Kamikaze


Spezielle japanische Kamikaze-Flugzeuge und die Kamikaze-Piloten im Zweiten Weltkrieg.
Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen und Bilder von Yokosuka MXY-7 Ohka und Nakajima Ki-115 Tsurugi.

Yokosuka MXY-7 Ohka



Typ: Japanisches einsitziges raketengetriebenes Kamikaze-Flugzeug Yokosuka MXY-7 Ohka.

Yokosuka MXY7 Ohka 11
Yokosuka MXY7 Ohka 11

In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs wurden insgesamt 852 Ohkas in vier Versionen gebaut.

Es war im Sommer 1944, als angesichts der überwältigenden und schnell zunehmende Stärke der Alliierten auf dem pazifischen Kriegsschauplatz, der japanische Marinestab erstmals das Konzept von Selbstmordangriffen zur Abwehr der feindlichen Angriffe in Erwägung zog. Nachdem die kaiserliche Marine das Prinzip des Kamikaze-Selbstmordangriffs dann erst einmal offiziell übernommen hatte, war es nur logisch, ein Flugzeug für diese spezielle Aufgabe zu entwerfen, anstatt ineffiziente, anfälligere und teurere, konventionelle Maschinen mit einer weniger verheerender Wirkung einzusetzen.
Fähnrich Mitsuo Ohta war der als Erste, welcher einen Rohentwurf für eine gelenkte fliegende Bombe erstellte und die Firma Yokusaka wurde damit beauftragt, die detaillierten Pläne und die Fertigstellung umzusetzen.

Die MXY7 (im alliierten Code als ‘Baka’ bezeichnet, was im japanischen ‘Narr’ bedeutet) war weniger ein Flugzeug als vielmehr eine fliegende Bombe, die von einem Raketen- oder Düsentriebwerk angetrieben wurde.
Das Projekt wurde im Sommer 1944 begonnen und die Ohka wurde hauptsächlich aus billigem Holz hergestellt, mit drei Feststoffraketen im hinteren Rumpf und einem 1.200-kg-Sprengkopf in der Nase.
Erste Testflüge begannen bei Sagami im Oktober 1944, gefolgt von unbemannten Flügen mit dem Raketenmotor im nachfolgenden Monat. Anschließend begann die Serienproduktion.

Japanische Kamikaze-Piloten warten auf ihren Einsatz
Japanische Kamikaze-Piloten warten auf ihren Einsatz. Im Hintergrund eine Mitsubishi G4M2 mit einer bemannten Flugbombe Ohka unter dem Rumpf.
Ursprünglich für die Küstenverteidigung gedacht, wurde die Ohka später zu einer Offensivwaffe modifiziert. Dabei wurde die MXY7 Modell 11 von einem Trägerflugzeug, in der Regel eine Mitsubishi G4M Betty ohne Bombenklappen, etwa 80 Kilometer in der Nähe des Ziels abgeworfen. Der vor dem Abflug der Trägermaschine in seinem Cockpit eingeschlossene Kamikaze-Pilot ging dann in einen schnellen Gleitflug mit etwa 466 km/h über und zündete die Rakete elektrisch, während er für die letzten 30 Sekunden der Flugbahn in einen steilen Endanflug überging.

Der erste Einsatz sollte am 21. März 1945 durch die 721. Kokutai erfolgen, aber die Trägermaschine wurde von amerikanischen Jägern abgefangen und musste ihre Ohka zu früh freilassen.
Der erste Erfolg der Ohka (japanisch für ‘Kirschblüte’) war die schwere Beschädigung des amerikanischen Schlachtschiffes West Virginia am 1. April 1945. Das erste alliierte Schiff, das von einer Ohka versenkt wurde, war das Torpedoboot Mannert L. Abele, das am 12. April vor Okinawa getroffen wurde.
Obwohl der Großteil dieser bemannten Raketen ihre Ziele verfehlten, richteten die wenigen, die trafen, furchtbare Verwüstungen an. Vor allem das Trägerflugzeug, welches die Ohkas ziemlich nahe an ihre Ziele heranbringen mussten, erwies sich als sehr verwundbar und der mächtige amerikanische Jagdschirm ließ daher die japanische Kamikaze-Taktik mit der Flugbombe niemals zu einer ernsthaften Gefahr für die US-Flotte im Pazifik werden, trotz all seinem makabren Beigeschmacks.

Ohka Modell 11
Eine verlassene Ohka Modell 11 mit Sprengkopf und Raketenmotor, von amerikanischen Truppen auf Okinawa gefunden.
Insgesamt wurden von mehreren Herstellern 755 Ohka Modell 11 der ersten Produktionsserie bis März 1945 gebaut. Dazu kamen noch 45 Stück der Version K-1 ohne Motor, welche zur Ausbildung der Piloten verwendet wurden.
Das Modell 22, von dem etwa 50 ausgeliefert wurden, war untermotorisiert. Das Modell 33, das bei Ende der Feindseligkeiten noch nicht fertiggestellt war, sollte Ne-20-Turbinenstrahltriebwerke der Modelle 43A und 43B für den Start von U-Booten bzw. Katapulten an Land aus haben und kam zu spät, um noch Einsätze zu sehen.


Animation 3d-Modell Yokosuka MXY7 Ohka


Nakajima Ki-115 Tsurugi

Typ: Japanisches einsitziges Kamikaze-Flugzeug.

Ki-115 Tsurugi
Nakajima Ki-115 Tsurugi

Nachdem sich das Einsatzkonzept der Kamikaze-Piloten mit ihren Flugzeugen im Laufe des Jahres 1944 fest etabliert hatte, erkannte neben der Marine auch die kaiserlich-japanische Armee, dass es wenig effizient war, eine bunte Ansammlung ungeeigneter Flugzeugmodelle dafür zu verwenden. Deshalb sollte ein speziell für einen solchen Angriff konzipiertes Flugzeug mit äußerster Dringlichkeit entwickelt werden.

Die Firma Nakajima erhielt daher den Auftrag am 20. Januar 1945 und das erste Flugzeug entstand innerhalb von drei Monaten.
Man hätte erwarten können, dass die Ki-115 aus billigem Holz sein würde, aber stattdessen war die kleine Tragfläche mit einem Ganzmetall-Überzug, der Rumpf aus Stahlrohren mit Oberflächen hauptsächlich aus dünnem Baustahl und das Leitwerk aus Holz und Gewebe. Das Fahrgestell bestand aus einem ungefederten Stahlrohr und war so angebracht, dass es nach dem Start abgeworfen werden konnte.
Die Handhabung des Flugzeugs war schrecklich, verbesserte sich aber, als ein neues, gefedertes Fahrwerk und angeschraubte Flügelklappen eingebaut wurden.

Ki-115 Tsurugi
Die Ki-115 war vermutlich das billigste bemannte Kampfflugzeug des Zweiten Weltkriegs.
Bis zur japanischen Kapitulation hatten Nakajima erst 22 Stück und das Ota-Werk 82 der Kamikaze-Flugzeuge fertiggestellt, welche alle mit Flügelvorrichtungen für niemals mehr montierte Raketen versehen waren, um die Geschwindigkeit in der letzten Phase des Angriffs zu erhöhen.

Die Version Ki-115b war eine Entwicklung mit größeren Flügeln und einem vollständigen Holzrumpf und die ‘Toka’ ein Vorschlag für eine Version für die Marine. Die wesentlich effektivere Ki-230 wurde nicht mehr gebaut.


Spezifikationen Kamikaze-Flugzeuge

Spezifikationen:

SpezifikationenYokosuka MXY7 OhkaNakajima Ki-115 Tsurugi
Typeinsitziges raketengetriebenes Kamikaze-Flugzeugeinsitziges Kamikaze-Flugzeug
Antrieb3 Festbrennstoff-Raketen (Typ 4 Modell 20 Raketenmotor) mit zusammen 800 kg Schub1.150 PS Nakajima Ha-35 Typ 23 14-Zylinder-Umlaufmotor
Besatzung11
Spannweite5,12 m 8,55 m
Länge über alles6,07 m 8,60 m
Höhe über alles1,16 m 3,30 m
Flügelfläche 6,0 m² ?
Leer-Gewicht440 kg1.640 kg
Startgewicht (maximum)2.140 kg2.580 kg
max. Flügelbelastung? ?
max. Leistung ??
Höchstgeschwindigkeit466 km/h Gleitflug; 860 km/h mit Antrieb Horizontalflug; 927-1.000 km/h finaler Sturzflug550 km/h
Marschgeschwindigkeit650 km/h?
Anfangssteigleistung-?
Steigleistung-?
Dienstgipfelhöhein 8.000 m vom Trägerflugzeug freigegeben?
Reichweite37-88 km1.200 km (mit 500-kg-Bombe)

Bewaffnung:

SpezifikationYokosuka MXY7 OhkaNakajima Ki-115 Tsurugi
starr nach vorn --
nach hinten--
Zuladung1.200-kg-Sprengkopf mit Tri-Nitroaminol-Füllung.untere Rumpfausbuchtung für 250-, 500- oder 800-kg-Bombe

Einsatzstatistik:

AngabenYokosuka MXY7 OhkaNakajima Ki-115 Tsurugi
EntwurfsbeginnAugust 194420. Januar 1945
ErstflugOktober 1944März 1945
ProduktionAnfang Oktober 1944gegen Kriegsende
Ersteinsatz21. März 1945-
EndlieferungMärz 1945-
Stückpreis??
Stückzahl (alle Varianten)775104


Kamikaze-Piloten

Kamikaze-Piloten
Kamikaze-Piloten vor dem Einsatz.

Start zum ersten erfolgreichen Kamikaze-Angriff
Mabalacta Flugfeld auf den Philippinen am 25. Oktober 1944, als Leutnant Yukio Seki’s Kamikaze-Flugzeug, zusammen mit seinen Begleitjägern, zur Startbahn zum ersten erfolgreichen Kamikaze-Angriff auf US-Kriegsschiffe rollt.
Wenn die Japaner in der letzten Phase des Pazifikkrieges die riesigen Unterschiede zwischen dem Kriegspotenzial ihres Landes und dem der Alliierten betrachteten, war es für jeden von ihnen klar, dass das Kaiserreich schnell sich einer gefährlichen Krise näherte, falls die Lage nicht grundsätzlich geändert werden konnte.
In der damaligen Tradition der Menschen des japanischen Kaiserreichs war es für sie nur allzu natürlich, dass der japanische Soldat entschlossen war, sein Leben für Kaiser und Volk zu opfern. Für den Japaner war die gesamte Nation, ihre Gesellschaft und sogar der Kosmos durch seinen Kaiser ein Ganzes. Dieser Glaube war tief verwurzelt und sie waren bereit, dafür zu sterben.
Was die grundsätzliche Frage nach Leben und Tod angeht, so basierte die geistige Haltung des Japaners auf dem absoluten Gehorsam gegenüber der Autorität des Kaisers, was selbst bis zur Aufopferung des eigenen Lebens reichte.

Der Kamikaze-Glaube hatte seinen Ausgang im ‘Bushido’, dem Ehrenkodex des japanischen Kriegers. Dieser wiederum beruhte auf dem spirituellen Buddhismus, welcher Mut und Gewissen beeinflusste.
Der überzeugte japanische Soldat verspürte den brennenden Wunsch, wenn er schon sterben musste, dann am richtigen Ort und zur richtigen Stunde einen sinnvollen Tod zu erleiden, ohne darauf bedacht zu sein, eine öffentliche Anerkennung dafür zu erhalten.

Hachimaki, Ehrensymbol der Kamikaze-Flieger
Hachimaki, das Ehrensymbol der Kaimikaze-Flieger, wird einem Piloten vor dem Einsatz um die Stirn gebunden.
Wenn man sich die Einstellung der Kamikaze-Flieger näher ansah, dann war ihr Auftrag ganz einfach nur ein Teil ihrer Pflicht gegenüber Vaterland und Kaiser und nichts Außergewöhnliches. Sie konzentrierten sich alleine darauf, wie sie ihr Ziel am wirksamsten und vernichtendsten treffen konnten und hatten keine Gedanken für ihr eigenes Schicksal übrig. Es herrschte der Gaube an das ‘Leben durch den Tod’ vor und so verhielten sich die Kamikaze-Piloten auch.
Diese Männer gaben keinen Einblick in ihre Gefühlswelt und waren vollständig von einer nationalen Haltung und psychologischen Einstellung geprägt, die ihnen durch die lange Geschichte und Traditionen Japans anerzogen worden waren.

Kamikaze-Flugzeug stürzt auf Kriegsschiff
Ein Kamikaze-Flugzeug während der letzten Phase seines Angriffs auf ein US-Kriegsschiff.
Der Kamikaze-Angriff erforderte in erster Linie eine geistige Einstellung zu der Aufgabe und jeder durchschnittliche Pilot war von seinen Fähigkeiten her dafür geeignet. Deshalb gab es dafür auch keine speziellen Ausbildungsmethoden, mit Ausnahme von Belehrungen über Erfahrungen, welche sich aus vorausgegangenen ‘Sondereinsätzen’ als wichtig erwiesen hatten.


Da die für den Kamikaze-Angriff ausgewählten Piloten zumeist gerade erst eine hastige Fliegerausbildung erhalten hatten, gaben ihnen die japanischen Geschwaderführer eine intensiv technische Ausbildung, damit diese schnell die wichtigsten Dinge darüber lernen konnten.

Kapitän zur See, Rikihei Inoguchi, welcher Kamikaze-Sondergruppen zuerst auf den Philippinen, dann von Formosa aus befehligte und schließlich Stabschef der japanischen Luftflotte in der Schlacht um Okinawa war, und dessen Erfahrungen hier wiedergegeben werden, gab nach dem Krieg folgende Einblicke in das Ausbildungsprogramm:
Auf Formosa dauerte die Ausbildung der Kamikaze-Piloten sieben Tage. Die ersten beiden Tage befassten sich ausschließlich mit dem Abheben der Maschinen von der Startbahn. Das fing damit an, wenn der Einsatzbefehl erteilt wurde und erstreckte sich bis zu dem Zeitpunkt, bei dem alle Flugzeuge des Verbandes sich in der Luft versammelt hatten.
In den folgenden beiden Tagen folgte die Übung des Formationsflugs, zusammen mit der Technik des Starts der Maschinen. Die letzten drei Tage wurden mit der theoretischen und praktischen Ausbildung für den Anflug und finalen Angriff auf das Ziel verbracht. Dabei wurde ebenfalls auch das Abheben und der Formationsflug geübt.
Wenn die Kriegslage es möglich gemacht hätte, dann hätte das ganze Programm nach Meinung von Inoguchi nochmals wiederholt werden müssen.

Kamikazeangriff auf Missouri
Kamikaze-Angriff auf das US-Schlachtschiff ‘Missouri’.
Für die leichten und schnellen Maschinen, wie zum Beispiel die Mitsubishi A6M Zero und den eigentlich für den Einsatz von den nicht mehr existierenden Flugzeugträgern vorgesehenen Sturzkampfbomber Suisei, gab es zwei Taktiken für den Kamikaze-Angriff, die sich als besonders wirksam herausgestellt hatten.
Obwohl ein Anflug in mittlerer Höhe zum Auffinden und Sicht des Ziels ideal gewesen wäre, wurde eine größere Flughöhe zwischen 6.000 bis 7.000 Metern gewählt. In größerer Höhe war es für die amerikanischen Jäger schwieriger, die japanischen Angreifer abzufangen und die mit 250-kg-Bomben beladenen Kamikaze-Flugzeuge waren dort beweglicher.

Die zweite Möglichkeit war der Angriff in extrem niedriger Höhe über der Wasseroberfläche, um eine Früherfassung durch das alliierte Radarsystem zu umgehen. Die Japaner schätzten Ende 1944 die effektive Reichweite des Radars auf den amerikanischen Kriegsschiffen auf 160 Kilometer bei hoch anfliegenden Flugzeugen, 32 bis 48 Kilometer auf mittleren Flughöhen und 16 Kilometer bei Tieffliegern.
Wenn genügend Kamikaze-Flugzeuge einsatzbereit waren, wurde der Angriff gleichzeitig aus verschiedenen Richtungen aus einem Verband im Tiefflug und einem im Hochflug durchgeführt.

Bei einem Anflug aus großer Höhe musste der Kamikaze-Pilot beachten, dass der Sturzflugwinkel beim Angriff nicht zu groß wurde, da sonst das Flugzeug nur noch schwer zu steuern war und mit zunehmender Geschwindigkeit außer Kontrolle geraten konnte.
Daher war es wichtig, dass die Piloten lernten, den Sturzflug so flach wie möglich anzusetzen und dabei den Wind, als auch mögliche Ausweichmanöver des Ziels zu berücksichtigen.

Überreste Zerstörer Hazelwood
Die Überreste des amerikanischen Zerstörers ‘Hazelwood’ (DD-531), welcher vor Okinawa von einem Kamikaze-Flieger getroffen wird.
Bei der Annäherung zum Ziel im Tiefflug stieg der Kamikaze-Pilot, nachdem er den feindlichen Flottenverband erkannt hatte, steil nach oben, bis er 4000 bis 5000 Meter erreicht hatte, bevor er sich in einem steilen Winkel auf ein Schiff stürzte. Dieses Verfahren setzte aber ein hohes Können des Piloten voraus, aber die Japaner hatten bei ihren bisherigen Angriffen festgestellt, dass ein Treffer auf dem Deck des angegriffenen Schiffes erheblich wirkungsvoller war, als in die Seite.
Die Kamikaze­-Flieger wurden daher angehalten, diese Methode anzu­wenden, wenn ihr Können ausreichend war und es die Angriffsbedingungen zuließen.

Flugzeugträger nach Kamikaze-Treffern
Die brennende ‘Bunker Hill’, nach dem der US-Flugzeugträger von Kamikaze-Fliegern getroffen wurde.
Zur erfolgreichen Durchführung ihres ‘Sonderauftrags’ waren für die Kamikaze-Piloten mehrere Schritte gleichermaßen wichtig. Dazu gehörte es, in ihr Flugzeug zu kommen, zu starten und abzuheben, die Verbandsformation einzunehmen, durch den feindlichen Jägerschirm und das Abwehrfeuer zu kommen und einen präzisen Volltreffer auf einem wichtigen Schiff zu erzielen.
Aus diesem Grunde war die Ausbildung zum Kamikaze-Pilot, trotz ihrer Kürze, sehr hart und dazu gehörten das Einsteigen in ihr Flugzeug, Abheben, der Verbandsflug und der eigentliche Angriff.

Beim Abheben mit ihrer schwer beladenen Maschine durfte der Kamikaze-Pilot nicht zu schnell steigen, musste die Steuerung vorsichtig bedienen und bei einer konstanten Flughöhe von etwa 30 Metern das Fahrwerk einziehen.
Nach dem Abheben war es wichtig für den Piloten, zum Verband aufzuschließen und dort einen möglichst geringen Abstand zu den anderen Flugzeugen einzuhalten, damit die Gruppe bei Richtungsänderungen keinen großen Bogen fliegen musste.

Belleau Wood brennt nach Kamikaze-Treffer
Der leichte US-Flugzeugträger ‘Belleau Wood’ brennt nach einem Kamikaze-Treffer vor Leyte. Im Hintergrund brennt der große Träger ‘Franklin’ nach dem zweiten Kamikazetreffer innerhalb von 2 Wochen.
Das wichtigste Ziel der Kamikaze-Flieger waren natürlich die amerikanischen Flugzeugträger. Der wirksamste Bereich für einen Treffer war der mittlere Aufzug und die nächst günstigsten Bereiche der vordere oder hintere Aufzug.
Bei anderen, größeren Kriegsschiffen war das beste Ziel der Beginn des Brückenaufbaus. Bei Zerstörern, kleineren Kriegsschiffen und Transportern sollte der Einschlag des Kamikaze-Flugzeugs irgendwo zwischen Brückenaufbau und Mittschiffs erfolgen.

Theoretisch hätten vier Kamikaze-Flugzeuge gegen einen Flugzeugträger eingesetzt werden sollen. Davon sollten zwei den mittleren und jeweils eine den vorderen bzw. hinteren Aufzug treffen. Jeweils zwei oder drei Kamikaze-Flugzeuge sollten von einem Begleitjäger gesichert werden.
Der Mangel an eigenen Flugzeugen und die große Zahl der alliierten Flugzeugträger zwang die Japaner jedoch dazu, zumeist nur ein Kamikaze-Flugzeug gegen jeden Flugzeugträger einzusetzen.

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Denn der rasante wirtschaftliche Aufstieg der USA ist nicht nur durch technischen und organisatorischen Fortschritt und industrielle Revolution ermöglicht worden, sondern auch durch die gewaltsame Aneignung fremder Territorien. Nach seinen Worten hat der ‘Weiße die Millionen von Rothäuten auf ein paar hunderttausend zusammengeschossen und deren Land genommen’. Dies entsprach auch Hitlers Vorstellungen von der ‘Gewinnung des deutschen Lebensraums durch das Schwert’. Bereits in seinen ersten Reden im Jahr 1919 bezeichnete Hitler Amerika als einer der größten Feinde Deutschlands. Amerika sei nur wegen des blutigen Geldes in den 1. Weltkrieg eingetreten. Als ‘Geldland’, dass der große Gläubiger von England und Frankreich war, musste Amerika in den Krieg eingreifen, um sein verliehenes Geld nicht zu verlieren und einen Löwenanteil an der Kriegsbeute einzustreichen. Und die Verknüpfung folgte direkt, da auch ‘dem Juden der Geldbeutel das Heiligste sei’. Deshalb war Amerika für ihn die vom ‘jüdischen Kapitalismus’ beherrschte neue Weltmacht. Während der Weimarer Republik waren die Beziehungen zu den USA gut gewesen und hatten sich ständig verbessert. Das änderte sich erst seit der Machtübernahme der Nazis. Gründe dafür waren aufkommende Zollstreitigkeiten, die mangelnde Bereitschaft amerikanische Kredite zu bedienen und vor allem die zunehmende Verfolgung der Juden und Oppositioneller sowie Angriffe auf die christlichen Kirchen und die Bücherverbrennungen. Dazu kam der Militarismus und Wiederaufrüstung zusammen mit einer aggressiver werdenden Außenpolitik, welche den Frieden in Europa zu gefährden schien. Jedoch das die Amerikaner gegenüber Deutschland immer kritischer wurden, bereitete Hitler keine schlaflosen Nächte. Die ideologischen Vorgaben des NS-Regimes vertrugen sich natürlich nicht mit dem amerikanischen Liberalismus, auf den man einfach keine Rücksicht nehmen konnte. 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Die Verhandlungen dauerten den Oktober bis Anfang November 1939 an und beide Seiten sahen die Möglichkeit einer Einigung als wahrscheinlich. Am 9. November 1939 wurden die Verhandlungen jedoch abgebrochen und die Finnen erwarteten eigentlich ihre Fortsetzung. In der sowjetischen Regierung war aber schon seit Sommer 1939 über einen Krieg mit Finnland nachgedacht worden und am 13. November wurde in Moskau eine finnische Exil-Regierung aus Kommunisten gebildet. Zur gleichen Zeit begannen militärische Vorbereitungen der Roten Armee an der finnischen Grenze. In einem umsichtig vorbereiteten Ablauf wurde von den Russen ein Zwischenfall arrangiert und die Finnen am 26. November dafür verantwortlich gemacht. Am 29. November wurden die diplomatischen Beziehungen zu Finnland abgebrochen und die Rote Armee griff am 30. November an. Die Finnische Armee war eine der kleinsten in Europa und die Rote Armee erwartete von daher wenig Widerstand. Jedoch fanden die sowjetischen Invasoren die Finnen gut vorbereitet vor und hinzukam der extrem kalte Winter von 1939/40 mit seinen Temperaturen von weit unter dem Gefrierpunkt und tiefem Schnee, welcher in jedem Fall den Verteidiger bevorzugte. Die wichtigste finnische Verteidigung war die Mannerheim-Linie, welche bis zum 12. Februar 1940 gehalten werden konnte. Aber nachdem sie erst einmal an einigen Stellen durchbrochen war, gab es keine Alternative mehr, als um Frieden zu bitten. Für eine Armee, welche niemals mehr als 200.000 Mann stark war, waren die finnischen Verluste sehr hoch: 25.000 wurden getötet und 45.000 Soldaten verwundet. Es war die Rede davon, dass die Alliierten in Finnland intervenieren würden, da die Sowjetunion einen Nichtangriffspakt mit Hitler-Deutschland unterzeichnet hatte, aber das einzige Land welches einen beachtlichen Beitrag zur Verteidigung Finnlands leiste, war Schweden. Die Schweden schickten Waffen, eine Flugzeug-Staffel und zwei Bataillone Infanterie. Freiwillige aus einer Reihe von Ländern, darunter Norwegen, Italien, England und den Vereinigten Staaten von Amerika wurden zu einem Freiwilligen-Bataillon zusammengefasst, das aber nicht mehr rechtzeitig einsatzbereit war, um noch an den Kämpfen teilzunehmen. Organisation der finnischen Armee Obwohl Finnland in der Lage war, 12 Divisionen ins Feld zu führen, waren nur neun bei Ausbruch des Krieges vorhanden. Dazu hatten diese einen großen Mangel an Kraftfahrzeugen, Nachrichtenmitteln, Panzerabwehr-Kanonen und automatischen Waffen. Die bewaffneten Streitkräfte wurden durch einen kleinen, regulären Kader zusammengehalten, welcher auf die jährlichen Wehrpflichtigen angewiesen war, um den Mannschaftsbestand zu vervollständigen. In Friedenszeiten dienten die Wehrpflichtigen 12 oder 18 Monate, abhängig von der Waffengattung. Nach dem Abschluss ihrer Wehrpflichtzeit wurden die finnischen Soldaten in die Reserve überführt, wo sie bis zum Alter von 60 Jahren verblieben. Anschließend traten sie der Miliz bei. Das Land war in neun Militärbezirke unterteilt, wovon jeder eine Division stellte, sowie Depots, Einrichtungen und Anlagen, um die Armee schnell mobilisieren zu können. Die Organisation einer Division bestand aus dem Divisionsstab, drei Infanterie-Regimenter, einem Artillerie-Regiment und Nachrichten- und Pionier-Kompanien. Das Artillerie-Regiment verfügte über 36 Geschütze verschiedener Kaliber, welches alle Modelle aus der Zeit vor 1918 waren und viele davon nicht für einen modernen Krieg mehr geeignet waren. Obwohl eine Anzahl von 120-mm-Granatwerfern bestellt wurde, war noch keiner bei Kriegsausbruch geliefert worden und so verblieben der Division nur achtzehn 81-mm-Granatwerfer. Dies war eindeutig ungenügend, wenn man dies zu den hunderten von Granatwerfern in einer einzigen sowjetischen Division betrachtet. Die Versorgung mit automatischen Waffen war etwas besser, denn es gab 250 Suomi-Maschinenpistolen und 116 Maschinengewehre je Division. Bei voller Sollstärke hatte die Division 14.200 Mann. Finnische Divisionen: Darüber hinaus gab es eine unabhängige Kavallerie-Brigade, welche aus einem Stab, zwei Kavallerie-Regimenter, einem Jäger-Bataillon mit Fahrrädern und einer mit Pferden bespannten Artillerie-Batterie bestand. Es gab nur wenige Artilleriegeschütze in der Reserve und die gesamte Armee verfügte nur über insgesamt 100 37-mm-Bofors-Panzerabwehrgeschütze und überhaupt keine Flugabwehrkanonen. Die Armee hatte nur wenig Erfahrungen im Panzerkampf, aber das dicht bewaldete Gelände Finnlands reduzierte die Rolle des Panzers auf die Unterstützung der Infanterie. Die finnische Panzerwaffe bestand aus den unabhängigen Panzerkompanien 1 bis 5 mit 59 veralteten Vickers E und Renault-Panzern, von denen aber nur die 4. Kompanie Einsätze sah. Es gab nur wenige medizinische Vorräte und die Nachrichtenverbindung war bestenfalls rudimentär. Es gab kein Funksystem und die Armee war abhängig von Feldtelefonen und wenn dieses ausgefallen waren, von Meldern. Dieser Mangel war besonders schwerwiegend unter Berücksichtigung der großen Entfernungen im Land, wo die finnische Armee eine riesige Grenze zur Sowjetunion decken musste. Auch die effektive Unterstützung der Infanterie durch die Artillerie war ohne Funkgeräte nicht möglich. Finnland verfügte nur über 100 Bofors-Flak , welche aber der Heimatverteidigung vorbehalten waren. Trotz dieser Probleme hatte die finnische Armee zwei große Vorteile: Erstens, die gründliche Kenntnis des eigenen Landes in der winterlichen Witterung, und zweitens weit überlegenes Menschenmaterial, welches sich in der wilden Entschlossenheit ausdrückte, dem Angreifer zu widerstehen. Diese zwei Eigenschaften vereinigten sich in den Elite-Bataillonen der Skitruppen, bestehend aus Männern mit großer Erfahrung im Skifahren durch das wilde Gelände, welche große Entfernungen geräuschlos überwinden konnten – und das schneller, als Truppen, welche mit irgend einer anderen Form von Transportmitteln ausgerüstet waren. Insbesondere die Sissi-Joukeet, welche Guerillakämpfer auf Skiern waren, operierten hinter den feindlichen Linien und stellten einen unangenehmen Dorn im Fleisch der Roten Armee dar. Die Strategie von Feldmarschall Mannerheim, dem Oberbefehlshaber der finnischen Armee, war es, seine Karelische Armee aus dem II. Korps (4., 5., 6. und 11. Division) und III. Korps (8. und 9. 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    Wieso griff Hitler Russland an ?. Angesichts der nachfolgenden Ereignisse erscheint Hitlers Entschluss, Russland anzugreifen, als purer Wahnsinn. Bereits Napoleon hatte in dem Feldzug von 1812 den Beginn seines unrühmlichen Endes gefunden. War das gewagte Spiel die Folge des illusorischen Gefühls der Unfehlbarkeit, die der triumphale Sieg über Frankreich erzeugte ? Bildete diese Entscheidung das finale Ende einer von Grund auf unlogischen Ideologie, eines irrationalen Wahns, der sich die Vernichtung des ‘jüdischen Bolschewismus’ zum Ziel gesetzt hatte ? Wieso griff Hitler Russland an ? Im Juni 1941 drangen deutsche Truppen nicht zum ersten Mal nach Russland vor. Bereits im 1. Weltkrieg wurden große Teile des Landes bis zum Kriegsende erobert und besetzt und das Bild, das die Deutschen aus dieser Zeit gewannen, war nicht besonders positiv. Der damalige deutsche Generalstabschef Ludendorff stand Anfang der Zwanziger Jahre in engen Kontakt zu Hitler und hatte bis zum Fiasko des Münchener Putsches (1923) Einfluss auf dessen Russland-Bild. Bereits in ‘Mein Kampf’ (1926) schreibt Hitler: ‘Damit ziehen wir Nationalsozialisten bewusst einen Strich unter die außenpolitische Richtung unserer Vorkriegszeit. Wir setzen dort an, wo man vor sechs Jahrhunderten endete … wir weisen den Blick nach dem Land im Osten’. Das ‘Lebensraum’-Konzept war geboren. Hitler besaß ein hoch entwickeltes Gespür für die Schwächen der anderen. Die außenpolitischen Erfolge, die er vor 1939 erzielte, beruhten hauptsächlich auf der Intuition des Tyrannen sowie der instinktiven Bereitschaft des Glücksspielers, große Risiken einzugehen. Im August 1939 schloss Hitler mit atemberaubendem Zynismus (in dem ihm Stalin in nichts nachstand) mit seinem eigentlich ‘ideologischen Erzfeind’, der Sowjetunion, einen Nichtangriffspakt. Doch nur wenige Tage vor diesem dramatischen Schritt äußerste er gegenüber dem Hohen Kommissar des Völkerbundes in Danzig, Carl Burckhardt, dass ‘alles, was ich unternehme, gegen Russland gerichtet ist. Wenn der Westen zu dumm und zu blind ist, um dies zu begreifen, werde ich gezwungen sein, mich mit den Russen zu verständigen, den Westen zu schlagen und dann nach der Niederlage mich mit meinen versammelten Kräften gegen die Sowjetunion zu wenden’. Am 6. Juli 1940 kehrte Hitler nach dem Sieg im Westen im Triumph nach Berlin zurück. Es war der grandioseste Empfang, der ihm jemals bereitet wurde. Nur noch Großbritannien schien dem endgültigen Sieg im Weg zu stehen. Doch Hitlers Militärberater und sogar der Diktator selbst waren sich keineswegs sicher, dass der britische Widerstand so schnell zu brechen sein würde, zumal sich hinter Großbritannien der drohende Schatten der USA erhob. Die untergründige Furcht wurde zwar selten ausgesprochen, war aber gleichwohl vorhanden: Sollten die Vereinigten Staaten ihre gewaltige Macht und ihren Reichtum mobilisieren und wie 1917 in den Krieg eintreten, würden die Chancen für einen deutschen ‘Endsieg’ schlagartig sinken. Mit anderen Worten, die Zeit war wieder einmal nicht aufseiten Deutschlands. Das Risiko wäre beim Warten größer als beim Handeln, erklärte Hitler, was auch seine Spieler-Mentalität verstärkte. Schon eine Stunde nach seiner Reichstagsrede vom 19. Juli 1940, in der Hitler Großbritannien zum Frieden aufforderte, erfuhr er aus den ersten Presseberichten von der frostigen Reaktion Londons auf seinen ‘Appell an die Vernunft’. Am 22. Juli gab der britische Außenminister Lord Halifax in einer Rundfunkansprache bekannt, was Hitler bereits wusste: daß das Empire die Möglichkeit eines Verhandlungsfrieden nicht in Erwägung ziehe und zum Kampf entschlossen sei. Bereits einen Tag vor Halifax Rede hatte Hitler die kategorische Ablehnung seines ‘Appells’ akzeptiert und vor den Oberbefehlshabern der Wehrmacht erstmals über die Möglichkeit gesprochen, noch im selben Herbst die Sowjetunion anzugreifen. Am 31. Juli 1940 teilte er der erstaunten Generalität mit: ‘Ist aber Russland zerschlagen, dann ist Englands letzte Hoffnung getilgt. Der Herr Europas und des Balkans ist dann Deutschland. Entschluss: Im Zuge dieser Auseinandersetzung muss Russland erledigt werden, im Frühjahr (Mai) 1941.’ Dies war die am weitesten reichende Entscheidung des 2. Weltkrieges. Und sie war ohne direkte Not gefällt worden, also keineswegs, um einem unmittelbaren Angriff der Sowjetunion zuvorzukommen. Diese Rechtfertigung wurde erst später vorgeschoben, selbst Hitler hatte noch zehn Tage zuvor festgestellt, dass Russland keinen Krieg mit Deutschland wolle. Aber genauso wenig hatte das Militär oder eine andere Lobby der deutschen Machteliten diesen Angriff gefordert. Vielmehr hatten Oberbefehlshaber und Generalstabschef des Heeres noch am Tag zuvor gefordert, ‘dass man besser mit Russland Freundschaft hält’. Das Wirtschaftsministerium machte Hitler jedoch darauf aufmerksam, dass man sich für einen langen Krieg gegen Großbritannien und womöglich auch gegen die USA wappnen müsse – und das man dazu weit mehr brauche als man gegenwärtig aus der Sowjetunion nach dem Hitler-Stalin-Pakt an Lebensmitteln und Rohstoffen erhalte. Sich in zunehmende Abhängigkeit von der Sowjetunion zu begeben war für Hitler unannehmbar. Er pflichtete Wirtschaftsminister Funk darin bei, dass der großdeutsche Wirtschaftsraum nicht von Kräften und Mächten abhängig werden dürfe, auf die man keine Kontrolle habe. Diese Ansicht wurde in führenden Kreisen von Wehrmacht, Wirtschaft und Bürokratie geteilt, weshalb der Angriff auf die Sowjetunion in diesen entscheidenden Kreisen auf keinen großen Widerstand treffen konnte. Auch in der Wehrmachtführung stieß Hitlers einsamer Entschluss nicht auf entschlossenen Widerspruch. Tatsächlich hatte der Generalstab des Heeres, das Kommende schon ahnend, Machbarkeitsstudien schon Wochen zuvor angefertigt. Die Militärführer waren sich der strategischen Lage ebenso bewusst wie Hitler. Sie nahmen an, dass Großbritannien weder durch eine Invasion noch durch Bombenangriffe in die Knie gezwungen werden könne. Sie entwarfen allerdings auch keine eigene Strategie, wie der endgültige Sieg errungen werden könnte. Darüber hinaus unterschätzten sie wie Hitler die Rote Armee erheblich, insbesondere nach den dürftigen Leistungen im Winterkrieg gegen Finnland. Der geplante, nur kurz zu dauernde Ostfeldzug versprach nicht nur die Hegemonie auf dem europäischen Kontinent, sondern auch den endgültigen Sieg in diesem Krieg. Danach würde irgendwann in der Zukunft die Auseinandersetzung mit den USA folgen. Ideologie und militärstrategische Überlegungen standen in Hitlers Vorstellung über den Angriff auf die Sowjetunion nicht in Widerspruch zueinander. Vielmehr gingen sie Hand in Hand. Teil II: Hatte Hitler Alternativen zum Russland-Feldzug ?

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