Daker und Thraker

Geschichte und Armee der Daker und Thraker.

Die Volksgruppen der Daker und Thraker

Die Daker und Thraker waren antike Völker, die Regionen in Südosteuropa bewohnten, vor allem im heutigen Rumänien, Bulgarien und in Teilen der angrenzenden Länder. Während ihrer Expansion auf dem Balkan und in Osteuropa gerieten sie in Konflikt mit dem Römischen Reich.

Überblick

Thraker:
– Bewohnten Teile des heutigen Bulgariens, Griechenlands und der Türkei
– Kamen bereits im 2. Jahrhundert v. Chr. mit den Römern in Kontakt
– Allmähliche Eingliederung in das Römische Reich durch Eroberung und Allianzen
– Bis 46 n. Chr. wurde der größte Teil Thrakiens römische Provinz.

Daker:
– Bewohnte Regionen nördlich der Donau, hauptsächlich im heutigen Rumänien
– Bekannt für ihre militärischen Fähigkeiten und reichen Goldvorkommen
– Stellten eine erhebliche Bedrohung für die römische Expansion in der Region dar

Konflikte:
– Mehrere römische Feldzüge gegen die Daker im 1. Jahrhundert n. Chr.
– Große Dakerkriege (101-102 n. Chr. und 105-106 n. Chr.) unter der Führung von Kaiser Trajan
– Sie endeten mit der Niederlage des dakischen Königs Decebalus und der Annexion Dakiens

Folgen:
– Dacia wurde 106 n. Chr. eine römische Provinz
– Umfassende römische Kolonisierung der Region
– Ausbeutung der dakischen Goldminen
– Entwicklung der römischen Infrastruktur und Städte in der Region

Vermächtnis:
– Romanisierung der lokalen Bevölkerung
– Lateinischer Einfluss auf die rumänische Sprache
– Archäologische Überreste, wie z. B. die Trajanssäule in Rom, die von den Dakerkriegen zeugen

Die Konflikte zwischen den Dakern, Thrakern und Römern führten zur Ausdehnung des Römischen Reiches und zur Eingliederung dieser Regionen in die römische Welt, was sich erheblich auf die kulturelle und sprachliche Entwicklung Südosteuropas auswirkte.

Geschichte der Thraker und Daker

Während der großen Wanderungen in frühen Zeiten erschienen Indoeuropäer in vielen Teilen Europas. Eine dieser Gruppen ließ sich in Südost-Europa nieder und später auch in Teilen des Nahen Osten und im östlichen Zentral-Europa. Dies waren die Thraker.

Daker
Häuptling der Daker (vorne), rechts davon ein abgessener Reiter, links einfache Stammesangehörige mit der zweihändigen Kampfsense ‚Falx‘.
Während der Punischen Kriege wurden die Thraker von ihren nördlicher angesiedelten Brüdern, den Dakern getrennt und waren später in der römischen Kavallerie an der Grenze weit verbreitet und bekannt.
Die Daker stammten aus der Volksgruppe der Thraker ab, aber in Dakien (dem heutigen Rumänien) lebten auch Daker-Germanen und im Nordosten Daker-Kelten. Die Daker entwickelten im Gegensatz zu den übrigen europäischen Barbarenvölkern eine fortgeschrittene Kultur.
Es entstanden im Laufe der Zeit stadtähnliche Siedlungen, Oppida genannt, so wie ihre Hauptstadt Sarmizegethusa.
Wichtige Ansiedlungen wurden von einfachen Befestigungen geschützt. Der Handel wurde nach und nach organisiert und umfangreicher: Silber- und Goldarbeiten, Eisenarbeiten, Waffen und Rüstungen von hoher Qualität wurden hergestellt und in viele Teile des Mittelmeerraumes exportiert.

Diese sich ständig weiterentwickelnde Zivilisation am Rande des späteren römischen Machtbereiches ließ im Ersten Jahrhundert nach Christus jedoch die römischen Kaiser aufmerksam werden, sodass Dakien (das heutige Rumänien) in mehreren blutigen Kriegen erobert und besetzt wurden – die letzte wesentliche Erwerbung Roms vor dem schleichenden Untergang.

Die Waffen der Daker bestanden aus ovalen Schilden, welche sehr dekoriert waren. Ebenfalls wurden noch antike thrakische Schilde, genannt Pelta, verwendet. Diese Schilde waren alle sehr groß und flach, wobei die Pelta wohl von der Infanterie benutzt wurde.

Dazu gab es im Wesentlichen zwei Arten von Helmen: einmal einen abgerundeten, schalenförmigen Helm und einen spitz zulaufenden, welcher in der charakteristischen phrygischen Spitze ausläuft. Beide Kategorien waren ebenfalls reichlich verziert wie die Schilde, während die Helme mit der phrygischen Spitze in wohl einzigartigen Formen bei den Dakern verwendet wurden.

Körperschutz gab es in drei Arten, wobei es nicht eindeutig klar ist, woher dieser jeweils stammte und womöglich teilweise auch außer-europäisch war.
Der gewöhnliche Soldat der Daker trug wohl eine Art Tunica und verfügte weder über Körperpanzerung noch Helme. Der einzige Schutz der gewöhnlichen Daker scheint aus ihren Schilden bestanden zu haben.

Schwerter wurden geführt, darunter der spät-keltische La-Tene-Typ und andere Langschwerter. Dazu kamen Wurfspeere und Lanzen. Kriegsäxte und die gefürchteten Falxes wurden von einem Teil der Infanterie verwendet. Reflexbögen als Fernwaffen wurden ebenfalls benutzt.

Die Infanterie der Daker war hauptsächlich mit Speeren, Schwertern, Kriegsbeilen und der zweihändigen Falx bewaffnet. Letztere waren so wirksam, dass die römischen Legionäre im Krieg gegen Dakien mit zusätzlichem Körperschutz und verstärkten Schilden ausgerüstet werden mussten.
Die Reiterei stellten die benachbarten Reitervölker der Daker, insbesondere die Sarmiten (ebenso ein indogermanisches Volk).


Quellenangaben und Literatur

Rome’s Enemies: Germanics and Dacians (Peter Wilcox)
Der große Bildatlas zur Weltgeschichte (Christian Zentner)
dtv-Atlas Weltgeschichte (Band 1 – Von den Anfängen bis zur Französischen Revolution)

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