05-1918, Mai 1918


Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für Mai 1918.

Deutsche Sturmtruppen Chemin des Dames
Deutsche Sturmtruppen überqueren während des Vormarsches gegen den Chemin des Dames eine improvisierte Brücke.

Mai 1918

Seiteninhalt:

Schlagzeilen vom Mai 1918:

Deutsche Truppen besetzen Sewastopol und beschlagnahmen einen Teil der Schwarzmeerflotte – FRIEDEN VON BUKAREST ZWISCHEN RUMÄNIEN UND DEN MITTELMÄCHTEN – Britischer Block-Angriff auf Ostende – Zur Überraschung der Gewerkschaften treten 40.301 Munitionsarbeiter in Paris in einen Streik gegen den Krieg – FINNISCHER BÜRGERKRIEG ENDET – Vehip Pascha nimmt die türkische Offensive wieder auf und besetzt Aleksandropol (Armenien) – Alle Männer, die 1898 oder 1899 geboren wurden, werden in Großbritannien einberufen – Erster britischer Vergeltungsschlag gegen eine deutsche Stadt – Größter, letzter und verlustreichster Angriff auf London durch Bomber – Trotzki befiehlt die Entwaffnung der tschechischen Legion – DRITTE SCHLACHT AN DER AISNE – Schlacht von Cantigny – ARMENIEN ERKLÄRT SEINE UNABHÄNGIGKEIT – DIE DEUTSCHEN NEHMEN SOISSONS – Deutsche Truppen erreichen wieder den Fluss Marne – Schlachtfeld-Debüt des französischen leichten Panzers Renault FT-17

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Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 1. Mai 1918:

britische Geschützfabrik
In einer britischen Geschützfabrik in Coventry.

Heimatfronten
Großbritannien: Durchschnittlicher Nahrungsmittel-Verkaufspreis 107 %, was etwa dem März-Stand entspricht. Neuer Kriegspensions-Erlass herausgegeben. Anglo-australische Zink-Vereinbarung für 250.000 t pro Jahr für die Dauer des Krieges plus 1 Jahr. Im Mai Rekord-Geschützproduktion: 1.750 Stück mit 1.275 Lafettenwagen.
Frankreich: 35.000 Rüstungsarbeiter streiken am 1. Mai in Saint Étienne und Umgebung.
Osmanisches Reich: Erste Kriegsanleihen in Konstantinopel (bis zum 31. Mai und bis 30. Juni außerhalb) bringen 17,8 Millionen türkische Pfund ein.
Deutschland: Im Mai wird der Ludendorff-Fond für Kriegsverwundete eingerichtet.
Ungarn: Generalstreik, Märsche und Kundgebungen in vier Städten trotz Verbot.

Ostfront
Südrussland: Deutsche Truppen besetzen Sewastopol und beschlagnahmen einen Teil der Schwarzmeerflotte. Hoffmann schreibt in sein Tagebuch über Schwierigkeiten bei der Rückführung österreich-ungarischer und deutscher Kriegsgefangene sowie 3-4 Millionen baltischer und polnischer Flüchtlinge. Im Mai werden 2 deutsche Divisionen an die Westfront verlegt (bis 10. Mai).
UdSSR: Lenin spricht auf der ersten Maifeierkundgebung auf dem Roten Platz und nimmt an einer Flugschau teil.
Finnland: Mannerheim hält die Siegesparade in Viborg ab.

Seekrieg
Südatlantik: Im Mai wird ein brasilianisches Geschwader aus 2 Kreuzern, 4 Zerstörern und einem Tender in die europäischen Gewässer entsandt, aber eine Krankheit unter der Mannschaft zwingt zu einem Stopp in Sierra Leone und verzögert ihre Ankunft.
Adria: Die Österreicher unterdrücken eine geplante Verschwörung auf Tb80 in Pola.
Deutschland: Im Mai wird der seit Januar umgebaute leichte Kreuzer Stuttgart für den Einsatz von 3 Wasserflugzeuge auf Davits fertiggestellt.
Großbritannien: Das letzte von 44 P-Booten (Patrouillenboote) wird fertiggestellt, welche seit Oktober 1915 gebaut wurden. Sie werden von der Dover-Patrol sowie von den Kommandos in Portsmouth und Nore eingesetzt.

Luftkrieg
Belgien: Im Mai bombardiert die RAF Zeebrügge mit 32 Tonnen Bomben (und am 2., 6. und 12. Mai, mit Ostende am 22. Mai), mit den Schleusentoren als Ziel. Die Docks von Brügge werden auch am 25. Mai mit 36 ​​Tonnen Bomben angegriffen.
Großbritannien: Im Mai Erstflug des Super-Handley Page V/1500 ‚Berlin-Bomber‘ bei Belfast, welcher aber im Juni abstürzt. Ein zweiter Prototyp wird Mitte Oktober getestet und 3 von 255 bestellten Bombern sind in Norfolk (166. Squadron) am Tag des Waffenstillstandes bereit.
Nordsee: Blackburn Kangaroos der 246. Squadron (Staffel) vom Royal Navy Aviation Service in Seaton Carew (Tees) fliegen 600 Stunden auf Anti-U-Boot-Patrouillen vom 1. Mai bis 11. November, wobei 12 U-Boote gesichtet und 11 angegriffen werden.
Saloniki: RAF-Flugzeuge bombardieren bulgarische Flugplätze im Vardar-Tal.
Palästina: 2 Flugzeuge der 1. australischen Staffel werden in der Nähe von Amman zu Notlandungen gezwungen und von ihren Besatzungen verbrannt. 1 deutscher Angriff im Tiefflug am 4. Mai.
Westfront: Anfang Mai erreichen die ersten neuen Fokker DVII die Jastas in größeren Stückzahlen, insgesamt 828 bis zum 31. August. Die Deutschen haben nun 2.551 Piloten an der Front.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 2. Mai 1918:

Deutsche Soldaten nehmen verdächtige Bolschewiki fest.
Deutsche Soldaten nehmen verdächtige Bolschewiki fest.

Ostfront
Don: Die Kosaken schicken dem deutschen Kaiser ein Telegramm mit der Bitte um Hilfe gegen die Bolschewiken.
Finnland: Die Rote Westarmee bricht zusammen; 20.000 Kriegsgefangene und 50 Kanonen und 200 MGs erbeutet.

Südfronten
Italien: Fochs Autorität als alliierter Oberbefehlshaber erstreckt sich nun auch auf die italienische Front.

Seekrieg
Atlantik: Ein U-Boot versenkt den Truppentransporter Tuscania (211 von 2.400 Mann US-Truppen kommen ums Leben) 10 km nördlich von der Rathlin-Insel.
Ärmelkanal: In der britischen Dover-Sperre sinkt das Küsten-U-Boot UB 31 und am 8. Mai auch UC 78.

Heimatfronten
Deutschland: Der preußische Landtag stimmt mit 235 zu 183 gegen das gleichberechtigte Wahlrecht für Frauen. Gleichberechtigungs-Veranstaltungen werden am 25. Mai verboten.
USA: Der Bundesstaat Montana verbietet den Deutschunterricht und Lehrbücher. Die Hälfte aller Bundesstaaten schränkt ebenfalls bis zum Sommer die deutsche Sprache ein, viele Bücherverbrennungen.



Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 3. Mai 1918:

Formation von D.H.4
Eine Formation von D.H.4 im Flug.

Luftkrieg
Deutschland: Airco D.H.4-Bomber der 55. Squadron beschädigen Waren, Schienenabschnitte der Eisenbahnstation und rollende Güter bei Thionville heftig.
Westfront: Die RAF meldet 36 abgeschossene deutsche Flugzeuge; die Deutschen melden den Verlust von 22 für 33 abgeschossene alliierte Flugzeuge an.

Westfront
Somme: Deutsche Artillerie verfeuert 10.000 Schuss (15 Tonnen) Senfgas auf die 1. US-Division gegenüber von Cantigny, wobei 693 Mann vergast werden, darunter 4 Tote.
Frankreich: Generalmajor James W. McAndrew wird Generalstabschef des AEF (American Expedition Force).

Ostfront
Finnland: Weiße Truppen besetzen Kouvola. Die Weißen Minister treffen Mannerheim in Haapamäki.

Naher Osten
Palästina: Allenby befiehlt den Rückzug von Es Salt (bis zum 4. Mai). Die britischen Truppen gehen zurück über den Jordan, abzüglich der 1.649 Mann Verluste, aber mit 981 Kriegsgefangenen und 29 erbeuteten MGs. Die Eisenbahn des EEF reicht nun bis Beersheba.
Georgien: Die britische Militärmission verlässt Tiflis in Richtung Wladikawkas.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 4. Mai 1918:

deutsche 38-cm-Kanone in Eisenbahnlafette
Eine deutsche 38-cm-Kanone in Eisenbahnlafette beim Abschuss.

Westfront
Flandern: Alliierte Stellungen bei Locre und die südlichen Abschnitte bei Ypern werden von deutscher Artillerie heftig beschossen.

Ostfront
Österreich-Ungarn: Beamte beschlagnahmen die deutschen Lebensmittellieferungen aus Rumänien und der Ukraine.
Russland: Russisch-ukrainischer Waffenstillstand in Kovenevo unterzeichnet.
Sibirien: Der Sowjet von Novonikolayevsk verhaftet den tschechischen Hauptmann Gajda.
Finnland: Weiße Truppen nehmen Kotka mit 3 Roten Evakuierungsschiffen (4.000 Kriegsgefangene, 3B Kanonen und Mörser, 50 MGs).

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: Der Kaiser schließt den Reichsrat.
Frankreich: 440 Renault FT-17 Panzer ausgeliefert, aber nur 216 bei Einheiten.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 5. Mai 1918:

Gefallene britische MG-Mannschaft
Gefallene britische MG-Mannschaft an der Somme.

Westfront
Artillerieduelle und weit verbreitete Scharmützel.
Frankreich: Foch befiehlt seinen Armeekommandanten und darüber, nicht Gelände für die Verteidigung in der Tiefe aufzugeben.
Somme: Britischer Vorstoß in Morlancourt zwischen Ancre und Somme.

Ostfront
UdSSR: Trotzki stimmt ‚grundsätzlich‘ zu, die tschechische 2. Division (noch westlich von Omsk) über Archangelsk umzuleiten.
Finnland: Die letzten Roten Garden kapitulieren im Kymi-Tal: 9.000 Kriegsgefangene, 57 Kanonen und 120 MGs. Etwa 280 Rote werden bis zum 15. Mai – trotz gegenteiliger Befehle – erschossen.

Afrika
Mosambik: Rosecol-Truppen übernehmen von der Pamforce den Vormarsch. Gefecht von Nanungu in den Kireka-Bergen (50 Kilometer westlich von Koronje und 260 km südlich vom Malawisee): Lettow-Vorbecks 404 Mann (107 Verluste) schlagen ca. 800 Mann der Kings African Rifles (KAR) des NRFF (ca. 211 Mann Verluste, einschließlich 106 Kriegsgefangene), aber beide Seiten ziehen sich während der Nacht bis zum 8. Mai zurück.

Seekrieg
Nordsee: Ein U-Boot versenkt die britische Schaluppe HMS Rhododendron.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 6. Mai 1918:

Britische Grabenausrüstung
Britische Ausrüstung für Grabenüberfälle: Nagelknüppel, No.2 Mk.I Granate, ‚kugelsichere‘ Weste, Mills-Handgranate, Webley-Revolver.

Südfronten
Saloniki: Grabenüberfall durch eine britische Kompanie (81 Verluste) in der Nacht vom 6./7. Mai westlich des Doiran-Sees, welche Körperpanzerung einsetzen und einen Bunker hochsprengen.

Westfront
Flandern: Deutsche Soldaten überfallen französische Stellungen südlich von Locre.
Aisne: 3 britische Divisionen werden in die Frontlinie ‚zur Erholung‘ eingeschoben (bis zum 15. Mai).

Ostfront
Südrussland: Hoffmanns Tagebuch ‚… OHL und Eichhorn treiben die Ukraine wieder in die Arme von Groß-Russland‘. Russische Schiffe beschießen deutsche Truppen in Mariupol am Asowschen Meer. General Hallers Polen kämpfen in Kaniow gegen deutsche Truppen. Denisows anti-sowjetische Kosaken erobern Novocherkassk, werden durch Drozdovskis 900 Weiße Truppen am 8. Mai verstärkt und rufen am 11. Mai den Krug (Versammlung) zur Rettung des Don-Gebiets ein.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 7. Mai 1918:

Frieden von Bukarest
Unterzeichnung des Frieden von Bukarest.

Ostfront
FRIEDEN VON BUKAREST ZWISCHEN RUMÄNIEN UND DEN MITTELMÄCHTEN: Bulgarien erhält alle 1913 verlorenen Gebiete zurück, die Mittelmächte kontrollieren die Donaumündung, 1/3 der rumänischen Armee wird sofort demobilisiert; unbefristete militärische Besetzung (Mackensen als Oberbefehlshaber am 11. Mai bestimmt).

Westfront
Starke Regenfälle an den Fronten in Flandern, Artois und an der Somme. Das kanadische Korps wird in die Reserve zurückgezogen (bis 15. Juli); 5.690 Verluste seit dem 21. März, obwohl nur die kanadische Kavallerie-Brigade an der Hauptschlacht beteiligt war.

Geheimkrieg
UdSSR: Sidney Reilly (MI1C) kommt in Moskau an und versucht, Lenin zu treffen.

Naher Osten
Mesopotamien: General Cayley besetzt das brennende und von Hungersnöten heimgesuchte Kirkuk bis zum 8. Mai, zusammen mit 600 kranken türkischen Soldaten und 3 beschädigten Flugzeuge. Wegen Versorgungsschwierigkeiten muss die Stadt zwischen dem 11. und 24. Mai zusammen mit 1.600 Flüchtlingen wieder von den Briten geräumt werden.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 8. Mai 1918:

schweren britischen strategischen Bomber vom Typ Handley-Page 0/400
Die ersten schweren britischen strategischen Bomber vom Typ Handley-Page 0/400 im Flug. Sie kommen aber zu spät, um noch viele Einsätze vor dem Waffenstillstand zu sehen.

Luftkrieg
Großbritannien: Trenchard übernimmt das Kommando über eine unabhängige Luftstreitmacht zur Bombardierung Deutschlands.
Saloniki: 6 RAF-Flugzeuge werfen 2.000 kg Bomben in insgesamt 72 Einsätzen auf den bulgarischen Flugplatz bei Drama ab, 24 Flugzeuge bombardieren Bahnhöfe und Lager am 13. bis 14. Mai; 27 Flugzeuge bombardieren den Flugplatz von Hudova (wiederholt am 21., 23., 29. und 30. Mai); wahrscheinlich wurden 8 bulgarische Flugzeuge im Mai abgeschossen.

Ostfront
Südrussland: Deutsche Truppen besetzen Rostow am Don.
UdSSR: Die Rote Armee bildet einen Generalstab unter Lenins Freund Generalmajor Bonch-Bruevich mit 5 Fronten (Armee-Gruppen).

Seekrieg
Mittelmeer: Die britische Konvoi-Schaluppe Wallflower versenkt das Veteranen-Unterseeboot U 32 mit Wasserbomben bei einem Angriff auf einen Geleitzug 65 km nordwestlich von Malta.
Adria: 4 österreich-ungarische Zerstörer gelingt es nicht in der Nacht vom 8./9. Mai einen Landungstrupp abzusetzen, um die an der Küste verlaufende Eisenbahnstrecke nördlich von Pescara zu überfallen.

Politik
Nicaragua: Die Regierung erklärt Deutschland und Österreich-Ungarn den Krieg.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 9. Mai 1918:

Capitaine Rene Fonck
Capitaine Rene Fonck ist ein Meister des Ablenkungsschießens und bekannt für sparsamen Munitionsverbrauch, welcher schon unheimlich anmutet. Die offizielle Anzahl der Luftsiege des bedachten und analytischen Jagdfliegers war am Ende des Krieges 75, aber persönlich behauptete er 127 Abschüsse erzielt zu haben.

Luftkrieg
Westfront: Das französische Flieger-Ass Fonck zerstört in 5 Minuten und 50 Sekunden mit seiner Spad XIII 6 deutsche Flugzeuge (ebenfalls nochmals am 26. September) über der Somme mit nur 52 Schuss aus seinen Maschinengewehren.
Frankreich: Der Oberste Kriegsrat der Alliierten diskutiert zum ersten Mal über Strategien für den Luftkrieg. 3 von 4 Gigant-Bomber, welche Ziele an der Küste angegriffen haben, werden bei Bruchlandungen im Nebel zerstört.

Westfront
Flandern: Deutsche Angriffe im Abschnitt von La Cytte-Voormezeele.
Somme: Französischer Erfolg bei Grivesnes, nordwestlich von Montdidier.

Südfronten
Piave: Leutnant Carlo Sabatini und 4 Arditi führen italienische Truppen auf den Mt. Corno im Vallarsa-Tal, nehmen 100 Kriegsgefangene und halten ihn am 11. Mai gegen Gegenangriffe.

Seekrieg
Ärmelkanal: Der Truppentransporter Queen Alexandra rammt und versenkt das Küsten-U-Boot UB 78 nördlich von Cherbourg.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 10. Mai 1918:

deutsche 17-cm-Schnell-Ladekanone L/40
Eine deutsche 17-cm-Schnell-Ladekanone L/40, wie sie u.a. zur Verteidigung von Ostende verwendet wird.

Seekrieg
Nordsee: Britischer Block-Angriff auf Ostende (49 Mann Verluste, 3 Victoria Cross vergeben) in der Nacht vom 9. zum 10. Mai. Der mit Beton beladene, verschlissene Kreuzer Vindictive wird in der Hafeneinfahrt versenkt, aber nur in einem Winkel von 25° Grad zum Pier.
Ostatlantik: 6 U-Boote versuchen Geleitzüge bis zum 25. Mai anzugreifen, aber nur 2 sind erfolgreich und 30 Geleitzüge passieren das Gebiet der Gruppe.
Großbritannien: Geddes schlägt dem italienischen Botschafter Imperiali einen alliierten ‚Admiralissimo‘ im Mittelmeer vor, z.B. Jellicoe, um Differenzen wie bei den Landstreitkräften zu regeln. Lloyd George schickt an Clemenceau dazu am 13. Mai ein Telegramm und es folgt ein englisch-französisches Abkommen am 17. Mai, aber das Schema scheitert auf dem Obersten alliierten Kriegsrat am 2. Juni aufgrund wiederholter italienischer Einwände.

Luftkrieg
Belgien: 7 Handley-Page-Bomber (1 verloren) bombardieren Ostende zur Unterstützung des Überfalls der Royal Navy.
Nordsee: Der Zeppelin L 62 explodiert nach einem Angriff durch ein britisches Flugboot.

Westfront
Somme: Britische Truppen nehmen Gräben in der deutschen Frontlinie nordwestlich von Albert ein.
Argonnen: 1.000 deutsche Gas-Projektoren verfeuern 8 Tonnen Phosgen auf französische Stellungen, wobei 187 Mann vergast werden (darunter 20 Tote).
Maas: Deutscher Gasangriff mit 500 Projektoren auf die 26. US-Division im Abschnitt von St. Mihiel-Toul.
Lothringen: Deutscher Gasangriff mit 1.000 Projektoren auf französische Truppen nördlich von Parroy.

Naher Osten
Mesopotamien: Die 6. Indische Kavallerie-Brigade, Panzerwagen und 24 Ford-Lkws treiben die türkische 2. Division nördlich des Flusses Kleiner Zab zurück, 115 Kilometer von Mosul entfernt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 11. Mai 1918:

 U-Kreuzer 'U 154'
Der U-Kreuzer ‚U 154‘ war ursprünglich als Transport-U-Boot gebaut worden und erhielt später Torpedorohre und zwei 15-cm und zwei 8,8-cm-Geschütze.

Seekrieg
Ostatlantik: Das britische U-Boot E35 torpediert und versenkt U 154, 240 Kilometer vor Kap St.Vincent.

Naher Osten
Hedschasbahn: Arabische reguläre Truppen mit Unterstützung durch 3 RAF-Flugzeuge erobern die Jerdun-Station zusammen mit 140 Kriegsgefangenen. Ein weiterer Angriff am 17. Mai wird durch das Eintreffen eines türkischen Zuges mit Truppen abgebrochen. Nasir zerstört 2 weitere Eisenbahnstationen weiter nördlich am 23. und 24. Mai ohne Verluste. Teilweise arabische Erfolge gegen Eisenbahnbrücken 130 km nordwestlich von Medina am 23. Mai.
Persien: Dunsterville schickt ein Telegramm an Bagdad, dass Bakus Besitznahme möglich sei und verlässt Hamadan um Kazvin und Teheran vom 12. bis 18. Mai zu besuchen.
Armenien: Die Friedenskonferenz wird in Batumi fortgesetzt, nachdem die türkischen Delegierten am 6. Mai angekommen waren. Diese fordern am 14. Mai die Räumung von Aleksandrow innerhalb von 24 Stunden. Ludendorff erhält vom Kanzler die Erlaubnis, einige Bataillone von der Krim in den Kaukasus zu schicken.

Luftkrieg
Westfront: Erstes ‚Liberty-Flugzeug‘ (eine in den USA gebaute D.H.4) erreicht die amerikanischen Expeditionstruppen AEF.
Adria: Erster von 12 RAF-Angriffen auf Cattaro (nur 4 österreich-ungarische Phoenix-Jäger dort und die Italiener bombardieren es am 12. Mai auch) und 7 auf Durrazo (bis zum 31. August). Der U-Boot-Befehlshaber im deutschen Stützpunkt bei Cattaro fordert daraufhin 2 Staffeln deutscher Jäger an.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 12. Mai 1918:

Top-As der britischen Jagdflierger 'Mick' Mannock
Das Top-As der britischen Jagdflieger ‚Mick‘ Mannock bringt es bis zum Waffenstillstand auf 73 Luftsiege, obwohl er ein Auge verloren hatte.

Luftkrieg
Westfront: Mannocks SE5a-Kette der 74. Squadron (Staffel) zerstört 6 aus einer Gruppe von 8 deutschen Jägern. Mannock erzielt im Mai über 20 Luftsiege, darunter 3 Pfalz-Jäger und einen Hannover-Zweisitzer am 21. Mai.

Seekrieg
St.-Georg-Kanal: Das Passagierschiff und Truppentransporter Olympic (46.000 t) der White-Star-Linie rammt und versenkt U 103, nachdem dieses 4 anderen U-Booten mitgeteilt hatte, den Konvoi abzufangen. Das Küsten-U-Boot UB 72 wird dabei durch das britische Unterseeboot D4 versenkt.
Ostatlantik – ‚Invasion von St. Kilda‘: U 19 (Spiess) beschießt auf der abgelegenen westschottischen Insel die einzige Siedlung und setzt einen bewaffneten Landungstrupp an Land, um Schafe zu erschießen.
Adria: Italienische Zerstörer versenken einen Transporter aus einem österreich-ungarischen Konvoi vor Durazzo.
Mittelmeer: Der b​ritische Truppentransporter Omrah wird durch ein U-Boot vor Kap Spartivento (Sardinien) versenkt. Die Transporter Leasowe Castle (99 Tote am 26. Mai) und Missir (44 Tote am 29. Mai) werden ebenfalls vor Alexandria versenkt.

Politik
Deutschland: Kaiser Wilhelm II. und Kaiser Karl unterzeichnen den österreichisch-deutschen Waffenbund in Spa, einschließlich der wirtschaftlichen Zusammenarbeit vor allem in der Ukraine. Karl stimmt einer Großoffensive in Italien zu und ein Entwurf von Karls ‚Gang nach Canossa‘ verlängert den politischen Vertrag bis zum 1. Januar 1940.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 13. Mai 1918:

Italienisches Grillo-Motortorpedoboot.
Italienisches Grillo-Motortorpedoboot mit Kettenlaufwerken.

Seekrieg
Adria: Das mit zusätzlichen Kettenlaufwerken – wie bei einem Panzer – ausgerüstete italienische Grillo-Motortorpedoboot klettert in der Nacht vom 6./7. Mai in den österreich-ungarischen Kriegshafen Pola, wird aber entdeckt und versenkt sich selbst. Es wird später von den Österreichern gehoben, welche mit dem Bau von zwei ähnlichen Fahrzeuge beginnen, die aber bis zum Waffenstillstand nicht mehr fertig werden. Ein erstes Paar der italienischen ‚Grillo‘-Boote musste sich bereits am 13. April selbst versenken. Ein Überfall mit MAS-Booten auf Triest in der Nacht vom 14./15. Mai scheitert ebenfalls.
Der britische Zerstörer Phoenix wird durch das österreich-ungarische U-Boot U 27 in der Otranto-Strasse versenkt.
Schwarzes Meer: Auf Befehl Moskaus laufen 14 sowjetische Zerstörer von Sewastopol nach Novorossisk aus und entkommen den Deutschen unter Beschuss, zusammen mit 4 weiteren Zerstören und 2 Schlachtschiffen in der Nacht vom 14. Mai. Die Deutsche besetzten aber die Vor-Dreadnoughts und kleinere Schiffe, einschließlich des ehemaligen türkischen Kreuzers Medjidieh.

Luftkrieg
Italienische Front: 11 österreich-ungarische Flugzeuge zerstört.

Heimatfronten
Frankreich: Zur Überraschung der Gewerkschaften treten 40.301 Munitionsarbeiter in Paris in einen Streik gegen den Krieg. Am 14. Mai sind es bereits 105.131 in 53 Fabriken. Die Regierung verhängt eine Nachrichtensperre, bis sich die Lage am 21. Mai wieder beruhigt.
USA: Kriegs-Arbeits-Planungsamt eingesetzt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 14. Mai 1918:

 tschechische Legion in Russland
Die tschechische Legion übernimmt die Kontrolle über die transsibirische Eisenbahnverbindung.

Ostfront
Sibirien: Die tschechische 1. Division stößt zunächst mit den Bolschewisten in Tscheljabinsk (östlich des Urals) zusammen und besetzt dann die Stadt.
UdSSR: Lenins Bericht über die Außenpolitik an das Zentrale Exekutivkomitee der Bolschewistischen Partei und den Moskauer Sowjet.
Baltikum: Eine Proklamation von Kaiser Wilhelm II. erklärt Litauen zu einem freien Staat und Verbündeten von Deutschland.

Westfront
Somme: Deutscher Angriff auf einem 1,6 Kilometer breiten Frontabschnitt südwestlich von Morlancourt; Gegenangriff durch australische Truppen.

Heimatfronten
Kanada: Der Premierminister weigert sich, den Antrag auf Freistellung von Söhnen von Bauern von der Einberufung zur Wehrpflicht zu genehmigen und so werden 10.226 bis zum 22. November eingezogen.
Großbritannien: Obligatorisches Training in der Anti-U-Boot-Kriegsführung für Offiziere der Handelsmarine eingeführt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 15. Mai 1918:

Britische 8-inch BL-Haubitze
Britische 8-inch BL-Haubitze im Gefecht bei Wagonlieu im Mai 1918.

Westfront
Artillerieduelle (bis 16. Mai) und Scharmützel.
Somme: Der 1. US-Division wird befohlen, Cantigny einzunehmen.
Aisne: 28 deutsche Sturmdivisionen mit 1.800 Zügen gegenüber dem Chemin des Dames zusammengezogen.

Ostfront
FINNISCHER BÜRGERKRIEG ENDET, als die Weißen Truppen in das geräumte und demolierte russische Fort Ino einrücken.
Wolga: Anarchisten und Sozialrevolutionäre (russische Bauern-Partei) demonstrieren in Zarizyn.

Naher Osten
Armenien: Vehip Pascha nimmt die türkische Offensive wieder auf und besetzt Aleksandropol.
Mesopotamien: Die Briten stoppen die Erkundung von Fat-ha, 75 km nördlich von Tikrit.

Heimatfronten
Frankreich: Bonnet-Rouge-Prozess endet mit der Verurteilung von Herausgeber Duval zum Tode (hingerichtet 17. Juli) wegen der Annahme von ca. 40.000 Britischen Pfund von den Deutschen.
Großbritannien: Exporte in die USA brauchen nun die Zustimmung der britischen Kriegsmission.
Italien: G. Villa ersetzt General Dallolio (zurückgetreten) als Munitionsminister.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 16. Mai 2018:

Deutsche Truppen in der Ukraine
Deutsche Truppen in der Ukraine.

Ostfront
UdSSR: Revolte in der Roten Armee in Saratow an der Wolga.
Südrussland: General Krasnow wird zum Ataman der Don-Kosaken gewählt und ersetzt Popow. Er sucht Waffen und Anerkennung von den Deutschen in der Ukraine und erhält bis Juli 15 Millionen Rubel, 12.000 Gewehre, 46 Kanonen und 89 MGs.
Österreich-Ungarn: Kaiser Karl löst Feldmarschall Böhm-Ermolli wegen zu enger Zusammenarbeit mit den Deutschen ab, General Krauss aus Italien übernimmt die Ostarmee.
Finnland: Mannerheim führt 16.000 Mann Weiße Truppen in einer Siegesparade durch Helsinki an, die Deutschen sind nur Beobachter.

Luftkrieg
Deutschland – Luftkampf über Saarbrücken: 12 D.H.4 (1 abgeschossen, Besatzung getötet) schießen 3 deutsche Jagdflugzeuge ab. Direkttreffer auf Bahnziele mit 61 Toten.
Westfront: Die französische Aviation Res wird zur 1. Luft-Division umbenannt, unter General Duval, welcher direkt Petain untersteht.

Heimatfronten
Großbritannien: Strafen auf übermäßige Gewinne beim Verkauf von Lebensmitteln.
USA: Der Sedition Act ersetzt das Spionagegesetz von 1917, wobei harte Strafen für Beleidigung der USA vorgesehen sind. Der Overman Act erweitert die präsidiale Macht im Krieg am 20. Mai.
Österreich-Ungarn – Spezieller Nationalitäten-Kongress in Prag: Rechte tschechische Christdemokraten fordern die Unabhängigkeit im Rahmen einer Bundesmonarchie am 22. Mai.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 17. Mai 1918:

F.E.2b
Eine F.E.2b bereitet sich auf einen Nachteinsatz vor.

Luftkrieg
Deutschland: Der Hauptbahnhof Metz-Sablon, Güterschuppen und ein Zug werden von 12 D.H.4 der 55. Squadron getroffen (ca. 90 Opfer). Später in der Nacht vom 17./18. Mai greifen 1 Handley Page und 10 F.E.2 (2 verloren) Thionville – wobei großer Schaden entsteht und es 35 Opfer gibt – sowie Metz-Sablon an.

Seekrieg
Westliches Mittelmeer: Die französische Konvoi-Eskorte Ailly versenkt mit Geschützfeuer vor Sardinien UC 35, welches zuvor 42 Schiffe mit 65.569 t zerstört hatte. Die Deutsche glauben, das U-Boot ist einem Q-Schiff (U-Boot-Faller) zum Opfer gefallen.

Heimatfronten
Irland: Etwa 150 Sinn-Fein-Führer werden in der Nacht vom 17./18. Mai wegen der Planung einer Verschwörung verhaftet. Nur Michael Collins und Cathal Brugha entkommen, aber keine Strafverfolgungen.
Großbritannien: Alle Männer, die 1898 oder 1899 geboren wurden, werden einberufen. Der obligatorische fleischlose Tag wird abgeschafft. Der Präsident des Board of Trade schätzt, dass die Hälfte der Industrie in der Kriegswirtschaft beschäftigt ist, die Produktion sich aber unter dem Niveau der Vorkriegszeit befindet.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 18. Mai 1918:

HMS Empress
Der Wasserflugzeug-Träger ‚HMS Empress‘.

Seekrieg
Westlicher Mittelmeerraum: Nachdem es von einem Wasserflugzeug des Trägers Empress, welcher einen Konvoi sicherte, schwer beschädigt wurde, wird U 39 gezwungen in Cartagena (Spanien) einzulaufen, wo es für die restliche Dauer des Krieges interniert wird (ebenfalls UC 56 in Santander am 24. Mai). Der französische Zerstörer Catapulte sinkt bei einer Kollision mit dem britischen Frachtschiff Warrimoo vor Bone, Algerien.

Luftkrieg
Deutschland – Erster britischer Vergeltungsschlag gegen eine deutsche Stadt: 33 Bomben aus 6 D.H.4 der 55. Squadron töten 110 Menschen in Köln und es gibt einige Paniken in den Straßen, sowie erhebliche Gebäudeschäden im Wert von geschätzten 340.000 Reichsmark. Beim Rückflug wehren sie zwei Formationen von deutschen Flugzeugen ab und schießen zwei Jäger ab.
Adria: Luftkämpfe zwischen österreich-ungarischen und italienischen Wasserflugzeugen westlich von Pola.

Westfront
Somme: Australische Truppen erobern Ville-sur-Ancre und nehmen 360 Kriegsgefangene in der Nacht vom 18. auf den 19. Mai.

Naher Osten
Mesopotamien: Der Chef des britischen Generalstabes stimmt zu, die Tigris-Operationen bis Mitte September zu verschieben und die Eisenbahnverbindung soll bis nach Tikrit verlängert werden.
Armenien: Die türkische 12. Division greift südlich des Flusses Aras gegen General Silikovs 6.000-7.000 Armenier mit 28 Kanonen bis zum 19. Mai an, besetzt Igdir, während die 5. Division zwei Pässe an der Tiflis-Straße am 19. Mai erobert.

Heimatfronten
Irland: Lord Frenchs Proklamation behauptet eine pro-deutsche Verschwörung (Blaubuch der Regierung am 24. Mai).
Frankreich: Metallarbeiter streiken ‚bis zum Frieden‘ (bis zum 28. Mai) im Departement Loire. 3 Infanterie-Bataillone, 9 Kavallerie-Schwadronen, 560 Gendarmen bei den hauptsächlich friedlichen Protesten im Einsatz, bis am 23. Mai ein Polizist verletzt wird. Clemenceaus Stellvertreter Barnier trifft am 24. Mai ein und 43 Gewerkschaftsführer werden in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai festgenommen und 73 Arbeiter zum Militär eingezogen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 19. Mai 1918:

Nachtangriff London Mai 1918
In dieser Nacht findet der letzte große Luftangriff auf England statt, als 28 G- und 3 R-Typ-Bomber London angreifen. Bei Nacht eingesetzte Sopwith Camel und S.E.5a schießen zusammen mit der Flak sechs der Angreifer ab.

Luftkrieg
Großbritannien – Größter, letzter und verlustreichster Angriff auf London durch Bomber: 28 von 38 gestarteten Gotha (6 verloren, 1 Bruchlandung) und 3 Gigant-Bomber mit 600 Bomben (14,3 Tonnen) verursachen in der Nacht vom 19./20. Mai innerhalb einer Stunde 226 Opfer. Flakfeuer zerstört 2 Gothas, 88 Abfangeinsätze führen zum Abschuss von 3 weiteren Gothas bei 11 Kontakten.
Frankreich: Schwere deutsche Luftangriffe auf Eisenbahnen und Munitionslagern (12.500 Tonnen Munition bis zum 22. Mai zerstört) durch Bogohl 6 (sowie am 20./21. Mai). Weitere 935 britische Soldaten werden verwundet und Krankenschwestern getötet oder verletzt als Gotha-Bomber (1 abgeschossen) in der Nacht vom 19./20. Mai den Hospital-Komplex anstatt die wichtige Eisenbahnbrücke von Etaples treffen. Der Angriff wird in der Nacht vom 30./31. Mai wiederholt, wobei es 47 Opfer gibt und ein Bogen der Brücke getroffen wird, aber diese bald wieder in Gebrauch ist. Nur kurze Unterbrechungen der Eisenbahn am 30. Juni und 24. Juli durch Luftangriffe.

Westfront
Frankreich: Fayolles Tagebuch ‚… immer noch Zwietracht zwischen Petain und Foch. Sie … sollten eigentlich … wie ein einziger Mann handeln.‘
Flandern: Britischer Überfall südwestlich von Meteren und nordwestlich von Merville (20. Mai). Ein französischer Angriff in der Nähe von Locre (Kemmel) fasst 400 Kriegsgefangene am 20. Mai.

Seekrieg
Irische See: Die US-Zerstörer Patterson und Allen versenken mit Wasserbomben das neue Küsten-U-Boot UB 119 westlich von Cardigan Bay.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 20. Mai 1918:

 italienisches Wasserflugzeug
Ein italienisches Wasserflugzeug kehrt zu seinem Stützpunkt zurück.

Luftkrieg
Adria: Britische Flugzeuge bombardieren Cattaro (und am 28. Mai); Italienische Wasserflugzeuge bombardieren Durazzo und die Insel Lagosta (besetzt am 4. November).

Ostfront
UdSSR: Trotzki befiehlt die Entwaffnung der Tschechen durch Festnahme oder Erschießen. Das Zentrale Exekutivkomitee der bolschewistischen Partei erklärt den Kulaken (reichen Bauern) den Krieg.
Finnland: Svinhufvud und General Goltz einigen sich auf eine Friedensarmee mit einer Stärke von 30.000 Soldaten nach deutschen Vorbild und die deutschen Truppen sollen im Land bleiben.

Heimatfronten
Großbritannien: Appell an die Reeder, zusätzliche Rettungsflöße auf ihren Schiffen bereitzustellen. Erster landwirtschaftlicher Mindestlohn tritt in Kraft.
Ungarn: 2.000 Soldaten (vor allem zurückgekehrte serbische Kriegsgefangene aus Russland) des 6. Infanterie-Regiments bei Pees meutern, als sie an die Front geschickt werden, besetzen das Arsenal und werden von bewaffneten Bergleuten unterstützt. Der Aufstand wird aber von 3 Honved-Regimentern unterdrückt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 21. Mai 1918:

Handley Page 400
Ein Handley Page 400 Bomber.

Luftkrieg
Deutschland: 7 Handley Page-Bomber (1 verloren) der 216. RAF-Squadron verursachen zwei Tage Werksschließung im Chemiewerk von Oppau (Mannheim) durch einen Direkttreffer auf die Gasleitung. In Karthaus werden Eisenbahnwerkstätten und Lokomotiven getroffen. 2 SVA-5 der italienischen 87. Squadriglia fotografieren die Zeppelin-Werke in Friedrichshafen auf einem 700-km-Rundflug. 13 F.E.2 der 100. Squadron verursachen Störungen beim Eisenbahnverkehr in Saarbrücken (21./22. Mai).
Westfront: Udet zum Kommandanten von Jasta 4 ernannt.
Großbritannien: Die Rumpler CVII von Drechsel und Foell fliegt unerkannt einen 600-Kilometer-Höhenflug zur Fotoaufklärung über London und kehrt sicher zum Stützpunkt Tournai zurück.

Ostfront
Ukraine: Bauernaufstände gegen Deutsche und Haydamak-Verbündete. Sovnarkom beginnt Friedensgespräche mit Hetman Skoropadski am 23. Mai.

Naher Osten
Armenien: Die türkische 36. und 9. Division werfen Nazarbekovs ca. 9.000 Armenier von der Amamll-Eisenbahnstation bis zum 22. Mai zurück. Antraniks 2.000 Armenier der Nachhut stellen sich vom 22. bis 23. Mai in der Nähe von Jelal-oglu zum Kampf.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 22. Mai 1918:

Billy Bishop prüft das Lewis-MG
Billy Bishop prüft das Lewis-MG, hier noch in seinem alten Nieuport-Jäger.

Luftkrieg+
Westfront: Das kanadische Flieger-Ass Bishop kehrt als Kommandeur der 85. Squadron (S.E.5, mit 3 amerikanischen Piloten) zurück und erzielt bis zum 19. Juni 27 weitere Luftsiege.
Frankreich: Ein einzelner deutscher Gotha-Bomber von 30 nach Paris geschickten Flugzeugen (sowie am 23. Mai) wirft 72 Bomben ab, welche 23 Opfer fordern.
Deutschland: 11 F.E.2 und 5 Handley Page Bomber greifen das Elektrizitätswerk von Kreuzwald an.

Afrika
Mosambik – Gefecht von Korewa (39 km südlich von Nanungu): Die Pamforce und King’s African Rifles des NRFF versäumen es, Hauptmann Kohl mit seinen Soldaten in den felsigen Hügeln einzuschließen, aber der Großteil seines Trosses wird erbeutet (60 Tote, darunter 11 Deutsche, 67 Granaten und 70.000 Kugeln).
Belgisch-Kongo: Die Katanga-Bahn (Bukama-Kapstadt) wird fertiggestellt.

Seekrieg
Nordsee: Ein britischer Luftangriff versenkt einen deutschen Zerstörer in Zeebrügge (Schleusentore am 2. Mai bombardiert).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 23. Mai 1918:

UB 52
‚UB 52‘ wird auf dem Rückmarsch nach Cattaro versenkt.

Seekrieg
Adria: Das britische U-Boot H4 versenkt das Küsten-U-Boot UB 52 65 km südlich von Cattaro.
Ärmelkanal: Der britische bewaffnete Hilfskreuzer Moldavia, welcher den Konvoi HC1 mit US-Truppen eskortiert (nur 64 Soldaten verloren), wird von einem U-Boot versenkt.

Ostfront
Großbritannien: Das Kriegskabinett beschließt, eine 560 Mann starke Militärmission nach Archangelsk zu entsenden, um Weiße Truppen zu trainieren und 600 Mann nach Murmansk zu schicken. Es entscheidet am 29. Mai, daß eine groß angelegte Intervention unvermeidlich ist.
UdSSR: Fabrik-Delegierte in Moskau rufen zum Streik gegen die Sowjetregierung auf.

Geheimkrieg
Russland: Lockhart schickt Savinkovs Plan an das Außenministerium, ‚alle bolschewistischen Führer in der Nacht der alliierten Landung zu ermorden und eine Regierung zu bilden … in Wirklichkeit eine Militärdiktatur‘.

Naher Osten
Armenien: Silikov erobert Sardarabad zurück und treibt die türkische 11. Division 50 km nach Norden bis zum 24. Mai, während andere armenische Einheiten die türkische Vorhut zurück nach Amamli abdrängen.

Politik
Costa Rica: Die Regierung erklärt Deutschland den Krieg.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 24. Mai 1918:

 deutscher Beute-Panzer Tank Mk IV
Ein deutscher Beute-Panzer Tank Mark IV rollt auf alliierte Linien zu.

Westfront
Großbritannien: Oberstleutnant J.F.C. Fuller vom Tank-Korps des BEF schreibt seinen ‚Plan für 1919‘ nieder, für den 4.992 Panzer angefordert werden, welche einen Massendurchbruch auf breiter Front erzwingen sollen. Haig erhält eine überarbeitete Version des Berichts am 21. Juli. Foch stimmt dem grundsätzlich 6. August zu.
Flandern: Gasbeschuss auf britische Truppen im Nieppe-Wald (Arnnentieres).
Aisne: 12 Panzer können von den deutschen Linien aus nicht den französischen ‚Bardooelles‘-Graben überqueren.

Ostfront
Nord-Russland: Generalmajor Poole landet in Murmansk, um die Nord-Russland-Expeditionsstreitmacht zu organisieren. Der US-Kreuzer USS Olympia tritt dort dem Geschwader der Royal Navy bei.

Luftkrieg
Deutschland: 8 Airco D.H.9 der 99. Squadron greifen die Thyssen-Hochöfen und die Eisen- und Stahlwerke Hagendingen an, wobei auch ein deutscher Jäger abgeschossen wird.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 25. Mai 1918:

Stellung in den Alpen 1918
Österreich-ungarische Stellung in den Alpen 1918.

Südfronten
Piave: Bersaglieri und Arditi überraschen mehr österreich-ungarische Stellungen am Capo Sile und wehren zwei Gegenangriffe in der Nacht 25. vom 26. Mai ab.
Trentino: Alpini-Angriff in der Tonale-Adamello-Region (westlich des Gardasee) mit der Wegnahme einer Linie von fünf Gipfeln, welche den oberen Val Carnonica beherrschen.

Ostfront
UdSSR: Erster Kongress der Volkswirtschaft in Moskau.
Sibirien: Die ca. 60.000 Mann der tschechischen Legion beginnen mit einer Revolte gegen die Roten.
Westrussland: In Dünaburg nehmen die Deutschen 60 Verschwörer fest.

Nhaer Osten
Armenien: Das armenische 2. Kavallerie-Regiment reitet eine erfolgreiche Attacke gegen türkische Truppen. Die Truppen von Dros halten Bas-Abaran Defile nördlich von Erevan am 29. Mai gegen das türkische 3. Regiment der 11. Division.
Südpersien: 1.600 Mann britischer Truppen (51 Verluste) mit 4 Geschützen besiegen Saulats 4.800 Stammesangehörige (geschätzte 600-700 Mann Verluste) bei Deh Shaikh, 18 km westlich von Shiraz und kehren dorthin am 27. Mai zurück.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 26. Mai 1918:

Mine Nordsee-Sperre 1918
Eine Mine, wie sie bei der Verlegung der Nordsee-Sperre 1918 verwendet wurde.

Seekrieg
Nordsee: Die 1. US-Minen-Schwadron (Kapitän Reg. Belkaps 19 Minenleger mit 5.530 Minen) kommt in Invergordon an, um bei der Nordsee-Minensperre in den nächsten 5 Monaten mit 57.000 US-produzierten Minen zu helfen, wobei etwa 5 % der Minen vorzeitig explodieren. Oft legte ein Minenleger in 3 1/2 Stunden seine Minen über eine Strecke von 70 km.
Nordsee: Die britische Grand Fleet kreuzt vor den Minenfeldern der Helgoländer Bucht, während die Harwich Force durch diese eindringt, aber es gibt keine deutsche Reaktion. Der Zerstörer Shakespeare läuft dabei auf Mine, kann aber vom Kreuzer Centaur zum Stützpunkt zurückgeschleppt werden.
Ärmelkanal: Die britische Patrouillen-Yacht Lorna versenkt mit Wasserbomben das Küsten-U-Boot UB 74 in der Lyme-Bucht.

Westfront
Aisne: 2 deutsche Kriegsgefangene verraten die Offensive für den nächsten Tag, woraufhin Duchenes Sechste Armee die überbewertete erste Linie ab 16:15 Uhr besetzt.

Naher Osten
Armenien – Schlacht bei Karakilise (bis 28. Mai): Nasarbekows Soldaten, von türkischen Truppen im Norden und Süden umgangen, entkommt über Bergpfade und deckrn Dellian von Westen her mit 5.000 Überlebenden (bis 29. Mai).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 27. Mai 1918:

Deutsche Sturmtruppen Chemin des Dames
Deutsche Sturmtruppen überqueren während des Vormarsches gegen den Chemin des Dames eine improvisierte Brücke.

Westfront
Aisne – DRITTE SCHLACHT AN DER AISNE (bis 6. Juni): Deutsche Blücher– und Yorck-Offensiven gegen die anglofranzösischen Streitkräfte am Chemin des Dames. Bruchmüllers 4.000-Kanonen-Beschuss auf dem 38 km langen Frontabschnitt ab 1:00 Uhr. Ab 03:40 Uhr greifen 25 deutsche Divisionen gegen 4 müde französische und 4 schwache britische Divisionen an der Aisne zwischen Soissons und Reims an, der Fluss wird in weniger als 6 Stunden erreicht. Die deutschen Truppen erobern Chemins des Dames und Craonne bei einem Rekordvorstoß von bis zu 20 Kilometer und zerstören 4 alliierte Divisionen. Das Kaiser-Wilhelm-Geschütz (Paris-Kanone) beschießt Paris (104 Granaten bis 11. Juni). 1 Million deutsche Granaten mit Phosgen und Diphenylchlorarosin werden gegen französische Truppen bis zum 5. Juni verfeuert, welche 4.980 Mann vergasen (71 Todesfälle).

Ostfront
Sibirien: Die Tschechen besetzen Tscheljabinsk und weigern sich, ihre Waffen in Pensa abzugeben. Sie nehmen am 28. Mai die Stadt (400 Mann Rote Verluste), räumen sie jedoch wieder am 31. Mai.
Finnland: Mannerheim tritt als Oberbefehlshaber wegen der zukünftigen Armeeorganisation zurück (übermäßiger deutscher Einfluss) und geht am 1. Juni nach Stockholm.

Naher Osten
Georgien: Unabhängige Republik in Tiflis ausgerufen unter deutschem Protektorat (Oberst Kress), die Trans-Kaukasische Föderationsregierung wird aufgelöst.
Aserbaidschan: Der Nationalrat der Tataren verkündet eine Republik.

Luftkrieg
Deutschland: 12 F.E.2 (1 verloren) von der 106. Squadron greifen das Kraftwerk von Kreuzwald und die Bahnlinie Metz-Sablon an. Eine F.E.2 muss hinter den deutschen Linien notlanden, aber der Besatzung gelingt es bis zum 30. Mai zu entkommen und sich wieder ihrer Staffel anzuschließen. 3 Handley Page Bomber greifen in der Nacht vom 27./28. Mai Mannheim und Kreuzwald an.
Westfront: JG1 und die 3. und 5. Jagdstaffel, sowie 14 Schlachtstaffeln, 23 Fliegerabteilungen und 2 Bombengeschwader unterstützen Ludendorffs Aisne-Offensive nach aufwendiger Luftaufklärung. 19 Flugzeuge gehen bis zum 30. Mai verloren, hauptsächlich durch Flugabwehrfeuer. 3.323 Jagdfliegereinsätze bis zum 18. Juni.
Frankreich: 15 deutsche Flugzeuge (1 verloren) greifen Paris an, 4 Bomben abgeworfen.
Adria: Britische Flugzeuge bombardieren Durazzo und versenken ein österreich-ungarisches Torpedoboot.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 28. Mai 1918:

 Schlacht von Cantigny
Angriff von US-Soldaten mit der Unterstützung französischer Schneider-Panzer in der Schlacht von Cantigny.

Westfront
Somme – Schlacht von Cantigny: Erste Offensivoperation des Amerikanischen Expeditionskorps durch das 28. US-Infanterie-Regiment (3.874 Mann, 823 Verluste) der 1. Division, welche ein Dorf erobert und bis zum 29. Mai drei Gegenangriffe der deutschen 82. Reserve-Division (ca. 1.000 Verluste) abschlägt.
Aisne: Die Deutschen haben jetzt einen 65 km breiten und 24 km tiefen Brückenkopf über die Aisne erkämpft und auch die Vesle überschritten. Der ehemalige französische Verbindungsoffizier am Hauptquartier des BEF, General des Vallieres, wird als Kommandeur der französischen 151. Division durch ein deutsches Maschinengewehr bei Juvigny getötet. Die alliierten Truppen stellen sich auf dem Vregny-Plateau und den Höhen von St. Thierry zum Kampf, als 3 Reserve-Divisionen ankommen. Ein deutscher Offizier meldet ‚bedauerliche Exzesse … ernsthafte Trunkenheit‘ unter der Truppe.

Südfronten
Italienische Front: Diaz informiert Foch und den britischen Generalstabschef Sir H. Wilson, dass er seine eigene Offensive (Richtung Valsuguna) verschoben hat, um mit der bevorstehenden österreich-ungarischen Offensive fertig zu werden.

Maher Osten
ARMENIEN ERKLÄRT SEINE UNABHÄNGIGKEIT.

Luftkrieg
Deutschland: 10 Airco D.H.9 der 99. Squadron greifen Eisenbahnziele bei Bensdorf an.
Westfront: Deutsche Truppen erobern den Flugplatz Magneux an der Aisne mit all seinen Flugzeugen. Eine zweite französische Bombergruppe schließt sich den Luftkämpfen an der Aisne an.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 29. Mai 1918:

Französische Kriegsgefangene
Französische Kriegs-gefangene, welche zu Beginn der deutschen Offensive gefangen-genommen wurden.

Westfront
Marne: DIE DEUTSCHEN NEHMEN SOISSONS, Fere-en-Tardenois, die Vregn-Hochebene und Höhen südlich der Vesle, überqueren den Fluss Ourcq. Die französischen Verbände werden gezwungen, auf die ‚Paris-Line‘ zurückzugehen. Duchene teilt Clemenceau mit, seine Armee ‚marschiere einfach nur nach hinten‘.
Flandern: Deutsche Truppen werden in der Nähe vom Mt. Kemme zurückgeschlagen.

Ostfront
UdSSR: Das Zentrale Exekutivkomitee beschließt die teilweise Einführung einer Wehrpflicht zur Roten Armee und gründet das Oberste Revolutionstribunal. Kriegsrecht in Moskau; Lenin schickt Stalin nach Zarizyn, um Nahrungsmittel zu organisieren.
Finnland: Die Regierung stellt spezielle Fünf-Mann-Gerichte auf, um Angehörige der Roten zu verurteilen (67.000 werden verurteilte, davon 265 hingerichtet); 11.783 Rote Kriegsgefangene sterben bis August an Krankheiten.

Luftkrieg
Deutschland: Die Hälfte einer Formation aus zwölf Flugzeugen der 99. Squadron muss mit Motorschaden umkehren; der Rest bombardiert die Eisenbahnstrecke Metz-Sablon.
Westfront: Eine Patrouille aus 4 französischen Spad-Jägern (1 verloren) trifft erstmals auf die neuen Fokker D.VII und schießt 5 ab.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 30. Mai 1918:

Griechische Evzonen
Griechische Evzonen im Mai 1918. Die fünf Evzonen-Elite-Regimenter werden als Sturmtruppen eingesetzt, erleiden aber in den beiden Balkan- und Weltkriegen so schwere Verluste, dass sie 1944 aufgelöst werden und nur die Königliche Garde (heute Präsidenten-Garde) zurückbleibt.

Südfronten
Mazedonien – Gefecht von Skra di Legen: Um 04:55 Uhr erstürmen die beiden griechischen Divisionen aus Kreta und dem Peloponnes (2.659 Gefallene) die befestigten Stellungen des bulgarische 49. Regiment, welche 16 km westlich des Vardar in einem felsigen Vorwerk aus der Front hervorstechen. Dies geschieht im Morgen hinter einer Feuerwalze der anglofranzösischen Artillerie und nach Ablenkungsangriffen seit dem 28. Mai. Es werden 1.812 bulgarische und deutsche Kriegsgefangene (800 Gefallene), 50 MGs und 60 Granatwerfer eingebracht. Der brillante militärische Erfolg ist großem politischen Wert für Venizelos in Griechenland und macht den Krieg populär. Bulgarische Gegenangriffe am Nachmittag und in der Nacht scheitern.

Westfront
Großbritannien: Ein Stabsoffizier notiert ‚Foch glaubt offenbar nicht, dass der Krieg in diesem Jahr beendet werden kann. DH [Haig] denkt, dass es möglich ist und sollte.‘
Marne: Deutsche Truppen erreichen wieder den Fluss Marne in voller Stärke, erobern Chateau-Thierry und Dormans und rücken auf Compiegne vor, aber 8 alliierte Divisionen kommen an, einschließlich der 3. US-Division. Die Franzosen ziehen sich vom Fluss Ailette zurück. Die Briten bilden die Gater’s Force (bis zum 19. Juni) aus den Resten der 21. Division. Foch gibt Petain die Zehnte Armee (Maistre) aus der Reserve in der Piccardie.

Luftkrieg
Deutschland: 16 Airco D.H.4 greifen Thionville an; direkte Treffer auf ein Offiziersheim (10 Opfer), Bahnhof, Gleisen und rollendes Material.
Frankreich: 6 deutsche Bomber greifen Paris an (und am 31. Mai), 17 Bomben verursachen 6 Opfer.
Westfront: Banks in einer Sopwith Camel der 43. Squadron zerstört einen Friedrichshafen-Bomber in der Nacht. Die RAF bombardiert Ortschaften hinter den deutschen Linien.
Italienische Front – Trentino: 35 Sopwith Camel des Royal Flying Corps bombardieren (1 Tonne) und beschießen im Tiefflug (9.000 Schuss) österreich-ungarische Baracken nördlich von Val d’Assa.
Nordsee: 5 deutsche Wasserflugzeuge aus Borkum zerstören ein Yarmouth-Flugboot (3 Kriegsgefangene, einschließlich des amerikanischen Fähnrich J.J.Roe).

Geheimkrieg
Luftkrieg: Eine italienische Voisin landet hinter den österreich-ungarischen Linien und setzt den Beobachter Leutnant Camillo de Carlo ab, wo er drei Monate bleibt. Ihm gelingt es, das Datum der österreich-ungarischen Piave-Offensive in Erfahrung zu bringen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 31. Mai 1918:

Französischer leichter FT-17 mit Hotchkiss-MG
Französischer leichter FT-17 mit Hotchkiss-MG passiert alliierte Soldaten im Sommer 1918.

Westfront
Schlachtfeld-Debüt des französischen leichten Panzers Renault FT-17: 30 (3 verloren) in Wald von Retz helfen zusammen mit 4 weiteren alliierten Divisionen, sich gegen den deutschen Vorstoß zu stemmen. Im Mai werden 250.000 US-Soldaten nach Frankreich verschifft und der Rekord von 9 Divisoren landet an.

Seekrieg
Atlantik: Der unbeladene US-Truppentransport President Lincoln wird durch U 90 versenkt.
Nordsee: Der britischer Zerstörer Fairy (Konvoi-Eskorte) sinkt, nachdem er UC 75 gerammt und vernichtet hat.
Alliierte und neutrale Handelschiffsverluste an U-Boote im Mai: 112 Schiffe (darunter 59 britische mit 407 Menschenleben) mit zusammen 294.019 Tonnen (davon 192.432 Tonnen britische Schiffe, einschließlich durch Minen). Die deutsche U-Boot-Zahl gibt 139 Schiffe mit 296.558 Tonnen an; einschließlich des erfolgreichsten Monats von 1918 im Mittelmeer mit 56 Schiffe mit zusammen 122.7175 Tonnen, von denen 12 (9.923 t) durch österreich-ungarische Boote versenkt wurden. Die Rekordzahl von 14 U-Booten ist gesunken, davon 3 im Mittelmeer.

Luftkrieg
Westfront: Luftkämpfe über dem Fluss Aisne kosten 12 deutsche und 17 französische Flugzeuge. Leutnant Duncan Campbell (94. Aero Squadron) wird mit seinem fünften Luftsieg das erste amerikanische Jagdflieger-Ass. Gesamte alliierte Verluste im Mai 362 Flugzeuge und 24 Ballons. Deutsche Flugzeugverluste durch Unfälle 175 und 201 im Einsatz.
Deutschland: 10 Airco D.H.4 (verloren) der RAF bombardieren Karlsruhe (78 Opfer) und unterbrechen die Produktion für eine Stunde.

Heimatfronten
Osmanisches Reich: Ein gewaltiges, 27-stündiges Feuer in Konstantinopel verursacht einen Schaden von 520.000 Türkischen Pfund. Die Höchstpreise werden aufgehoben und freier Handel erlaubt.
Großbritannien: Die Kriegsanleihen-Zertifikate erreichen 2 Millionen. Im Mai bildet das Arbeitsministerium eine Beförderungsabteilung für Offiziere. Mit 197.274 Tonnen im Mai ein neuer Rekord beim Bau von Handelsschiffen.
Belgien: Cooreman folgt auf Baron de Broqueville als Premierminister.
USA: Das Kriegsministerium kann Kriegsdienstverweigerer für unbezahlte Farmarbeit einberufen.
Frankreich: Meldung der Pariser Rüstungswerke ‚Die Moral der Arbeiter ist ausgezeichnet‘.


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Quellenangaben und Literatur

Der I. Weltkrieg – Eine Chronik (Ian Westwell)
Chronicle of the First World War, 2 Bände (Randal Gray)


Oval@3x 2

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