Currently set to Index
Currently set to Follow

M3 Lee, Grant


Mittlere US-Kampfpanzer M3 Lee und Grant im Zweiten Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

3D-Modell M3 Grant
3d-Modell M3 Grant.


M3 Lee, Grant
Typ: mittlerer US-Kampfpanzer.

Geschichte:

Die Geschwindigkeit, mit welcher der amerikanische mittlere Kampfpanzer M3 Lee oder Grant entworfen, entwickelt und in Produktion gebracht wurde, sucht seines gleichen in der Geschichte der Panzerkampfwagen. Entscheidend für den Bau in großen Stückzahlen war die Errichtung des Detroit Tank-Arsenals in Center Line in Michigan, welches ausschließlich für den Bau von mittleren Kampfpanzern geplant wurde.
Als im September 1939 der Zweite Weltkrieg in Europa ausbrach, hatte das US Ordnance Department bereits Pläne für eine umfangreiche Panzerproduktion erstellt, welche von der Schwerindustrie hergestellt werden sollten. Und tatsächlich wurde der erste in Auftrag gegebene US-Panzer, der leichte M2A4, auch von einer dieser Firmen, der American Car&Foundry, produziert.

Die Ereignisse in Europa im Mai und Juni 1940, welche auch den Anlass zur Verabschiedung eines neuen US-Rüstungsprogramms gaben, hatten gezeigt, daß Kampfpanzer – und vor allem mittlere Panzer – in weit größerer Anzahl benötigt werden würden, als noch im Oktober des Vorjahres bei Beginn des Panzerbauprogrammes vorausgesehen. Tatsächlich wurden nun nach den Plänen der US Army nahezu 2.000 mittlere Kampfpanzer in den nächsten 18 Monaten benötigt, was den ursprünglichen Auftrag von 400 leichten Panzern dagegen als mickrig erscheinen ließ.

William S. Knudsen, der Vorsitzende von GMC, war Mitglied des nationalen Verteidigungsrates und zuständig für die Koordinierung der amerikanischen Industrie für Rüstungsproduktionen. Er erkannte, dass die Schwerindustrie, welche bisher langsam und vergleichsweise nur geringe Zahlen von Lokomotiven, Kränen u.ä. hergestellt hatte, nicht die notwendige Kapazität und Erfahrung besaß, Panzer in der nun seit Juni 1940 gewaltig angestiegenen Menge zu produzieren. Nach Knudsens Ansicht bestand zwischen dem Panzerbau und dem Automobilbau, mit Ausnahme der Herstellung der Panzerplatten, kein Unterschied und weshalb sollte nicht von Beginn an die Automobilindustrie statt der Schwerindustrie der Hauptproduzent von Panzern werden ? Dies würde bedeuten, dass alles von Grund auf unter einem Dach gemacht werden könnte.
Während das Ordnance Department auch nicht vollständig diesen Ansichten zustimmte, musste es jedoch einräumen, dass in Zukunft weitere Werke zur Panzerproduktion notwendig wären und das die Automobilmänner die notwendige Expertise für die Massenproduktion hätten.

M3 im Detroit Arsenal
Mittlere M3 Panzer werden im Detroit Arsenal im Juli 1941 gebaut.

Da es beim Panzerbau trotzdem einige Probleme gab, die in der Automobilindustrie nicht vorkamen, schlug Knudsen vor, dass zu diesem Zweck ein neues Panzerwerk von der Regierung in Detroit errichtet werden sollte, aber Chrysler den Aufbau und den Betrieb der Fertigungsanlage im Namen der US-Regierung betreiben würde. Das war der Beginn des Panzer-Arsenals von Warren in Michigan.
Am 15. August 1940 wurde der Vertrag mit Chrysler für einen ersten Auftrag über 1.000 mittlere Panzer vom Typ M2A1 unterzeichnet, welcher allerdings schon dreizehn Tage später zugunsten des neuen mittleren Kampfpanzers M3 mit der zusätzlich starr eingebauten 75-mm-Kanone storniert wurde. Der Bau der Panzerfabrik auf einem 46 Hektar großen Gelände begann im September 1940. Das Gebäude war 420 m lang und 150 m breit.

Pilotmodel M3
Das Pilotmodel des mittleren Pasnzer M3.

Gleichzeitig wurden im Rock Island-Arsenal die Arbeiten am Entwurf des mittleren M3-Kampfpanzers zusammen mit Ingenieuren von Chrysler durchgeführt, um die notwendigen Produktionsmaschinen entwerfen und bauen zu können. Die Arbeiten am M3 waren im März 1941 abgeschlossen und auch das riesige Fabrik-Gelände in Detroit war zu diesem Zeitpunkt fast fertig, sodass die ganze Operation in unter sechs Monaten abgeschlossen war.
Zwischenzeitlich beauftragte das Ordnance Department die zwei großen Schwermaschinenbau-Unternehmen American Locomotive und Baldwin Locomotive, 685 bzw. 533 mittlere Kampfpanzer M3 zu bauen. Während der gesamten Entwicklungsphase beriet sich das Rock Island Arsenal mit den Technikern und Konstrukteuren der Auftragnehmern und es gab auch informative Gespräche mit der britischen Panzer-Beschaffungs-Kommission, welche im Juni 1940 in den USA eingetroffen war, um Aufträge für amerikanische Panzer für die britische Armee zu erteilen. Dabei waren die Briten aufgrund ihrer aktuellen Kampferfahrungen in Europa und Nordafrika in der Lage, wertvolle Detailverbesserungen vorzuschlagen.

Die drei Auftragsfirmen bauten im April 1941 jeweils alle Vorserienmodelle vom M3 und im August lief die Produktion in allen drei Werken (American Lokomotive, Baldwin und das neue Detroit Panzer-Arsenal) auf vollen Touren.
Die Produktion des M3-Panzers und seiner verschiedenen Versionen wurde bis zum Dezember 1942 fortgesetzt. In dieser Zeit wurden insgesamt 6.258 M3 Panzer ausgeliefert.

Im August 1941 erhielten auch die Firmen Pressed Steel und Pullmann Aufträge zum Bau von 500 mittleren Kampfpanzern M3 durch die britische Beschaffungskommission.
Im Oktober 1941, als der neue mittlere Kampfpanzer M4 Sherman als Standardpanzer bestimmt wurde, erhielt der M3 die Klassifizierung ‘eingeschränkter Standard’ und wurde schließlich im April 1944 als veraltet erklärt.

Testfahrt mit dem M3
Testfahrt mit dem M3 in schwierigem Gelände.

Der mittlere Kampfpanzer M3 hatte ähnliche Abmessungen wie der ursprüngliche mittlere M2A1 und den gleichen Wright-Sternmotor mit Luftkühlung und Vergaserkraftstoff sowie vertikale Spiralaufhängungen. Die 75-mm M2-Kanone (M3 in späteren Modellen) hatte nur einen begrenzten Richtbereich in der rechten Ausbuchtung, während sich eine 37-mm-Kanone in einem voll drehbaren und nach links versetzten Turm befand.

Die maximale Panzerung belief sich auf 56 mm. Turm und Kanonen-Ausbuchtung wurden gegossen und der Rest des Rumpfes war vernietet, wobei allerdings Veränderungen bei nachfolgenden Varianten vorgenommen wurden.
Ursprünglich hatte der M3 Seitentüren und eine Kommandanten-Kuppel, aber auch hier gab es spätere Veränderungen.

Wichtigste Neuerung beim M3-Panzer war vor allem die Installation von Stabilisierungskreiseln, sowohl für die 75-mm als auch die 37-mm-Kanone, welche dem Fahrzeug auch das Feuern bei Fahrt mit einer bestimmten Treffergenauigkeit erlaubten. Die gleiche Ausrüstung wurde auch in die leichten M3 Stuart-Panzer ab Mitte 1941 eingebaut.

Der Turm konnte per Hand oder Kraftübertragung gedreht werden und es gab Zielperiskope für jeweils beide Kanonen. Das Gesamtgewicht des mittleren Kampfpanzers M3 belief sich auf rund 27,2 Tonnen.

M3 Grant
M3 Grant I
Der M3 Grant I war ein mittlerer Panzer M3 mit einem neuen Turm entsprechend britischer Anforderungen.

Nachdem die englische Armee einen Großteil ihrer Panzer nach der Evakuierung aus Dünkirchen eingebüßt hatte und die heimische Rüstungsindustrie nicht in der Lage war, die Ausfälle schnell zu ersetzen, wurde im Juni 1940 eine englische Panzer-Kommission in die Vereinigten Staaten entsendet. Im Oktober 1940 schloss diese Verträge mit den US-Firmen Baldwin, Lima und Pullman zur Herstellung des M3-Panzers für Großbritannien ab. Diese ursprünglich von Großbritannien in Auftrag gegebenen und auch bezahlten Panzer hatten einen neuen Gussturm nach englischen Anforderungen, sodass die Funkeinrichtung im hinteren Teil des Turmes untergebracht werden konnte, im Gegensatz zur ursprünglichen Anordnung im Rumpf. Dieser Turm war länger als der Original-Turm des M3 und hatte einen deutlichen Überhang nach hinten und zu den Seiten. Die Kommandanten-Kuppel wurde weggelassen und der neue Turm selbst war auch flacher, sodass sich die Silhouette des Fahrzeuges um mehr als 30 cm verringerte. Diese Version wurde von den Engländern als M3 Grant (nach Ulysses S. Grant, dem legendären Südstaaten-General aus dem US-Bürgerkrieg) bezeichnet und die 200 bestellten Panzer wurden Anfang 1942 alle zur 8. Armee nach Nordafrika verschifft.


 

Für die große Gazala-Schlacht am 27. Mai 1942 bildeten 167 M3 Grant Panzer den Hauptteil der Streitmacht der 4. Panzer-Brigade und gaben den Briten erstmals einen Panzer mit überlegener Feuerkraft gegenüber dem Deutschen Afrikakorps (DAK). Zum ersten Mal hatten die Engländer mit dem M3 Grant einen Panzer, mit dem sie die deutschen Panzer aus größerer Entfernung bekämpfen konnten und dazu noch die Fähigkeit mit der 75-mm-Kanone auch Sprenggranaten gegen feindliche Infanterie, Artillerie und vor allem die gefürchteten 8,8-cm-Flak Stellungen zu verschießen.

Der M3 Grant gab den englischen Panzermännern einen dringend benötigten Moralschub, der half die schweren Rückschläge, welche das DAK ihnen zufügte, aufzufangen und ließ das Pendel der qualitativen und quantitativen Überlegenheit langsam zugunsten der Briten auswandern. Dazu wurde es den Briten erspart eine ähnliche 75-mm-Mehrzweck-Kanone selbst entwickeln zu müssen. Zu diesem Zeitpunkt war der M3 Grant die wichtigste militärische Neuerung der britischen Armee.

M3 Lee
Waffen M3 Lee
Dieses Bild zeigt deutlich die Vielfalt der in drei Ebenen angeordneten Waffen des M3 Lee. Der Kommandant konnte aus der unabhängig schwenkbaren Kuppel sein MG einsetzen, während der Turmschütze mit der 37-mm-PAK Panzer oder mit dem koaxialen MG Infanterie bekämpfte. Aus der starren 75-mm-Kanone wurden Sprengladungen verschossen.

Am 11. März 1941 wurde das Lend-Lease-Abkommen ratifiziert, welches den Engländern und anderen amerikanischen Verbündeten US-Waffen aller Art verfügbar machte. Serien-M3-Panzer wurden dann auch an die englische Armee geliefert, welche diesen den Namen M3 Lee (nach Robert E. Lee, dem US-Bürgerkriegsgeneral) gab. Bis Juni 1942 waren weitere 250 mittlere M3 Lee Panzer in Ägypten angekommen und zur Zeit der Schlacht von El Alamein im Oktober 1942 hatten nahezu 600 M3 Grant und M3 Lee die britische 8. Armee erreicht.

 

Im Juni 1942 wurde auch ein amerikanisches Wartungszentrum in der Nähe von Kairo eingerichtet, wo Angehörige der US Army die britischen Panzermänner auf den M3 Grant und Lee und später den M4 Sherman einwiesen.
Eine geringe Anzahl von mittleren M3-Panzern wurde auch nach Großbritannien verschifft, wo sie zur Ausbildung und zum Umbau für Sonderaufgaben verwendet wurden, aber die Masse der britischen Panzer des Typs wurde im Nahen Osten eingesetzt.

Als der M4 Sherman die M3 Grant und Lee auf diesem Kriegsschauplatz ersetzt hatte, wurden die verbliebenen M3 Grant und M3 Lee Panzer nach Burma verschifft, wo sie die zuvor von den britischen Einheiten verwendeten veralteten Typen Matilda, Stuart und Valentine ersetzen. Einige gingen zu dieser Zeit auch an Australien.
Im April 1943 lief die M4-Produktion auf vollen Touren und der M3 Lee wurde schließlich am 16. März 1944 für veraltet erklärt.

Benutzer: Großbritannien, USA, Russland (Sowjetunion), Kanada, Australien (Angaben für alle Versionen).


button go Hier zum Nachfolger: Sherman-Panzer


Animation 3d-Modell M3 Grant

 


Spezifikationen M3 Grant

Spezifikationen:

M3 Grant Spezifikation
TypMittlerer Kampfpanzer
Antrieb Wright Continental R-975-EC2, luftgekühlter 9-Zylinder-Sternmotor mit 340 PS bei 2400 U/min
Getriebe?
Besatzung insgesamt6
Turm-Besatzung 3 (Lee mit 360°-Kommandanten-Kuppel)
Länge 5,64 m
Breite 2,72 m
Höhe 2,85 m (Lee 3,12 m)
Gewicht 27,24 t
Straßengeschwindigkeit42 km/h
Geländegeschwindigkeit26 km/h
Verbrauch/100 km?
Kraftstoffvorrat?
Straßen-Fahrbereich193 km
Gelände-Fahrbereich?
Kletterfähigkeit 0,60 m
Grabenüberschreitung 1,90 m
Watfähigkeit 1,02 m
Wendekreis?
Steigfähigkeit60 °

Panzerung:

M3 Lee ImmWinkel
Turm Vorn50?
Turm Seite50?
Turm Hinten50?
Turm Oben25?
Wanne Vorn50?
Wanne Seite38?
Wanne Hinten25-50?
Wanne Oben13?
M3 Grantmax. 37 mm (an einigen Stellen bis zu 57 mm), min. 12 mm?

Bewaffnung und Ausrüstung:

M3 Grant Spezifikation
Hauptbewaffnung 75-mm-Kanone M2
Schuss46
Schwenkbereich 15° nach links bzw rechts
Höhenbereich 0° bis + 20° (mit Stabilisierungskreisel)
Mündungsgeschwindigkeit APCBC633 m/s
Granatgewicht APCBC 6,5 kg
Maximale Schußweite ?
Sekundärbewaffnung 37-mm-Kanone M5 (mit Stabilisierungskreisel)
Schuss178
Schwenkbereich 360° (Motor oder manuell)
Höhenbereich -7° bis +60°
Mündungsgeschwindigkeit APC951 m/s
Granatgewicht APC 0,9 kg
Maximale Schußweite ?
Maschinengewehre ein 7,62-mm-MG M1919A4 koaxial zur 37-mm-Kanone, zwei 7,62-mm-MG im Bug (Lee dazu noch ein 7,62-mm-MG in der Kommandantenkuppel auf dem Turm), zusammen 9.200 Schuss
Funkgerät englische Funkausrüstung im Turm (Lee: US-Funkausrüstung im Rumpf)
Zieloptik Periskop-Zielfernrohre für beide Kanonen

Durchschlagskraft mm der Kanonen auf 30° Panzerplatte:

EntfernungAPCBC (75mm)APC (37mm)
100 mca. 70 mmca. 50 mm
500 m60 mm46 mm
1.000 m52 mm42 mm
1.500 m48 mm40 mm
2.000 m40 mm37 mm

Herstellung:

M3 Grant, M3 Lee Angaben
Produktionvon August 1941 bis Dezember 1942
ErsteinsatzFebruar 1942
Stückpreis 55.244 $ (M3 Lee) = ca. 116.100 Reichsmark
Stückzahl 6.258 (davon 200 als Grant I, 1.386 an Rußland geliefert plus 487 während der Transporte dorthin verloren)

Einsatzstatistik für alle M3 Grant und M3 Lee Versionen:

JahrBestandProduktionVerluste
vor 1939---
1939---
1940---
1941-6.258 (1941-42)-
1942167 (27.5. brit. 8. Armee)??
1943?-?
1944?-?
1945?-?
Insg.-6.258?

close
Hallo 👋
Schön, dass Du Dich für diese Inhalte interessierst !
Trag dich ein, um jeden Sonntag morgen die Top-Beiträge von Weltkrieg2.de in deinen Posteingang zu bekommen (es wird garantiert nicht mehr oder Werbung verschickt!).

Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Zum teilen:

Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • Spitfire von Bf 109 verfolgt

    Schlacht um England 1940. Vom Unternehmen Seelöwe zur Luftschlacht um England (Battle of Britain) vom Adlertag bis zum ‘Blitz’. Unternehmen Seelöwe Die Schlacht um England wurde in der Luft geschlagen, um eine Invasion der Britischen Inseln über See zu verhindern bzw. – vom deutschen Standpunkt – zu ermöglichen. Der deutsche Invasionsplan mit dem Codenamen Unternehmen Seelöwe nahm Gestalt an, nachdem England nach der Niederlage Frankreichs nicht um Frieden gebeten hatte, wie es Hitler eigentlich erwartet hatte. Am 16. Juli 1940 wurde die Wehrmacht angewiesen, dass die deutsche Luftwaffe zuerst die englische Royal Air Force (RAF) niederringen muss, sodass die Kriegsschiffe der Royal Navy ungeschützt sein würden, falls sie die deutschen Invasionsflotten bei ihrer Überquerung des Ärmelkanals angreifen würden. Für die verhältnismäßig kleine deutsche Kriegsmarine war das Unternehmen Seelöwe ein sehr ehrgeiziges Projekt, wenn auch der Erfolg letztlich von der Luftüberlegenheit und nicht von der Seemacht abhängen würde. Kriegsbereitschaft der deutschen Seestreitkräfte im August 1940 Schlachtkreuzer Scharnhorst in Instandsetzung nach Torpedotreffer, kriegsbereit Oktober 1940. Schlachtkreuzer Gneisenau in Instandsetzung nach Torpedotreffer, kriegsbereit November 1940. Panzerschiff Admiral Scheer in Instandsetzung, kriegsbereit September 1940. Panzerschiff Lützow (ex Deutschland) unter Werftliegezeit, voraussichtlich kriegsbereit April 1941. Schwerer Kreuzer Prinz Eugen kriegsbereit. Schwerer Kreuzer Admiral Hipper unter Werftliegezeit, kriegsbereit voraussichtlich September 1940. Leichter Kreuzer Nürnberg kriegsbereit. Leichter Kreuzer Leipzig unter Werftliegezeit seit Dezember 1939, kriegsbereit voraussichtlich November 1940. Leichter Kreuzer Köln kriegsbereit. Leichter Kreuzer Emden im Einsatz als Schulschiff. 7 Zerstörer kriegsbereit, 3 unter Werftliegezeit. 19 Torpedoboote kriegsbereit, 1 in Fertigstellung. 23 Schnellboote (S-Boote) kriegsbereit, 12 in Reparatur oder Überholung. 28 U-Boote im Einsatz. Es standen nur 26 alliierte Divisionen in Großbritannien bereit, mit unzureichenden und veralteten Waffen, Transportmitteln und Panzern und dazu noch verstreut zwischen Kent und Cromarty und ohne die Gewissheit, an welcher Stelle die Deutschen beim Unternehmen Seelöwe landen würden. Nur die RAF alleine könnte in der Luftschlacht um England die nötige Zeit herausschlagen, um die britische Armee nach der Evakuierung aus Dünkirchen wieder richtig auszurüsten und die 25 erfahrenen, auf die Landungen vorbereiteten und gut ausgerüsteten deutschen Divisionen (darunter zwei Luftlandedivisionen) auf der anderen Seite des Kanals festzuhalten, bis es das stürmische Herbstwetter unmöglich machen würde, das Unternehmen Seelöwe durchgeführt wird. Siehe: Britische Armee und Home Guard in Westeuropa. Stärke der deutschen Luftwaffe vor dem Adlertag (13. August 1940) Luftwaffe: 14 Kampfgeschwader, 8 Jagdgeschwader, 4 Stukageschwader, 3 Zerstörergeschwader verteilt auf die Luftflotte 3 (GFM Sperrle in Paris), Luftflotte 2 (GFM Kesselring in Brüssel) und Luftflotte 5 (Generaloberst Stumpff in Norwegen und Dänemark). 1.700 einsatzbereite Flugzeuge (600 mittlere Bomber, 200 Junkers Ju 87 Sturzkampfbomber, 700 Messerschmitt Bf 109E Jäger, 200 Messerschmitt Bf 110 Zerstörer). Insgesamt im Westen 2287 Flugzeuge: 734 Bf 109, 268 Bf 110, 336 Ju 87, 949 mittlere Bomber. Gesamtstärke: 3.000 Flugzeuge (800 Bf 109 Jäger, 300 Bf 110 Zerstörer, 400 Ju 87 Stuka Sturzkampfbomber, 1.500 He 111, Do 17 und Ju 88 Bomber). Stärke der englischen RAF vor dem Adlertag (13. August 1940) RAF: 52 Jäger-Staffeln (Fighter Squadrons) in den Jäger-Kommandos (Fighter Commands) 11 (London und Südost-England), 10 (Cornwall und Süd-Wales), 12 (Mittel-England und Nord-Wales), 13 (Nordengland und Schottland) unter dem Kommando von Luftmarschall (Air Marshall) Hugh Dowding. 960 Jagdflugzeuge, davon 704 Hawker Hurricane und Supermarine Spitfire (sowie 289 von diesen in Reserve). Die anderen sind mit den schweren Bristol Blenheim oder zweisitzigen Boulton Paul Defiant Jagdflugzeugen ausgerüstet, welche für die Bf 109 überhaupt keine Gegner sind. Siehe: RAF-Staffeln am Adlertag Genaue Zahlen vom 8. August: 527 Hawker Hurricane, 306 Supermarine Spitfire, 82 Bristol Blenheim, 26 Boulton-Paul Defiant (insgesamt 941). 350 Bomber (einschließlich 100 Bristol Blenheim), später 470. 2.000 Flugabwehrkanonen in 7 Flak-Divisionen. 21 einsatzbereite Radarstationen (von Oktober 1940 sind 40 einsatzbereit). Schlacht um England Im Juli 1940, als die deutsche Luftwaffe bereitstand von den erst kürzlich besetzten Flugplätzen an der Kanal- und Nordseeküste die englische Royal Air Force anzugreifen, war das Konzept des unabhängigen Luftkrieges kaum aus seinen Kinderschuhen heraus gewachsen und noch fast reine Theorie. Noch nie war eine reine Luftschlacht zwischen zwei etwa gleichstarken Gegnern ausgetragen worden, bevor es ab dem 10. Juli 1940 zur sogenannten Schlacht um England über Südengland und Südwales kam. Der Begriff ‘Battle of Britain’ stammte ursprünglich von Churchill und wurde zur allgemeinen Bezeichnung für die Luftschlacht. Während der nächsten 15 Wochen wurde so ziemlich jeder Aspekt der Philosophie, Theorie und Praxis von der Ausübung von Luftmacht und dem Entwurf von Militärflugzeugen auf die Probe gestellt. Zum Nachteil von Hitler und seinem korpulenten Luftwaffen-Oberbefehlshaber, Reichsmarschall Hermann Göring, stellte sich heraus, dass die deutsche Luftwaffe weder eine qualifizierte Führung, noch geeignete Taktiken oder auch Ausrüstungen für ein derartiges Unternehmen hatte. Kurzstreckenflugzeuge wie die Bf 109-Jäger oder die Ju 87 Sturzkampfbomber, schwerfällige zweimotorige Zerstörer vom Typ Bf 110 und unzureichend bewaffnete Mittelstreckenbomber – von denen keines für Einsätze entworfen wurde, welche die Luftschlacht um England oder die nächtlichen Terrorangriffe auf Städte (als ‘the Blitz’ von den Briten bezeichnet) charakterisierten. Die Ergebnisse der ‘elektronischen Kriegsführung’ waren vom deutschen Standpunkt aus ebenfalls unglücklich. Die Radio-Leitstrahlen in Richtung der Ziele in den englischen Städten wurden ausnahmslos erkannt und von den Engländern gestört, während die Radarstationen der RAF unschätzbar wertvolle Frühwarnungen über die deutschen Angriffsverbände gaben. So konnte die RAF ihre Hurricane- und Spitfire-Staffeln mit maximaler Konzentration einsetzen und vermied es, diese in ständigen Luftpatrouillen vor der englischen Küste zu verzetteln. Die RAF profitierte auch aus den geheimen Informationen, welche von den deutschen ‘Enigma’-Nachrichten der Luftwaffe entziffert wurden. Die Schlacht um England hatte verschiedene Phasen. Im Juli und bis Anfang August beschäftigten die Deutschen die RAF über dem Ärmelkanal durch Angriffe auf die dortige Schifffahrt, in dem Bemühen diese durch ständige Abnutzung aufzureiben. Aber die deutsche Luftwaffe verlor dabei doppelt soviel Flugzeuge wie die Engländer und so begann sie stattdessen Radarstationen und Flugplätze anzugreifen. Diese Angriffe verbesserten das Verlustverhältnis auf Vier für Drei, war aber in den zu wenigen Tagen ihrer Anwendung nicht ausreichend, den Himmel von der RAF zu säubern. 211 Spitfire und Hurricane Jäger wurden in diesen 10 Tagen abgeschossen und nur 40 konnten durch neue Maschinen in dieser Zeit ersetzt werden. Die begrenzte Reichweite ist die mehr …

  • Britisches leichtes Maschinengewehr BREN Mk I-IV. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Bren-MG Typ: leichtes Maschinengewehr. Geschichte Über das Bren-MG wurde von den britischen Soldaten, welche es jemals benutzt hatten, nur lobende Worte gesprochen – und das aus gutem Grund. Mit ziemlicher Sicherheit war es das beste leichte Maschinengewehr, welches jemals von irgendeiner Armee in größeren Stückzahlen verwendet wurde. Es war zuverlässig, robust, einfach und genau – und nur darauf kommt es an. Der Entwurf stammte ursprünglich aus der Tschechoslowakei, aber über seine Authentizität gab es Zweifel. So war die Tschechoslowakei seit dem Ende des 1. Weltkrieg ein Verbündeter Frankreichs und die Verbindungen zwischen dem französischen Kriegsministerium und dem tschechischen Verteidigungsministerium waren am engsten. Ein Ergebnis davon war die Herstellung des französischen Chatellerault-Maschinengewehrs im tschechischen Regierungsarsenal in Prag und der Verkauf als Handelswaffe unter dem Namen ZB. Dieses soll angeblich später ausführlich von der britischen Armee getestet und im Mai 1935 ein Lizenzvertrag unterzeichnet worden sein. Es gibt eindeutig eine Ähnlichkeit in der Form zwischen dem Chatellerault und dem ZB26, aber spätere Forschungen haben die Existenz eines ZB24-Modells aufgedeckt, das vor dem Eintreffen des ersten Chatellerault produziert wurde. Es sieht also aus, als wäre das ZB tatsächlich ein vollständiges tschechisches Produkt. Angesichts der Berichte über katastrophale Explosionen und anderen Störungen, welche vom Chatellerault während der ersten Einsatzjahre bekannt wurden, und welche beim Bren-MG nicht auftraten, ist dies somit wohl zutreffend. Dem tschechischen ZB26 folgte ein leicht verbessertes Modell, das ZB30, welches in den frühen 1930er Jahren nach England gebracht wurde. Die britische Armee suchte zu dieser Zeit nach einem neuen leichten Maschinengewehr, um das Lewis zu ersetzen, und zeigte unter der Voraussetzung Interesse, wenn die Waffe auch Patronen im britischen Standard-Kaliber verschießen könnte. In einer überraschend kurzen Zeit standen die Tschechen wieder mit einem speziell dafür produzierten Modell, dem ZB33, vor der Tür. Von diesem Modell wurden nur eine Handvoll als Demonstrations- und Versuchswaffen hergestellt und es war ein umgebautes ZB30 für die britische .303 (7,7 mm) Patrone mit verkürztem Lauf, dem Gasaustritt neu positioniert und die Visiereinstellungen auf Yards umgestellt. Die vorgestellte Waffe zeigte ein hohes Maß an kaufmännischer Intelligenz. Die anderen leichten Maschinengewehre, welche von den Briten zu dieser Zeit ebenfalls in Betracht gezogen wurden, waren das dänische Madsen und das Vickers-Berthier. Letzteres sollte schon fast angenommen werden, als das neue ZB33 vorgestellt wurde. Nachfolgende Vergleichsstudien zeigten die Überlegenheit des ZB-Entwurfs und es wurde als Bren Gun Mark I angenommen und am 4. August 1938 offiziell in Dienst gestellt. Der Name setzte sich dabei aus ‘BR’ für ‘Brünn’ als Ursprung des Entwurfs und ‘EN’ für ‘Enfield’, dem Ort der britischen Serienproduktion, zusammen. Die Enfield-Fabrik war bereits 1937 für die Produktion des neuen Maschinengewehrs vorbereitet worden und die ersten Exemplare wurden im September des gleichen Jahres fertiggestellt. Bis 1940 waren über 30.000 Bren-Maschinengewehre ausgeliefert worden. Dieses Modell war eine direkte Kopie des ZB33 und hatte ein weiter hinten angebrachtes Trommelvisier, einen Riemen, welcher über die Schulter des Schützen gespannt werden konnte und eine Einbuchtung für die linke Hand zum Drücken auf den Schaft. Die Funktion des leichten Maschinengewehrs erfolgte über Gasentnahme in der Mitte des Laufs. Der Lauf konnte in kürzester Zeit ausgewechselt werden. Das Magazin mit 30 Schuss war aufgrund der Forderungen für die Zuführung der britischen umrandeten Patrone gekrümmt. Der ursprüngliche, tschechische Entwurf für die randlose 7,92-mm-Munition hatte ein gerades Magazin. Bei der Evakuierung von Dünkirchen verlor die britische Armee viele ihrer Bren-Maschinengewehre. Nicht nur, dass die Deutschen nun einen erheblichen Vorrat dieser Waffen mit Munition erbeuteten, welche sie als das Leichte MG 138(e) verwendeten, so fehlten nun große Mengen davon in der britischen Armee. Deshalb wurde der Original-Entwurf überarbeitet, um die Produktion der Waffe zu beschleunigen. Dies führte zur Variante Bren Gun Mk 2. Varianten Mark II: Das leichte Maschinengewehr Bren Mk I war für Kriegszeiten etwas zu luxuriös und um die Fertigung zu vereinfachen, wurden einige Modifikationen vorgenommen. Die Stumpf-Beschläge wurden verworfen, das Trommelvisier durch ein einfacheres Tangenten-Visier ersetzt, das teleskopartige Zweibein wurde durch ein einfacheres mit fester Länge ersetzt, wobei der Spannhebel nicht mehr gefaltet wurde und gewisse Aufhellungen auf dem Gehäuse wurde weggelassen, was das Gewicht auf bis zu 10,65 kg erhöhte. Dieses Modell wurde am 6. Juni 1941 eingeführt. Mark III und IV: Eingeführt am 18. Juli 1944, waren diese Modelle identisch zu Mark I bzw. Mark II, mit der Ausnahme, dass der Lauf nur 56,5 cm lang war. Für die national-chinesische Armee wurden in Kanada Exemplare mit Kaliber 7,92 mm gebaut. Herstellung Die gesamte Fertigung in Großbritannien erfolgte unter Lizenz ausnahmslos in der staatlichen Waffenfabrik in Enfield. Um Ausfälle durch mögliche deutsche Luftangriffe zu vermeiden, erfolgte später auch die Herstellung in Kanada, Australien und anderen Commonwealth-Staaten. Bei Enfield in Großbritannien wurden während des Zweiten Weltkrieges 280.000 Bren-MGs gebaut, davon über 30.000 bis 1940. In Kanada baute die Firma John Inglis (Toronto) 228.000 Stück, die teilweise an die national-chinesische Armee im Kaliber 7,92 mm gingen. Zusätzlich lieferte die Waffenfabrik in der Tschechoslowakei während des 2. Weltkrieges noch 3.334 Stück des zum Bren-MG identischen ZB33 an die bulgarischen Streitkräfte. Einsatz Das Bren-MG war das vermutlich am häufigsten verwendete leichte Maschinengewehr im 2. Weltkrieg. Es bewährte sich zuverlässig auch unter schlechtesten äußeren Bedingungen und es war die Standard-Deckungswaffe der britischen Infanterie-Gruppe. Es wurde auch von den kanadischen, australischen und neuseeländischen Truppen eingesetzt. Dazu kamen die frei-französischen Streitkräfte, polnische Exilstreitkräfte und die tschechische National-Armee, sowie die indische und national-chinesische Armee. Und in der ursprünglichen tschechischen Form mit der 7,92-mm-Patrone wurde es auch von der Wehrmacht verwendet und für diese weitergebaut. Das Bren-Maschinengewehr war robust, zuverlässig, einfach zu handhaben und zu pflegen. Dazu war es nicht zu schwer für seine Einsatzrolle und sehr zielgenau. Mit der Zeit wurden eine ganze Reihe von Halterungen entwickelt, darunter sogar sehr komplexe Motley- und Gallow-Flugabwehr-Konstruktionen. Zudem wurde noch ein 200-Schuss-Magazin entwickelt, aber nicht häufig verwendet. Das Bren-MG wurde überall eingesetzt und es gab zahlreiche herausragende Berichte über die Leistung im Gefecht. Eine kühne Aktion fand am 18. September 1944 statt, als der Schütze Sherbahadur Thapa der 1./9. Gurkhas ein Bren-MG mehr …

  • 3D-Modell JS-2

    Sowjetischer schwerer Kampfpanzer Josef Stalin JS-2 und JS-3. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modelle. JS-1, JS-2, JS-3 Josef Stalin Typ: schwerer Panzer. Geschichte: Den Sowjets war spätestens seit August 1942 bewusst, dass für den Wehrmacht neue schwere Panzer, wie der Tiger-Panzer und den PzKpfw V Panther mit wirkungsvollerer Bewaffnung und stärkerer Panzerung, entwickelten wurden. Nach der Schlacht von Kursk im Sommer 1943 übernahm die Rote Armee die strategische Initiative an der Ostfront, welche sie bis zur Eroberung von Berlin im Mai 1945 nicht mehr abgeben sollte. Dabei versuchten die Sowjets mit ihren Panzerentwürfen mit den Deutschen Schritt zu halten, wobei sie im Großen und Ganzen erfolgreich waren. Das galt sowohl für den mittleren T-34 Panzer, welcher mit ab Ende 1943 eine 85-mm-Kanone erhielt und zum T-34-85 wurde, als auch für den schweren KW-Panzer. Die Entwicklung vom KW-1 zum JS-1 JS-1 Der KW-1 wurde nach und nach weiterentwickelt, bis es 1943 dem KW-85 mit ebenfalls einer 85-mm-Kanone und einem umgestalteten Turm gab. Durch die schrittweise Überarbeitung der Kraftübertragung, Umformung und Neugestaltung des Rumpfs und der Kettenaufhängungen entstand ein flacherer und leichterer Panzerentwurf. Dieser neue schwere Panzer wurde als JS-1 bezeichnet, wobei ‘JS’ als Abkürzung für Josef Stalin stand. Der neue Kampfpanzer wog etwas mehr als der KW-Panzer, hatte aber eine stärkere und günstiger geformte Panzerung, die einen hervorragenden Panzerschutz bot. Das Gewicht wurde auch dadurch in Grenzen gehalten, dass die einzelnen Baugruppen sehr kompakt gehalten wurden. Dieser JS-1 übernahm die 85-mm-Kanone des KW-85 und wurde daher zuerst als JS-85 bezeichnet. Da nun wieder einmal die Frage im Raum stand, warum der neue schwere Panzer wiederum nur die gleiche 85-mm-Kanone wie der neue mittlere T-34-85 erhalten sollte, wurde über eine schwerere Bewaffnung nachgedacht. JS-2 Die Entwicklungsmannschaft für das JS-Projekt in Tscheljabinsk passte zwei schwerere Geschütze an den JS-1 an, das 100-mm-Panzerabwehrgeschütz BS-3 und das 122-mm-Geschütz A-19, welche als schwere Panzer IS-100 bzw. IS-122 bezeichnet wurden. Im November 1943 wurden beide in Kubinka Schießversuchen unterzogen. Ein erbeuteter Panzer V Panther wurde als Ziel benutzt und ein 122 mm-Geschoss durchschlug sowohl die Frontpanzerung des Turms, als auch die Rückseite. Die 100-mm-Kanone hatte jedoch eine bessere Durchschlagskraft auf Panzerplatten, nämlich etwa 185 mm auf 1.000 Metern im Vergleich zu 160 mm bei der 122-mm-Kanone. Schließlich wurde aber entschieden, die 122-mm-Kanone zu verwenden, weil es einen Überschuss bei der Produktion an 122-mm-Rohren und eine bessere Munitionsbevorratung dafür gab, während es bei der 100-mm-Kanone genau das Gegenteil war. Einige wenige JS-1 mit 85-mm-Kanonen wurden fertiggestellt, bevor diese Entscheidung getroffen wurde. Nach Übernahme des JS-122 für die Verwendung durch die Rote Armee als Stalin-Panzer JS-2 wurden diese JS-1 vor dem Einsatz ebenfalls auf die schwere Kanone umgerüstet. Insgesamt 102 JS-2 und die Prototypen wurden somit im Jahr 1943 noch fertiggestellt. Der JS-2 sah seinen ersten Einsatz mit dem 11. schweren Garde-Panzer-Regiment bei den Schlachten von Korsun und Schewtschenko im Frühjahr 1944. Während des ersten Einsatzes beobachtete General Kotin persönlich die Leistungsfähigkeit des JS-2 und gewann so wichtige Hinweise auf die Vor- und Nachteile des neuen Kampfpanzers. Der schwere Panzer war nach seinem erstmaligen Auftreten an der Front so sehr bei den Panzerverbänden der Roten Armee gefragt, dass das NKTP im April 1944 den Bau einer neuen Montagehalle in Tankograd anordnete, um die Produktionszahlen zu erhöhen. Die neu gestaltete Wanne und die Form des JS-2 gaben ihm einen besseren ballistischen Schutz als beim KW-Panzer und die maximale Turmpanzerung betrug beeindruckende 160 mm. Es war ein massives Fahrzeug, seine Größe wurde noch durch das lange Geschützrohr unterstrichen. Neben dem Turm war auch der Rumpf mehr als reichlich mit einer Panzerung von maximal 132 mm ausgestattet. Doch weitaus mehr geschätzt wurde von den Besatzungen die Wirkung der neuen Kanone, vor allem gegen Panzer. Sie entwickelte beim Aufprall 3,5-mal mehr kinetische Energie als die 76-mm-Granate. Selbst in den seltenen Fällen, in denen diese nicht ausreichte, um die Panzerung zu durchschlagen, reichte die Kraft des Aufpralls und der Wirkung der hochexplosiven Füllung in der Regel aus, um den Turm von fast jedem Panzer abzusprengen. Der gravierendste Nachteil des JS-2 war jedoch, dass sein geringer Innenraum nur das Verstauen von 28 Schuss Munition erlaubte. Dazu bestand die schweren Granaten aus zwei Teilen, was die Feuergeschwindigkeit der großkalibrigen Kanone noch weiter reduzierte. Die Sekundärbewaffnung bestand aus einem 12,7-mm und einem 7,62-mm-Maschinengewehr. Der JS-2 wurde in Bezug auf Panzerung und Feuerkraft unvorteilhaft sowohl mit dem Tiger I als auch später mit dem Königstiger verglichen. Allerdings muss bedacht werden, dass er in Bezug auf Gewicht, Größe und Kosten viel eher mit dem mittleren Panzerkampfwagen V Panther vergleichbar war als mit dem viel größeren und schwereren Tiger. Tatsächlich war die Entscheidung der Deutschen, für ihren mittleren Panzer einen so großen, schweren und komplexen Panzer wie den Panther auszuwählen, einer der Faktoren, die die deutsche Panzerproduktion auf ein Niveau weit unter dem der Sowjetunion beschränkte. Dies half den Sowjets, sich im letzten Kriegsjahr einen entscheidenden quantitativen Vorteil bei den Panzerstreitkräften aufzubauen. JS-2m Im Frühjahr 1944 wurde der JS-2 durch die Einführung des JS-2m (‘m’: modifikatsirovanniy = modifiziert) weiter verbessert. Abgesehen von Verbesserungen bei der Feuerleitung und anderen internen Änderungen bestand der Hauptunterschied in der Verwendung eines neuen, einfacheren und besser gewinkelten Gussentwurfs. Außerdem wurde das verbesserte Geschütz D-25T eingeführt, das nahezu identisch mit dem A-19 war, jedoch einen Fallverschluss hatte, der das Laden beschleunigte. Es wurden mehrere Versuchsversionen des schweren Panzers mit verschiedenen Geschützen gebaut, wobei die drastischste Variante der JS-2E mit einem neuen elektrischen Getriebe und einer neuen Kettenradkonfiguration war. Keine davon wurde zur Produktion angenommen, aber schwere Kampfpanzer vom Typ JS-2 waren bei den sowjetischen Streitkräften noch bis zum Ende der 1970er Jahre im Einsatz. Animation 3d-Modell JS-2: JS-3 Während die Experimente mit dem schweren Panzer durchgeführt wurden, wurde das TsKB-2-Team aufgeteilt, damit eines davon unter Dukhow die Untersuchung eines radikal umkonfigurierten JS-2 durchführen konnte. Die Entwicklungsgruppe unter N. Dukhow hielt sich dabei an das Vorbild des ideal abgeschrägten mittleren Kampfpanzers T-34. Zwei Versionen wurden vom Dukhow-Team vorgeschlagen: der Stalin 3-Panzer JS-3 mit einem neuen halbkugelförmigen Turm und der JS-4 mit einer längeren Wanne mehr …

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

Scroll to Top