01-1918, Januar 1918


Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für Januar 1918.

Lebensmittelausgabe
Lebensmittelausgabe an die deutsche Zivilbevölkerung im letzten Kriegsjahr.

Januar 1918

Seiteninhalt:

Brtisches Luftfahrtministerium gegründet – Frankreich, Deutschland und Schweden erkennen Finnlands Unabhängigkeit an – Lloyd Georges Kriegsziel-Rede – WILSONS VIERZEHN-PUNKTE-ANSPRACHE IM KONGRESS – die Mittelmächte und die Bolschewiki erkennen die Ukraine als unabhängigen Staat an – LETTLAND ERKLÄRT SEINE UNABHÄNGIGKEIT – Generalstreiks in Österreich-Ungarn wegen der Kürzung der täglichen Brotrationen – Mannerheim Oberbefehlshaber der finnischen Armee – : Generalmajor Sir J. Salmond übernimmt das Royal Flying Corps – Seegefecht vor Imbros – LUDENDORFF TRIFFT DIE ENDGÜLTIGE ENTSCHEIDUNG, DIE GROSSE FRÜHJAHRS-OFFENSIVE DURCHZUFÜHREN – Die deutsche Südarmee and der Ostfront wird aufgelöst und rumänische Truppen kämpfen bei Galatz an der Donau gegen die Roten – DIE UKRAINE ERKLÄRT IHRE UNABHÄNGIGKEIT – der verlustreichste Tag des Krieges für die deutschen U-Boote – die Bolschewiki beenden die Beziehungen zu Rumänien – BÜRGERKRIEG IN FINNLAND – Großer Friedensstreik von 400.000 Menschen in Berlin – UdSSR PROKLAMIERT.

zurück Zurück zu Dezember 1917.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 1. Januar 1918:

Plakat zum Aufruf an die Bevölkerug, die Rüstungsproduiktion zu unterstützen
Plakat zum Aufruf an die Bevölkerung, die Rüstungsproduktion durch das Abliefern von Metallgegenständen zu unterstützen.

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: Ab Januar werden Türschlösser und Klinken zur Gewinnung von Metall entfernt.
Deutschland: Im Januar 2,3 Millionen freigestellte Arbeiter, von denen die Hälfte für das Feldheer verwendungsfähig ist.
Osmanisches Reich: 40.594 zivile Todesfälle im Jahr 1918 in der Hauptstadt (22.244 waren es noch im Jahr 1914).
Großbritannien: Lebensmittelpreise auf 106 % angestiegen, bis zu 10 % Zunahme während 1917. Zucker-Rationierung (ca. 14 g pro Person pro Woche) plus obligatorischer fleischloser Tag (zwei vom 25. Januar an). Lokale Schmalz-Rationierung auf ca. 57 g pro Person pro Woche für 1,5 Millionen Menschen.
Frankreich: Im Januar friert die Seine zum ersten Mal seit 120 Jahren wieder zu.

Besetzte Gebiete
Ostfrankreich: Die deutschen Besatzer verlangen von der Stadt Lille 92 Millionen Francs (bis zum 17. Oktober).

Westfront
Flandern: Stärke des BEF 1.907.906 Mann (1.192.668 am 3. Januar 1917). Die britische 4. Panzerbrigade wird gebildet. Deutsche Überfälle in der Nähe von Loos und Mericourt scheitern.
Verdun: Französische Truppen wehren Überfälle bei Beaumont und einen Flammenwerfer-Angriff am Chaume-Wald am 12. und 13. Januar ab. Dagegen erfolgreiche deutsche Überfälle in Richtung Südosten am 16. Januar. Gallwitz im Kommando über die dortige Heeresgruppe für die restliche Dauer des Krieges.

Südfronten
Piave: Ein britischer Überfall über den Fluss hinweg gelingt. Es befinden sich jetzt 109.103 britische Truppen in Italien.
Saloniki: Die Briten erhalten eine 203-mm-Geschützbatterie und 12 152-mm-Newton-Mörser sowie 2 Schall-Entfernungsmesser.
Mazedonien: Im Januar wird die russische Division von der Front zurückgezogen und entwaffnete, da die Sowjets Unzufriedenheit schüren. Einige ihrer Soldaten treten der französischen Fremdenlegion bei, mindestens 14.979 (am 15. April) schließen sich den Alliierten als Arbeitskräfte an. Dafür treffen aber 10.000 Serben aus dem russisch-rumänischen Frontkorps über Cherbourg, Orange und Tarent ein. Die griechische Armee hat 36.242 Mann Truppen (3 Divisionen) und 14.717 Tiere an der Front (für 15. Januar) plus 18.260 Truppen im Inneren (am 15. März 1918).

Seekrieg
Großbritannien: Wasserbomben-Produktion bis zu 4.647 Stück pro Monat. Eskortschiffe werden mit je 30 bis 40 Stück bewaffnet und verwenden 1.745 pro Monat ab Juni.
Deutschland: Jetzt 21 deutsche Schnellboote im Einsatz, davon 14 in Flandern.
Ärmelkanal: Vizeadmiral Keyes übernimmt die Dover Patrol von Admiral Bacon.
Biskaya: Nachdem Room 40 eine Nachricht abgefangen hat, kapert Enterdampfer HMS Duke of Clarence das spanische Schiff Erro Berro. Das Schiff sinkt im Schlepptau und sollte seine Wolfram-Ladung an 2 deutsche U-Boote übergeben, die erfolglos überfallen werden.
Mittelmeer: ​​2 U-Boot-Flottillen werden gebildet, die 1. in Pola, und 2. in Cattaro. 7 bis 8 Boote im Einsatz im Januar, einschließlich der zusammen operierenden Küsten-U-Boote UB 49 und UB 48.
Ostsee: Geschätzte 40.000 Seeleute haben die russische Flotte verlassen, um nach Hause zu gehen oder im Landesinneren für die Roten zu kämpfen.

Luftkrieg
Deutschland: Im Januar gewinnt Fokker den ersten Wettbewerb, um den veralteten Albatros-Jäger zu ersetzen.
Westfront: Im Januar erhält die 19. Squadron (Staffel) des Royal Flying Corps als erste den Sopwith Dolphin Höhenjäger. Die 141. Squadron in Rochford, Essex, erhält das Modell ebenfalls und lässt einen gleich abstürzen. Dort wird das Flugzeug aber nur als Tagjäger verwendet.
Italien: Österreich-ungarische Flugzeuge bombardieren Bassano (und am 4. Januar), Treviso (und am 26. Januar) und Mestre (sowie am 4. und 26. Januar) und Castelfranco am 4. Januar.
Großbritannien: Die gesamte Luftverteidigung hat nun 376 Flugzeuge, 469 Flugabwehrgeschütze, 622 Suchscheinwerfer, 258 Höhenfinder und 10 Schallquellen-Dektoren.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 2. Januar 1918:

Stars and Stripes
Stars and Stripes: in den USA wird für Kriegsanleihen geworben.

Politik
USA: Die US-Kriegsmission in Europa drängt auf die schnelle Verschickung von mehr Truppen und den Bau von mehr Handelsschiffen. Die ersten 100 von 1.500 US-Landwirtschaftstraktoren sind auf dem Weg nach Frankreich.

Heimatfronten
USA: Ein Artikel im Outlook-Magazin prangert die anti-deutsche Hysterie an, vor allem das Fahnenküssen.
Großbritannien: Der König übergibt Haig seinen Feldmarschallsstab im Buckingham Palace, letzterer fordert klare Kriegsziele, die dem BEF bekannt gegeben werden.
Deutschland: Ludendorff distanziert sich von Hoffmann (effektiver Befehlshaber der Ostfront als Generalstabschef) nach dessen Plan, nur einen kleinen Teil Polens zu annektieren.

Ostfront
Brest-Litowsk: Die Bolschewiki prangern die Friedensbedingungen als von ‚Annexionisten‘ an. Gesamt-russischer Rat zur Gründung der Roten Armee gebildet. Der Kaiser in Berlin diskutiert die neue russische Grenze mit Hindenburg und Ludendorff.

Luftkrieg
Großbritannien: Luftfahrtministerium gegründet. Im Januar hört das Royal Flying Corps auf, amerikanische Staatsbürger zu rekrutieren.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 3. Januar 1918:

Bristol-Jäger vor Einsatz
An einem Wintertag bereitet sich ein Bristol-Jäger auf einen Einsatz vor.

Luftkrieg
Großbritannien: Das Air Council ersetzt das Air Board, analog zum Army Council und Board of Admiralty. Lord Rothermere wird erster Staatssekretär für die Luftfahrt. Trenchard erster Chef des britischen Luftwaffenstabs.
Palästina: Das Royal Flying Corps bombardiert Flugplätze bei El Afule und Jenin bis zum 4. Januar.
Deutschland: Alliierte Luftangriffe auf die Gegend von Metz, welche das Royal Flying Corps am 4., 16. und 21. Januar wiederholt.
Westfront: Der Südafrikaner Leutnant Beauchamp-Proctor erzielt seinen ersten von 54 Luftsiegen.


Westfront
Artois: Geringer britischer Vorstoß südlich von Lens.
Elsass: Französische Truppen zerschlagen einen deutschen Angriff in der Nähe von Anspach heftig.

Ostfront
Brest-Litowsk: Die ukrainische Delegation trifft ein. Die Bolschewiki schlagen die Verlegung der Friedensgespräche nach Stockholm vor. Die Mittelmächte verweigern dies am 9. Januar.
Russland: Der britische Botschafter Buchanan wird abberufen und reist am 7. Januar ab.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 4. Januar 1918:

U-Boot läuft aus
Ein deutsches U-Boot läuft aus.

Seekrieg
Bristol-Kanal: Das britische Lazarettschiff Rewa (4 Tote), aus dem Mittelmeer kommend, wird durch U 55 versenkt.
Nordsee: Flugzeuge des Royal Navy Air Service greifen den Flugplatz Ghistelles in der Nähe von Gent an.
Flandern: Die dortige deutsche U-Boot-Flottille hat nun 29 Boote (24 Verluste während des Jahres 1918).

Ostfront
Frankreich und Schweden erkennen Finnlands Unabhängigkeit an (Norwegen und Dänemark am 10. Januar).

Naher Osten
Palästina: Ein Telegramm von Allenby besteht auf Konsolidierung und Eroberung von Jericho, während das EEF weitere 1,5 km nördlich von Jerusalem vorrückt. Großbritannien teilt Hussein mit, dass Palästina eine Sonderverwaltung haben muss.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 5. Januar 1918:

Deutsche Sturmtruppen bei Übungen
Deutsche Sturmtruppen bei Übungen unter realistischen Bedingungen durch das Vorrücken durch Gaswolken.

Westfront
Cambrai: Deutsche Angriffe auf Bullecourt zurückgeschlagen (und am 8. Januar), Grabenüberfall in der Nähe von Bullecourt am 8. Januar. Zwei deutsche Überfälle in der Nähe von Hollebeke. Deutsche Soldaten überfallen einen britischen Posten in der Nähe von Flesquieres, beide Seiten führen Überfälle in dem Abschnitt am 19. Januar durch.
Ypern: Deutscher Überfall zurückgeschlagen.

Luftkrieg
Deutschland: 5 Marineluftschiffe (L46, L47, L59, L58 und SL20) werden durch Explosionen und Feuer bei Ahlhorn zerstört. Es wird ein Benzinbrand unter der Heckgondel von L59 als wahrscheinlich angenommen, oder Sabotage. Es gibt 15 Tote.
Italien: 74 britische Flugzeuge des Royal Flying Corps einsatzfähig, später variiert die Stärke während des Jahres 1918 von 65 bis 91 Maschinen.

Politik
Großbritannien: Lloyd Georges Kriegsziel-Rede vor der Arbeitskräfte-Konferenz des TUC (Trade Union Congress) in London sieht einen Frieden vor, der auf moralischen Prinzipien und der Gründung eines Völkerbundes als Alternative zu Kriegen, beruht. Es bestehe keine Absicht, das türkische Heimatland zu beschneiden und die Meerenge am Bosporus soll internationalisiert werden.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 6. Januar 1918:

Arabische Kavallerie der türkischen Armee
Arabische Kavallerie der türkischen Armee auf dem Marsch.

Naher Osten
Hedschasbahn: Nasirs 300 Araber mit 1 Kanone erobern die Jurf-ed-Derawish-Station mit über 200 türkischen Soldaten, 50 km nördlich von Maan. Mauluds Araber nähern sich diesem am 7. Januar.

Ostfront
Deutschland erkennt Finnlands Unabhängigkeit an.

Geheimkrieg
Russland: Der britische Major Banting berichtet: ‚Von allen Seiten tauchen deutsche Agenten auf … und kaufen alle vorhandenen Bestände und Vorräte auf.‘

Heimatfronten
Russland: Lenin geht nach Finnland bis zum 11. Januar in Urlaub.
Österreich-Ungarn: Eine tschechische Prager Konvention fordert einen souveränen Staat.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 7. Januar 1918:

Deutsche Askaris der Schutztruppe
Deutsche Askaris der Schutztruppe mit einem wilden Gemisch aus Ausrüstung und Bewaffnung.

Afrika
Mosambik: Der Hauptverband des Gold-Coast-Regiment (500 Soldaten plus 300 Träger) landet in Port Amelia an. Britische Kolonnen aus Fort Johnston vertreibt die deutschen Truppen im Gebiet Mwembe nach Norden.

Westfront
Großbritannien: Ein Bericht des Nachrichtendiensts des BEF-Hauptquartiers analysiert ‚Wenn Deutschland angreift und scheitert, wird es ruiniert sein.‘

Seekrieg
Ärmelkanal: U 95 (Prinz) wurde von einem Dampfer gerammt und versenkt, nachdem es seit Mitte 1917 14 Schiffe mit 37.930 Tonnen versenkt hatte.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 8. Januar 1918:

Woodrow Wilson
Woodrow Wilson (1856-1924) versuchte die Nationen in den Völkerbund einzubinden, bekam aber keine Unterstützung des US-Kongresses und wurde in der Folge in den Wahlen von 1920 geschlagen.

Politik
USA: WILSONS VIERZEHN-PUNKTE-ANSPRACHE IM KONGRESS skizziert ein Friedensprogramm. Das US-Büro für Öffentlichkeitsarbeit verbreitet diese in ganz Europa. Das französische Parlament verabschiedet das Programm am 11. Januar.

Westfront
Großbritannien: Haigs vierter Bericht über die Schlachten von Arras, ‚Lens‘, Messines und Dritte Ypern-Schlacht im vergangenen Sommer. Er behauptet darin, 131 deutsche Divisionen besiegt zu haben. Petain schreibt dazu an Clemenceau ‚In Wirklichkeit wird die Schlacht von 1918 entscheidend sein …‘. Er und Haig präsentieren ihre Strategie am 24. und 30. Januar, wobei sie nur eine Wahl haben, bis die US-Armee mit Macht eintrifft.
Obere Marne: Pattons US-Panzer-Schule wird in Langres eröffnet.
Maas: Großer französischer Grabenüberfall in der Nähe von Seicheprey (bei Woevre). Die Fremdenlegion (141 Verluste) bringt 188 Kriegsgefangene, 16 MGs und 9 Granatwerfer zurück zu den eigenen Linien.

Ostfront
Brest-Litowsk: Die Bolschewiki nehmen die Gespräche unter Trotzki wieder auf, welcher am 7. Januar eingetroffen ist. Der türkische Vertreter Talaat Pascha kommt ebenfalls an.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 9. Januar 1918:

leichte Feldkanone der deutschen Schutztruppe
Eine leichte Feldkanone der deutschen Schutztruppe feuert.

Afrika
Mosambik: Hawthorns 3 Bataillone der Kings African Rifles treiben Görings Abteilung (3 Kompanien) zum östlichen Ufer vom Fluss Lugenda und nehmen diesen am 15. Januar Luambala ab.

Ostfront
Russland: Trotzki appelliert an Freiwillige, gegen die ‚Bourgeoisie der Welt‘ zu marschieren.
Südrussland: Ein Manifst der Weißen Freiwilligen-Armee von Kornilow und Alexejew verspricht Widerstand gegen die Roten und die Deutschen.

Seekrieg
Atlantik: Der Zerstörer HMS Racoon sinkt in einem Sturm vor Irland mit der gesamten Besatzung.
Nordsee: Die britischen Zerstörer Opal und Narbrough sinken auf den felsigen Pentland Skerries vor Schottland (12 bzw. 1 Überlebender von 180 Mann Besatzungen).
Ein Memorandum von Beatty etabliert eine neue Strategie der Grand Fleet, welche Scheer in seinen Stützpunkten halten soll, anstatt um jeden Preis zu kämpfen. Das britische Kabinett genehmigt dies am 18. Januar.
Westliches Mittelmeer: Die Konvoi-Eskorte Schaluppe HMS Cyclamen versenkt das Küsten-U-Boot UB 69 mit Hochgeschwindigkeit-Paravan (vom Schiff gezogener Unterwasser-Gleiter mit Explosivstoffen) vor Biserta.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 10. Januar 1918:

Britisches Rekrutierungsplakat
Britisches Rekrutierungsplakat mit dem umgekommenen populären Kriegsminister Kitchener.

Westfront
Großbritannien: Der Oberster Kriegsrat empfiehlt dem BEF, mehr von den französischen Abschnitten zu übernehmen und am 23. Januar auch eine allgemeine alliierte Reserve zu schaffen. Das britische Kriegsministerium reduziert die Bataillone per Division von 12 auf 9, wodurch 141 Bataillone und 2 Kavalleriedivisionen bis zum 10. März aufgelöst werden, um den ungenügenden Ersatz von 200.000 statt der angeforderten 615.000 Mann auszugleichen.
Somme: Die britische Fünfte Armee übernimmt von den Franzosen den Abschnitt von St. Quentin bis zum 14. Januar.
Ypern: Britischer Grabenüberfall.

Ostfront
Großbritannien: Die Regierung versichert den Bolschewiken, dass sie ein unabhängiges Polen unterstützt.
Ukraine: Die Mittelmächte und die Bolschewiki erkennen die Ukraine als unabhängigen Staat an.
Don: Unabhängige Republik ausgerufen unter General Kaledin.
Rumänien: Nach Anfrage vom 6. Januar überqueren 3 rumänische Divisionen den Fluss Prut nach Bessarabien hinein und marschieren am 26. Januar in die Hauptstadt Kischinjow ein.

Politik
Großbritannien: Rede von Balfour in Edinburgh ‚Die Schrecken des Krieges … sind nichts im Vergleich zu einem deutschen Frieden‘. Das House of Lords nimmt die Frauenwahlklausel an.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 11. Januar 1918:

Anstehen für Kohle in Paris
Anstehen für Kohle zum Heizen in der Rue du Faubourg Saint-Denis in Paris.

Westfront
Französische Überfälle in den Argonnen, Vogesen und Champagne. Ein deutscher Grabenüberfall scheitert südlich von Anmentieres.

Heimatfronten
Russland: Sovnarkom ordnete an, alle Zins- und Dividendenzahlungen einzustellen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 12. Januar 1918:

Ehrenmedaille Mütter US-Soldaten
Ehrenmedaille für die Mütter amerikanischer Soldaten.

Heimatfronten
Großbritannien: Sold für Offiziere bis 10 Schilling 6 Pence pro Tag plus Kindergeld. Arbeiter plündern geschlossene Lebensmittelgeschäfte in Leytonstone und Wembley.
USA: Das Arbeitsamt organisiert eine Frauenabteilung. Armee-Auszeichnungen DSC (Distinguished Service Cross) und DSM (Distinguished Service Medal) eingeführt.

Westfront
Flandern: Britische Truppen führen einen Grabenüberfall auf Loos durch und zerstreuen vier deutsche bei Lens und östlich von Monchy.

Ostfront
LETTLAND ERKLÄRT SEINE UNABHÄNGIGKEIT.
Pazifik: Das Erste von drei japanischen Kriegsschiffen kommt am 14. Januar in Wladiwostok an, um 600.000 t an alliierten Vorräten zu schützen. Der britische Kreuzer Suffolk trifft am 14. Januar ein.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 13. Januar 1918:

 italienische Kriegsanleihen
Werbeplakat für italienische Kriegsanleihen.

Ostfront
Russland: Die Roten inhaftieren den rumänischen Botschafter Diamandi (der am 15. Januar nach dem Protest des diplomatischen Korps wieder freigelassen wird) und beschlagnahmen das rumänische Gold als Vergeltung für die rumänische Besetzung von Bessarabien. Sie befehlen auch die Verhaftung des Königs von Rumänien am 15. Januar.

Südfronten
Italien: Die italienische Armee hat 300.000 britische Gasmasken erhalten.

Politik
Russland: Lenin und Stalins Dekret Nr. 13 in der Prawda unterstützt die armenische Selbstbestimmung.

Neutrale
Norwegen: Zucker, Kaffee, Mais und Essens-Rationierung.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 14. Januar 1918:

Soldaten der sozialistischen Revolution
Soldaten der ’sozialistischen Revolution‘. Einer relativ kleinen Gruppe von 350.000 Mann sollte es gelingen, ein Land mit 150 Millionen Einwohner unter Kontrolle zu bringen.

Ostfront
Russland: Lenin empfängt das diplomatische Korps, spricht von dem Ausrücken der ‚ersten Freiwilligen der sozialistischen Armee‘ und dass er Schüssen entkommen ist, welche auf sein Auto abgegeben wurden.

Südfronten
Piave: Die italienische 22. Infanterie-Division erreicht den Gipfel des Mt.Asolone und nimmt 400 Kriegsgefangene, wird aber bis zum 16. Januar heruntergedrückt. Geringer italienischer Vorstoß im Piave-Delta.

Seekrieg
Nordsee: Überfall deutscher Zerstörer auf Great Yarmouth (12 Opfer, einschließlich 3 Militärangehörige). Die Harwich Force (Tyrwhitt an diesem Tag zum Konteradmiral mit dem Kommando über 48 Kapitäne befördert) läuft zwar innerhalb von 90 Minuten nach dem Beschuss aus, kann die Angreifer aber bis zum 15. Januar nicht abfangen.

Luftkrieg
Deutschland: 12 Airco D.H.4 von der 55. Squadron des Royal Flying Corps beschädigten Werkstätten in Karlsruhe bei einem Tagesangriff.

Heimatfronten
Großbritannien: Geddes legt ein Rekrutierungs-Gesetz dem versammelten House of Commons vor, da 420.000 bis 450.000 Mann sofort für die britische Armee benötigt werden.
Frankreich: Ex-Ministerpräsident Caillaux wird wegen Verrats verhaftet. Die Anklage lautet auf eine ‚Friedens-Intrige‘ mit den Deutschen während seines Besuchs in Argentinien im Jahr 1915. Im Februar 1920 aus weniger schwerwiegenden Gründen verurteilt und bald wieder freigelassen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 15. Januar 1918:

US-Truppen mit Springfield-Gewehren
US-Truppen mit Springfield-Gewehren davor, wahrscheinlich von der ‚Rainbow‘-Division.

Westfront
Lothringen: Das I. US-Korps (General Hunter Liggett) wird in Neuf Chateau aus den 1., 2., 26. und 42. US-Divisionen formiert.
Großbritannien – Cambrai-Untersuchungs- oder Bryce-Bericht: Das britische Kriegskabinett stellt befriedigend fest, dass der deutsche Gegenschlag die BEF-Kommandeure nicht überrascht hat, räumt aber einen ‚Zusammenbruch‘ ein.

Ostfront
Brest-Litowsk: Der österreich-ungarische Außenminister Czernin erhält aus Wien Appelle, einen schnellen ‚Brot-Frieden‘ zu machen.
Großbritannien: Das britische Kriegskabinett schickt an General Poole ein Telegramm, alle alliierte Militär-Depots zu zerstören.

Neutrale
Mexiko: Nach dem 15. Januar nimmt ein US-Agent den deutschen Spion Lothar Witzke (alias der Russe Pablo Waberski) in Nogales fest. Er wird in Texas zum Tode verurteilt, das Urteil wird aber umgewandelt und 1923 wird er freigelassen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 16. Januar 1918:

General Hunger
General Hunger: in so mancher Stadt der Mittelmächte musste das Militär mit Feldküchen aushelfen.

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: Generalstreiks bis zum 21. Januar über die Kürzung der täglichen Brotrationen (von 215 g auf 170 g) und die Sackgasse bei den Verhandlungen in Brest-Litowsk durch fast 100.000 Arbeiter allein in Niederösterreich, welcher die Regierung überrascht. Am 18. Januar breitet sich der Streik auch nach Ungarn aus.
USA: Der Treibstoff-Administrator schließt die gesamte zivile Industrie östlich von Mississippi für 5 Tage (18.-22. Januar) plus an neun Montagen, um Kohle beim Verkehr zu sparen.
Deutschland: Ein Brief von Hindenburg entfernt den seit 10 Jahren im Amt befindlichen, radikalen Vorsitzenden des Zivilkabinetts des Kaisers, Valentini, welcher dagegen beim Kronprinzen protestiert.
Großbritannien: Die Handelskammer und das Munitionsministerium erlauben, nach Öl zu bohren.

Ostfront
Brest-Litowsk: Die Mittelmächte und die Ukraine erzielen eine prinzipielle Einigung, welche am 21. Januar verkündet wird.
Russland: Das Zentrale Exekutivkomitee der Bolschewiki verabschiedet ein Dekret zur Bildung der Roten Armee.

Südfronten
Piave: Ein österreich-ungarischer Angriff auf Capo Sile am unteren Flusslauf scheitert blutig und die Italiener besetzen den österreich-ungarischen Vorposten am 24. Januar und wehren einen Angriff am 26. Januar ab.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 17. Januar 1918:

Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita
Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita mit Kronprinz Franz Josef Otto.

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: Kaiser Karl schreibt an Außenminister Czernin ‚Wenn in Brest-Litowken kein Frieden gemacht wird, wird es hier Revolution geben, egal wie viel es zu essen gibt.‘

Ostfront
Ukraine: Der Marsch der Rote Garde auf Kiew beginnt, sie nehmen Poltawa am 18. Januar.

Seekrieg
Deutschland: Leichter Kreuzer Köln II in Hamburg fertiggestellt, erster einer geplanten Klasse aus 10 Schiffen. Bis Kriegsende werden aber nur 5 von Stapel gelassen und ein weiterer, Rostock II, am 28. März fertiggestellt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 18. Januar 1918:

Berufsrevolutionär Trotzki
Ein Berufsrevolutionär auf dem Weg zu Friedensgesprächen mit einem preußischen General. Die Deutschen wussten, dass die Russen ihre Armeen nicht aufhalten konnten, aber Trotzki hoffte auf eine Revolution in Deutschland.

Ostfront
Brest-Litowsk: Trotzki bricht die Gespräche ab, die Gesandten reisen am 20. Januar ab, um sich zu Hause zu beraten.
Finnland: Mannerheim, Oberbefehlshaber der Armee, seit Präsident Svinhufvuds Versprechen vom 16. Januar, keine schwedische Intervention anzufordern. Mannerheim nimmt den Nachtzug von Helsinki zur Hafenstadt Vaasa an der Westküste.

Naher Osten
Mesopotamien: Generalmajor Dunsterville trifft in Bagdad (am 6. Januar aus Karatschi abgereist) ein, um die britische Mission in den Kaukasus anzuführen.
Palästina: Britischer Vormarsch auf einer 6,5 km breiten Front in der Nähe von Durah, knapp 20 km nördlich von Jerusalem.
Arabien: Arabische Überfälle beschädigen die Hedschasbahn (110 km nordwestlich von Medina bis 100 km südlich von Maan bis zum 28. Januar).

Luftkrieg
Westfront: Generalmajor Sir J. Salmond übernimmt das Royal Flying Corps, als Nachfolger von Trenchard.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 19. Januar 1918:

ungarische Kriegsanleihen
Aufruf für ungarische Kriegsanleihen.

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: Das ungarische 86. Infanterieregiment meutert in Szabadka (Ungarn), 2 weitere Regimenter ebenfalls am 11. und 14. Februar.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 20. Januar 1918:

'Goeben' und 'Breslau' in Konstantinopel.
‚Goeben‘ und ‚Breslau‘ in Konstantinopel.

Seekrieg
Ägäis – Gefecht vor Imbros: Der Schlachtkreuzer Goeben und der leichte Kreuzer Breslau (Vize-Admiral Rebeur-Paschwitz) unternehmen eine Operation gegen britische Monitore nahe der Dardanellen, versenken Raglan (127 Tote) und M28. Breslau wird durch 5 Minen versenkt, Goeben dreimal von Minen getroffen und läuft beim Nagara-Punkt in den Dardanellen auf Grund. Nach 65 Luftangriffen durch den Royal Navy Air Service, welcher 180 Bomben (2 Treffer) abwirft, wird der Schlachtkreuzer Ende März gehoben und nach Konstantinopel zurückgeschleppt. Admiral Calthorpe kommt am 25. Januar in Mudros an, um die Angriffe auf das Schiff zu leiten.
Nordsee: Ein U-Boot versenkt den bewaffneten Enterdampfer HMS Louvain (224 Tote). 2 deutsche Zerstörer werden durch Minen versenkt.

Ostfront
Ukraine: Der französische General Tabouis befiehlt vergeblich dem Tschechischen Korps, die Eisenbahnlinie Mogilew-Winnitza gegen deutsche Truppen abzudecken.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 21. Januar 1918:

Hindenburg, Kaiser Wilhelm II. und Ludendorff
Hindenburg, Kaiser Wilhelm II. und Ludendorff an der Lagekarte.

Westfront
Deutschland: LUDENDORFF TRIFFT DIE ENDGÜLTIGE ENTSCHEIDUNG, DIE GROSSE FRÜHJAHRS-OFFENSIVE DURCHZUFÜHREN. Der Beginn wird der 14. März sein.
Lothringen: Die US-amerikanische 1. Division übernimmt nordwestlich von Nancy knapp 13 km von Schützengräben (erste Verluste am 30. Januar).
Flandern: Smuts und Hankey besuchen das Generals-Hauptquartier des BEF (bis 26. Januar), finden aber keine Alternative zu Haig.

Ostfront
Russland: Lenin diskutiert mit 63 Roten Führern über die deutschen Friedensbedingungen, 32 Stimmen für einen ‚revolutionären Krieg‘.

Luftkrieg
Westfront: Das Royal Flying Corps bombardiert die deutschen Flugplätze in Flandern (und am 23. Januar), Roulers (und am 28. Januar), Menin und Coutrai (22. Januar).
Saloniki: 3 Flugzeuge des Royal Flying Corps fliegen nach Mudros, um sich an Bombenangriffen auf den in den Dardanellen aufgrund liegenden Schlachtkreuzer Goeben zu beteiligen. 7 weitere Flugzeuge werden am 22. und 28. Januar gesendet, aber alle kehren am 29. Januar zurück.
Mesopotamien: 12 Airco D.H.4 des Royal Flying Corps (1 durch Flak verloren) bombardieren den deutschen Flugplatz Kifri. Zwei deutsche Flugzeuge führen einen Vergeltungsangriff am 24. Januar gegen Bagdad durch. Das Royal Flying Corps reagiert mit einem Angriff auf die Flugplätze Humr und Kifri in der Nacht vom 25./26. Januar.

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: Die Streiks sind vorbei, aber 7 Divisionen werden dauerhaft von den Fronten zurückgezogen und es gibt ein Nachrichtenleck nach Deutschland. Fabrikarbeiter erhalten zusätzliche Brotzuteilungen auf Kosten der Armee.
Großbritannien: Sir E. Carson tritt aus dem Kriegskabinett wegen der irischen Frage zurück. Die Daily Mail greift den Generalstab an, dass dieser den britischen Personalbestand ‚verschleudert‘.
Frankreich: Ex-Innenminister Malvys Senatsverfahren bis zum 6. August.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 22. Januar 1918:

Lebensmittelausgabe
Lebensmittelausgabe an die deutsche Zivilbevölkerung im letzten Kriegsjahr.

Ostfront
Österreich-Ungarn: Außenminister Czernin aus Brest-Litowsk zurück in Wien und bittet um Erlaubnis, bei Bedarf einen Separatfrieden abschließen zu dürfen, da Österreich-Ungarn nur noch für zwei Monate Getreide hat.

Naher Osten
Hedschasbahn: Die Araber werden aus der Mudauwara-Station vertrieben, trotz 3 Angriffe von jeweils 3 britischen Flugzeugen.

Seekrieg
Großbritannien: Der Alliierte Marineministerrat trifft sich zum ersten Mal in London (bis zum 23. Januar), einschließlich der Admirale Bon und Revel. Auf der Tagesordnung unter anderem die neutralen Gewässer und die potenzielle Angst vor einer deutschen Übernahme der russischen Schwarzmeerflotte.
Adria: Deutsche und Arbeiter im Arsenal von Pola im Streik bis zum 27. Januar, was zu einer Verschlechterung der Situation für die U-Boot-Reparaturen (bis zu 17 pro Tag) führt, obwohl die Anführer entlassen werden.

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: Ministerpräsident Seidlers Rücktritt abgelehnt. Die Deutschen in Böhmen fordern eine eigene Provinz.
Großbritannien: Thomson (Sonderangelegenheiten) berichtet über ‚eine entschiedene Zunahme von Briefen, welche für einen sofortigen Frieden eintreten‘.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 23. Januar 1918:

General Otto von Berlow
General Otto von Berlow führte die deutsche Vierzehnte Armee, die den erfolgreichen Angriff gegen Italien in der Schlacht von Caporetto durchführte. Er wird nun an der Westfront gebraucht.

Südfronten
Italienische Front: Das Hauptquartier der deutschen Vierzehnten Armee wird ausgelöst.

Ostfront
Brest-Litowsk: Trotzki unterbricht die Gespräche und bezeichnet die deutsche Politik als ‚ungeheuerliche Annexion‘.
Russland: Die Briten gründen die Gesellschaft Petrograd Trade Barter Co, um zu verhindern, daß alliierte Versorgungsgüter in die Hände der Deutschen gelangen. Kerenski erreicht Helsinki von Petrograd aus.

Seekrieg
Großbritannien: Die Konvoi-Schaluppen der Royal Navy und 20 PC-Patrouillenboote (Stützpunkt Pembroke) werden nicht mehr als Q-Schiffe (U-Boot-Fallen) eingesetzt. Sie fuhren zwar bereits seit Oktober 1917 regelmäßig mit Konvois, aber immer noch als getarnte Q-Schiffe.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 24. Januar 1918:

Arabische Infanterie der türkischen Armee
Arabische Infanterie der türkischen Armee auf dem Marsch.

Naher Osten
Mesopotamien: Türkische Luftangriffe auf Bagdad verursachen leichte Schäden (bis zum 25. Januar).
Arabien: Fakhri Beys 1.000 Soldaten aus Amman und Kerak überraschen die Araber östlich von Tafila.
Südpersien: Burmesische berittene Infanterie der Briten verursacht ca. 105 Verluste unter Räubern in Gumun nordöstlich von Shiraz (und am 27. Januar).

Westfront
Großbritannien: Generalleutnant Sir H. Lawrence wird zum Generalstabschef des BEF ernannt und ersetzt Generalleutnant Sir L. Kiggell.
Verdun: Französische Truppen wehren Überfälle nördlich der Aisne und im Wald von Caurieres ab. Letzte, geringfügige Meuterei in der französischen Armee.

Ostfront
Russland: Lenins sofortige Friedenspolitik wird mit 9 gegen 7 zugunsten Trotzkis ‚Kein Krieg – Kein Frieden‘ abgelehnt.
Krim: Rote Garden nehmen Feodosia und Jalta, unterdrücken eine Revolte der Tartaren.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 25. Januar 1918:

General Diaz mit britischem Genaerl an der Piave
Der neue italienische Oberbefehlshaber General Diaz mit einem britischen Divisionskommandeur an der Piave.

Südfronten
Piave: Die britische 5. Division übernimmt den Abschnitt des italienischen VIII. Korps bis zum 27. Januar.

Ostfront
Die deutsche Südarmee wird aufgelöst. Rumänische Truppen kämpfen bei Galatz an der Donau gegen die Roten.
Russland: Der Rote Kommissar für militärische Angelegenheiten befiehlt Seeleuten, alle ins Landesinnere gesandten Abteilungen zu unterstützen.

Naher Osten
Arabien – Schlacht bei Tafila: Lawrence 600 Araber (ca. 100 Verluste) vernichten Fakhri Beys Truppe (über 200 Kriegsgefangene und 2 Geschütze und 27 MGs erbeutet). Die Türken evakuieren Kerak und ziehen sich nach Amman zurück und Lawrence wird später mit dem Distinguished Service Cross ausgezeichnet. Die türkische Vierte Armee (Djemal Kuchuk) wird Falkenhayn unterstellt und erhält den deutschen Major Papen als Generalstabschef.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 26. Januar 1918:

Der Sieg ist sicher
Mit dem populären Hindenburg wird in Deutschland für Kriegsanleihen geworben.

Westfront
Deutschland: Die OHL veröffentlicht Der Angriff im Stellungskrieg, die ‚Bibel‘ der 1918er-Offensiven und betont den Durchstoß in die Tiefe mit Luftunterstützung.
Somme: Die britische Fünfte Armee löst die französische Dritte Armee im Abschnitt von St. Quentin nach Süden bis Barisis, südlich des Flusses Oise, bis zum 30. Januar ab.
Flandern: Haig speist mit Asquith, der seinen überlebenden Sohn besucht.

Ostfront
DIE UKRAINE ERKLÄRT IHRE UNABHÄNGIGKEIT.
Sibirien: Provisorische sozialistische Regierung in Tomsk gewählt.
Finnland: Die Roten Garden mobilisieren um Mitternacht.

Seekrieg
Irische See: U-Boote versenken den Dampfer Cork aus Dublin und den spanischen Frachter Giralda, das fünfzigste Opfer.
Ärmelkanal: Das zurücklaufende U 109 explodiert in der Dover-Sperre. Nur fünf deutsche Hochsee-U-Boote versuchen im Januar die Sperre zu durchbrechen. Der britische Zerstörer HMS Leven greift das Küsten-U-Boot UB 35 mit Wasserbomben an und versenkt es nördlich von Calais.
St.-Georgs-Kanal: Das britische PC62 rammt und versenkt U 84.
Der verlustreichste Tag des Krieges für die deutschen U-Boote.

Luftkrieg
Frankreich: Deutsche Flugzeuge bombardieren Dünkirchen, Calais und Boulogne.
Kanada: 4.036 Flieger für das britische Royal Flying Corps im vergangenen Jahr ausgebildet (dabei 34 tödliche Unfälle). 200 ausgebildete Piloten pro Monat werden 1918 nach Großbritannien geschickt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 27. Januar 1918:

Britische Soldaten der Mission von General Dunsterville
Britische Soldaten der Mission von General Dunsterville auf dem Marsch durch Nordmesopotamien in Richtung der russischen Erdölfelder von Baku im Kaukasus.

Mittlerer Osten
Mesopotamien: Die Dunsterville-Mission (200 Männer und 41 Fahrzeuge) verlässt Bagdad in Richtung Kermanshah (Endziel der Kaukasus).

Ostfront
Russland: Die Bolschewiki beenden die Beziehungen zu Rumänien, deren Gesandtschaft verlässt Petrograd am 28. Januar.

Südfronten
Trentino: (Asiago) Sassari-Brigade und 4 Alpini-Bataillone führen einen überraschenden Angriff und erobern Cols del Rosso und d’Echele zusammen mit dem Mt.Carone (bis 29. Januar), was einen Gegenangriff mit 4 Division auslöst, wodurch 2.500 Kriegsgefangene, 6 Geschütze und 100 MGs einbracht werden für 5.240 Mann Verluste.

Seekrieg
Atlantik: Das Cunard-Passagierschiff Andania wird durch U 46 vor Nordirland versenkt (7 Tote).
Nordsee: Der Royal Navy Air Service bombardiert Aertrycke und Engel (bis zum 28. Januar), sowie den Flugplatz Coolkerhe (bei Brügge) am 29. Januar.

Luftkrieg
Frankreich: 6 von 12 Airco D.H.4 der Nr. 55 Squadron bombardieren Kasernen und die Eisenbahn in Trier. Französische Bomber greifen Conflans (RFC bombardierte am 5. Januar) und Metz an.
Deutschland: Die Zweiten Leutnant des Royal Flying Corps Scholtz und Wookey (Kriegsgefangene am 17. Oktober 1917 in der Nähe von Cambrai, als sie in einem Bristol-Jäger abgeschossen wurden) werden zu 10 Jahren Zuchthaus verurteilt, weil sie Anti-Kriegs-Propagandaflugblätter hinter den deutschen Linien an der Westfront abgeworfen hatten.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 28. Januar 1918:

 britische Unterseeboot E11
Das britische Unterseeboot E11 operierte seit 1915 in den Dardanellen und konnte bereits ein altes türkisches Linienschiff versenken.

Seekrieg
Dardanellen: Das britische U-Boot E14 (11 Überlebende, welche in Kriegsgefangenschaft geraten) läuft auf eine Mine und sinkt bei Kum Kale, bei dem vergeblichen Versuch, den auf Grund liegenden Schlachtkreuzer Goeben zu torpedieren. Kommandant Leutnant G.S. White erhält posthum das Victoria Cross im einzigen Schiff der Royal Navy, worauf 2 Kapitäne dies erhalten haben.
Spanien: Ein deutsches U-Boot torpediert den Frachter Giralda. Die Regierung protestiert am 6. Februar.

Ostfront
BÜRGERKRIEG IN FINNLAND (bis zum 15. Mai): 9 Rotgardisten-Bataillone nehmen Helsinki, aber Mannerheim sichert Vaasa und entwaffnet die russischen Garnisonen (5.000 Kriegsgefangene, 37 Kanonen, 34 MGs, 8.000 Gewehre für 20 Mann Verluste bis zum 31. Januar). Sovnarkom beschließt die Bildung der Roten Armee der Arbeiter und Bauern.
Südrussland: Die Roten bekämpfen die Ukrainer in Luzk.
Don: Die Kosaken meutern und setzen Kaledin ab.
Baltikum: Baron Dellinghausen lädt die Deutschen ein, Estland zu besetzen.

Luftkrieg
Großbritannien: 233 Opfer bei einem Angriff unter Mondschein auf London in der Nacht vom 28./29. Januar durch 3 von 13 Gotha-Bombern (7 bombardieren Ziele, 1 verloren) und 1 von 2 gestarteten Gigant-Bombern. 3.200 kg Bomben werden abgeworfen. Rekord von 103 Abfangeinsätzen, bei denen 1 Bristol-Jäger durch den Gigant R12 abgeschossen und 1 Sopwith Camel durch eigenes Flakfeuer zerstört wird. Hackwill und Banks von der 44. Staffel in Camel-Jägern schießen ein Gotha GV bei Wickford (Essex) ab. Banks Camel ist ein spezielles Modell mit 3 MGs und mit beleuchtetem Neame-Ringsichtgerät. Eine 260-kg-Bombe vom Gigant-Bomber R12 schlägt in der London Odhams Press, Long Acre, ein, wobei es zu 118 der insgesamt 233 Peronenverluste der Nacht kommt.
Westfront: Alle Flüge britischer Flugzeuge mit Propaganda-Flugblättern über den deutschen Linen werden bis zum 31. Oktober ausgesetzt und es werden Ballons stattdessen verwendet.

Heimatfronten
Deutschland: Großer Friedensstreik von 400.000 Menschen in Berlin (bis zum 4. Februar).
Russland: Lenin befiehlt ‚Schickt Korn, Getreide und wieder Getreide ! Sonst wird Petrograd verhungern … um Himmels willen !‘
Rumänien: Das Bratianu-Kabinett tritt zurück.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 29. Januar 1918:

Fünfmotoriger Zeppelin Staaken
Fünfmotoriger Zeppelin Staaken ‚Gigant‘

Luftkrieg
Großbritannien: Wieder ein Luftangriff im Mondschein auf London (20 Tote) in der Nacht vom 29./30. Januar durch 3 von 4 gestarteten Gigant-Bombern. Die Verteidigung nimmt diese fälschlicherweise als 15 Gotha-Bomber an. Major Murlis Green (Kommandeur der 44). Staffel greift aus kurzer Entfernung R25 an (88 Treffer), entdeckt aber, dass die neue RTS-Munition vorzeitig explodiert. 4 andere Jäger (von 73 gestarteten) greifen auch ohne Erfolg an.

Ostfront
Ukraine: Rote Truppen nehmen Kiew und Odessa.

Geheimkrieg
Schweiz: Enver Pascha und Zahroff führen fruchtlose Gespräche, bei denen ersterer mitteilt, dass der deutsche Kaiser ihm gesagt hat, dass ‚die Zukunft von Mesopotamien und Palästina an der französischen Front entschieden wird.‘


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 30. Januar 1918:

Plakat des Kriegsamtes gegen Streiks.
Plakat des Kriegsamtes gegen Streiks.

Heimatfronten
Deutschland: Die Streiks breiteten sich auf 6 Großstädte aus, aber deren Führung ist gespalten.

Westfront
Das BEF steht nun auf einer Line vom Houthulst-Wald, nordöstlich von Ypern, nach Barisis, nordwestlich von Laon.

Ostfront
Brest-Litowsk: Die Gespräche werden nach Trotzkis Rückkehr fortgesetzt.
Russland: Politiker der Weißen bilden einen Verfassungsrat in Rostow. Lenin bestellt 25.000 Gewehre und 30 MG für die russischen Truppen in Finnland. Die Nachhut der britischen Panzerwagen-Schwadron läuft auf Schiffen aus Murmansk aus (bis zum 1. Februar).

Luftkrieg
Frankreich: Der erste von 31 Gotha-Angriffen auf Paris (259 Opfer), 267 Bomben (14 t) werden innerhalb von 30 Minuten durch 30 Gotha-Bomber abgeworfen (1 abgeschossen).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 31. Januar 1918:

Lenin als strahlender Held der Revolution
Lenin als strahlender Held der Revolution.

Ostfront
Russland: UdSSR PROKLAMIERT. Die Rote ‚1. Fliegende Kolonne‘ aus 400 Seeleuten nimmt Orenburg im Ural von Ataman Dutov.
Österreich-Ungarn: Generaloberst Böhm-Ermolli zum Feldmarschall befördert.

Seekrieg
Nordsee: Deutsche U-Boot-Minenleger versuchen bis Ende September, den Ankerplatz der britischen Grand Fleet und die Routen der Konvois aus Norwegen mit Minenfeldern aus je 36 Seeminen in 15-km-Abständen in einem Halbkreis einzufassen, aber nach dem dritten Minenfeld entdecken dies die Briten und räumen diese jeweils vor den nichts ahnenden Deutschen.
‚Schlacht bei der May-Insel‘: Bei einem Ausfall mit 5 Schlachtkreuzern aus Rosyth kommt in der Nacht vom 31. Januar zum 1. Februar zu einer katastrophalen Kollision von zwei U-Boot-Flottillen aus K-KLassen-Booten, bei der K4 und K17 mit 103 Menschenleben verloren gehen und zwei weitere beschädigt werden. Dazu wird auch der Schlachtkreuzer Inflexible und der Kreuzer Fearless beschädigt.
Admiral Sturdee verlässt die Grand Fleet und wird Oberbefehlshaber in Nore, Vizeadmiral Sir M. Browning übernimmt das 4. Schlachtgeschwader.
Alliierte und neutrale Schiffsverluste an U-Boote: 123 Schiffe (57 britische mit 291 Menschen) mit zusammen 302.088 t (davon 179.973 t britische). Die deutsche U-Boot-Zahl gibt 160 Schiffe im zusammen 295.630 Tonnen, einschließlich 61 Schiffe mit 141.166 Tonnen im Mittelmeer an (davon 7 mit 26.020 Tonnen durch die Österreicher). 10 U-Boote gingen verloren, davon 3 aus unbekannten Ursachen.
Deutschland: Der größte Zerstörer der Welt, S113, wird in Elbing (Ostsee) von Schichau mit 2.415 Tonnen und 106 Metern Länge und vier 15-cm-Geschützen, 4 Torpedorohren und 40 Minen von Stapel gelassen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 36 Knoten, aber seine schlechten Seeeigenschaften verhindert, dass es und 6 weitere vor dem Waffenstillstand von Stapel gelaufenen Schiffe einsatzbereit werden.

Luftkrieg
Westfront: Im Januar wird der Monatsrekord von 18 neuen Jastas (einschließlich der Nummern 48-63) nach 7 im Dezember 1917 aufgestellt. 14 neue Flugplätze gegenüber der 5. Armee des BEF.
Deutschland: Im Januar beträgt die monatliche Flugbenzin-Lieferung 6.000 Tonnen, was nur 50 % der Vorgaben ist.
Großbritannien: Im Januar beginnen drei neue nationale Flugzeugfabriken mit der Produktion (fünf weitere im Juli).
Mesopotamien: 2 Spad-Jäger des Royal Flying Corps schießen in der Nähe von Falluja einen deutschen Zweisitzer ab, aber die notgelandete Besatzung kann flüchten. Das Royal Flying Corps verliert 4 Flugzeuge durch Motorausfall im abgelaufenen Monat.

Heimatfronten
Deutschland: Kriegsrecht in Berlin und Hamburg ausgerufen, Fabriken militarisiert und viele Arbeiter werden eingezogen. OHL bereitet Divisionen für den Einsatz in der Heimat vor.
Russland: Dritter Sowjetkongress verabschiedet das ‚Grundgesetz der Landsozialisierung‘ (Dekret veröffentlicht am 19. Februar) und ersetzt den Julianischen durch den Gregorianischen Kalender.
Frankreich: Der Ticketschalter der Gare de Lyons wird nach den deutschen Luftangriffen auf Paris ‚belagert‘.


zurück Zurück zu Dezember 1917.


Quellenangaben und Literatur

Der I. Weltkrieg – Eine Chronik (Ian Westwell)
Chronicle of the First World War, 2 Bände (Randal Gray)


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