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Schlachtkreuzer Lion


Die britischen Schlachtkreuzer der Lion-Klasse und Princess Royal in der Schlacht auf der Doggerbank.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und Modell.

Schlachtkreuzer der 'Lion'-Klasse auf See vor der Schlacht von Jütland
Schlachtkreuzer der ‘Lion’-Klasse auf See vor der Schlacht am Skagerrak. ‘Princess Royal’ und ‘Lion’ wurden sowohl während der Schlacht beschädigt, aber entkamen dem Schicksal des anderen Schiffes. ‘Queen Mary’ wurde vorne durchschlagen und eine Explosion im Q-Magazin zerstörte das ganze Schiff.


Als Verkörperung aller Stärken und Schwächen von Fishers Schlachtkreuzer-Konzept war die Lion mit jeder Sehne ein Vollblut. Schnell und kräftig, aber anfällig für den Beschuss durch schwere Schiffe. Der Anblick der Lion an der Spitze von Beattys Schlachtflotte war ein imposanter Anblick, der aber die grundlegende Schwäche von Schiffen mit hoher Geschwindigkeit und geringer Panzerung verdeckte.

Die herrliche HMS Lon war das Kriegspferd von Admiral David Beatty, dem ungestümen und mutigen Genie, welches das Schlachtkreuzer-Geschwader der britischen Grand Fleet anführte. Wie alle Schiffe ihres Typs führte sie eine Bewaffnung mit sich, die jedes Schlachtschiff zerstören konnte, jedoch war sie auch gefährlich anfällig gegen jedes Gegenfeuer. Die Mängel solcher Schlachtkreuzer wurden erkannt und akzeptiert, wie auch die Art, dass sie bei vorsichtiger Verwendung nicht wirksam sein konnten – und Vorsicht war ein Wort, das Beatty noch nie gehört hatte.

Im Januar 1915 warnte der abgehörte deutsche Funkverkehr vor einem neuen deutschen Ausfall: Hipper, mit einem dünnen Sicherungsstreifen, aber durch die ganze Macht der deutschen Hochseeflotte im Hintergrund gesichert, führte einen Ausfall in den Bereich der Doggerbank durch, mit dem vagen Auftrag, alle britischen leichten Seestreitkräfte welche sich in diesem Gebiet aufhalten, zu bekämpfen.

Beatty lief mit fünf Schlachtkreuzern und Goodenoughs 1. leichtem Kreuzergeschwader aus, um sich in der grauen Morgendämmerung mit Tyrwhitts Harwich Force südöstlich der Doggerbank zu vereinigen. Praktisch im selben Augenblick liefen sie in Hippers dünnen Aufklärungsschleier und als der Tag anbrach, führte Lion die gesamte britischen Linie, praktisch hintereinander aufgereiht in einer Linie, gegen den Feind an, welcher sich bereits auf der Flucht befand. Die Geschwindigkeit des deutschen Geschwaders wurde aber durch den Zwitter aus Schlachtkreuzer und Panzerkreuzer Blücher stark verlangsamt.

Bei vollem Tageslicht unter klaren Bedingungen hatte die Lion bis auf 18.300 m auf die Blücher aufgeschlossen, welche am Ende von Hippers Linie lief. Sie eröffnete das Feuer mit ihren vorderen 343-mm-Geschützen. Als die Entfernung auf 16.000 m absank, signalisiert Beatty, dass jedes seiner Schiffe ein gegnerisches Bekämpfen sollte. Da Hipper aber über nur 4 Schiffe im Gegensatz zu Beattys 5 Schlachtkreuzern verfügte, war der Befehl zweideutig und führte dazu, dass SMS Derfflinger direkt vor der Blücher überhaupt nicht beschäftigt wurde. Daraus zog sie vollen Nutzen und trug zweifellos zu den nachfolgenden schweren Schäden auf der Lion entscheidend bei. Ihre Kraftstofftanks erhielten durch die Treffer Löcher und verunreinigten den Treibstoff und die Stromgeneratoren vielen aus. Dadurch wurde Lion langsamer und signalisierte den anderen britischen Schiffen aufzuschließen.
Dem folgte ein Befehl, um 8 Grad zu drehen, um einem nicht-existierenden U-Boot auszuweichen. Admiral Beatty, der nun langsam den Überblick verlor, als sich die Schlacht weiter weg von ihm abspielte, signalisierte ‘Kurs Nord-Osten’, schnell gefolgt von ‘den Feind im Rücken anzugreifen’. Die beiden Signale wurden als ein einziges gelesen und so interpretiert, dass das Geschwader die glücklose ‘Blücher’, welche zerschossen und in Flammen stehend nun weit hinter dem deutschen Geschwader kämpfte, angreifen sollte.
Ohne Strom für die Funkanlage und Signal-Lichter und außerhalb einer Entfernung, wo noch Signalflaggen gelesen werden konnten, verlor Beatty die Kontrolle über die Schlacht. Vergeblich änderte er seine Signalflaggen, aber Hippers verbliebene 3 Schlachtkreuzer entkamen außer Reichweite und Blücher kämpfte bis zum Untergang.

Obwohl der Feind ein nützliches Schiff verloren und SMS Seydlitz knapp an einer Explosion vorbeikam, war ein vernichtender Sieg durch schlechtes Artilleriefeuer, mangelnde Initiative und ausgefallene Kommunikation verspielt worden.

Als Folgerung schrieb Fisher: ‘Welche Ausrede haben wir anzubieten ?’
Die Lion, von schätzungsweise 16 schweren Granaten getroffen, schmachtete im Reparaturdock für vier Monate.

Nach ihrer Rückkehr in den Dienst wurde sie wieder das Flaggschiff von Beatty über die reorganisierte Schlachtkreuzerflotte von drei homogenen Staffeln. Ein ruhiges Jahr gefolgt, nur unterbrochen von ein paar Wasserflugzeug-Angriffen auf die feindliche Küste und einem weiteren Fehlschlag, einen feindlichen Ausfall mit einem Angriff auf Lowestoft und Yarmouth im April 1916 abzufangen.

Nur fünf Wochen später kam Skagerrak:

Lion führt die Schlachtkreuzer ins Gefecht
HMS Lion führt die britischen Schlachtkreuzer am Skagerrak in die Schlacht.

Die Schlacht wird an anderen Stelle beschrieben, aber während des anfänglichen Anmarsches in Richtung Süden, trifft eine Granate von SMS Lützow und zerstört den größten Teil der Abdeckung vom ‘Q’-Turm. Die folgende Explosion und das Feuer, welche das gesamte Schiff hätte zerstören können, wurde nur durch das mutige Handeln eines tödlich verwundeten Offiziers der Royal Marine verhindert. Dieser konnte noch umgehend das gesamte Magazin fluten und wurde posthum mit dem Victoria Cross ausgezeichnet. Innerhalb von 30 Minuten musste Beatty mit ansehen, wie noch zwei weitere seiner Schiffe aus denselben Ursachen explodierten, woraufhin die berühmte Bemerkung seine Flaggkapitän erfolgte, dass ‘irgendetwas mit unseren verdammten Schiffen heute nicht stimmen würde’.

Lion mit ihren verbliebenen Schlachtkreuzern sichteten Admiral Scheers Hochseeflotte, schlossen auf, meldeten ihren Standort und zogen sie nach Norden zu Jellicoes Grand Fleet und liefen um die deutsche Spitze herum, um Zeit zu gewinnen. Nach dem unentschiedenen Gefecht der Schlachtflotten und im schwindenden Licht der späten Dämmerung befand sich Beatty immer noch im Kontakt zu Hippers Schlachtkreuzern, aber unfähig, Jellicoe noch zu einem weiteren Gefechtskontakt bis dem Einbruch der Dunkelheit herauszumanövrieren.

Der negative Höhepunkt und das Ende der Schlacht am Skagerrak waren äußerst schmerzhaft für Beatty nach all seinen Bemühungen und Verlusten. Lion hatte wiederum 12 schwere Treffer einstecken müssen, Tiger 10 und HMS Princess Royal sechs und auf der Rückfahrt nach Rosyth musste das Flaggschiff 99 Tote der Tiefe der See übergeben. Das Schiff wurde bereits nach zwei Tagen wieder Gefechts-fähig gemeldet und wurde vollständig in 7 Wochen repariert.

Beattys Beziehung mit dem Schiff endete Anfang 1917, als er zum Oberkommandierenden der Grand Fleet ernannt wurde. Die Lion führte nun die Flagge von Vizeadmiral Pakenham und – obwohl sie auf See auslief – war sie nicht einmal mehr im Gefecht zu sehen.

Als ein Opfer des Washingtoner Vertrags wurde sie in Jarrow im Jahr 1924 verschrottet.


Mehr Bilder vom Schlachtkreuzer Lion


Spezifikationen Schlachtkreuzer Lion und Princess Royal

Schlachtkreuzer Lion und Princess Royal:

Schlachtkreuzer Lion-KlasseSpezifikationen
Wasserverdrängung 25.935 t Standardverdrängung, 92.232 t Einsatzverdrängung
Abmessungen Länge 205,74 m (über alles 213,36 m)
Abmessungen Breite 24,54 m
Tiefgang 8,43 m (max. 9,65 m)
Antrieb Parson-Turbinen mit 4 Wellen, 42 Yarrow-Kessel, 70.000 PS
Geschwindigkeit28 kn
Hauptbewaffnung8 x 343-mm-Geschütze
Sekundär-Bewaffnung 14 x 102-mm-Geschütze
Flugabwehr 2 x 76-mm-Flak
Torpedorohre 2 x 553-mm (unter Wasser an der Breitseite)
unterer Panzergürtel 127-223 mm
oberer Panzergürtel 102-152 mm
Panzerschotten102 mm
Panzerung Barbetten203-223 mm
Panzerung Geschütztürme223 mm
Panzerung Kommandoturm254 mm
Panzerung Oberdeck25 mm
Panzerung Unterdeck mitschiffs25-38 mm
Panzerung Unterdeck Enden64 mm
Besatzung 1.085 (Lion); 1.061 Mann (Princess Royal)
Stapellauf August 1910 (Lion); April 1911 (Princess Royal)

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Während des einsetzenden Tauwetter gingen große Zahlen der 105mm-Haubitzen verloren, da ihr Gewicht zu groß für die verfügbaren Zugfahrzeuge war, um diese aus und durch den tiefen Schlamm zu ziehen. Dort zeigten die übergewichtigen Haubitzen ihre Nachteile mit aller Macht und eine eilige Suche nach einer alternativen Lafette begann. Das Ergebnis war eine unbefriedigende Improvisation aus der Lafette der Panzerabwehrkanone 7,5cm-Pak 40, auf welche ganz einfach eine neue Halterung für die leFH 18(M) montiert wurde, sowie aus dem großen Schutzschild. Das Resultat war nur geringfügig leichter als das Original, aber mit der improvisierten Anordnung gab es ständig Probleme, welche niemals vollständig behoben werden konnten. Also wurde vorgesehen, das gesamt Heer mit einer neuen, als 105mm leFH 18/40, bezeichneten Feldhaubitze auszurüsten. Dies gelang jedoch nicht mehr und selbst 1945 war noch die alte FH 16 aus dem Ersten Weltkrieg bei den Frontverbänden zu finden. 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Das Kaliber 75 mm war und ist immer noch das Kaliber für die Munition der Standard-Feldgeschütze weltweit und somit passte sich die Reichswehr damit der üblichen Praxis an. Auch hatte der Versailler Vertrag der Reichswehr einen Bestand der alten FK 16 belassen und um diese Kanonen zu modernisieren, wurden sie mit 75-mm-Rohren neu ausgerüstet. Diese Kanonen wurden als 7,5-cm FK 16nA bezeichnet, wobei der Anhang ‘nA’ für ‘neuer Art’ steht. Diese modernisierten Kanonen wurden 1934 ursprünglich den berittenen Artillerie-Batterien der Kavallerie-Einheiten zugeteilt. Zwar setzte die Wehrmacht bis Kriegsende Kavallerie-Einheiten ein, aber die FK 16nA wurde dort zwischenzeitlich aussortiert, da sie zu sehr Relikt einer vergangenen Zeit und zu schwer und zu wenig mobil war, um dort verwendet zu werden. Stattdessen wurden viele zum Training oder bei Reserve-Verbände verwendet. 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Von diesen wurden aber nur wenige von den US-Streitkräften verwendet, aber von Belgien und Russland wurden sie eingesetzt. Einige der russischen Exemplare wurden sogar 1941 noch von der Roten Armee verwendet. Sobald sich das Colt-Browning Modell 1895 Maschinengewehr in der Produktion befand, begann Browning mit der Arbeit an einer neuen, nach dem Rückstoß-Prinzip arbeitenden, Waffe. Zum Nachteil Brownings hatten die amerikanischen Militärbehörden zu dieser Zeit kein Interesse in weiteren Maschinengewehren, da sie annahmen, dass sie schon genug davon hätten und die verfügbaren Gelder knapp waren. Browning reichte das Patent für das neue Maschinengewehr schon 1901 ein, hatte aber erst 1910 genügend finanzielle Mittel, um einen Prototyp zu bauen. Er konnte zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht das Interesse des US-Militärs erwecken. So passierte bis 1917 praktisch nichts, als die US-Army im Februar 1917 endlich aufwachte, dass womöglich ein Krieg auf sie zukam und es praktisch so gut wie keine Maschinengewehre gab. Schließlich konnte Browning nun endlich seine neuen Waffen – darunter auch das BAR – vorführen. Hier zum leichten Browning-Maschinengewehr BAR Das US-Kriegsministerium konnte sich aber zu keiner Entscheidung durchringen und im April 1917 befanden sich die USA plötzlich mit nur wenigen modernen Waffen und noch weniger einsetzbaren Maschinengewehren im Krieg. Im folgenden Monat führte Browning das M1917 noch einmal vor und verfeuerte spektakulär 20.000 Schuss ohne Unterbrechung. So wurde das ‘neu entdeckte’ Browning-Maschinengewehr innerhalb kürzester Zeit als Machine-Gun Caliber .30 M1917 in die Massenproduktion genommen und ein Vertrag über 45.000 Stück vereinbart. Äußerlich ähnelte das M1917 anderen Maschinengewehren dieser Zeit, insbesondere dem Vickers-Maschinengewehr. Jedoch war das M1917 völlig unterschiedlich, da es einen Mechanismus verwendete, der als ‘kurzes Rückstoßsystem’ bezeichnet wird. Dort drückt die Rückstoßkraft, welche beim Zünden der Patrone erzeugt wird, den Lauf und den Verschlussblock zurück zum Ende der Waffe. Nachdem beide, Lauf und Verschlussblock, über eine kurze Entfernung zurückgedrängt worden waren, wird deren Bewegung angehalten und ein Schwenkhebel als Beschleuniger drückt den Bolzen nach hinten. Während dieser Bewegung führen eine Reihe von Nocken auch zu einer Weiterbewegung des Gurtmechanismus, welcher eine weitere Patrone in die Kammer bringt. Eine Rückholfeder drückt nun den Bolzen wieder nach vorne auf den Lauf und feuert die Patrone ab und der ganze Prozeß beginnt wieder von vorne. Dieser grundsätzliche Mechanismus wurde für alle weiteren Entwürfe von Browning-Maschinengewehren beibehalten, von den luftgekühlten 7,62-mm bis zu den großen 12,7-mm-M2-Waffen. Abgesehen von der internen Mechanik war ein weiterer Punkt, welcher das M1917 von dem britischen Vickers-MG unterschied, der Feuergriff, denn das Browning-Maschinengewehr hatte einen Pistolengriff und einen konventionellen Auslöser. Eine nähere Betrachtung der beiden Typen von Maschinengewehren führt noch zu vielen weiteren Unterschieden, aber der Pistolengriff im Browning ist das am offensichtlichsten erkennbare Unterscheidungsmerkmal. Das M1917 wurde in mehreren Fabriken sofort in die Produktion genommen und es wurde in solchen Mengen hergestellt, dass bis zum Ende des Ersten Weltkrieges nicht weniger als 68.000 fertig wurden. Nicht alle von diesen erreichten die Truppen in Frankreich vor dem Waffenstillstand, aber nach 1918 wurde das M1917 zum amerikanischen Standard-Maschinengewehr und blieb bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg im Dienst. Nach 1918 wurden durch die Kampferfahrungen in Frankreich geringfügige Veränderungen vorgenommen, die jedoch nicht bedeutsam waren. Dazu gehörten eine neue Bodenplatte, verschiedene Teile wurden aus Stahl anstatt aus Bronze hergestellt und es gab ein verbessertes Wasserkühlsystem. Das Ganze wurde nun als M1917A1 bezeichnet. Drastischere Veränderung erfolgten erst kurze Zeit danach, als der Wasser-Kühlmantel vollständig entfernt wurde und das M1919 entstand. Während der Kämpfe 1918 erwies sich der Einsatz des M1917 auf dem Gefechtsfeld als relativ problemlos und trotz der Eile, mit dem es in die Produktion genommen und an die Truppe ausgeliefert wurde, schienen nur wenige Probleme bekannt geworden zu sein. Relativ wenige M1917 erreichten die amerikanischen Fronttruppen in Frankreich vor dem Waffenstillstand, wenn sich auch viele auf dem Weg dorthin befanden. Diejenigen, welche ankamen, wurden intensiv verwendet, da das M1917 eine der wenigen, reinen amerikanischen Waffen der US-Truppen war. Die US-Soldaten hatten sonst nur noch ihre Springfield-Gewehre, einige wenige BAR und andere Ausrüstungsgegenstände, welche sie aus der Heimat erhalten hatte. Es war in dieser Situation gut für ihre Moral, dass sich das M1917 als exzellenter Waffenentwurf herausstellte. Polnisches schweres Maschinengewehr Modell 1930 Die polnischen Streitkräfte entschieden sich für das erprobte Browning M1917A1 als ihr schweres Maschinengewehr. Sie kauften davon zwei Stück und bauten diese praktisch unverändert und ohne Lizenz in der Waffenfabrik Warschau als ihr Modell 1930 nach. Die Waffe war wassergekühlt, auf ein Dreibein montiert und die Munition wurde durch einen Patronengurt eingeführt. Insgesamt wurden davon 7.861 Maschinengewehre hergestellt, von denen der Großteil von den polnischen Armeen im Jahr 1939 bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs eingesetzt wurde. Einige waren zuvor aber auch an Rumänien und Spanien verkauft worden. 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    Kriegsbeginn 1914: Marne-Schlacht und Tannenberg. Die letzte Vorkriegskrise wurde durch die tödlichen Schüsse auf Erzherzog Franz Ferdinand, Erbe des österreich-ungarischen Throns, in Sarajewo (Bosnien) am 28. Juni 1914 ausgelöst. Der Attentäter, Gavrilo Princip, war ein Bosnier und nicht ein Serbe, obwohl er die Universität in Belgrad besucht hatte. Sein Komplize Cabrinovic war unleugbar ein Serbe. Beide wurden festgenommen und zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Folgen ihrer Verbrechen würde das Leben von mindestens 9.700.000 Soldaten und etwa 10 Millionen Zivilisten kosten, einschließlich der Todesfälle aufgrund von Völkermord, Hunger und Grippe. Österreich-Ungarn erklärte daraufhin am 28. Juli 1914 Serbien den Krieg für eine begrenzte Strafaktion. Als dann Russland ebenfalls mobilisierte, um seine Solidarität mit den slawischen Völkern zu demonstrieren, erklärte das Deutsche Reich den Krieg gegenüber Russland und Frankreich. Die deutschen Armeen marschierten in das neutrale Belgien ein, um Frankreichs Grenzbefestigungen zu umgehen. Diese Missachtung der vertraglichen Verpflichtungen (Vertrag von London von 1839) und des Völkerrechts ruft Großbritannien auf den Plan, welches am 4. August 1914 Deutschland den Krieg erklärt. Die Briten treffen Vorbereitungen, ihre kleines (2 Korps) aber hoch-professionelles Expeditionskorps nach Frankreich zu schicken. Kriegstagebücher zu den einzelnen Monaten des Jahres 1914: Frankreich war entschlossen, den lang gehegten Revanche-Krieg gegen das Deutsche Reich zu führen und seine Armeen operierten mit der Doktrin ‘l ‘Offensive ein l’ outrance’ (Totale Offensive). Der ‘Plan XVII’ des französischen Oberbefehlshaber Joffre sah eine Invasion von Elsaß-Lothringen vor, gefolgt von einem Vormarsch zum Rhein. Dabei wurde völlig vernachlässigt, Vorbereitungen für andere Fälle zu treffen, als für einen raschen französischen Sieg. Das Ergebnis war, dass, als der deutsche Generalstabschef Moltke, den sogenannten ‘Schlieffen-Plan’ seines Vorgängers von 1891 bis 1905 umzusetzte, welcher einen schnellen Vormarsch durch Belgien und Nordfrankreich vorsah, um die französischen Armeen einzukreisen, dies beinahe gelang. Nur die Fehler des kranken, nervlich überforderten Moltkes bei gleichzeitiger Nervenstärke, Anpassungsfähigkeit und Organisationstalent von Joffre und des Pariser Kommandanten Gallieni rettete Frankreich mit dem alliierten Sieg in der Marne-Schlacht im September 1914. Das Wunder an der Marne In der letzten August-Woche befanden sich die alliierten Armeen im Westen überall auf dem Rückzug. Zu diesem Zeitpunkt war klar, daß der ambionierte französische Plan XVII, der Angriff nach Elsaß-Lothringen hinein, gescheitert war. Nun zeigte der passive französische Oberbfehlshaber Joffre seine besten Qualitäten und ließ jegliche Gedanken an eine Offensive über Bord werfen. Er begann mit der Aufstellung der neuen französischen Sechsten Armee unter General Maunoury an der linken alliierten Flanke. Dazu verwendete er seine eigene Reserve und Truppen vom rechten französischen Flügel. Joffres Ruhe unter größtem Druck stand in vollstämdigem Kontrast zu der zunehmenden Nervosität seines Gegenspielers, Moltke. Bereits am 22. August standen deutsche Truppen der Ersten Armee unter Kluck nur noch etwa 100 km nördlich von Paris. Nachdem diese das Britische Expeditionskorps nach der Schlacht von Mons hatten entkommen lassen, wurde Kluck wieder aus dem Oberbefehl von v. Bülow von der Zweiten Armee entlassen und wandte sich am 27. August wieder nach Südwesten in Richtung Paris. Jedoch wurde der Schlieffen-Plan bereits am 25. August weiter verwässert, als Moltke zwei Korps vom entscheidenden deutschen rechten Flügel nach Ostpreußen verlegen ließ, um dort den Russen zu begegnen. Dazu kamen noch Verbände, welche durch die Belagerung von verschiedenen Festungen hinter der Front gebunden waren. Und dies, obwohl die deutschen Armeen am rechten Flügel bisher schon mehr als fünfundzwanzig Prozent Verluste erlitten hatten und ihre hauptsächlichen Operationsziele noch nicht erreicht hatten. Ende August hatten die deutschen und alliierten Truppen bereits täglich über 30 km in großer Hitze zurückgelegt, waren durstig, müde, hungrig und hatten wundgelaufen Füße. Bis zum 28. August war das Britische Expeditionskorps BEF für Kluck nicht mehr von großer Bedeutung und er begann nach Osten einzudrehen, um die einzige ihm bekannte französische Armee in der Nähe von Paris, die Fünfte unter Lanrezac, von der Hauptstadt abzudrängen. In diesem Moment befahl der französische Oberbefehlshaber Joffre dem wenig begeisterten Lanrezac sich nach Westen zu wenden und zwischen Guise und St. Quentin einen Gegenangriff durchzuführen. Lanrezac führte die Operation jedoch mit großem Geschick durch und brachte das prestigeträchtige preußische Garde-Koprs bei Guise durch das französische I. Korps, kommandiert von den energischen Franchet d’Esperey, zum stehen. Dieser Schlag brachte den besorgten Bülow dazu, um Unterstützung von Kluck zu rufen, was diesen den Vorwand dafür lieferte, seine Marschrichtung nach Osten zu ändern. Ohne Moltkes zuvor gegebene Prioritäten zu beachten, befahl Kluck am 30. August seiner Ersten Armee, einzudrehen. Anstatt westlich der französischen Hauptstadt vorbeizumarschieren, würde die Erste Armee nun nordöstlich vorbeiziehen und dabei unbewusst ihre ungedeckte Flanke der nördlich von Paris neu aufgestellten französischen Sechsten Armee unter Maunoury aussetzen. Durch beide Ereignisse und dem Gefühl, die endgültige Kontrolle über seine Untergebenen zu verlieren, gab Moltke schließlich die Einwilligung zu Klucks schon eingeleitetes Manöver. Die großen Möglichkeiten, welche durch Klucks Schlenker nach Osten entstanden waren, wurden von den Alliierten jedoch nicht sofort erkannt. Der erste Effekt war jedoch, daß das Britische Expeditionskorps BEF wieder in Kontakt mit Klucks Truppen geriet. Es folgten einige elanvolle Rückzugsgefechte, wie bei Nery am 1. September 1914, wo die L-Batterie der britisch-königlichen bespannten Artillerie drei Victoria Cross erhielt, als sie dabei half, die deutsche 4. Kavallerie-Division für mehrere Stunden aufzuhalten. Nachdem das BEF sich nun schon über 320 km zurückgezogen hatte, überquerte es am 3. September die Marne, als plötzlich die Luftaufklärung die ungeschützte linke Flanke von Kluck offenbar machte. Am 4. September, als die Truppen Klucks vor denen von Bülow voranzogen und die Marne überquerten, überredete der Militärgoverneur von Paris, General Gallieni, Joffre dazu, den Rückzug anzuhalten und den alliierten linken Flügel einen Generalangriff starten zu lassen. Etwa zur selben Zeit wurde Moltke der taktische Fehler der Offensive des deutschen rechten Flügels bewußt und er ließ Kluck und Bülow anhalten, um Front nach Westen, gegenüber der Ostseite von Paris, zu machen. Am 6. und 7. September ging Kluck brilliant mit den anfänglichen Angriffen der französischen Sechsten Armee gegen seine Flanke und den hinteren Verbindungslinien um, schwenkte seine Erste Armee in Richtung Westen und schickte drei Korps im Eilmasch gegen Maunoury an der Ourcq. Trotz der durch die berühmten Pariser Taxis herangebrachten mehr …

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