Portugiesische Armee

Die Armee von Portugal im 1. Weltkrieg von 1916 bis 1918.
Uniformen, Stärke und Organisation der portugiesischen Armee in Europa und Afrika.

Offizier des portugiesischen Expeditionskorps
Offizier des portugiesischen Expeditionskorps mit einem britischen Verbindungsoffizier in Gräben bei Neuve Chapelle.

Die portugiesische Armee im 1. Weltkrieg 1916-1918

Portugal trat aufseiten der Alliierten im März 1916 in den 1. Weltkrieg ein. Bevor die portugiesischen Expeditionsstreitkräfte nach Frankreich verschifft wurden, erhielten sie erst eine Gefechtsausbildung sowie neue Ausrüstung in Sussex in England.

Überblick

Die Portugiesische Armee im Ersten Weltkrieg spielte eine nicht unbedeutende, wenn auch oft übersehene Rolle in diesem Konflikt, insbesondere an der Westfront.

Portugal trat im März 1916 auf der Seite der Alliierten in den Ersten Weltkrieg ein, nachdem es zu einer Reihe von diplomatischen Zwischenfällen mit Deutschland gekommen war, darunter die Beschlagnahmung deutscher Schiffe in portugiesischen Häfen. Zu den wichtigsten Beweggründen Portugals gehörten die Aufrechterhaltung seiner kolonialen Besitztümer in Afrika, die Aufrechterhaltung des Bündnisses mit Großbritannien und die Selbstbehauptung auf internationaler Ebene.

Hauptbeiträge

Portugiesisches Expeditionskorps (CEP):
– Größe: Etwa 55.000 Mann.
– Einsatz: Anfang 1917 an die Westfront in Frankreich entsandt.
– Sektor: Zugewiesen für einen Frontabschnitt in der Nähe des Flusses Lys (Nordfrankreich, in der Nähe von Flandern).
– Rolle: Die CEP war in die British Expeditionary Force (BEF) integriert und hatte die Aufgabe, einen Abschnitt der Front zu halten.

Afrikanische Kriegsschauplätze
– Portugiesische Kolonialtruppen kämpften auch in Afrika, vor allem in Angola und Mosambik, gegen deutsche Kolonialtruppen.

Wichtige Gefechte

Schlacht von La Lys (9. April 1918):
– Das wichtigste Gefecht, an dem portugiesische Truppen beteiligt waren.
– Die CEP, geschwächt durch Erschöpfung, schlechte Versorgung und niedrige Moral, sah sich einer massiven deutschen Offensive (Operation Georgette) gegenüber.
– Die portugiesischen Linien wurden überrannt und erlitten schwere Verluste: etwa 400 Gefallene, 6.500 Gefangene und viele Verwundete.
– Trotz dieses Rückschlags verzögerte der Widerstand der portugiesischen Soldaten den deutschen Vormarsch und ermöglichte es den britischen Truppen, den Sektor zu verstärken.

Herausforderungen

– Logistische Probleme: Die portugiesische Armee litt unter unzureichender Ausrüstung, schlechter Versorgung und unzureichender Ausbildung.
– Moral: Die harten Bedingungen, die lange Verweildauer in den Schützengräben und die politische Instabilität in der Heimat beeinträchtigten die Moral.
– Politische Instabilität: Portugal befand sich in innenpolitischen Turbulenzen, darunter ein Militärputsch im Dezember 1917.

Vermächtnis

– Die Teilnahme der portugiesischen Armee war zwar von Schwierigkeiten und schweren Verlusten geprägt, zeigte aber das Engagement Portugals für die Sache der Alliierten.
– Diese Erfahrung hatte erhebliche Auswirkungen auf die portugiesische Gesellschaft und Politik und trug zur Instabilität in den Nachkriegsjahren bei.

Uniformen der portugiesischen Armee

Portugiesische Truppen in ihren Stellungen
Portugiesische Truppen in ihren Stellungen vor dem deutschen Angriff.

Die Farbe der portugiesischen Felduniform war einheitlich und ähnlich dem französischen Horizont-Blau. Die Uniform bestand aus einer Einreiher-Tunika mit Stehkragen und Hosenlatz. Sie hatte parallel aufgesetzte, gefaltete Brusttaschen mit spitzer Klappe und Knopf, aber keine Seitentaschen. Die Schultergurte sind aus dem gleichen Material hergestellt und es gab zwei Knöpfe an der Rückseite jeder Manschette. Die Tunika wurde mit passenden Hosen und Gamaschen getragen. Der große Mantel war ein Zweireiher mit großen Fallkragen und Halbgürtelbefestigung an der Rückseite mit zwei Knöpfen.

Offiziere trug einen Einreiher-Mantel mit sechs Knöpfen vorne, gefalteten aufgesetzten Brusttaschen und schräge Seitentaschen mit zugeknöpften Klappen. Dieser hatte einen einzigen Knopf an den Manschetten, welcher um das Handgelenk mittels eines Riemens befestigt werden konnten. Offiziere trugen auch einen langen grauen Mantel mit dunkelblauen Samtkragen und einem spitzen grauen Tuchkragen mit dunkelblauen Samtkragen, auf dem die Rangabzeichen getragen wurden.
Die Schirmmütze, welche im Dienst getragen wurde, war mit einem passenden Tuch bedeckt und hatte an der Spitze eine Reihe von Silber-Tressen für Offiziere und einem Kinnriemen aus naturfarbenen Leder (mit silberner Spitze für Offiziere) und das Abzeichen der Waffengattung wurde auf der Vorderseite getragen.
Es wird angenommen, dass die geriffelten Stahlhelme in Birmingham (England) mit Liefervertrag hergestellt wurden.

Offiziere neigten dazu, die gleiche grundlegenden Uniform wie ihre Männer zu tragen, aber einige haben offene Tuniken getragen mit grauen Hemden und schwarzen Krawatten, während andere Tuniken mit großen ‚unteren‘ Seitentaschen getragen haben. Passende Kniehosen wurden mit braunem Lederreitstiefel getragen, oder Stiefeletten mit Ledergamaschen. Offiziere trugen die ‚Sam Browne‘, während andere Ränge die portugiesische Version des britischen Musters von 1908 als Ausrüstung erhielten.

Der Rang wurde an den Manschetten der Tunika und Mantel angezeigt sowie auf dem Mantelkragen der Offiziere, während andere Ränge ihre Rangabzeichen auf den Schulterriemen trugen.
Die Waffengattung wurde auf einem oxidierten (geschwärzten) Metall- oder Silber-bestickten Abzeichen angezeigt, welches auf der Vorderseite der Schirmmütze und auf dem Kragen getragen wurde. Einige Abzeichen und Regiments-Zahlen wurden in dunkelblau angezeigt und auf den beiden oberen Ärmeln aufgestickt.

Portugiesische Armee an der Westfront 1917/18
Portugiesische Armee an der Westfront 1917/18 (v.l.n.r.): Unteroffizier der Infanterie, Generalstabsoffizier, Artillerist.

Portugiesische Streitkräfte 9. März 1916:
Über 12.000 reguläre Soldaten (davon 4.300 – einschließlich 2.800 Afrikaner – in Moçambique).

Portugiesische Stärke an der Westfront am 11. November 1918:
35.000 Soldaten (2 Infanterie-Divisionen) mit 768 Kraftfahrzeugen.

Die portugiesische Armee in Ostafrika

Gruppe portugiesischer Expeditionstruppen
Gruppe portugiesischer Expeditionstruppen in Ostafrika im Oktober 1916.
Ein zweites portugiesisches Expeditionskorps befand sich noch in Moçambique, als der Krieg im März 1916 erklärt wurde, und einige ihrer Mitglieder wurden in die anfänglichen Kämpfe verwickelt. Es bestand aus der 3. Brigade des Regimento de Infantaria Nr.21, einer Maschinengewehr-Grupo (Nr.7), einer Schwadron vom Regimento de Cavalaria Nr.3, einer Gebirgsartillerie-Gruppe sowie Pionier-, Lazarett- und Versorgungseinheiten.

Eine dritte und größere Expedition traf im Juli 1916 ein. Diese bestand aus den dritten Bataillonen der Regimentos de Infantaria Nr.23, 24 und 28 sowie zwei Verstärkungskompanien für Nr. 21. Dazu kamen drei weitere Maschinengewehr-Gruppen (Nummern 4, 5 und 8), fünf Artilleriegruppen (Nummern 1 und 2 plus drei weitere aus dem Gebirgs-Artillerie-Regiment), Pioniere, Lazarett- und Versorgungseinheiten.

Die Portugiesen unternahmen auch Schritte, um ihre Askari-Einheiten zu erweitern. Zu den Truppen, welche an der Überquerung des Rovuma beteiligt waren, gehörte die Guardia Republicana, eine Reihe von Companhias Indigenas Expeditionarias (insbesondere Nr. 17 und 19 bis 24), und die Nyassa-Kompanie 1a Companhia.

Die europäischen Bataillone waren die Hauptstreitmacht, aber Askaris begleiteten sie, und sie wurden von einer ’schwarzen Kolonne‘ abgeschirmt, bestehend aus einer europäischen, berittenen Infanterie-Kompanie und vier afrikanischen Kompanien. Einige portugiesische Soldaten von Cavalaria Nr.3 nahmen am Vorstoß in Richtung Nevala teil, aber danach gibt es nur noch wenige Informationen über den Einsatz von Kavallerie.

Die Askaris erlitten mehr Verluste im Kampf als die Europäer, aber bei den letzteren waren die Ausfälle durch Krankheit zehnmal höher als bei den Afrikanern. Abgesehen von Hauptmann Curados 21a Companhia Indigena, welche zeigten, was Askaris unter guter Führung leisten konnten, zeigten die Portugiesen jedoch, dass sie kein Gegner für die deutschen Truppen waren. Tatsächlich zogen die Deutschen daraus den Schluss, dass 500 deutsche Truppen ohne weiteres eine Offensive gegen die 1.500 Portugiesen aufnehmen konnten.

Portugiesische Verluste in Ostafrika 1916-18:
4.723 Mann (von 30.701 eingesetzten Soldaten), 4 Kanonen, 16 MGs.


PORTUGAL (9. März 1916 – 11. November 1918)

  • Truppenstärke bei Kriegsbeginn = 12.000+
  • Heeresstärke im Verlauf des Krieges = 100.000
  • Tote Militär = 8.145
  • Verwundete Militär = 14.784
  • Ziviltote = unbekannt, aber gering

Quellenangaben und Literatur

Army Uniforms of World War I (Andrew Mollo, Pierre Turner)
Armies in East Africa 1914-18 (Peter Abbott)
Portugal 1914-1926: From the First World War to Military Dictatorship (Filipe Ribeiro de Meneses)

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