07-1918, Juli 1918


Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für Juli 1918.

US-Soldaten schießen auf einen deutschen Scharfschützen
US-Soldaten schießen auf einen deutschen Scharfschützen, der sich in einem Dorf an der Marne verschanzt hat.

Juli 1918

Seiteninhalt:

Gefecht bei Nhamacurra in Mosambik – DIE GRIPPE-PANDEMIE BREITET SICH IN GROSSBRITANNIEN AUS – Wilson erklärt, dass mehr als 1 Million Amerikaner nach Frankreich verschifft wurden – Der deutsche Kaiser weigert sich, den uneingeschränkten U-Boot-Krieg in US-Gewässern zu verlängern – Tod von Sultan Mohammed V. im Osmanischen Reich – der Alliierte Oberste Kriegsrat genehmigt die Intervention in Nord-Russland – Gefechte bei Hamel und Vaire-Wald (Somme) – Italienische Offensive in Albanien – der deutsche Botschafter Graf Mirabach wird in Moskau durch eine Bombe der linken sozialistischen Revolutionäre ermordet – 1. und 35. Kuk-Division kommen an der Westfront zur Unterstützung der Deutschen an – Oberst Bauers Note an Ludendorff ‚Wir werden den Krieg gewinnen, wenn die Heimat nicht mehr der Armee in den Rücken fällt.‘ (Dolchstoß-Legende) – Feldmarschall Conrad von Hötzendorf tritt aus dem aktiven Dienst zurück – VIERTE SCHLACHT IN DER CHAMPAGNE und ZWEITE SCHLACHT AN DER MARNE – EX-ZAR UND ZAREN-FAMILIE ERMORDET – ZWEITE SCHLACHT AN DER MARNE (ALLIIERTER GEGENSCHLAG) – Überfall auf Tondern – DIE DEUTSCHEN TRUPPEN GEHEN WIEDER ÜBER DIE MARNE ZURÜCK – CHATEAU-THIERRY DURCH DIE FRANZOSEN ZURÜCKEROBERT – DIE ALLIIERTEN ÜBERSCHREITEN DIE MARNE – In Avesnes teilt Hindenburg dem Kaiser mit, dass die 1918-Offensive ein Fehlschlag ist – ALLGEMEINER DEUTSCHER RÜCKZUG – Lenin verkündet den de facto Kriegszustand mit den Alliierten.

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Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 1. Juli 1918:

 britisches 'C'-Klassen-Luftschiff
Ein britisches ‚C‘-Klassen-Luftschiff (‚Coastal class‘ = Küsten-Klasse) auf Patrouille über einem Konvoi.

Seekrieg
Britische Heimatgewässer: Im Juli wird die U-Boot-Bekämpfung durch Flugzeuge den Konvoi-Eskorten unterstellt (310 Flugzeuge und Luftschiffe). Bis November werden 167 U-Boote gesichtet, davon 115 angegriffen, aber nur 6 Tagesangriffe versagen nicht vollständig.
Nordsee: Die alliierte Nordsee-Minensperre beginnt die Rückfahrt der deutschen U-Boote zu behindern. Die U-Boote werden dadurch in die verminten, norwegischen Gewässer gezwungen. U 86 versenkt den unbeladenen amerikanischen Truppentransporter Covington.
Adria: 5 britische Flugzeuge bombardieren erfolgreich Cattaro.
Mittelmeer: ​​Während des Juli befinden sich dort 27 deutsche U-Boote im Einsatz, aber 5 im Dock und 2 auf Nachschubfahren nach Tripolitanien, sodass im Durchschnitt ständig 8 auf See stehen.

Westfront
Deutschland: Deutsche Stärke an Infanteristen 100.000 unter den Alliierten. Die Rekruten für die Klasse von 1919 werden fast alle bis zum 31. Juli aufgebraucht.
Großbritannien: 52 britische effektive Divisionen jetzt in Frankreich. Erste Armee-Verbindungseinheit aus Fliegern (8. Squadron der RAF) dem Tank-Korps zugeteilt.
Flandern: Die reformierte Fünfte Armee des BEF (6 Divisionen) übernimmt den Abschnitt Bethune-Merville.
Marne: Die 2. US-Division erobert Vaux bei Chateau-Thierry.
Artois: Fast 50.000 kanadische Truppen feiern den Dominion-Tag in Tinques, 23 km westlich von Arras. Der kanadische Premierminister inspiziert 2 Divisionen am 2. Juli.

Afrika
Mosambik – Gefecht bei Nhamacurra (bis 3. Juli): Im äußersten Süden seines Einfalls, zerschlägt Lettow-Vorbeck (25 Verluste) 630 Portugiesen (528 Verluste) und c.300 Mann der King’s African Rifles (223 Verluste), hält die Zuckerfabrik im Dorf und den Bahnhof entlang des Fluss Likungo. Die Deutschen nehmen 542 Kriegsgefangene, 2 portugiesische Kanonen, 10 MGs, ca. 350 Gewehre, Kleidung, Munition und 300 Tonnen Nahrungsmittel. Die Alliierten haben 209 Tote, darunter viele Ertrunkene oder von Krokodilen aufgefressen. 155 Mann der berittenen Goldküsten-Infanterie laufen aus Port Amelia zur Mussuril-Bucht vor der Mosambik-Insel aus.

Heimatfronten
Großbritannien: Anstieg der Nahrungsmittelpreise im Einzelhandel um 2 % auf 110 %. DIE GRIPPE-PANDEMIE BREITET SICH AUS. Rationierung von Brennstoff und Beleuchtung für Haushalte. Eine Explosion in einer Munitionsfabrik in den Midlands (Chilwell, Notts) führt zu 134 Toten und 150 Verletzten. Nationale Babywoche bis 7. Juli. Im Juli erscheint Sassoons zweiter Gedichtband Counter-Attack (‚Gegenangriff‘).
Deutschland: Im Juli fordern die Metallarbeiter in der Region die 56- statt der 60-Stunden-Woche; es gibt aber keine ernsthaften Streiks.
USA: Der Naval Appropriations Act gewährt 1,57 Milliarden US-Dollar für die Marine.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 2. Juli 1918:

US-Truppentransporter auf dem Weg nach Europa
US-Truppentransporter auf dem Weg nach Europa. Das Konvoi-System ist so erfolgreich, dass nicht ein einziger beladener amerikanischer Truppentransporter verloren geht.

Politik
USA: Wilson erklärt, dass mehr als 1 Million Amerikaner nach Frankreich verschifft wurden (nur 8.165 Mann Verluste von insgesamt 1.019.115 US-Soldaten).
Großbritannien: Alliierter 7. Oberster Kriegsrat der Alliierten. Die alliierte parlamentarische Handelskonferenz in London berät über anti-deutsche Handelsmaßnahmen für nach dem Krieg.
Deutschland: Kaiser und Kanzler bei der Kriegszielkonferenz in Spa legen ein Veto gegen die vorgeschlagene U-Boot-Blockade der US-Ostküste vor, aber die Reste der sowjetischen Schwarzmeerflotte sollen durch deutsche Besatzungen übernommen werden. Ludendorff will Kolonien, Staatsbürgerschaft und Wehrpflicht für alle deutschsprachigen Russen.
Frankreich: Pershing nimmt an der Dominion-Tag-Feier des kanadischen Korps teil.

Südfronten
Piave (Abschnitt Monte Grappa): 3 italienische Brigaden erobern den Col del Migio und den Mt. Solaroli wieder zurück, verlieren letzteren jedoch wieder durch einen Gegenangriff. Die italienische 4. und 54. Divisionen säubern die Gegend zwischen dem alten und neuen Flussdelta-Kanälen von österreich-ungarischen Truppen und nehmen bis zum 6. Juli 3.000 Kriegsgefangene, 20 Geschütze und 80 MGs.
Saloniki: Franchet d’Esperey erhält vor der geplanten Herbstoffensive die Direktive aus Paris für lokale Angriffe. Clemenceau beruhigt die Briten im Obersten Kriegsrat wegen seiner einseitigen Aktion (Austausch des Oberbefehlshabers). Britische Rationstärke 162.332 Mann, der niedrigste Wert seit dem 1. November 1916.

Seekrieg
Deutschland: Der Kaiser weigert sich, den uneingeschränkten U-Boot-Krieg in US-Gewässern zu verlängern, aber 3 U-Kreuzer operieren dort nach den Prisen-Regeln und versenken ca. 100.000 Tonnen an Schiffsraum zwischen dem 7. Juni und Oktober, darunter, 42 Dampfer und kleinere Schiffe.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 3. Juli 1918:

Beerdiguing von Sultan Mohammed V.
Beerdigung von Sultan Mohammed V. in Istanbul.

Naher Osten
Osmanisches Reich: Tod von Sultan Mohammed V. im Alter von 73 Jahren in Yildiz; sein Bruder wird Nachfolger als Mohammed VI.

Ostfront
Der Alliierte Oberste Kriegsrat genehmigt die Intervention in Nord-Russland mit 1.200 weiteren britischen Truppen und einem französischen Kolonial-Bataillon (Verteidigungsabkommen zwischen den Alliierten und dem Sowjet von Murmansk am 7. Juli).

Luftkrieg
Großbritannien: Erstes Torpedoflugzeug Sopwith Cuckoo zur operativen Ausbildung an die Torpedo-Luftfahrt-Schule in Schottland ausgeliefert.
Westfront: Hermann Göring übernimmt das Kommando über JG1 (auf dem ehemaligen französischen Flugplatz von Beugneaux, südöstlich von Soissons, seit dem 1. Juli) mit Udet als seinen Adjutanten, nach dem Kommandant Reinhard bei einem Absturz ums Leben gekommen ist.
Mannock übernimmt die 85. Squadron, trotz einer während des Urlaubs zugezogenen Grippe-Infektion.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 4. Juli 1918:

 Vickers-MG-Schützen in deutscher Stellung
Alliierte Vickers-MG-Schützen haben sich in einer aufgegebenen deutschen Stellung eingerichtet.

Westfront
Somme – Gefechte bei Hamel und Vaire-Wald: US-Truppen, die mit Briten in Brigaden zusammengefasst sind, zum ersten Mal im Einsatz. Mit Unterstützung von 62 Tank Mark V Panzern (3 verloren) nimmt das Australische Korps (Monash, 775 Verluste) und 1.000 Mann der 33. US-Division (134 Verluste) Hamel südlich von der Somme in einem 93-minütigen Musterangriff aller Waffengattungen (wanderndes Sperrfeuer durch 600 Geschütze) auf einer 5,6 km breiten Front in bis zu 2,4 km Tiefe. 1.472 Kriegsgefangene werden eingebracht und 171 MGs und 26 Granatwerfer erbeutet. Am 5. Juli stoßen die Australier 1.800 Meter nordöstlich von Villers-Bretroneux vor.
Champagne: Foch und Petain bringen Reserven heran, um der bevorstehenden deutschen Offensive zu begegnen (bestätigt durch Kriegsgefangene und Deserteuren am 5. Juli). Das französische GQG 2erne Bureau (Aufklärung) sagt richtig voraus, dass der deutsche Hauptangriff an der Marne erfolgen wird.
Marne: Das I. US-Korps (Liggett) löst das französische III. Korps westlich von Chateau-Thierry ab.


Luftkrieg
Nordsee: 7 deutsche Wasserflugzeuge aus Zeebrügge beschädigen 4 Felixstowe-Flugboote (1 abgestürzt). Am 18. Juli schießen ein weiteres britisches Wasserflugzeug ab.
Westfront: RAF-Flugzeuge werfen für australische Maschinengewehrschützen, welche Hamel an der Somme erobern, 100.000 Schuss Munition ab, was die erste Luftversorgung in der beweglichen Kriegsführung ist. 5 RAF-Flugzeuge gegen 5 deutsche Jäger und einen Ballon verloren.

Politik
USA: Bei der Feier des Unabhängigkeitstages am Mt. Vernon verkündet Wilson die 4 großen Ziele der Alliierten: 1) ‚Zerstörung der Willkür‘; 2) nationale Selbstbestimmung; 3) nationale Moral wie die von Individuum; 4) eine Friedensorganisation, um Kriege zu verhindern.
Großbritannien: Churchill ist Hauptredner beim Anglo-Saxon Fellowship in der Central Hall, Westminster.

Neutrale
Holland: Die britische Regierung verzichtet auf ein Recht zur Durchsuchung von Ostindien-Konvois.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 5. Juli 1918:

Lenin bei einer Rede
Lenin bei einer Rede 1918.

Ostfront
UdSSR: Lenins Rede vor dem 5. Sowjetkongress wird unterbrochen von linken, revolutionären Sozialdemokraten (russische Bauernpartei, am 9. Juli verwiesen).

Naher Osten
Aserbaidschan: Bicherakows 1.200 Kosaken, 6 Geschütze und 4 Duncar-Panzerwagen landen in Alyat (in Enzeli am 3. Juli eingeschifft), 65 km südlich von Baku. Sie erreichen Kurdamir am 8. Juli, die Duncars sind vom 9. bis 19. Juli in Gefechte verwickelt.

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: Über 250.000 Deserteure im Land, viele in bewaffneten Banden mit MGs und sogar Artillerie.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 6. Juli 1918:

Gebirgsartillerie-Batterie in Albanien.
Ein Offizier der italienischen Alpini leitet das Feuer einer Gebirgsartillerie-Batterie in Albanien.

Südfronten
Albanien – Italienische Offensive (bis 14. Juli): Ferreros XVI. Korps (53 Bataillone) mit 300 Geschützen (plus 2 Monitore der Royal Navy) greift aus seinem verschanzten Lager bei Valona in nördlicher und östlicher Richtung an, überquert den Fluss Vojusa und General Nigras Kavallerie erobert Fieri am 8. Juli, 32 km nordöstlich, sowie am 10. Juli Berat, den Sitz des österreich-ungarischen Brigade-Hauptquartiers. Der 16-Kilometer-Vorstoß auf der 100 km breiten Front bringt ebenfalls 2.000 Kriegsgefangene, 26 Geschütze und 6 Flugzeuge für 850 Mann Verluste ein, aber Malaria verursacht dann ein Chaos. Die französische 57. Division nimmt im Devoli-Tal 700 Kriegsgefangene.

Luftkrieg
Albanien: Die RAF wirft 3t Bomben ab und verfeuert 3.000 Schuss MG-Munition zur Unterstützung der italienischen Offensive (1 D.H.9 verloren), trifft aber nicht die Kuchi-Brücke (zwei Treffer am 8. Juli).
USA: Erstflug der ersten amerikanischen Version des Handley Page 0/400 Bombers.

Ostfront
UdSSR: Der deutsche Botschafter Graf Mirabach wird in Moskau durch eine Bombe der linken sozialistischen Revolutionäre ermordet. Die linken Sozialrevolutionäre rebellieren gegen die örtlichen Roten und belagern Lenin im Kreml (‚Genossen, können wir bis zum Morgen aushalten?‘) und in Petrograd. Savinkow rebelliert gegen die Roten in Jaroslaw nördlich von Moskau (bis zum 21. Juli), aber die Rote Armee erobert die Stadt mit Artillerie und auch anscheinend mit Giftgas.
Sibirien: Wladiwostok erklärte sich zu einem alliierten Protektorat. Präsident Wilson schlägt einseitig 12.000 Mann japanischer Truppen für Ostsibirien vor, um die Tschechen zu retten.
Kaspisches Meer: Die Anti-Rote ‚Turkestan-Union‘ erhält 2 Millionen Rubel von britischen Oberst Redel in Meshed, welches General Malleson am 16. Juli erreicht. Sie senden 250 Truppen an die Grenze (19.-24. Juli).

Seekrieg
Nördliche Adria: Das italienische U-Boot F12 torpediert und versenkt das österreich-ungarische U 20 vor der Tagliamento-Mündung.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 7. Juli 1918:

 76,2-mm-Stokes-Granatwerfer der australischen Truppen
Ein 76,2-mm-Stokes-Granatwerfer der australischen Truppen im Gefecht, Juli 1918.

Westfront
Somme: Australische Truppen rücken in den Hügeln nördlich und südlich des Flusses vor; das 59. Bataillon weigert sich am 8. Juli, weiter vorzurücken.
Österreich-Ungarn: Die 1. und 35. Kuk-Division kommen an der Westfront an.

Ostfront
Wolga: Stalin schickt ein Telegramm an Lenin, in dem er vollständige militärische Befugnisse fordert.
Sibirien: Die Tschechen besiegen die Roten bei Chita und besetzen Irkutsk am 8. Juli.

Luftkrieg
Flandern: Eine deutsche nächtliche Bombardierung des Ambulanzparks in La Panne an der Yser tötet 43 weibliche Fahrer.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 8. Juli 1918:

Ernest Hemingway im Hospital in Mailand
Ernest Hemingway im Hospital in Mailand.

Südfronten
Piave: Der erste in Italien verwundete Amerikaner ist der 18-jährige Kantinen-Fahrer des Amerikanischen Roten Kreuzes, Ernest Hemingway. Er wird in Fossalta di Piave bei Arditi-Truppen durch österreich-ungarisches Feuer schwerer Mörser ernsthaft verwundet, erhält das Croce de Guerra und kommt nach Mailand in ein Hospital.

Westfront
Aisne: Französischer Vorstoß östlich von Viliers-Collerets, welcher 346 Kriegsgefangene einbringt.
Flandern: Das britische X. Korps löst das letzte französische Korps in diesem Abschnitt ab.

Ostfront
UdSSR: Die Linken Sozialrevolutionäre in Moskau werden von den loyalen lettischen Roten Schützen von Oberst Vatsetis entwaffnet, welchen Lenin besucht, nachdem die Roten Garden versehentlich auch auf sein Auto geschossen haben.

Seekrieg
Adria: Britische Monitore geben Feuerunterstützung bei dem französisch-italienischen Vorstoß im Süden Albaniens.
Schwarzes Meer: Die deutsche Marine hat akute Probleme, die ehemalige russische Flotte mit Mannschaften zu besetzen. Ludendorff lehnt Geschenke von Schiffen an die Ukraine oder Bulgarien am 10. Juli ab und bekommt am 12. Juli die Erlaubnis des Kaisers, um 1 Schlachtschiff, 5 Zerstörer und alle U-Boote in deutschen Dienst zu stellen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 9. Juli 1918:

'Eagle'-Boot
‚Eagle‘-Boot mit einer Wasserverdrängung von 615 Tonnen und einer Bewaffnung aus 2 x 10-cm-Kanonen, 2×7,5-cm-Flak, 2 MGs, 1 Y-Kanone-Wasserwerfer und Wasserbomben. Die Besatzung bestand aus 72 Mann und das Boot erreichte bis zu 18 Knoten und hatte einen Fahrbereich von 3.500 Seemeilen.

Seekrieg
USA: Stapellauf des ersten Patrouillenschiffs vom Typ ‚Eagle‘-Boot der Werft von Henry Ford. 60 von 100 bestellten Booten werden gebaut, PE1 wird am 28. Oktober 1918 in Dienst gestellt.
Großbritannien: Die Regierung gibt bekannt, dass die Rate der Schiffsverluste bei den nach Großbritannien laufenden Konvois seit dem 1. Januar bei über 1 % liegt.
Nördliche Adria: Das österreich-ungarische U-Boot U 19 läuft vor Caorle auf eine Mine, strandet und wird später von österreich-ungarischen Truppen geplündert.

Ostfront
Wolga: Der Oberbefehlshaber der Roten Ostfront, Oberst Murawjew (ein militanter, linker Sozialrevolutionär) rebelliert in Kasan und läuft per Schiff mit 1000 Mann die Wolga hinunter nach Simbirsk.
Ostsibirien: General Horvath erklärt sich zum provisorischen Herrscher in Grodekovo nordwestlich von Wladiwostok.

Luftkrieg
Westfront: Major James McCudden, Victoria Cross, Kommandant der 60. Squadron (Staffel) der RAF (57 Luftsiege seit 6. September 1916) wird bei einem Unfall bei der Landung getötet. Er wurde 23 Jahre alt.

Politik
Deutschland: Konteradmiral Hintze neuer Außenminister nach Kühlmanns Rücktritt am 8. Juli. Hintze wird formell am 20. Juli ernannt.
Österreich-Ungarn: Salzburger Wirtschaftskonferenz der Mittelmächte.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 10. Juli 1918:

Ein Spaziergang ?
Ein Spaziergang? Kaiser Wilhelm: ‚Das ist die Fußmatte unserer neuen Besitzungen‘ – Kaiser Karl: ‚Bist du sicher, dass es tot ist?‘

Ostfront
UdSSR: Der 5. Sowjetkongress verabschiedet die Verfassung der ‚Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjet-Republik‘.
Wolga: Vatsetis wird neuer Kommandant der Roten Ostfront.
Nordkaukasus: Denikins Freiwilligenarmee besiegt die Rote Armee (bis zum 14. Juli).
Sibirien: Die britische Regierung gibt bekannt, dass das 25. Middlesex-Regiment von Hongkong nach Wladiwostok verschifft wird.

Westfront
Marne: Französische Truppen besetzen wieder Courcy nördlich des Flusses Ourcq.

Naher Osten
Armenien: Kress schickt von Tiflis aus ein Telegramm an Berlin, dass den Armeniern die Vernichtung droht. Hindenburg schickt ‚als Christ‘ am 29. Juli ein Telegramm an Enver Pascha, 500.000 Hungernde nach Hause gehen zu lassen.
Persien: Ein RAF-Flugzeug fliegt nach Urmia, arrangiert die Versorgung mit Munition-Konvois (22. Juli) für die von den Türken bedrängten christlichen Jelus-Assyrier.

Seekrieg
Atlantik: Ein U-Boot versenkt das Passagierschiff Carpathia (5 Tote) westlich von Irland.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 11. Juli 1918:

Lawrence von Arabien
Lawrence von Arabien

Naher Osten
Palästina: Lawrence in Allenbys Hauptquartier werden die Pläne für die Offensive im September in Palästina in Umrissen bekannt gemacht. Allenby informiert den britischen Generalstabschef in London am 12. Juli, dass diese Mitte September stattfinden wird, woraufhin dieser am 20. Juli mitteilt, dass im Winter keine Verstärkungen aus Frankreich erwartet werden können.

Westfront
Flandern: Rupprecht erwägt ernsthaft, das Unternehmen Hagen wegen einer Grippeepidemie aufzuschieben. Grabenüberfall australischer Truppen im Lys-Abschnitt in der Nähe von Merris (am 29. Juli erobert).
Marne: Ein französischer Deserteur informiert die Deutschen, dass ein Panzerangriff der Alliierten bevorsteht.
Lothringen: Die erste von vier US-Funkstationen (in Toul) beginnt damit, den deutschen Funkverkehr zu überwachen. Erste Feldcode-Knacker der AEF (Amerikanischen Expeditionsstreitkräfte) am 15. Juli im Einsatz, 9 weitere bis zum Waffenstillstand.

Ostfront
UdSSR: Der Vorsitzende der Roten Kammer der Provinz Simbirsk überfällt und tötet Murawjew, aber die Weißen erlangen die Herrschaft in Arzamas, Murom, Rostow (Provinz Yaroslav) und Rybinsk.
Baltikum: Prinz Wilhelm von Urach (Württemberg) nimmt den Titel Mindowe II., König von Litauen, vom Staatsrat (Taryba) an.

Südfronten
Saloniki: Generaloberst Guillaumat sagt vor dem Obersten Kriegsrat, die Balkan-Herbstoffensive werde gelingen. Die Griechen seien in den Krieg eingetreten, um Ost-Makedonien zurückzuerobern. Clemenceau beauftragt d’Esperey am 18. Juli, die Vorbereitungen fortzusetzen.

Seekrieg
Atlantik: Das US-Versorgungsschiff Westover (10 Tote) sinkt in europäischen Gewässern.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 12. Juli 1918:

japnischer Dreadnought Settsu
‚Settsu‘, Schwesterschiff des ersten japanischen Dreadnought ‚Kawachi‘ von 1911.

Seekrieg
Pazifik: Japans erstes Dreadnought-Schlachtschiff, die 21.900 Tonnen große Kawachi, explodiert durch eine Magazin-Entzündung in der Bucht von Tokuyama, wobei es 700 Tote gibt.

Westfront
Somme: Französische Eroberung der Farm von Castel-Auchin, nordwestlich von Montdidier. Foch bittet Haig, in Flandern bereit zu sein, vom La-Bassee-Kanal nach Norden hin anzugreifen, um das Bethune-Minengebiet zu befreien. Haig behauptet, dass das Gelände ‚Wasser-überflutet‘ ist und schlägt einen früheren Vorstoß nach ‚östlich und südöstlich von Amiens, um diese Stadt und die dortige Eisenbahn wegzunehmen‘ vor. Foch stimmt zu und enthüllt, dass Debeney (Französische Erste Armee) ‚eine Offensive mit demselben Ziel überprüft‘. Petains Brief an Haig: ‚Ich habe die Ehre, eine umfassendere Beteiligung der britischen Armee an den Lasten einzufordern …, die meine Armeen nun 3 1/2 Monate lang belasten: entweder durch … mindestens 3 Divisionen oder durch einen vor dem 18. Juli durchzuführenden Angriff an einem geeigneten Teil der Front.‘ Ludendorffs 5. Offensive wird auf den 15. Juli verschoben.

Politik
Haiti: Die Regierung erklärt Deutschland den Krieg.
Australien: Premierminister Hughes verkündet, es wird keine Rückgabe der deutschen Pazifik-Insel geben.

Heimatfronten
Deutschland: Oberst Bauers Note an Ludendorff ‚Wir werden den Krieg gewinnen, wenn die Heimat nicht mehr der Armee in den Rücken fällt.‘ (Dolchstoß-Legende), welche er wieder auf dem Düsseldorfer Industrie-Tag am 20. Juli wiederholt.
Großbritannien: ‚Propaganda ist Werbung …‘, so Northcliffe.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 13. Juli 1918:

Britische und französische Soldaten beim Kartenspiel
Britische und französische Soldaten beim Kartenspiel hinter der Front.

Westfront
Frankreich: Petain legt Mangins Offensiv-Termin auf den 18. Juli fest. General Haller wird zum Oberbefehlshaber der polnischen Armee gemacht (nur 1 Regiment).
Aisne: Das britische XXII. Korps wird nach Süden in den Ardre-Abschnitt verlegt.

Ostfront
Turkestan: Weiße Eisenbahner massakrieren Taschkents Cheka-Chef und Leibwächter in Aschkabad, aber die Roten Garden schlagen den Vorstoß auf Taschkent ab (24. Juli).

Südfronten
Griechenland: Der französische General Gramat wird zum Generalstabschef der griechischen Armee gemacht.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 14. Juli 1918:

Indische Lanzenreiter
Indische Lanzenreiter und ihre britischen Offiziere in Palästina.

Naher Osten
Palästina – Gefecht von Abu Tulul: 5800 Türken und Deutsche (1.000 Verluste, davon 475 Deutsche und 540 Kriegsgefangene, 6 MGs erbeutet) greifen 2.500 ANZAC-Soldaten und indische Kavallerie an (ca. 200 Lanzenreiter verursachen 192 Opfer unter der türkischen Kavallerie östlich vom Jordan). Die ohne Unterstützung angreifenden Deutschen werden bei 70 Mann Gefallenen (insgesamt 189 Verluste) durch die ALH (Australian Light Horse; berittene Infanterie) abgewehrt.

Westfront
Marne: 27 deutsche Kriegsgefangene (hauptsächlich Elsässer) offenbaren der französischen Vierten Armee die bevorstehende deutsche Champagne-Marne-Offensive.
Champagne und Marne: Deutscher Beschuss mit 7.500 (15t) Gasgranten mit Senfgas und Phosgen durch die 3. US-Division führt zu 600 Vergasten (9 Todesfälle). Die 26. US-Division in Chateau-Thierry erhält 10.000 Schuss (20t) Senfgas und Phosgen (bis 17. Juli), wobei 518 Mann vergast werden (keine Todesfälle).

Südfronten
Trentino: Feldmarschall Conrad von Hötzendorf tritt aus dem aktiven Dienst zurück (vor allem wegen ungarischer Proteste nach dem Scheitern an der Piave), wird zum Grafen und Obersten aller Gardeeinheiten ernannt. General Krobatin (Zehnte Armee) übernimmt seine Tiroler Heeresgruppe.

Seekrieg
Mittelmeer: Das Küsten-U-Boot UB 105 versenkt den französischen Truppentransporter Djemnah (442 Tote) vor der Cyrenaica. Das britische Frachtschiff Barunga (Ex-Deutsche Sumatra) wird auf dem Weg nach Australien durch ein U-Boot versenkt.

Luftkrieg
Westfront: 9 RAF-Staffeln fliegen trotz Regenstürmen zur Verstärkung der Franzosen in die Champagne ein; verlieren 15 Flugzeuge im Einsatz bis zum 17. Juli.

Heimatfronten
Großbritannien: Nationale Rationierung für Zucker (bis 29. November 1920), Butter (bis 30. Mai 1920), Margarine (bis 16. Februar 1919) und Schmalz (bis 16. Dezember 1918). Die nationale Rationierung von Speck und Schinken wird am 29. Juli eingestellt. Lokale Rationierung von Marmelade, Käse und Tee für 500.000 bis 17,5 Millionen Menschen seit Anfang 1918.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 15. Juli 1918:

Deutsche Truppen überqueren die Marne
Deutsche Truppen überqueren auf einer von den Franzosen zerstörten Brücke die Marne.

Westfront
Champagne und Marne: VIERTE SCHLACHT IN DER CHAMPAGNE (bis 18. Juli) und ZWEITE SCHLACHT AN DER MARNE (bis 4. August). Ludendorff startet seine fünfte Offensive seit dem 21. März (Codename Friedensturm) gegen französische und 9 US-Divisionen östlich von Reims bis zur Marne. Die Siebte, Erste (vom Kaiser beobachtet) und Dritte Armee (04:35-05:30 Uhr) greifen mit 43 Divisionen auf einer 80 km breiten Front nach einem vierstündigen Sperrfeuer (ab 00:10 Uhr, die französische Artillerie beginnt aber schon um 23:30 Uhr am 14. Juli mit dem Gegenfeuer) an. Die deutschen Truppen stoßen schnell zur Marne bei Fossoy vor. Ihre Artillerie verschießt bis zum 18. Juli 500.000 Granaten (9.000 t) mit Senfgas, Phosgen und Diphenylchlororsin. Dabei werden 2.600 Mann alliierte Truppen vergast (darunter 47 Tote).
Petains ‚gepufferte Rückstoß-Verteidigungsmethode‘ (nach Liddell Hart) absorbiert den 3-Kilometer-Vorstoß des ersten Angriffs in der schwach verteidigten vorderen Zone und erwartet müde, verzettelte Angreifer auf einer starken hinteren Stellung. Östlich von Reims scheitert die deutsche Offensive mit 21 Divisionen auf einer 40 km langen Front nördlich der Römerstraße. Alle 20 deutsche Panzer in diesem Abschnitt werden von französischen Geschützen ausgeschaltet. Mehr Erfolg westlich von Reims gegen Italiener (8. Division vernichtet) und 2 französische Divisionen.
Foch widerruft Petains Befehl von 10 Uhr an Fayolle, den geplanten Angriff vom 18. Juli zu verschieben. Die deutsche 10. und 36. Divisionen versuchen, die Marne gegen das verstärkte 38. US-Infanterie-Regiment zu überqueren. Obwohl 3:1 unterlegen, von 336 deutschen Geschützen beschossen und mit beiden Flanken ungedeckt, stehen die 3.600 Amerikaner standhaft in einem wilden Nahkampf. 8 deutsche Divisionen gewinnen einen 14,5 km breiten und 21 km tiefen Brückenkopf gegenüber Dormans nach Osten.
Das Paris-Geschütz, in neuer Stellung in der Nähe von Fere-en-Tardenois, feuert 14 Granaten auf die französische Hauptstadt (bis zum 19. Juli).

Luftkrieg
Westfront: 225 französische Bomber (25 verloren) in Formationen von 20 bis 30 Flugzeugen werfen 44t Bomben auf provisorische deutsche Marne-Brücken. Ständige Luftangriffe (bis zum 20. Juli), bis die Deutschen den Brückenkopf aufgeben. Die Deutschen schießen 37 alliierte Flugzeuge für den Verlust von 9 eigenen ab.

Politik
USA: Schätzungen des US-Finanzministeriums zufolge haben die Alliierten 303 Millionen Einwohner und 495 Milliarden Dollar Wirtschaftskraft gegenüber den 147 Millionen Einwohner und 134 Milliarden Dollar Wirtschaftskraft der Mittelmächte.
Großbritannien: Das britische Kriegskabinett informiert Berlin, dass die britische Armee weiterhin Papierkugeln (anstelle von Aluminium) als völlig legal verwenden wird, da dies keine ‚Dum-Dum‘-Geschosse wären. Ex-Herrscherin Eugenie zum Oberst
Vernier: ‚Dieser Völkerbund, was für eine Torheit‘.
Österreich-Ungarn: Graf Burians Friedensmemorandum veröffentlicht.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 16. Juli 1918:

Zimmer Jekaterinburg Zarenfamilie ermordet
Das Zimmer mit der Wand im sibirischen Jekaterinburg, in dem die Zarenfamilie in der Nacht vom 16./17. Juli ermordet wurde.

Ostfront
UDSSR: EX-ZAR UND ZAREN-FAMILIE ERMORDET; in Jekaterinburg auf Anordnung des Roten Ural-Regionalrates oder auf Anordnung Moskaus. Die Schwester der Zarin und 5 Romanow-Fürsten werden am 17. Juli im nahen Alapaewsk ermordet.

Westfront
Champagne und Marne: Die französischen Truppen bringen die Deutschen östlich von Reims zum Stehen, fallen aber bei Prunay leicht zurück. Westlich von Reims rücken die Deutschen auf die Marne bei Renil vor und bedrohen Epernay (11 km östlich). Die 42. US-Division führt Gegenangriffe nördlich von St.Agnan La Chapelle.

Seekrieg
Nordatlantik: U54 versenkt die Schaluppe HMS Anchusa vor Nordirland.
Westliches Mittelmeer: Nächtliche Zerstörer-Kollision zwischen HMS Cygnet und der italienischen Garibaldino; letztere sinkt vor Villefranche (Südfrankreich).

Luftkrieg
Deutschland: 12 D.H.9 der 99. Staffel und 6 D.H.4 der 55. Staffel greifen Thionville an (über 93 Opfer). Ein Munitionszug mit 15 Waggons explodiert, ein weiterer Zug wird getroffen und es kommt zu schweren Bränden und der Güterbahnhof wird schwer beschädigt. Handley Page Bomber werfen 5 Bomben über dem Zentrum von Saarbrücken ab (schwerer Schaden). 10 F.E.2 bombardieren Hagendingen; eine Bombe zerstört einen Schutzraum in einem Tunnel (23 Opfer) und verbrennt große Bestände an Futter und Kohle.
Westfront: Die Deutschen melden 37 alliierte Flugzeuge für den Verlust von 14 eigenen abgeschossen zu haben.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 17. Juli 1918:

General Max von Boehn
General Max von Boehn, Befehlshaber der deutschen Siebten Armee.

Westfront
Die Westfront hat ihre längste Ausdehnung, mit 857 km.
Champagne und Marne: Deutsche Truppen, die auf Epernay vorrücken, erreichen die Linie Montasin bis Chare la Rare (Chare wird später von den Franzosen zurückerobert) zwischen der Marne und Reims. Die Deutschen erreichen Nanteuil-Pourcy, aber die Italiener führen einen erfolgreichen Gegenangriff. Östlich von Reims werden die Deutschen südlich von Prunay besiegt, als Gouraud nach Norden vordringt und den Ort am 18. Juli zurückerobert. Deutsche Verluste 50.000 Mann, worauf Boehn die Angriffe der deutschen Siebten Armee einstellt. Heftige Gewitter in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli.

Ostfront
USA: Abschließendes US-Memorandum zur Intervention in Sibirien proklamiert das Prinzip der politischen Nichteinmischung (Japan stimmt am 18. Juli zu).

Luftkrieg
Deutschland: 17 DH-Bomber greifen Thionville als Ausweichziel für Stuttgart an.
Westfront: Deutsche Jagdverbände, die siebenmal versuchen, alliierte Luftangriffe auf die Marne-Brücken zu unterbinden, schießen insgesamt 23 Flugzeuge für den Verlust von 6 eigenen ab.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 18. Juli 1918:

US-Soldaten schießen auf einen deutschen Scharfschützen
US-Soldaten schießen auf einen deutschen Scharfschützen, der sich in einem Dorf an der Marne verschanzt hat.

Westfront
Champagne und Marne – ZWEITE SCHLACHT AN DER MARNE: ALLIIERTER GEGENSCHLAG. Französisch-amerikanische Truppen, unterstützt von 2.000 Kanonen, greifen um 04:35 Uhr auf einer 43 km langen Front an, von Fonteroy nach Belleau. Die französische Zehnte Armee (Mangin), einschließlich der 1. und 2. US-Divisionen (unter insgesamt 9 Divisionen), unterstützt von 223 Panzern (62 getroffen), erzielen einen vollständig überraschenden Einbruch von bis zu 7,25 Kilometer Tiefe; bis auf 1,5 Kilometer an den ‚Mt.Paris‘, Soissons und das Crive-Tal heran. Die Alliierten bringen 12.000 Kriegsgefangene ein und erbeuten 250 Kanonen von 11 deutschen Divisionen. Weiter südlich kommen die französisch-amerikanischen Truppen (Degoutte) 4 bis 8 km nördlich von der Marne voran. Deutsche Truppen erreichen dagegen St.Agnan südlich von der Marne.
Flandern: Ludendorff Morgens-Konferenz in Mons (mit Rupprecht, den Armee-Kommandanten und Stäben für die geplante ‚Endoffensive‘ Hagen für Anfang August), gerät durch die Nachrichten von dem Debakel an der Marne in Konfusion. Ludendorff schickt sofort 2 Divisionen an die bedrohte Front, aber die Nachricht von neuen Niederlagen beendet die Konferenz dann abrupt. Die Heeresgruppe Kronprinz Wilhelm befiehlt 14 deutschen Divisionen südlich der Marne zurückzugehen, Ludendorff bricht den geplanten Schlag bei Reims ab und stoppt die Verlegung Bruchmüllers schwerer Artillerie nach Flandern. Um 15:35 Uhr wird Rupprecht angewiesen, 2 weitere Divisionen nach Reims zu schicken; sein Tagebuch kommentiert: ‚Kein Zweifel, dass wir den Zenit unserer Erfolge überschritten haben‘. Ludendorff gerät zweimal mit Hindenburg aneinander, welcher auf einen Gegenangriff aus dem Norden bei Soissons besteht.

Luftkrieg
Westfront: Die französische 1. Luft-Division unterstützt den alliierten Bodenangriff (und erleidet schwere Verluste) auf Chateau-Thierry und Soissons. Sie umfasst 590 Flugzeuge in 2 Groupements mit je 12 Escadrilles Spad XIII, dem 1. Groupement mit 9 Escadrilles Breguet XIV Tagbomber und Aufklärer, dem 2. Groupement mit 6 Escadrilles Breguet-Flugzeuge. Die RAF gibt ebenfalls Unterstützung mit Flugzeugen, welchen dem französischen XI. Korps unterstellt sind. Die Alliierten verlieren 34 Flugzeuge (davon 14 an JG1) gegenüber 8 deutschen Flugzeugen. Unteroffizier Willi Gabriel von Jasta 11 erzielt 4 Luftsiege. Die Deutschen gewinnen die Luftherrschaft über Teile des Schlachtfeldes an der Marne bis zum 6. August zurück (am 22. Juli werden 41 alliierte Flugzeuge gegenüber 2 deutschen Flugzeugen abgeschossen).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 19. Juli 1918:

'HMS Furious' 1918
‚HMS Furious‘ 1918, nachdem das hintere 45,7-cm-Geschütz durch ein Landedeck ersetzt war, wodurch Flugzeuge nun auch wieder auf dem Träger landen konnten.

Seekrieg
Nordsee – Überfall auf Tondern: 7 Sopwith Camel (mit je 2 x 22,5-kg oder 30-kg-Bomben) fliegen 130 km vom Träger Furious aus, begleitet von der 6. Leichten Kreuzer Staffel und zerstören den Doppel-Zeppelin-Schuppen in Tondern bei Sylt (Schleswig).
Der Zerstörer HMS Garry rammt und die Konvoi-Eskorte ML23 versenkt das Küsten-U-Boot UB 110 vor der Küste von Yorkshire.
Mittelmeer: Ein U-Boot versenkt das französische Passagierschiff Australien (20 Tote).
Westatlantik: Der Kreuzer USS San Diego (6 Tote) sinkt durch eine Mine vor Fire-Island (New York). U 156, welches die Minen gelegt hatte, sinkt selbst durch eine Mine vor Bergen (Norwegen) am 25. September.

Luftkrieg
Nordsee – Tondern-Überfall: Die deutschen Luftschiffe L54 und L60 werden durch die 6 Sopwith Camel (4 verloren) vom Flugzeugträger Furious bombardiert und verbrennen im Tondern-Schuppen. 3 der Piloten finden den Träger nicht und müssen in Dänemark landen, ein weiterer ertrinkt auf See (der zukünftige Luftmarschall der RAF, Dickson, ist einer der beiden zurückgekehrten Piloten).

Westfront
Flandern: Die britische 9. Division erobert Meteren mit 300 Kriegsgefangenen zurück.
Champagne und Marne: Französisch-amerikanische Truppen mit 195 Panzern (50 getroffen) nehmen 3.000 Kriegsgefangene und 150 Kanonen, rücken 3,2 Kilometer in Richtung der Straße Soissons-Chateau-Thierry vor, aber die deutsche 20. Division erobert die wichtige Verbindungsstrecke wieder zurück. Südlich von der Marne erobern die Alliierten Montoisin zurück. Die britische 51. und 62. Divisionen lösen die Italiener ab. Die 2. US-Division wird nach 5.000 Mann Verlusten ebenfalls abgelöst.

Politik
Honduras: Die Regierung erklärt Deutschland den Krieg.
Frankreich: französisch-schweizerisches Wirtschaftsabkommen.
Großbritannien: Neue Erklärung des britischen Assistenten des Außenministers Lord Cecil zur alliierten Handelspolitik.
Italien: Rumänisches Aktionskomitee gegründet, um rumänische Kriegsgefangene der österreichisch-ungarischen Armee in Legionen zu organisieren.

Heimatfronten
Indien: Rowlett Sedition Komitee Bericht.
Großbritannien: Das Kriegskabinett lehnt Churchills Plädoyer ab, die ‚Auskämmung der Arbeiter zur Armee‘ zu beenden, da sich die Panzerproduktion halbiert hat. Begründung: Milner will nun Männer jetzt, und nicht später Maschinen haben. Das National Service Ministerium überzeugt schließlich die Armee, dass die Zivilärzte Priorität haben.
USA: Baseball ist ’nicht essenziell‘ nach dem Gesetz für ‚Work or Fight‘ (‚Arbeit oder Kampf‘).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 20. Juli 1918:

Französische Soldaten gehen in Deckung
Französische Soldaten gehen in Deckung, als einer ihrer Panzer getroffen wird.

Westfront
Champagne und Marne: DIE DEUTSCHEN TRUPPEN GEHEN WIEDER ÜBER DIE MARNE ZURÜCK. Die Gesamtzahl der durch die Alliierten eingebrachten Kriegsgefangenen beträgt 20.000 und 400 Kanonen wurden erbeutet. Mangin hat nur 32 Panzer, macht aber 8 Angriffe. Die britische 51. und 62. Divisionen greifen an, gewinnen aber nur 1,5 Kilometer und 500 Kriegsgefangene gegen versteckte MG-Stellungen (Schlacht von Tardenois bis zum 31. Juli).
Flandern: Ludendorffs Telegramm an Rupprecht: ‚Angesichts der Situation der Heeresgruppe Kronprinz Wilhelm, die …. noch eine große Menge an Truppen aufbrauchen wird, und …. die Möglichkeit einer britischen Offensive wird die ‚Hagen‘-Operation wahrscheinlich nie in die Tat umgesetzt werden.‘

Seekrieg
Ostatlantik: Das als Truppentransporter verwendete Passagierschiff der White-Star-Linie, Justicia (32.234 Tonnen, 10 Tote) sinkt vor Westschottland nach hartnäckigen Angriffen seit dem 19. Juli durch das Küsten-U-Boot UB 64 (Schrader) und dem Todesstoß durch UB 124, trotz bis zu 40 Begleitschiffen. UB 124 wird später von Wasserbomben des Zerstörers HMS Mame im Northern Channel versenkt.

Heimatfronten
Frankreich: Foch bittet Clemenceau, Ende 1918 die Klasse der Wehrpflichtigen von 1920 einzuberufen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 21. Juli 1918:

Französische und britische Soldaten in gemeinsamen Einsatz
Französische und britische Soldaten in gemeinsamen Einsatz. Ein Hotchkiss mle 1900 Maschinengewehr ist in Stellung, um Feuerunterstützung zu geben.

Westfront
Champagne und Marne: CHATEAU-THIERRY DURCH DIE FRANZOSEN ZURÜCKEROBERT, nach dem Rückzug der deutschen Truppen über 8 km in der Nacht vom 20./21. Juli. Die französischen Verbände erreichen die Straße Lassery-Chateau-Thierry auf breiter Front. Zwischen Marne und Reims erobern die Anglo-Franzosen Bois de Courton, rücken das Ardre-Tal hinunter, erobern Marfaux und Coutrim, um diese anschließend wieder zu verlieren. Die 1. US-Division wird nach 7.200 Mann Verlusten durch die britische 15. (Schottische) Division abgelöst.

Ostfront
Kuban: Der weiße Guerilla-Oberst Shkuto erobert Stawropol, indem er mit der Bombardierung durch Artillerie droht (er hat zwar keine Kanonen, aber die Roten evakuieren trotzdem). Denikin muss dann mithelfen, die Stadt zu halten und wehrt Sorokins Roten Gegenschlag knapp ab.

Naher Osten
Hedschasbahn: 1.800 Araber (über 80 Tote), Geschütze, Panzerwagen und RAF-Flugzeuge werden von den 400 türkischen Soldaten der Eisenbahnstation Jerdun abgewehrt und die türkische Garnison von Maan kann wieder versorgt werden.
Palästina: Die Yeomanry-Division wird zur 4. Dav-Division umbenannt, die 5. Kavallerie-Division tritt dem DMC bei.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 22. Juli 1918:

Eine US-Kompanie auf dem Vormarsch
Eine US-Kompanie auf dem Vormarsch. Im Juli 1918 sind bereits eine Million US-Soldaten in Frankreich.

Westfront
Champagne und Marne: DIE ALLIIERTEN ÜBERSCHREITEN DIE MARNE bei Dormans, die Deutschen ziehen sich 8 bis 10 km hinter Chateau-Thierry zwischen der Ourcq und Marne zurück. Französisch-amerikanische Truppen erreichen Bezu-Epieds. Ludendorff befiehlt schließlich, die südliche Hälfte des hervorstechenden Frontvorsprungs zu räumen.
Frankreich: General Rogers als Quartiermeister-General der AEF (Amerikanische Expeditionsstreitkräfte) mit Hauptquartier bei Tours.

Afrika
Mosambik – Gefecht bei Fort Namirrue (bis 23. Juli): Lettow-Vorbecks Nachtangriff zerschlägt das 3/3. Bataillon der King’s African Rifles unter Fitzcol nach dessen Flussüberquerung. Die Deutschen nehmen das Fort und erbeuten ihren ersten Granatwerfer, einige der gefangengenommenen ehemalige deutsche Askaris schließen sich ihnen wieder an.

Politik
Deutschland: In Avesnes teilt Hindenburg dem Kaiser mit, dass die 1918-Offensive ein Fehlschlag ist. Wilhelm II. sagt zu seinen Gästen in Spa: ‚Ich bin ein besiegter Kriegsherr, auf den man Rücksicht nehmen muss‘.

Heimatfronten
Großbritannien: Das Munitionsministerium erklärt den angedrohten Streik in Coventry als ‚Versuch, die Politik des Staates zu untergraben‘.
Frankreich: Der zivile Exodus zurück nach Paris beginnt.
Österreich-Ungarn: Ministerpräsident Dr. Seidler tritt endgültig zurück; Ex-Bildungsminister Baron Hussarek wird am 24. Juli sein Nachfolger.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 23. Juli 1918:

Französische Kavallersten passieren britische Soldaten
Französische Kavallersten passieren britische Soldaten. Die Kavallerie wurde immer noch für den Fall eines Durchbruchs in Reserve gehalten, der allerdings niemals für sie kam.

Westfront
Champagne und Marne: Deutsche Verteidigung mit 27 Divisionen in der Frontlinie. Französische Truppen rücken auf einer 3 km breiten Front nördlich des Flusses Ourcq vor, über die Lassons-Chateau-Thierry-Straße nach Faux. Südlich der Ourcq rücken sie auf Fere-en-Tardenois vor, während britische Truppen Marfaux zurück erobern. Fochs Brief an Petain drängt auf den Hauptstoß nach Fereen-Tardenois.
Somme – Schlacht von Moreuil oder Sauvillers: Die französische 3. Division (1.891 Verluste) mit 36 britischen Tanks (11 außer Gefecht gesetzt) rückt 3 km auf einem 6,5 km breiten Frontabschnitt in Richtung Avre-Tal vor, erobert 3 Dörfer und bringt 1.858 Kriegsgefangene, 5 Kanonen und 275 MGs ein.

Ostfront
UdSSR: Helfferich (ehemaliger Innenminister) neuer deutscher Botschafter in Moskau (Ankunft am 28. Juli).
Sibirien: Der Regierungsrat in Omsk proklamiert die Unabhängigkeit, stellt Duma und Grundbesitzer wieder her, annulliert Rote Dekrete und ruft zur Anerkennung durch die Alliierten am 25. Juli auf.

Seekrieg
Ost-Atlantik: Ein U-Boot versenkt den bewaffneten Hilfskreuzer HMS Marmora (100 Tote) vor Südirland.
Nordsee: König George besucht wieder einmal die britische Grand Fleet.

Luftkrieg
Westfront: Alliierte Verluste über der Marne (seit dem 16. Juli) 150 Flugzeuge und 6 Ballons gegenüber 27 deutschen Flugzeugen (seit dem 15. Juli). Ein RAF Sopwith Camel Nachtjäger (Hauptmann A. Yuille) zwingt einen Gotha-Bomber über Etaples zur Notlandung (3 Kriegsgefangene), dem ersten von 26 abgeschossenen Bombern durch die 151. Squadron ohne Verluste bis zum 11. November.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 24. Juli 1981:

Bebrillter deutscher Soldat ergibt sich
Bebrillter deutscher Soldat ergibt sich. Nachdem seine besten Männer nun tot sind, ersetzt Ludendorff sie durch die Untauglichen, die sehr jungen und mit Männern älterer Jahrgänge.

Westfront
Champagne und Marne: Die Heeresgruppe Kronprinz meldet, dass 18 Divisionen nicht mehr kampffähig sind. Die Alliierten rücken nördlich von Chateau-Thierry in Richtung Fere-en-Tardenois vor, erreichen die Linie Oulchy-le-Chateau-Gaulgonne und schieben sich der Marne im Fere-Wald entlang. Die Briten rücken nördlich der Ardre vor.
Bombon-Konferenz der alliierten Oberbefehlshaber in Fochs Hauptquartier beschließt, die allgemeine Gegenoffensive zu beschleunigen. Foch will zunächst 3 große Bahnstrecken freikämpfen: (1) Paris-Verdun, (2) Paris-Amiens und (3) Verdun-Arricourt. (1) durch die laufende französische Gegenoffensive; (2) durch die von Haig vorgeschlagene Amiens-Offensive (Foch-Richtlinie vom 26. Juli); (3) durch die Reduzierung des um St. Mihiel hervorstechend deutschen Frontbogens (vorgeschlagen von Pershing, Generalleutnant Marshall beginnt an diesem Tag mit den Planungen). Weitere Folgemaßnahmen sind die Befreiung der nordfranzösischen Kohlereviere und die Räumung der Region Calais-Dünkirchen von deutschen Truppen. Die französische Neunte Armee (de Mitry) wird wegen der Verkürzung der Frontlänge aufgelöst.

Ostfront
Wolga: 1.500 Tschechen und Weiße nehmen Simbirsk (Eisenbahnbrücke, Getreidespeicher, Lenins Geburtshaus).

Luftkrieg
Belgien: Ein Handley Page Bomber (Dell) der 215. Squadron wirft die erste 750-kg-SN-‚Blockbuster‘-Bombe bei Middelkerke ab.

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: In einer Geheimsitzung des Reichsrats wird die militärische Führung und das Piave-Versagen angegriffen.
Deutschland: 29 britische kriegsgefangene Offiziers entkommen durch einen gegrabenen Tunnel aus dem Lager Holzminden; 10 von ihnen schaffen es bis nach Hause.
USA: Der Treibstoff-Administrator ordnet 4 lichtlose Nächte pro Woche an. Kein Deutsch ist in Briefen aus den USA ab dem 15. August erlaubt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 25. Juli 1918:

Skelett eines französischen Kanoniers
Skelett eines französischen Kanoniers. Wo es die Kampfhandlungen nicht erlauben, lässt man die Gefallenen liegen.

Westfront
Champagne und Marne: Die Alliierten rücken 3 Kilometer vor, besetzen den Fare-Wald und erobern den Bereich von La Croise Range, Oulchy-le-Chateau und Villemontoire (10 km südlich von Soissons), zuletzt durch das französischen 67. Regiment (12. Division) gegen das preußische 79. Regiment. Ludendorff genehmigt den nächtlichen Rückzug zur Fare-en-Tardenois-Linie für den 27. Juli, die Verteidigung der Aisne-Vesle-Linie wird am 26. Juli angeordnet.

Ostfront
Russland: Das alliierte diplomatische Korps aus Wologda erreicht Archangelsk.
Ural: Die Tschechen nehmen Jekaterinburg ein und bilden eine Regionalregierung.

Luftkrieg
Westfront: Die RAF wirft über 288 Tonnen Bomben auf den rückwärtigen Bereich des deutschen Frontabschnitts von Amiens (bis zum 1. August). Die Deutschen melden 31 Flugzeuge für den Verlust von 4 eigenen abgeschossen zu haben.
Ägäis: Türkische Flugzeuge bombardieren die RAF-Station auf Imbros in der Nacht vom 25. auf den 26. Juli, wobei 60 Bomben einen Hangar in Brand setzen, in dem 7 Sopwith Camel Jäger zerstört werden. RAF-Vergeltungsangriffe gegen Galata (25./26. und 27. Juli).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 26. Juli 1918:

deutscher Tross
Ein deutscher Tross auf einer verstopften Strasse an der Westfront.

Westfront
Champagne und Marne: ALLGEMEINER DEUTSCHER RÜCKZUG beginnt in Richtung Eperrau und erstreckt sich anschließend bis ins Marne- und Ourcq-Tal.

Luftkrieg
Westfront: Major Edward ‚Mick‘ Mannock (DSO), Kommandant der 85. RAF-Squadron mit 73 Luftsiegen seit dem 7. Juni 1917 wird im Alter von 31 Jahren getötet, als er durch einen Gewehrschuss in den Benzintank abgeschossen wird, nachdem er nach seinem letzten Luftsieg über eine LVG gerade wieder nach Hause eindreht. Das führende britische Jagdflieger-Ass und herausragendster Jagdpatrouillen-Führer des Krieges wird am 18. Juli 1919 posthum das Victoria Cross verliehen.

Naher Osten
Aserbaidschan: Zentral-kaspische Diktatur durch fünf abgesetzte Rote in Baku, welche die britische Dunsterforce einladen. Türkische Truppen erobern 1 britischen Duncar-Panzerwagen und 2 Lastwagen weiter westlich.

Afrika
Mosambik: 28 Mann berittene Goldküsten-Infanterie überraschen den deutschen Tross am Fluss Ligonha, nehmen 21 Träger und 2 Deutsche gefangen, aber die meisten Soldaten mit ihren Kriegsgefangenen werden am 27. Juli von den Deutschen geschnappt, sodaß nur noch 65 der 165 Goldküsten-Soldaten übrig bleiben.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 27. Juli 1918:

Indische Lanzenreiter
Indische Lanzenreiter der britischen Armee an der Westfront.

Westfront
Champagne und Marne: Alliierte Panzer und Kavallerie-Einheiten verfolgen die sich zurückziehenden deutschen Truppen, aber sie verfügen noch über eine alternative Eisenbahnverbindung nach Soissons und halten immer noch die Stadt.

Naher Osten
Mesopotamien: Royal-Navy-Mannschaften von den Kanonenbooten Moth und Mantis verlassen Bagdad mit 3 Kanonen für das Kaspische Meer; Commodore Norris folgt am 28. Juli nach.
Palästina: ca. 150 britische Sikh-Soldaten führen einen Grabenüberfall 5 Kilometer vom Meer entfernt durch.

Seekrieg
Nordsee: Die bewaffnete Yacht Vanessa greift das Küsten-U-Boot UB 107 vor Scarborough mit Wasserbomben an und versenkt es.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 28. Juli 1918:

Sir Douglas Haig, inspiziert kanadische Truppen
Der britische Oberbefehlshaber an der Westfront, Sir Douglas Haig, inspiziert kanadische Truppen.

Westfront
Champagne und Marne: Seit dem 26. Juli haben die Alliierten (die meisten der 5 US-Divisionen sind bis zum 31. Juli im Einsatz) 6,5 km auf einem 32 km breiten Frontabschnitt gewonnen. Sie überqueren den Ourcq und erobern Fare-en-Tardenois. Britische Rückeroberung von Bligny im Ardre-Tal. Foch stellt die französische Erste Armee für die Amiens-Operationen unter Haigs Kommando und fordert, dass Rawlinsons geplanter Angriff vom 20. August wegen der kritischen Marne-Situation auf den 8. August vorverlegt wird.

Heimatfronten
Brasilien: Den deutschen Banken wird die Einstellung des Geschäftsbetriebs angeordnet (endgültig geschlossen am 16. Oktober).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 29. Juli 1918:

Deutsche Soldaten im Gefecht
Deutsche Soldaten im Einsatz an der Westfront.

Westfront
Deutschland: Der Kaiser erlaubt den Rückzug auf die Blücher-Linie nördlich von Vesle, Ludendorff befiehlt dies am 30. Juli.
Champagne und Marne: Die französische Zangenbewegung schließt sich nordöstlich von Oulcq-le-Chateau, nimmt Grand Rozoy und schließt Buzancy ein. Der deutsche General Cappard widersetzt sich mit seinen Truppen heftig zwischen Fare-en-Tardenois und St. Euphrasie. Petain räumt ein, dass die Deutschen der Falle entkommen sind.
Somme: Australische Truppen rücken auf einer 3 km breiten Front bei Morlancourt vor, nehmen 138 Kriegsgefangene und 36 MGs. Die britische Truppenkonzentration bei Amiens beginnt in der Nacht, unter Tarnung und strenger Sicherheit.

Ostfront
UDSSR: Lenin verkündet den de facto Kriegszustand mit den Alliierten. Sownarkom erlaubt Trotzki, Ex-Offiziere (22.315 bis zum 30. November) zu mobilisieren; die sich weigern, werden in Konzentrationslagern überstellt. Trotzki nennt das tschechoslowakische Korps ‚fast den wichtigsten Faktor‘.

Seekrieg
Östliches Mittelmeer: Der britische Truppentransporter Hyperia (52 Tote) wird durch ein U-Boot 135 Kilometer vor Port Said versenkt.
St. Georges-Kanal: Der Assistent des Sekretärs der US Navy, Franklin Roosevelt, und der britische Erste Seelord, Sir E. Geddes, besuchen den Marinestützpunkt Queenstown in Südirland.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 30. Juli 1918:

Deutsche Sanitäter im Einsatz
Deutsche Sanitäter im Einsatz im Schützengraben.

Westfront
Champagne und Marne: Die Alliierten erobern Romigny-St. Gemme. Der heftige deutsche Widerstand hält an. Der amerikanische Dichter und Journalist Sergeant Joyce Kilmer fällt an der Ourcq (165. Infanterie-Regiment, 42. Division).

Ostfront
Ukraine: Feldmarschall Eichhorn und Hauptmann Dressler werden in Kiew durch eine Bombe der linkssozialistischen Revolutionäre ermordet. General Kirchbach wird Nachfolger als Befehlshaber der deutschen Heeresgruppe Kiew (8. August); Kathen ersetzt ihn als Kommandant der Achten Armee im Baltikum (31. Juli).

Seekrieg
Ärmelkanal: Das als Q-Schiff (U-Boot-Falle) verwendete Kohlenschiff Stock Force (Leutnant H. Auten erhält das Victoria Cross) sinkt, nachdem es das Küsten-U-Boot UB 80 (schwer beschädigt) 40 km südwestlich von Start Point in der Nähe von Plymouth angegriffen hatte.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 31. Juli 1918:

Luftkampf zwischen britischen und deutschen Jagdflugzeugen
Luftkampf zwischen britischen und deutschen Jagdflugzeugen über der Westfront.

Luftkrieg
Italienische Front: Das österreich-ungarische Jagdflieger-Ass Oberleutnant F. Linke-Crawford (ca. 30 Luftsiege) fällt, als sein Phoenix-Jäger in Montello von Cuttle von der 43. Staffel der RAF in einer Sopwith Camel abgeschossen wird.
Deutschland: 12 Airco D.H.9 (7 abgeschossen) der 99. RAF-Staffel (Taylor) werden nach Mainz geschickt, mit dem Alternativ-Ziel Saarbrücken. 5 Flugzeuge bombardieren Saarbrücken, aber Angriffe von 3 Jägerwellen (insgesamt 40 Jagdflugzeuge) dezimieren die Formation, wobei 2 deutsche Jäger beschädigt werden. Die 99. RAF-Staffel ist daraufhin bis zum 20. August nicht mehr einsatzbereit. Die italienische IAF verliert im Juli 15 Bomber.
Westfront: Deutsche Nachtbombardierung der alliierten Truppen südlich von Aisne. Allein seit dem 15. Juli haben die Alliierten 200 Flugzeuge und Ballone nur über der Deutschen Siebten Armee verloren. Französische Juli-Verluste von 67 Flugzeugen, der schlimmste Monat im Jahr 1918. Im Juli melden die Deutschen 505 alliierte Flugzeuge für den Verlust von 129 eigenen abgeschossen zu haben. Rekordzahl von 1.478 ausgelieferten deutschen Flugzeugen im Juli.

Westfront
Maas: Deutscher Beschuss mit 340.000 Granaten (850 t) Senfgas des französischen Neuilly-Abschnitts, wobei 3.400 Mann vergast werden (68 Tote).
Marne und Champagne: Die Franzosen kontrollieren jetzt die wichtige Eisenbahnstrecke nach Osten zwischen Chateau-Thierry und Epernay. Schwere Kämpfe um Seringes. Die 4 britischen Divisionen kehren in den Abschnitt des BEF zurück (bis zum 7. August).
Frankreich: Im Juli landen 313.410 US-Truppen in Europa an, darunter 6 Divisionen und 34 Flugzeuge (insgesamt nun 1.210.703 Mann).

Ostfront
Nordrussland: Die Alliierten besetzen Archangelsk (bis zum 1. August) mit wenigen Schüssen (2 Opfer), dank der Hilfe russischer Marineoffiziere. Einige der 1.500 britischen Elope-Truppen nehmen auch Onega am Weißen Meer ein.

Seekrieg
Nordsee: Flight-Unterleutnant Culley startet erfolgreich in einer Sopwith Camel von einem Leichter, der vom Zerstörer Truculent geschleppt wird.
Alliierte und neutrale Schiffsverluste im Juli 1918: 95 Schiffe (37 britische mit 202 Menschenleben) mit zusammen 259.901 Tonnen (britische 165.449t). Die deutsche U-Boot-Zahl gibt 113 Schiffe mit 280.820t an, davon 39 Schiffe mit 76.864t im Mittelmeer (10 Schiffe mit 235t durch österreich-ungarische Boote); 6 U-Boote wurden versenkt.

Heimatfronten
Großbritannien: Die Kohleförderung des Monats ist mit 15.760.000 t aufgrund der Grippeepidemie die niedrigste bisher. Sir Charles Fielding neuer Generaldirektor für die Lebensmittelproduktion, nachdem Lord Lee am 22. Juli zurückgetreten war.


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Quellenangaben und Literatur

Der I. Weltkrieg – Eine Chronik (Ian Westwell)
Chronicle of the First World War, 2 Bände (Randal Gray)


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