Deutsche Luftwaffe und Luftlandetruppen beim Westfeldzug im Mai 1940.
Flugzeuge, Stärke und Organisation.


Luftwaffe im Westfeldzug
Für den Westfeldzug standen der deutschen Luftwaffe 3.902 Flugzeuge zur Verfügung. Davon waren 1.482 Bomber und Sturzkampfbomber, 42 Schlachtflugzeuge, 1.106 Jagdflugzeuge und 248 zweimotorige schwere Jäger Bf 110.
Generaloberst Kesselring kommandierte die Luftflotte 2 mit dem I., IV. und IX. Fliegerkorps zur Unterstützung von General von Bocks Heeres-Gruppe B.
Generaloberst Sperrle kommandierte die Luftlotte 3 mit dem II., V. und VIII. Fliegerkorps zur Unterstützung von General von Rundstedts Heeres-Gruppe A.
Luftlandetruppe

Die deutschen Fallschirmjäger spielten während des Zweiten Weltkriegs bei verschiedenen Operationen eine wichtige Rolle. Diese Eliteeinheiten waren Teil der Luftwaffe und waren während des gesamten Konflikts an mehreren wichtigen Schlachten und Operationen beteiligt.
Überblick
Ursprünge und frühe Entwicklung:
Gründung: Die Fallschirmjäger wurden Mitte der 1930er Jahre im Zuge der Expansion und Modernisierung des deutschen Militärs aufgestellt. Ihre Aufstellung wurde durch die Erfolge der sowjetischen und italienischen Luftlandetruppen inspiriert.
Ausbildung: Die Fallschirmjäger durchliefen eine rigorose Ausbildung, die Fallschirmabsprünge, Angriffe im Lastensegler und eine umfassende Kampfvorbereitung umfasste und sie zu den am besten ausgebildeten und vielseitigsten Soldaten des deutschen Militärs machte.
Wichtige Operationen und Gefechte:
Norwegen und Dänemark (1940), Unternehmen Weserübung: Die Fallschirmjäger spielten eine entscheidende Rolle bei den Invasionen in Norwegen und Dänemark im April 1940. Sie eroberten wichtige Flugplätze und Einrichtungen und erleichterten so den schnellen deutschen Vormarsch.
Belgien und die Niederlande (1940):
Fort Eben-Emael: Eine der berühmtesten ersten Operationen, an der Fallschirmjäger beteiligt waren, war der Angriff auf Fort Eben-Emael in Belgien am 10. Mai 1940. Mit Hilfe von Segelflugzeugen landeten sie auf der Festung und neutralisierten schnell die Verteidigungsanlagen, wobei sie ihre Effektivität und das Überraschungsmoment unter Beweis stellten.
Holländische Flugplätze: Fallschirmjäger eroberten auch wichtige Flugplätze und Brücken in den Niederlanden und unterstützten so den deutschen Vormarsch durch das Land.
Kreta (1941):
Unternehmen Merkur: Die Luftlandung auf Kreta im Mai 1941 war die größte Luftlandeoperation der Deutschen. Trotz schwerer Verluste gelang es den Fallschirmjägern, die Insel einzunehmen, was ihre Fähigkeiten unter Beweis stellte, aber auch die hohen Kosten von Luftlandeoperationen verdeutlichte.

Ostfront:
Fallschirmjäger wurden in mehreren Operationen an der Ostfront eingesetzt, wobei sie aufgrund ihrer Vielseitigkeit und Kampfkraft oft als Elite-Infanterie eingesetzt wurden.
Monte Cassino: Fallschirmjäger waren maßgeblich an der Verteidigung von Monte Cassino beteiligt, wo sie sich einen Ruf für ihre Zähigkeit und ihre Kampffähigkeiten erwarben.
Anzio und andere Gefechte: Die Fallschirmjäger spielten auch in verschiedenen Schlachten in Italien eine wichtige Rolle und wurden häufig eingesetzt, um den Vormarsch der Alliierten abzuwehren.
Westfront (1944-1945):
Normandie und danach: Fallschirmjägereinheiten nahmen an der Verteidigung gegen die alliierte Invasion in der Normandie und an den nachfolgenden Schlachten in Westeuropa teil, einschließlich der Verteidigung von Schlüsselpositionen während der Ardennenoffensive.
Stärken:
Elite-Ausbildung: Die Fallschirmjäger waren hervorragend ausgebildet und ausgerüstet, konnten schnell eingesetzt werden und waren sowohl bei Offensiv- als auch bei Defensivoperationen effektiv.
Überraschung und Schock: Ihre Fähigkeit, unerwartet aus der Luft anzugreifen, stellte in vielen frühen Operationen einen bedeutenden taktischen Vorteil dar.
Einschränkungen:
Hohe Verluste: Luftlandeoperationen waren von Natur aus riskant, und die Fallschirmjäger erlitten hohe Verluste, insbesondere bei groß angelegten Angriffen wie auf Kreta.
Logistische Herausforderungen: Die Aufrechterhaltung von Luftlandetruppen in längeren Operationen war aufgrund von Versorgungsproblemen und der Notwendigkeit von Spezialausrüstung und -transport schwierig.
Vermächtnis:
Die Fallschirmjäger hinterließen ein bleibendes Vermächtnis als eine der effektivsten und angesehensten Luftlandetruppen des Zweiten Weltkriegs. Ihre Operationen zeigten die Möglichkeiten und Grenzen der Luftlandekriegsführung auf und beeinflussten das militärische Denken der Nachkriegszeit und die Entwicklung von Luftlandeeinheiten in anderen Nationen.
Aufstellung der Luftlandetruppe

Die Aufstellung von Fallschirmjäger-Truppen begann fast gleichzeitig bei der Wehrmacht und der Luftwaffe. Am 1. Oktober 1935 wurde General Görings persönliches Wach-Regiment, welches ursprünglich zur preußischen Polizei gehörte, als das General-Göring-Regiment in die Luftwaffe übernommen. Zur selben Zeit wurden Freiwillige aus dem Regiment zum Truppenübungsplatz Altengrabow geschickt, wo die Aufstellung des Fallschirmjäger-Regimentes der Luftwaffe stattfand.
Im Frühjahr 1936 stellte das Heer ein Versuchsstab aus 15 Offizieren und 80 Mannschaften auf, was das Fallschirmjäger-Bataillon der Wehrmacht wurde. Während der Besetzung des Sudetenlandes kam das Bataillon unter die taktische Einsatzleitung der Luftwaffe und wurde dieser schließlich am 1. Januar 1939 unterstellt. Von diesem Zeitpunkt an übernahm die Luftwaffe die vollständige Verantwortung für die Rekrutierung, Ausbildung, Ausrüstung und operative Einsatzkontrolle der deutschen Fallschirmtruppen – und Deutschland wurde zu dem einzigen Land, in dem Fallschirmjäger ausschließlich ein Teil der Luftwaffe waren.
Obwohl die Fallschirmjäger Teil der Luftwaffe waren, bestand der andere Teil dieser höchst mobilen Streitmacht aus Luftlandetruppen, welche Bestandteil des Heeres blieben. Luftlandetruppen waren, wie der Name auch schon sagt, Infanteristen welche besonders für schnelle Luftlandungen mit Flugzeugen und Lastenseglern ausgebildet und mit speziellen leichten Waffen ausgerüstet wurden.
Im Juli 1938 wurde Generalmajor Student vom Heer an die Luftwaffe überstellt, um die Aufstellung der Fallschirm-Truppen zu leiten, aber als Deutschland sich im September 1939 bereits im Krieg befand, war die 7. Flieger-Division immer noch in der Aufstellung.
Nachdem der Winter mit einem speziellen Ausbildungsprogramm genutzt worden war, wurde das Luftlande-Korps aus der 7. Flieger-Division (Fallschirmjäger) und der 22. Infanterie-Division (Luftlandetruppen) aufgestellt.
Deutschlands Fallschirmtruppen spielten eine kleine, wenn auch erfolgreiche Rolle im Kampf um Norwegen, welche auch die Verstärkung der in Narvik belagerten Verbände des Generals Dietl beinhaltete. Einige der ‚Fallschirmspringer‘, welche dort absprangen, waren Gebirgsjäger welche zuvor einen 7-Tage-Crash-Kurs im Fallschirmspringen unternommen hatten.

Der Angriff im Westen auf Holland und Belgien im Mai 1940 sah dann den spektakulärsten Triumph der neuen Waffengattung: Fallschirmjäger unter dem Kommando von Generalmajor Student eroberten die moderne belgische Festung Eben Emael und die Brücken über den Albert-Kanal im Handstreich, welche die wichtigsten Stellungen in der belgischen Verteidigungslinie waren.
Quellenangaben und Literatur
Luftkrieg (Piekalkiewicz)
The Armed Forces of World War II (Andrew Mollo)
Luftwaffe Handbook (Dr Alfred Price)








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