Italienischer Angriff auf Griechenland 1940

Die italienische Invasion Griechenlands am 28. Oktober 1940: Ursachen, Schlachten und Auswirkungen.

Italienische Artillerie im Gefecht
Italienische Artillerie im Gefecht.

Am 28. Oktober 1940 startete Italien eine katastrophale Invasion Griechenlands, die zu einer der größten militärischen Niederlagen Mussolinis im Zweiten Weltkrieg werden sollte. Die italienischen Truppen marschierten von Albanien aus in Griechenland ein. Sie erwarteten einen schnellen Sieg über das kleinere Land.

Stattdessen trafen sie auf erbitterten Widerstand.

Der Angriff überraschte die Griechen und auch Hitlers Deutschland. Mussolini hatte seinen Verbündeten nicht über die geplante Invasion informiert.

Die griechischen Streitkräfte kämpften tapfer gegen die italienische Armee. Sie stoppten den Vormarsch innerhalb weniger Monate.

Deutschland musste daraufhin Truppen vom geplanten Angriff auf die Sowjetunion abziehen, um Italien zu helfen. Die Ereignisse entlarvten die militärischen Schwächen des faschistischen Italiens.

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Hintergrund der italienischen Invasion

Duce zusammen mit dem Kronprinzen
Der Duce zusammen mit dem Kronprinzen (links) bei einer Truppenparade. Das Foto stammt aus der deutschen Propaganda-Zeitschrift ‚Signal‘ und soll zusammen mit anderen Bildern der italienischen Streitkräfte die angebliche Kampfbereitschaft und militärischen Vorbereitungen Italiens dokumentieren.

Mussolinis Expansionspläne im Mittelmeer und die angespannten griechisch-italienischen Beziehungen legten den Grundstein für den Konflikt von 1940. Italiens Besetzung Albaniens machte die Griechen ziemlich nervös.

Italiens Expansionistische Ambitionen

Mussolini träumte von einem neuen römischen Reich im Mittelmeerraum. Er wollte Italien als dominante Macht in der Region sehen.

Für ihn war Griechenland das ideale Ziel für seine Expansion. Die strategische Lage und die Ressourcen waren einfach verlockend.

Mussolini fühlte sich von Hitlers Erfolgen in Europa unter Druck gesetzt. Er wollte eigene Eroberungen vorweisen, koste es, was es wolle.

Italiens Hauptziele:

  • Kontrolle über das östliche Mittelmeer
  • Zugang zu griechischen Häfen und Inseln
  • Demonstration italienischer Militärmacht
  • Rivalität mit Deutschland ausgleichen

Die italienische Führung unterschätzte die griechische Kampfkraft völlig. Sie erwarteten einen schnellen und einfachen Sieg.

Griechisch-Italienische Beziehungen vor 1940

Die Spannungen zwischen Griechenland und Italien spitzten sich 1940 zu. Italien begann im Juli mit Provokationen gegen griechische Kriegsschiffe.

Italienische Bomber griffen griechische Schiffe und U-Boote an. Am 15. August torpedierte ein italienisches U-Boot den griechischen Kreuzer Elli.

Der Angriff passierte während eines wichtigen orthodoxen Feiertags im Hafen. Das machte die griechische Empörung nur noch größer.

Griechenlands Ministerpräsident Ioannis Metaxas hatte selbst faschistische Ansichten. Trotzdem wandte er sich wegen der italienischen Bedrohung an Großbritannien.

Die britische Royal Navy hatte Stützpunkte im gesamten Mittelmeer. Griechenland sah in Großbritannien den einzigen möglichen Verbündeten gegen Italien.

Auswirkungen der Besetzung Albaniens

Italiens Invasion Albaniens alarmierte Griechenland. Plötzlich lag eine direkte Bedrohung im Norden.

Albaniens strategische Bedeutung:

  • Direkter Zugang zu Griechenlands Nordgrenze
  • Aufmarschgebiet für italienische Truppen
  • Kontrolle über die Adria-Zugänge

Die italienische Präsenz in Albanien machte Landoperationen gegen Griechenland erst möglich. Mussolinis Armee stand bereit zum Angriff.

Griechenland erkannte die Gefahr aus dem Norden. Die Regierung begann, das Militär an der albanischen Grenze zu verstärken.

Die Besetzung Albaniens lieferte Italien eine Rechtfertigung für weitere Expansion. Mussolini behauptete, er müsse italienische Interessen auf dem Balkan schützen.

Die Entwicklungen zum Krieg

Aufteilung Welt Achsenmächte
Cartoon zur Aufteilung der Welt durch die gierigen Führer der Achsenmächte (v.l.n.r.: Deutschlands Hitler, Italiens Mussolini und Japans Tenno).

Mussolinis Entscheidung, Griechenland anzugreifen, entstand aus seinem Wunsch nach militärischem Erfolg und territorialem Gewinn auf dem Balkan. Währenddessen nahm der diplomatische Druck zwischen Italien und Griechenland zu.

Hitler äußerte eigene Bedenken zu Mussolinis Plänen. Die beiden Achsenmächte waren sich keineswegs einig.

Mussolinis Entscheidung zur Invasion

Mussolini wollte Italiens Prestige mit einem schnellen militärischen Sieg stärken. Er glaubte, Griechenland wäre ein leichtes Ziel.

Er wollte Hitlers Erfolge in Europa nachahmen. Griechenland schien schwach und schlecht verteidigt zu sein.

Für Mussolini gehörte der Balkan in Italiens Einflussbereich. Die Kontrolle über Griechenland sollte Italien strategische Vorteile im Mittelmeer bringen.

Die Invasion Albaniens 1939 hatte Italiens Absichten bereits gezeigt. Griechenland war der nächste logische Schritt für Mussolini.

Diplomatische Manöver

Italien übte diplomatischen Druck auf Griechenland aus. Diese Aktionen sollten eine Invasion vorbereiten.

Griechenland versuchte unter Ioannis Metaxas neutral zu bleiben. Das Land wollte sich nicht direkt auf einen Konflikt einlassen.

Am 28. Oktober 1940 um 5:30 Uhr morgens überbrachte die italienische Botschaft in Athen ein Ultimatum. Griechenland sollte verschiedene Küstenpositionen und strategische Inseln innerhalb von drei Stunden an Italien abtreten.

Metaxas lehnte ab. Seine Weigerung führte direkt zum Beginn der Kampfhandlungen.

Spannungen mit Deutschland

Mussolini, Hitler, Ciano und von Ribbentrop
Mussolini, Hitler, Ciano und von Ribbentrop am Tag des italienischen Angriffs auf Griechenland im Palazzo Vecchio in Florenz. Die deutschen Gäste wurden von der italienischen Aktion völlig überrascht, was in Mussolinis Absicht lag.

Hitler wusste wenig über Mussolinis Pläne. Die Achsenmächte stimmten sich nicht ab.

Deutschland hatte eigene Interessen auf dem Balkan. Hitler fürchtete, dass Mussolinis Aktionen seine Ostpläne stören könnten.

Die italienische Invasion lief ohne deutsche Zustimmung. Das führte später zu ernsthaften Problemen für beide.

Vorbereitungen durch Griechenland

Trotz politischer Turbulenzen in den 1930ern mobilisierte Griechenland seine Streitkräfte. Das Land bereitete sich auf eine italienische Invasion vor.

Die griechische Führung erkannte die Bedrohung. Sie verstärkte die Verteidigung entlang der albanischen Grenze.

Nach der italienischen Invasion brach eine Welle patriotischer Begeisterung aus. Diese nationale Einheit zeigte sich bei Soldaten und Zivilisten gleichermaßen.

Das Ultimatum und Griechenlands Antwort

Am 28. Oktober 1940 stellte Italien Griechenland ein Ultimatum. Es forderte die strategische Besetzung griechischer Gebiete.

Ministerpräsident Ioannis Metaxas antwortete mit dem berühmten „Όχι“ (Nein).

Mussolinis Ultimatum an Griechenland

Um 3 Uhr morgens am 28. Oktober 1940 überbrachte der italienische Botschafter Emanuele Grazzi das Ultimatum Mussolinis an Ioannis Metaxas. Das Ultimatum forderte von Griechenland, italienischen Streitkräften die Besetzung strategisch wichtiger Orte auf dem griechischen Festland zu gestatten.

Italien begründete das mit der angeblichen Notwendigkeit, Griechenlands Neutralität während des Krieges gegen Großbritannien zu garantieren. Man verlangte den freien Durchgang italienischer Truppen durch griechisches Territorium.

Mussolini setzte eine kurze Frist für die Antwort und drohte mit Krieg. Das Ultimatum überraschte die griechische Regierung nicht völlig.

Italien kontrollierte bereits Albanien und hatte seine Truppen an der griechischen Grenze verstärkt.

Ioannis Metaxas und das historische ‚Όχι‘ (Nein)

griechische Dikatator Metaxas
Der griechische Dikatator Metaxas, umringt von Anhängern mit dem ‚faschistischen Gruß‘.

Ministerpräsident Ioannis Metaxas reagierte entschieden auf das italienische Ultimatum. Seine offizielle Antwort lautete auf Französisch: „Alors, c’est la guerre“ (Dann ist es Krieg).

Die Griechen machten daraus schnell das einfache „Όχι“ (Nein). Dieses eine Wort wurde zum Symbol des griechischen Widerstands gegen die Achsenmächte.

Metaxas zögerte nicht. Ihm war klar, dass eine Zustimmung zum Ultimatum die griechische Unabhängigkeit beendet hätte.

Noch bevor das Ultimatum um 5:30 Uhr ablief, griffen italienische Truppen bereits an – sie kamen von der albanischen Grenze. Die italienische Invasion begann in der rauen Pindos-Region im Norden Griechenlands.

Ohi-Tag: Nationale Bedeutung

Der 28. Oktober wurde in Griechenland als Ohi-Tag ein nationaler Feiertag. Dieser Tag ehrt Metaxas‘ mutige Ablehnung des Ultimatums.

Der Ohi-Tag gilt als zweiter Nationalfeiertag nach dem Unabhängigkeitstag. Das „Nein“ von 1940 steht für den griechischen Widerstandsgeist gegen fremde Besatzung.

Jedes Jahr am 28. Oktober ziehen in griechischen Städten Paraden durch die Straßen. Schulkinder marschieren und erinnern an den historischen Widerstand.

Das „Όχι“ wurde nicht nur in Griechenland, sondern auch darüber hinaus zum Symbol des Widerstands. Es inspirierte andere Nationen im Kampf gegen die Achsenmächte während des Zweiten Weltkriegs.

Der Verlauf der Invasion

Italienische Infanterie in Griechenland
Italienische Infanterie auf dem Vormarsch in Griechenland.

Die italienische Invasion begann am 28. Oktober 1940 mit einem Angriff aus Albanien. Die griechische Armee unter General Alexandros Papagos hielt stand und startete eine Gegenoffensive, die die Italiener weit zurückwarf.

Erste italienische Offensiven aus Albanien

Die italienischen Streitkräfte griffen am 28. Oktober 1940 von Albanien aus an. Mussolini rechnete mit einem schnellen Sieg.

Die italienische Armee war aber schlecht ausgerüstet und kaum vorbereitet. Schon nach einer Woche stießen sie auf heftigen griechischen Widerstand.

Hauptprobleme der italienischen Offensive:

  • Schlechte Ausrüstung und Training
  • Niedrige Moral der Soldaten
  • Ungeeignete Winterausrüstung für das Berggelände

Die griechischen Truppen unter Papagos organisierten eine effektive Verteidigung. Die Italiener konnten ihre Ziele nicht erreichen.

Griechische Soldaten im Herbstregen und Schlamm
Griechische Soldaten im Herbstregen und Schlamm, ihren besten Helfern. Mussolini begann seinen Angriff auf Griechenland genau zu der Jahrezeit, in welcher die ‚Regenzeit‘ alljährlich die regenlose Schönwetterperiode ablöst. Dazu verfügten die Italiener über weniger Soldaten als vollständig mobilisierte griechische Streitkräfte und hatten dazu noch an zwei weiteren Fronten mit erheblichen Versorgungsschwierigkeiten zu kämpfen: in Ägypten und Ostafrika!

Kämpfe in Epirus

Epirus wurde zum Zentrum der härtesten Kämpfe. Das bergige Gelände half den griechischen Verteidigern enorm.

Die italienische Armee kam in den Bergen Nordwestgriechenlands kaum voran. Die Griechen kannten das Gelände und nutzten jeden Vorteil.

Bis Dezember 1940 steckte die italienische Offensive fest. Die Truppen schafften keine bedeutenden Geländegewinne.

Die griechische Verteidigung in Epirus entfachte eine Welle des Patriotismus. Kämpfer und Zivilisten zeigten seltene Einheit während des Krieges.

iItalienische Infanterie an der griechisch-albanischen Grenze
Italienische Infanterie mit einem mittleren Maschinengewehr im Ortskampf an der griechisch-albanischen Grenze.

Griechische Gegenoffensive und Vorstöße

Die griechische Armee schlug zurück und drängte die Italiener nach Albanien zurück. Bis Mitte Januar 1941 nahmen sie die Hafenstadt Vlora ein.

Erfolge der griechischen Gegenoffensive:

  • Rückeroberung von einem Viertel Albaniens
  • Zurückdrängung italienischer Truppen bis zur Hafenstadt Vlora
  • Erste ernsthafte Niederlage der Achsenmächte im Zweiten Weltkrieg

Die Griechen kontrollierten schließlich rund ein Viertel Albaniens. Das war der erste große Rückschlag für die Achsenmächte.

Der griechische Erfolg zwang Deutschland, auf dem Balkan einzugreifen, um die Südflanke zu sichern.

griechischer Hauptamnn treibt seine Männer an
Ein griechischer Hauptmann treibt seine Männer an, ein Feldgeschütz im Epirus zu vorwärts zu ziehen.

Rolle der Briten und Alliierten

Die britische Royal Air Force unterstützte die griechische Gegenoffensive. Winston Churchill nahm im Februar 1941 Kontakt mit griechischen Beamten auf, um eine Allianz zu schmieden.

Churchill sah im griechischen Widerstand eine Chance für britische Interessen auf dem Balkan. Sein Ziel: ein britisch-freundlicher Balkan.

General Papagos stimmte der Zusammenarbeit zu, weil er eine deutsche Invasion für wahrscheinlich hielt. Auch die Sowjetunion lieferte Flugzeuge an Griechenland.

Alliierte Unterstützung:

  • Britische RAF: Luftunterstützung für griechische Truppen
  • Sowjetische Flugzeuge: Militärische Ausrüstung
  • Strategische Beratung: Britische Militärberater

Die britische Hilfe half den Griechen, ihre Position zu halten und gegen die Italiener in Albanien vorzugehen.

Tee und Brot für griechische Soldaten
Britische Artilleristen (links) geben Tee und Brot in der Nähe von Chania auf Kreta an griechische Soldaten im November 1940 aus. Rechts im Bild schauen ein griechischer Offizier und ein Gendarm zu.

Folgen des gescheiterten italienischen Feldzuges

Italienische schwere Kanonen 149/35
Italienische schwere Kanonen 149/35 unter Artillerie-Beschuß in Albanien, nachdem der unglückselige Griechenlandfeldzug gescheitert war.

Das Scheitern der italienischen Invasion veränderte den Verlauf des Zweiten Weltkriegs. Die militärische Niederlage schwächte Italiens Position und zwang Deutschland zu einer Intervention auf dem Balkan.

Auswirkungen auf die italienische Moral und das Militär

Die Niederlage zerstörte das Vertrauen in Mussolinis Führung. Italienische Generäle wie Pietro Badoglio hatten vor dem Angriff gewarnt, dass mehr Zeit und Truppen nötig wären.

Die Verluste waren hoch. Die schlecht ausgerüsteten griechischen Truppen drängten die Italiener zurück.

Viele italienische Soldaten gerieten in Gefangenschaft – manche sogar mit Bisswunden am Hals, weil griechische Evzone-Einheiten im Nahkampf ihre Zähne einsetzten.

Militärische Schwächen wurden deutlich:

  • Unzureichende Versorgungslinien
  • Schlechte Ausrüstung und Vorbereitung
  • Mangelnde Koordination zwischen den Einheiten
  • Unterschätzte Gegnerschaft

Die Niederlage zeigte, dass Italiens Streitkräfte für moderne Kriegsführung schlicht nicht gerüstet waren.

gefangengenommene italienische Offiziere in Griechenland
Griechische Soldaten bringen gefangengenommene italienische Offiziere zum Verhör.

Deutsche Intervention und die Balkankampagne

Hitler war über Mussolinis Alleingang wütend. Er erfuhr erst vom Angriff, als italienische Truppen schon die Grenze überschritten hatten.

Die italienische Niederlage zwang Deutschland, Truppen von anderen Fronten abzuziehen, um auf dem Balkan einzugreifen. Diese Entscheidung hatte große strategische Folgen für den weiteren Kriegsverlauf.

Die deutsche Balkan-Operation begann 1941 und band viele Ressourcen. Soldaten, die eigentlich anderswo gebraucht wurden, mussten die italienische Position retten.

Strategische Folgen:

  • Verzögerung anderer deutscher Operationen
  • Spannungen zwischen Berlin und Rom
  • Ausweitung des Kriegsschauplatzes auf den Balkan
Metaxs-Linie griechische Kriegsflagge
Deutsche Soldaten haben an der an der nördlichen Grenze Griechenlands gelegenen Metaxas-Linie eine griechische Kriegsflagge niedergeholt.

Langfristige Auswirkungen auf Griechenland

Griechenland zahlte einen hohen Preis für seinen Widerstand. Die deutsche Intervention brachte eine brutale Besatzung, die das Land verwüstete.

Die Bevölkerung litt unter extremer Hungersnot während der Besatzung. Hunderttausende starben an Unterernährung und Krankheiten.

Die Infrastruktur lag am Boden. Verschiedene Partisanengruppen kämpften nicht nur gegen die Besatzer, sondern auch gegeneinander.

Diese Konflikte führten später zu einem verheerenden Bürgerkrieg. Die Besatzung dauerte bis 1944 und hinterließ Griechenland in Trümmern.

Die wirtschaftlichen und sozialen Schäden prägten das Land noch jahrzehntelang.

Vermächtnis der italienischen Invasion Griechenlands

Oxi Tag2019
Aufmarsch auf Kreta zu den Feiern zum Ochi-Tag am 28. Oktober.

Die italienische Invasion Griechenlands von 1940 hat sich tief ins kulturelle Gedächtnis des Landes eingebrannt. Der griechische Widerstand prägte die nationale Identität und wirkt bis heute nach.

Kulturelles Gedächtnis und Ohi-Tag

Am 28. Oktober feiert Griechenland den Ohi-Tag. An diesem Tag sagte Ministerpräsident Ioannis Metaxas ein deutliches Nein zum italienischen Ultimatum.

Das griechische „Όχι“ (Nein) wurde schnell zum Symbol des Widerstands gegen die Besatzung. Heute gilt dieser Tag als Nationalfeiertag in Griechenland.

Jedes Jahr gibt’s Paraden und Gedenkveranstaltungen, die an den Mut der Verteidiger erinnern. Schulen und öffentliche Einrichtungen bringen eigene Programme auf die Beine.

Die Erinnerung an den Widerstand gegen Italien stärkte das griechische Nationalgefühl. Veteranen und ihre Familien gelten bis heute als Helden.

Griechische Flak-Artillerie
Griechische Flak-Artillerie rollt an die Front.

Bedeutung in der Geschichte des Zweiten Weltkriegs

Die griechische Verteidigung brachte den Achsenmächten ihren ersten großen Rückschlag. Italienische Truppen zogen sich zurück und landeten wieder in Albanien.

Strategische Auswirkungen:

  • Verzögerung der deutschen Operation Barbarossa
  • Umleitung deutscher Truppen vom geplanten Angriff auf die Sowjetunion
  • Schwächung der Achse im Mittelmeerraum

Winston Churchill nutzte den griechischen Erfolg für die alliierte Propaganda. Die griechische Resistenz inspirierte andere besetzte Länder zum Widerstand.

Im April 1941 griff Deutschland ein, um Italien zu retten. Diese Entscheidung band wichtige Ressourcen und Truppen.

Gefangener britischer Soldat in Griechenland
Ein deutscher Panzer rollt hinter einerm der 9.000 auf dem Peloponnes gefangenen Briten vorbei.

Dauerhafte Auswirkungen auf die griechische Gesellschaft

Der Krieg brachte schwere humanitäre Krisen nach Griechenland. Hungersnöte und Besatzung forderten Hunderttausende Opfer.

Die Widerstandsbewegung zerfiel später in konkurrierende politische Gruppen. Nach 1944 führte das zum griechischen Bürgerkrieg.

Gesellschaftliche Veränderungen:

  • Stärkung des Nationalbewusstseins
  • Trauma durch Besatzung und Hungersnot
  • Politische Polarisierung

Veteranenorganisationen prägten die Nachkriegsgesellschaft in Griechenland. Viele Familien erzählen bis heute Geschichten über ihre Vorfahren im Widerstand.

Diese mündlichen Überlieferungen formen das kollektive Gedächtnis. Es ist schon erstaunlich, wie lebendig diese Erinnerungen geblieben sind.

Britische Truppen Athen 1944
Britische Truppen mit griechischen Freiwilligen im Einsatz gegen kommunistische Kräfte in Athen, Winter 1944/45.

Häufig gestellte Fragen

italienische Gebirgsartillerie
Italienische leichte Gebirgsartillerie in Feuerstellung in den albanischen Bergen.

Der italienische Angriff auf Griechenland 1940 löste einen mehrmonatigen Konflikt aus. Die Invasion begann am 28. Oktober 1940 und endete am 23. April 1941, als die Deutschen eingriffen.

Was waren die Hauptereignisse, die den Zeitverlauf des Griechisch-Italienischen Krieges bestimmten?

Am 28. Oktober 1940 marschierten italienische Truppen von Albanien aus in Griechenland ein. Die Griechen stoppten den Vormarsch schon Mitte November.

Sie starteten eine Gegenoffensive, die die Italiener zurück nach Albanien drängte. Im Januar 1941 eroberten die Griechen den Klisura-Pass – und das war schon tief in albanischem Gebiet.

Im Februar 1941 stabilisierte sich die Front. Italien hatte inzwischen 28 Divisionen im Einsatz, Griechenland 14.

Im März versuchten die Italiener eine Frühjahrsoffensive, die aber scheiterte. Am 6. April 1941 griff Deutschland im Norden Griechenlands ein, um Italien zu unterstützen.

Griechenland kapitulierte am 20. April 1941 vor den Deutschen und am 23. April vor den Italienern.

Wie begann der Griechisch-Italienische Krieg und was waren die anfänglichen Ziele beider Seiten?

Am 28. Oktober 1940 stellte Mussolini Griechenland ein Ultimatum. Er wollte griechische Gebiete und strategisch wichtige Positionen.

Ministerpräsident Metaxas lehnte die Forderungen ab. Italien startete daraufhin die Invasion aus Albanien.

Italien wollte Griechenland erobern und mehr Einfluss im Mittelmeer gewinnen. Mussolini träumte von einem Imperium „vom Gibraltar bis zur Straße von Hormus“.

Griechenland kämpfte um seine Unabhängigkeit. Die Briten lieferten Luftunterstützung und Material.

Welche Rolle spielten die britischen Streitkräfte in Griechenland während des Zweiten Weltkriegs?

Großbritannien schickte Luftstreitkräfte und Material nach Griechenland. Diese Hilfe half den Griechen, der italienischen Invasion standzuhalten.

Ab dem 2. März 1941 kamen britische Bodentruppen an. Das passierte kurz nachdem Bulgarien der Achse beigetreten war.

Die verstärkte britische Präsenz beunruhigte Hitler. Er sah darin eine Gefahr für Deutschlands Position auf dem Balkan.

Die Briten in Nordgriechenland konnten den deutschen Vormarsch nicht stoppen. Sie wurden von der deutschen Invasion überrannt.

Was waren die Folgen und Verluste der italienischen Invasion Griechenlands 1940?

Die italienische Armee verzeichnete 102.064 Kampfverluste. 13.755 Soldaten starben, 3.914 galten als vermisst.

Es gab 50.874 Verwundete und 12.368 Erfrierungsfälle. Italien verlor außerdem 64 Flugzeuge und ein U-Boot.

Griechenland hatte über 83.500 Kampfverluste, darunter 13.325 Tote und 1.237 Vermisste. 42.485 Griechen wurden verwundet, etwa 25.000 erlitten Erfrierungen.

Nach der Niederlage besetzten deutsche, italienische und bulgarische Truppen das Land. Für die Achsenmächte war das der erste große Rückschlag im Krieg.

Wie beeinflussten Mussolinis Ambitionen bezüglich Griechenlands die italienische Außenpolitik während des Zweiten Weltkriegs?

Mussolini wollte die Vorherrschaft Italiens im Mittelmeer-Donau-Balkan-Raum. Griechenland gehörte fest zu seinen Expansionsplänen.

Das faschistische Regime wollte wirtschaftliche und militärische Kontrolle über Griechenland und Jugoslawien. Es gab sogar Pläne für Protektorate über mehrere osteuropäische Länder.

Schon 1939 hatte Italien Albanien besetzt, um einen Stützpunkt für die Balkan-Expansion zu schaffen. Das diente als Sprungbrett für den späteren Angriff auf Griechenland.

Diese aggressive Außenpolitik zeigte die Schwächen Großbritanniens und Frankreichs auf. Mussolini nutzte diese Lücken für seine imperialen Ziele.

Was waren die Ergebnisse des Griechisch-Italienischen Krieges für Italien und Griechenland?

Italien erlebte im Konflikt eine echte militärische Demütigung. Es war der erste Rückschlag für die Achsenmächte.


Quellenangaben und Literatur

Der 2. Weltkrieg (C. Bertelsmann Verlag)
Zweiter Weltkrieg in Bildern (Mathias Färber)
A World at Arms – A Global History of World War II (Gerhard L. Weinberg)
Der Grosse Atlas zum II. Weltkrieg (Peter Young)
Wendepunkte (Ian Kershaw)
Krieg der Panzer (Piekalkiewicz)
Luftkrieg (Piekalkiewicz)

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