Inhalt und Buchkritik ‚Der Krieg, der viele Väter hatte‘ – Analyse und Bewertung.

Gerd Schultze-Rhonhofs Buch „Der Krieg, der viele Väter hatte“ wirft einen anderen Blick auf die Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Er stellt die bekannte These der deutschen Alleinschuld offen in Frage.
Das Werk des ehemaligen Generalmajors, erstmals 2003 erschienen, untersucht die europäische Politik von 1919 bis 1939. Schultze-Rhonhof meint, verschiedene Nationen hätten den Kriegsausbruch mitverursacht.
Er behauptet, Deutschland habe den Zweiten Weltkrieg zwar ausgelöst, aber nicht allein verschuldet. Besonders hebt er die Rollen anderer europäischer Mächte und deren Versäumnisse beim Versailler Vertrag hervor.
Die Veröffentlichung sorgte für Aufmerksamkeit und Streit. Schultze-Rhonhof nimmt historische Dokumente auseinander und hinterfragt die gängigen Positionen der Geschichtswissenschaft.
Er bettet seine Darstellung in einen gesamteuropäischen Kontext ein. Dabei schaut er auf die Interessen und Aktionen von England, Frankreich, Polen und den USA während der Zwischenkriegszeit.
Das Buch stellt unbequeme Fragen an die Geschichtsschreibung. Es liefert einen detaillierten Blick auf die politischen Entwicklungen der Epoche.
Hier folgt eine Analyse zu Inhalt, Argumentation und den Reaktionen aus Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Überblick über das Buch und den Autor

Gerd Schultze-Rhonhof veröffentlichte sein umstrittenes Buch über die Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs erstmals 2003. Es erschien beim Kopp Verlag und löste heftige Debatten in historischen Kreisen aus.
Gerd Schultze-Rhonhof: Biografie und Hintergrund
Schultze-Rhonhof wurde 1939 geboren. Er diente als Generalmajor in der Bundeswehr.
Seine Karriere umfasste mehrere Führungspositionen, bevor er 1996 in den Ruhestand ging. Danach wandte er sich historischen Themen zu, vor allem den Ursachen des Zweiten Weltkriegs.
Schultze-Rhonhof ist kein ausgebildeter Historiker. Seine militärische Laufbahn prägt seinen Blick auf Quellen und Akten.
Er betrachtet die Geschichte aus einer strategisch-militärischen Perspektive. Das unterscheidet ihn von klassischen Historikern.
Veröffentlichungsgeschichte und Verlage
Der Kopp Verlag mit Sitz in Rottenburg a. N. brachte das Buch heraus. Dort erscheinen oft Werke mit kontroversen Thesen.
Die erste Auflage erschien 2003. Später folgten mehrere weitere Auflagen und eine Sonderausgabe.
Die deutsche Originalfassung bildet die Basis aller weiteren Ausgaben. Der Verlag vermarktet das Buch als alternative Sicht auf die Kriegsursachen.
Traditionelle Verlage wollten das Buch nicht veröffentlichen. Das schweißte Autor und Kopp Verlag noch enger zusammen.
Positionierung im historischen Kontext
Das Werk steht außerhalb des historischen Mainstreams. Schultze-Rhonhof vertritt Thesen, welche die etablierte Wissenschaft ablehnt.
Er findet, die Schuldfrage müsse differenzierter betrachtet werden. Fachwissenschaftler gehen mit seiner Quellenauswahl und Interpretation hart ins Gericht.
Nach meiner Meinung belegt der Autor die unpopuläre These, dass das Deutsche Reich den Ersten und auch Zweiten Weltkrieg nicht einseitig gesucht hat, sondern auch andere Staaten und Großmächte Beihilfe geleistet oder gar den Kriegswusch gehegt haben.
Allerdings schadet er dieser leider zu selten vorgebrachten Sichtweise selbst, weil er Hitler schon fast als ‚Friedens-Apostel‘ darstellt – was für einen objektiven und gebildeten Leser doch etwas verstörend ist.
Die akademische Forschung weist seine Kernthesen zurück. Trotzdem hat das Buch ein Publikum, das gerade alternative Sichtweisen sucht.
Oft diskutiert man es im Zusammenhang mit revisionistischer Geschichtsschreibung. Schultze-Rhonhof selbst lehnt diese Einordnung ab.
Die Debatte um das Buch zeigt, wie groß die Kluft zwischen akademischer Forschung und populären Veröffentlichungen sein kann.
Zentrale Thesen und Inhalte des Buches

„1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte“ untersucht die Zeit von 1919 bis 1939. Dabei stellt der Autor die alleinige deutsche Kriegsschuld infrage.
Er analysiert, wie verschiedene europäische Staaten und ihre Interessen zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs beitrugen.
Die Vielschichtigkeit der Kriegsauslöser
Schultze-Rhonhof meint, es gab nicht nur einen Verursacher des Krieges. Er beschreibt eine komplizierte Lage, in der viele Länder mit ihrer Politik zur Eskalation beitrugen.
Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wuchs der Nationalismus in Europa. Diese Tendenzen hörten auch in der Zwischenkriegszeit nicht auf.
Jeder Staat verfolgte seine eigenen Ziele. Niemand wollte wirklich eine überregionale Führungsrolle übernehmen.
Schultze-Rhonhof betrachtet die deutsche Geschichte nie isoliert. Sein gesamteuropäischer Blickwinkel zeichnet ein anderes Bild der Ereignisse.
Europäische Mächte und ihre Interessen
England setzte weiterhin auf das Gleichgewicht der Kräfte und seine Weltmachtpolitik. Frankreich war nach wie vor auf Rivalität mit Deutschland fixiert, vor allem wegen Elsaß-Lothringen.
Das Verhältnis zwischen Deutschland und Russland blieb angespannt. Polen strebte mit Beistandsversprechen nach mehr Einfluss.
Die USA bewegten sich trotz Neutralität unter Roosevelt langsam auf eine Konfrontation mit Deutschland zu. Jeder dieser Staaten wollte seine eigene Position stärken – kein Wunder, dass es immer wieder zu Konflikten kam.
Das Buch zeigt, wie England seine Flotte und Frankreich sein Heer und die Luftwaffe aufrüsteten.
Rolle des Versailler Vertrags im historischen Verlauf
Der Versailler Vertrag steht im Zentrum von Schultze-Rhonhofs Argumentation. Er sieht darin einen wichtigen Auslöser für den Zweiten Weltkrieg.
Der Vertrag gab Deutschland die Alleinschuld am Ersten Weltkrieg und forderte hohe Reparationszahlungen. Deutschland zeigte sich bereit, die Vereinbarungen einzuhalten.
Die anderen Unterzeichnerstaaten wollten ihre Truppenstärken ebenfalls reduzieren, taten es aber letztlich nicht. Deutschland fühlte sich dadurch nicht mehr an die Obergrenzen gebunden.
Schultze-Rhonhof behauptet, Deutschland habe sich als einziger Nationalstaat zunächst an den Vertrag gehalten. Dass andere Staaten die Bedingungen ignorierten, führte zu wachsender Unruhe.
Diese Widersprüche in der europäischen Politik trugen zur Eskalation bei. Die Lage wurde immer angespannter.
Analyse der historischen Argumentation
Schultze-Rhonhofs Buch unterscheidet sich stark von der klassischen Geschichtsschreibung. Er stützt sich auf viele internationale Quellen und Archive.
Die zentrale These: Deutschland trägt nicht allein die Schuld am Kriegsausbruch. Das fordert die traditionelle Sichtweise heraus.
Vergleich zu etablierten Geschichtsnarrativen
Die deutsche Originalfassung von „Der Krieg, der viele Väter hatte“ weicht deutlich von gängigen Geschichtsbildern ab. Während viele Historiker Deutschland und Hitler als Hauptverantwortliche sehen, bietet Schultze-Rhonhof eine multipolare Perspektive.
Er meint, Deutschland habe zwar den Krieg ausgelöst, aber nicht allein verursacht. Er verfolgt die Entwicklung bis ins Jahr 1900 zurück.
Diese Darstellung widerspricht der üblichen Geschichtsschreibung in Deutschland. Schultze-Rhonhof findet, sie blende wichtige Kontexte aus.
Um die Komplexität zu erklären, benutzt er das Bild von bemalten Glasscheiben. Die oberste Scheibe zeigt Deutschlands erste Kriegshandlung, darunter liegen die Interessen anderer Mächte.
Bewertung der Quellen und Belege
Schultze-Rhonhof nutzt internationale Quellen, die in der deutschen Forschung oft wenig Beachtung finden. Er setzt auf Querverbindungen zwischen Ereignissen, weniger auf eine strenge Chronologie.
Im Buch finden sich 35 Karten und 14 Abbildungen. Besonders wichtig ist seine Analyse der Schlüsseldokumente aus den Nürnberger Prozessen.
Er betrachtet diese Dokumente kritisch, obwohl sie ursprünglich als Beleg für die Kriegsplanung der Reichsführung galten. Seine Auswahl und Interpretation der Quellen sorgen für Streit.
Kritiker werfen ihm Geschichtsrevisionismus vor. Sie bemängeln, wie er historische Fakten liest und bewertet.
Diskussion um die deutsche Alleinschuld
Im Zentrum von „Der Krieg, der viele Väter hatte“ steht die Infragestellung der deutschen Alleinschuld. Gerd Schultze-Rhonhof meint, dass auch andere westliche Großmächte am Ausbruch des Kriegs beteiligt waren.
Er spricht offen von „Regierungskriminalität“ auf allen Seiten. Niemand habe wegen Danzig, zur Rettung Polens oder aus humanitären Gründen gekämpft – es ging, so Schultze-Rhonhof, um nationale Interessen.
Die Mitschuld der deutschen Regierung blendet er nicht aus, sondern belegt sie mit Beispielen. Seine Sichtweise löst regelmäßig hitzige Debatten in der Geschichtswissenschaft aus.
Kritiker werfen dem Buch vor, Deutschlands Verantwortung zu verharmlosen. Die Frage nach den Ursachen und der Verantwortung für den Zweiten Weltkrieg bleibt umstritten.
Rezeption und Kontroversen

Seit seiner Veröffentlichung 2003 sorgt Schultze-Rhonhofs Buch für Diskussionen. Viele ordnen es als geschichtsrevisionistisch, ultrakonservativ oder gar rechtsextrem ein.
Kritik am wissenschaftlichen Ansatz
Historiker kritisieren, dass das Buch einseitig und selektiv mit Quellen umgeht. Schultze-Rhonhof legt einen starken Fokus auf Themen wie die Rüstungspolitik nach 1918 und die Lage der deutschen Minderheiten.
Er greift häufig auf Hitlers Reden zurück, die Hitler als friedliebenden Staatsmann darstellen. Die dunkle Seite Hitlers als Diktator und Massenmörder bleibt dabei weitgehend außen vor.
Viele meinen, das Buch erfüllt wissenschaftliche Standards nicht. Wichtige Zusammenhänge werden einfach ausgeblendet.
Die These, Hitler habe den Krieg ausgelöst, aber nicht allein verschuldet, akzeptiert die Mehrheit der Fachwelt nicht.
Debatte zu Geschichtsrevisionismus
Revisionismus passt als Begriff zu Schultze-Rhonhofs Ansatz. Er stellt mit seiner Interpretation von Dokumenten aus den Nürnberger Prozessen den etablierten Konsens infrage.
Das Buch rührt an Themen, die in der Forschung lange als Tabu galten. Schultze-Rhonhof behauptet, Deutschland habe den Versailler Vertrag eingehalten, andere Nationen jedoch nicht.
Er nennt Zahlen: Frankreich zählte 1923 rund 724.000 Soldaten, Polen 275.000, Deutschland durfte nur 115.000 Mann haben. Seine Darstellung der polnischen Minderheitenpolitik stützt sich auf historische Quellen, etwa Aussagen vor dem britischen Oberhaus.
Kritiker warnen, dass diese Argumentationslinie die deutsche Schuld relativiert.
Resonanz bei Lesern und Fachpublikum
Bis 2012 kam das Buch auf sieben Auflagen und erschien beim Kopp Verlag. Es gibt offenbar eine feste Leserschaft dafür.
Die Fachwelt lehnt das Werk weitgehend ab. Manche Rezensenten sehen darin immerhin einen Versuch, blinde Flecken der Forschung anzusprechen.
Andere warnen, dass solche Werke in die Irre führen können. Die Faktenlage bleibt eindeutig: Das Dritte Reich begann den Zweiten Weltkrieg und verübte Massenmord an Juden, Sinti und Roma.
Bewertung und Fazit
Das Buch liefert eine umstrittene Sicht auf die Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs. Fachhistoriker reagieren durchweg kritisch.
Stärken und Schwächen des Buches
Die größte Schwäche von „1939 – Der Krieg, der viele Väter hatte“ liegt in der selektiven Quellenauswahl. Schultze-Rhonhof zitiert oft unvollständig oder reißt Dokumente aus dem Zusammenhang.
Bei Hitlers Weisung vom 20.5.1938 fehlt ein wichtiger Teil, der die Kriegsabsichten klarmacht. Auch das Hoßbach-Protokoll wird von ihm angezweifelt, obwohl die Forschung das längst geklärt hat.
Er ignoriert zentrale Belege für Hitlers Expansionspläne. Dokumente zum „Fall Grün“ werden so verkürzt dargestellt, dass Hitlers Rolle bei der Zerschlagung der Tschechoslowakei kaum noch erkennbar bleibt.
Fachhistoriker wie Christian Harmann (FAZ) und die Welt haben diese Vorgehensweise deutlich kritisiert.
Das Buch verbreitet die längst widerlegte Präventivkriegsthese. Die Forschung hat diese Sichtweise nicht übernommen.
Empfehlung für Zielgruppen
„Der Krieg, der viele Väter hatte“ eignet sich nicht als Fachliteratur. Die Thesen widersprechen zu sehr dem Stand der Wissenschaft.
Wer sich seriös mit der Vorgeschichte des Kriegs beschäftigen will, ist mit anerkannten Werken besser beraten. Dort werden Quellen vollständig und im richtigen Kontext verwendet.
Trotzdem zeigt das Buch, wie durch gezielte Quellenwahl Mythen entstehen. Wer verstehen will, wie revisionistische Geschichtsbilder funktionieren, kann es als Beispiel heranziehen – aber bitte nur mit kritischer Begleitlektüre und wissenschaftlich fundierten Quellen.
Informationen rund um das Buch

Das Buch gibt’s in verschiedenen Ausgaben und über mehrere Kanäle. Der Vertrieb läuft hauptsächlich über den Kopp Verlag, der eine breite Auswahl und flexible Bestellmöglichkeiten bietet.
Verfügbare Ausgaben und Sonderausgaben
„Der Krieg, der viele Väter hatte“ erschien seit der Erstauflage in mehreren Versionen. Die vierte, überarbeitete und erweiterte Ausgabe brachte der Olzog Verlag heraus.
Später übernahm der Kopp Verlag den Vertrieb. Das Buch gibt’s als gebundene Ausgabe mit ausführlicher Dokumentation und Quellenangaben.
Die verschiedenen Auflagen unterscheiden sich teils im Umfang und bei den behandelten Themen. Neuere Editionen enthalten zusätzliche Analysen zur Vorkriegsgeschichte.
Bezugsquellen und Kundenservice
Der Hauptvertrieb läuft über Kopp Verlag e.K., Bertha-Benz-Str. 10 in Rottenburg a. N. Im Gesamtsortiment sind 15 Mio. Artikel lieferbar.
Kunden können das Buch auf die Merkliste setzen oder direkt in den Warenkorb legen. Der Verlag stellt Verbraucherinformationen und Datennutzungshinweise bereit, wie von Google Ireland Limited gefordert.
Kommt es zu technischen Problemen beim Bestellen, erscheint die Meldung Fehler aufgetreten. Der Kundenservice hilft bei Rückfragen weiter.
Bestelloptionen und Versandbedingungen
Beim Kopp Verlag kann man auf Rechnung kaufen. Es gibt keinen Mindestbestellwert.
Die Lieferung erfolgt versandkostenfrei in Europa bei normalen Bestellungen. Das Buch ist so in vielen Ländern leicht zugänglich.
Im Sortiment finden sich außerdem bio-zertifizierte Produkte. Die Versandbedingungen stehen transparent auf der Verlagswebsite.
Häufig gestellte Fragen

Schultze-Rhonhofs Buch wirft viele Fragen zur Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs auf. Die Debatte dreht sich um seine Quellenwahl, seine Methode und die Bewertung durch Fachhistoriker.
Welche Hauptargumente präsentiert Gerd Schultze-Rhonhof in seinem Buch ‚Der Krieg, der viele Väter hatte‘?
Schultze-Rhonhof behauptet, der Zweite Weltkrieg sei nicht allein auf Hitlers Aggression zurückzuführen. Er hebt die Rolle anderer europäischer Staaten bei der Entstehung des Konflikts hervor.
Das Buch legt einen Schwerpunkt auf die Rüstungspolitik nach 1918. Deutschland hielt sich an die im Versailler Vertrag festgelegten Grenzen: 100.000 Mann im Heer, 15.000 in der Marine.
Die Siegermächte hätten laut Schultze-Rhonhof diese Vereinbarungen zuerst gebrochen. Er nennt für 1923: Frankreich 724.000 Soldaten, Polen 275.000, Tschechoslowakei 140.000, Belgien 113.000.
Diese Staaten bauten ihre Reserven weiter aus. Ein weiteres Hauptargument betrifft die Behandlung deutscher Minderheiten in Polen nach 1918.
Schultze-Rhonhof zitiert Lord Noel-Buxton, der 1932 im Oberhaus erklärte, eine Million Deutsche seien aus dem Korridor und Posen abgewandert. Die Zahl deutscher Schulen in Polen sank von 564 im Jahr 1919 auf 83 im Jahr 1930.
Er nutzt Hitlers Reden, um angeblich friedliebende Absichten zu belegen. Genau diese Darstellung steht im Zentrum der Kritik.
Wie wird die historische Methodik von Schultze-Rhonhof in ‚Der Krieg, der viele Väter hatte‘ von Fachhistorikern bewertet?
Viele Fachhistoriker werfen Schultze-Rhonhof eine ziemlich selektive Quellenauswahl vor. Er pickt sich bestimmte Aspekte der Geschichte heraus und blendet wichtige Zusammenhänge einfach aus.
In der Geschichtswissenschaft gilt sein Vorgehen als revisionistisch. Er zitiert auffällig oft aus Hitlers Reden, die den Diktator fast schon als friedliebend erscheinen lassen.
Die andere Seite, nämlich Hitler als größenwahnsinnigen Massenmörder, gerät dabei ziemlich ins Hintertreffen. Kritiker finden, dass Schultze-Rhonhof dadurch ein verzerrtes Bild zeichnet.
Seine Methodik führt letztlich zu fragwürdigen Schlussfolgerungen über die Ursachen des Krieges. Historiker wie Götz Aly oder Ian Kershaw arbeiten dagegen mit viel breiterem Quellenmaterial und ordnen ihre Ergebnisse sorgfältiger ein.
In der wissenschaftlichen Gemeinschaft stößt Schultze-Rhonhofs Ansatz auf Skepsis, weil er eine tendenziöse Darstellung der Geschichte liefert. Die meisten sehen ihn deshalb nicht als Teil des akademischen Diskurses.
Welche Quellen verwendet Gerd Schultze-Rhonhof in seiner Darstellung der Vorgeschichte des Zweiten Weltkrieges?
Schultze-Rhonhof greift auf verschiedene zeitgenössische Aussagen britischer Politiker und Zeitungen zurück. Er nimmt zum Beispiel Lord Noel-Buxtons Rede vom 15. Juni 1932 im Oberhaus und zitiert den Manchester Guardian vom 14. Dezember 1931 zur Lage der Minderheiten in Polen.
Im Buch analysiert er sogenannte Schlüsseldokumente aus den Nürnberger Prozessen. Diese Dokumente sollten eigentlich die langfristige Weltkriegsplanung der Reichsführung belegen, aber Schultze-Rhonhof liest sie anders als die Ankläger damals.
Er zieht auch Bestimmungen des Versailler Vertrags heran, vor allem Artikel 8 und 160. Diese Artikel betreffen die Abrüstung und die Größe der deutschen Streitkräfte.
Berichte der Interalliierten Kontrollkommission nutzt er als Beweis für deutsche Vertragstreue. Hitlers Reden spielen in seiner Arbeit eine zentrale Rolle.
Allerdings verwendet er diese Propagandamaterialien meist ohne kritische Einordnung, was methodisch ziemlich fragwürdig bleibt.
Inwiefern bietet ‚Der Krieg, der viele Väter hatte‘ eine alternative Sichtweise auf die Ursachen des Zweiten Weltkrieges?
Das Buch behauptet, Deutschland habe nicht allein den Krieg ausgelöst. Schultze-Rhonhof sieht die Verantwortung bei mehreren europäischen Staaten.
Er kritisiert die Rüstungspolitik der Siegermächte und nennt sie eine Vertragsverletzung. Polen, Frankreich und andere Länder bauten ihre Armeen aus, während Deutschland offiziell auf 100.000 Soldaten begrenzt blieb.
Schultze-Rhonhof meint, diese militärische Überlegenheit habe Deutschland unter Druck gesetzt und zur eigenen Aufrüstung gezwungen.
Außerdem spricht er die Behandlung deutscher Minderheiten in Polen an.







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