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Tiger-Ass Wittmann


Michael Wittmann, das Tiger-Ass und erfolgreichster Panzer-Kommandant aller Zeiten mit der Rekordzahl von 138 Abschüssen gegnerischer Kampfpanzer.

Wittmann mit Tiger-Panze
Die erfolgreichste Panzerbesatzung aller Zeiten: Wittmann (links) mit Tiger-Panzer in Russland im Januar 1944.

Michael Wittmann wurde am 22. April 1914 in Vogelthal in der Oberpfalz geboren.

Tiger-Ass Michael Wittmann

1937 trat Wittmann er der Leibstandarte-SS-Adolf Hitler bei.

Im Polenfeldzug und auch im Westfeldzug war er nur Infanterist, aber während des Balkanfeldzugs befehligte er schon eines der sechs StuG III der Leibstandarte in Griechenland.

Mit Beginn von Unternehmen Barbarossa kämpfte er in den Jahren 1941 und 1942 weiterhin in Sturmgeschützen bei der zwischenzeitlich zur motorisierten Infanterie-Division und anschließend zur Panzergrenadier-Division ausgebauten Leibstandarten-Division. Dort erhielt er bereits das Eisernes Kreuz 1. Klasse, war aber immer noch ein Unbekannter im Millionenstarken Ostheer.

Michael Wittmann
Michael Wittmann
Wittmann war auch nicht der typische Vorzeigesoldat der unbesiegbaren deutschen Propagandahelden aus ‘Signal’, ja noch nicht einmal einer der verwegenen Panzerkommandanten der frühen Blitzkriege.

Seine Kameraden und Vorgesetzten beschrieben ihn als ruhige, äußerst bescheidene und geradezu introvertierten Person.
Obwohl fast ein Einzelgänger, war er jedoch als Panzer-Kommandant ein echtes Naturtalent, welches instinktiv besondere Situationen erkannte. Er witterte meist schon zuvor, ob das Gefecht mit einem Sieg oder einer Niederlage enden würde.
Schon an der Ostfront wurde er mit den Worten beschrieben, er sei ein Grübler und ein Mann, der es sich selbst sehr schwer machte. Mit äußerster Gründlichkeit bereitete er jedes Gefecht vor, aber wenn die Würfel erst einmal gefallen waren, reagierte er schnell und wie von einer inneren Uhr gesteuert.


Wittmanns Tiger

Seitenansicht von oben
Der neue mächtige, schwere Kampfpanzer Tiger I.

Wittmanns Stern ging erst mit dem Tiger-Panzer auf. Im Sommer 1942 wurde die Leibstandarten-Division nach dem harten Jahr in Russland zur Auffrischung nach Frankreich verlegt.
Dort erhielt die Division ein Panzer-Regiment und wurde zur Panzer-Division ausgebaut. Die 13. Kompanie wurde zur ‘schweren Kompanie’ und wurde mit den ersten der neuen Tiger-Panzer ausgerüstet.
Als Wittmann den gewaltigen schweren Panzer sah, bat er den Regimentskommandeur einen davon zu erhalten. Dieser willigte ein und machte Wittmann zu einem der Zugführer der schweren Panzer-Kompanie.

Die Ausbilder kamen schließlich im Oktober oder November 1942 vom 500. Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon aus Paderborn, was das übliche Verfahren bei der Aufstellung der neuen Tiger-Einheiten war. Die Ausbilder waren allesamt erfahrene Panzersoldaten mit Einsatzerfahrung in Russland.
Wittmann lernte auch seine neue Besatzung kennen, die aus dem Richtschützen Rottenführer Balthasar Woll, Lader Kurt Berges, Fahrer Gustl Kirschner und Funker Herbert Pollmann bestand.

Nach seiner ersten Fahrt mit dem Tiger meinte Fahrer Kirschner bereits, dass der schwere Panzer wie ein Volkswagen läuft und er könne mit zwei Fingern dessen 700 Pferdestärken beherrschen. Kirschner hatte guten Grund, von dem 55-Tonnen-Riesen beeindruckt zu sein. Er war reaktionsschnell und konnte mit bis zu 45 km/h auf der Straße und mit 20 km/h im Gelände fahren.
Die Besatzung lernte schnell, dass der Tiger 535 Liter Kraftstoff auf 100 Kilometer verbrauchte. Motor und Getriebe, Untersetzungsgetriebe, Turm- und Ventilatorantrieb verbrauchten 82 Liter Öl. Der Motor hatte einen Hubraum von 220 Litern.

Was Rottenführer Woll jedoch beeindruckte, war die hydraulisch betätigte Kraftübertragung des Turmdrehmechanismus. Der Fuß des Richtschützen ruhte auf einer Kippplatte und wenn er diese nach vorne drückte, drehte sich der Turm im Uhrzeigersinn. Drückte er rückwärts, bewegte sich der Turm gegen den Uhrzeigersinn. Je fester er die Platte eindrückte, desto höher war die Rotationsgeschwindigkeit. Bei maximaler Rotation dauerte es sechzig Sekunden, um den Turm um 360 Grad zu drehen. Einmal experimentierte Woll, um zu sehen, wie lange es dauern würde, den Turm bei minimalem Eindrücken zu drehen. Es dauerte eine ganze Stunde, bis dieser sich um 360 Grad gedreht hatte.

Nachdem die Sowjets bereits zu dieser Zeit Stalingrad eingeschlossen hatten, zerschlugen sie zu Beginn des Jahres 1943 die italienische 8. und ungarische 2. Armee. Deshalb wurde das I. SS-Panzer-Korps, bestehend aus Leibstandarte, 2. SS-Panzer-Division Das Reich und 3. SS-Panzer-Division Totenkopf in Alarmbereitschaft gesetzt und ab dem 9. Januar in den bedrohten Frontabschnitt bei Charkow abtransportiert.

ersten Tiger-Panzer
Die ersten Tiger-Panzer erhält die Division LSSAH im Dezember 1942. Sie werden erstmals im Februar 1943 bei Charkow eingesetzt.
Hier erfolgte der erste Einsatz von Wittmanns Tiger in der Schlacht von Charkow im Februar und März 1943.
Am ersten Tag der nachfolgenden Panzerschlacht von Kursk schoss Wittmann bereits acht Panzer ab und zerstörte sieben Geschütze.
Nach fünf Tagen belief sich seine Bilanz auf 30 T-34 und 28 Pak- und Flakgeschütze.

Bis zu Beginn des Jahres 1944 stieg seine Erfolgsquote an der Ostfront auf 66 Panzer, woraufhin er erst relativ spät das Ritterkreuz erhielt. Doch nur 14 Tage später erhielt er schon das Eichenlaub hinzu, als er den 88. Panzer-Abschuss erzielte.

Die Leibstandarte-Division kämpfte im Frühjahr 1944 im Eis und Schlamm entlang der Hauptstraße östlich von Ternopol. Zusammen mit der 1. Panzer-Division wurde die Einheit Anfang März 1944 im Raum Kamenets-Podolsk eingekesselt. Einige Tage später kämpfte sich die Division jedoch wieder frei, aber die Kräfte der Division waren nun aufgebraucht.

Die Überlebenden wurden von der Front abgezogen und nach Belgien geschickt, wo eine Reorganisation der Division geplant war. Wittmann verließ Russland mit 117 Panzerabschüssen und wurde ins Führerhauptquartier beordert, um das Eichenlaub zu erhalten. Er traf Hitler, erhielt seinen Orden und konnte dann kurz seine Familie in Deutschland besuchen.


Normandie

Tiger-Panzer 1. SS-Panzer-Division Normandie
Tiger-Panzer der 101. schwere SS-Panzer-Abteilung rollen in der Normandie vor.

Bald wurde Wittmann nach Belgien befohlen, wo er die 2. Kompanie der 101. schweren SS-Panzer-Abteilung übernehmen sollte. Das Bataillon war eine neue Formation und unterstand direkt dem I. SS-Panzerkorps Leibstandarte, zu dem die 1. SS-Panzer-Division Leibstandarte und die 12. SS-Panzer-Division Hitlerjugend gehörten.

Am 6. Juni 1944 landeten die Alliierten in der Normandie an und Schwärme alliierter Flugzeuge beherrschten den Luftraum über dem Invasionsgebiet. Die Panzer des I. SS-Panzerkorps rollten am Abend nun in Richtung der Normandie. Das Ziel der 101. Abteilung war Caen und für Wittmann war es der Beginn eines ganz anderen Krieges.

Nachdem Wittmanns Tiger noch über die Champs Élysée in Paris gerollt waren, erreichten sie die bald als ‘Jabo-Rennstrecke’ verfluchte Zufahrtsstraße in die Normandie. Bereit nach zwei Tagen hatte das schwere Panzer-Bataillon seinen Spitznamen ‘Bombenteppich-Abteilung’ weg, nachdem es einen Luftangriff nach dem anderen über sich ergehen lassen musste.

Am Abend des 11. Juni erreicht die 101. schwere SS-Panzer-Abteilung den Raum Villers-Bocage hinter der bereits schwer angeschlagenen Panzer-Lehr-Division. Wittmanns Einheit hatte jedoch auch schon mehrere, durch Luftangriffe beschädigte Tiger, zur Reparatur zurücklassen müssen.


Die Schlacht bei Villers-Bocage

Sherman-Panzer der britischen 7. 'Wüstenratten'-Panzerdivision
Sherman-Panzer der britischen 7. ‘Wüstenratten’-Panzerdivision rollen zum Angriff auf Villers-Bocage vor.

Die verbliebenen Tiger erreichten am frühen Morgen des 12. Juni die Umgebung von Villers Bocage. Am nächsten Morgen führte Wittmann dann alleine mit einem Tiger-Panzer und einer schnell zusammengewürfelten Besatzung eine Aufklärungsmission durch, wobei er feindliche Panzer auf der Straße nach Villers-Bocage sichtete.
Am späten Morgen des 13. Juni 1944 war das Wetter dunstig und es waren keine Jagdbomber in der Luft.

Was nun folgte, wirkt heute wie eine Revolver-Geschichte aus einem Kinofilm oder Roman, war aber brutale Wirklichkeit.
Die feindlichen Panzer und Schützenpanzer rollten vorwärts. Sie hatten keinen schützenden Schleier aus Infanterie oder eine Vorausabateilung aus Aufklärungsfahrzeugen voraus und es waren die Spitzen der berühmten britischen 7. Panzer-Division, den ‘Wüsten-Ratten’ Montgomerys aus Nordafrika, sowie der 22. Panzer-Brigade und Einheiten der 1. Infanterie-Brigade. Ebenfalls anwesend waren zwei Kompanien der verwegenen 8. Husaren und Teile des britischen 1. Panzerregiments.

Operation Perch
Der britische Plan für ‘Operation Perch’ am 12. Juni durch den Angriff mit der 7. Panzer-Division durch Villers-Bocage die deutschen Panzer-Lehr- und SS-Hitlerjugend-Divisionen einzuschließen.

Wittmann war sich der Gefahr bewusst, die diese Streitmacht darstellte. Wenn sie in den Rücken der deutschen Panzer-Divisionen stieß, wäre die Schlacht in diesem Abschnitt der Invasionsfront gelaufen.
Als der erste Panzer sich dem Waldstück, in dem Wittmanns Tiger lauerte, auf einhundert Meter genähert hatte, heulte der Motor auf und der schwere Panzer setzte sich in Bewegung. Er fuhr auf die Straße und hielt an.

durch Wittmanns Tiger zerstörter britischer Panzer
Einer durch Wittmanns Tiger zerstörter britischer Panzer bei Villers-Bocage.
Der erste Schuss sprengte den Turm des führenden britischen Panzers. Flammen schossen aus den Luken des zerschmetterten Panzers. Das nächste Geschoss war bereits platziert. Der zweite britische Panzer explodierte. Langsam rollte der Tiger vorwärts. Die feindliche Kolonne kam zum Stehen. Aus wahnwitzigen Entfernungen von nur zehn bis 50 Metern war jeder Schuss ein Volltreffer.

Eigentlich hasste Wittmann solche unklaren Situationen wie die Pest. Was ihn zu diesem Angriff verleitete, der entgegen allen Regeln des Krieges ohne Aussicht auf Rückzug und Überleben durchgeführt wurde, weiß niemand mehr. Aber sein Instinkt, welcher ihn zum besten Panzerkommandanten aller Zeiten gemacht hatte, ließ ihn auch diesmal nicht im Stich.

Der Tiger rollte an der britischen Kolonne aus Panzern, Lastwagen, Motorrädern, Halbkettenfahrzeugen und gepanzerten Mannschaftstransportern vorbei und zerstörte alles auf seinem Weg. Dieser erste Gefechtsabschnitt dauerte nur zwei Minuten und der vordere Teil der feindlichen Kolonne war vernichtet.
Ein Cromwell-Panzer zog sich aus der Kolonne zurück und feuerte. Der Schuss traf die Frontplatte des Tigers und prallte ab. Der erste Schuss des Tigers durchschlug jedoch die Panzerung des britischen Panzers und ließ ihn in Flammen aufgehen.

 in Villers-Bocage ausgeschalteter Cromwell-Panzer
Ein in Villers-Bocage ausgeschalteter Cromwell-Panzer der ‘Wüstenratten’.

Der Tiger rollte weiter und feuerte hochexplosive und panzerbrechende Granaten ab. Er zerstörte die gesamte britische Einheit, die die Entscheidung erzwingen sollte und es wahrscheinlich auch getan hätte, wenn dieser einsame deutsche Panzer nicht dort in Stellung gewesen wäre.
Das unglaublichste Panzergefecht des Zweiten Weltkrieges war gerade vorüber, bei dem ein einzelner Tiger eine Panzer-Brigade besiegt hatte. Als der einsame Tiger den Ortseingang von Villers-Bocage erreicht hatte, brannten hinter ihm die Wracks von 36 britischen Panzern, Schützenpanzern und Kraftfahrzeugen.

Kurze Zeit später kamen die anderen vier Tiger von Wittmanns Einheit, welche den Anmarsch an die Front überstanden hatten, zur Verstärkung. Die Tiger griffen nun die 8. Husaren an, deren überlebende Panzer bald abdrehten.

Anschließend griffen dreizehn Tiger der 101. schwere SS-Panzer-Abteilung Villers-Bocage von drei Seiten an, worin sich aber britische Infanterie und Pak befanden. Im Ortskampf wurden dann mehrere Tiger von den Briten außer Gefecht gesetzt.
Wittmann und sein Tiger waren dabei den anderen deutschen Panzern weit voraus. Obwohl er sah, dass der Ort von britischer Infanterie besetzt war, bog er auf die Hauptstraße ein, als plötzlich eine Granate einer Pak in das vordere rechte Straßenrad des Tigers eindrang, wobei die rechte Kette zerstört wurde.

Tiger I zerstört Normandie
Tiger I der SS-Panzer-Abteilung 101, im Ort von Villers-Bocage von britischer Pak und Infanterie außer Gefecht gesetzt.

Die Besatzung sprang aus den Luken, nur um von Maschinengewehrfeuer begrüßt zu werden. Sie rannten um ihr Leben und erreichten schließlich eine niedrige Mauer vor einem Haus, hinter der sie in Deckung gingen.
Schließlich erreichten sie den Ausgang des Dorfes, wo sich einer der Tiger der Kompanie ihnen näherte und sie an Bord nahm.

'Sepp' Dietrich
Höchster operativer militärischer Führer der Waffe-SS war ihr General Josef ‘Sepp’ Dietrich.
Beim SS-Panzerkorps hatte sich bereits Wittmanns Heldentat herumgesprochen. Eine Stunde später kam Sepp Dietrich zum Gefechtsstand des Bataillons und ließ sich von Wittmann den Kampf beschreiben. Dann sagte er: ‘Das haben Sie gut gemacht, Wittmann. Sie haben die Schlacht entschieden.’

Am Abend kam die Meldung, dass der Feind sich aus Villers-Bocage zurückgezogen hatte. Wittmann und seine Besatzung gingen mit dem Reparaturtrupp in die Stadt. Sie fanden ihren Tiger unversehrt dort vor, wo sie ihn zurückgelassen hatten. Der Reparaturtrupp machte sich an die Arbeit und kurz vor Mitternacht war sein Tiger wieder einsatzbereit.

Noch in derselben Nacht und mit nun 138 Panzer-Abschüssen wird er in das Führerhauptquartier nach Ostpreußen eingeflogen und erhält nur 48 Stunden nach seiner Heldentat als einundsiebzigster deutscher Soldat von Adolf Hitler das Eichenlaub mit Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.


Das Ende vom Tiger-Ass

Zerstörte britische Kolonne
Zerstörte britische Kolonne.
Bei den Briten wird dieses Gefecht als die ‘Die Schlacht bei Villers-Bocage’ bezeichnet. Die britische 7. Panzer-Division erlitt hier ihre schwersten Verluste während des gesamten Feldzuges in der Normandie. Das Division-Hauptquartier und die Panzerkompanie A verloren siebenundzwanzig Panzer, ebenso alle Rad- und Kettenfahrzeuge der 22. Panzer-Brigade.
Der Kommandeur der 22. Panzer-Brigade, Brigadier Hinde, war verzweifelt, denn er hatte fünfzehn Offiziere und 176 Männer verloren. Die 1. Infanterie-Brigade verlor ihren Kommandeur, drei Offiziere und sechzig Mann.
Die ‘Operation Perch’, geplant und geleitet von Feldmarschall Montgomery, war gescheitert. Caen, das Ziel des Umfassungsangriffs, musste nun frontal erstürmt werden.

Bis dahin hatte Michael Wittmann offiziell bestätigt 138 feindliche Panzer, Sturmgeschütze und Jagdpanzer, sowie 132 Panzerabwehr- oder Flugabwehrkanonen und etwa 120 Schützenpanzer und Kraftfahrzuge zerstört und war damit der mit Abstand erfolgreichste Panzerkommandant des deutschen Heeres oder sonst irgendeiner Armee auf der Welt.
Für bewiesene Tapferkeit im Angesicht des Feindes wurde Wittmann in den Rang eines Hauptsturmführers befördert.

Sein nächster und letzter Einsatz erfolgt im August 1944 als Kommandant der schweren SS-Panzer-Abteilung 501 im Kessel von Falaise bei Caen, wo die deutsche Panzertruppe im Westen unterging.

Nach einem Augenzeugenbericht führte Wittmann seine Tiger dort in heftige Gefechte und bekämpfte eine Gruppe von M4 Sherman Panzer östlich von Cintheaux. Er zerstörte zwei der Shermans und beschädigte einen weiteren so, dass dieser sich nicht mehr bewegen konnte, bevor er seine Kampfgruppe weiter nach Norden führte.
Als er dann auf eine Übermacht feindlicher Panzer stieß, wurde sein Tiger mit Granaten eingedeckt. Schließlich wurde Wittmanns Tiger von drei bis fünf Shermans in die Enge getrieben und unter Beschuss von drei Seiten wurde der Tiger außer Gefecht gesetzt. Flammen züngelten aus den Luken des Tigers und kein Mitglied der Besatzung konnte entkommen. Vermutlich waren sie aber schon zuvor von den eingedrungenen Granaten getötet worden.

So starb Michael Wittmann am 8. August 1944 in der Nähe von Caen.

Zerstörter Panther-Panzer der Panzer-Lehr-Division
Zerstörter Panther-Panzer der Panzer-Lehr-Division im Kessel von Falaise zwischen Caen und Bayeux in der Normandie.

Die allgemein anerkannte Version über Wittmanns Ende, dass er im Kampf mit Sherman-Panzern getötet wurde, ist später in Frage gestellt worden. Andere bekanntgewordene Versionen der Ereignisse vom 8. August 1944 schreiben die Zerstörung von Wittmanns Tiger dem britischen Artilleriefeuer, durch Raketen von Hawker Typhoon Jagdbombern oder auch einem Pak-Treffer zu.

Die verscharrten sterblichen Überreste von Wittmann und seiner Besatzung wurden erst im Sommer 1983 gefunden und identifiziert. Sie sind nun auf dem Militärfriedhof La Cambe beigesetzt, zusammen mit vielen ihrer Kameraden, die 1944 bei den Kämpfen in Normandie getötet wurden.


Quellenangaben und Literatur

Panzer Aces (Franz Kurowski)
Soldat und Waffe – Der II. Weltkrieg, Heft 12 (Waffen SS – SS-Verfügungstruppe und Waffen-SS 1939-1945)
Tiger Tanks (Michael Green)
Steel Rain – Waffen-SS Panzer Battles in the West 1944-1945 (Tim Ripley)


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2 Kommentare zu „Tiger-Ass Wittmann“

  1. Björn Schmidt

    Bitte erlauben Sie mir eine Korrektur zu ihrem ansonsten stimmigen und neutralen Bericht über Wittmann.
    Michael Wittmann ist der erfolgreichste Panzerkommandant der Waffen-SS!
    Das ist wichtig um den Kameraden der Wehrmachtspanzerabteilungen ihre Erfolge auch korrekt zu belassen.
    Es ist nicht meine Absicht eine “Bestenliste” zu erstellen!
    Jeder Soldat der WH hat im 2. Weltkrieg sein Leib und Leben eingesetzt und tapfer gekämpft, damit hier keine Missdeutungen entstehen.
    Es ist wie bei den Jagdfliegern: Erich Hartmann ist der bekannteste aber einen Gerhard Barkhorn kennen die Wenigsten. Obwohl Barkhorn auch über 300 Abschüsse (301 genau) aufweist.

    Die erfolgreichsten Panzerkommandanten sind in der korrekten Reihenfolge:
    Kurt Knispel s.Pz.Abt 503 weist 162 Abschüsse auf
    Otto Carius schw. s.Pz.Abt 502 weist 150 Abschüsse auf
    Johannes Bölter schw.Pz.Abt 502 weist 139 Abschüsse auf
    dann kommt Michael Wittmann ….
    wobei Carius und Bölter den Krieg überlebten .
    Kurt Knispel ist noch am 28. April 45 gefallen

    1. Im Prinzip richtig, aber die Waffen-SS unterstand operativ der Wehrmacht, sodass sie als Bestandteil in der Landkriegsführung angesehen werden kann.

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