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Halberstadt-Flugzeuge

Halberstadt-Flugzeuge im Ersten Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder der D I bis D V Jagdflugzeuge, C I bis C V Beobachtungsflugzeuge und CL II und CL IV Bodenangriffsflugzeuge.

Halberstadt CL II
Heckschütze in einer Halberstadt CL II mit Parabellum-MG mit Zielfernrohr, Handgranaten griffbereit an beiden Seiten am Rumpf und Leuchtgeschosse dahinter befestigt.

Halberstadt D I bis D V


Halberstadt D II
Halberstadt D II Jagdflugzeug wie im Herbst 1916.
Die Halberstadt-Jagdflugzeuge erschienen, nachdem die Fokker E ihre Vormachtstellung verloren hatten und bevor die Doppeldecker-Jäger sie vollständig zurückgewonnen hatten. Ihre Leistung war zwar den Albatros-Jägern D I und D II unterlegen, aber deutlich besser als die verschiedenen frühen D-Typen von Fokker.

Wahrscheinlich wurden die Halberstadt-Jäger von ihren alliierten Gegner mehr respektiert als von ihren eigenen Piloten, welche Zweifel an der schlanken Form und dem zerbrechlich aussehenden Leitwerk hatten. Diese Vorurteile waren aber völlig unberechtigt, denn die Halberstadt-Jäger waren extrem robuste Maschinen, die lange und steile Sturzflüge und eng geflogene Manöver besser überstehen konnten als die meisten anderen.

Die Halberstadt D I wurde Ende 1915 entworfen und erschien im darauffolgenden Februar. In ihrer ursprünglichen Form hatte sie unversetzte Flügel und einen 100 PS starken Mercedes D.I Motor mit seitlichen Kühlern und ein einzelnes Spandau-Maschinengewehr war vor dem Cockpit nach Steuerbord versetzt. Die Sicht aus dem Cockpit war recht gut, aber es gab nur einen kleinen Spalt zwischen Oberflügel und Rumpf und einen halb-sechseckigen Ausschnitt an der Hinterkante.

Die D I wurde weiter zur D Ia modifiziert mit einem 120 PS Argus As II Motor und mit einer saubereren Verkleidung und einem auf den Flügeln montierten Kühler. In dieser Form, aber mit dem Mercedes D II Motor, ging sie als der Halberstadt D II in Produktion, welche von Aviatik und Hannover in kleinen Stückzahlen sowie von der Muttergesellschaft hergestellt wurde.

Es folgte die Halberstadt D III mit Argus-Motor, den größeren und Horn-gewuchteten Querruder, vertikale Cabane-Verstrebungen und einem halbkreisförmigen Flügelausschnitt.
Die Halberstadt D IV war im Allgemeinen ähnlich, außer dass sie einen 150 PS starken Benz Bz III Motor hatte.
Die letzte Variante war die Halberstadt D V, die Anfang 1917 erschien. Sie griff auf den Argus-Motor zurück, war aber wesentlich stromlinienförmiger, hatte eine vereinfachte Flügelversteifung und einen ordentlich ausgedrehten Propeller.
Es war vorgesehen, ein zweites Maschinengewehr in die D IV und D V einzubauen, aber da die Leistung der Halberstadt-Jäger denen von Albatros bereits auch so unterlegen war, ist es unwahrscheinlich, dass diese Möglichkeit genutzt wurde.

Als sie im Sommer 1916 in Dienst gestellt wurde, wurde die D II in kleiner Zahl als Eskorte für zweisitzige Aufklärungsflugzeuge verwendet, aber ab Frühherbst bildete sie zusammen mit den Albatros-Jägern die Grundausstattung mehrerer der neu gebildeten Jagdstaffeln.
Der Höhepunkt ihres Einsatzes erfolgte im Januar 1917, als einhundert D II und D III in Frankreich im Fronteinsatz waren. Nach dem Ende dieses Winters begannen sie den späteren Albatros-Varianten Platz zu machen. Sie wurden noch für einige Monate in Mazedonien und Palästina eingesetzt und einige wenige D IV wurden in die Türkei geliefert.

Benutzer: Deutschland, Türkei.


Halberstadt C I bis C V

Halberstadt C V
Die Halberstadt C V war vermutlich der beste Fotoaufklärer und Artillerie-Beobachtungs-Flugzeug des Krieges.

Zwei Haupttypen wurden 1918 von den deutschen Luftstreitkräften für Fotoaufklärungs-Einsätze verwendet: von diesen war die Rumpler C VII zweifellos die überlegene Maschine, aber ihr Begleiter, die Halberstadt C V, wurde ebenfalls gebaut und in geringerer Zahl eingesetzt.

Die früheren C-Typen der Firma Halberstadt begannen mit der C I, einer Modifikation des unbewaffneten B II Aufklärungsflugzeuges aus dem Jahr 1916 mit einem Rotationsmotor. Es ist zweifelhaft, ob diese in Produktion ging.
Die C III, die Ende 1917 erschien, war der erste Foto-Langstreckenaufklärer, der von Karl Theiss entworfen wurde. Er wurde von einem 200 PS starken Benz Bz.IV Motor angetrieben, und ein ungewöhnliches Merkmal seiner Konstruktion war die Befestigung der unteren Flügel an einem kleinen ‘Kiel’ an der Rumpfunterseite. Die C IIII bildete den Ausgangspunkt für die C V, bei der die Unterflügel mit einer einfacherer und konventionellen Befestigung angebracht wurden.

Der Motor der C V war die Hochkompressionsversion der Bz.IV, welcher 220 PS entwickelte und in der Höhe eine viel bessere Leistung bot. Die Tragflächen hatten eine große Spannweite mit zwei Abschnitten mit Verstrebungen und freitragenden, ausbalancierten Querrudern an den oberen Abschnitten. Der Rumpf war im Wesentlichen eine vergrößerte Version des Rumpfes der C IV, aber mit separaten Cockpits für die Zwei-Mann-Besatzung. Aufklärungskameras waren durch eine Falle im Boden des hinteren Cockpits nach unten gerichtet und die Cockpitoberseite wurde mit der traditionellen Ringhalterung für ein Parabellum-Maschinengewehr bestückt.
Der Pilot war mit einem synchronisierten Spandau-Maschinengewehr unmittelbar vor seinem Cockpit auf der Backbordseite ausgerüstet. Die C V verfügte normalerweise auch über eine Funkausrüstung.

Der Prototyp der C V erschien Anfang 1918 und wurde im Frühjahr offiziell erprobt. Die Frontkarriere als Höhen-Fotoaufklärungsflugzeug dauerte vom Sommer 1918 bis zum Waffenstillstand. Die Produktion erfolgte auch von den Firmen Aviatik, B.F.W. und D.F.W., zusätzlich zu den von Halberstadt gebauten.

Zu den Varianten, die 1918 noch erschienen, gehörten die C VII, C VIII und C IX. Die C VII (245 PS Maybach Mb.IV) und C IX (230 PS Hiero) blieben im Prototypenstadium, obwohl letztere für die österreichisch-ungarische Produktion bestimmt gewesen sein könnte.
Die C VIII, welche im Oktober 1918 noch offiziell getestet wurde, war ein Doppeldecker mit einer Bucht, etwas kleiner als die C V und von einem Mb.IV-Motor angetrieben. Es hatte eine überragende Dienstgipfelhöhe von 9.000 Metern, welche in 58 Minuten erreichen konnte. Vermutlich war das Flugzeug für die Serienproduktion vorgesehen, falls der Krieg weitergegangen wäre. So war allerdings bei Kriegsende erst der Prototyp fertiggestellt worden.

Benutzer: Deutschland.


Halberstadt CL II und CL IV

Deutsches Halberstadt CL Bodenangriffsflugzeug und Begleitjäger aus dem 1. Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder.

Halberstadt CL II und CL IV
Typ: Zweisitziges Bodenangriffsflugzeug und Begleitjäger.

Geschichte

Halberstadt CL II
Halberstadt CL II
Anfang 1917 wurde eine neue Klasse von deutschen Zweisitzern eingeführt: Die CL-Kategorie, eine kleinere, leichtere Version des C-Typs, welche für ihre schwereren Kameraden den Begleitschutz stellen und die Bodentruppen unterstützen sollte.
Das erste Flugzeug, das in dieser Kategorie gebaut wurde, war der Halberstadt CL II Zweisitzer, ein ordentlicher, kompakter Doppeldecker mit einer Besatzung, welche in einem langen, gemeinsamen Cockpit zusammen saß.
Die Bewaffnung bestand aus einem oder zwei synchronisierten Spandau-Maschinengewehren auf dem oberen Bug und einem Parabellum-MG von gleichem Kaliber auf einem erhöht montierten Laufring um das hintere Cockpit. Zusätzlich wurden vier oder fünf 10-kg-Granatbomben oder eine Anzahl von Handgranaten in Befestigungen an beiden Seiten des Rumpfes in Höhe des Beobachters und zugleich Heckschütze mitgeführt.

Der Halberstadt CL II wurde Mitte 1917 bei den sogenannten ‘Schutzstaffeln’ in Dienst gestellt und machte seine Präsenz schnell bemerkbar. Am 6. September 1917 griffen vierundzwanzig CL II gegen praktisch keine feindliche Luftdeckung die Somme-Brücken bei Bray und St. Christ an und verbreiteten Furcht und Schrecken unter den alliierten Truppen, welche diese überqueren mussten.
Nach diesem erfolgreichen Einsatz wurden die ‘Schutzstaffeln’ in ‘Schlachtstaffeln’ für die enge Zusammenarbeit mit den Bodentruppen umbenannt.

Anschließend wurde von der Halberstadt CL II bei der engen Bodenunterstützung vermehrt Gebrauch gemacht und es war vor allem auf Flugzeuge dieses Typs zurückzuführen, dass die deutschen Truppen während der Schlacht von Cambrai am 30. November 1917 eine so wirksame Gegenoffensive durchführen konnten.

Der Ausbau der deutschen ‘Schlachtstaffeln’ erfolgte vor allem mit der Halberstadt CL II und später CL IV. Bei der deutschen Frühjahrsoffensive im Westen 1918 waren die meisten der vorhanden 38 Schlachtas mit Halberstadt CL-Typen ausgerüstet, jeweils 6 Flugzeuge je Staffel.
Sie hatten einen spürbaren Einfluss auf die Moral der alliierten Truppen in den Gräben, welche ihren Angriffen ausgesetzt waren. Nach dem Scheitern der Offensive kehrten sie wieder zu ihren defensiven Einsätzen zurück, obwohl mache auch weiterhin für nächtliche Störangriffe auf alliierte Flugplätze verwendet wurden. Weitere Einsätze richteten sich auf das Abfangen von alliierten Nachtbombern und Unterstützung für die in der Verteidigung befindlichen Bodentruppen.

Ein paar Exemplare wurden von dem Halberstadt CL IIa gebaut, welcher einen 185-PS-BMW-IIIa-Motor in einer stromlinienförmigen Nase hatte, aber die einzige andere Hauptvariante war die CL IV, die Anfang 1918 erschien. Diese hatte den Mercedes D.III Motor in einer abgestumpften Motorhaube und der Rumpf war 0,76 Meter kürzer. Die Schwanzflosse hatte eine größere Spannweite und mehr abgerundete Flossen und Ruder.
Die CL IV hatte zwar die gleichen Gesamtleistungen wie die CL II, war aber durch diese Veränderungen manövrierfähiger.

Die Herstellung der CL II erfolgte durch die Bayerischen Flugzeugwerke und die der CL IV durch L.F.G. (Roland).

Benutzer: Deutschland.

Halberstadt CL II
Halberstadt CL II (Mai 1918)

Deutsche Bodenunterstützungs-Einheiten im 1. Weltkrieg

Wenn es hart auf hart kam, setzten die Deutschen alle Arten von Kampfflugzeuge für den Bodenangriff ein, bevorzugten aber im allgemeinen Flugzeuge, die für diese Rolle konstruiert waren, und Besatzungen, die für diese Aufgabe ausgebildet waren.

Ab 1917 setzten die Deutschen zwei neue Kategorien von Kampfflugzeugen ein, die die Truppen durch direkte Intervention über dem Schlachtfeld unterstützen sollten. Die ersten, die eingesetzt wurden und in größerer Anzahl produzierten wurden, waren vom CL-Typ. Diese Bezeichnung stand für ‘Leichten C-Typ’, praktisch ein zweisitziges Kampfflugzeug.
Die CL-Typen waren zur Begleitung von Aufklärungsflugzeugen und für Bodenangriffe vorgesehen. Mit zunehmender Erfahrung mit diesen Typen, lernten die Deutschen jedoch auch, wie man sie mit größtmöglicher Wirkung einsetzen konnte. Schlastas (Schlacht-Staffeln für den Bodenangriff) wurden mit sechs CL-Typen ausgestattet.

Die Schlachtas wurden mit voller Stärke bei Angriffen und in kritischen defensiven Situationen eingesetzt und waren höchst wirksam. Bis 1918 waren sie die wirklichen offensiven Einheiten der Luftstreitkräfte geworden.

Diese Flugzeuge waren mit den gleichen Motoren ausgestattet, welche die damaligen Albatros- und Pfalz-Jagdflugzeuge antrieben. Zwar reduzierte das zusätzliche Gewicht des zweiten Besatzungsmitglieds ihre Geschwindigkeit und ihre Steigfähigkeit im Vergleich zu einem einsitzigen Jäger, aber andererseits konnten die CL-Typen wie einsitzige Jägern manövrieren und waren sowohl für den Piloten als auch für den Beobachter gut mit Maschinengewehren bewaffnet. Daher konnten sie sich auch ohne Jäger-Eskorte selbst verteidigen und jeder erfahrene alliierte Jagdflieger hatte Respekt vor ihnen.

Es ist interessant festzustellen, dass die Erfahrungen mit den deutschen CL-Typen Briten, Franzosen und Amerikaner dazu ermutigte, neben ihrem eigenen zweisitzigen ‘Bristol Fighter’ ihren Bestand an zweisitzigen Kampfflugzeugen für die geplanten Schlachten des Jahres 1919 stark auszubauen, was durch das Kriegsende abgebrochen wurde.


Spezifikationen Halberstadt-Flugzeuge

Spezifikation:

SpezifikationenHalberstadt D IIHalberstadt CL IIHalberstadt C V
TypEinsitziges JagdflugzeugZweisitziges Bodenangriffsflugzeug und BegleitjägerZweisitziger Fotoaufklärer und Artillerie-Beobachter
Besatzung122
Antriebwassergekühlter 120-PS Mercedes D II wassergekühlter 160-PS Mercedes D III 6-Zylinder Kolbenmotorwassergekühlter 220-PS Benz Bz IV Reihenmotor
Spannweite8,80 m 10,77 m13,62 m
Länge7,30 m 7,30 m6,92 m
Höhe? 2,75 m3,36 m
Flügelflächeca. 22,75 m² 27,5 m²43,0 m²
Leergewicht?772 kg?
Startgewicht730 kgmaximal 1.133 kgmaximal 1.365 kg
Höchstgeschwindigkeit145 km/h in Seehöhe 165 km/h in 5.000 m290 km/h (170 km/h in Seehöhe)
Steigleistung???
Dienstgipfelhöheca. 4.000 m 5.100 m5.000 m
Reichweite1,5 Stunden 3 Stunden3,5 Stunden
Bewaffnung1 7,92-mm-Spandau MG vor dem Cockpit steuerbord versetzt 1 oder 2 x 7,92-mm-LMG 08/15 auf dem Bug, 1 x 7,92-mm-Parabellum beim Beobachter hinten1 x 7,92-mm-Spandau MG starr auf der Backbordseite vor dem Cockpit, 1 x 7,92-mm-Parabellum-MG beim Beobachter hinten
Zuladung- 4 bis 5 x 10-kg-Bomben oder Handgranaten-
ErstflugFebruar 1916 (D I) Anfang 1917Anfang 1918
TruppenlieferungSommer 1916 (D II) Mitte 1917Sommer 1918
EndlieferungFrühjahr 1917November 1918 (Waffenstillstand)November 1918 (Waffenstillstand)
Produziert? (kleine Stückzahlen; im Januar 1917 100 D II und D III an der Westfront) ? (ca. 228 im März 1918 an der Westfront)?

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