Japanische Armee in der Defensive

Die japanische Armee im Pazifikkrieg 1943 bis 1945.
Verteilung der japanischen Streitkräfte im August 1943 und 1945, die Panzer-Divisionen, unabhängigen Verbände, amphibische Brigaden und die Landstreitkräfte der Marine.

Japanische Patrouille auf Guam
Japanische Patrouille auf der eroberten US-Insel Guam im Pazifik.

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Japanische Armee in der Defensive 1943-45

In den Jahren 1943-1945 befand sich die japanische Armee zunehmend in der Defensive, als sich das Blatt des Zweiten Weltkriegs gegen Japan wendete.

Überblick

Verschiebung der Dynamik:
– Nach anfänglichen Erfolgen in den Jahren 1941-42 begann Japan, durch alliierte Gegenangriffe an Boden zu verlieren.
– Die Schlacht von Midway (Juni 1942) markierte einen Wendepunkt im Pazifikkrieg.

Strategie des Inselhüpfens:
– Die Alliierten verfolgten eine Strategie des „Inselhüpfens“, bei der sie die stark befestigten japanischen Stellungen umgingen.
– Dieses Vorgehen setzte die japanischen Verteidigungskapazitäten zunehmend unter Druck.

Defensive Befestigungen:
– Die japanischen Streitkräfte errichteten auf den Inseln im Pazifik ausgedehnte Verteidigungsringe.
– Dazu gehörten Bunker, Tunnel und Artilleriestellungen, die dem Bombardement standhalten konnten.

Kamikaze-Taktik:
– Als die Lage immer verzweifelter wurde, führte Japan im Oktober 1944 Kamikaze-Selbstmordangriffe ein.
– Diese Taktik sollte den alliierten Seestreitkräften maximalen Schaden zufügen.

Wichtige Abwehrschlachten:
– Schlacht von Guadalcanal (1942-43): Erste große Offensive der Alliierten im Pazifik.
– Schlacht um Tarawa (1943): Zeigt, wie schwierig es ist, befestigte japanische Stellungen anzugreifen.
– Schlacht von Peleliu (1944): Demonstration der japanischen Hartnäckigkeit in der Verteidigung.
– Schlacht um Iwo Jima (1945): Zeigt die ausgeklügelte japanische Untergrundverteidigung.
– Schlacht um Okinawa (1945): Die größte amphibische Offensive im Pazifikkrieg.

Ressourcenknappheit:
– Japan hatte zunehmend Schwierigkeiten, seine weit verstreuten Garnisonen zu versorgen und zu verstärken.
– Der Mangel an Treibstoff, Munition und Lebensmitteln beeinträchtigte die Verteidigungsfähigkeit.

Verteidigungsdoktrin:
– Japan verfolgte die Strategie, den Invasionstruppen möglichst viele Verluste zuzufügen.
– Ziel war es, die Kosten der Invasion so hoch zu halten, dass die Alliierten einen Verhandlungsfrieden anstrebten.

Bushido-Kodex und Doktrin der Kapitulationsverweigerung:
– Die japanischen Soldaten wurden indoktriniert, lieber bis zum Tod zu kämpfen, als sich zu ergeben.
– Dies führte zu erbittertem Widerstand und hohen Opferzahlen auf beiden Seiten.

Verteidigung der Heimatinsel:
– Als sich die alliierten Streitkräfte dem eigentlichen Japan näherten, wurden auf den Heimatinseln umfangreiche Verteidigungsanlagen errichtet.
– Zu diesen Vorbereitungen gehörten zivile Milizen und Selbstmordwaffen wie explosive Schnellboote.

Technologischer Nachteil:
– Japan hinkt den Alliierten in Bezug auf Militärtechnologie und Produktionskapazitäten zunehmend hinterher.
– Dieser Nachteil beeinträchtigte die Fähigkeit, eine wirksame Verteidigung gegen die alliierten Vorstöße aufzubauen.

Begrenzte Marine- und Luftunterstützung:
– Die Dezimierung der japanischen Marine und Luftwaffe führte dazu, dass die Bodentruppen kaum noch Unterstützung hatten.
– Dadurch wurden Verteidigungsoperationen zunehmend schwieriger, insbesondere auf isolierten Inseln.

Psychologische Faktoren:
– Trotz der sich verschlechternden Bedingungen bewahrten viele japanische Soldaten einen starken Kampfgeist.
– Propaganda und kulturelle Faktoren trugen dazu bei, dass sie selbst in aussichtslosen Situationen weiter Widerstand leisteten.

Die Verteidigungshaltung der japanischen Armee in den Jahren 1943-45 zeichnete sich durch Entschlossenheit und Einfallsreichtum angesichts der überwältigenden Unterlegenheit aus. Ressourcenknappheit, strategische Fehleinschätzungen und die technologische Überlegenheit der Alliierten führten jedoch letztlich zur Niederlage Japans im August 1945.

Organisation der japanischen Armee 1943-45

Japanische Infanterie Arakan-Front in Burma
Japanische Infanterie durchquert ein Sumpfgebiet an der Arakan-Front in Burma.

Die japanische Armee in der Defensive erreichte eine Maximalstärke von 5 Millionen Mann in 140 Divisionen während des Zweiten Weltkriegs, mit einer Vielzahl unabhängiger kleinerer Einheiten.

Der Sommer 1942 markierte die Hochwasser-Linie des japanischen Vordringens und als Amerikas große industrielle und militärische Kraft zum Tragen kam, wurde die japanische Armee in die Defensive gedrängt. Im Pazifik führten die US-Truppen einen erbitterten Feldzug des ‚Insel-Springens‘ und in Burma gelang es den Briten schließlich, die Oberhand über die weit verzettelte japanische Armee zu bekommen.

Im Einsatz wurden die japanischen Landstreitkräfte in Heeresgruppen, Abschnitts- oder Bereichs-Armeen, Armeen und Divisionen unterteilt. Dazu gab es noch ‘Verbände mit Spezialaufträgen’, welche nicht einer bestimmten Armee oder Division unterstanden.
Heeresgruppen umfassten einen gesamten Kriegsschauplatz, wie zum Beispiel die japanische Heimverteidigungsarmee, die Kwangtung-Armee oder die Süd-Armee-Gruppe. Eine Abschnitts-Armee, wie zum Beispiel in Burma, entsprach in etwa einer deutschen Feldarmee.
Die japanische Armee war viel kleiner als das deutsche Gegenstück und entsprach etwa einem starken Korps. Dafür gab es keine Armeekorps in den japanischen Streitkräften.

Verteilung der japanischen Streitkräfte außerhalb Japans im August 1943:

Heeresgruppe
Armee
Divisionen
Kwantung-Heeresgruppe (Mandschurei)
2., 3., 4., 5., 6., 20. Armee
insg. 15 Infanterie-Divisionen
China-Expeditionsstreitkräfte
1., 11., 12., 13., 23. und Mongolische Garnisonsarmee
insg. 1 Panzer- und 25 Infanterie-Divisionen.
8. Abschnitts-Armee
17. Armee (Salomonen), 18. Armee (westliches Neuguinea)
insg. 6 Infanterie-Divisionen
Südliche Armee-Gruppe
19. Armee (östliches Neuguinea, Celebes, Timor, Amboina)
insg. 2 Infanterie-Divisionen
16. Armee (Java)
insg. 2 Infanterie-Divisionen
25. Armee (Malaya und Sumatra)
insg. 1 Infanterie-Division
Burma-Abschnitts-Armee mit der 15. Armee
insg. 6 Infanterie-Divisionen
Siam Garnisons-Armee
insg. 1 Infanterie-Division
Borneo Garnisons-Armee
keine Divisionseinheit
Indochina
21. Infanterie-Division
unterstellt dem Kaiserlichen Hauptquartier
Korea-Armee
insg. 2 Infanterie-Divisionen
Nord-Armee (Kurilen, Sachalin, Hokkaido)
insg. 1 Infanterie-Division
Formosa-Armee
keine Divisionseinheit
14. Armee (Philippinen)
insg. 2 Infanterie-Divisionen

Auch wenn der Krieg bereits 1944 klar für Japan verloren war, kämpfte die japanische Armee in der Defensive so resolut weiter als immer und tat dies bis zu dem Tag der Kapitulation vom 2. September 1945, als befohlen wurde, die Waffen niederzulegen.

Insgesamt verfügte Japan während des Zweiten Weltkriegs über sieben Panzer-Divisionen (vier davon haben Japan niemals verlassen) und 162 Infanterie-Divisionen (55 davon haben Japan niemals verlassen und 19 weitere sahen in ihrem Operationsgebiet niemals einen Kampfeinsatz).
Die Streitkräfte Japans erlitten 1,7 Millionen Mann Verluste während des Zweiten Weltkriegs.

Verteilung der japanischen Streitkräfte außerhalb Japans im August 1945:

Heeresgruppe
Abschnitts-Armeen
Armee
Divisionen
Kwantung-Heeresgruppe (Mandschurei)
2., 3., 4., 5., 6., 20. Armee
insg. 1 Panzer- und 10 Infanterie-Divisionen
China-Expeditionsstreitkräfte
1., 12., 13., 23., 6. Bereichs-Armee (11., 23. Armee) und Mongolische Garnisonsarmee
insg. 1 Panzer- und 25 Infanterie-Divisionen
unterstellt dem Kaiserlichen Hauptquartier
5. Abschnitts-Armee
27. Armee (Kurilen, Sachalin, Hokkaido)
insg. 4 Infanterie-Divisionen
Südliche Armee-Gruppe
14. Abschnitts-Armee
35. Armee (Philippinen)
insg. 2 Panzer- und 11 Infanterie-Divisionen
2. Abschnitts-Armee
2. Armee, isolierte 19. Armee (im östlichen Neuguinea, Clebes. Amboina, Timor)
insg. 6 Infanterie-Divisionen
7. Abschnitts-Armee
16. und 25. Armee (Sumatra), 29. Armee (Malaya), 37. Armee (Borneo)
insg. 10 Infanterie-Division
(der Armee-Gruppe unterstellt)
18. Armee (Neuguinea)
insg. 3 Infanterie-Divisionen
Burma-Abschnitts-Armee
15., 28., 33. Armee
insg. 10 Infanterie-Divisionen
(der Armee-Gruppe unterstellt)
38. Armee (Indochina)
insg. 1 Infanterie-Division
(der Armee-Gruppe unterstellt)
39. Armee (Siam)
keine Divisionseinheit
unterstellt dem Kaiserlichen Hauptquartier
Korea-Armee
insg. 1 Infanterie-Division
Formosa-Armee
insg. 3 Infanterie-Divisionen
31. Armee (Zentralpazifik; isoliert)
insg. 5 Infanterie-Divisionen
32. Armee (Ryukyu-Inseln)
insg. 4 Infanterie-Divisionen
8. Abschnitts-Armee
17. Armee (isoliert)
insg. 3 Infanterie-Divisionen

Japanische Panzer-Divisionen

Besatzungsmitglied eines japanischen leichten Panzer Typ 95 Ha-Go
Besatzungsmitglied eines japanischen leichten Panzer Typ 95 Ha-Go im März 1945 in Burma.

Die japanische Panzer-Division bestand in der Regel aus drei Panzer-Regimentern und einer motorisierte Infanteriebrigade mit 3.800 Mann.
Das Panzer-Regiment verfügte über ein Hauptquartier, drei oder vier Panzer-Kompanien und einen Regiments-Munitionszug. Die Stärke des Regiments bestand aus etwa 90 leichten und mittleren Panzern und 800-850 Mann.

Darüber hinaus gab es ein Artillerie-Regiment mit acht 105-mm-Geschützen und vier 155-mm-Haubitzen, einer Panzerabwehr-Einheit mit 18 x 48-mm-Panzerabwehrgeschützen und einer Flugabwehr-Einheit mit vier 75-mm- und 16 x 20-mm-Flak-Geschützen.
Es gab auch Unterstützung durch Pionier-, Transport- und Sanitätseinheiten.

Die gesamte Division bestand aus etwa 10.500 Mann und 1.850 Fahrzeugen. Die japanischen Panzer-Divisionen konnten einige Erfolge gegen schlecht ausgerüstete chinesische Streitkräfte erzielen, waren aber in keinster Weise gleichwertig mit den Panzerverbänden der anderen Großmächte.

Unabhängige Verbände

Die japanische Armee verfügte auch über eine große Anzahl unabhängiger Einheiten und für die Befehlshaber war es einfach, Spezialtruppen für bestimmte Einsätze zu organisieren. Anstatt allen diesen Einheiten schwere Waffen, wie Panzerabwehrgeschützen und Artillerie beizugeben, wurden diese Waffen ebenfalls in unabhängigen Einheiten organisiert, damit sie bei Bedarf anderen Einheiten hinzugefügt werden konnten.

Dieser Trend verstärkte die Tendenzen der Fragmentierung der japanischen Streitkräfte. In den ersten Tagen des Pazifikkrieges führten solche zusammengestellten Kampfgruppen den japanischen Vorstoß durch Malaya, Niederländisch-Ostindien und bis in die Salomonen-Inseln erfolgreich an.
Die ab der zweiten Jahreshälfte 1942 auftretenden schweren Verluste der Japaner waren jedoch oft auf einen unvorsichtigen Einsatz zusammengewürfelter, kleinerer Kampfgruppen zurückzuführen, welche über unzureichende gemeinsame Koordination und Verbandsausbildung verfügten.

So wurde zum Beispiel eine dieser unabhängigen Einheiten, das ‚6. Unabhängiges Fliegerabwehr-Bataillon‘ innerhalb von nur 23 Tagen aus der kalten Mandschurei in das tropische Guadalcanal transportiert, um die zusammengewürfelte Einsatzgruppe zu verstärken, welche die Insel eiligst zurückerobern sollte.

eichen von zwei Fallschirmjäger der 1. Japanischen Überfall-Brigade
Die Leichen von zwei Fallschirmjäger der 1. Japanischen Überfall-Brigade, die einen Angriff aus der Luft auf den Flugplatz Yontan versucht haben. Die Wrackteile des Flugzeugs, welches sie mit Sprengladungen und Granaten zerstört haben, liegen herum. Es gelang ihnen, 8 Jäger zu zerstören und 24 zu beschädigen.

Etwa Ende 1943 begannen die Japaner auch mit dem Einsatz von Überfall-Kommandos (Teishintai). Diese Männer wurden aus der Infanterie ausgewählt und im Hinblick auf eine bestimmte Mission ausgebildet. Sie waren ziemlich unabhängig von größeren Truppenverbänden.
Eine dieser typischen Rollen war der Versuch japanischer Spezialeinheiten in Burma, die britische Artillerie durch Operationen im Kommando-Stil zu zerstören. Die Stärke dieser Streitkräfte variierte mit der Größe ihrer Ziele.

Ein typisches Beispiel hierfür war:
Hauptquartier-Gruppe (Offizier, Unteroffizier und Ordonnanz);
Zerstörungs- und Angriffsgruppe (15 Mann);
Unterstützungsgruppe (12 Mann);
Reserve-Abteilung (12 Mann).

Darüber hinaus gab es kleine Gruppen, die für Streifzüge in feindliches Gebiet organisiert wurden. Sie sollten Brücken und Kommunikationslinien zerstören, Bunker und befestigte Stellungen angreifen, Sprengtrupps und Panzerbekämpfungs-Einheiten. Schließlich kamen auch noch Kamikaze-Kommandos, die zur Verteidigung eines entscheidenden Punktes bis auf den letzten Mann kämpften.

Amphibische Brigaden

Innerhalb der eher traditionellen Armeestruktur wurden besondere Vorkehrungen für amphibische Operationen getroffen. Nach 1941 wurden amphibische Brigaden aus drei Bataillonen mit einer Gesamtstärke von 3.200 Mann gebildet.
Jedes Bataillon war 1.035 Mann stark und verfügte über drei Schützenkompanien zu je 195 Mann, die in drei Züge zu je vier Abteilungen und einem Granatwerfer-Zug organisiert waren.

Eine der ersten japanischen Landungen in flachem Wasser
Eine der ersten japanischen Landungen in flachem Wasser. Ohne feindliches Feuer und in warmen Gewässern war des Anfangs noch möglich.

Die 1. amphibische Brigade verfügte über unterstützende Artillerie-, Pionier-, Maschinengewehr-, Nachrichten- und Panzereinheiten, die dem Hauptquartier der Brigade unterstellt waren. Dies brachte ihre Gesamtstärke auf etwa 4.000 Mann.

Während des Vorstoßes durch Malaya wurde jede japanische Division für den Angriff auf Singapur mit 50 kleinen Motorbooten und 100 zusammenklappbaren Barkassen ausgerüstet. All dieses Material trugen die Truppen auf ihren eigenen Schultern durch den Urwald. Eine erste Welle aus 4.000 Mann mit 440 Geschützen – ausgestattet mit je 20 Schuss Munition – wurde auf diese Weise übergesetzt.

Landstreitkräfte der Marine

Seemann 1. Klasse der japanischen Marine
Seemann 1. Klasse der japanischen Marine ausgerüstet für den Landkampf, 1939.

So etwas wie die ‚Marines‘ gab es in den japanischen Streitkräften erst nach dem 1. Weltkrieg.
Unter der ‚Ad-hoc‘-Tradition der japanischen Armee wurden, wenn amphibische Operationen unmittelbar bevorstanden, Marine-Landegruppen für einzelne Einsätze improvisiert.
Jeder Marine-Rekrut wurde sowohl im Land- als auch im Seekrieg ausgebildet. Wenn ein Rekrut für den Landkrieg geeignet war und besondere Fähigkeiten zeigte, wie z.B. die Beherrschung eines Maschinengewehrs oder die Fähigkeit zu fahren, wurden dies in seiner Akte vermerkt.
Der Flotten-Kommandeur befahl mehreren Schiffen, Truppen für amphibische Operationen bereitzustellen und aus deren Besatzungen wurden Angriffsgruppen organisiert. Es versteht sich von selbst, dass die militärische Ausbildung dieser Seeleute spärlich und ihre Verluste hoch waren.

In den 1920er Jahren begann die japanische Marine mit speziellen Marine-Landekommandos zu experimentieren, um diese schweren Verluste an gut ausgebildetem Marinepersonal zu vermeiden. Es handelte sich dabei um ständig bestehende Einheiten, die erstmals 1932 in China eingesetzt wurden.

Japanischer Marinesoldat
Japanischer Marinesoldat mit kugelsicherer Weste und einer Typ 100 Maschinenpistole.

Während des Zweiten Weltkriegs wurden sie zunehmend in die Verteidigung von Japans Inselstützpunkten verwickelt. Um diese Verteidigungsaufgaben weiter zu unterstützen, entwickelte die Japanische Marine mehrere andere Landformationen:
die Stützpunkt-Streitkräfte, die Bodentruppen, die Pioniere und die Ingenieur- und Baueinheiten. Diese Formationen erreichten jedoch nie die Klasse der amerikanischen Marines.

Die Spezial-Landetruppen der Marine verblieben in der Regel in den Gebieten als Garnisonen, die sie zuvor erobert hatten. Wenn es keinen ernstzunehmenden Widerstand gab, war ihre Effizienz hoch, aber ihre taktischen Fähigkeiten waren mittelmäßig gegen einen entschlossenen Feind.

Zunächst waren sie in Bataillonen von etwa 2.000 Mann aus vier Kompanien organisiert. Die ersten drei Kompanien waren in sechs Schützenzüge und einen schweren Maschinengewehr-Zug aufgeteilt. Die letzte Kompanie, die vierte, bestand aus drei Schützenzügen und einem Zug schwerer Waffen, der mit vier 76,2-mm-Marinegeschützen und zwei 75-mm-Regiments-Geschützen sowie zwei 70-mm-Bataillons-Geschützen ausgestattet war. Je nach den Umständen konnten sie mit Panzer- oder Panzerwagen-Einheiten verstärkt werden.

Bei Kriegsausbruch im Pazifik wurden sie zur Einnahme kleiner Inseln wie Wake eingesetzt und dienten der Armee als Speerspitzen gegen Java und Rabaul. Bei diesen Operationen konnten sie als mobile Kampftruppen eingesetzt werden.

Sie wurden in der Regel eingesetzt mit zwei Schützenkompanien (jede mit einem eigenen Maschinengewehr-Zug) und einer oder zwei Kompanien mit schweren Waffen mit einer Stärke von 1.200 bis 1.500 Mann. Sie konnten auch zusätzliche, spezielle Unterstützungstruppe erhalten, sowie Pioniere, weitere Geschütze und Nachrichtentruppen.

Als Japan die Initiative im Pazifischen Ozean verlor, mussten sich diese Streitkräfte auf einen Verteidigungskrieg einstellen, insbesondere als die Armee sich weigerte, einige der Inseln zu verteidigen, da sie behauptete, dass diese in die Verantwortung der Marine fielen.

Japanischer Gefallener auf Saipan
Japanischer Gefallener neben einem Panzerwrack auf Saipan.

Folglich wurden diese Formationen den veränderten Umständen angepasst. Ein typisches Beispiel dafür war die Yokosaka 7. Marine-Spezial-Landetruppe. Bei ihrem ersten Einsatz zu Beginn des Pazifikkrieges verfügte diese Formation über keine Infanterie zu Verteidigungszwecken und keine schweren Abwehrwaffen.
Bis 1943 wurde eher der Zug als die Kompanie die grundsätzliche taktische Einheit und der Anteil an Artillerie wurde erheblich vergrößert.

Eine Spezial-Landetruppe für Verteidigungsaufgaben bestand ab 1943 in der Regel aus 1.800 Offizieren und Mannschaften und war mit
1.500 Gewehren;
24 leichten und 12 schweren Maschinengewehren;
zwei 40-mm-Flugabwehrkanonen und zehn 13-mm-Flugabwehr-Maschinengewehren;
90 Granatwerfern;
vier Mörsern;
vier 75-mm-Flugabwehrkanonen;
zwei 37-mm-Panzerabwehrkanonen;
16 x 80-mm-Geschützen
und 8 x 120-mm-Geschützen ausgerüstet.


Quellenangaben und Literatur

The Armed Forces of World War II (Andrew Mollo)
World War II – A Statistical Survey (John Ellis)
Japanese Army of World War II (Philip Warner)

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