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Waffen-SS-Divisionen 26-32


Befehlshaber, Aufstellung, Einsätze, Ende, Infanterie-Stärke und Panzerausstattung der Waffen-SS-Divisionen 26-32 (ungarische Nr. 2 bis 30. Januar).

SS-Bild vom Warschauer Aufstand
Maschinengewehrschütze der SS mit Unterstützung durch ein Sturmgeschütz während des Warschauer Aufstandes 1944.


Einige der auf dieser Seite aufgelisteten Waffen-SS-Divisionen bestanden letztlich nur auf dem Papier, da die Befehle zu ihrer Aufstellung selten mit der noch zur Verfügung stehenden Zeit und den noch vorhandenem Personalbestand in Einklang standen. Viele Divisionen bestanden aus Ausländern, Russen, Ukrainern oder sogenannten ‘Volksdeutschen’ und sind teilweise für erhebliche Kriegsverbrechen verantwortlich.

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Waffen-SS-Divisionen 26-32

26. Waffen-Grenadier-Division der SS Ungarn (ungarische Nr.2)

Befehlshaber:
SS-Sturmbannführer Tiermann, SS-Oberführer Maack.

Aufstellung (als Division):
Aufstellung im März 1945 befohlen.

Ende:
Niemals wirklich fertiggestellt, existierte nur auf dem Papier.

Infanterie-Stärke:
3 schwache motorisierte Infanterie-Regimenter. Waffen-Grenadier-Regimenter 64, 65 und 66.

Panzer-Ausstattung:
SS-Panzer-Brigade 49 niemals vollständig aufgestellt, existierte nur auf dem Papier.

Einsätze:
Zweite ungarische SS-Division, deren Aufstellung mit der Nummer 26 im März 1945 befohlen wurde und mit den möglichen Namen ‘Hungaria’ oder ‘Gömbös’. Keine Bestätigungen über den tatsächlichen Fortschritt bei der Aufstellung vorhanden und alle Informationen über die Einheit stammen aus den Dokumenten vom Feldpost-Büro.
Die SS-Panzer-Brigade 49 wurde im Sommer 1944 von Dänemark nach Frankreich verlegt um den Stamm für die 26. SS-Panzer-Division zu bilden. Diese Panzer-Division wurde niemals aufgestellt und existierte als Kampfeinheit nur auf dem Papier.


27. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division Langemarck (flämische Nr.1)

SS-Brigade Langemarck
Rekrutierungsplakat für SS-Brigade Langemarck.

Befehlshaber:
SS-Obersturmbannführer Schellong.

Aufstellung (als Division):
Legion im Mai 1943 als Brigade reorganisiert und ab September 1944 als Division bezeichnet.

Ende:
Überlebende gingen am 5. Mai 1945 in britische Kriegsgefangenschaft in Schleswig-Holstein.

Infanterie-Stärke:
1943 mit 2, 1944 mit 3, 1945 mit 1 motorisierten Infanterie-Regiment. Bestehend im November 1944 aus den SS-Freiwilligen-Grenadier-Regimentern 66, 67 und 68.

Panzer-Ausstattung:
1943/44 mit 14 StuG III und StuG IV, 10 Marder PAK-Selbstfahrlafetten. Insgesamt 24 Panzer.
1945 insgesamt 10 Panzerjäger Hetzer.

Einsätze:
Im Mai 1943 wurde die Freiwilligen-Legion ‘Flandern’ bei Milowitz als 6. SS-Freiwilligen-Sturmbrigade ‘Langemarck’ reorganisiert und bestand vor allem aus flämischen Freiwilligen, aber womöglich auch einigen Finnen.
Im Einsatz in der Ukraine ab Dezember 1943 und schwere Verluste bei Schitomir Anfang 1944. Im April 1944 zur Erholung und Auffrischung in die Tschechoslowakei verlegt. Im Juli 1944 an die Narwa-Front, dort schwere Verluste. Die Überlebenden werden im September 1944 nach Swinemünde, Hammerstein, verschifft.
Zur Division umbenannt und mit flämischen Luftwaffen-Helfern, Personal der Kriegsmarine, NSKK und der Organisation Todt aufgefrischt.
Kämpfte im Januar 1945 bei Zachan, im Februar und März 1945 bei Stargard und Altdamm. Teile im Einsatz an der Oder-Front im April 1945 und dort fast vollständig vernichtet im April und Mai 1945. Rückzug nach Mecklenburg im Mai 1945.

Individuelle Abzeichen:
Die Freiwilligen-Legion ‘Flandern’ trägt Runen als Kragenabzeichen von 1941 bis 1943. Die Brigade und Division führt Trifos, manchmal auch überlappend.
Auf dem Manschetten-Band wird der Titel ‘Frw. Legion Flandern’, ‘Flandern’ oder ‘Langemarck’ geführt.


28. SS-Freiwilligen-Panzer-Grenadier-Division Wallonien

Degrelle von der SS Brigade Wallonien
Degrelle von der SS Brigade Wallonien besucht belgische Rüstungsarbeiter in Berlin.

Befehlshaber:
SS-Sturmbannführer Leon Degrelle.

Aufstellung (als Division):
Wallonische Legion im Juni 1943 vom Heer an die Waffen-SS abgegeben, wurde seit Oktober 1944 als Division bezeichnet.

Ende:
Die meisten Angehörigen der Division wurden mithilfe von Pässen, welche Degrelle organisiert hatte, Ende April 1945 von der Ostfront nach Dänemark evakuiert. Später kamen sie in britische Kriegsgefangenschaft.

Infanterie-Stärke:
1 motorisiertes Infanterie-Regiment (3 ab Oktober 1944, jedoch dann auch französische, belgische und spanische Freiwillige dabei). Im Oktober 1944 bestehend aus den SS-Freiwilligen-Grenadier-Regimentern 69, 70, 71.


Panzer-Ausstattung:
1943 mit 10 StuG III und StuG IV, 12 Marder PAK-Selbstfahrlafetten. Insgesamt 22 Panzer.
Sommer 1944: 14 StuG IV, 4 StuH 10,5cm. Insgesamt 18 Panzer.
1945 insgesamt 10 Jagdpanzer IV.

Einsätze:
Die ‘Wallonische Legion’ wurde im Juni 1943 vom Heer an die Waffen-SS abgegeben und zur 5. SS-Freiwilligen-Sturmbrigade ‘Wallonien’ ausgebaut. Sie wurde im November 1943 im Dnjepr-Bogen zusammen mit der Wiking-Division eingesetzt. Im Januar 1944 im Tscherkassy-Kessel eingeschlossen und nur 632 von 2.000 Mann überstehen den anschließenden Ausbruch.
Erholung und Auffrischung in Wildflecken. Im Frühjahr 1944 an die Narwa-Front verlegt und schwere Verluste bei Reval.
Im Sommer 1944 nach Breslau verlegt und im Oktober 1944 als Division bezeichnet, nachdem verschiedene französische, belgische und spanische Einheiten (darunter womöglich die Gruppe ‘Ezquerra’) eingegliedert wurden.
Im Dezember 1944 als Reserve an den Rhein verlegt, um bei einem Erfolg der Ardennen-Offensive später in Belgien eingesetzt zu werden.
Anfang 1945 nach Pommern verlegt, Kämpfe bei Stargard, Stettin und Altdamm von Februar bis April 1945, wobei die Stärke auf ca. 700 Mann zusammenschmolz. Ein Teil dieser Männer ziehen sich nach Schleswig-Holstein zurück, andere werden von der Roten Armee bei Schwerin gefangengenommen.
Ihr Kommandeur Degrelle floh über Norwegen nach Spanien, wo er für viele Jahre ein öffentliches Leben führte.
Höchste Kampfleistungen.

Individuelle Abzeichen:
Runen als Kragenabzeichen von 1941 bis 1945, Burgunder-Kreuz eingeführt.
Auf dem Ärmel-Band soll der Titel ‘Wallonien’ geführt worden sein. Die vom Heer an die Waffen-SS abgegebenen Angehörigen der ‘Wallonischen Legion’ trugen das Edelweiss-Abzeichen der deutschen Gebirgsjäger am rechten Ärmel und an der Heeres-Feldmütze.


29. Waffen-Grenadier-Division der SS (russische Nr.1)

SS-Bild vom Warschauer Aufstand
Maschinengewehrschütze der SS mit Unterstützung durch ein Sturmgeschütz während des Warschauer Aufstandes 1944.

Befehlshaber:
Brastislaw Kaminski.

Aufstellung (als Division):
‘Bande’ unter Bratislaw Kaminski, zur Waffen-SS Ende 1943 übernommen. Spätere als ‘Division’ bezeichnet.

Ende:
Nach dem Abzug vom Warschauer Aufstand (August 1944) wurde Kaminski unter ungeklärten Umständen erschossen und seine ‘Division’ aufgelöst. Die Waffen-SS-Nr. 29 wurde von der italienischen Nr.1 übernommen (siehe nächste Division).

Infanterie-Stärke:
Bande von 6.500 Mann mit erbeuteter russischer Artillerie.

Panzer-Ausstattung:
Einige erbeutete russische Panzerfahrzeuge.

Einsätze:
In die Waffen-SS auf dem Papier Ende 1943 übernommen, bestand die ‘Kaminski-Brigade’ aus bis zu 6.500 russischen Überläufern, Mördern und Kriminellen. Es waren vor allem Ukrainer und wurden von Bratislaw Kaminski angeführt.
Während der Partisanen-Bekämpfung und Sicherungseinsätze hinter der Heeresgruppe Mitte wurden von dieser Bande so viele Kriegsverbrechen begangen, dass man sich ihrer Loyalität sicher sein konnte. So wurde ihnen erlaubt, erbeutete russische Panzerfahrzeuge und Artillerie zu verwenden.
Verstärkt durch weiteren menschlichen Abschaum und andere ‘verlorene Seelen’, wie entlassenen Vertrauensleuten aus Konzentrationslagern, zogen sie sich gemeinsam mit deutschen Truppen nach der großen sowjetischen Sommeroffensive 1944 nach Polen zurück.
Im August 1944 wurden sie in den Stadteil Wola geschickt, um gegen die Polnische Heimatarmee beim Warschauer Aufstand eingesetzt zu werden. Ihr erschreckendes Verhalten führte zu Forderungen zu ihrer Ablösung, selbst durch andere SS-Befehlshaber. An einem einzigen Tag – dem 5. August 1944 – sollen sie etwa 10.000 polnische Zivilisten ermordet haben.
Kaminski wurde später unter ungeklärten Umständen erschossen und seine ‘Division’ aufgelöst. Ein Teil seiner Männer wurde der russischen Befreiungsarmee unter General Wlassow und ein anderer Teil der 30. Waffen-Grenadier-Division der SS zugeteilt.

Individuelle Abzeichen:
Unbestätigt ein Malteser-Kreuz mit gekreuzten Schwertern als Kragenabzeichen. Die Uniformen bestanden aus einer Mischung von deutscher Kleidung und der russischen Befreiungsarmee mit ‘POHA’ bzw ‘RONA’-Insignien.


29. Waffen-Grenadier-Division der SS (italienische Nr.1)

Befehlshaber:
SS-Standartenführer Lombard, SS-Brigadeführer Hansen.

Aufstellung (als Division):
Italienische, faschistische Sicherungstruppe Milizia Armata, zur Waffen-SS im September 1944 übernommen.

Ende:
Einzelheiten nicht bekannt.

Infanterie-Stärke:
Die Teileinheiten wurden weit verstreut eingesetzt.

Panzer-Ausstattung:
keine.

Einsätze
Die ‘Milizia Armata’, die faschistische, italienische Sicherheitstruppe, wurde im September 1944 in die Waffen-SS überführt. Es ist möglich, dass die Einheiten auch unter dem Namen ‘Legione SS Italiana’ oder ‘1. italienische Freiwilligen-Sturmbrigade’ bekannt war und Untereinheiten mit den Bezeichnungen ‘Debica’ und ‘Vendetta’.
Einsätze gegen Partisanen und einige Zusammenstöße mit alliierten Truppen. Die Waffen-SS-Divisions-Nummer der aufgelösten Kaminski-Division (siehe zuvor) wurde der Sturmbrigade im April 1945 zugeteilt.
Die Einheiten des Verbandes wurden weit verstreut und unabhängig voneinander eingesetzt.

Individuelle Abzeichen:
Kragenabzeichen mit Runen, ein alt-römisches Fasces-Motiv wurde im April 1945 eingeführt und womöglich noch getragen. Die Insignien waren auf rotem Hintergrund, spätere womöglich Schwarz. Die Rangabzeichen der Offiziere wurden an beiden Seiten des Kragens geführt. Die Adler auf den Ärmeln und Mützen hatten Fasces anstatt das Hakenkreuz. Alle Rangabzeichen entsprachen denen von italienischen Uniformen.

 


30. Waffen-Grenadier-Division der SS (russische Nr.2)

Befehlshaber:
SS-Obersturmbannführer Siegling.

Aufstellung (als Division):
Aufgestellt im Juli 1944. Wurde eine Division der Waffen-SS im August 1944.

Ende:
Aufgelöst und Überlebende im November 1944 von der Wlassow-Armee ROA übernommen.

Infanterie-Stärke:
3 Infanterie-Regimenter im Oktober 1944 bestehend aus den Waffen-Grenadier-Regimentern der SS 75, 76 und 77.

Panzer-Ausstattung:
keine.

Einsätze:
Im Juli 1944 unter dem Polizei-Befehlshaber als ‘Schuma-Brigade Siegling’ gebildet. Das Personal stammt von den aus russischen Überläufern gebildeten Sicherungseinheiten ‘Schuma’ (Schutzmannschaften).
Das 1. Regiment wurde mit den Schuma-Bataillonen 57, 60, 61 und Mannschaften der Polizei-Gebiets-Kommandantur Minsk gebildet. Das 2. Regiment aus den Schuma-Bataillonen 62, 63, 64 und der Polizei-Gebiets-Kommandantur Lida. Das 3. Regiment aus den Polizei-Gebiets-Kommandanturen Slusk, Baranowitschi und Wileika. Das 4. Regiment von der Polizei-Gebiets-Kommandantur Slonim und dem Polizeiführer Pripjet. Die Kavallerie und Artillerie stammte von den Schuma-Bataillonen 63 und 56.
Die Brigade wurde zur Waffen-SS-Division im August 1944 (eventuell auch als ‘weissruthenische Nr.1 der SS’ bezeichnet) und wurde nach Frankreich in die Gegend von Belfort und Mühlhausen zu Einsätzen gegen die Résistance verlegt. Dabei kam es auch zu Zusammenstößen mit alliierten Streitkräften.
Im November 1944 nach Deutschland verlegt und die noch vorhandenen Divisions-Angehörigen wurden der russischen Befreiungsarmee von General Wlassow zugeteilt. Offiziere und Unteroffiziere wurden für die 25. und 38. Waffen-SS-Divisionen verwendet.

Individuelle Abzeichen:
Ungesichert das russische orthodoxe Kreuz in horizontaler Form auf dem Kragen.


31. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division Böhmen-Mähren

Befehlshaber:
SS-Brigadeführer Gustav Lombard.

Aufstellung (als Division):
Aufgestellt in Ungarn und der Slowakei im Oktober 1944.

Ende:
Zerstört bei Königgrätz (Tschechien) im Mai 1945.

Infanterie-Stärke:
unbekannt, aber weit unter Divisionsstärke.

Panzer-Ausstattung:
keine.

Einsätze:
Im Oktober 1944 in Ungarn aus Ausländern und Volksdeutschen gebildet. Einige der Offiziere und Unteroffiziere stammten von der aufgelösten 23. Waffen-Gebirgs-Division der SS ‘Kama’.
Weit unter Divisionsstärke kämpfte der Verband gegen die Rote Armee in Rückzugsgefechten und wurde wahrscheinlich im Mai 1945 bei Königgrätz vernichtet.


32. SS-Freiwilligen-Grenadier-Division 30. Januar

Befehlshaber:
SS-Standartenführer Mühlenkamp, SS-Standartenführer Richter, SS-Oberführer Ax, SS-Standartenführer Kempin.

Aufstellung (als Division):
Aufgestellt am 30. Januar 1945 (Tag der Machtübernahme Hitlers 1933, daher der Divisions-Name) in der Kurmark.

Ende:
Schwere Verluste, nur etwa 150 Überlebende erreichten die west-alliierte Kriegsgefangenschaft bei Tangermünde im Mai 1945.

Infanterie-Stärke:
3 teilweise motorisierte Infanterie-Regimenter (jedes mit nur 2 Bataillonen), 1 Füsilier-Bataillon. Bestehend aus SS-Freiwilligen-Grenadier-Regimentern 86, 87, 88.

Panzer-Ausstattung:
Sturmgeschütz-Abteilung mit 22 Hetzer.
Insgesamt 22 Panzer.

Einsätze:
Im Januar 1945 in der Kurmark aus Versprengten verschiedener Einheiten und Soldaten und Rekruten aus verschiedenen SS-Ausbildungsschulen als ‘Kampfgruppe Kurmark’ für den sofortigen Einsatz bei Frankfurt an der Oder gebildet. Anschließend zur Division formiert und ausgebaut.
Schwere Verluste an der Oder-Front im Februar und März 1945. Teileinheiten kämpften später südlich von Berlin.
Einige der Überlebenden erreichte die west-alliierten Truppen bei Tangermünde im Mai 1945, wo sie kapitulierten.


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  • Eintreffen des BEF in Frankreich

    Britische und Empire-Armeen bei Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im Jahr 1939. Divisionen, Ausrüstung und Panzerausstattung. Am 2. September 1939, dem Tag vor dem England Deutschland den Krieg erklärte, flog eine kleine Vorhut des englischen Militärs nach Frankreich, um die bald darauf folgende Ankunft des Britischen Expeditionskorps (BEF) vorzubereiten. Am 27. September waren 152.031 Soldaten, 21.424 Fahrzeuge und alle notwendigen Waffen und Vorräte in Frankreich angekommen. Britische  Armee im September 1939 Das Hauptquartier des BEF wurde in der Nähe von Arras eingerichtet, während das I. britische Korps, bestehend aus der 1. und 2. Division, seine Stellung an der französisch-belgischen Grenze östlich von Lille einnahm. Wie zwischen der englischen und französischen Regierung vereinbart, kam das BEF unter den Oberbefehl des französischen Befehlshabers der Nord-Ost-Front (General Georges), aber der englische kommandierende General Gort hatte sich das Recht vorbehalten, Rücksprache mit der englischen Regierung halten zu dürfen, wenn er glaubte, das die Befehle, die er erhielt, das BEF gefährden könnten. Organisation der britischen Armee Der britische König führte auch den Rang eines Feldmarschalls und war nominell der Oberbefehlshaber der Armee. Tatsächlich wurde die Kontrolle über die Armee aber von einem bereits im Februar 1904 eingerichteten Armeerat durchgeführt. Dieser Rat hatte sowohl militärische als auch zivile Mitglieder unter dem Vorsitz des Kriegsministers. Zu den Mitgliedern, deren Aufgabe es war, den Kriegsminister zu beraten, gehörte der parlamentarische Unterstaatssekretär, der Finanzsekretär des Kriegsministeriums, der Chef des königlichen Generalstabs, der Generaladjutant der Streitkräfte, der Quartiermeister-General der Streitkräfte, ein Vertreter des Staatsdienstes und der permanente Unterstaatssekretär des Kriegsministeriums. Zusätzlich zu ihrer gemeinsamen Verantwortung im Armeerat waren dessen Mitglieder auch eigenständig verantwortlich für die Arbeit ihrer eigenen Abteilungen im Kriegsministerium. Die Abteilung des Chefs des königlichen Generalstabes bestand zum Beispiel aus dem Direktorium für militärische Operationen, militärischer Nachrichtendienst und Aufklärung und militärische Ausbildung. Dagegen umfasste die Abteilung des Generaladjutanten der Streitkräfte das Direktorium zur Rekrutierung und Organisation, zur Mobilisation und das Personalamt. Der Chef des königlichen Generalstabes als der höchste Offizier vertrat die Armee in der Generalstabs-Kommission, welche gegenüber den drei Ministern der Waffengattungen und der Verteidigungs-Kommission Bericht zu erstatten hatte. Im Jahre 1939 hatte die reguläre englische Armee eine Stärke von 227.000 Mann, einschließlich der britischen Truppen in Indien und Burma, und war wie folgt organisiert: 2 Regimenter der Household (Garde) Kavallerie 20 Regimenter Linien-Kavallerie 5 Regimenter der Garde-Infanterie 64 Linien-Infanterie-Regimenter die königliche Artillerie das königliche Tank-Regiment sowie Unterstützungs- und Nachschubeinheiten. Diese Streitmacht wurde von der Territorial-Armee unterstützt, welche eine Stärke von 204.000 Soldaten und Offiziere hatte und in neun Infanterie-Divisionen, einer Mobilen Division, zwei Kavallerie-Brigaden und einem Flugabwehr-Korps von fünf Divisionen gegliedert war. Während des Jahres 1939 wurde die Territorial-Armee erheblich verstärkt, um für einen Krieg vorbereitet zu sein und hatte im August 428.000 Mann. Diese schnelle Vergrößerung war das Ergebnis einer Woge an freiwilligen Meldungen zur Rekrutierung, der Einberufung von Reservisten und der Einführung der Wehrpflicht im Mai 1939. Die Notwendigkeit, das große britische Weltreich zu bewachen, bedeutete aber, dass während des Zweiten Weltkrieges viele dieser Truppen in Garnisonen verzettelt wurden. Das Britische Königreich war in sechs geografische Armee-Kommandos unterteilt, zwei unabhängigen Bezirken und einem funktionellen Kommandobereich für die Luftverteidigung. Die geografischen Kommandos waren Aldershot, Süd-, Ost-, Nord- und West-England (einschließlich Wales und Cornwall), das schottische Kommando und jeweils ein Bezirk für London und Nord-Irland. Diese Kommandos waren in eine Reihe von lokalen Bereiche und Zonen eingeteilt, abhängig von ihrer Bedeutung und der Anzahl der dort stationierten Truppen. Ein befehlshabender Offizier im Generalsrang war für jeden Kommandobereich verantwortlich und die gesamte Struktur wurde vom Generalhauptquartier vom Oberbefehlshaber der Heimat-Streitkräfte befehligt. Die Truppen in jedem Kommandobereich waren in Korps, Divisionen und Brigaden oder als Depot- bzw. Trainings-Einrichtungen organisiert. In Friedenszeiten war Aldershot das Erste Armee-Kommando mit zwei regulären Divisionen, welche dort stationiert waren. Das südliche, östliche und nördliche Kommando hatten jeweils eine reguläre Division. Dazu verfügte jeder Kommando-Bereich über drei oder vier Territorial-Divisionen, welche zu einem großen Teil durch die Territorial County Associations verwaltet wurden. Als der Krieg ausbrach, wurde die Territorial-Armee mit der regulären Armee zusammengelegt, aber jede nachfolgende Erweiterung basierte auf den Territorial-Streitkräften. Alle Rekruten, egal ob Freiwillige oder Eingezogene, traten der Territorial-Armee bei. Wie in allen anderen Streitkräften war die Infanterie-Division die grundsätzliche und hauptsächliche Einheit. Diese bestand allerdings aus Brigaden und trotz ihrer etwas geringen Stärke war eine britische Division hervorragend mit Artillerie ausgestattet. Dazu kamen als Divisions-Kavallerie 28 leichte Panzer und 44 Bren-Gun-Schützenpanzer. Hauptsächliche Verbände der englischen Armee: Jede Brigade bestand aus drei Bataillonen mit 33 Offizieren und 780 Mann und war in vier Schützen-Kompanien mit je einem Hauptquartier und drei Zügen unterteilt. Dazu kam eine Hauptquartier-Kompanie aus sechs Zügen für Funk- und Nachrichten, Flugabwehr, Granatwerfer, Transport, Pioniere und Verwaltung. In Kriegszeiten war das Bataillon und die Brigade die grundsätzliche taktische Formation, da das Infanterie-Regiment in der britischen Armee lediglich administrative Funktion hatte. Neben den Feldartillerie-Regimentern gab es noch mittlere und schwere Artillerie-Regimenter mit Geschützen von größerem Kaliber. Das mittlere Artillerie-Regiment hatte eine Stärke von 650 Mann und zwei Batterien zu je 8 Kanonen, entweder 6-inch-Haubitzen (152 mm) oder 60-Pfünder. Das schwere Artillerie-Regiment mit 700 Mann hatte eine Batterie aus vier 6-inch-Haubitzen und drei Batterien zu je vier 8-inch (203 mm) oder 9,2-inch-Haubitzen (234 mm). Die größte Panzer-Formation in der britischen Armee war die ‘Armoured Division’ (Panzer-Division), welche aus zwei Panzer-Brigaden, einer Artillerie-Unterstützungsgruppe und zwei motorisierten Infanterie-Bataillonen bestand. Eine typische Panzer-Brigade bestand aus drei Panzer-Regimentern mit je einer Hauptquartier-Schwadron und drei Panzer-Schwadronen mit zusammen 52 Kreuzer-Panzern, 10 Panzerspähwagen und 575 Mann. Bestand an Panzerkampfwagen im September 1939: siehe auch: RAF Staffeln im September 1939 Kanadische Armee Der erste Truppen-Konvoi mit 7.400 Soldaten der 1. kanadischen Division kam in England am 17. Dezember 1939 an und bis Februar 1940 waren 1.066 Offiziere und 22.238 Mannschaften versammelt. Die Truppen waren jedoch nicht im vollen Umfang für einen modernen Krieg ausgebildet und es fehlten wesentliche Teile ihrer Ausrüstung, wie zum Beispiel genügend Stahlhelme. Auch waren fast alle schweren Waffen veraltet. Die Division erhielt daher ein schnelles Trainingsprogramm in Aldershot, damit sie für den Einsatz beim IV. britischen Korps in Frankreich verwendungsfähig wird. Das Tempo der nachfolgenden Ereignisse führte mehr …

  • Die bulgarische Armee von 1915 bis 1918 im Ersten Weltkrieg. Uniformen, Stärke, Divisionen, Organisation und Verluste. Bulgarien errang die Unabhängigkeit von der osmanischen Herrschaft am 13. Juli 1878. Im Juli 1914 bestand das Königreich Bulgarien, unter Zar Ferdinand I., aus etwa 5,5 Millionen Bulgaren mit einer türkischen Minderheit auf einer Fläche von ca. 131.400 km², welche die heutigen Gebiete sowie Ost-Thrakien (heute zu Griechenland) umfasste. Bulgarische Armee im 1. Weltkrieg Es gab bulgarische Gebietsansprüche auf das östliche und südliche Serbien, auf die rumänische Dobrudscha und das griechische West-Thrakien, welche Zar Ferdinand verleiteten, sich den Mittelmächten gegen den Willen der Mehrheit seiner traditionell pro-russischen Untertanen anzuschließen. Zar Ferdinand war der nominelle Oberbefehlshaber der bulgarischen Armee, mit dem pro-deutschen Generalmajor Nikola Zhekov als Befehlshaber im Feld. Seit dem 14. Januar 1904 bestand die Armee aus etwa 390.000 Mann, welche in die 85.000 Mann starke aktive Armee der ‘Ersten Linie’ aus den 21 bis 23-Jährigen, der 250.000 Mann starken Reserve-Armee der ‘Zweiten Linie’ aus den 24 bis 40-Jährigen sowie der 54.000 Mann starken ‘Dritten’ und ‘Vierten Linie’ der National-Miliz aus Männern im Alter von 41-44 bzw. 45-46 Jahren gegliedert war. Bulgarien war in drei Regional-Armeen unterteilt: 1. (Sofia) – Westbulgarien; 2. (Plovdiv) – Südbulgarien; 3. (Ruse) – Nord-Bulgarien; 4. (Üsküb) – später im bulgarisch besetzten serbischen Mazedonien. Fünfzehn Divisionen wurden aufgestellt: zwei Kavallerie und 13 Infanterie (Nr. 1-13), wobei die 13. im November 1916 zu einer Gebirgsdivision umgebaut wurde. Diese befanden sich bei vier Armeen im Einsatz: 1. Armee (Generalleutnant Kliment Boyadshiev, 1916 Generalleutnant Dimitri Geschow, 1918 Generalleutnant Stefan Nerezov) in Zentral-Makedonien unter der deutschen Heeresgruppe Mackensen. 2. Armee (Generalleutnant Georgi Todorow, 1917 Generalmajor Iwan Lukov) in Südost-Mazedonien. 3. Armee (1916 General Stefan Toshev, dann Generalleutnant Nerzezov, 1917 Generalmajor – später Generalleutnant – Sava Sabov, dann Generalleutnant – später General – Todorov) im Norden Bulgariens an der rumänischen Grenze, welche zusammen mit deutschen und türkischen Verbänden im September 1916 zur Donau-Armee in der rumänischen Dobrudscha wurde. 4. Armee (1918 Generalleutnant Savov, dann General Toshev) im griechischen West-Thrakien. Sechs Divisionen waren auch im Rahmen der deutschen 11. Armee im Südwesten Serbiens im Einsatz. Die 24.000 Mann starke Infanteriedivisionen – vergleichbar mit einem Korps in anderen Armeen – bestand aus je zwei Infanteriebrigaden mit je 4.583 Mann starken Infanterieregimenter, die jeweils zwei 1.057 Mann starke Bataillone (ein Bataillon mit vier 263 Mann starken Infanteriekompanien), eine 80 Mann starke Maschinengewehr-Kompanie und eine 180-köpfige Arbeiter-Kompanie, ein Kavallerie-Bataillon (zwei Schwadronen), ein 1.959 Mann starkes Feld-Artillerie-Regiment (drei Bataillone zu je drei Batterien und eine Haubitzen-Batterie), berittene und nicht-berittene Kompanien der Militärpolizei, ein Pionier-Bataillon (zwei Kompanien), eine medizinische Kompanie und eine Nachschubs-Kompanie. Eine Kavallerie-Division hatte zwei Kavallerie-Brigaden mit jeweils zwei, 657 Mann starken Kavallerie-Regimenter zu je vier Schwadronen (jeweils 141 Mann starke Schwadronen, einschließlich Arbeiter, einer Maschinengewehr- und drei Kavallerie-Zügen), ein berittenes Artillerie-Regiment (mit drei Bataillonen zu je drei Batterien), Nachrichten-, Medizin- und Nachschubs-Kompanien. Die ersten bis dritten Armeen hatten jeweils ein schweres Artillerie-, Festungs- und Gebirgs-Artillerie-Bataillon (je drei Batterien), welche direkt dem Hauptquartier unterstellt waren. Es gab 40 Infanterie-Regimenter der Ersten (1-40) und 35 der Zweiten Linie (41-75). Davon befanden sich 48 in den 12 Infanterie-Divisionen, 24 als Besatzungstruppen in Mazedonien, der Region Morava (Ost-Serbien) und Drama (griechisches West-Thrakien). 36 National-Miliz-Bataillone (jeweils vier Kompanien zu je 150-250 Mann stark) der ‘Vierten Linie’ waren ebenfalls mit Besatzungsaufgaben betraut, während 36 Miliz-Bataillone der ‘Vierten Linie’ (mit jeweils vier Kompanien zu 100-120 Mann stark) im Wachdienst in Bulgarien im Einsatz waren. Das Armee-Hauptquartier verfügte über ein königliches Leibgarde-Kavallerie-Regiment (drei Schwadronen), 21 Grenztruppen-Kompanien zu je 148 Mann (welche lokalen Infanterie-Regimenter zugeteilt wurden), ein 534-köpfiges Bahnbataillon (vier Kompanien), eine 537 Mann starkes Brückenbau-Bataillon (fünf Kompanien), eine 410 Mann starkes Nachrichten-Bataillon (drei Kompanien) und eine gemischtes Pionier- und Nachrichten-Bataillon. Das Armee-Flieger-Korps bestand aus zwei Staffeln (I., II.) und wurde im Juli 1916 zu einer Flieger-Gruppe zusammengelegt. Die kleine bulgarischen Marine mit ihrem Stützpunkt bei Warna unter Generalmajor Konstantin Kirkov, verfügte mit ihren etwa 500 Mann über das Torpedo-Kanonenboot Nadiedja, sechs Creusot-Torpedoboote und einige Boote im Schwarzen Meer und auf der Donau. Sie hatte keine Auswirkungen auf den Krieg. Bulgariens Ruf als ‘Preußen des Balkans’ hatte unter der Niederlage im zweiten Balkankrieg (1913) gelitten und es bedurfte schon direkten deutschen Kommandos über die Hälfte derer Streitkräfte, um den Kampfgeist in Mazedonien und der Dobrudscha in einem für die meisten ihrer Armeeangehörigen unpopulären Krieg aufrechtzuerhalten. Von Juni 1918 an wurden jedoch die meisten deutschen Truppen aus der Front in den Westen abgezogen, sodass die demoralisierten und kriegsmüden Bulgaren schließlich am 30. September 1918 einen Waffenstillstand abschlossen. Bulgarische Uniformen Ab dem Jahr 1908 begann die Einführung einer neuen, grau-grüne Uniform im russischen Stil bei der bulgarischen Armee. Nach dem Kriegseintritt Bulgariens in den Ersten Weltkrieg im September 1916 bestand jedoch ein Mangel an Uniformen, welche durch Vorräte aus deutschen Uniformbeständen ausgeglichen werden mussten. Dazu mussten auch noch veraltete, farbige Friedensuniformen verwendet werden und auch die Tabak-braunen Uniformen waren weit verbreitet. Die Schirmmütze russischer Art hatte entweder eine schwarze oder graugrüne Lederspitze und einen Kinnriemen. Auf der Vorderseite des Bandes wurde eine ovale Metallkokarde in den Nationalfarben – weiß, grün und rot – getragen. Die Tunika war einreihig mit Stehkragen und hatte eine verdeckte Knopfleiste. Sie hatte Brust- und manchmal auch Seitentaschen mit drei spitzen Klappen und runden Manschetten. Dazu wurde eine passende Hose getragen, deren Farben blau bei den berittenen und technischen Truppen war. Zu der Hose kamen entweder Stiefel, Stiefeletten und Gamaschen oder Wickelgamaschen. Die lange Hose konnte mit Lampassen (Zierstreifen) in Dunkelrot für Generale oder Scharlach für Generalstabsoffiziere getragen werden. Der ausgegebene Mantel bestand aus einer Art bräunlich-grauer Naturfarbe mit grobem Stoff und war zweireihig, aber mit einer einzigen Reihe von sechs Metallknöpfen in der Mitte auf der Vorderseite. Dazu hatte er seitliche Taschen mit einem Klapphalbgürtel und Umschlagmanschetten und wurde mit rechteckigen, farbigen Kragenspangen mit Knopf- und Schulterriemen getragen. Das Offiziersmuster war aus hellgrauem Stoff mit dunkelgrünem Kragen für die Infanterie, Artillerie und Pioniere und blau für die Kavallerie. Es hatte zwei Reihen zu je sechs Knöpfen, Stehkragen mit rechteckigen Kragenabzeichen und Knöpfen, Seitentaschen, mehr …

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