Martinsyde G.100 Elephant

Englischer einsitziger Begleitjäger Martinsyde G.100/G.102 ‚Elephant‘ (Elefant) und Martinsyde F.4 Buzzard.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und Modell.

Martinsyde 'Elephant'
Eine Martinsyde ‚Elephant‘, eines der erfolgreichsten Flugzeuge 1916/17.

Martinsyde G.100/G.102 Elephant

Martinsyde G.100, G.102 Elephant
Typ: Einsitziger Langstrecken-Begleitjäger, später Bomber und Schlachtflugzeug.

Überblick

Die Martinsyde G.100 „Elephant“ war ein britisches Jagdbomber-Flugzeug, das während des Ersten Weltkriegs entwickelt wurde. Ihren Spitznamen „Elephant“ erhielt sie aufgrund ihrer Größe und ihres im Vergleich zu anderen zeitgenössischen Jagdflugzeugen etwas plumpen Aussehens.

Entwicklung
– Entworfen von George Handasyde von Martinsyde Ltd. im Jahre 1915
– Entstanden aus dem früheren Martinsyde S.1 Aufklärer
– Die G.102 war eine verbesserte Version mit einem stärkeren Motor

Technische Daten
– Besatzung: 1 Pilot
– Triebwerk: G.100: 120 PS Beardmore Motor; G.102 : 160 PS Beardmore-Motor
– Spannweite: Ungefähr 11,6 m
– Länge: 7,6 m
– Höchstgeschwindigkeit: Etwa 160-177 km/h
– Bewaffnung: Gewöhnlich ein vorwärts feuerndes Vickers-Maschinengewehr und bis zu 118 kg Bomben

Einsatzgeschichte:
– 1916 beim Royal Flying Corps in Dienst gestellt
– Hauptsächlich für Bombenangriffe und Aufklärungsflüge eingesetzt
– An der Westfront und im Nahen Osten eingesetzt
– Aufgrund ihrer Größe war sie weniger wendig als speziell gebaute Jagdflugzeuge
– Wurde oft für Langstreckenbombeneinsätze verwendet, bei denen ihre Nutzlastkapazität von Vorteil war

Die Elephant war eines der relativ wenigen britischen Flugzeuge des Ersten Weltkriegs, das von Anfang an als Bomber konzipiert wurde. Sie war zwar nicht so berühmt wie einige andere Flugzeuge des Ersten Weltkriegs, stellte aber einen wichtigen Schritt in der Entwicklung spezieller Bombenflugzeuge dar.

Geschichte

Entworfen von A.A. Fletcher von der Firma Martinsyde Ltd. etwa Mitte 1915 war die G.100 der dritte Doppeldecker, welcher von den Unternehmen gebaut wurde. Konzipiert für den Langstreckenbegleitschutz, war das Flugzeug ein ziemlich großer Einsitzer und hatte sich deshalb schnell den Spitznamen ‚Elephant‘ (Elefant) verdient.

Der Prototyp (4735) wurde von einem 120 PS starken Austro-Daimler in einer ziemlich sperrigen Motorhaube angetrieben, aber ein sauberer Kühler und weitere Verbesserungen wurden in die durch einen Beardmore-Motor angetriebenen Serienversion im Spätherbst 1915 eingeführt.

Diese wurden ab Anfang 1916 zu zweit oder zu dritt als Geleitschutz für Staffeln aus zweisitzigen Aufklärungsflugzeugen eingesetzt.
Zu diesen Staffeln gehörten die Squadrons 18, 20, 21 und 23 Frankreich, Nr. 14, 67 und 142 in Palästina, sowie Nr. 30, 63 und 72 in Mesopotamien.
Die einzige Staffel des Royal Flying Corps, welche ausschließlich mit dem ‚Elephant‘ ausgerüstet wurde, war Nr. 27, welche mit diesen Flugzeugen am 1. März 1916 in Frankreich eintraf.

Die Hauptbewaffnung des Elephant bestand aus einem Maschinengewehr, welches auf dem oberen Flügel in einem Winkel befestigt war, dass es über den Propeller schießen konnte. Ein zweites Lewis-Maschinengewehr konnte hinter der linken Schulter des Piloten montiert werden und wenn dieser die elastischen Fähigkeiten eines Turners hatte, konnte er sich damit nach hinten verteidigen.
Allerdings ist der Wert dieses zweiten Maschinengewehrs zweifelhaft und die noch vorhandenen Fotos von Elephant-Flugzeugen zeigen kein einziges damit bewaffnet, was darauf hindeutet, dass sie in der Regel nicht im Einsatz mitgeführt wurden.

In jeden Fall war der Elephant zu schwer und unbeweglich und die Sicht für den Piloten zu schlecht, um einen richtigen Luftkampf zu führen. Auf der anderen Seite hatte das Flugzeug aber eine ausgezeichnete Stabilität und die gute Steigleistung durch seine breiten Flügel machte es aber für Bomben- und Bodenangriffe hervorragend geeignet. Und in dieser Rolle erzielte der Elephant seine größten Erfolge.
Die G.100 konnte eine 105-kg oder zwei 50-kg-Bomben mitführen und die Maximalbeladung der späteren G.102, von denen die meisten einen 160-PS Beardmore-Motor hatten, erhöhte sich auf 152 kg bei einer Flugzeit von bis zu 4 1/2 Stunden.

Der einzige sichtbare Unterschied zwischen dem G.100 und G.102 waren die drei Stummel-Auspuffe der letzteren anstelle des einzigen Verteiler der G.100 (wenn der 160-PS-Motor eingebaut war).

100 Flugzeuge des Modells G.100 und 170 von der G.102 wurden gebaut, welche von den zuvor aufgeführten Staffeln verwendet wurden, sowie von 6 Trainingseinheiten in Großbritannien.

Der Elephant blieb bei der 27. Squadron in Dienst, bis sie durch D.H.4 im November 1917 ersetzt wurden. Diejenigen bei der 27. Squadron in Mesopotamien waren sogar noch im Oktober 1918 im Einsatz. Zwei Flugzeuge von einer Staffel aus dem Nahen Osten bekämpften noch bolschewistische Truppen von Baku am Kaspischen Meer aus.

Experimentelle Elephants beinhalten Nr. 7298, welches als Versuchsflugzeuge für das auf dem Flügel montierte Lewis-MG verwendet wurde, und A6299, welches dazu verwendet wurde, den Einbau einer Eeman-Konstruktion aus 3 Maschinengewehre zu untersuchen.

Martinsyde G.102 'Elephant'
Modell Martinsyde G.102 ‚Elephant‘

Spezifikationen Martinsyde G.102 ‚Elephant‘

Spezifikationen:

G.102 Elephant
Spezifikationen
Typ
Begleitjäger (später Bomber und Schlachtflugzeug)
Besatzung
1
Antrieb
120-PS (oder 160-PS) wassergekühlter Beardmore
Spannweite
11,58 m
Länge
8,09 m
Höhe
2,95 m
Flügelfläche
38,09 m²
Leergewicht
?
Startgewicht
1.099 kg
Höchstgeschwindigkeit
153 km/h in 1.981 m
Steigleistung
?
Dienstgipfelhöhe
4.267 m
Reichweite
5 Stunden 30 Minuten
Bewaffnung
1 oder 2 x 7,7-mm-Lewis MGs (das 2. befindet sich hinter dem Piloten zum Feuern nach hinten)
Zuladung
maximum 152 kg Bomben
Erstflug
Mitte 1915
Truppenlieferung
Anfang 1916
Fronteinsatz
ab 1. März 1915
Endlieferung
?
Stückzahl
100 G.100 plus 170 G.102


Martinsyde F.4 Buzzard
Martinsyde F.4 Buzzard

Martinsyde F.4 Buzzard

Geschichte: Von Mai 1918 bis März 1919 etwa 200 Stück fertiggestellt. Verzögert durch einen vom britischen Luftwaffenamt erzwungenen Motorwechsel wurde der Buzzard trotz allem zum schnellsten britischen Kampflugzeug des Krieges und von vielen Zeitgenossen als weit überlegene Konstruktion bezeichnet. Große Aufträge wurden bis zum Herbst vergeben, doch bis zum Waffenstillstand waren erst 52 Jäger fertig. Da die Snipe als Standard-Nachkriegsjäger bestimmt wurde, wurde der herausragende Jäger an eine Reihe anderer Staaten verkauft.

  • EINSITZIGER JÄGER
  • 300-PS Hispano-Suiza V-12-Motor
  • Spannweite 9,99 m
  • Länge 7,77 m
  • Startgewicht 1088 kg
  • Geschwindigkeit: 233 km/h
  • Flughöhe: 7320 m
  • Reichweite: ca. 650 km
  • Bewaffnung: zwei 7,62mm Vickers-MG synchronisiert durch den Propellerkreis

  • Quellenangaben und Literatur

    Jane’s Fighting Aircraft of World War I
    Aircraft of World War I 1914-1918 (Jack Herris, Bob Pearson)
    Fighters, Attack and Training Aircraft 1914-1919 (Kenneth Munson)

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