Handley Page Bomber

Handley Page, erster schwerer britischer Bomber aus dem Ersten Weltkrieg und Vickery Vimy.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder.

Handley-Page-Bomber
Ein Handley Page O/400 Bomber beim Landeanflug. Mehr als 400 Stück wurden bis Kriegsende an die RAF geliefert.

Handley Page Bomber O/100 bis V/1500

Handley Page O/100, O/400 und V/1500: Großbritanniens bahnbrechende schwere Bomber des Ersten Weltkriegs.

Handley Page O/100, O/400 und V/1500
Typ: Schwerer Bomber.

In den letzten Jahren des Ersten Weltkriegs führte Großbritannien eine neue Art von Luftmacht ein: den schweren Langstreckenbomber. An der Spitze dieser Innovation stand Handley Page, dessen Flugzeuge O/100, O/400 und später V/1500 die Zukunft des strategischen Bombenkriegs mitprägten.

Überblick

Handley Page O/100 (H.P.11)

Erstflug: 1915
Rolle: Schwerer Bomber
Triebwerke: 2 × Rolls-Royce Eagle II (jeweils 266 PS)

Die O/100 war Großbritanniens erster echter schwerer Bomber. Sie wurde als Reaktion auf die deutschen Zeppelin-Angriffe über Großbritannien entwickelt und war dafür ausgelegt, große Bombenladungen über lange Strecken zu transportieren.

Hauptmerkmale:
– Spannweite: 30,5 m
– Bombenlast: bis zu 907 kg
– Besatzung: 4
– Höchstgeschwindigkeit: ca. 156 km/h

Einsatz:
Die O/100 wurde 1916 bei der Royal Naval Air Service (RNAS) in Dienst gestellt. Sie führte nächtliche Bombenangriffe auf deutsche Industrieziele, Eisenbahnknotenpunkte und U-Boot-Stützpunkte im besetzten Belgien und Deutschland durch.

Obwohl sie groß und relativ langsam war, erwies sie sich als stabil und effektiv für Nachtoperationen und legte damit den Grundstein für zukünftige strategische Bomber.

Handley Page O/400 (H.P.12)

Erstflug: 1917
Rolle: Schwerer Bomber
Motoren: 2 × Rolls-Royce Eagle VIII (jeweils 360 PS)

Die O/400 war eine verbesserte und leistungsstärkere Weiterentwicklung der O/100. Sie wurde zum wichtigsten britischen schweren Bomber des Ersten Weltkriegs.

Verbesserungen gegenüber der O/100:
– Leistungsstärkere Motoren
– Erhöhte Bombenkapazität
– Vereinfachtes Kraftstoffsystem
– Verstärkte Struktur

Technische Daten:
– Spannweite: 30,5 m
– Bombenlast: Bis zu 2.000 lb intern oder eine einzelne 1.650 lb-Bombe extern
– Reichweite: Ca. 1.100 km
– Besatzung: 4–5

Kampferfahrungen:
Die O/400 führte 1918 strategische Bombenangriffe über Deutschland durch. Ihre Ziele waren:
– Industriekomplexe
– Eisenbahnknotenpunkte
– Luftschiffhangars
– Militärische Einrichtungen

Nach April 1918 wurde es auch von der neu gegründeten Royal Air Force (RAF) eingesetzt. Nach dem Krieg wurden überschüssige Flugzeuge für den zivilen Gebrauch umgerüstet und gehörten zu den ersten Passagierflugzeugen der Welt.

Handley Page V/1500 (H.P.15)

Erstflug: 1918
Rolle: Langstrecken-Schwerbomber
Triebwerke: 4 × Rolls-Royce Eagle VIII (jeweils 375 PS)

Die V/1500 stellte einen dramatischen Sprung nach vorne in Bezug auf Größe und Ambitionen dar. Sie wurde speziell für Bombenangriffe auf Berlin von Stützpunkten in Großbritannien aus entwickelt und war eines der größten Flugzeuge, die während des Ersten Weltkriegs gebaut wurden.

Wichtige Spezifikationen:
– Spannweite: 38,4 m
– Länge: 18,9 m
– Bombenlast: bis zu 3.400 kg
– Reichweite: über 2.100 km
– Besatzung: 7

Strategischer Zweck:
Die V/1500 wurde gebaut, um strategische Langstreckenbombenangriffe tief im Inneren Deutschlands durchzuführen. Der Krieg endete jedoch im November 1918, bevor sie einen Angriff auf Berlin durchführen konnte.

Sie kam jedoch 1919 während des Dritten Anglo-Afghanischen Krieges zum Einsatz und führte einen der frühesten strategischen Langstreckenbombenangriffe durch.

Warum diese Flugzeuge bedeutend sind

Die Handley Page O-Serie und die V/1500 waren mehr als nur Bomber – sie markierten den Beginn der modernen strategischen Luftmacht.

Sie führten ein:
– Die Doktrin der Langstreckenbombardierung
– Das Design schwerer mehrmotoriger Flugzeuge
– Das Konzept unabhängiger Luftstreitkräfte
– Frühe Umrüstungen für den zivilen Lufttransport

Die mit diesen Flugzeugen gesammelten Erfahrungen hatten direkten Einfluss auf die Entwicklung von Bombern in der Zwischenkriegszeit und im Zweiten Weltkrieg, darunter legendäre Flugzeuge wie die Lancaster und die Halifax.

Die O/100 war der Vorreiter für die britische schweren Bomber.
Die O/400 verfeinerte und operationalisierte diese.
Die V/1500 erweiterte die Grenzen der Reichweite und der Ambitionen.

Zusammen stellen sie ein entscheidendes Kapitel in der Geschichte der Luftfahrt dar – als sich die Luftwaffe von der Aufklärung und taktischen Unterstützung zu einer strategischen Kraft entwickelte, die den Ausgang von Kriegen beeinflussen konnte.

Geschichte

Handley Page O/400 mit eingeklappten Flügeln
Dies ist ein Handley Page O/400 mit zwei 375-PS-Rolls-Royce-Eagle-Motoren und an den Rumpf geklappten Flügeln.

Handley Page O/100 und O/400

Im Dezember 1914 bestätigte die Luftfahrtabteilung der britischen Admiralität ihre Anforderungen für ein ‚verdammtes Lähmung-Flugzeug‘ zur Bombardierung Deutschlands. Es sollte ein zweisitziges Flugzeug mit einer Geschwindigkeit von zu mindestens 121 km/h und einer Zuladung von sechs 50-kg-Bomben sein.

Bis März 1915 waren fünfzig solcher Flugzeuge bestellt und das erste Exemplar mit der Seriennummer 1455 hatte seinen Erstflug am 18. Dezember 1915.
Ursprünglich war vorgesehen, die 120-PS-Beardmore-Motoren in den ersten Handley Page O/100 einzubauen, jedoch konnte der Prototyp mit zwei 250-PS-Motoren Rolly Royce Eagle II ausgestattet werden. Dieser Motor wurde dann anschließend auch für vierzig der sechsundvierzig von Handley Page gebauten O/100 verwendet. Die anderen sechs wurden mit dem 320-PS Sunbeam Cossacks-Motoren gebaut.

Der Prototyp des O/100 hatte eine geschlossene Kabine für die Besatzung und die Motorgondeln und der Vorderteil des Rumpfes wurden mit Panzerplatten im Gewicht von 544 kg ummantelt. Jedoch wurden diese Eigenschaften bei den Serienmaschinen weggelassen.

Um die Flugzeuge in den üblichen britischen Feldhangars einstellen zu können, waren die Flügel der Handley-Page-Bomber so entworfen worden, dass sie entlang den Seiten des Rumpfes nach hinten umgelegt werden konnten.

Der O/100 übertraf die Anforderungen der Spezifikation, da er in der Lage war sechzehn 50-kg-Bomben oder acht 113-kg-Bomben intern zu tragen. Das Flugzeug hatte eine Besatzung von vier Mann und zwei Waffenstände mit Einzel- oder Zwillings-Lewis-Maschinengewehren in der Nase und auf dem Rücken. Ein fünftes Lewis-MG feuerte nach hinten hinunter durch ein Loch im Boden.

Der O/100 ging mit dem 3. Wing des Royal Navy Aviation Service an der Westfront im November 1916 in den Einsatz. Die anderen Flugzeuge rüsteten nachfolgend die 14. und 16. Naval Squadron (Marine-Staffel) aus und einige der O/100 waren sogar noch bei Kriegsende im Einsatz.

Handley Page 100 Bomber
Ein Handley Page O/100 Bomber auf einem Flugplatz im Mittelmeer-Raum.

In den ersten Monaten ihres Einsatzes in Frankreich wurden sie für Seepatrouillen bei Tageslicht an der Küste von Flandern verwendet, aber im März und April 1917 fingen sie an, sich auf Nachtbombardierungen von wichtigen deutschen Anlagen zu konzentrieren, darunter die U-Boot-Stürzpunkte, Eisenbahnstationen und Industriezentren. Der erste belegte Angriff fand in der Nacht vom 16./17. März 1917 gegen einen Eisenbahnknotenpunkt statt.

Zwei Handley Page O/100 wurden von den Luftstreitkräften von General Allenby und T.E. Lawrence bei deren Feldzug in Palästina gegen die Türken verwendet. Eine weitere O/100 war auf Mudros in der Ägäis stationiert und nahm an Bombenangriffe auf Konstantinopel und gegen den deutschen Schlachtkreuzer Goeben teil. Diese Maschine wurde zu einem Zeitpunkt von Flugleutnant J. W. Alocok geflogen, dem späteren Piloten der Vickery Vimy, welche 1919 den Atlantik überquerte.

Handley Page O/100
Handley Page O/100 der ersten Serie vom September 1916.

Der O/100 folgte die weit zahlreichere Handley Page O/400 in den Dienst, deren Prototyp die umgebaute Flugzeugzelle der O/100 mit der Seriennummer 3138 war. Der grundlegende Unterschied zwischen den zwei Versionen des Bombers war, dass die Treibstofftanks aus den Motorgondeln in den Rumpf verlegt wurden, wodurch die O/400 viel kürzere Gondeln hatte.
Nacheinander wurden die immer stärkeren Eagle-Motoren VI, VII und VIII bei den meisten O/400 eingebaut, obwohl einige Flugzeuge auch mit dem 260 PS starken Fiat A-12bis oder dem 275 PS starken Sunbeam Maori ausgerüstet wurden.
Eine Maschine wurde mit zwei Tandem-Paaren aus 200-PS-Hispano-Suiza Motoren geflogen, um die Motoranordnung für den nachfolgenden Handley Page V/1500 auszutesten.

Nahezu achthundert O/400 wurden während des Krieges bestellt, von den 550 in Großbritannien gebaut wurden. Zusätzlich wurden einhundertundsieben O/400 aus vorgefertigten Bauteilen in den USA bei der Standard Aircraft Corporation zusammengebaut und von Liberty N12-Motoren mit 350 PS angetrieben. Weitere acht Standard-Maschinen vom Typ O/400 wurden für die US-Armee nach Kriegsende fertiggestellt, aber der Rest der 1.500 bestellten Flugzeuge wurde storniert.

Im April 1917, mehr oder weniger zur gleichen Zeit, als die O/100 für Nachteinsätze abgestellt wurden, ging die O/400 als Tagbomber in Frankreich in den Einsatz. Sechs Monate später, im nachfolgenden Oktober, wurde dann aber auch die O/400 ebenfalls nur als Nachtbomber verwendet.
Am 14./15. September 1918 griff eine Streitmacht aus 40 Handley Page O/400 Bombern Ziele im Saargebiet an. Zu dieser Zeit wurden auch erstmals 748-kg-Bomben geladen, die schwersten Bomben, welche von den Briten im Ersten Weltkrieg abgeworfen wurden.

Handley Page O/400 Bomber wurden von der 58. Squadron der Royal Air Force, der 97. und 115. Squadron der unabhängigen Fliegerstreitkräfte und von der 207., 214., 215. und 216. Marine-Staffel eingesetzt. Zweihundertachtundfünfzig O/400 standen auf der Liste der RAF am 31. Oktober 1918.
Ein Flugzeug wurde von der 67. Squadron, welche die 1. Squadron des australischen Fliegerkorps war, in Palästina verwendet.

 

Im Frühjahr 1918 wurden zwei Flugzeuge grobschlächtig in Transportflugzeuge für 12 Passagiere umgebaut, um Piloten, welche Flugzeuge nach Frankreich überführt hatten, wieder zurück nach England zurückzubringen.

Die Handley Page O/400 blieb bei der RAF bis 1920 in Dienst und acht wurden an die 1. Communications Wing als VIP-Transporter abgestellt, um Vertreter zur Pariser Friedenskonferenz zwischen Januar und September 1919 zu bringen.
Vier O/400 wurden von der Gesellschaft Handley Page Transport Limited zur Erprobung von Übersee-Flugrouten in den Jahren 1919 und 1920 verwendet, welche später von Imperial Airways bedient wurden.

Die O/400 wurde weiter in das O/700-Transportflugzeug entwickelt, von denen zehn oder ein Dutzend an China Ende 1919 und zwei oder drei an Südafrika ausgeliefert wurden. Die O/700 ihrerseits wurde weiter zu den Transportflugzeugen O/10 und O/11 entwickelt, von denen acht bzw. fünf gebaut wurden.

Handley Page O/400
Handley Page O/400 der 100. Squadron der ‚Unabhängigen Luftstreitmacht‘ der RAF im Oktober 1918 an der Westfront.

Handley Page V/1500

Handley Page V1500 01
Handley Page V/1500 mit vier 375 PS starken Rolls-Royce Eagle-Motoren. Die Personen unter dem Flugzeug geben eine Vorstellung von der gewaltigen Größe des Bombers.

Der Handley Page V/1500 kam zu spät für den Krieg und war ein zu großes Flugzeug für die RAF in der Nachkriegszeit, aber er konnte mehrere Ansprüche reklamieren, um einen Platz in der Luftfahrtgeschichte zu erhalten.
Es war der erste britische viermotorige Bomber, welcher gebaut wurde und war zugleich das größte britische Flugzeug, welches zwischen 1914 und 1919 ausgeliefert wurde und war zudem der erste echte strategische Bomber der Royal Air Force.

Der Handley Page V/1500 wurde nach einer Spezifikation des britischen Luftfahrtministeriums für ein Flugzeug mit einem Einsatzradius von 966 Kilometer gebaut, welches in der Lage sein sollte, von Stützpunkten in East Anglia Berlin zu bombardieren.
Die Entwurfsarbeiten begannen im Oktober 1917 und der erste Prototyp flog im Mai 1918. Dieser wurde durch zwei Tandem-Paare von 375 PS starken Rolls-Royce Eagle VIII-Motoren angetrieben und hatte keinen vorderen MG-Stand.

Mitte 1918, nach dem Absturz des ersten Prototyps, wurde eine zweite Maschine fertiggestellt, welche einen vorderen Stand für einen MG-Schützen hatte. Jedes Paar der Motoren war in einer einzelnen Gondel eingeschlossen und weitere aerodynamische Verbesserungen wurden vorgenommen.

Die Serienmaschinen V/1500 unterschieden sich dann aber von diesem zweiten Prototyp, indem sie unverhüllte Motoren, geänderte Kühler und ein vergrößertes Leitwerk hatten. Wie bei der O/400 befanden sich Waffenstände für Einzel- oder Zwillings-Lewis-Maschinengewehre in der Nase und auf dem Rücken und ein fünftes MG feuerte nach hinten hinunter durch den Rumpfboden. Ein sechstes Lewis-MG wurde auf einer Ringmontage ganz hinter im Heck montiert, was das erste Mal war, dass eine derartige Anordnung in einem britischen Flugzeug eingebaut wurde.

Die V/1500 hatte Vorrichtungen um dreißig 113-kg-Bomben oder zwei große 1.500-kg-Bomben zu laden. Eine Zuladung von 454 kg war auf der Strecke nach Berlin möglich.
Jedoch führte die V/1500 niemals einen derartigen Einsatz durch. Obwohl Bestellungen über zweihundertundfünfzig V/1500 vor Kriegsende erteilt wurden, wurden nur drei an die 166. Squadron am 8. November 1918 – drei Tage vor dem Waffenstillstand – ausgeliefert. Sie wurden zwar mit Bomben beladen und standen für zwei Tage bereit bis der Waffenstillstand unterzeichnet und ihr Einsatz abgeblasen wurde.

Handley Page V/1500
Hätte sich der Krieg bis in das Jahr 1919 fortgesetzt, dann wäre die Reichweite von 2.100 Kilometern und die für ihre Zeit gewaltige Bombenzuladung der Handley Page V/1500 ein bedeutender Faktor im Luftkrieg geworden.

Nach Kriegsende wurden mehrere Verträge zum Bau der V/1500 gekündigt und nur etwa drei Dutzend der Bomber wurden tatsächlich fertig. Handley Page baute zu mindestens zweiundzwanzig, Beardmore mindestens sieben und Harland&Wolff wahrscheinlich vier weitere Bomber.
Die meisten dieser Serienflugzeuge wurden von vier Eagle VIII-Motoren angetrieben, aber die letzte Maschine von Handley Page hatte 450 PS starke Napier Lion, mit denen sie am 3. September 1919 flog. Mindesten eine der von Beadmore gebauten V/1500 verfügte über 500 PS starke Galloway-Atlantics-Motoren.

Im Dezember 1918 unternahm eine V/1500, welche als H.M.A. (‚His Majesty’s Airliner‘) Old Carthusian getauft wurde, den ersten Flug von Großbritannien nach Indien. Der Start erfolgte an 13. Dezember 1918 in Martlesham und der Flug ging über Rom, Malta, Kairo, Bagdad nach Karatschi.
Dieses Flugzeug wurde später im Mai 1919 auch zu einer Bombenmission gegen Kabul eingesetzt, um eine Friedensvereinbarung mit den Afghanen zu erzwingen. Dies war auch das einzige Mal, dass irgendeine V/1500 Bomben bei einem Einsatz abgeworfen hatte.

Die Maschine mit der Seriennummer F7140 wurde 1919 nach Neufundland verschifft, wo sie für eine geplante Atlantik-Flugüberquerung wieder zusammengebaut wurde. Der Versuch verzögerte sich aber wegen Ärger mit der Überhitzung der Motoren und als die Probleme behoben war, wurde der Atlantik schon von einer Vickers Vimy mit den Piloten Alcok und Brown überquert.
Der Versuch mit der F7140 wurde daraufhin aufgegeben und stattdessen führte die Maschine eine Flugvorführung über Kanada und den Vereinigten Staaten durch.

Die Handley Page V/1500 war zu groß, zu kompliziert und zu teuer, um als erfolgreiches kommerzielles Flugzeug verwendet werden zu können und so kam niemals auch nur eine davon in das britische Register für Zivilflugzeuge.
Eine wurde jedoch für kurze Zeit 1919 von der Handley Page Transport Ltd auf der Strecke London-Brüssel eingesetzt. Dies war wahrscheinlich das gleiche Flugzeug, welches ebenfalls 1919 einen Rundflug mit 40 Passagieren über London in einer Höhe von 1.981 Metern durchführte.

Handley Page V/1500
Handley Page V/1500, Flugzeug der 274. RAF-Squadron im Jahr 1919. Beachtenswert der zusätzliche hintere MG-Stand am Heck.

Benutzer: Großbritannien, USA.


Spezifikationen Handley Page Bomber

Spezifikationen:

Spezifikationen
O/100
O/400
V/1500
Typ
Schwerer Bomber
=
=
Besatzung
3
4
5-7
Antrieb
2 x 250 PS Rolls Royce Eagle II V-12
2 x 360 PS Rolls Royce Eagle VIII 12-Zylinder Umlaufmotoren
4 x 375 PS Rolls Royce Eafle VIII 12-Zylinder Umlaufmotoren
Spannweite
30,48 m
=
38,40 m
Länge
19,16 m
=
19,51 m
Höhe
6,71 m
=
7,01 m
Flügelfläche
153,10 m²
=
278,70 m²
Leergewicht
3.629 kg
3.857 kg
7.983 kg
Startgewicht
6.350 kg
6.060 kg
13.608 kg
Höchstgeschwindigkeit
122 km/h
156 km/h in Seehöhe
159 km/h in 1.980m
Steigleistung
?
?
?
Dienstgipfelhöhe
2.590 m
=
3.353 m
Reichweite
724 km
1.046 km (8 Stunden)
2.092 km (6 Stunden)
Bewaffnung
7,7-mm-Zwillings-Lewis-MG im Bug- und Rückenstand, Einzel-Lewis aus Bodenklappe
=
wie andere, plus ein Lewis-MG im Heck
Zuladung
16 x 50 kg oder 8 x 113 kg Bomben
max. 907 kg Bomben
max 3.402 kg Bomben oder 30 x 113-kg-Bomben (454 kg nach Berlin)
Erstflug
18. Dezember 1915
?
Mai 1918
Serienflugzeug
Juni 1916
Ende 1916
Oktober 1918
Truppenlieferung
November 1916
April 1917
8. November 1918 (3 Stück)
Endlieferung
Ende 1916
Ende 1918
1919
Produktion
46
550 in England, 105 in USA (davon 8 nach Waffenstillstand)
ca. 36
Bestand
?
258 am 11. Nov 1918
3 am 11. Nov 1918


Vickery Vimy

Vickers Vimy Mk IV
Vickers Vimy Mk IV

Vickers Vimy Mk IV

Geschichte: Die Vimy gehörte zur neuen Generation von Bombern, die von England aus Berlin angreifen sollten. Sie war verhältnismäßig klein und hatte hervorragende Flugeigenschaften. Die Truppenlieferung begann zwar kurz vor Kriegsende, die Staffeln waren aber erst im Juli 1919 einsatzbereit. Berühmt wurden sie später durch die Non-stop-Atlantiküberquerung und durch den Flug England-Australien.

  • DREISITZIGER SCHWERER BOMBER
  • zwei wassergekühlte 360-PS Rolls-Royce Eagle VIII V-12-Motoren
  • Spannweite 20,73 m
  • Länge: 13,27 m
  • Startgewicht: 4937 kg
  • Geschwindigkeit: 166 km/h
  • Flughöhe: 3660 m
  • Reichweite: 1448 km
  • Bewaffnung: 7,7-mm-Lewis-MGs im Bug, hinteren Cockpit und den Seiten. Bombenschächte und Unterflügelstationen für bis zu 2179 kg Bomben

Quellenangaben und Literatur

Jane’s Fighting Aircraft of World War I
Aircraft of World War I 1914-1918 (Jack Herris, Bob Pearson)
Technik und Einsatz der Kampfflugzeuge vom 1. Weltkrieg bis heute (Ian Parsons)
Bombers, Patrol and Reconnaissance Aircraft 1914-1919 (Kenneth Munson)
The Illustrated Encyclopedia of Weapons of World War I (Chris Bishop)
An Illustrated History of the Weapons of World War One (Ian Westwell)


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