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Schneider-Panzer


Französischer Schneider-Sturmpanzer Char d’Assaut (CA) aus dem 1. Weltkrieg.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Bilder und 3d-Modell.

Schneider-Sturmpanzer
Schneider-Sturmpanzer auf dem Weg zur Front bei L’Eglantiers an der Oise. Die kurze 75-mm-Kanone befindet sich auf der rechten Seite der Wanne, aber eines der MGs ist zu sehen. Die Besatzung fährt auf dem Panzer mit, um der unangenehmen Hitze im Inneren zu entgehen.

Char d’Assaut Schneider
Typ: Sturmpanzer.

Geschichte:

Die Grundlagen des Char d’Assaut Schneider (bzw Schneider CA) entstanden unter der Schirmherrschaft von General Estienne, welcher ursprünglich einen gepanzerten Traktor ins Auge gefasst hatte, der in gepanzerten Schlitten Truppen über die Schlachtfelder der Westfront ziehen sollte, um Überraschungsangriffe auf deutschen Schützengräben durchzuführen.
Als Grundlage für seinen gepanzerten Traktor schlug Estienne vor, die Ketten und das Fahrwerk des amerikanischen landwirtschaftlichen Holt-Schleppers zu verwenden, welcher zu diesem Zeitpunkt während des Jahres 1915 als Artillerie-Zugmaschine immer mehr verwendet wurde.

Indem er direkt mit dem französischen Oberbefehlshaber General Joffre sprach, konnte Estienne Unterstützung für sein Projekt erhalten und der Waffenfabrikant Schneider wurde als Hersteller eingebunden.

Die ursprünglichen Aufträge für 200 Schneider CA sollten bis zum Ende des Jahres 1916 abgeschlossen sein, aber die Entwicklung und Produktion waren so langsam, dass es Mitte 1917 wurde, bevor der Sturmpanzer in nennenswerten Zahlen einsatzbereit war.

Die Schneider-CA gingen aus dem hervor, was im Grunde nur eine gepanzerte Kiste auf einem nahezu unveränderten Holt-Traktorfahrwerk mit Ketten war. In die Kiste wurden zwei Maschinengewehre und vorne eine kurze 75-mm-Kanone M1897 eingebaut.
Der Motor erreichte 55 PS (41 kW) und wurde mit Treibstoff aus zwei Benzintanks versorgt, welche sich in der Nähe der beiden Maschinengewehr-Halterungen befand. Diese Benzintanks waren sehr anfällig für feindliches Feuer – und zwar in einem Maße, dass es reichte, wenn nur eine einzige panzerbrechende Kugel den Tank traf und in Brand setzte. Dieses Schicksal ereilte sehr viele Schneider-Panzer im Einsatz.
Die maximale Panzerung war nur 11,5 mm dick und konnte von der gleichzeitig neu auftretenden deutschen panzerbrechenden Gewehr- und MG-Patrone mühelos durchschlagen werden. Sie wurde deshalb später auf 19,5 mm erhöht.

Die Idee der gepanzerten Schlitten, welche Truppen transportieren sollten, wurde verworfen und die Schneider-Panzer wurden hauptsächlich zur Infanterie-Unterstützung in der Art und Weise dieser Tage eingesetzt. Dabei erwiesen sie sich als wenig erfolgreich, da ihre Geländegängigkeit durch das kleine Fahrwerk stark eingeschränkt war.


 

Bis Mai 1917 wurden etwa 300 Stück gebaut, aber anschließend wurde die Version mit der Kanone durch den Schneider Char de Ravitaillement ersetzt, welcher ein Transport-Panzer war. Bei diesem wurde die Kanonenposition an der rechten Seite durch eine Tür ausgetauscht, welche in den Transportraum führte. Zusätzlich wurden 8 mm Extra-Panzerung an den Seiten der meisten Fahrzeuge angebracht, aufgrund der vorhergehenden Kampferfahrungen.
Diese Kampferfahrung war auch der größte Beitrag der Schneider-Panzer, da die französische Armee durch sie lernte, Panzer im Kampf einzusetzen und im Feld einsatztauglich zu halten. Die Franzosen gründeten ihre erste Panzer-Schule bei Champlieu im Oktober 1916 und erkannten bald, dass mangelnde Wartung und fehlende Ersatzteile genauso viele Fahrzeuge unbrauchbar machen konnte, wie feindliche Einwirkung.

Einig der ersten Einsätze waren Fiaskos als Ergebnis ungenügender Ausbildung und Wartung. Typisch dafür war der Angriff auf den Chemin des Dames im April 1917, als 76 der insgesamt 132 eingesetzten Schneider CA verloren gingen.

Die letzten Schneider CA wurden im August 1918 ausgeliefert, aber zu diesem Zeitpunkt hatten Verluste und Verschleiß die Anzahl der in Dienst befindlichen Fahrzeuge schon auf 100 Stück reduziert und der Panzer wurde zunehmend durch den Renault FT-17 ersetzt.
Die meisten noch vorhanden Fahrzeuge bestanden aus der Transport-Panzer-Version, aber während der Kämpfe im Jahr 1918 konnte der Schneider-Sturmpanzer doch ein gewisses Maß an Erfolgen erzielen. Jedoch erwies sich der Schneider CA letztlich an der Westfront als zu instabil und technisch zu unzuverlässig, sowie sehr anfällig dafür, Feuer nach Treffer zu fangen.
Das Beste, was über den Panzer in Erinnerung bleibt, ist, dass die französische Armee durch den Schneider CA sehr viel über Möglichkeiten und Grenzen der gepanzerten Kriegsführung gelernt hatte.

Modell eines Schneider-Panzer.
Modell eines Schneider-Panzers.

Spezifikationen Char d’Assaut Schneider

Spezifikationen:

Schneider CA Spezifikation
TypSturmpanzer
Besatzung7 Mann
Bewaffnung 1 x 75-mm-Haubitze im Bug
Sekundär-Bewaffnung 2 x 8-mm-Hotchkiss-MG (jeweils eines in der linken und rechten Wannenseite)
Länge 6,00 m (mit Stützen 6,32 m)
Breite 2,00 m
Höhe 2,39 m
Panzerung max. 11,5 mm (später bis zu 17-19,5 mm)
Kampfgewicht 16.600 kg
Bodendruck 0,72 kg/cm²
Leistungsgewicht 3,83 PS/t
Antrieb wassergekühlter Schneider 4-Zylinder-Benzinmotor mit 55 PS
Höchstgeschwindigkeit 6 km/h
Fahrbereich (Strasse) 48 km
Kletterfähigkeit 0,79 m
Grabenüberschreitfähigkeit 1,75 m
Steigfähigkeit 57 %
Indienststellung1917
EndlieferungAugust 1918
Bauzahl ca. 400


Animation 3d-Modell Schneider-Sturmpanzer Char d’Assaut


Quellenangaben und Literatur

An Illustrated History of the Weapons of World War One (Ian Westwell)
The Illustrated Encyclopedia of Weapons of World War I (Chris Bishop)
Panzer und andere Kampffahrzeuge von 1916 bis heute (Christopher F. Foss, John F. Milsom, Colonel John Stafford Weeks, Captain Georffrey Tillotson, Richard M. Ogorkiewicz)
Panzerkampfwagen des 1. und 2. Weltkrieges (Andrew Kershaw)


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