Die Krieger der gallischen Stämme der Kelten.
Kriegsgeschichte, Taktik und Bewaffnung der von den Römern als Gallier bezeichneten Stämme als Verbündete Hannibals.

Die Kelten
Die Kelten waren eine Gruppe von Stammesgesellschaften im Europa der Eisenzeit bis ins Mittelalter, die keltische Dialekte benutzten und ähnliche kulturelle Merkmale aufwiesen. Sie sind bekannt für ihre unverwechselbare Kunst, Mythologie und sozialen Strukturen.
Überblick
Ursprünge und Zeitachse
– Ursprünge: Die Kelten entstanden wahrscheinlich um 1200 v. Chr. in Mitteleuropa, verbunden mit der Hallstattkultur (ca. 800–450 v. Chr.) und später der Latène-Kultur (ca. 450 v. Chr.–1. Jahrhundert n. Chr.).
– Ausbreitung: Sie verbreiteten sich über einen großen Teil Europas, darunter das heutige Irland, Großbritannien, Frankreich (damals Gallien genannt), Spanien, Portugal, Teile Mitteleuropas und sogar bis nach Anatolien (die heutige Türkei, wo sich die Galater niederließen).
Sprache
Die Kelten sprachen verschiedene keltische Sprachen, die zur indoeuropäischen Sprachfamilie gehören. Dazu gehören:
– Goidische Sprachen: Irisch, Schottisch-Gälisch und Manx.
– Brittonische Sprachen: Walisisch, Bretonisch und Kornisch.
Viele dieser Sprachen haben in irgendeiner Form bis heute überlebt.
Gesellschaft und Kultur
– Soziale Struktur: Die keltische Gesellschaft war stammesbezogen und hierarchisch aufgebaut, oft von Häuptlingen oder Königen regiert, mit einer Kriegeraristokratie und einer Klasse von Druiden.
– Druiden: Sie waren Priester, Lehrer und Richter, die eine zentrale Rolle in der keltischen Religion und Kultur spielten.
– Kunst: Bekannt für aufwendige Metallarbeiten, Schmuck und dekorative Motive wie Spiralen, Knoten und Tierformen.
– Religion: Polytheistisch, mit einem Pantheon von Göttern und Göttinnen, die mit der Natur, dem Krieg, der Fruchtbarkeit und anderen Aspekten des Lebens verbunden waren. Zu den heiligen Stätten gehörten oft Haine, Flüsse und Quellen.
Historischer Einfluss
– Begegnungen mit den Römern: Die Kelten kamen mit dem Römischen Reich in Kontakt, insbesondere in Gallien (dem heutigen Frankreich), wo Julius Cäsar während der Gallischen Kriege (58–50 v. Chr.) die keltischen Stämme besiegte.
– Vermächtnis: Die keltische Kultur beeinflusste das mittelalterliche Europa, insbesondere Irland und Schottland, wo das keltische Christentum florierte.
Moderner Einfluss
– Heute wird das keltische Erbe in Teilen Irlands, Schottlands, Wales, der Bretagne (Frankreich), Cornwall (England) und der Isle of Man mit Festen, Musik, Bemühungen zur Wiederbelebung der Sprache und kulturellem Stolz gefeiert.
Die Kelten gegen Rom
Die Kelten griffen Rom erstmals im Jahre 390 v.Chr. an, wobei sie die Stadt plünderten. In den nächsten hundert Jahren fielen sie immer wieder in Italien ein. Sie verbündeten sich mit dem Samniten in deren letzten Krieg gegen Rom und im Jahre 225 v.Chr. – nur sieben Jahre bevor Hannibal die Alpen überquerte, überschritten 70.000 Kelten wieder einmal die Apenninen um Roms Expansion abzuwehren. Während des Punischen Krieges waren sie von daher die wertvollsten Verbündeten der Karthager in Italien und stellten bis zu 40 Prozent von Hannibals Armee.
Die Ober- und Mittelklasse der keltischen Stämme war eine Kriegerkaste. Sie lebten ausschließlich für den Krieg ! Wie die meisten dieser Krieger waren sie undiszipliniert. Für einen Kelten bestand eine Schlacht lediglich daraus, einfach auf den Feind zuzustürmen – am besten von einem Hügel aus – und ihn im Nahkampf Auge in Auge niederzukämpfen.
Sie waren hervorragende Schwertkämpfer und kontrolliert von Generälen wie Hannibal, wertvolle Soldaten. Die Häuptlinge und reichsten Krieger trugen oft eine Rüstung. Dies war vor allem in der Nähe griechischer oder römischer Siedlungen der Fall, während die meisten Krieger jedoch Rüstungen verschmähten und völlig nackt in den Kampf zogen. Es ist nachgewiesen, dass die Kelten Schutzhemden bereits im Jahre 300 v.Chr. herstellten, jedoch die hohen Kosten der Herstellung der entscheidende Faktor war, dass nur der Adel diese verwendete.
Das keltische Schwert war die Hauptwaffe, zwischen 75 und 80 cm lang. Es wurde als Schlagwaffe im Gegensatz zu den Römern, die es als Stoßwaffe verwendeten, benutzt. Dabei wurde es mit kreisenden Bewegungen über den Kopf geschwungen. Der keltische Krieger kämpfte unabhängig und benutzte lediglich seine Beweglichkeit zum Schutz. Diese Kampftaktik, verbunden mit lauten Schreien, ließ die Moral der meisten Gegner zusammenbrechen, jedoch erkannten die Römer bald, dass ihre eigenen disziplinierten Reihen und der Einsatz von Reserven im richtigen Moment, selbst den besten keltischen Krieger bezwingt.
Aus diesem Grunde nutzte Hannibal die Kelten vorwiegend als erste Angriffswelle, welche die römischen Linien schwächen und in Unordnung bringen sollten, bevor seine afrikanische und spanische Infanterie in den Kampf eingriff. Die Kelten nahmen diese Rolle trotz enormer Verluste an, da dies für sie die meiste Ehre und den größten Ruhm einbrachte. Speere und Wurfwaffen kamen aufgrund der keltischen Kampfmentalität kaum vor.
Der große, keltische Schild war wesentlich für den sonst völlig schutzlosen Krieger. Der Reiter war in etwa wie der Krieger zu Fuß ausgerüstet, lediglich der Schild war rund und Rüstungen kamen aufgrund der reicheren Klasse von Pferdebesitzern häufiger vor. Ebenso waren noch Streitwagen vereinzelt im Einsatz.
Quellenangaben und Literatur
Armies of the Carthaginian Wars 265-146 BC (Terence Wise)
Rome’s Enemies (2): Gallic and British Celts (Peter Wilcox)
dtv-Atlas Weltgeschichte (Band 1 – Von den Anfängen bis zur Französischen Revolution)







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