Linienschiff King Edward VII

Englisches Linienschiff King Edward VII Klasse.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder.

Linienschiff King Edward VII
Linienschiff King Edward VII

HMS King Edward VII

King Edward VII Klasse
Typ: Linienschiff.

Die HMS King Edward VII war ein Schlachtschiff der Royal Navy, das 1903 vom Stapel lief und 1905 in Dienst gestellt wurde.

Überblick

Klasse: Sie war das führende Schiff der King-Edward-VII-Klasse, die aus insgesamt acht Schiffen bestand.

Technische Daten:
– Verdrängung: 15.885 Tonnen
– Länge: 138,2 m
– Breite: 23,8 m
– Tiefgang: 8,2 m

Bewaffnung:
– 4 × BL 12-Zoll (305 mm) Mk IX-Geschütze
– 4 × BL 9,2-Zoll (234 mm) Mk X-Geschütze
– 10 × BL 6-Zoll (152 mm) Mk VII-Geschütze
– Verschiedene kleinere Geschütze und Torpedorohre

Antrieb:
– 18.000 PS (13.000 kW) Dampfmaschinen
– Höchstgeschwindigkeit von 18,5 Knoten (34,3 km/h)

Dienst:
Diente in der Atlantikflotte und später in der Kanalflotte und Teilnahme am Ersten Weltkrieg als Teil der ‚Grand Fleet‘.

Schicksal:
Am 6. Januar 1916 lief HMS King Edward VII vor der Nordküste Schottlands auf eine Mine. Trotz aller Rettungsversuche sank das Schiff am nächsten Tag. Alle Besatzungsmitglieder konnten sicher evakuiert werden.

Historischer Kontext:
Die King-Edward-VII-Klasse war die letzte Klasse der sogenannten Vor-Dreadnoughts (Linienschiffe), die für die Royal Navy gebaut wurden. Sie wurden schnell von der revolutionären HMS Dreadnought in den Schatten gestellt, die 1906 in Dienst gestellt wurde.

Die HMS King Edward VII stellte wie andere Schiffe ihrer Klasse den Höhepunkt der Konstruktion von Schlachtschiffen der Vor-Dreadnought-Klasse dar, wurde aber durch die rasanten Fortschritte in der Marinetechnik in dieser Zeit relativ schnell überholt.

Geschichte

HMS King Edward VII
Das Klassenschiff der ‚Wobbly Eight‘, HMS King Edward VII. Per Dekret hatte König Edward VII. bestimmt, das sie immer ein Flaggschiff sein mußte und so führte sie ab 1914 das 3. Schlachtgeschwader der ‚Grand Fleet‘ an.

Der erste britische Entwurf eines Schlachtschiffes, welcher im Zwanzigsten Jahrhundert auf Stapel gelegt wurde, waren die Schiffe der King Edward VII Klasse. Die Schiffe waren auch die letzten einer langen Reihe von Großkampfschiffen, angefangen mit der Royal Sovereign Klasse, welche von Sir William White entworfen wurden. Die Wahrheit war jedoch, dass dieser Grundentwurf zwar bei der Royal Navy gute Dienste geleistet hatte, inzwischen veraltet und lediglich verfeinert war.

Verbesserte Verfahren zur Herstellung von Panzerplatten durch die britische Firma Harvey und anschließend auch die deutsche Firma Krupp ermöglichten es zum Ende des Neunzehnten Jahrhunderts, die Größe der Schlachtschiffe trotz verstärkter Bewaffnung konstant zu halten, da der Panzerschutz weniger Gewicht benötigte.

Die Schiffe der King Edward VII Klasse waren nahezu 7 Meter länger als die vorausgegangenen Duncan-Schiffe, aber jeder Vorteil bei der Seetüchtigkeit, welcher dadurch hätte entstehen können, wurde durch den verringerten Freibord wieder wettgemacht.
Ursache des unglücklichen Umstandes waren die beschränkten britischen Trockendocks, welche den Bau noch größerer Schiffe nicht erlaubten, weshalb der Freibord verringert werden musste.

Besondere Aufmerksamkeit wurde der Manövrierfähigkeit gewidmet, aber das Steuer der Schiffe erwies sich sehr eigenwillig. Die Ruder-Pinolen nutzen sich schnell ab, was zu einem merkwürdigen Kurs in der Schlachtlinie führte. Auf den Schiffen wurde es sehr nass und sie hatten eine starke Neigung zum Rollen. Ursache waren auch hier der niedrige Freibord und das hohe Metazentrum wegen der mittschiffs angeordneten Türme.

Sie erhielten deshalb den Spitznamen ‚Wobbly Eight‘ (‚Schwankende Acht‘), eine Bezeichnung, welche vom König Edward VII. selbst nicht gern gehört wurde, welcher das Klassenschiff getauft und angewiesen hatte, dass es immer ein Flaggschiff sein sollte.

Die letzten drei Schiffe der Klasse wurden erst gebaut, als die Pläne der erheblich verbesserten ‚Lord-Nelson‘-Klasse fertig waren und somit waren sie praktisch schon vor ihrer Fertigstellung veraltet.
Die Schiffe der Klasse, welche zwischen 1903 und 1905 von Stapel gelassen wurden, waren HMS Africa, Britannia, Commonwealth, Dominion, Hibernia, Hindustan, King Edward VII und New Zealand.


 

Die Neuerung bei der Klasse war hauptsächlich die gemischte Sekundärbewaffnung. Zu diesem Zeitpunkt erreichten die Panzerkreuzer ihre letzte Entwurfsphase und das Kaliber der Hauptartillerie änderte sich von 190,5 mm auf den neuen 234-mm-Typ, da die neuen deutschen Krupp-Panzerplatten den älteren Typ wirkungsloser machten.
Diese neue Kanone war eine hervorragende Waffe, durchaus in der Lage den Panzergürtel eines durchschnittlichen Schlachtschiffs auf die zu diesem Zeitpunkt kurzen Gefechtsentfernung zu durchdringen.
Vier einzelne dieser Geschütze wurde von jeder King Edward VII mitgeführt, aber aufgrund einer inkonsequenten Planung wurden sie mit zehn üblichen 152-mm-Geschützen vermischt.
Die Einheiten der Klasse erhielten auch als erste englische Linienschiffe Artillerieleitstände zum Feuer über größere Entfernungen.

So wurden nicht genug der schwereren Geschütze mitgeführt, um ihren Einbau lohnenswert zu machen und die Geschütze kleineren Kalibers wurden in eine Kastenbatterie gequetscht, zwar hinter dem Seitenpanzer, aber voneinander nur durch einen dünnen Splitterschutz getrennt.

Obwohl Panzerschutz und gesamte Bewaffnung zur Zeit der Fertigstellung dieser Schiffe anfänglich dem der HMS Dreadnought überlegen war, führte die Verbesserung der Feuerleitung und die Konzentration der Feuerkraft auf weite Entfernungen bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges dazu, dass diese dann als ‚Vor-Dreadnoughts‘ bezeichneten Schlachtschiffe völlig veraltet waren und nur noch sekundäre Aufgaben übernehmen konnten.

HMS 'King Edward VII' sinkt
HMS ‚King Edward VII‘ sinkt 12 Stunden nachdem sie am 6. Januar 1916 auf eine Mine des Handelszerstörer ‚Möwe‘ gelaufen war.

Der Schutz der Schiffe wurde durch die überarbeitete Anlage der Sekundärbatterie und Tertiär-Batterie praktisch mit der Einführung von panzerbrechenden Projektilen mit weicher Spitze abgewertet, welche verhinderte, dass sie beim Auftreffen auf die harte Oberfläche einer zementierten Panzerung zerbrechen.

Die New Zealand wurde später in Zealandia umbenannt, um den ursprünglichen Namen für einen neuen Schlachtkreuzer verfügbar zu bekommen und King Edward VII lief am 6. Januar 1916 vor Kap Wrath auf eine Mine und ist gesunken.

Benutzer: Britische Royal Navy.


Spezifikationen King Edward VII Klasse

Spezifikationen:

Linienschiff King Edward VII
Spezifikationen
Wasserverdrängung
16.610 t (Konstruktion), 17.780 t (Einsatz)
Abmessungen Länge zwischen den Loten
129,80 m
Abmessungen Länge Kielwasserlinie
?
Abmessungen Länge über alles
138,50 m
Abmessungen Breite
23,80 m
Tiefgang
7,50 m
Antrieb Kessel
15-16 Babcock&Wilcox oder Niclausee Zylinderkessel
Antrieb Maschinen
stehende Dreifach-Expansionsmaschinen mit 2 Wellen
Antrieb Gesamtleistung
18.000 PS (Konstruktion), 18.112-18.624 PS Probefahrt
Brennstoffvorrat
965 t (normal), 2.180 t (maximum) Kohle plus 390 t Heizöl
Geschwindigkeit
18,5 n (Konstruktion); Probefahrt 18,12-19,35 kn
Fahrbereich
5.880 sm bei 10 kn
Hauptbewaffnung
2 x Zwillings-30,5-cm-Geschütze
Sekundärbewaffnung
4 x 23,4-cm L/45 und 10 x 15,2-cm L/50
Mehrzweckbewaffnung
14 x 7,6 cm und 14 x 4,7 cm Geschütze
Torpedorohre
4 x 45,7-cm
Panzerung Seite (Gürtel)
102-229 mm
Panzerung Seite (Schiffsenden)
38-63 mm
Panzerung Hauptdeck
38-51 mm
Panzerung Mitteldeck
25-51 mm
Panzerung Unterdeck
63 mm
Panzerung Hauptartillerie
203-305 mm
Panzerung Barbetten
152-305 mm
Panzerung Mittelartillerie
102 mm
Panzerung Batteriedeck
178 mm
Besatzung
777-780
Kiellegung
1902-1904
Stapellauf
1903-1905
Fertigstellung
1905-1906
Verbleib
King Edward VII versenkt am 6.1.1916, Britannia versenkt am 9.11.1918, alle anderen Schiffe 1921 außer Dienst gestellt


Quellenangaben und Literatur

Conway’s all the World Fighting Ships 1860-1905
Jane’s Fighting Ships of Word War I
The Illustrated Directory of Warships from 1860 to the present day (David Miller)
The Illustrated Encyclopedia of Weapons of World War I (Chris Bishop)
An Illustrated History of the Weapons of World War One (Ian Westwell)

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