Unternehmen Barbarossa

Hätte Unternehmen Barbarossa, Hitlers Angriff auf Sowjet-Russland anders verlaufen können und warum erfolgte die Invasion im Juni 1941 ?

Unternehmen Barbarossa
Das Unternehmen Barbarossa beginnt im Juni 1941: die Panzerspitzen der Panzergruppe Guderian haben soeben die sowjetischen Grenzstellungen durchbrochen.

Es wird oft argumentiert, dass die fünfwöchige Verzögerung bis zum Start des Unternehmens Barbarossa durch die Entscheidung von Adolf Hitler, zuerst mit dem Balkanfeldzug in Jugoslawien und Griechenland Ordnung zu schaffen und seine Flanke zu sichern, den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg an der Ostfront ausgemacht hat.

Warum Unternehmen Barbarossa im Juni 1941 ?

Wenn man bedenkt, dass der Balkanfeldzug praktisch schon vor Ende April 1941 abgeschlossen war (Kapitulation der letzten griechischen Armee am 22. April) und die Luftlandung auf Kreta keine entscheidenden Kräfte mehr band, hätte Unternehmen Barbarossa auch, wie ursprünglich vorgesehen, ohne weiteres Mitte Mai 1941 beginnen können. Hinzu kommt, dass die auf dem Balkan eingesetzten Verbände in der Mehrzahl lediglich zur Heeresgruppe Süd herantransportiert werden mussten, welche mit der 11. Armee in Rumänien dazu noch später zum Angriff startete.
Da auch in den nachfolgenden Jahren 1942, 1943 und 1944 keine Sommer-Offensiven in Russland vor Mitte/Ende Juni bzw. sogar Juli (1943) erfolgten, da Straßen und Flüsse durch das vorhergehende Wintertauwetter immer noch weitgehend unpassierbar waren, dürfte auch hier dieses Argument einer der Hauptgründe für die Verschiebung des Unternehmens Barbarossa gewesen sein.
Anstatt sich also über ein paar verlorene Wochen im Jahr 1941 Gedanken zu machen, scheint die Frage doch wesentlich wichtiger, warum Deutschland überhaupt Russland angegriffen hat ?

Karikatur über den Hitler-Stalin-Pakt
Der gänzlich unerwartete Freundschafts- und Nichtangriffspakt vom 23. August 1939 zwischen den weltanschaulichen Erzfeinden Nationalsozialismus und Bolschewismus inspirierte die Karikaturisten in aller Welt. Ein schwedischer Zeichner sieht die beiden Diktatoren Hitler und Stalin, durch den gemeinsamen Militärstiefel aneinander gebunden, auf Beute ausgehen.
Bereits im September 1939 wurde die Masse von Hitlers neuer Wehrmacht, darunter alle 14 Panzer und motorisierte Divisionen und die Hälfte der Flugzeuge der Luftwaffe, gegen Polen eingesetzt. Der Feldzug gegen Polen dauerte nur vier Wochen.
Acht Tage vor dem Angriff auf Polen hatte Hitler einen Nichtangriffspakt mit Stalin geschlossen, bei welchem Ostpolen durch die Rote Armee besetzt werden sollte.
Dieses welterschütternde Bündnis war entgegen aller anti-kommunistischen Äußerungen des deutschen Führers seit den Tagen der Veröffentlichung von Mein Kampf im Jahr 1923, in welchem er geschrieben hatte, dass es Deutschlands Schicksal sei, den großen ‚Lebensraum‘ im Osten zu erobern.
Es wäre für Hitler sicherlich durchaus möglich gewesen, dieses ‚unnatürliche Bündnis‘ einfach zu ignorieren und anschließend direkt weiter nach Osten fortzufahren.
Der Hauptgrund für Hitlers vorsichtiges, schrittweises Vorgehen in Osteuropa liegt in den Umstand, dass Frankreich und Großbritannien im September 1939 den Krieg erklärt hatten und das er eine Wiederholung des ‚Zweifrontenkrieges‘ wie im 1. Weltkrieg von 1914 bis 1918 vermeiden wollte. Doch diese Argumentation ist nach sorgfältiger Überprüfung nicht ganz überzeugend.

Denn im Gegensatz zum August 1914 hatten im September 1939 weder die französische noch die britische Regierung viel Lust auf einen ernsthaften Krieg mit Deutschland. Das französische Oberkommando hatte sich vollständig auf das Konzept des statischen Verteidigungskriegs festgelegt, was durch die Existenz der Maginot-Linie veranschaulicht wird. Und die Briten schickten gerade einmal vier Divisionen (welche bis auf 10 im März 1940 anstiegen) an diese ‚Westfront‘.
Die französische und britische Abneigung gegen einen Angriff auf Deutschland wurde noch sehr verstärkt durch die große Furcht vor den starken mittleren Bombern und Bf 109 Jägern der deutschen Luftwaffe.
Bis Juni 1940 hatte Stalin auch Hitler schon dadurch alarmiert, dass er Finnland angriff, die Baltischen Staaten und das rumänische Bessarabien besetzte, wodurch die Russen bis auf Schlagdistanz auf die wichtigen Erdölfelder von Ploesti herankamen.

Hätte Hitler im Westen 1940 nicht einfach dort stehen bleiben können, wo er stand ? Er hätte bereits zu diesem Zeitpunkt die Sowjetunion in einem schnellen Feldzug zerschlagen können. Das europäische Russland unter deutscher Herrschaft hätte alle Bedürfnisse an Öl, Mineralien, Weizen und billigen Arbeitskräften befriedigt und die Seeblockade der britischen Flotte, auf welcher die hauptsächlichen Hoffnungen der westlichen Alliierten lagen, sinnlos gemacht.
Zumal die Rote Armee 1939-1940 weit schwächer dastand, als sie es im Juni 1941 tat. Und auch im Juni 1941 standen immerhin auch noch rund 55 deutsche Divisionen im Westen, auf dem Balkan und in Afrika an ebensolchen ‚Sitzkrieg‘-Fronten, wie es bis Mai 1940 am Westwall gewesen war.


Ursachen zum Scheitern von Unternehmen Barbarossa

Betrachtet man den tatsächlichen Ablauf der Ereignisse, so stellt sich die Frage, ob Hitler den ’sowjetischen Koloss‘ in den fünf Monaten zwischen dem 22. Juni 1941 bis zum Einbruch des russischen Winters hätte zerschlagen können ?
Die überraschende Antwort ist in der Rückbetrachtung ein ziemlich wahrscheinliches ‚Ja‘ !

Deutsche Panzer stossen vor, russische Kriegsgefangene strömen zurück
Deutsche Panzer stoßen vor, russische Kriegsgefangene strömen zurück. Die üblichen Bilder in den ersten Monaten von Unternehmen Barbarossa.

Eine wesentliche Voraussetzung wäre ein vernünftiger, logischer Feldzugsplan gewesen. Im Idealfall hätte dieser entlang der nördlichen und südlichen Ränder der unpassierbaren Pripjet-Sümpfe mit zwei kräftigen, gepanzerten Stoßkeilen über Minsk, Smolensk bis in das Herz des sowjetischen politischen und militärischen Systems, Moskau, erfolgen müssen.
Dazu eine kampfstarke Sekundärgruppe, welche die russischen Armeen im Süden zwischen Kiew und den deutschen Hauptstoßkräften, welche dann von Moskau kommen, einschließt. Sowie eine Kräftegruppe, welche südlich von Leningrad flankiert.

Dies war genau der ursprüngliche Operationsplan von Generalmajor Marcks, leitender Stabsoffizier im OKH (Oberkommando des Heeres), vom 5. August 1940. Aber Marcks hervorragende Anlage wurde durch zwei größere Revisionen zunichtegemacht.
General Halder, Chef des Stabes im OKH, entschied, dass die Einnahme von Leningrad die gleiche Priorität hätte, wie die von Moskau. Später machte Hitler sogar Moskau nur noch zu einem sekundären Ziel, welches nach der Einnahme von Leningrad angegangen werden sollte.

Zu diesen grundlegenden Mängeln in der deutschen Strategie kam noch die fehlerhafte und unzureichende nachrichtendienstliche Aufklärung und Unterschätzung der Feindverbände (hier, insbesondere die tatsächlichen russischen Panzerzahlen), erschreckende Nachschubschwierigkeiten, gegenüber der neusten russischen Generation unterlegene deutsche Panzer, das Fehlen von Langstreckenbombern zum Angriff auf Ziele weit hinter der Front und die deutsche Selbstüberschätzung.

Letztere führte tatsächlich dazu, dass eine große Zahl von verwendungsfähigen und nicht benötigten Divisionen im Westen zurückgehalten wurden und modernste Rüstungserzeugnisse nicht an die Ostfront geliefert wurden, um Bestände für den für 1942 voraussichtlichen Krieg gegen das Britische Empire und wahrscheinlich die USA aufzubauen.

Dies sind alles Bausteine, welche das kommende deutsche Debakel in Russland erklären. Aber dazu kam, dass der Krieg an der Ostfront sich nicht nur auf übliche Fragen in den Bereichen Strategie, Taktik und Militärtechnik beschränkte.


Krieg der Weltanschauungen

Hitler sah im Unternehmen Barbarossa einen ideologischen Kampf gegen die Rasse von slawischen ‚Untermenschen‘, welche nur zur Ausbeutung oder Vernichtung geeignet wären und welche von ‚bolschewistischen Kriminellen‘ angeführt wurden.

Tatsächlich bestand die Möglichkeit, dass das sowjetische Herrschaftssystem unter dem äußeren Druck von innen zusammenbricht. Während des ersten deutschen Vormarsch in den baltischen Staaten und der Ukraine begrüßte die einheimische Bevölkerung die deutschen Truppen als Befreier und tausende von Freiwilligen beteiligten sich an der Seite der Wehrmacht an den Kämpfen.

Deutsche Truppen Befreier
Deutsche Truppen werden in der Sowjetunion als Befreier begrüßt.

Aber, sobald die Soldaten der Wehrmacht weiter gezogen waren, kamen die SS-Mordkommandos und dies führte schnell zu einem Stimmungswechsel.
So konnte Stalin, trotz unzähliger und millionenfacher Verbrechen gegen die eigene Landbevölkerung, alte Kameraden in der Partei und selbst gegen die höheren Offiziere in der Roten Armee, erfolgreich und leidenschaftlich im zaristischen Stil an den Patriotismus der Menschen von ‚Mütterchen Russland‘ appellieren. Dank Hitler, welcher noch krasser Grausamkeiten verüben ließ.

Erschiessung von Juden
Erschießung von Juden in der Ukraine.

Kommissarbefehl

Anlage zu OKW/WFSt/Abt.LIV/Qu. Nr. 44822/41 g.K.Chefs

Richtlinien für die Behandlung politischer Kommissare.
Im Kampf gegen den Bolschewismus ist mit einem Verhalten des Feindes nach den Grundsätzen der Menschlichkeit oder des Völkerrechts nicht zu rechnen. Insbesondere ist von den politischen Kommissaren aller Art als den eigentlichen Trägern des Widerstandes eine hasserfüllte grausame und unmenschliche Behandlung unserer Gefangenen zu erwarten.

Die Truppe muss sich bewusst sein:
1. In diesem Kampf ist Schonung und völkerrechtliche Rücksichtnahme diesen Elementen gegenüber falsch. Sie sind eine Gefahr für die eigene Sicherheit und die schnelle Befriedung der eroberten Gebiete.
2. Die Urheber barbarisch asiatischer Kampfmethoden sind die politischen Kommissare. Gegen diese muss daher sofort und ohne weiteres mit aller Schärfe vorgegangen werden.

Sie sind daher, wenn im Kampf oder Widerstand ergriffen, grundsätzlich sofort mit der Waffe zu erledigen …


Mithilfe von Stalins ‚Verbrannter-Erde‘-Taktik, den Abzug von Divisionen aus dem Fernen Osten dank des russisch-japanischen Nichtangriffspaktes vom 13. April 1941 und technologische Überraschungen, wie den revolutionären T-34 Panzer, Il2 Stormowik oder dem Katjuscha-Raketenwerfer, kamen noch weitere Faktoren hinzu, welche Unternehmen Barbarossa letztlich scheitern ließen.

Natürlich wäre es wahrscheinlich, dass die deutschen Armeen Moskau erobert oder zumindest eingeschlossen hätten, wenn sie tatsächlich fünf Wochen früher hätten angreifen können. Auch wäre dies wohl noch beim tatsächlichen Angriffstermin sehr gut möglich gewesen, wenn der weitere deutsche Angriff im August und September – anstatt in die Ukraine und nach Kiew – direkt weiter nach Moskau erfolgt wäre.

im Schnee vor Moskau
Im letzten Moment und in eisiger Kälte wird ohne ausreichende Reserven versucht, Moskau doch noch 1941 einzunehmen.
Bis zum Endes des Jahres 1941 hatten die Sowjets das größte Mobilisierung-Programm der Militärgeschichte durchgeführt, während Deutschland weiterhin im ‚Blitzkrieg-Modus‘ ohne nennenswerte Reserven verharrt geblieben war.
Bemerkenswert hierfür ist, dass etwa ein Drittel der neu mobilisierten Divisionen der Roten Armee aus der Gegend von Moskau und Gorki kamen und des weiteren praktisch alle wichtigen sowjetischen Fabriken sich im Juni 1941 ebenfalls dort befanden, welche ab September weit nach Osten verlegt wurden.
Dies war nur möglich, weil Hitler den Angriff der Heeresgruppe Mitte ab Ende Juli nach einem Vorstoß von rund 650 km in vier Wochen nur 250 bis 300 km vor diesem Lebensnerv der Sowjetunion anhalten ließ, um sich Kiew in der Ukraine zuzuwenden.
Wäre der Angriff auf Moskau nicht für zwei Monate angehalten worden, hätten 1941 rund ein Drittel der sowjetischen Truppen nicht mehr mobilisiert werden können und die Masse der Produktionsanlagen im Raum Moskau und Gorki wäre wohl ebenfalls verloren gegangen.

Aber ob die spätere Einnahme Moskaus, nach dem Erstarken des russischen Widerstandswillens gegen den erbarmungslosen Invasor, noch zu einem totalen Zusammenbruch im Jahr 1941 geführt hätte, ist zu mindestens äußerst zweifelhaft.
Wie auch schon gegen Napoleon 1812, hätte auch die Einnahme von Moskau im November oder Dezember 1941 wohl nur noch wenig am russischen Widerstandswillen geändert. Und ob Stellungen 50 km weiter östlich vor Moskau über den Winter von deutschen Truppen hätten gehalten werden können, ist dann genauso unwahrscheinlich wie bedeutungslos, wie es dann 10 km vor Moskau tatsächlich war.

Anstatt im Osten bis zum Ende Jahres 1941 am Ural zu stehen und den Krieg damit praktisch strategisch gewonnen zu haben, gerieten Hitler und mit ihm das deutsche Volk in einen Überlebenskampf.
Etwa 21 Millionen Russen, 7 Millionen Deutsche, zusammen mit einer halben Million Rumänen, Italienern, Ungarn, Finnen, Slowaken, Bulgaren und Spanier starben in diesem apokalyptischen Kampf zwischen Faschismus und Kommunismus.

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button go Siehe auch: Wehrmacht Kriegsgliederung für das Unternehmen Barbarossa und der deutsche Angriff auf Russland.


Quellenangaben und Literatur

Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg (10 Bände, Zentrum für Militärgeschichte)
Der 2. Weltkrieg (C. Bertelsmann Verlag)
Zweiter Weltkrieg in Bildern (Mathias Färber)
A World at Arms – A Global History of World War II (Gerhard L. Weinberg)
Der Grosse Atlas zum II. Weltkrieg (Peter Young)
Historical Atlas of World War Two – The Geography of Conflict (Ronald Story)
Chronology of World War II (Christopher Argyle)
Operation Barbarossa: the Complete Organisational and Statistical Analysis, and Military Simulation, Volume I – IIIB (Nigel Askey)


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2 Kommentare zu „Unternehmen Barbarossa“

  1. Thorsten B.

    Also immer wieder schön zu lesen deine Bewertungen und Anführungen! Auch deine Einschätzung der Lage im Osten kann ich viel abgewinnen. Also mit vielem hast du auch sicherlich Recht, gar keine Frage! Hier sind einige “Experten“ die ihren Senf ablassen, aber dir spreche ich wirklich eine große Kompetenz zu!Aber insg. ist das alles einfach nicht so einfach zu bewerten und die Niederlage zu erklären.Die Ansicht mit dem schnellen Marsch auf Russland den Krieg beenden zu können, vertreten ja viele, immer mit dem hinterherschieben, das der Obergefreite Hitler nicht die nötige Kompetenz hatte und Hauptverantwortlich gewesen ist…

    In meinen Augen stimmt das aber ganz und gar nicht! Überhaupt ist dieses Gerede allein der seit Kriegsende herrschenden Zerstörung seiner Person geschuldet! Ich mein es ist niemals nie auch nur ein gutes Wort gefallen, es wurde und wird ja wirklich bis heute wirklich alles ausgepackt was nur denkbar bist und selbst vor seinem Liebesleben kein Halt gemacht… Hitler war vielleicht ein Fanat erster Klasse, der sein Land mehr liebte als die meisten seiner Zeit und bis heute, aber das ist gewiss nicht negativ zu bewerten und die kranke und perverse Darstellung seiner Person einfach nur mit der extremen Entnazifizierung und Indoktrinierung unseres Volkes seit 45 zu erklären, aber das möchte ich jetzt nicht weiter ausführen…

    In dem Sinne, wenn es darum geht eine Schlacht zu gewinnen, dann stimme ich denen zu, die meinen dem OKH alleine die Vollmacht zu überlassen, aber es musste ja ein Krieg gewonnen werden und da besaß Hitler weit aus größere Kompetenzen, als ihm zugedacht werden!

    Auch Frankreich wäre nicht gefallen, wenn dem OKH alleine die Entscheidung überlassen worden wäre!

    Viele Fakten und Umstände werden bei dem für alles entscheidenden Sturm auf Moskau von jedermann immer vollkommen ausgeblendet!

    Es wird z.B. immer komplett vergessen das wir völlig untermotorisiert waren und der größte Teil unserer Infanterie mit Pferd und Fahrrad versuchte den schnellen Verbänden hinterher zu kommen, was aber schlicht unmöglich war. Die Überdehnung ist nicht zu verachten, was einen möglichen Sturm auf Moskau angeht! Dazu erst recht nicht die 5 russische Armee zu vergessen!

    Wie gesagt, mit vielem hast du Recht, auch was die fehlende Reserve angeht um Truppen aus der Front abzuziehen und gegen frische tauschen zu können, definitiv fatal.

    Aber, Hitler war sich all dessen eben durchaus bewusst und hatte genau das Problem erkannt

    und bedenken müssen! Er pfiff von Brauchitsch auch nicht einfach plump zurück, sondern lies ihm ja auch seine entsprechende10 seitige Einschätzung zukommen. Nicht nur ihm. Und diese sollte ein jeder auch mal gelesen haben um Hitlers Kompetenzen als Feldherr wirklich bewerten zu können!

    Nicht alle Entscheidungen waren richtig und gerade zum Ende hin waren einige entscheidend für unsere Kapitulation, aber gerade was den Ostfeldzug angeht, kann man ihm da nicht viel vorwerfen.

    Auch die uns immer wieder bescheinigte Überheblichkeit, würde ich nicht als solche werten.

    Vielmehr wusste Hitler genau wie groß das Land ist und war sich vollkommen bewusst, das um Russland zu besiegen viel mehr gebraucht wurde als nur strategisches Können und überlegene Kampfkraft. ***GOTT MIT UNS***! Man war auch einfach nur auf eine gewisse Portion von glücklichen Umständen und beschworenen Heldentaten angewiesen und einer großen Opferbereitschaft, weshalb man natürlich überheblich wirkte und logo unterschätzt hatte die gesamte Wehrmachtsführung die Russen, keine Frage! Am Ende können wir alle aber Reden was wir

    wollen, ähnlich so wie wenn wir bei der WM ausscheiden und alle bessere Trainer sind und bessere Entscheidungen getroffen hätten….wie immer.

    Es fehlte einfach an gewissen Punkten wirklich ein bisschen das Glück und das Schicksal auf unserer Seite. Kleine Punkte haben gefehlt, dann wäre der Sieg unser und glorreich gewesen :‘-(

    Die Krim hätte ich sicher liegen gelassen, auch den Haltbefehl vor Dünnkirchen werte ich als großen Fehler, wie auch die Luftschlacht um England zu starten als riesen Gehirnfurz, aber ansonsten war das Vorgehen Hitlers vollkommen taktisch und strategisch klug und als richtig, wenn auch manchmal noch streitbar zu bewerten. Die Heeresgruppe Nord war sicher auch einer der Schwachpunkte,

    der Hafen hätte genommen werden müssen..

    Das Scheitern der 6 Armee natürlich fatal und der Sturm auf das vollkommen auf Verteidigung ausgebaute Moskau mit einer völlig ausgelaugten, entkräfteten Armee am Ende mit entscheidend.

    Und natürlich hat Japan durch seine Entscheidung sich China zu zu wenden einen entscheidenden Teil beigetragen, das wir Russland nicht besiegt haben.

    Nach dem Polenfeldzug direkt weiter zu ziehen hätte vielleicht auch funktionieren können,

    aber auch da muss man dann doch am Ende einfach so ehrlich zu sich selbst sein,

    und begreifen, das dafür Schlichtweg die Kriegs Ressourcen noch nicht ausgereicht haben!

    Vielleicht sollten wir einfach mal nur festhalten, das wir definitiv die ehrbarste und tapferste Armee der Welt hatten, mutiger und stärker als der Rest der Welt und unsere Kampfkraft von jedem alliierten einfach nur bewundert und gefürchtet war.

  2. Rainer Kirmse , Altenburg

    VERNICHTUNGSKRIEG

    Platz für ein Volk ohne Raum,
    Hitlers wahnwitziger Traum.
    Der Krieg der Ideologien
    Wird eine blutige Spur zieh’n.

    Der Plan liegt lange schon bereit,
    Deutschlands Partner geben Geleit.
    Von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer
    Fällt man über das Sowjetreich her.

    Die Wehrmacht ist gut gerüstet,
    Ein ganzes Land wird verwüstet.
    Millionenfach unsäglich‘ Leid,
    Verloren geht die Menschlichkeit.

    Bald wird man an der Wolga steh’n,
    Zum Schluss wird Deutschland untergeh’n.
    Während man noch träumt vom Endsieg,
    Kehrt der Krieg zum Ursprung zurück.

    Rainer Kirmse , Altenburg

    Herzliche Grüße aus Thüringen

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