Italienische Torpedoboote der Spica-Klasse aus dem 2. Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken und Bilder.

Italienische Torpedoboote des Zweiten Weltkriegs
Während des Zweiten Weltkriegs betrieb die Regia Marina (Königliche Italienische Marine) mehrere Klassen von Torpedobooten, die im Mittelmeerraum eine wichtige Rolle spielten.
Überblick
Wichtige Klassen:
Spica-Klasse (1934-1937)
– 30 gebaute Schiffe
– Verdrängung: etwa 680-800 Tonnen
– Länge: etwa 81-84 Meter
– Bewaffnung: Drei 100-mm-Kanonen, bis zu acht 20-mm-Luftabwehrkanonen und vier 450-mm-Torpedorohre
– Geschwindigkeit: 34 Knoten
– Bemerkenswert für ihre hohe Geschwindigkeit und Vielseitigkeit im Mittelmeer
Ciclone-Klasse (1942-1943)
– 16 Schiffe fertiggestellt (von 20 geplanten)
– Verdrängung: ca. 730 Tonnen
– Robustere Luftabwehr im Vergleich zu früheren Klassen
– Speziell für Geleitschutzaufgaben auf den gefährlichen Mittelmeer-Konvoirouten konzipiert
Orsa-Klasse (1936-1938)
– 4 Schiffe
– Verdrängung: ca. 630 Tonnen
– Verbesserte Versionen der früheren Spica-Konstruktion
Einsatzgeschichte:
Italienische Torpedoboote erfüllten während des Krieges mehrere Aufgaben:
– Geleitschutz für Konvois zwischen Italien und Nordafrika
– U-Boot-Bekämpfung
– Minenlege-Operationen
– Küstenverteidigung
– Schnellangriffseinsätze
Viele dieser Schiffe wurden im Mittelmeer intensiv bekämpft, insbesondere bei den Kämpfen um die Versorgung der Achsenmächte in Nordafrika. Sie sahen sich überlegenen alliierten See- und Luftstreitkräften gegenüber, insbesondere nach 1942.
Die italienischen Torpedoboote sind zwar nicht so bekannt wie die größeren Kriegsschiffe, aber sie waren wichtige Arbeitspferde für die Regia Marina. Sie kämpften mit Bravour, obwohl sie in vielen Gefechten den britischen und amerikanischen Streitkräften mit überlegener Technologie und Luftunterstützung unterlegen waren.
Nach dem Waffenstillstand Italiens mit den Alliierten im September 1943 dienten die überlebenden Torpedoboote entweder unter der italienischen Kriegsmarine (die die Alliierten unterstützte) oder wurden von den deutschen Streitkräften beschlagnahmt.

Spica-Klasse
Spica-Klasse (32 Einheiten).
Typ: Torpedoboot.
Geschichte
Die zwischen den beiden Weltkriegen abgeschlossenen Flottenverträge gestatteten den Bau von Torpedobooten in unbegrenzter Anzahl, sofern sie nicht mehr als 610 t verdrängten. Wie die Franzosen, Deutschen und Japaner bauten die Italiener zahlreiche Fahrzeuge dieses Typs, obgleich keines davon unter der vorgeschriebenen maximalen Typenverdrängung blieb.
Die als erste gebaute Spica-Klasse war 1932 entworfen worden. Zwischen 1932 und 1938 wurden 32 Schiffe gebaut. Im Prinzip handelte es sich um kleine Zerstörer mit guter Bewaffnung im Verhältnis zur Größe, aber einem kleinen Fahrbereich. Damit waren sie für den Einsatz im Mittelmeer jedoch nützliche Schiffe.
Die Hauptbewaffnung bestand aus 10-cm-Geschützen eines neuen Modells mit der respektablen Schussweite von 16 Kilometern. Da diese nur einzeln in Türmen untergebracht waren, befand sich ein Geschütz am Bug und zwei übereinander auf achtern. Trotz des Umstandes, dass die vorhergehenden Torpedoboote schon mit 53,3-cm-Torpedorohren ausgerüstet waren, kehrte die Spica-Klasse zu den früheren 45-cm-Torpedos zurück, welche eine weit geringere Wirkung und Reichweite hatten. Wie die meisten italienischen Kriegsschiffe konnten sie Minen legen, besaßen zudem aber auch noch Einrichtungen zum Minenräumen bei großer Fahrt.
Während des 2. Weltkrieg waren sie häufig eingesetzt und mehrere von ihnen gingen nach tapferen Kampf gegen überlegene britische Seestreitkräfte verloren.
Obgleich sie ursprünglich eigentlich nicht für die U-Abwehr gedacht waren, spielten sie doch bei der Vernichtung von mindestens fünf alliierten U-Booten eine Rolle und befanden sich zunehmend im Einsatz bei der Geleitzugsicherung und U-Boot-Jagd.
Von den 32 gebauten Spica-Torpedobooten wurden 23 während des Krieges versenkt und zwei wurden an die schwedische Marine verkauft.
Um dem zunehmenden Bedarf an Geleitern zu befriedigen wurde 1942 ein neues Programm für den Bau von 42 neuen Torpedobooten einer verbesserten Spica-Klasse aufgelegt. Von diesen als Ariete-Klasse bezeichneten Torpedobooten wurden nur 16 – zumeist nach der italienischen Kapitulation für die deutsche Kriegsmarine – fertiggestellt.
Benutzer: Italien, Schweden, deutsche Kriegsmarine.
Bilder von Torpedobooten der Spica-Klasse


Spezifikationen für Spica-Klasse
Spezifikationen:
Spica-Klasse | Spezifikation |
|---|---|
Typ | Torpedoboot |
Wasserverdrängung | 960 t |
Einsatzverdrängung | 1.067 t |
Länge zwischen Loten | 79 m |
Länge über alles | 81,4 m |
Breite | 7,9 m |
Tiefgang | 3,1 m |
2 x Yarrow-Kessel |
|
Maschinen | zwei Sätze Tosi-Getriebeturbinen mit zwei Wellen |
Gesamtleistung | 19.000 PS |
Heizöl | ? |
Geschwindigkeit | 34 kn |
Fahrbereich | 1.910 sm bei 15 kn |
Besatzung | 99-116 |
Bewaffnung:
Spica-Klasse | Spezifikation |
|---|---|
Haupt-Bewaffnung | 3 x 10-cm-Geschütze |
Sekundär-Bewaffnung | - |
Flak | 4 x 20-mm-Zwillingsflak und 2 x 20-mm-Flak und 2 x 13,2-mm-Fla-MGs |
Torpedorohre | 4 x 45-cm-Torpedorohre |
Minen | 20 |
U-Abwehr-Waffen | ? |
Flugzeuge | - |
Einsatzstatistik:
Spica-Klasse | Angaben |
|---|---|
Bau | 32 Schiffe zwsischen 1933-1938 (+ 16 von 42 Ariete-Klassen von 1942-1944 fertiggestellt. Bauzeit Ariete: Kiellegung im Juli 1942, Stapellauf März 1943, Fertigstellung August 1943) |
Verbleib | Spica und Astore an Schweden verkauft, 23 Schiffe zwischen 1940 und 1944 gesunken (sowie 14 Ariete-Klassen zwischen 1944 und 1945 gesunken) |
Modell italienisches Torpedoboot der Spica-Klasse

Quellenangaben und Literatur
The Encyclopedia of Weapons of World War II (Chris Bishop)
Kriegsschiffe von 1900 bis heute – Technik und Einsatz (Buch und Zeit Verlagsgesellschaft)
Flotten des 2. Weltkrieges (Antony Preston)







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