Kriegstagebuch 17. April 1919


Russisches Mädchen, Opfer der verheerenden Hungersnot
Russisches Mädchen, Opfer der verheerenden Hungersnot, die durch den Bürgerkrieg entstanden ist.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 17. April 1919:



Russland: Die Alliierten lehnen Dr. Nansens Angebot für Nahrungsmittel-Lieferungen an Russland ab, solange die Kämpfe nicht eingestellt werden.
Nordrussland: General Maynards Weiße verjagen die Roten am Vigo-See im Abschnitt Murmansk. Zweites Gefecht bei Bolsche-Oserki im Abschnitt Archangelsk.

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Im Blickpunkt:
  • 420-mm-Haubitze 'Dicke Berta' in Feuerstellung.

    Kurze Marinekanone 14 L/12 (M-Gerät) ‘Dicke Berta’. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und Modell. Dicke Berta Typ: Überschwerer Mörser. Geschichte Der Schlieffenplan hatte die Absicht, einen deutschen Sieg über Frankreich sicherzustellen. Dementsprechend sollten die deutschen Armeen durch Belgien vorrücken, um die französischen Armeen in der Flanke zu packen. Der Plan wurde in den 1890er Jahren konzipiert und bis 1914 fast zur Perfektion gebracht. Voraussetzung dafür war jedoch der Einmarsch in einen neutralen Staat (Belgien) und die schnelle Einnahme der Sperrforts von Lüttich und Namur, welche zu den stärksten der Welt gehörten. Dazu war schwerste Artillerie notwendig und das war der Punkt, ab dem die Firma Krupp beteiligt wurde. Während früherer Jahre war Krupp für eine lange Serie von überschweren Kanonen und Haubitzen verantwortlich gewesen, aber die belgischen Festungen zu besiegen, erforderte jedoch schon einen besonderen Entwurf. Es wurde eine Reihe von Studien mit großkalibrigen Waffen durchgeführt, welche letztlich zu der 420-mm-Haubitze ‘Gamma’ führten. Dieses eindrucksvolle Monster konnte eine so schwere Granate so genau verschießen, dass jede Befestigung zerstört werden konnte. Aber Gamma war ein statisches Geschütz, entworfen um für den Transport in Einzelteile zerlegt zu werden und nach dem Eisenbahntransport wieder zusammengebaut zu werden. Zwar schätzten die deutschen Planer die Feuerkraft von Gamma, wollten aber eine Waffe, welche auch auf Straßen transportiert werden konnte. Die Konstrukteure bei Krupp konnten nach einiger Forschung auch dafür eine Lösung präsentieren. Dies war ein vergrößertes und verändertes Fahrgestell, welches ursprünglich für eine 305-mm-Haubitze vorgesehen war. Daraus wurde das M-Gerät geboren. Dessen Entwicklung fand jedoch im allerletzten Augenblick statt und die großen Haubitzen konnten gerade noch im August 1914 in den Krieg ziehen. Diese Geschütze wurden bald als Dicke Berta von ihren Mannschaften bezeichnet und dieser Name prägte sich ein. Diese Mannschaften gehörten zu einer Spezialeinheit – genannt ‘Kurze Marinekanone 3’ – und lediglich zwei Haubitzen gingen Anfangs gegen die belgischen Forts in Stellung. Sie wurden über Straßen herangeführt, in jeweils fünf Teilen, welche von Traktoren gezogen wurden. Die Lafette wurde so entworfen, dass die Haubitzen mit einem Minimum an Arbeits- und Zeitaufwand vor Ort zusammengebaut werden konnten. Es standen spezielle panzerbrechende Geschosse sowie herkömmliche, hochexplosive Granaten zur Verfügung. Die Auswirkungen dieser großen Haubitzen sind in die Militärgeschichte eingegangen. Innerhalb weniger Tage wurden die mächtigen Forts von Lüttich zerschlagen und waren gezwungen, zu kapitulieren. Bald danach folgten die Forts von Namur. Die 420-mm-Granaten waren in der Lage tief in das Erdwerk einzudringen, bevor sie explodierten und die daraus resultierenden Schockwellen erschütterten die Forts bis auf ihre Fundamente. Dies hatte eine enorme Auswirkung auf die Moral sowie eine derartig zerstörerische Wirkung, dass die jeweiligen Garnisonen nach ein paar Tagen ununterbrochenen Beschuss sich in einem Zustand des nervlichen Zusammenbruchs befanden. Nach dem Einsatz in Belgien zog die Batterie an die russische Front, wo sie die Erfolge wiederholt. Die Haubitzen wurden bald durch weitere, neue Exemplare aus den Krupp-Werken ergänzt und noch mehr wurden an der Westfront zum Einsatz gebracht. Jedoch musste bald festgestellt werden, dass die Schussgenauigkeit der Haubitze nach schon einer begrenzten Anzahl von Schüssen, welche den Lauf verlassen hatten, nachließ und folglich sich auch die zerstörerische Wirkung reduziert. Obwohl die Dicke Bertha eine maximale Reichweite von 12.250 Metern hatte, lag ihre beste Genauigkeit bei etwa 9.490 Metern. Ein weiteres Problem kam schmerzlich ans Licht, als entdeckt wurde, dass die Projektile sehr empfindlich waren und detonieren konnten, wenn sie sich nach dem Abschuss noch im Lauf befanden, und auf diese Weise viele Rohre zerstört wurden. Die Dicke Berta erzielte ihre beste Wirkung gegen die belgischen Forts, wofür sie ja auch ursprünglich entworfen wurden. Danach nahm ihre Bedeutung jedoch ab und ein Kennzeichen dafür ist, dass obwohl viele vor Verdun verwendet wurden, es in den französischen Meldungen praktisch keine Erwähnung über sie gibt. Dies ist ein klares Anzeichen dafür, dass ihre Tage als Zerstörer von modernen Festungen gezählt waren. Keine durfte nach dem Waffenstillstand von 1918 mehr vorhanden sein, aber eine ‘Gamma’-Haubitze, welche bei der Entwicklung der Dicken Berta verwendet wurde, blieb vergessen – und wurde im 2. Weltkrieg bei der Belagerung von Sewastopol im Jahr 1942 eingesetzt. Spezifikationen Kurze Marinekanone 14 L/12 (M-Gerät) ‘Dicke Berta’ Spezifikationen: Einsatzstatistik: Leistungen der Dicken Berta Da die Dicke Berta mit verschiedenen Ladungen schie­ßen konnte, die der jeweiligen Schussentfernung angepasst wurden, so war die Auftreffwucht bei Verwendung der größten Ladung und der dazugehörigen größten Geschwindigkeit natürlich am größten; sie betrug bei dem an die Eisenbahn gebundenen Gamma-Gerät im Höchstfall 6000 mt, bei dem fahrbaren M-Gerät aber nur rund 3500 mt. Zum Vergleich sei erwähnt, dass die Auftreffwucht einer 30,5-cm-Granate im Durchschnitt rund 2000 mt, einer 21-cm-Granate rund 600 mt und einer 15-cm-Granate nur rund 200 mt beträgt. Auch die Energie der Detonationsgase der Sprengla­dung lässt sich mathematisch ziemlich genau ermitteln, da 1 kg der damals üblichen nitrierten Sprengstoffe ein Arbeitsvermögen von rund 350 mt besaß. Die Leistung der Detonationsgase der 42-cm-Granate betrug rund 38000 mt, der 30,5-cm-Granate rund 14000 mt, der 21-cm-Granate rund 6000 mt und der 15-cm-Granate rund 1900 mt. Die Energien der 42-cm-Granate waren also an sich gewaltig. Man muss in der Technik schon zu unseren großartigsten maschinellen Anlagen greifen, um dem Laien ein Vergleichsbild von der Riesenhaftigkeit der Leistung zu geben, die in dem doch verhältnismäßig kleinen Geschosse steckte. Die reine Bewegungsenergie der 42-cm-Granate kommt etwa derjenigen von 4 je 50 t schweren D-Zugwagen bei 90 km Stundenge­schwindigkeit und die Energie von 5 42-cm-Sprengla­dungen etwa derjenigen gleich, die ein großer Ozean­dampfer von 30000 t bei einer Stundengeschwindigkeit von 22 Seemeilen sekündlich leistet. Würde der obige D-Zug gegen einen Betonblock rasen, so würde er voll­kommen zerschellen, während der letztere nur gering­fügige äußerliche Abschürfungen erhielte. Die Granate dagegen bohrt sich mit ihrer harten massiven Stahl­spitze in den Beton und bleibt unversehrt. Wie groß war nun aber nicht nur die ideelle mathemati­sche Wirksamkeit, sondern die tatsächliche Wirkung der 42-cm-Geschosse gegen Betonziele ? Diese Wir­kung ist eine Funktion von so vielartigen Einzelfaktoren wie der Auftreffwucht, der Geschossform, dem Ge­schoss-Werkstoff, dem Auftreffwinkel, der äußeren Be­schaffenheit und der inneren Widerstandsfähigkeit des Zieles, der Art und Form der Sprengladung, der Zünd­einleitung usw., dass mehr …

  • Char 2C

    Französischer schwerer Kampfpanzer Char 2C und andere Panzer bis zur Wiederaufrüstung 1935. Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Bilder und Modell des überschweren Panzers vom Ende des Ersten Weltkrieges. Char de Rupture 2C Typ: Schwerer Kampfpanzer. Geschichte Ein großes Problem mit den ersten beiden französischen Kampfpanzern Saint-Chamond und Schneider-Panzer im 1. Weltkrieg war, daß beide Typen breite deutsche Gräben an der Front nicht überwinden konnten. Deshalb begann die Forges et Chanitier de la Mediterranee – kurz FCM – in La Seyne bei Toulon im Jahr 1916 mit der Entwicklung eines verbesserten ‘Durchbruchspanzers’. Die ersten beiden Prototypen wurden im Dezember 1917 fertiggestellt. Von diesen hatte einer ein elektrisches Getriebe, während der andere ein mechanisches eingebaut bekam. Bezeichnet als Char FCM 1A und 1B, hatte beide eine Besatzung aus sieben Mann und der erst genannte wog schon die stattliche Summe von 41 Tonnen. Beide wurden von Renault-12-Zylinder-Benzinmotoren angetrieben, wodurch sie eine maximale Geschwindigkeit von knapp 6,4 km/h erreichten. Der Char FCM 1A war mit einer 75-mm-Kanone im Turm und mehreren Maschinengewehren bewaffnet. Dagegen verfügte der FCM 1B statt einer 75-mm sogar über eine 105-mm-Kanone. Aus dem FCM 1B wurde ein dritter Typ entwickelt, der Char 1C. Dieser wog sogar über 70 Tonnen, hatte eine Besatzung von 10 Mann und war mit einer 75-mm-Kanone und vier Maschinengewehren bewaffnet. Dieser Panzer verfügte ebenfalls über ein elektrisches Getriebe. Als wäre das nicht genug, gab es noch Versuche mit einem 141-Tonnen-Monster mit einer Besatzung von 28 Mann und nicht weniger als vier 75-mm-Kanonen. Größe, Gewicht und Feuerkraft schienen die Formel zu sein, um das dichte Stellungssystem der Westfront zu durchbrechen. Entwicklung Diese schweren Durchbruchspanzer wurden alle nicht übernommen, aber aus dem FCM 1A wurde der Char 2C entwickelt, von welchem 10 Stück im Jahr 1918 gebaut wurden. Dabei wurden Motoren von deutschen Zeppelinen für das elektrische Getriebe eingebaut, zuerst der 180/200-PS-Mercedes-Motor und dann 250-PS-Maybach-Motoren. Allerdings wurden diese schweren Panzer erst nach dem Waffenstillstand in Dienst gestellt und kamen somit während des Ersten Weltkrieges nicht mehr zum Einsatz. Eigentlich sollten 300 dieser Giganten für die Durchbruchsschlachten des Jahres 1919 nach einer Bestellung vom Februar 1918 fertiggestellt werden, aber die Aufträge wurden mit Kriegsende storniert. Der Char 2C war eine beeindruckende Waffe für seine Zeit. Es war der erste Panzer, welcher mit einer 75-mm-Kanonen in einem drehbaren Turm bewaffnet war, welche gewöhnliche Artilleriegranaten verschoss. Dazu kamen noch vier Maschinengewehre, von denen eines in der Wanne nach vorne, eines zu jeder Seite und ein weiteres in einem kleinen Turm auf dem Heck montiert waren. Dies alles zu einem Zeitpunkt, wo der neuste britisch-amerikanische Tank Mark VIII ‘International’ lediglich zwei 6-Pfünder-Kanonen mit beschränktem Richtbereich in seinen Erker-Ausbuchtungen trug. Die über die vollständige Länge des Panzers von 10,27 Metern angebrachten Kettenlaufwerke ermöglichten diesem eine eindrucksvolle Grabenüberschreitfähigkeit von 4,25 Metern. Dazu kam noch eine Panzerung von bis zu 45 mm, mehr als doppelt soviel wie jeder andere Panzer zu dieser Zeit. All das zusammen ergab nun ein Gewicht von 68 Tonnen, was natürlich einen schnellen Transport in das Einsatzgebiet erschwerte. Trotzdem erreichte der Char 2C noch 12 km/h, was zumindest genauso gut war – wenn nicht sogar besser – als bei den meisten anderen schweren Panzern seiner Zeit. Dies war eine akzeptable Marschgeschwindigkeit für den Grabenkrieg, für welchen dieser Panzer ursprünglich entworfen war. Im Einsatz Die 10 gebauten Char 2C wurden 1921 beim 51. schweren Panzer-Bataillon in Dienst gestellt und bis 1927 wurden verschiedene Detailverbesserungen an den Panzern vorgenommen. Viele davon betrafen die Kettenaufhängung, die intern Kommunikation zwischen den nunmehr 13 Besatzungsmitgliedern und der Einbau von Funkgeräten. Ein Char 2C wurde 1926 zurück zur FCM-Fabrik geschickt, um eine kurze 155-mm-Haubitze, zusätzliche Panzerung und Sautter-Harle-Motoren anstatt der zwei Maybach-Motoren zu erhalten. Dieser einzige Panzer wurde als Char 2C bis bezeichnet und war der Grund für einige Gerüchte über eine neue Generation französischer überschwerer Panzer. Die 10 vorhandenen Char 2C wurden jedoch in den 1930er Jahren modernisiert und befanden sich bei Beginn des 2. Weltkrieges beim 51. schweren Panzer-Bataillon zur Unterstützung der Maginot-Linie im Einsatz. Zu einem Kampfeinsatz kamen sie jedoch nicht mehr, da sie beim Abtransport in Richtung der Kampfzone auf ihren Eisenbahn-Sonderwaggons von deutschen Flugzeugen zerstört wurden. Benutzer: Frankreich. Spezifikationen Char de Rupture 2C Spezifikationen: Französische Panzer vom Weltkrieg bis zur Wiederaufrüstung 1935 Nach dem Ende des Krieges im Jahr 1918 war der einzige im Dienst befindliche brauchbare französische Panzer der Renault FT-17, abgesehen von noch einigen wenigen britischen Tank Mark V. Der Bau der neuen schweren Char 2C hatte zwar begonnen, um die Panzer für die geplanten Durchbruchsschlachten für 1919 zur Verfügung zu haben, aber das Ende der Feindseligkeiten beendete die Produktion irgendwelcher weiterer Panzer. General J.-E. Estienne, Kommandant und ‘Vater’ der Panzerverbände der Kriegszeit (Artillerie d’Assault) drängte zwar weiterhin auf die Entwicklung von Panzern, welche in großer Masse als entscheidende Waffe auf dem Schlachtfeld eingesetzt werden konnten, aber seine Stimme war in Friedenszeiten die eines einsamen Wolfs. Wenn er auch für die technische Panzer-Entwicklung verantwortlich war, war dies jedoch nicht ein Posten, von dem er aus viel Einfluss hatte. Trotzdem wurden zweifellos unter dem Einfluss von General Estienne vom französischen Armee-Hauptquartier im Juli 1920 eine Anweisung herausgegeben, welche die Entwicklung einer breiten Palette von Panzern forderte. Diese reichte von leichten, mit Maschinengewehren bewaffneten Panzern für die Infanterieunterstützung bis zu größeren Fahrzeugen, welche Haubitzen zur Feuerunterstützung mit einer Reichweite von bis zu 4.000 Metern tragen sollten. Dazu sollten noch ‘Durchbruchspanzer’ kommen, welche auch feindliche Panzer bekämpfen können. Zusätzlich waren auch noch verschiedene Spezial-Panzer vorgesehen, darunter zur Funkübertragung, Überwindung von Hindernissen, Nachschub und ausgerüstet mit Suchscheinwerfern. Zusammen genommen wahr es ein schöpferisches Programm, was den Panzer als die hauptsächliche Offensiv-Waffe ansah. Wenn diesem in dem ursprünglich vorgesehenen Geist gefolgt worden wäre, hätte dies zu einer Verringerung der Infanterieverbände und zu mehr Aufmerksamkeit für eine Luftunterstützung für die mechanisierte Kriegführung geführt. Jedoch standen diese Gedanken im Gegensatz zu den grundlegenden Prinzipien der französischen Militär-Philosophie dieser Zeit und wurde schnell im Januar 1921 durch überarbeitete Anweisungen einer speziell gebildeten Kommission unter dem General Buat, dem Generalstabschef des Armee-Hauptquartiers, abgelöst. Von nun an war der Panzer mehr …

  • Pak 40

    7,5-cm Panzerabwehrkanone Pak 40, Feldkanone 40, Pak 41 und Pak 44, 50. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. 7,5-cm Panzerabwehrkanone 40 (Pak 40) Typ: mittlere Panzerabwehrkanone. Geschichte der Pak 40 Die Wehrmacht erkannte bereits früh die unvermeidliche Zunahme von Größe, Stärke und Dicke der Panzerung der nächsten Generation der Kampfpanzer und schloss daher schon im Sommer 1939 mit den Firmen Krupp und Rheinmetall-Borsig Entwicklungsaufträge für eine neue 75-mm-Panzerabwehrkanone ab. Zu diesem Zeitpunkt begann gerade erst die neue 5-cm-Pak 38 mit Truppenversuchen und es schien wahrscheinlich, dass diese Kanone alle Anforderungen für einige Zeit erfüllen würde. Deshalb hatte die Entwicklung der 75-mm-Kanonen keine Dringlichkeit. Erst nach dem Beginn des Unternehmen Barbarossa, dem Angriff auf Russland, zeigte sich durch das Erscheinen schwerer russischer KW-Panzer und insbesondere dem mittleren T-34 mit seiner hervorragend abgewinkelten Panzerung, dass die Pak 38 überfordert war und die Pak 36 sogar zum ‘Panzeranklopfgerät’ degradiert wurde. Deshalb wurden die Aufträge für die 75-mm Pak 40 beschleunigt und die ersten Truppenlieferungen begannen im November 1941. Die ursprünglichen Entwürfe der beiden Auftragnehmer waren vollständig unterschiedlich. Schließlich wurde der Entwurf von Rheinmetall-Borsig zur Pak 40 angenommen, welcher lediglich eine Vergrößerung der schon existierenden Pak 38 vom Kaliber 5 cm auf 7,5 cm war. Und tatsächlich ist es auf Fotos nicht immer ganz einfach, die beiden Kanonen zu unterscheiden, sofern es keine eindeutigen Hinweise zum Vergleich der Größen gibt. Im Aussehen ähnelte die Pak 40 zwar dem Vorgänger, aber neben der Größe gab es im Detail noch viele Unterschiede. Der Grundentwurf der 5-cm Pak 38 wurde zwar beibehalten, aber dieses Mal wurde Rücksicht auf die Rohstofflage genommen und knappe Ressourcen nach Möglichkeit ausgespart. So wurden insbesondere leichte Legierungen, welche vor allem für die Anforderungen der Luftwaffe bestimmt waren, nicht verwendet. Deshalb wurde die Pak 40 vor allem aus verschiedenen Formen von Stahl hergestellt und wurde so proportional noch viel schwerer als die kleinere Pak 38. Allerdings verbesserte sich durch die Verwendung von Stahl anstatt von Aluminium die ballistische Leistung. Um die Herstellung zu vereinfachen, wurde der Schild für die Bedienmannschaft aus flachen Platten zusammengeschweißt und war nicht gebogen. Derartige Veränderungen für eine einfachere und billigere Produktion gab es noch mehr. Das Ergebnis war aber trotzdem eine ausgezeichnete Kanone, welche in der Lage war, nahezu jeden alliierten Panzer an allen Fronten erfolgreich zu bekämpfen. Die Pak 40 wurde zur Standard-Panzerabwehr-Kanone der Wehrmacht und blieb den gesamten Krieg über im Einsatz. Dabei wurde sie praktisch kaum verändert, im Gegensatz zu ihrer Version als Panzerkampfwagengeschütz. Die Produktion der Großserie der Pak 40 begann im Februar 1942 und während dieses Jahres wurden durchschnittlich monatlich 175 Stück ausgeliefert. Im Jahr 1943 waren es durchschnittlich 730 Geschütze und 975 im Jahr 1944. Alleine im Oktober 1944 wurden 1.050 Pak 40 produziert, trotz fortgesetzter alliierter Luftangriffe auf die Produktionsstätten. Im Januar 1945 wurden immer noch etwa 1.000 Geschütze abgeliefert und 335 im Februar. Im Januar konnten davon 81 Prozent an die Front gebracht werden, im Februar nur noch 67 Prozent, was auch mit der immer schwierigeren Transportlage im Reich zusammenhing. Die Verluste der Pak 40 waren aber auch enorm, was auch bei der Überlegenheit der Gegner an Panzerfahrzeugen und sonstigen Waffen nicht anders zu erwarten war. Im September 1944 gingen 669, im Oktober 1.020, im November 494 und Dezember 1944 lediglich 307 Pak 40 verloren. Am 1. Oktober 1944 befanden sich 4.805 Stück an der Front und am 1. Januar 1945 waren 4.817 Pak 40 in der Bestandsliste der Frontverbände.   Von der Pak 40 wurde außerdem eine Version für den Einsatz als Flugabwehrgeschütz entwickelt und auf die Lafette konnten auch kurzläufige 75-mm-Rohre montiert werden, um den Einsatz als kombiniertes Infanteriegeschütz und Pak-Geschütz zu ermöglichen. Nach Kriegsende wurde sie zudem noch bei verschiedenen anderen Streitkräften in Europa als Panzerabwehrkanone verwendet. Der einzige Nachteil der Pak 40 war die Handhabung aufgrund ihrer Masse und der Umstand, daß die dafür notwendigen Zugfahrzeuge auf dem Gefechtsfeld zu auffällig waren, um einen Stellungswechsel bei Tageslicht möglichst ungefährdet durchführen zu können. War die Panzerabwehrkanone aber erst einmal in eine gute Stellung gebracht, so war es die Mühe Wert, denn die Pak 40 konnte einen T-34 schon auf 1.000 Metern zum Stehen bringen. Die Pak 40 konnte eine Vielzahl unterschiedlicher Granaten verschießen, vom gewöhnlichen panzerbrechenden Geschoss bis zur Wolfram-AP40-Granate. Es gab auch Sprenggranaten mit ausreichender Explosionswirkung, um die Kanone als Feldgeschütz verwenden zu können, sowie verschiedene Varianten von Hohlladungsgranate. Eine Vorstellung von der Effektivität der Waffe erhält man, wenn man sich die panzerbrechende Wirkung auf die verschiedenen Schussentfernungen ansieht. Auf 2.000 Metern konnte das Wolfram-AP40-Projektil nicht weniger als 98 mm bei einer 30° angewinkelte Panzerplatte durchschlagen, während diese Zahl sich auf 154 mm bei der hauptsächlichen Kampfentfernung von 500 Metern erhöhte. Kein Wunder, dass viele deutsche Kanoniere diese Panzerabwehrkanone als ihre beste Waffe ansahen – und viele alliierte Panzerbesatzungen die unangenehme Gelegenheit hatten, dies zu bestätigen. 7,5-cm Feldkanone 40 Diese Variante ist genau die gleiche Kanone wie die Pak 40 und lediglich eine Änderung der Bezeichnung, wenn sie als Feldgeschütz des Artillerie-Regimentes einer Infanterie-Division verwendet wurde. Hierbei wurde die Panzerabwehrkanone auf die Lafette einer Feldhaubitze gesetzt, um Artillerie-Batterien eine besser Möglichkeit zu geben, auch zusätzlich Panzer bekämpfen zu können. Die Einführung begann erst Ende 1944 und bis Kriegsende konnten nicht mehr alle Batterien mit der Feldkanone 40 ausgestattet werden. Benutzer: deutsche Wehrmacht, Rumänien, Finnland u.a. Spezifikationen für 7,5-cm Pak 40 Spezifikationen: Durchschlagskraft mm auf 30° Panzerplatte: Herstellung: 3D-Modell Pak 40 7,5-cm Pak 41 Die Pak 41 war der konkurrierende Entwurf der Firma Krupp, welche aufgrund der Ausschreibung des deutschen Heeres von 1939 für eine neue Panzerabwehrkanone entwickelt wurde. Es war eine völlig unorthodoxe und eine brillante technische Meisterleistung, die aber an einem von den Konstrukteuren unerwarteten Hindernis scheiterte. Sie beruhte auf Erfahrungen des französischen Heeres, welche bis dahin schon Geschütze mit sich verjüngenden Läufen verwendete. Die erste Eigenschaft, welche besondere Beachtung verdient, ist der sich verjüngende Lauf. Dies war eine angepasste Übernahme des Gerlich-Systems, welches schon in den 28-mm- und 42-mm-Kanonen verwendet wurde. Aber anstelle eines sich gleichmäßig über die gesamte Länge verjüngenden Laufs mehr …

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