Russischer Angriffsbomber, Sturzkampfbomber und schwerer Jäger Petljakow Pe-2 und Pe-3.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Petljakow Pe-2 und Pe-3
Petljakow Pe-2, Pe-3.
Typ: Angriffsbomber, Sturzkampfbomber, schwerer Jäger, Erdkampfunterstützungsflugzeug, Aufklärer.
Die Petlyakov Pe-2 und Pe-3 waren sowjetische zweimotorige Flugzeuge, die während des Zweiten Weltkriegs entwickelt wurden und beide aus derselben Konstruktionslinie stammen.
Überblick
Petlyakov Pe-2
– Rolle: Schneller Sturzkampfbomber / leichter Bomber
– Erstflug: 1939 (als Prototyp VI-100, ursprünglich ein Höhenjäger)
– Im Einsatz: 1941 bis Ende der 1940er Jahre
– Triebwerke: Zwei flüssigkeitsgekühlte Klimov VK-105 V-12-Kolbenmotoren
– Leistung: Höchstgeschwindigkeit ~540–580 km/h (je nach Version); Reichweite ~1.160 km; Bombenlast Bis zu 1.000 kg intern + externe Aufhängungen
– Besondere Merkmale: Ursprünglich als Höhenjäger konzipiert, aber zu einem Sturzkampfbomber umgebaut, als die sowjetische Doktrin den Schwerpunkt auf taktische Bombardements legte. Für einen Bomber sehr wendig, oft mit Jägern in Bezug auf das Handling verglichen. In sehr großer Stückzahl produziert (über 11.000 gebaut).
– Einsatz: Diente als einer der wichtigsten sowjetischen Frontbomber des Zweiten Weltkriegs und wurde für taktische Bombardements, Aufklärung und Nachtjägeraufgaben eingesetzt.
Petlyakov Pe-3
– Rolle: Schwerer Jäger / Langstrecken-Begleitschutz / Nachtjäger
– Erstflug: 1941
– Entstehungsgeschichte: Direkte Adaption des Pe-2-Bombers, der durch Entfernen des Bombenschachts und Verstärkung der Frontbewaffnung zu einem schweren Jäger umgebaut wurde.
– Triebwerke: Gleiche Klimow VK-105-Triebwerke wie die Pe-2.
– Leistung: Höchstgeschwindigkeit ~530–540 km/h; Reichweite erweitert im Vergleich zur Pe-2 (~2.000 km mit Zusatztanks)
– Bewaffnung: In der Nase montierte Kanonen und Maschinengewehre (in der Regel eine 20-mm-ShVAK-Kanone + 2–3 Maschinengewehre), defensive Heckgeschütze beibehalten.
– Besondere Merkmale: Wurde schnell als Reaktion auf den deutschen Einmarsch (Operation Barbarossa) entwickelt, als die UdSSR einen Langstrecken-Begleit- und schweren Jäger benötigte. Wurde in verschiedenen Rollen eingesetzt: Begleitschutz für Bomber, Nachtkampf und Aufklärung.
– Produktion: Etwa 360 Stück gebaut, deutlich weniger als die Pe-2.
Zusammenfassung:
– Die Pe-2 war einer der wichtigsten sowjetischen Bomber des Zweiten Weltkriegs, schnell, wendig und in Serie produziert.
– Die **Pe-3** war eine abgeleitete Version als schwerer Jäger, die weniger verbreitet war, aber für Langstreckeneskorten und die Nachtverteidigung wertvoll war.
Geschichte

Erst kurz nach dem 2. Weltkrieg schätzten westliche Beobachter die Bedeutung der Pe-2 richtig ein. Dank ständiger Verbesserungen blieb sie an der ganzen Ostfront bis zur Kapitulation der Wehrmacht im Einsatz und war damit eines der herausragenden Kampfflugzeuge der Alliierten.
Sie wurde 1938 von Wladiimir M. Petljakows Entwicklungsteam in der Gefangenschaft, in welche er während der stalinistischen Säuberungen geraten war, als Höhenjäger mit der Bezeichnung VI-100 entwickelt. Auch in der Bomberversion behielt sie den schlanken Jägerrumpf. Dadurch, und durch ständige aerodynamische Verbesserungen, blieb sie immer schnell genug, um den deutschen Jägern das Leben schwerzumachen. Da sie als Höhenbomber zu ungenau war, erhielt sie Sturzflugbremsen unter die Flügel und wurde als dreisitziger Sturzkampf- und Schnellbomber im August 1940 in Dienst gestellt. Die Bewaffnung bestand aus vier 7,62-mm-ShKAS-MGs: zwei starr auf dem Bug, eines hinten aus dem Cockpit und eines aus einer einziehbaren Bodenwanne mit Periskop-Visier. Die Bombenladung von 1000 kg konnte entweder extern oder teils im Rumpfschacht und, teils unter den Motorgondeln aufgehängt werden.
Der Pe-3bis Jäger aus dem Jahr 1941 erhielt Flügelklappen anstelle der Sturzflugbremsen und zusätzlich 20-mm-ShVAK-Kanonen und 12,7-mm-MGs.
Im Laufe des Jahres 1942 wurde das obere 7,62-mm-MG durch einen angetriebenen Turm mit 12,7-mm-MG ersetzt, in die Bodenwanne kam ebenfalls ein 12,7-mm-MG und zwei 7,62-mm-MGs kamen in die Seiten nach vorn. Zusätzliche Panzerung, selbstdichtende Tanks, Formverbesserungen und PF-Motoren (Anfang 1943) folgten.
Die letzten Versionen hatten M-107 (VK-107) Motoren, stärkere Bewaffnung und konnten bis zu 3.000 kg Bomben tragen. Insgesamt wurden 11.400 Stück hergestellt.
Von der Basisversion des dreisitzigen Angriffsbombers, welcher selbst wiederum von einem Höhenjäger abgeleitet worden war, gab es zahlreiche Abwandlungen, Projekte und Versuchsmuster. Eines war der Pe-2VI Höhenjäger, welcher die von Dr. M.N. Petrow entwickelte Druckkabine des ursprünglichen Jäger-Entwurfes verwendete. Er hatte eine schwere Bewaffnung in der Nase, da aber die erwartete Bedrohung durch den deutschen Höhenbomber Ju 288 nicht zustande kam, wurde er nicht in Serie gebaut. Andere Versionen waren Pe-2R Fernaufklärer mit einer Kamera im Bombenschacht und Pe-2UT Trainingsflugzeuge.

Benutzer: Russland (Sowjetunion).
Bilder Petljakow Pe-2, Pe-3



Spezifikationen Petljakow Pe-2 (Bomber, 1942)
Spezifikationen:
Petljakow Pe-2 | Spezifikation |
|---|---|
Typ | Angriffsbomber |
Antrieb | zwei flüssigkeitsgekühlte Klimow-V-12 M-105R oder M-105RA Motoren mit je 1.100 PS (aus dem Hispano-Suiza entwickelt) |
Besatzung | 3 |
Spannweite | 17,20 m |
Länge über alles | 12,66 m |
Höhe über alles | 4,00 m |
Flügelfläche | 40,50 m² |
Leer-Gewicht | ca. 5.870 kg |
Startgewicht (Maximum) | 8.520 kg |
max. Flügelbelastung | ? |
max. Leistung | ? |
Höchstgeschwindigkeit | 540 km/h (in 3.960 m) |
Marschgeschwindigkeit | 428 km/h (in 5.000 m) |
Steigleistung | ca. 436 m/min. (5.000 m in 7,0 min.) |
Dienstgipfelhöhe | 8.800 m |
Reichweite | 1.500 km |
Reichweite mit voller Bombenlast | 1.200 km |
maximale Reichweite | ? |
Einsatzradius | ? |
Bewaffnung:
Petljakow Pe-2 | Spezifikation |
|---|---|
nach vorne | 4 x starre 7,62-mm-ShKAS-MGs (2 in der Nase, 2 an den Seiten) |
hinteres Cockpit | 1 x 12,7-mm-BS-MG in elektrisch angetriebenen Turm |
nach hinten unten | 1 x 12,7-mm-BS-MG in einziehbarer Bodenwanne |
Bombenzuladung | 1.000 kg (letzte Modelle bis 3.000 kg) |
Einsatzstatistik:
Pe-2, Pe-3 | Angaben |
|---|---|
Erstflug (VI-100) | 1939 |
Serienproduktion (Pe-2) | Juni 1940 |
Endlieferung | etwa Januar 1945 |
Stückpreis | ? |
Stückzahl (alle Versionen) | mehr als 11.400 |
Quellenangaben und Literatur
Combat Aircraft of World War II (Bill Gunston)
Technik und Einsatz der Kampfflugzeuge vom 1. Weltkrieg bis heute (Ian Parsons)
Das große Buch der Luftkämpfe (Ian Parsons)
Luftkrieg (Piekalkiewicz)
Flugzeuge des 2. Weltkrieges (Andrew Kershaw)
World Aircraft World War II (Enzo Angelucci, Paolo Matricardi)
The Encyclopedia of Weapons of World War II (Chris Bishop)








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