Rumänische Armee 1916-18

Die Armee von Rumänien im 1. Weltkrieg 1916-1918.
Uniformen, Stärke und Organisation der rumänischen Armee im Ersten Weltkrieg.

romanian inf trenches 1
Rumänische Infanterie in ihren Schützengräben.

Die rumänische Armee im 1. Weltkrieg

Die rumänische Armee spielte im Ersten Weltkrieg eine wichtige Rolle, wobei ihre Beteiligung sowohl von Erfolgen als auch von Rückschlägen geprägt war.

Überblick

Anfängliche Neutralität: Rumänien blieb von 1914 bis 1916 neutral, obwohl es ein Geheimbündnis mit dem Dreibund (Deutschland, Österreich-Ungarn und Italien) hatte.

Eintritt in den Krieg: Rumänien schloss sich am 27. August 1916 den Alliierten (Großbritannien, Frankreich und Russland) an, vor allem wegen der Aussicht auf Gebietsgewinne, insbesondere Siebenbürgen von Österreich-Ungarn.

Frühe Offensive: Die rumänische Armee startete zunächst eine Offensive in Siebenbürgen und erzielte einige Erfolge gegen die österreichisch-ungarischen Truppen.

Gegenangriff der Mittelmächte: Deutschland, Österreich-Ungarn und Bulgarien starten eine erfolgreiche Gegenoffensive und zwangen die rumänische Armee zum Rückzug.

Territoriale Verluste: Bis Dezember 1916 hatten die Mittelmächte einen Großteil Rumäniens besetzt, darunter auch die Hauptstadt Bukarest. Die Regierung und die Armee zogen sich nach Moldawien zurück.

Französische Offiziere vergeben Auszeichnungen an rumänische Truppen
Französische Offiziere vergeben Auszeichnungen an rumänische Truppen an der Ostfront im Sommer 1917.
Reorganisation und russische Unterstützung: Im Jahr 1917 wurde die rumänische Armee mit Hilfe einer französischen Militärmission unter der Leitung von General Henri Berthelot reorganisiert und neu ausgerüstet. Auch die russischen Streitkräfte leisteten Unterstützung.

Erfolgreiche Verteidigung: Die reorganisierte rumänische Armee verteidigte Moldawien im Sommer 1917 erfolgreich gegen die Offensiven der Mittelmächte, insbesondere bei Mărăști, Mărășești und Oituz.

Ausscheiden der Russen: Die russische Revolution und der anschließende Rückzug der russischen Streitkräfte aus dem Krieg lassen Rumänien an der Ostfront isoliert zurück.

Separatfrieden: Angesichts der schwierigen strategischen Lage unterzeichnete Rumänien im Mai 1918 einen separaten Friedensvertrag (Vertrag von Bukarest) mit den Mittelmächten.

Wiedereintritt und Nachwirkungen: Rumänien trat am 10. November 1918, praktisch bei Kriegsende, wieder in den Krieg ein. Nach dem Krieg gewann Rumänien bedeutende Territorien, darunter Siebenbürgen, Bessarabien und die Bukowina.

Die rumänische Armee sah sich während des Krieges mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, darunter unzureichende Ausrüstung, logistische Probleme und die zahlenmäßige Unterlegenheit gegenüber den gegnerischen Truppen. Trotz dieser Schwierigkeiten zeigte sie sich widerstandsfähig und erzielte einige bemerkenswerte Erfolge, insbesondere in den Verteidigungsschlachten von 1917.

Rumänien im 1. Weltkrieg 1916 bis 1918

Rumänische Soldaten marschieren in Transsilvanien ein
Rumänische Soldaten marschieren in die österreich-ungarische Provinz Transsilvanien ein.

Am 17. August 1916 unterzeichnete Rumänien eine Militärallianz mit den Alliierten, welche dem Land aufgedrängt worden war und in dem Glauben, dass es als Verbündeter zwangsläufig besser ist, als neutral zu sein.

Die Alliierten hatten gehofft, dass die mehr als eine halbe Million Mann starke rumänische Armee nach Bulgarien in Richtung Süden angreift und sich dann vielleicht mit ihren aus Saloniki kommenden Truppen vereinigen könnte.
Allerdings waren die rumänischen Gebietsansprüche an Bulgarien bereits durch den Vertrag von Bukarest 1913 erfüllt worden, welcher den Zweiten Balkankrieg beendet hatte. Dagegen standen noch die rumänischen Wünsche, welche als ’nationale Bestrebungen‘ ausgegeben wurden, auf das österreich-ungarische Transsilvanien. So schlug Rumänien zur Überraschung von Freund und Feind am 27. August 1916 in Richtung Norden los.

Der deutsche Generalstab hatte gehofft, dass die rumänische Regierung den Angriff noch ein wenig aufschieben würde und befand sich in einer schlechten Lage, auf diese neue Bedrohung reagieren zu können. Alle deutschen Reserven waren bereits zu den österreich-ungarischen Armeen geschickt worden, welche immer noch versuchten, die russische Brussilow-Offensive zum Stehen zu bringen. Dazu tobte die Schlacht an der Somme und die alliierten Streitkräfte bei Saloniki wurden immer aktiver.

So gelang es der rumänischen Armee zunächst die Provinzhauptstadt von Siebenbürgen Anfang September zu besetzen. Doch durch straffe Organisation und der Bereitschaft, ein großes Risiko durch den Abzug von Truppen aus ruhigeren Abschnitten der Fronten einzugehen, konnte das deutsche Oberkommando genügend Verstärkungen schicken, um die Lage zu meistern.

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Rumänischer Soldat mit einer primitiven Gasmaske.

Falkenhayn griff die rumänischen Truppen in Transsilvanien an, während Mackensen durch Bulgarien heranmarschierte, um den neuen Gegner von Süden aus anzugreifen. Dadurch wurden die Rumänen gezwungen, ihr Dobrudscha-Territorium aufzugeben.
Es wurde nun offensichtlich, dass die rumänische Armee noch schlechter ausgebildet und ausgerüstet war, als selbst die Pessimisten angenommen hatten. Dazu kam noch, dass die von sich selbst überzeugten rumänischen Offiziere keine Vorstellung von der modernen Kriegsführung hatten.

So baten die Rumänen um russische Hilfe, und es waren russische Truppen, welche vorübergehend Mackensen Mitte September zum Stehen brachten. Doch schon vor Ende des Monats – und trotz russischer Entlastungsangriffe weiter im Norden – bedrohten beide deutsche Armeen das Herz Rumäniens.

Im Süden stieß Mackensen über die Donau vor, während die rumänischen Truppen, welche so fröhlich und selbstsicher einen Monat zuvor nach Transsilvanien einmarschiert waren, sich jetzt im vollen Rückzug befanden.

Am 23. Oktober nahm Mackensen den wichtigen Schwarzmeer-Hafen Konstanza und Anfang Dezember fiel Bukarest. Damit war die rumänische Armee erledigt. Sie hielt noch mit russischer Hilfe ein kleines rumänisches Gebiet um Jassy herum und lebte von der Hoffnung auf bessere Tage, während ein französischer General sie versuchte, zu reorganisieren.


Rumänische Streitkräfte am 27. August 1916

Rumänische Artilleristen
Rumänische Artilleristen einer M1896 Vickers 127-mm-Haubitze.

620.000 Mann (440.000 Mann effektive Truppe) unter Generalstabschef Dimitri Iliescu mit 1.300 Kanonen (768 moderne), 574 MGs, 14 Flugzeugen (35 Piloten + 60 in Training) in insgesamt 4 Armeen mit 23 Infanterie-Divisionen (darunter 13 neu aufgestellte und 5 ohne MGs) und 2 Kavallerie-Divisionen.
Erste Armee (Culcer): ca. 4,5 Divisionen und 3 Kavallerie-Brigaden
Zweite Armee (Grainiceanu): ca. 4 Divisionen und 4 Kavallerie-Brigaden
Dritte Armee (Averescu): ca. 4 Divisionen, 1 Kavallerie-Brigade
Vierte Armee (Prezan): ca. 4 Divisionen, 1 Kavallerie-Brigade
Reserve: 2-3 Divisionen

Flotte: 1 Küstenpanzerschiff, 4 Hilfskreuzer, 3 Torpedoboote, 11 kleinere Kanonenboote und Wachschiffe, 4 Fluss-Monitore, 8 Fluss-Torpedoboote, ca. 10 Patrouillenboote.

Rumänische Soldaten 1916-1918
Rumänische Soldaten 1916-1918 (v.l.n.r): Kavallerist, Stabsoffizier, Infanterist

RUMÄNIEN (27. August 1916 – 7. Mai 1918)

  • Truppenstärke bei Kriegsbeginn = 350.000
  • Heeresstärke im Verlauf des Krieges = 1.000.000
  • Tote Militär = 340.000
  • Verwundete Militär = 510.000
  • Ziviltote = 800.000
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