44. Reichs-Grenadier-Division Hoch- und Deutschmeister: Geschichte und Einsatz

Die 44. Reichs-Grenadier-Division „Hoch- und Deutschmeister“ war eine bedeutende Einheit der deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Sie wurde am 1. April 1938 in Wien aufgestellt und kämpfte an fast allen Kriegsschauplätzen.
Nach ihrer fast vollständigen Vernichtung in der Schlacht von Stalingrad im Januar 1943 formierte man die Division noch im selben Jahr in Belgien neu. Sie bekam den Ehrennamen „Hoch- und Deutschmeister“, der auf das k.u.k. Infanterieregiment Nr. 4 zurückgeht.
Die Division bestand überwiegend aus österreichischen Soldaten. Sie nahm an wichtigen Kämpfen in Polen, Frankreich, der Sowjetunion und Italien teil.
Von den ersten Angriffen im September 1939 bis zur Kapitulation im Mai 1945 erlebte die Division mehrere Reorganisationen und schwere Verluste.
Ihre Geschichte umfasst militärische Organisation, Kommandeure, Ausrüstung und Einsätze in verschiedenen Operationen. Die Einheit war Teil größerer Entwicklungen im Zweiten Weltkrieg und bietet Einblicke in die Kriegsführung der Wehrmacht.
Ursprung und Aufstellung der Division
Die Division entstand am 1. April 1938 in Wien. Österreichische Militäreinheiten wurden nach dem Anschluss in die Wehrmacht integriert.
Die Einheit trug den traditionsreichen Namen Hoch und Deutschmeister. Später erhob man sie zur Reichsgrenadier-Division.
Gründung in Wien und Tradition der Hoch- und Deutschmeister
Die 44. Infanterie-Division wurde am 1. April 1938 in Wien aufgestellt. Die Gründung erfolgte direkt nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich.
Die Division übernahm den historischen Namen „Hoch- und Deutschmeister“, der auf ein österreichisches Infanterieregiment zurückgeht. Dieser Name gehörte zu den bekanntesten Bezeichnungen in der österreichischen Militärgeschichte.
Das ursprüngliche Regiment hatte unter Prinz Eugen in der Schlacht von Zenta gegen die Türken gekämpft. Die Wehrmacht wollte so die österreichischen Soldaten einbinden und deren Tradition respektieren.
Die Division wurde im neu geschaffenen Wehrkreis XVII (Wien) organisiert. Bei der Mobilmachung am 26. August 1939 zählte sie zur 1. Welle der Wehrmacht.
Übernahme österreichischer Militärstrukturen
Die Division entstand aus den Divisionen 1 bis 3 des ehemaligen österreichischen Bundesheeres. Diese Einheiten bildeten den Kern der neuen Wehrmacht-Division.
Etwa 20 Prozent der Offiziere und Unteroffiziere kamen aus dem sogenannten „Altreich“. Die Mehrheit der Soldaten stammte jedoch aus österreichischen Militäreinheiten.
Diese Zusammensetzung sollte die Integration der österreichischen Streitkräfte in die Wehrmacht erleichtern. Die Division behielt viele österreichische Strukturen und Traditionen bei, was für die Moral wichtig war.
Das 4. Infanterie-Regiment „Hoch- und Deutschmeister“ diente als Grundlage für die Aufstellung. Die Einheit wuchs zu einer vollständigen Division mit allen notwendigen Unterstützungseinheiten.
Umbenennung zur Reichsgrenadier-Division
Im Januar 1943 ging die Division bei Stalingrad unter. Die Wiederaufstellung begann am 17. Februar 1943 in Belgien beim Armeeoberkommando 15.
Die Division erhielt verstärkte Grenadier-Regimenter 887 und 888, gebildet aus Unterführerlehrgängen der Wehrkreise XIII und XVII. Am 4. Mai 1943 verlieh Adolf Hitler der Division die Bezeichnung „Reichsgrenadier-Division Hoch- und Deutschmeister“.
Die Umbenennung trat am 1. Juni 1943 in Kraft. Zu diesem Zeitpunkt kam das Infanterie-Regiment 134 zur Division.
Die neue Struktur umfasste Panzer-Jäger-Abteilung 80, Pionier-Bataillon 46, Nachrichten-Abteilung 64 und weitere Unterstützungseinheiten.
Bedeutung der Ehrenbezeichnung
Der Titel „Reichsgrenadier-Division“ war eine besondere Ehrung. Nur wenige Divisionen der Wehrmacht trugen diese Bezeichnung.
Der Zusatz „Hoch- und Deutschmeister“ betonte die Verbindung zur österreichischen Militärtradition. Nach der Niederlage bei Stalingrad war die Wiederaufstellung unter dem alten Namen auch Symbolik.
Die Division kämpfte später in Italien, etwa bei Cassino und im Apennin. Im Winter 1943/44 gehörte eine Tiger-Panzer-Gruppe („Panzergruppe Meier“) zur Division.
Gliederung und Einheiten

Die Division gliederte sich in mehrere Kampf- und Unterstützungsverbände. Während des Krieges änderte sich diese Struktur mehrfach.
Die Hauptkampfkraft bestand aus drei Grenadierregimentern mit zugehörigen Artillerie- und Spezialeinheiten.
Struktur der Grenadier- und Artillerieregimenter
Ursprünglich bestand die Division aus drei Infanterieregimentern: Infanterie-Regiment 131, Infanterie-Regiment 132 und Infanterie-Regiment „Hoch- und Deutschmeister“ (später Regiment 134). Diese Regimenter bildeten das Rückgrat der Division.
Nach der Neuaufstellung 1943 änderte sich die Struktur. Jedes Regiment hatte mehrere Bataillone, die in Kompanien unterteilt waren.
Im August 1944 wurde die Division nach dem neuen Typ 44 umgegliedert. Das I./131 wurde zum Granatwerfer-Bataillon 44.
Die Bataillone I./132 und III./HuD löste man auf, während III./131 und III./132 zu I. Bataillonen wurden. Das Artillerie-Regiment 96 stellte die Feuerunterstützung bereit.
Es umfasste mehrere Abteilungen mit unterschiedlichen Kalibern und Reichweiten.
44. Divisionsunterstützungseinheiten
Die Aufklärungs-Abteilung 44 führte Erkundungsmissionen durch und sammelte Informationen über feindliche Stellungen. Diese Einheit war für die Aufklärung vor den Divisionsverbänden zuständig.
Das Pionier-Bataillon 80 übernahm technische Aufgaben wie Befestigungsbau, Brückenbau und Minenräumung. Die Pioniere waren auch für Sprengungen und Ingenieurarbeiten zuständig.
Die Panzerabwehr-Abteilung 46 bekämpfte feindliche Panzer mit speziellen Waffen. Sie nutzte Panzerabwehrkanonen verschiedener Kaliber.
Die Nachrichten-Abteilung 64 sicherte die Kommunikation innerhalb der Division. Sie betrieb Fernsprech- und Funkverbindungen zwischen den Einheiten.
Besondere Abteilungen und Kompanien
Mehrere kleinere Einheiten ergänzten die Divisionsstruktur. Die Veterinär-Kompanie 44 versorgte die Pferde und andere Tiere, da diese weiterhin eine wichtige Rolle im Transport spielten.
Versorgungstruppen kümmerten sich um die logistische Unterstützung. Sie transportierten Munition, Verpflegung und andere notwendige Güter zu den kämpfenden Truppen.
Feldersatz-Bataillone dienten als Reservoir für Ersatzsoldaten. Sanitätseinheiten kümmerten sich um Verwundete und betrieben Verbandplätze hinter der Front.
Gliederung
- Grenadier-Regiment 131
- Grenadier-Regiment 132
- Grenadier-Regiment 134
- Panzerjäger-Abteilung 46
- Aufklärungs-Abteilung 44
- Artillerie-Regiment 96
- Nachrichten-Abteilung 64
- Pionier-Bataillon 80
Einsätze und Operationen im Zweiten Weltkrieg

Die 44. Infanterie-Division kämpfte in mehreren wichtigen Feldzügen des Zweiten Weltkriegs. Sie erlebte den schnellen Vormarsch in Polen und Frankreich sowie verlustreiche Kämpfe an der Ostfront.
Der Einsatz endete mit der fast vollständigen Vernichtung in Stalingrad.
Polenfeldzug und Westfeldzug
Die Division nahm 1939 am Polenfeldzug teil. Danach bereitete man sie für den Westfeldzug vor.
Im Frankreichfeldzug 1940 rückte sie schnell nach Westen vor. Bis zum Waffenstillstand am 22. Juni 1940 erreichte die Division den Raum Poitiers.
Danach übernahm sie den Küstenschutz bei La Rochelle. Dort übte sie bis Oktober für das Unternehmen Seelöwe, die geplante Invasion Englands.
Ende März 1941 verlegte die Wehrmacht die Division nach Polen ins Generalgouvernement. Diese Verlegung bereitete sie auf den kommenden Einsatz an der Ostfront vor.
Kämpfe an der Ostfront
Ab 1941 kämpfte die Division unter der Heeresgruppe Süd an verschiedenen Abschnitten der Ostfront. Sie nahm an wichtigen Operationen in der Ukraine teil, darunter die Kämpfe um Kiew und Charkow.
Im Raum Balakleja führte die Division sowohl Angriffs- als auch Abwehroperationen. Das Armeekorps, dem sie angehörte, setzte sie in mehreren Kesselschlachten ein.
Im November 1942 kämpfte die Division an der Donflanke nordwestlich von Kalatsch. Mit einem ausgebauten Stellungssystem hielt sie die Angriffe der 65. sowjetischen Armee stand.
Diese Position sollte die Flanke der deutschen Truppen bei Stalingrad sichern.

Schlacht von Stalingrad
Die 44. Infanterie-Division war Teil der 6. Armee unter Generaloberst Friedrich Paulus, die in Stalingrad eingeschlossen wurde. Die sowjetische Kesselschlacht begann im November 1942 und schloss über 250.000 deutsche Soldaten ein.
Die Division erlitt in den langen Kämpfen schwere Verluste. Kälte, Hunger und ständige Gefechte dezimierten die Truppe.
Der Generalstab versuchte mehrfach, den Kessel zu durchbrechen, blieb aber erfolglos.
Nach der Kapitulation der 6. Armee im Februar 1943 war die Division praktisch vernichtet. Die wenigen Überlebenden gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft.
1943 formierte man die Division im Westen mit dem Ehrennamen 44. Reichsgrenadier-Division „Hoch- und Deutschmeister“ neu.
Neuaufstellung und spätere Kriegsjahre

Nach der Katastrophe bei Stalingrad entstand die Division im Frühjahr 1943 in Belgien neu und erhielt den Namen Hoch- und Deutschmeister. Die nächsten Kriegsjahre führten sie durch Italien, Ungarn und am Ende zurück nach Österreich.
Neuformierung nach Stalingrad 1943
Am 17. Februar 1943 stellte man die Division in Belgien beim Armeeoberkommando 15 neu auf. Sie gehörte zu den sogenannten Stalingrad-Divisionen, die nach der Niederlage an der Wolga wiederaufgebaut wurden.
Am 1. Juni 1943 bekam sie offiziell die Bezeichnung 44. Reichsgrenadier-Division Hoch- und Deutschmeister. Die neue Struktur umfasste das Reichsgrenadier-Regiment Hoch- und Deutschmeister sowie die Grenadier-Regimenter 131 und 132.
Die Division blieb zunächst im Raum Antwerpen zur Ausbildung. Im Herbst 1943 verlegte man sie nach Norditalien.
Dort entwaffnete sie italienische Badoglio-Verbände im Raum Brixen und Wolkenstein.

Italienfeldzug und Kämpfe an der Gothen-Linie
Ende 1943 zog die Division zum Volturno in Süditalien. Sie führte Abwehrkämpfe in der Reinhard-Linie und der Gustav-Stellung.
Im Raum Cassino kam es zu besonders heftigen Kämpfen, bei denen die Division gegen alliierte Angriffe standhielt.
Im Frühjahr 1944 begann der Rückzug über mehrere Verteidigungslinien. Die Division kämpfte beiderseits des Tiber und zog sich in die nördlichen Apenninen zurück.
An der Gothic Line (Gothen-Linie) verteidigte sie bei Castel Bolognese, im Raum Bologna und am Futa-Pass.
Im September 1944 wurde die Division im Raum Udine aufgefrischt. Danach zog man sie aus Italien ab und verlegte sie nach Ungarn.
Während ihrer Zeit in Italien unterstand sie der 10. Armee.

Einsatz in Ungarn und Rückzug nach Österreich
Ab Ende 1944 kämpfte die Division in Ungarn im Gran-Brückenkopf. Die Gefechte erstreckten sich beiderseits des Sarviz-Kanals zwischen Velence- und Plattensee.
Im Februar 1945 geriet die Division in den Kessel Stuhlweißenburg. Nach dem Ausbruch zog sie sich auf Radkersburg und St. Gotthard an der Raab zurück.
Zur Auffrischung verlegte man die Division in den Raum Hollabrunn und Laa an der Thaya in Niederösterreich.
Bei Kriegsende im Mai 1945 gerieten Teile der Division in russische Gefangenschaft. Die meisten Verbände ergaben sich im Raum Rosenberg den amerikanischen Streitkräften.
Führung, Persönlichkeiten und Veteranenkultur

Mehrere Generale führten die Division. Sie trug die Traditionen des österreichischen Hoch- und Deutschmeister-Regiments weiter.
Nach Kriegsende schlossen sich Veteranen in Kameradschaften zusammen, um die Erinnerung zu pflegen.
Generale und Kommandierende Offiziere

Generalleutnant Friedrich Siebert führte die Division in kritischen Kriegsphasen. Er kommandierte die Einheit während schwerer Kämpfe an der Ostfront.
Später übernahm Generalleutnant Albrecht Schubert das Kommando. Unter seiner Führung nahm die Einheit an verschiedenen Operationen teil.
Franz Beyer diente ebenfalls als Kommandeur. Auch Friedrich Dettmer gehörte zu den leitenden Offizieren.
Anton Schimak war ein weiterer Offizier in der Division. Die Führungsebene bestand aus erfahrenen Männern, die ihre Grenadiere durch schwierige Einsätze führten.
Divisionskommandeure:
- Generalleutnant Albrecht Schubert (September – Oktober 1939)
- General Friedrich Siebert (Oktober 1939 – Mai 1942)
- Generalleutnant Heinrich Deboi (Mai 1942 – Januar 1943)
- Generalleutnant Dr. Franz Bayer (März 1943 – Januar 1944)
- Generalleutnant Dr. Fritz Franke (Januar – Mai 1944)
- Generalleutnant Bruno Ortner (Mai – Juni 1944)
- Generalleutnant Hans-Hünther von Rost (Juni 1944 – März 1945)
- Oberst Hoffmann (März – Mai 1945)
Traditionen und Auszeichnungen
Die Division trug den Ehrennamen des k.u.k. Infanterieregiments Hoch- und Deutschmeister Nr. 4. Damit verband sich die Wehrmachtseinheit mit der österreichischen Militärgeschichte.
Der Name „Hoch- und Deutschmeister“ galt als besonders traditionsreich in der österreichischen Armee. Die Soldaten trugen spezielle Abzeichen, die auf diese Verbindung hinwiesen.
Viele Soldaten erhielten für ihre Einsätze militärische Auszeichnungen. Die Grenadiere der Division kämpften an fast allen Kriegsschauplätzen des Zweiten Weltkriegs.
Veteranenverbände und Erinnerungskultur
Nach dem Krieg gründeten ehemalige Angehörige die Kameradschaft 44. Infanterie-Division. Diese Organisation stärkte den Zusammenhalt unter den Veteranen.
Georg Tessin dokumentierte die Geschichte der Division in seinem Werk „Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945“. Das Buch erschien beim Podzun-Pallas-Verlag in Frankfurt am Main und Osnabrück.
Die Veteranen pflegten das Andenken an ihre gefallenen Kameraden. Ehemalige Offiziere und Grenadiere trafen sich regelmäßig bei Kameradschaftstreffen.
Lamprecht gehörte zu den Persönlichkeiten, die nach dem Krieg mit der Division verbunden blieben.
Ausrüstung, Kampfmittel und Befestigungen

Die 44. Reichs-Grenadier-Division setzte die übliche Wehrmachtausrüstung und Befestigungstechniken ein. Sie nutzte Minefelder, Drahthindernisse und ausgebaute Stellungen zur Verteidigung ihrer Abschnitte an der Ostfront.
Tigergruppe Meyer
Die schwere Panzer-Kompanie/Tigergruppe Meyer war von August bis September 1943 Teil der (44.) Reichsgrenadier-Division Hoch- und Deutschmeister (HuD) zur Entwaffnung der italienischen Truppen nach der Kapitulation des Verbündeten im September 1943.
Im Gegensatz zu anderen Panzereinheiten verwendeten die Tiger dieser kleinen Kampfeinheit (zwei Züge mit jeweils vier Tigern) nur einstellige Turmnummern (anstelle der üblichen dreistelligen). Das mit dem Baltenkreuz verzierte Wappenschild auf der Frontpanzerung war das Erkennungszeichen der Tigergruppe Meyer.
Minefelder und Drahtverhau
Die Division legte Minefelder vor ihren Hauptverteidigungslinien an, um feindliche Panzer und Infanterie zu bremsen. Diese Felder kombinierte sie mit tief gestaffeltem Drahtverhau.
Der Stacheldraht zwang angreifende Truppen in bestimmte Durchgänge, die unter direktem Maschinengewehrfeuer lagen. Die Minenfelder enthielten sowohl Antipersonen- als auch Panzerabwehrminen.
Das Pionier-Bataillon 80 kümmerte sich um das Legen und Markieren dieser Hindernisse. Beim Rückzug verlegten die Pioniere zusätzliche Minen, um sowjetische Kräfte aufzuhalten.
Bunkerstellungen und Stahlpanzernester
Die Division baute Bunkerstellungen in ihren Verteidigungsabschnitten, besonders im Winter 1941/42 am oberen Donez. Diese Stellungen boten Schutz vor Artillerie und Kälte.
Im November 1942 nutzte die Division nordwestlich von Kalatsch ein stark ausgebautes Stellungssystem gegen die Angriffe der 65. sowjetischen Armee. Stahlpanzernester sicherten kritische Punkte und boten Maschinengewehrschützen Schutz.
Diese kleinen Stahlbunker erlaubten Flankenfeuer auf angreifende Truppen. Die Panzerabwehr-Abteilung 46 stellte ihre Pak-Geschütze in verstärkte Stellungen mit direkter Sicht auf Zufahrtswege.
Gegenbatterie- und Defensivtaktiken
Das Artillerie-Regiment 96 schoss gezielt auf sowjetische Artilleriestellungen. Die Führung beim Artillerieregiment war entscheidend für den Abwehrkampf.
Die Beobachtungs-Abteilung 44 ortete feindliche Geschütze und koordinierte das Gegenfeuer. Diese Taktik nahm etwas Druck von den eigenen Stellungen während sowjetischer Offensiven.
Die Division setzte auf Tiefenverteidigung mit gestaffelten Linien. Reserveeinheiten standen bereit für Gegenangriffe bei feindlichen Durchbrüchen.
Die Aufklärungs-Abteilung 44 überwachte die Front und meldete feindliche Bewegungen frühzeitig. Diese defensive Ausrichtung half der Division, auch überlegenen Gegnern standzuhalten – zumindest bis Stalingrad.
Häufig gestellte Fragen

Die Division bekam im Laufe der Zeit mehrere neue Namen. Sie kämpfte an verschiedenen Kriegsschauplätzen von ihrer Aufstellung bis zur Kapitulation 1945.
Wichtige Themen sind ihre Entstehung, Einsatzorte, Gliederung, Führung, verfügbare Quellen und das Kriegsende.
Wann und unter welchen Umständen wurde die Division aufgestellt und welche Vorgängerverbände gingen in ihr auf?
Am 1. Juni 1943 entstand die Division aus der 44. Infanterie-Division. Adolf Hitler gab ihr am 4. Mai 1943 den Ehrennamen Reichsgrenadier-Division Hoch und Deutschmeister.
Der Name erinnerte an das k.u.k. Infanterieregiment Hoch- und Deutschmeister Nr. 4. Die Vorgängerdivision wurde bei Stalingrad fast vollständig ausgelöscht.
Die Neuaufstellung fand im Westen statt, meist mit österreichischen Soldaten.
Welche wichtigsten Einsätze und Gefechte prägten den Kriegseinsatz, und in welchen Operationsräumen war der Verband überwiegend eingesetzt?
Die Division war an fast allen wichtigen Kriegsschauplätzen des Zweiten Weltkriegs unterwegs. Besonders einschneidend war die fast vollständige Vernichtung in der Schlacht von Stalingrad.
Nach der Neuaufstellung 1943 kämpfte die Division in Italien und an der Ostfront. Im Februar 1945 wurde sie in den ungarischen Abschnitt der Ostfront verlegt.
Von dort zog sie sich kämpfend nach Österreich zurück.
Wie war die Division zu verschiedenen Zeitpunkten gegliedert (Regimenter, Bataillone, Unterstützungs- und Spezialtruppen)?
Das Grenadier-Regiment 134 hieß als Wiener Hausregiment „Reichsgrenadier-Regiment“. In den offiziellen Gliederungen tauchte oft die Abkürzung „HuD“ für Hoch und Deutschmeister auf.
Die Division bestand aus Infanterie- und Grenadierregimentern sowie Unterstützungseinheiten. Die Struktur entsprach weitgehend dem Standard deutscher Infanterie- und Grenadierdivisionen dieser Zeit.
Gliederung:
- Grenadier-Regiment 131
- Grenadier-Regiment 132
- Grenadier-Regiment 134
- Panzerjäger-Abteilung 46
- Aufklärungs-Abteilung 44
- Artillerie-Regiment 96
- Nachrichten-Abteilung 64
- Pionier-Bataillon 80
Wer waren die maßgeblichen Kommandeure, und welche personellen Veränderungen gab es in der Führung im Kriegsverlauf?
Die Führungsstruktur wechselte mehrfach im Verlauf des Krieges. Die häufigen personellen Veränderungen spiegeln die hohen Verluste und mehrfache Neuaufstellung wider.
Divisionskommandeure:
- Generalleutnant Albrecht Schubert (September – Oktober 1939)
- General Friedrich Siebert (Oktober 1939 – Mai 1942)
- Generalleutnant Heinrich Deboi (Mai 1942 – Januar 1943)
- Generalleutnant Dr. Franz Bayer (März 1943 – Januar 1944)
- Generalleutnant Dr. Fritz Franke (Januar – Mai 1944)
- Generalleutnant Bruno Ortner (Mai – Juni 1944)
- Generalleutnant Hans-Hünther von Rost (Juni 1944 – März 1945)
- Oberst Hoffmann (März – Mai 1945)
Welche Quellen, Kriegstagebücher und Archivalien gelten als zentral für die Forschung, und wo sind sie zugänglich?
Akten aus der Vorkriegszeit sind bei Infanterie-Divisionen selten überliefert. Nur bei der 7., 10. und 17. Infanterie-Division aus den bayerischen Wehrkreisen VII und XIII gibt es größere Bestände.
Für die 44. Division liegen verschiedene Dokumente in deutschen Militärarchiven. Spezielle Kriegstagebücher und Akten zur Division wurden in Fachpublikationen ausgewertet.
Wie entwickelte sich das Kriegsende der Division, einschließlich Rückzug, Kapitulation und Gefangenschaft?
Die Division zog sich zur Auffrischung in den Raum Hollabrunn und Laa an der Thaya zurück.
Danach ging es weiter über Radkersburg nach St. Gotthard an der Raab.
Einige Soldaten gerieten in russische Gefangenschaft.
Die meisten Truppen landeten im Raum Rosenberg in amerikanischer Gefangenschaft.
Im Mai 1945 kapitulierte die Division schließlich in Österreich.
Quellenangaben und Literatur
German Army Elite Units 1939-45 (Osprey, Gordon Williamson)
Verbände und Truppen der deutschen Wehrmacht und Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg 1939-1945 (Bundesarchiv-Militärarchiv und Arbeitskreis Wehrforschung)
Die 44. Infanterie-Division: Reichs Grenadier Division Hoch-und-Deutschmeister 1938-1945 (Friedrich Dettmer, Otto Jaus, Helmut Tolkmitt)







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