Wehrmacht Kriegsgliederung November 1944

Kriegsgliederung der Wehrmacht vom 26. November 1944 nach dem deutschen Rückzug vom Südost-Balkan im Anschluss an den Putsch in Rumänien.

Panzerbataillon mit Königstiger
Ein schweres Panzerbataillon mit Königstiger an der Ostfront im November 1944.

Wehrmacht Kriegsgliederung November 1944

Die Aufstellung und Verteilung der Divisionen der Wehrmacht und unterstellter Einheiten von Verbündeten nach dem deutschen Rückzug vom Südost-Balkan am 26. November 1944.

Die Evakuierung Griechenlands durch die Deutschen im Jahr 1944 war ein wichtiges Ereignis während des Zweiten Weltkriegs und markierte das Ende der nationalsozialistischen Besatzung des Landes.

Überblick

Deutschland hatte Griechenland seit April 1941 besetzt. Im Jahr 1944 waren die alliierten Streitkräfte in Europa jedoch auf dem Vormarsch, und die deutsche militärische Position auf dem Balkan wurde immer unhaltbarer.

Operation Maigewitter:
Dies war der Codename für den deutschen Rückzug aus Griechenland. Die Evakuierung begann im September 1944 und dauerte bis November.

Gründe für den Rückzug:
Die vorrückenden sowjetischen Streitkräfte in Rumänien und Bulgarien drohten, die deutschen Truppen in Griechenland abzuschneiden. Das deutsche Oberkommando beschloss daher, die dortigen Truppen an wichtigere Fronten zu verlegen.

Aktivitäten des Widerstands:
Griechische Widerstandsgruppen, insbesondere die ELAS (Griechische Volksbefreiungsarmee), verstärkten ihre Angriffe auf die sich zurückziehenden deutschen Truppen.
Britische und amerikanische Streitkräfte unterstützen den griechischen Widerstand mit Nachschub und Luftunterstützung.

Route des Rückzugs:
Die deutschen Truppen zogen sich über Jugoslawien und Ungarn nach Norden zurück.
Die Evakuierung erfolgte sowohl auf dem Land- als auch auf dem Seeweg.

Zerstörungen und Gräueltaten:
Auf ihrem Rückzug haben die deutschen Truppen oft eine Taktik der verbrannten Erde angewandt, indem sie die Infrastruktur und die Vorräte zerstörten.
Während des Rückzugs kam es zu zahlreichen Repressalien gegen die griechische Zivilbevölkerung.

Befreiung von Athen:
Die Befreiung Athens am 12. Oktober 1944 war ein wichtiger Meilenstein in der deutschen Evakuierung.

Nachwirkungen:
Der Rückzug der Deutschen hinterließ in Griechenland ein Machtvakuum, das zu den Spannungen beitrug, die zum griechischen Bürgerkrieg (1946-1949) führen sollten.
Einige deutsche Truppen (z.B. auf Kreta) blieben zurück und ergaben sich später den alliierten Streitkräften.

Strategische Auswirkungen:
Die Evakuierung ermöglichte es Deutschland, andere Fronten zu verstärken, beendete aber effektiv seine Präsenz in Südosteuropa.

Die deutsche Evakuierung Griechenlands war eine komplexe Operation, die das Ende einer brutalen Besatzung markierte und die Bühne für die politischen Konflikte der Nachkriegszeit in diesem Land bereitete. Sie war Teil des umfassenderen deutschen Rückzugs aus dem Balkan, als sich das Kriegsgeschehen gegen die Achsenmächte wendete.

Schematische Kriegsgliederung der deutschen Wehrmacht, Stand 26. November 1944

Erläuterungen zu einigen Typen von Divisionen und Verbänden:
VG-Division die neu eingeführten Volks-Grenadier-Divisionen.
Bodenständige Infanterie-Division ist eine Infanterie-Division, welche normalerweise als Festungs- oder Küstenschutz-Division verwendet wird und daher über keine oder nur wenige Transportmittel verfügt.
Kampfgruppen sind die noch verfügbaren, einsatzfähigen Truppeneinheiten von aufgeriebenen Divisionen.

Ostfront

Heeresgruppe F

(in Jugoslawien und in der Ägäis)

Armee
Korps
Divisionen
Heeresgruppe E (der Heeresgruppe F unterstellt)
Kommandant Ost-Ägäis
Festungs-Brigade 939 (Rhodos), Festungs-Brigade 968
Festung Kreta
133. Festungs-Div.
V. SS-Gebirgs
369. kroat. Inf.Div +1 Regiment der 118. Jäger-Div., SS-Regiments-Gruppe 'Skanderberg'
XXI. Gebirgs
181., 297. Inf.Div., Festungs-Brigaden 964 und 1017
LXXXXI. zbV
22. Inf.Div., 41. Festungs-Div., Festungs-Brigaden 963, 966, 967, 969
XXXIV. zbV
7. SS-Gebirgs-Div. 'Prinz Eugen', 104. Jäger-Div., 11. Luftwaffen-Feld-Div. (im Anmarsch)
2. Panzer-Armee (Stab XXII. Gebirgs-Korps in Zuführung)
Gruppe General Kübler
118. Jäger-Div -1 Regiment, Befehlshaber Syrmien (Korück 582), SS-Polizei-Gebirgs-Regiment 18, SS-Polizei-Regiment 5
LXVIII.
Pz.Gren.Div. 'Brandenburg', Reste mot.Grenadier-Brigade 92, 31. SS-Fallschirm-Grenadier-Regiment, 44. Inf.Div. 'Hoch- und Deutschmeister', Regiments-Gruppe 13. SS-Geb. 'Handschar', 1. Gebirgs-Div. und 117. Jäger-Div. in Zuführung
LXIX. zbV
1. Kosaken-Div., Ski-Jäger-Reserve-Regiment 1
XV. Geb.
264. bodenständige Inf.Div., 373. und 392. kroatische Inf.Div.

Heeresgruppe Süd

Armee
Korps
Divisionen
Reserven
153. Feldausbildungs-Div.
3. ungar. Armee
Reserven: VII. und VIII. ungar. Korps (Stab)
25. ungar. Inf.Div.
II. ungar.
1. ungar. Strom-Brigade, Brigade Kesseve, Reste 23. ungar. Reserve-Inf.Div.
LXXII.
271. VG, 1. ungar. Kavallerie-Div.
6. Armee (Reserve: Stab IX. SS-Gebirgs-Korps)
Gruppe General Breith (Stab III. Panzer-Korps)
Panzer-Gruppe F, 22. SS-Kavallerie-Div., 8. SS-Kavallerie-Div. 'Florian Geyer', 1. ungar. Panzer-Div., 13. Panzer-Div., 10. ungar. Inf.Div., Reste 12. ungar. Ersatz-Div.
VI. ungar. (der Gruppe General Breith unterstellt)
20. ungar. Inf.Div., 8. ungar. Ersatz-Div.
LVII. Panzer
Kampfgruppe 357. Inf.Div., 23. Panzer-Div., 4. SS-Polizei-Grenadier-Div., 18. SS-Pz.Gren.Div. 'Horst Wessel', 46. Inf.Div.
IV. Panzer
1. Panzer-Div., 76. Inf.Div., Reste 2. ungar. Panzer-Div.
Armee-Gruppe General Woehler (Stab 8. Armee)
Reserven: IX. ungar. Korps (Stab)
9. ungar. Gebirgs-Jäger-Div.
XXIX.
24. Panzer-Div., 8. Jäger-Div., 15. Inf.Div. (-1 Regiment), Reste 27. ungar. leichte Div., 3. Gebirgs-Div.
1. ungar. Armee (der Armee-Gruppe General Woehler unterstellt)
Reserven: III. ungar. Korps (Stab)
Reste 6. ungar. Brigade
XVII.
Gruppe Schütz (15. Inf.Div. -2 Regimenter), 2. ungar. Ersatz-Div., 24. ungar. Inf.Div., 1. ungar. Gebirgs-Brigade
V. ungar.
16. ungar. Inf.Div., 4. Gebirgs-Div.

Heeresgruppe A

Armee
Korps
Divisionen
Reserven
Stab XXIV. Panzer-Korps
8. , 16., 17., 19., 20., 25. Panzer-Div., Div.-Stab. zbV 601, 602, 603, 608
1. Panzer-Armee (Reserve: 154. Feldausbildungs-Div.)
XXXXIX. Geb.
100., 101. Jäger-Div
Gruppe Gen.-Lt. Thiemann (dem XXXXIX. Geb. unterstellt)
254. Inf.Div., 97. Jäger-Div
XI.
75., 253. Inf.Div., Kampfgruppe 168. Inf.Div., 1. Ski-Jäger
17. Armee
XI. SS
96., 208. Inf.Div., 78., 545. VG
LIX.
544. VG, 359., 371. Inf.Div.
XXXXVIII. Panzer
68., 302. Inf.Div.
XXXXII.
72., 88., 291., 324. Inf.Div.
LVI. Panzer
5. ungar. Reserve-Div., 17., 214. Inf.Div.
4. Panzer-Armee
XXXXVIII. Panzer
304., 68. Inf.Div.
XXXXII.
72., 88., 291., 342. Inf.Div.
LVI. Panzer
5. ungar. Reserve-Div., 17., 214. Inf.Div.
9. Armee
VIII.
6., 45. VG, 251. Inf.Div.
XXXXVI. Panzer
337. VG, 73. Inf.Div.

Heeresgruppe Mitte

Armee
Korps
Divisionen
Reserven
IV. SS-Panzer
3. SS-Panzer-Div. Totenkopf, 5. SS-Panzer-Div. Wiking
2. Armee (Reserve: 6. Panzer-Div.)
XX.
52. VG, 35., 252. Inf.Div.
XXIII.
5. Jäger-Div., 7., 299. Inf.Div., 541. VG
XXXXI. Panzer
14., 102., 129., 292. Inf.Div.
4. Armee
Reserven
Div.-Stab zbV 605 (Kampfgruppe Hauser), 5., 7. Panzer-Div., 18. Pz.Gren.Div. (in Aufstellung), Panzer-Brigade 102
LV.
547., 562. VG
XXVII.
131., 203., Inf.Div., 286. Sicherungs-Div., Polizei-Gruppe Oberst Hannibal
Kavallerie-Korps
3., 4. Kavallerie-Brigade, 558. VG
VI.
50., 170., 367. Inf.Div.
XXXIX. Panzer
28. Jäger., 21. Inf.Div., Fallschirm-Panzer-Korps Hermann Göring (Panzer-Div. 1, Pz.Gren.Div. 2, abzüglich Panzer-Gruppe HG noch an der Westfront)
3. Panzer-Armee (Reserve: 95. Inf.Div. im Antransport nach Memel)
XXVI.
1., 61., 69. Inf.Div., 349., 549. VG
IX.
56. Inf.Div., 548., 561. VG
XXXX. Panzer
551. VG, Abschnitt Mitte (Grenadier-Regiment 1113), Abschnitt West (Sicherungs-Regiment)
XXVIII.
Div.-Stab zbV 607, Pz.Gren.Div. Grossdeutschland, 58. Inf.Div.

Heeresgruppe Nord

Armee
Korps
Divisionen
18. Armee (Reserven: Div. zbV 300, Stab 52. Sicherungs-Div.)
I.
87., 126. Inf.Div., Kampfgruppe 30. Inf.Div.
III. SS-Panzer
4. SS-Pz.Gren.-Brigade 'Nederland', 11. SS-Pz.Gren.Div. 'Nordland'
X.
11., 263. Inf.Div., Kampfgruppe 121. Inf.Div.
II.
4., 14. Panzer-Div., 32. Inf.Div., Kampfgruppe 31. VG
Gruppe Gen.-Lt. Tomaschki
563. VG, 83., 132., 225. Inf.Div.
16. Armee
XXXVIII.
205., 215., 290., 329. Inf.Div., 12. Panzer-Div.
L.
24., 122., 289. Inf.Div., 12. Luftwaffen-Feld-Div.
VI. SS-Freiwilligen
93. Inf.Div., 19. SS-Waffen-Gren.Div. (lettische Nr.2), Gruppe Gen.Lt. Henze (Stab 21. Luftwaffen-Feld)
XVI.
81., 227., 281. Inf.Div.
XXXXIII.
Reste 23. und 218. Inf.Div., Stab 207. Sicherungs-Div. zbV, Stab 201. Sicherungs-Div.
OKH Reserven
520. VG (in Aufstellung), Kampfgruppe 10. Pz.Gren.Div. (in Auffrischung)

Norden

Armee
Korps
Divisionen
10. Gebirgs-Armee
Reserven
MG-Ski-Brigade 'Finnland', Radfahrer-Aufklärungs-Brigade 'Norwegen', im Abtransport nach Dänemark 6. SS-Gebirgs-Div. 'Nord'
XXXVI. Gebirgs
163., 169. Inf.Div., Grenadier-Brigade 193, 230. bodenständige Inf.Div.
XIX. Gebirgs
2., 6. Gebirgs-Div., 210. bodenständige Inf.Div., Grenadier-Brigade 388
XVIII. Gebirgs
Div.-Gruppe K (Div. zbV 140), 7. Gebirgs-Div., Gebirgs-Jäger-Brigade 139
LXXI.
199. Inf.Div., 270. bodenständige Inf.Div., Festungs-Brigade Lofoten
AOK Norwegen (Reserve: Panzer-Brigade 'Norwegen')
XXXIII.
14. Luftwaffen-Feld-Div., 702. Inf.Div., 295. bodenständige Inf.Div.
LXX.
274., 280. bodenständige Inf.Div., 710. Inf.Div.
Wehrmachts-Befehlshaber Dänemark
160., 166. Reserve-Inf.Div., 233. Reserve-Panzer-Div., in Aufstellung 560. VG

Westfront

Heeresgruppe H

Armee
Korps
Divisionen
6. Panzer-Armee (Reserve OB West)
I. und II. SS-Panzer
1. SS-Panzer LSAH, 2. SS-Panzer 'Reich', 9. SS-Panzer 'Hohenstaufen', 12. SS-Panzer 'HJ'
weitere Reserven OB West
Div.-Stab zbV 604, 62. VG (im Antransport)
Verbleib unbekannt
462. VG, 49. Inf.Div., 70. bodenständige Inf.Div.
Marine-Oberkommando West (in frz. Hafen-Festungen)
XXV. (Festung Lorient)
319. bodenständige Inf.Div., Reste 265. bodenständige Inf.Div., Kampfgruppe 226. bodenständige Inf.Div.
15. Armee
Reserven
719. bodenständige Inf.Div., 59. bodenständige Inf.Div. (im Abtransport)
XXX. zbV
Kampfgruppe 346. bodenständige Inf.Div.
LXXXVIII.
711., 712. bodenständige Inf.Div., 6. Fallschirmjäger-Div.
1. Fallschirm-Jäger-Armee
Reserven: LXVIII. (Stab)
Kampfgruppe 85. Inf.Div., 363. VG
II. Fallschirmjäger
190. Inf.Div., Kampfgruppe 84. Inf.Div.
LXXXVI.
7. Fallschirmjäger-Div., 180. Inf.Div., Div. zbV 606

Heeresgruppe B

Armee
Korps
Divisionen
5. Panzer-Armee
Reserven
246. VG, 256. Inf.Div., 10. SS-Panzer-Div 'Frundsberg'
XII. SS
176. Inf.Div.
XXXXVII. Panzer (dem XII. SS-Korps unterstellt)
9., 15. Panzer-Div., 183. VG
LXXXI.
12., 47., 340. VG, 3. Pz.Gren.Div.
7. Armee
Reserven: LIII., LXXXV. zBv, LVIII. Panzer
2. Panzer-Div (in Auffrischung), 116. Panzer-Div, 326. VG, 276. und 352. VG (im Antransport)
LXXIV.
89., 275., 344. Inf.Div., 272., 277. VG
LXVI.
18., 26. VG
LXXX.
353. Inf.Div., 212. VG

Heeresgruppe G

Armee
Korps
Divisionen
1. Armee
Reserven: LXXXIX. Korps (Stab)
245. bodenständige Inf.Div., 553. VG, 256. VG (im Antransport)
LXXXII.
416. Inf.Div., 21. Panzer-Div., 19. VG
XIII. SS
48. Inf.Div., 347. bodenständige Inf.Div., 36., 559. VG, 11. Panzer-Div, 17. SS-Pz.Gren. 'Götz von Berlichingen'
Höherer Kommandeur Vogesen
Gruppe Bayerlein (aus 361. VG und Panzer-Lehr), Kampfgruppe 25. Pz.Gren.Div.
19. Armee
LXIV.
708. VG, 716. bodenständige Inf.Div.
LXXXX.
16. VG, 269. Inf.Div.
LXIII.
159., 189., 198., 338. Inf.Div., 30. SS-Gren.Div. (russ. Nr.2), Panzer-Brigade 106

Italien

Heeresgruppe C

Armee
Korps
Divisionen
Armee-Gruppe Ligurien (Stab LXXXVII. Korps)
Reserven
162. (turkemenische) Inf.Div. -1 Regiment, ital. SS-Brigade (in Aufstellung)
LXXV.
5., 157. Gebirgs-Div., 34. Inf.Div., 2. ital. Inf.Div.
14. Armee (der Armee-Gruppe Ligurien unterstellt)
Korps Lombardia
3. ital. Inf.Div., Teile 148. Inf.Div., Teile 4. ital. Gebirgs-Div.
LI. Gebirgs
148. Inf.Div. -1 Regiment, 4. ital. Gebirgs-Div. -1 Regiment, 232. bodenständige Inf.Div.
10. Armee
Reserven
90. Pz.Gren.Div., 362. Inf.Div.
I. Fallschirm
94. Inf.Div., 4. Fallschirm-Jäger-Div., 16. SS-Pz.Gren.Div. 'Reichsführer SS'
XIV. Panzer
65., 98., 334. Inf.Div., 29. Pz.Gren.Div., 42. Jäger-Div., 1. Fallschirm-Jäger-Div
LXXVI. Panzer
278., 305., 356., 715. Inf.Div., 26. Panzer-Div., Kampfgruppe 20. Luftwaffen-Feld-Div.
LXXIII.
114. Jäger-Div., 1. Regiment der 162. turkmen. Inf.Div.
LXXXXVII. Korps zbV
=
71. Inf.Div. (im Abtransport zu OB Südost), 188. Reserve-Geb.Div., 237. bodenständige Inf.Div.

Reserven und Neuaufstellungen

Divisionen
dem OKW unterstellt3. und 5. Fallschirm-Jäger-Div. (in Auffrischung)
Chef der Heeresrüstung und Befehlshaber des Ersatzheeres (alle in Aufstellung oder Auffrischung)9., 79., 167., 257. VG, 182. Reserve-Inf.Div., 14. Waffen-SS-Div. (galizische Nr.1), 15. Waffen-SS-Div. (lettische Nr.1), 20. Waffen-SS-Div. (estnische Nr.1), 27. SS-Frewilligen-Pz.Gren.Div. 'Langemarck', 28. SS-Freiwilligen-Pz.Gren.Div. 'Wallonien', französische SS-Brigade, 211. Inf.Div., 1. ital. Inf.Div.

Siehe auch: Wehrmachts-Verbände Organisation 1942-45.


Der deutsche Rückzug vom Balkan

Die Vernichtung der deutschen Heeresgruppe Mitte im Sommer 1944 hatte zu einem tiefen sowjetischen Einbruch in der Mitte der Ostfront geführt und war erst vor Warschau zum Stillstand gekommen, was auch durch den westlich orientierten Warschauer Aufstand im August 1944 verursacht wurde und dessen Niederschlagung durch Hitler sich Stalin erhoffte.
Deshalb setzte die Rote Armee ihre Offensiven an den Flanken fort. Zu diesem Zeitpunkt hielten rumänische und deutsche Truppen nach den sowjetischen Frühjahrsoffensiven eine wackelige Abwehrfront in Moldawien im Süden. Die deutschen Verbände wurden ständig durch Abzüge zu anderen, bedrohten Frontabschnitten im Norden verringert, während die Rumänen schon bei Stalingrad im Winter 1942/43 ihre besten Divisionen eingebüßt hatten. Weitere Verluste traten bei den Kämpfen und der Evakuierung der Krim 1944 ein.

Dadurch hatten sowohl die rumänische Armee, wie auch die politische Führung des Landes ihren Willen zur Fortsetzung des Krieges eingebüßt. Die Armee war innerlich bereits zusammengebrochen und Offiziere und Mannschaften waren nicht mehr bereit weiterzukämpfen und der geringste Anlass würde zur Auflösung führen.
Zwischenzeitlich hatten die Sowjets in den letzten Monaten in den zurückgewonnenen ukrainischen Gebieten mehrere hunderttausend Männer eingezogen, ausgebildet und politisch indoktriniert, sodass die 2. und 3. Ukrainische Front unter Malinowsky und Tolbuchin voll kampfkräftig waren.

Die sowjetische Offensive am 20. August gegen die rumänischen 4. und 3. Armeen, welche links und rechts von der deutschen 6. Armee standen, traf praktisch auf keinen Widerstand; die rumänischen Truppen weigerten sich einfach, zu kämpfen.
So wurde die 18 Divisionen der wieder aufgestellte deutsche 6. Armee zum zweiten Mal nach Stalingrad eingeschlossen und vernichtet. Die Reste der deutschen 8. Armee mussten sich auf die Karpaten zurückziehen.

Russische Truppen beim Einmarsch in Bukarest
Russische Truppen beim Einmarsch in Bukarest.

Am 23. August erfolgte dann ein Putsch in Bukarest, bei dem Marschall Antonescu von König Michael gestürzt wurde und die neue politische Führung suchte Frieden. Die überraschten Deutschen versuchten Stellungen innerhalb Rumäniens, insbesondere die wichtigen Karpaten-Pässe zu halten und ein von Hitler angeordneter Luftangriff auf Bukarest vereinigte nur Front und neue Regierung. So zog sich Rumänien nicht nur aus dem Achsenbündnis zurück, sondern erklärte auch gegenüber Deutschland und Ungarn den Krieg.

In wenigen Tage überrollten die Russen Rumänien und die Wehrmacht verlor über 380.000 Mann innerhalb von zwei Wochen. Am 5. September 1944 erklärte die Sowjetunion auch Bulgarien den Krieg und am 8. September überschritt die Rote Armee die Grenze. Noch am selben Tag erklärte Bulgarien Deutschland den Krieg und die bulgarischen Truppen, welche sich bisher nicht aufgelöst hatten, kämpften nun auf Alliierter Seite.

Pfeilkreuzler in Budapest
Nach der deutschen Besetzung und dem Umsturz in Ungarn marschieren bewaffnete nationalistische ‚Pfeilkreuzler‘ mit der Armbinde durch die Straßen von Budapest.

So hatte der Zusammenbruch Rumäniens dramatische Auswirkungen, nicht nur auf Bulgarien und Ungarn, sondern auch auf alle deutschen Stellungen weiter südlich auf dem Balkan.
Auf der einen Seite kämpften nun die Ungarn viel erbitterter, härter und effektiver als jemals zuvor im Zweiten Weltkrieg, als sie endlich gegen die verhassten Rumänen antreten konnten.
Trotzdem begann Ungarns Regent, Admiral Horthy, nun Friedensfühler nach Moskau auszustrecken. Am 24. September schickt er Abgesandte nach Moskau und plante das Achsenbündnis am 15. Oktober zu verlassen. Die ungarische Führung vermasselte dies aber genauso, wie ihre italienischen Kollegen ein Jahr zuvor.

 

Deutsche Spezialkommandos nahmen Horthy fest und deutsche Truppen besetzten die Hauptstadt Budapest. Es wurde ein neues Regime unter Ferenc Szalasi, dem Führer der ungarischen Pfeilkreuzler, eingesetzt. Die Pfeilkreuzler waren noch wahnsinniger als die gläubigsten Nazis und nicht wenige hielten ihren Anführer ebenso für einen Verrückten.
So hatte Hitler nun die direkte Kontrolle über Ungarn und mit der enthusiastischen Hilfe von Szalasi und seiner Bewegung wurde erst einmal die wichtigste Aufgabe angegangen: die Deportation von über einer halben Million Juden in die Vernichtungslager aus dem einzig verbliebenen Zufluchtsort in Europa.

Panzerschlacht bei Debrecen
Deutsche und ungarische Panzer im Gegenangriff in der Panzerschlacht bei Debrecen. Rechts ein ungarischer Turan I, links ein PzKpfw IV Ausf. G.

Ende Oktober setzte dann eine deutsch-ungarische Gegenoffensive gegen die nach Ungarn vorgedrungene Zweite Ukrainische Front ein, aber die von den Russen schon kontrollierten Karpaten-Pässe konnten nicht mehr zurückgewonnen werden. Die weiteren Aussichten waren daher düster, da das ungarische Tiefland nur schwer zu verteidigen war.

Die dramatischen Entwicklungen in Budapest führten zu einer langen und erbitterten Schlacht um Ungarn, die von Oktober 1944 bis in die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs andauerte und enorme Zerstörungen und schwere Verluste für beide Seiten zur Folge hatte. Die Auswirkungen des Zusammenbruchs Rumäniens und der deutschen Truppen dort auf die Lage in Griechenland und der angrenzenden Gebiete auf dem Balkan waren ebenso dramatisch, aber nicht so zerstörerisch.

Als am 23. August die ersten Nachrichten von dem Putsch, welcher den rumänischen Diktator Antonescu stürzte, im Führerhauptquartier eingingen, befand sich der Oberbefehlshaber Südost, Feldmarschall Maximilian von Weichs, ebenfalls dort.
Auf der an diesem Tag abgehaltenen Konferenz traf Adolf Hitler mehrere Entscheidungen, welche die deutsche Strategie und den allgemeinen Verlauf des weiteren Kriegsgeschehens wesentlich beeinflussten.

Jahrelang hatte Hitler bisher darauf bestanden, die deutschen Positionen in Griechenland, auf Kreta und den Inseln in der Ägäis mit Truppen aufzubauen und zu halten. Als Italien im September 1943 kapitulierte, besetzten deutsche Truppen umgehend die italienischen Besatzungsgebiete in Griechenland und die zum italienischen Staatsgebiet gehörenden Domdekans-Inseln.
Ursprünglich als Ausgangsstellung für ein weiteres Vordringen im Nahen Osten gedacht, hatte die deutsche Position dort seit einiger Zeit nun die Aufgabe, die Türkei vom Kriegseintritt auf alliierter Seite abzuhalten und gleichzeitig die Versorgung mit Chrom von dort sicherzustellen. Gleichzeitig verweigerten die Türken aus diesem Grund den Alliierten Luftwaffenbasen, von denen aus ihre Flugzeuge leichter die rumänischen Ölfelder hätten angreifen können.

Allerdings hatte die Türkei zwischenzeitlich die diplomatischen Beziehungen zu Deutschland am 2. August 1944 abgebrochen. Rumänien war verloren und der Verbleib von Bulgarien zweifelhaft.
Daher wurde die bisherige Strategie dort verworfen und unter diesen neuen Umständen wollte Hitler, dass der Schwerpunkt auf die Defensive weiter im Norden um den verbleibenden deutschen Machtbereich verlagert wurde.

Der Süden Griechenlands sollte bei einem feindlichen Angriff evakuiert werden, wofür es wesentlich war, dass die Bulgaren nicht die einzige Eisenbahnstrecke, welche von Griechenland durch Serbien verlief, kontrollierten und den Alliierten übergeben konnten. Einige der Inselgarnisonen in der Ägäis mussten dabei zurückgelassen werden, vor allem die zahlenmäßig starke auf Kreta, während andere evakuiert werden könnten.

Erschöpfte deutsche Soldaten Serbien Oktober 1944
Erschöpfte deutsche Soldaten sind im Oktober 1944 mit ihrem VW Kübelwagen in Serbien angekommen. Sie sind noch mit Uniformen Modell 1940 und Helmen mit Wehrmacht-Adlern ausgestattet, welche eigentlich seit September 1943 nicht mehr getragen werden sollten.

Bemerkenswert dabei ist, dass Hitler hier schon wieder Planungen für einen umfangreichen Truppenabzug und Aufgabe großer Territorien vorbereiten ließ, nachdem erst kurz zuvor der Räumung Südwest-Frankreichs zugestimmt hatte. Dies zeigt, dass er grundsätzlich durchaus bereit war, in die Verteidigung überzugehen und dabei große Gebiete aufzugeben, wenn ihm das als geeinigtes Verfahren für die weitere Kriegführung erschien.
Im Falle von Südosteuropa war dann allerdings der örtliche Oberbefehlshaber für zahlreiche Verzögerungen bei der vom Führer befohlenen Evakuierung verantwortlich.

Über einen Zeitraum von mehreren Wochen wurden deutsche Garnisonen von den meisten Inseln in der Ägäis und aus dem südlichen Griechenland evakuiert. Erst als sich im Oktober die Gefahr eines sowjetischen Durchbruchs von Bulgarien nach Westen hin abzuzeichnen begann, bei dem die entscheidende Eisenbahnlinie durch den Süden Jugoslawiens nach Griechenland durchtrennt wurde, begann von Weichs auf der Grundlage seiner Befehle zu handeln.

In einem langwierigen und sorgfältig organisierten Rückzug evakuierten die deutschen Truppen Griechenland, welches sie 1941 im Balkanfeldzug blitzschnell und beeindruckend erobert hatten. Sie zogen sich nach Mazedonien zurück, um im Oktober eine Verteidigungslinie am südlichsten Ende der neuen Ostfront einzunehmen.
Am 10. Oktober begann der Rückzug, am 18. Oktober war Athen geräumt und am Endes Monats zogen sich die deutschen Truppen aus Saloniki zurück. In Griechenland waren fast alle Juden in die Vernichtungsfabriken deportiert worden, aber nun verließen die Deutschen das Land mit einem fast vollkommen friedlichen Abzug, nachdem der Fall Belgrads am 4. Oktober ihre prekäre Lage weiter südlich deutlich gemacht hatte.

Britische Truppen Athen 1944
Britische Truppen mit griechischen Freiwilligen im Einsatz gegen kommunistische Aufständische in Athen.

Da die Streitkräfte der westlichen Alliierten nahezu vollständig an anderen Fronten benötigt wurden, flogen diese nur einige Luftangriffe auf die Evaluierungsrouten. Eine britische Streitmacht, welche Anfang Oktober auf dem Peloponnes anlandete, machte keine Versuche sich in Kämpfe mit den abziehenden deutschen Truppen einzulassen.

Die Briten befanden sich selbst bald in Kämpfen gegen bewaffnete Griechen und nicht gegen die Deutschen. Der Besatzungszeit folgte nun bald der Bürgerkrieg, aber die ersten zwei von drei Prüfungen lagen nun hinter den Griechen.
Denn die Sowjetunion und Großbritannien hatten bereits beschlossen, dass Griechenland in den britischen Interessenbereich fallen würde, während Rumänien der Sowjetunion überlassen blieb.
Keinem der Großmächten war zu diesem Zeitpunkt daran gelegen, diese Vereinbarungen infrage zu stellen, während der Krieg gegen Nazi-Deutschland immer noch heftig und blutig war.


Quellenangaben und Literatur

Krieg der Panzer (Piekalkiewicz)
Der 2. Weltkrieg (C. Bertelsmann Verlag)
Zweiter Weltkrieg in Bildern (Mathias Färber)
A World at Arms – A Global History of World War II (Gerhard L. Weinberg)
Der Grosse Atlas zum II. Weltkrieg (Peter Young)

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2 Kommentare zu „Wehrmacht Kriegsgliederung November 1944“

    1. Stimmt ! Die 4. Panzer-Armee muss noch nach der 17. Armee (Heeres-Gr. A) eingefügt werden. Wird in Kürze erledigt – danke für den Hinweis.

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