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US-Bürgerkrieg 1862


Die Ereignisse des US-Bürgerkriegs im Jahr 1862.

Das Gefecht zwischen ‚Monitor‘ (vorne) und ‚Virginia‘ in der Hampton Roads.

zurück Hier zum Amerikanischen Bürgerkrieg im ersten Jahr 1861.

Amerikanischer Bürgerkrieg im Jahr 1862

Krieg im Osten

McClellan, der mit 80.000 Mann in der Nähe von Washington stand, zögerte, auf Johnstons 50.000 Konföderierte, die sich ihm entgegenstellten, vorzurücken, bis er von Lincoln persönlich zum Handeln aufgefordert wurde. McClellan beschloss daraufhin einen Vorstoß über Umwegen auf Richmond.

Am 8. März segelte die C.S.S. Virginia – die alte Merrimack, die zu einem stark gepanzerten Kriegsschiff umgebaut wurde, welches durch die meisten Schiffsgeschütze unverwundbar war – von Norfolk aus auf das Blockadegeschwader der Union zu.
In einer spektakulären Schlacht rammte und versenkte die Virginia die U.S.S. Cumberland, versenkte die U.S.S. Congress und zwang die U.S.S. Minnesota, sich auf Grund zu setzen.

Nachdem sie unbeschädigt nach Norfolk zurückgekehrt war, wollte die Virginia am nächsten Tag die drei übrigen Unionsschiffe bekämpfen. Doch um der Bedrohung durch das ‚unbesiegbare‘ Kriegsschiff der Konföderierten zu begegnen, schickte die US-Marine die U.S.S. Monitor ins Gefecht, ein kleines, revolutionäres, gepanzertes Kriegsschiff, das als ‚Käseschachtel auf einem Floß‘ beschrieben wurde und nur zwei Kanonen in seinem Drehturm besaß.

Am nächsten Tag beschossen sich die beiden Panzerschiffe gegenseitig, bis sich die Virginia zurückzog und dem Monitor die Kontrolle über die ‚Hampton Roads‘ überließ. Dieses ergebnislose Gefecht revolutionierte die Seekriegsführung, indem es die Holzschiffe überflüssig machte.

Monitor vs Merrimac
Der Kampf der zwei Panzerschiffe ‚Monitor‘ (links) gegen ‚CSS Virginia‘ (ex-‚Merrimac‘).

Lincoln, der sich der Fähigkeiten McClellans nicht sicher war, übernahm in einem verständlichen Schritt deshalb persönlich das Oberkommando, was sich jedoch als verhängnisvoll erwies.
Aus Angst vor einem Angriff auf Washington durch ‚Stonewall‘ Jacksons kleine Truppe (4.300 Mann) stellte Lincoln einen Teil von McClellans Armee ab, um die Hauptstadt zu decken. Jackson griff diese Schutztruppe bei Kernstown (23. März 1862) an und wurde zwar zurückgeschlagen, versetzte Lincoln jedoch in eine solche Panik um die Sicherheit Washingtons, sodass er noch mehr Truppen von McClellan abzog.
Robert E. Lee, der Lincolns Empfindlichkeit gegenüber der Hauptstadt kannte, riet Präsident Davis, Jackson zu verstärken, der dann noch mehr Unionstruppen binden konnte.

Gleich zu Beginn seines Feldzuges im Shenandoahtal begann Jackson energisch damit, die Unionsstreitkräfte zu beschäftigen, und besiegte diese beim Ort McDowell (8. Mai), Front Royal (23. Mai) und der ersten Schlacht von Winchester (25. Mai).
Lincoln reagierte wie erwartet und zog mehr Männer von McClellans geplanter Offensive ab. Jackson wich den neu anrückenden Unionstruppen geschickt aus und besiegte sie bei Cross Keys (8. Juni) und Port Republic (9. Juni).

In seinem brillanten kleinen Feldzug hatten Jacksons 18.000 Mann bis zu 70.000 Mann der Unionstruppen gebunden, große Mengen wertvoller Waffen, Kanonen und Vorräte erbeutet und den gesamten Feldzugsplan der Union über den Haufen geworfen.

Der Halbinsel-Feldzug

Offiziere und Mannschaften der 1. Connecticut-Artillery
Offiziere und Mannschaften der 1. Connecticut-Artillery bei Yorktown während der Belagerung von April bis Mai 1862 auf der Halbinsel.

McClellan zog mit einer stark zusammengestrichenen Truppe die Halbinsel zwischen den Flüssen York und James hinauf in Richtung Richmond. Der nervöse McClellan sah sich mit einer 16 Kilometer langen Linie von Schanzen konfrontiert, die jedoch nur mit Geschützattrappen besetzt waren. Er forderte Belagerungsartillerie an, um die befestigte Linie langsam zusammenzuschießen. Johnstons 56.000 Konföderierte hatten sich jedoch zwei Tage vor dem Beschuss durch die Unionstruppen heimlich in Richtung Richmond abgesetzt !

Centreville Geschützattrappen
Zouaven der Union, vermutlich von den 23. Pennsylvania-Volunteers, in den von den Konföderierten geräumten Stellungen bei Centreville mit den zurückgelassenen Geschützattrappen.

Als McClellan schwerfällig vorrückte, wurde er bei Williamsburg von der Nachhut der Konföderierten unter General Longstreet aufgehalten und rückte dann in Sichtweite von Richmond vor.
McClellan teilte seine Streitkräfte in zwei Gruppen und wurde bei Seven Pines (1. Juni 1862) von den 60.000 Mann von Johnston angegriffen. Die schlechte Koordination der konföderierten Angriffe führte aber dazu, dass diese zurückgeschlagen wurden, als McClellan, der über 100.000 Mann verfügte, Verstärkung herbeirief. Nachdem Johnston schwer verwundet worden war, reorganisierte die konföderierte Regierung ihre Streitkräfte in diesem Gebiet als ‚Armee von Nordvirginia‘ unter dem Kommando von General R. E. Lee.

Lee machte sich daraufhin mit 80.000 Mann daran, die Bedrohung Richmonds abzuschlagen. General J.E.B. Stuart führte einen Kavallerieangriff in das rückwärtige Gebiet der Union an und zerstörte einen Großteil von McClellans Vorräten.
Doch der erste Angriff der Konföderierten, der die Sieben-Tage-Schlacht eröffnete, wurde von der Union bei Mechanicsville (26. Juni) zurückgeschlagen. Am nächsten Tag griff Lee die Unionskorps an, die sich jedoch in guter Ordnung zurückzogen. Während Lee nachrückte, erkannt McClellan nicht, dass Richmond unbesetzt und leicht einzunehmen war, und zog sich weiter zurück.

Am 29. und 30. Juni wurden weitere Angriffe der Konföderierten zurückgeschlagen, und am Malvern Hill (1. Juli) wurde Lee von Porters Korps entscheidend abgewehrt. Unglaublicherweise ordnete McClellan trotzdem einen weiteren Rückzug an.

In den Sieben-Tage-Schlachten hatten die Konföderierten mehr Männer verloren (etwa 20.000, die Union 15.000), waren mit Ausnahme von Gaines Mill überall geschlagen worden, aber strategisch gesehen hatte McClellans Rückzug den Konföderierten einen Erfolg beschert, wodurch die Bedrohung von Richmond beendet wurde.

Zweite Schlacht von Bull Run

Lincoln, der sich nun der Notwendigkeit eines Kommando- und Organisationswechsels bewusst war, ernannte General Pope zum Kommandeur der Unionsarmee von Virginia, General Halleck zum Oberbefehlshaber und beorderte die ‚Army of the Potomac‘ zurück nach Washington.
Am 9. August griff die Unionsarmee Jackson am Cedar Mountain an, wurde aber zurückgedrängt. Jackson zog sich daraufhin ebenfalls zurück.

Als Lee erfuhr, dass McClellan sich Pope anschließen würde – was bedeuten würde, dass die konföderierte Armee zahlenmäßig drei zu eins unterlegen wäre -, beschloss er, Pope zu schlagen, bevor McClellan von der Halbinsel zurück eintraf.
Jackson marschierte in zwei Tagen knapp 90 Kilometer weit, stellte sich hinter Pope und nahm das Nachschubdepot des Unionsgenerals ein. Wiederum als Lockvogel agierend, verriet Jackson seine Position absichtlich durch einen Angriff bei Groveton und führte den wütenden Pope zu einer vorbereiteten Verteidigungsstellung auf dem alten Schlachtfeld von Bull Run.

Starks Louisiana-Brigade wirft Steine
Starks Louisiana-Brigade ging während der Zweiten Schlacht von Bull Run (im Süden als Zweites Manassas bezeichnet) die Munition aus, und so wehrten sie den Unionsangriff mit Steinen ab.

Jackson war als Lockvogel hervorragend, denn Pope stürzte sich auf ihn, um dann von Lee mit Longstreets konföderiertem Korps in der Flanke angegriffen zu werden (30. August). Popes 62.000 Mann starke Armee von Virginia wurde von den insgesamt 55.000 Konföderierten entscheidend geschlagen und zog sich in Richtung Washington zurück.
Die Verfolgung durch die Konföderierten wurde von der Verstärkung der Union unter General Kearny bei Chantilly (31. August) aufgehalten, wobei Kearny getötet wurde.

Schlacht von Antietam (Sharpsburg)

Südstaaten-Präsident Davis strebte nun einen bedeutenden Sieg der Konföderation an, der die Anerkennung – und vielleicht auch die Unterstützung – Großbritanniens und Frankreichs gewinnen könnte.
Lee erhielt daher den Befehl, den Krieg in den Norden zu tragen. Lee teilte seine 55.000 Mann starke Armee auf und begann seinen Vormarsch, wobei er riskierte, auf die zurückgekehrte Potomac-Armee McClellans zu treffen.
Pope war inzwischen versetzt worden und die Reste seiner ‚Armee von Virginia‘ in McClellans Armee eingegliedert worden, sodass dieser nun über 84.000 Mann verfügte.

McClellan, wankelmütig wie immer, marschierte in zwei Tagen nur rund 16 Kilometer weit, sodass Lee Zeit hatte, seine aufgeteilten Truppen bei Sharpsburg zu konzentrieren, und McClellan durch ein Rückzugsgefecht am South Mountain (14. September) noch länger aufzuhalten.
McClellan weigerte sich immer noch, anzugreifen, und verpasste so die einmalige Gelegenheit, Lees Einheiten Stück für Stück zu vernichten. Nachdem Lee und Jackson Harpers Ferry mit der dortigen Unionsgarnison genommen hatten, errichteten sie eine Verteidigungslinie entlang des Antietam-Baches.

Bloody Lane Antietam heute
Die ‚Bloody Lane‘ auf dem historischen Schlachtfeld von Antietam heute.

Erst drei Tage später, am 17. September 1862, entschloss sich McClellan zum Angriff. Bei ihrem Großangriff auf Lees Stellung erzielten die Unionstruppen erste Erfolge, als das Unionskorps von General Burnside eine Brücke über den Bach erstürmte.
Als Lee am Rande der Niederlage stand, weigerte sich McClellan, seine 20.000 Mann Reserven für den entscheidenden Stoß einzusetzen. Lee trat zum Gegenangriff an, und Burnside wurde über den Bach zurückgetrieben.

Bloody Lane' von Antietam
Die ‚Bloody Lane‘ von Antietam, wo am Mittag für drei Stunden die Konföderierten unter D.H. Hill den Unions-Divisionen von French und Richardson im Nahkampf gegenüberstanden. Mehr als 4.000 Mann Verluste gab es und der Hohlweg war voller Leichen.

Am blutigsten Tag des Krieges hatte Lee die drohende Niederlage in einen Sieg verwandelt, unterstützt durch McClellans Unfähigkeit. Mit 13.700 Verlusten gegenüber 12.400 der Union wurde Lees Invasion jedoch beendet. Obwohl es sich um einen taktischen Sieg der Konföderierten handelte, war Antietam strategisch gesehen ein Erfolg der Union.

Dieser ‚Sieg‘ für die Union gab Lincoln die Möglichkeit, seine Emanzipationsproklamation zu erlassen. Diese Proklamation, die am 1. Januar 1863 in Kraft trat, bedeutete eine dramatische Veränderung des Kriegsziels: Es ging nun nicht mehr nur um den Erhalt der Union, sondern um die Befreiung der Sklaven in den noch rebellierenden Staaten. Die Emanzipationsproklamation verlieh der Sache der Union einen hohen moralischen Stellenwert und stärkte gleichzeitig die Entschlossenheit der Konföderation, sich so heftig wie möglich zu wehren, da die Folge der Durchsetzung der Proklamation im Süden nicht nur eine wirtschaftliche Katastrophe, sondern auch eine grundlegende Veränderung im Sozialgefüge bewirken würde.

Präsident Lincoln im Gespräch mit McClellan
Gut zu erkennen, der hochgewachsene Präsident Lincoln mit Zylinder im Gespräch mit McClellan (6. von links) nach der Schlacht von Antietam (September 1862).

Schlacht von Fredericksburg

McClellan weigerte sich wieder, Lee bei seinem Rückzug zu verfolgen, bis er von Lincoln den ausdrücklichen Befehl dazu erhielt. Er rückte dann so langsam vor, dass er seines Kommandos enthoben und Burnside an seine Stelle gesetzt wurde.

In der Absicht, Richmond über Fredericksburg anzugreifen, ermöglichte Burnside Lee, eine Verteidigungsstellung auf den Höhen über der Stadt vorzubereiten. Als er schließlich angriff, fand Burnside eine uneinnehmbare Stellung vor und ließ dennoch ein Regiment nach dem anderen in selbstmörderischen Angriffen am 13. Dezember verbluten.
Der Tag endete mit 12.500 toten Unionstruppen, die chancenlos niedergemetzelt wurden. Burnside wollte
am nächsten Tag erneut angreifen, doch zum Glück für seine Armee wurde er von seinen Korpskommandeure davon abgebracht.

So endete auch das Jahr 1862 endete im östlichen Operationsgebiet mit einem weiteren Debakel der Union.


Krieg im Westen 1862

Östlich des Mississippi

Das Kriegsglück der Konföderierten in diesem Operationsbereich entwickelte sich ungünstig, als ein Vormarsch im östlichen Kentucky von einer Unionsstreitmacht bei Mill Springs (19./20. Januar 1862) entscheidend zurückgeschlagen wurde.
Zwischen Februar und April koordinierte General U. S. Grant eine kombinierte Armee mit Kanonenboote und rückte den Tennessee-Fluss hinauf, eroberte Fort Henry und Donelson und machte sich dann auf den Weg zur Eroberung von Nashville.

Raddampfer 'USS Commodore Perry'
Ein Flusskanonenboot der Union, der Raddampfer ‚USS Commodore Perry‘, bewaffnet mit einer 9-Zoll-Dahlgren und einem 100-Pfünder-Parrott-Geschütz auf dem Heck. Die Stahlplatten konnten zum Schutz der Mannschaft im Gefecht hochgezogen werden.

In einem Versuch, die sich für die Konföderierten schnell verschlechternde Lage zu bereinigen, griff General Albert Johnston am 6. April überraschend Grants Lager in Shiloh an und hätte damit fast den Sieg errungen. Grant brachte jedoch irgendwie genügend Männer für einen Gegenangriff zusammen und unterstützt durch das Feuer zweier Kanonenboote, konnten die Stellungen der Union vorübergehend wiederhergestellt werden, während Johnston bei dem Angriff getötet wurde.

Am nächsten Tag erhielt Grant Verstärkung und griff sofort an. Der neue konföderierte Befehlshaber Beauregard beschloss nun in weiser Voraussicht, sich zurückzuziehen, wobei er 10.600 Mann verlor, während Grant 13.000 Mann verloren hatte.
Grant wurde viel dafür kritisiert, dass er sich überraschen ließ, aber Lincoln weigerte sich, ihn zu ersetzen: ‚Ich kann diesen Mann nicht entbehren. Er kämpft !‘

Im Mai übernahm Halleck das Kommando über Grants Armee, gab dieses jedoch im Juli wieder ab, als er zum Oberbefehlshaber der Unionsstreitkräfte ernannt wurde. Das Kommando im Westen ging dann an die Generäle Grant und Buell über.
Im September schlug Grant einen erneuten Angriff der Konföderierten bei Iuka ab, doch die Konföderierten konnten aufgrund der Fehler des Unionsgenerals Rosecrans entkommen. Anfang Oktober scheiterten Grants Pläne, die Konföderierten bei Corinth in eine Falle zu locken, erneut an Rosecrans Nachlässigkeit.

In der Zwischenzeit stand Buells östlicher Flügel der Westarmee dem konföderierten General Bragg, einem durch und durch inkompetenten Befehlshaber, gegenüber. Er besiegte eine kleine Abteilung der Union bei Richmond (Kentucky) am 30. August 1862. Anschließend standen sich Bragg und Buell bei Perryville am 8. Oktober gegenüber. Nachdem ein Angriff der Union abgewehrt worden war, beschloss Bragg aus irgendeinem Grund, sich zurückzuziehen, und Buell, der ebenso nachlässig war, versäumte es, ihn zu verfolgen.

Verärgert über Buells offensichtliche Untätigkeit ersetzte Lincoln ihn durch Rosecrans, der ebenso wie sein Vorgänger und Bragg dem Kampf aus dem Weg ging. Nur die konföderierten Kavalleriegeneräle Forrest und Morgan waren aktiv, überfielen Stellungen der Union und störten die Nachschubslinien.
Während des gesamten Krieges war die Kavallerie die beste Waffe der Konföderation, da sie sich aus den traditionellen Reitern des Südens rekrutierte. Erst in der späteren Phase des Bürgerkrieges kam die Kavallerie der Union annähernd an die hervorragende Leistung der ’natürlichen Reiter‘ der Südstaaten heran.

Sowohl Rosecrans als auch Bragg, die von ihren jeweiligen Regierungen gescholten wurden, beschlossen, die rechte Flanke des Feindes anzugreifen. Bragg griff zuerst am 31. Dezember 1862 beim Stones River an und handhabte seine Reserve so schlecht, dass er die Chance auf einen vollständigen Sieg verspielte.
Die Schlacht am Stones River wurde so zu einem taktischen Unentschieden mit etwa gleichen Verlusten (Rosecrans 12.906, Bragg 11.740), während es strategisch gesehen ein Erfolg für die Union war, auch wenn Rosecrans dafür nur wenig Anerkennung bekam.

Während des Jahres 1862 waren die Unionstruppen den Mississippi hinunter vorgerückt, von konföderierten Kanonenbooten am 9. Mai bei Plum Point angegriffen, bis alle bis auf eines der konföderierten Flotte in der Schlacht von Memphis am 6. Juni versenkt wurden.

Vom Golf von Mexiko aus der anderen Richtung kommend, versenkte Unionsadmiral Farragut neun konföderierte Kanonenboote in der Schlacht von New Orleans am 24. April, besetzte die Stadt und errichtete dort eine Befestigung der Union. Anschließend fuhr er flussaufwärts, um sich mit den von Norden kommenden Schiffen der Union zu vereinigen und eine Flussblockade gegen Vicksburg zu errichten.

Farraguts Unionsgeschwader bricht am 24. April 1862 bei den konföderierten Forts am unteren Mississippi durch. Die Fregatte ‚Mississippi‘ versenkt das konföderierte Rammschiff ‚Manassas‘.

Zu Lande näherten sich Grant und General William T. Sherman ebenfalls Vicksburg zu, während General Banks von New Orleans aus über Land vorrückte. Die Pläne der Union für einen gemeinsamen Angriff auf die Stadt fanden jedoch ein vorläufiges Ende, als Sherman eine konföderierte Stellung bei Chickasaw Bluffs nördlich von Vicksburg angriff. Nach dreitägigen Kämpfen vom 27. bis 29. Dezember 1862 zog er sich nach 1.776 Mann Verlusten zurück, während die Konföderierten nur 207 Opfer hatten und ihre Schanzen weiterhin hielten.

Westlich des Mississippi

Im Jahr 1862 ereignete sich westlich des Mississippi wenig von strategischer Bedeutung. Im März wurde ein Angriff der Konföderierten in der Nähe von Fayetteville (Arkansas) in der Schlacht von Pea Ridge abgewehrt.
Im Februar besiegte eine kleine konföderierte Truppe, die in Kalifornien eindringen wollte, eine Abteilung der Union bei Valverde (New Mexico) und nahm Albuquerque und Santa Fe ein. Die Konföderierten wurden aber am 15. April bei Peralta selbst geschlagen und zog sich nach Texas zurück.
Im Dezember wurde ein Versuch der Konföderierten, den Norden von Arkansas zu besetzen, von einer Unionstruppen bei Prairie Grove abgeschlagen.

Die Lage am Jahresende

Ende 1862 befand sich Grant im Westen zwar immer noch in einer starken Position, doch die Konföderation war keineswegs entmutigt. Der Mississippi von Vicksburg bis nach Baton Rouge war gesichert und konnte von ihnen erfolgreich verteidigt werden, und der entscheidende Sieg bei Fredericksburg hatte den Konföderierten erhebliche Hoffnungen auf dem östlichen Kriegsschauplatz gegeben.
Das kommende Jahr 1863 sollte aber dann doch anders verlaufen.


Quellenangaben und Literatur

Der US-Bürgerkrieg 1861-1865, Soldaten, Waffen, Ausrüstung (Jan Boger)
Uniforms of the American Civil War (Philip Haythornthwaite)
dtv-Atlas Weltgeschichte (Band 2 – Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart)
Atlas zur Seefahrts-Geschichte (Christopher Loyd)
Seemacht – eine Seekriegsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart (Elmar B. Potter, Admiral Chester W.Nimitz)


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