten und die regulären Formationen des Feldheeres.

Im Herbst 1941 standen 27 britische, kanadische und polnische motorisierte Infanterie-Divisionen für diese Feldarmee zur Verfügung, die jeweils eine Sollstärke von 15.500 Mann hatten. Zur Unterstützung dieser Divisionen gab es 10 Korps-Hauptquartiere, zusammen mit 61.000 Mann Korps-Truppen.

Zur Küstenverteidigung direkt an den Stränden waren acht Grafschaft-Divisionen gebildet worden, jede mit einer Stärke von 10.000 Mannschaften und Offizieren, aber nur mit minimaler Artillerie und Fahrzeugen.

Neben den Divisionstruppen gab es sieben Infanterie-Brigaden, vier motorisierte Brigadegruppen mit Artillerie, 12 unabhängige Bataillone und acht Flugplatz-Verteidigungsbataillone. Die Notwendigkeit, den Flankenschutz für die Atlantikrouten zu gewährleisten, machte es erforderlich, dass auch auf den Färöern, Island (24.000 britische Soldaten bis Oktober 1941), den Azoren, St. Helena, den Falklandinseln und Westindien Garnisonen unterhalten werden mussten.

Die britischen Panzereinheiten verloren bei der Evakuierung aus Dünkirchen den Großteil ihres Materials und bis Ende 1940 gab es auf dem Papier zwar fünf Panzer-Divisionen in Großbritannien, welche aber alle einen unterschiedlichen Fortschritt bei Komplettierung der Ausrüstung und der Ausbildung hatten.
1941 konnten dann zwei weitere Panzer-Divisionen aus der Umgliederung von Infanterie-Divisionen gewonnen werden.

Vorbereitungen zur Rückkehr auf den Kontinent 1943-44

Churchill, Cromwell
Britische Panzer (vorne schwere Churchill, weiter hinten Cromwell) werden im Mai 1944 in Südengland für den D-Day bereitgestellt.

Eine wesentliche Veränderung trat im Mai 1942 ein, als eine der Panzer-Brigaden dieser Panzer-Divisionen durch eine Infanterie-Brigade ersetzt wurde. Zudem wurde die HQ Support Group durch ein HQ Divisional Royal Artillery ersetzt und die Anzahl der motorisierten oder Feldartillerie-Regimenter verdoppelt. Dadurch sollte ein ausgewogeneres Verhältnis zwischen Panzern, Infanterie und Artillerie in den britischen Panzer-Divisionen hergestellt werden, ähnlich wie bei ihren Gegenstücken bei der Wehrmacht.
Jedes der britischen Panzer-Regimenter verfügte über 55 Kreuzer-Panzer, sechs Nahunterstützungs-Panzer mit Haubitzen und acht Flak-Panzer. Zusammen mit den Hauptquartier-Panzern erreichte die Division eine Gesamtstärke von 201 Kreuzer- und 26 Flak-Panzer.

Zwar gab es noch später einige kleinere Veränderungen bei den britischen Panzer-Divisionen, wie ein gepanzertes Aufklärungs-Regiment anstatt des Panzerwagen-Regiments, aber diese Grundordnung blieb bis zum Kriegsende bestehen.
Allerdings stiegt die Panzerstärke der Division noch weiter an und erreichte im April 1943 244 Panzer plus 34 Flak-Panzer und im März 1944 über 310 Panzer, 25 Flak-Panzer und acht Artillerie-Beobachtungspanzer.

Grundsätzliche britische Divisionsverbände 1944-45:

Organisation
Infanterie-Division (motorisiert)
Armored (Panzer) Division
Airborne (Luftlande) Division
Infanterie-Brigaden
3 mit jeweils 2.463 Mann
1 motorisierte Infanterie-Brigade mit drei Bataillonen
2 Fallschirmjäger-Brigaden, 1 Luftlande-Brigade zu je 3 Bataillone
Gesamtstärke
18.347 Mann
14.964 Mann
12.148 Mann
schwere Maschinengewehre
48 (Vickers)
22 (Vickers)
46 (Vickers)
leichte Maschinengewehre
1.262 (Bren)
1.376 (Bren)
966 (Bren)
Granatwerfer
60 (3-inch), 283 (2-inch)
4 (4,2-inch) + 24 (3-inch), 132 (2-inch)
5 (4,2-inch), 56 (3-inch), 474 (2-inch)
Leichte Panzerabwehr
436 (PIAT)
302 (PIAT)
392 (PIAT)
Flammenwerfer
-
6
38
Artillerie
54 (25-Pfünder)
24 + 24 auf Selbstfahr-lafetten (25-Pfünder)
27 (75mm Pack-Howitzer)
Panzerabwehrkanonen
24 (6-Pfünder) + 32 (17-Pfünder)
30 (6-Pfünder) + 48 (17-Pfünder)
84 (6-Pfünder) + 16 (17-Pfünder)
Flugabwehrkanonen
71 (20mm) + 54 (40mm Bofors)
18 (20mm) + 38 (40mm)
23 (20mm)
Panzerspähwagen
31
-
-
Leichte Panzer
-
63
11
Kreuzer-Panzer
-
246
11
Motorräder
983
853
1.233
Fahrräder
-
-
3.269
261 (Bren Gun Carrier)
25 (Bren Gun Carrier)
Lastkraftwagen und Zugmaschinen aller Art
2.142
2.242
593

Die aus den Panzer-Divisionen ab Mai 1942 freigewordenen Armee-Panzer-Brigaden wurden normalerweise Infanterie-Divisionen zugeteilt, wo sie jeweils eine Infanterie-Brigade ersetzten.
Die Sollstärke dieser Panzer-Brigaden belief sich auf etwa 1.950 Offiziere und Mannschaften mit 135 Infanterie-Panzern.
Auf diese Weise erhielten die 1., 3., 4., 43. und 53. britische Infanterie-Division während des Jahres 1942 jeweils eine Armee-Panzer-Brigade.
Ab 1943 wurden die Spezial-Panzerverbände der Armee, welche aus Minenräumern, Schwimmpanzern und Flamm-Panzern bestanden, in eine spezielle Einheit zusammengefasst, die 79. Armored Division.

Sten mit Tüllenbajonett
Eiine Sten mit Tüllenbajonett wird bei den neu aufgestellten britischen Luftlandetruppen vorgeführt.

Der erfolgreiche Einsatz deutscher Fallschirmjäger während des Westfeldzug im Jahr 1940 führte in Großbritannien dazu, dass sie ihre eigenen Luftlandetruppen bildeten.
Der erste Übungs-Fallschirmabsprung wurde am 13. Juli 1940 durchgeführt und schnell gab es genügend Freiwillige, um das erste Fallschirm-Regiment aufzustellen.

Die Begeisterung und Professionalität, die sich in der Luftlandetruppen der britischen Armee zeigte, spiegelte sich auch in dem britischen Talent wider, spezialisierte ‚irreguläre‘ Einheiten aufzustellen.
Diese ‚Privat-Armeen‘ wurden ausgebildet, um besondere taktische Anforderungen zu erfüllen, wie z.B. amphibische Überfälle durchzuführen, oder in ungewöhnlichen Klima- und Geländebedingungen eingesetzt zu werden, zum Beispiel bei der Fernaufklärung in der nordafrikanischen Wüste.
Da es für diese Einheiten mehr Freiwillige als verfügbaren Bedarf darf, konnten diese Einheiten mit selektiv ausgewählten Personal ausgestattet werden. Die wichtigsten Spezialeinheiten der britischen Armee in Europa waren die Kommandos (Commandos) und der Special Air Service (Sonder-Flugdienst).

Die Rolle der Heimarmee als Verteidiger der Britischen Inseln gegen Invasionen wurde bis 1943 beibehalten, jedoch nun mit der zusätzlichen Aufgabe, große Offensivoperationen auf dem europäischen Festland durchführen zu können.
Die Truppenstärke der britischen Armee stieg dabei langsam an und erreichte im Juni 1944 2.720.000 Offiziere und Mannschaften, zuzüglich 199.000 weibliche Hilfskräfte beim ATS. Ihren Höchststand erreichte sie im Juni 1945 mit 2.920.000 Offizieren und Mannschaften plus 190.800 beim ATS.


Nordwesteuropa 1944-45

Britische Landung am D-Day
Britische Landung am D-Day. Die Vorausabteilung der Royal Marines hat zuvor mit der britischen Kriegsflagge den anlandenden Truppen den Weg gewiesen.

Planungsstudien zur Rückkehr der britischen Streitkräfte nach Frankreich hatten bereits im Sommer 1940 begonnen und der amphibische Überfall auf Dieppe im August 1942 war das logische Ergebnis dieser Studien und Beurteilungen.
Im Juni 1944 kehrte die britische Armee dann auf den Kontinent zurück und ihrem Befehlshaber, Feldmarschall Montgomery, bot die Wehrmacht schließlich im Mai 1945 ihre Übergabe an.

Als die Planung für den D-Day abgeschlossen war, umfassten die britischen und kanadischen Formationen, die für die Invasion vorgesehen waren
10 Infanterie-Divisionen,
2 Luftlande-Divisionen,
5 Panzer-Divisionen; (plus eine polnische Panzer-Division),
9 unabhängige Panzerbrigaden,
2 Sonderbrigaden Commandos,
sowie das Oberste Hauptquartier, Armee- und Korps-Truppen.

Kriegsgliederung britische und kanadische Streitkräfte am 7. Juli 1944 in der Normandie (Teil der 21. Armee-Gruppe):

Armee
Korps
Divisionen
Reserve bei 21. Armee-Gruppe
79. Arm.Div (Spezial-Panzer)
4. Arm.(Pz) Brigade
8. Arm.(Pz) Brigade (seit D-Day)
27. Arm.(Pz) Brigade (seit D-Day)
30. Arm. (Pz) Brigade
2. kanad. Arm.(Pz) Brigade (seit D-Day)
2. brit. Armee
Reserven
7. Arm.(Pz)Div
I. Korps
3. brit. Inf.Div (seit D-Day)
3. kanad. Inf.Div. (seit D-Day)
XXX. Korps
49. brit. Inf.Div.
50. brit. Inf.Div. (seit D-Day)
VIII. Korps
11. Arm.(Pz)Div.
15. brit. Inf.Div.
43. brit. Inf.Div.
XII. Korps
53. brit. Inf.Div.
59. brit. Inf.Div.
II. kanad. Korps
51. brit. Inf.Div.
2. kanad. Inf.Div.

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Diese Einheiten, sowohl die britischen als auch amerikanischen, für die erste Landung am 6. Juni 1944, wurden als 21. Armee-Gruppe unter dem Kommando von General Montgomery zusammengefasst, dem die Verantwortung für die Angriffs- und Eröffnungsphase des Feldzuges übertragen worden war.
Die britischen und Commonwealth-Verbände in den Angriffswellen wurden zur 2. britischen Armee zusammengefasst.

Die 6. Luftlande-Division mit einer Stärke von rund 12.000 Mann, bestehend aus zwei Fallschirmjäger-Brigaden (3. und 5.) und einer Luftlande-Brigade (6.), wurde in der Nacht vom 5./6. Juni vor den amphibischen Landungen hinter den Stränden abgesetzt, um Kanal- und Flussbrücken zu sichern und Küstenbatterien auszuschalten.

Britische Fallschirmjäger
Britische Fallschirmjäger bei einer Übung zum D-Day im April 1944.

Die Infanterie-Divisionen griffen mit ihren Brigaden an, die durch Artillerie, Panzerfahrzeuge und Kampfpionieren verstärkt wurden. Die daraus resultierenden Brigade-Gruppen hatten eine durchschnittliche Stärke von 5.500 Mann aller Ränge, von denen etwa 40 Prozent Infanterie waren.

'Tommy' mit Lee Enfield Gewehr deckt einen Bren-MG-Schützen
Ein englischer ‚Tommy‘ mit Lee Enfield Gewehr deckt einen Bren-MG Schützen.

Am D-Day selbst wurden 59.900 Soldaten und 8.900 Fahrzeuge angelandet und bei D+50 waren diese Zahlen auf 631.000 Mann und 153.000 Fahrzeuge angestiegen. Die Erweiterung der britischen Zweiten Armee erfolgte auf vier Korps (1., 8., 12. und 30.) mit zusätzlichen Formationen, welche der Armee-Gruppe zugeteilt waren.

Während des gesamten Feldzug blieb die Korps-Organisation relativ fließend und es wurden je nach Bedarf Einheiten zwischen den Korps verschoben oder von der Armee-Gruppe übernommen.
Unter den Truppen des Hauptquartiers und der Armee waren eine Reihe unabhängiger Panzereinheiten und Panzerbrigaden hervorzuheben, die zwar immer noch in erster Linie für die Zusammenarbeit mit der Infanterie bestimmt waren, aber von denen auch erwartet wurde, dass sie sich bei Bedarf in Panzer-Divisionen eingliedern konnten. Ihre durchschnittliche Stärke betrug 3.400 Offiziere und Mannschaften mit einer normalen Ausstattung von 190 mittleren Kampfpanzern oder Infanterie-Panzern zuzüglich 33 leichten Panzern, je nach Art der Brigade.
Eine Artillerie-Gruppe vom Armee-Hauptquartier (HQ Army Group Royal Artillery, kurz AGRA) wurde normalerweise jedem Korps zugewiesen und bestand aus drei mittleren und einem schweren Regiment mit einer Gesamtstärke von 4.400 Mann.
Die britische 1. und 6. Luftlande-Divisionen bildeten das I. britische Luftlande-Korps und waren zusammen mit den amerikanischen Lufteinheiten Teil der ‚Ersten Alliierten Luftlande-Armee‘.

Britische Panzerdivision formiert sich zum Angriff
Eine britische Panzerdivision formiert sich bei Caen zum Angriff.

Obwohl die britischen Verlustzahlen unter dem in der Planung erwarteten Niveau lagen, hatte der übliche Mangel an Infanterie, trotz Verstärkungen von 38.900 Infanteristen aus Großbritannien, am 16. August 1944 zur Auflösung einer Infanterie-Division (die 59.) und einer Brigade der 49. Infanterie-Division geführt. Auch die 50. Infanterie-Division musste bald aufgelöst werden.

Während des Feldzuges in Westeuropa belief sich die Sollstärke einer britischen Infanterie-Division auf 18.347 Mann aller Ränge, aber die Ist-Stärke der Divisionen in der 21. Armee-Gruppe übertraf selten 16.000 Offiziere und Mannschaften.
Weitere 25.000 Mann wurden jeweils benötigt, um die Truppen an der Front zu unterstützen, sodass die Gesamtstärke einer Infanteriedivision – oder, wie es allgemein bekannt war, der ‚Divisionsschwanz‘ – 41.000 Mann und 8.000 Fahrzeuge betrug.
So hatten die 18 Divisionen, die am 30. November 1944 in der britischen Kriegsgliederung ausgewiesen wurden, unter ihrem unmittelbaren Kommando insgesamt 287.000 Mann Kampftruppen von der Gesamtstärke der 21. Armee-Gruppe aus 805.000 Mann. Der Rest umfasste das Oberste Hauptquartier, Armee-, Korps-, Verwaltungs-, Dienste- und Versorgungstruppen.

Comet Panzer Kriegsende
Ein britischer Comet-Panzer in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges. Der Panzer kam zu spät, um noch größere Einsätze zu sehen und seine Gegner waren meist ein oder zwei deutsche Panzer mit begleitender Infanterie und Panzerabwehrkanonen.

Während der elfmonatigen Kämpfe durch Frankreich, Belgien, Holland und Norddeutschland erlitt die 21. Armee-Gruppe 141.646 Mann britischer Verluste, von denen 30.276 Gefallene, 96.672 Verwundete und 14.698 Vermisste oder Kriegsgefangene waren.

Kriegsgliederung 21. Armee-Gruppe am 30. April 1945 in Nordwest-Deutschland:

Armee
Korps
Divisionen
21. Armee-Gruppe
Reserven
79. Arm.Div. (Spezial-Panzer)
4. Arm.(Pz) Brigade
8. Arm.(Pz) Brigade
34. Arm.(Pz) Brigade
tschech. Arm.(Pz) Brigade
34. Armee-Tank(Inf.Pz) Brigade
1. kanad. Armee
Reserven
1. kanad. Arm.(Pz)Brigade
2. kanad. Arm.(Pz)Brigade
I. Korps
1. kanad. Inf.Div.
49. brit. Inf.Div.
II. Korps
5. kanad. Arm.(Pz)Div.
4. kanad. Arm.(Pz)Div.
1. poln. Arm.(Pz)Div.
2. kanad. Inf.Div.
3. kanad. Inf.Div.
2. brit. Armee
Reserve
3. brit. Inf.Div.
XVIII. Korps (US/brit)
5. US Arm.(Pz)Div.
7. US Arm.(Pz)Div.
82. US Luftlande-Div.
8. US Inf.Div.
6. brit. Luftlande-Div.
XXX. Korps
Garde-Panzer-Div.
43. brit. Inf.Div.
51. brit. Inf.Div.
52. brit. Inf.Div.
VIII. Korps
11. brit. Arm.(Pz)Div.
5. brit. Inf.Div.
15. brit. Inf.Div.
XII. Korps
7. brit. Arm.(Pz)Div.
53. brit. Inf.Div.

Quellenangaben und Literatur

The Armed Forces of World War II (Andrew Mollo)
Krieg der Panzer (Piekalkiewicz)
Datafile – British Tanks and Formations 1939-45 (Malcom A.Bellis)
World War II – A Statistical Survey (John Ellis)

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