Mortier de 370 Filloux

Französische schwere 370-mm Haubitze Mortier de 370 Filloux.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder.

 Mortier de 370 Filloux
Eine französische 370-mm-Haubitze Mortier de 370 Filloux in Ravin de Baraquette, westlich von Foucaucourt im September 1916.

Schwere 370-mm Haubitze Mortier de 370 Filloux

Mortier de 370 Filloux
Typ: Schwerer Mörser.

Der Mortier de 370 Filloux war ein großkalibriger Belagerungsmörser, der von der französischen Armee während des Ersten Weltkriegs eingesetzt wurde.

Überblick

Konstruktion: Der Mortier de 370 Filloux wurde 1914 von dem französischen Oberst Louis Filloux entworfen.
Kaliber: Der Mörser hatte ein Kaliber von 370 mm, was für seine Zeit recht groß war.
Einsatzzweck: Er wurde hauptsächlich als Belagerungswaffe zur Zerstörung von Festungen und anderen gepanzerten Zielen eingesetzt.
Beweglichkeit: Der Mörser war für seine Größe relativ mobil, da er in mehreren Teilen transportiert und vor Ort zusammengebaut wurde.
Geschossgewicht: Er verschoss Geschosse mit einem Gewicht von ca. 375 kg.
Reichweite: Die maximale Reichweite betrug etwa 10.000 Meter.
Einsatz im Ersten Weltkrieg: Er wurde effektiv an der Westfront eingesetzt, insbesondere gegen deutsche Befestigungen.
Herstellung: Während des Ersten Weltkriegs wurden etwa 80 dieser Mörser hergestellt.
Mannschaft: Aufgrund der Größe und des Gewichts der Munition war eine große Mannschaft für den Einsatz erforderlich.
Vermächtnis: Der Mortier de 370 Filloux stellte für seine Zeit einen bedeutenden Fortschritt in der Belagerungsartillerie dar, da er eine Leistung mit einem Grad an Mobilität verband, der für Waffen seiner Klasse nicht typisch war.

Dieser Mörser spielte eine wichtige Rolle bei der Entwicklung der schweren Artillerie im Ersten Weltkrieg und demonstrierte die zunehmende Bedeutung leistungsfähiger Langstreckenwaffen in der modernen Kriegsführung.

Geschichte

Der Mortier de 370 Filloux hatte seinen Ursprung in einer Anforderung für eine Küstenartillerie-Geschütz, welches durch Steilfeuer den relativ dünnen Panzerschutz der Decks von Kriegsschiffen durchschlagen kann. Bis 1913 wurden eine geringe Anzahl von Haubitzen hergestellt, welche in einem großen Höhenrichtwinkel abgefeuert wurden. Ab 1913 wurde dann die 370-mm-Haubitze Mortier de 370 Filloux produziert und es blieb die größte dieser spezialisierten Waffen im französischen Arsenal.

Der Mortier de 370 Filloux sah einer kleinen Waffe täuschen ähnlich, aber tatsächlich war er ein Monstrum. Er war ursprünglich für den Einsatz in statischen Küstenverteidigungs-Stellungen entwickelt worden, wofür er – zumindest theoretisch – lediglich angeliefert, aufgebaut und dann dort belassen werden konnte.

Was dann jedoch tatsächlich passierte, war, dass die französische Armee nach der Zeit des ersten Blutbades sich auf alles stürzte, was sie als schwere Artillerie hinter der Front einsetzen konnte, um damit zumindest eine begrenzte Wirkung auf feindliche Schützengräben und Stellungssysteme zu erzielen.

Zum Glück für die Franzosen wurden die Mortier de 370 mit zwei Sonderausstattungen für den Transport ausgeliefert. Eine war für den Einsatz auf Eisenbahnwaggons und die andere für den Straßentransport. Beide verfügten über Portalkräne, Kräne und Spezialvorrichtungen. Die größte dieser Vorrichtungen gab es für den Lauf des Mörser, welcher herabgesenkt in eine spezielle Halterung mit Rädern hineingeführt wurde. Die anderen Teile wurden in Halterungen in ähnlicher Weise transportiert. Insgesamt gab es drei Hauptlasten sowie mehrere kleinere für die Munition und die verschiedenen Zubehörteile.

Wenn die Bewegung des Mortier de 370 schon nicht genug war, ihn in Stellung zu bringen, war noch schlimmer. Die Vorbereitungen begannen mit dem Ausheben einer großen Grube, in welche die Feuerplattform versenkt wurde. Diese hatte eine Reihe von vertikalen Balken an der Unterseite, die dazu bestimmt waren, einige der Rückstoßkräfte beim Rohrrücklauf zu absorbieren. Noch mehr von dem Rückstoß wurde von dem schweren Schlitten aufgefangen, welcher auf der Plattform montiert war und ein mit einem rudimentären Rückstoß-Zylinder-System zum Rohr gekoppelt war.
Die Vorbereitungen und Montage dieser Waffe nahm eine beträchtliche Zeit und sehr viel Arbeitsaufwand in Anspruch, aber das war der Preis, den die Franzosen dafür zu zahlen hatten, um 1915-1916 irgendeine Art von schwerer Artillerie in den vordersten Linien einsetzen zu können.

Nachdem die Haubitzen sich erst einmal in der Frontlinie befunden hatten, wurde die Munition allmählich von den ursprünglichen, panzerbrechenden Geschossen auf schwere Explosivgranaten geändert. Die letzten beiden dieser neuen Geschosse wurden im Jahr 1917 eingeführt, wobei das schwerere ein Gewicht von 489 kg hatte.
Damit konnte man allerdings nur 8.860 Meter weit schießen, das bei dem ganzen Aufwand, die Haubitze in Stellung zu bringen, eher eine Verschwendung von Potenzial war. Allerdings waren sie für einen längeren Zeitraum die einzigen schweren Waffen, welche die unglücklichen französischen Kanoniere zur Verfügung hatten.

Nach 1918 wurden die Mortier de 370 Filloux eingelagert, um wieder während des ‚Sitzkrieges‘ 1939/40 herausgeholt zu werden. Es scheint aber zu einigen Unstimmigkeiten darüber gekommen zu sein, wo sie genau in Stellung gebracht werden sollten, sodass die meisten von ihnen offenbar durch Angriffe der deutschen Luftwaffe zerstört wurden.


 


Spezifikationen Mortier de 370 Filloux

Spezifikationen:

Mortier de 370 Filloux
Spezifikation
Typ
schwerer Mörser
Kaliber
370 mm
Lauflänge
3,31 m
Gewicht
im Einsatz 29.000-30.000 kg
Höhenbereich
-6° bis +65°
Schwenkbereich
Geschossgeschwindigkeit
leichte Granate 370 m/s, schwere Granate 316 m/s
maximale Schussweite
leichte Granate 10.400 m, schwere Granate 8.100 m
Granatgewicht
413,5 kg oder 489 kg
Serienproduktion
ab 1913
Emdlieferung
?
Stückpreis
?
Stückzahl
?
Einsatz an der Westfront
ab 1915
vor Verdun im Mai 1916
4 Stück


Quellenangaben und Literatur

The Illustrated Encyclopedia of Weapons of World War I (Chris Bishop)
An Illustrated History of the Weapons of World War One (Ian Westwell)
Die Geschichte der Artillerie (John Batchelor, Ian Hogg)

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