Die Ereignisse des Amerikanischen Bürgerkriegs im Jahr 1863.

Amerikanischer Bürgerkrieg im Jahr 1863

Das Jahr 1863 war ein entscheidendes Jahr im amerikanischen Bürgerkrieg.
Überblick
1. Januar: Präsident Abraham Lincoln erlässt die Emanzipationsproklamation und erklärt die Sklaven in den Rebellenstaaten für frei.
2. Januar: Die Schlacht von Stones River (Murfreesboro) in Tennessee endet mit einem Sieg der Union.
3. März: Das erste Gesetz zur Wehrpflicht in der Geschichte der USA wird erlassen.
1. bis 4. Mai: Die Schlacht von Chancellorsville in Virginia endet mit einem Sieg der Konföderierten, aber dem Tod von General ‚Stonewall‘ Jackson.
18. Mai: Beginn der Belagerung von Vicksburg unter der Führung von Unionsgeneral Ulysses S. Grant.
9. Juni: Schlacht von Brandy Station, die größte Kavallerieschlacht des Krieges, findet in Virginia statt.
20. Juni: West Virginia wird als 35. Staat in die Union aufgenommen.
1. Juli: Die Schlacht von Gettysburg in Pennsylvania, ein wichtiger Wendepunkt des Krieges, endet mit einem Sieg der Union.
4. Juli: Vicksburg kapituliert vor den Unionstruppen, wodurch der Norden die Kontrolle über den Mississippi erhält.
13. bis 16. Juli: In New York City kommt es zu Unruhen bei der Einberufung.
19. und 20. September: Die Schlacht von Chickamauga in Georgia endet mit einem Sieg der Konföderierten.
19. November: Lincoln hält die Gettysburg-Rede bei der Einweihung des Soldatenfriedhofs in Gettysburg.
23. bis 25. November: Die Schlacht von Chattanooga in Tennessee endet mit einem Sieg der Union.
8. Dezember: Lincoln erlässt die Amnestie- und Wiederaufbauproklamation, in der er seinen Plan zur Wiedervereinigung der Nation darlegt.
Diese Ereignisse haben den Verlauf des Krieges maßgeblich beeinflusst und den Weg für den Sieg der Union in den folgenden Jahren geebnet.
Krieg im Osten

Trotz des Befehls, abzuwarten, versuchte Burnside, den Rappahannock im Winter 1862/1863 erneut zu überqueren. Die Offensive der Union wurde zu einer Farce, weil die Straßen völlig verschlammt waren, wobei die Geschütze bis zu den Achsen in Schlamm versanken. Um die Moral zu heben, ließ Burnisde Whisky an seine Truppen ausgeben. Dies hatte zwar den gewünschten Effekt, aber auf die konföderierten Linien torkelten betrunkene Unionssoldaten zu.
So wurde Burnside nach nur 81 Tagen wieder als Kommandant der Potomac-Armee abgelöst und durch General Joseph ‚Fighting‘ (‚Kämpfender‘) Hooker ersetzt. Hooker brachte auch gleich seine privaten Annehmlichkeiten mit, sodass sein Hauptquartier zu einer Mischung aus Bar und Bordell wurde. Selbst Lincoln erkannte bald, dass dieser Mann besser als Manager für eine Bar geeignet war, anstatt als Oberbefehlshaber über eine Armee. Trotzdem schien er eine bessere Wahl als der schwache Brunside zu sein.
Hooker plante einen zweigleisigen Angriff auf Lees schlecht versorgte ‚Armee von Nordvirginia‘. General Sedgwick wurde ausgeschickt, um die Konföderierten bei Fredericksburg anzugreifen, während Hooker selbst Lees linken Flügel attackierte.
Während der konföderierte General Early den US-General Sedgwick aufhielt, begegnete Lee dem Vormarsch Hookers am 1. Mai 1863 bei Chancellorsville.
Trotz seiner überwältigenden Übermacht (insgesamt 130.000 Unionssoldaten gegen 60.000 Konföderierte – 73.000 unter Hooker gegen 43.000 unter Lee) ging Hooker in die Defensive und erlaubte Stonewall Jackson, den rechten Flügel der Union am 2. Mai zu zerschlagen. Am 3. Mai drängte Lee gegen den zunehmenden Widerstand der Unionssoldaten vor, bis er die Nachricht erhielt, dass Sedgwick die kleine konföderierte Streitmacht unter Early bei Fredericksburg überwunden hatte.
Trotz der sich verschlechternden Lage für Konföderierten weigerte sich Hooker vorzurücken, sodass Lee sich gegen Sedgwick wenden und diesen bei Salem Church am 4. Mai schlagen konnte.

Hooker zog sich nun über den Rappahannock-River zurück, nachdem er 16.792 Mann verloren hatte. Lee hatte trotz enormer zahlenmäßiger Unterlegenheit einen gewaltigen taktischen Sieg errungen, der ihn 12.754 Mann gekostet hatte. Aber darunter war ein Mann, den die Konföderation keinesfalls entbehren konnte: ‚Stonewall‘ Jackson, der wahrscheinlich überragenste General des US-Bürgerkriegs, starb am 10. Mai 1863 an Fieber nach der Amputation seines linken Armes, nachdem er von eigenen Truppen beschossen worden war. Dies war ein schwerer Schlag für die Hoffnungen der Südstaatler.
Der Gettysburg-Feldzug

Die Schlacht von Gettysburg, die vom 1. bis 3. Juli 1863 in und um die Kleinstadt Gettysburg in Pennsylvania ausgetragen wurde, gilt als die bedeutendste Schlacht des amerikanischen Bürgerkriegs und als entscheidender Moment in der Weltgeschichte. Diese oft als „Wendepunkt” des Krieges bezeichnete dreitägige Schlacht endete mit einem entscheidenden Sieg der Union, der die Invasion des Nordens durch den konföderierten General Robert E. Lee stoppte und den Beginn des Niedergangs der Konföderation markierte.
Lees Invasion des Nordens
Bis Mitte 1863 hatte der konföderierte General Robert E. Lee eine Reihe von Siegen in Virginia errungen, was die Moral der Südstaaten stärkte und ihn dazu veranlasste, eine ehrgeizige Invasion des Nordens vorzuschlagen. Lee glaubte, dass
* Ein Sieg auf dem Boden der Union könnte die Politiker des Nordens davon überzeugen, um Frieden zu bitten.
* Die konföderierten Streitkräfte könnten sich in Pennsylvania Vorräte und Ressourcen sichern.
* Ein dramatischer Erfolg könnte möglicherweise die Anerkennung der Konföderation durch das Ausland sichern.
Ende Juni 1863 marschierte Lees Armee von Nord-Virginia – etwa 75.000 Mann stark – nach Maryland und Pennsylvania ein und bereitete damit die Bühne für die größte Schlacht des Krieges.
Die Reaktion der Union
Der Unionsgeneral George Meade, der kurz zuvor zum Kommandeur der Potomac-Armee ernannt worden war, mobilisierte etwa 90.000 Soldaten, um Lees Vormarsch aufzuhalten. Die Armeen trafen fast zufällig in der Nähe von Gettysburg aufeinander – ursprünglich war dies nicht geplant, doch diese Begegnung sollte zu den drei folgenreichsten Tagen der Geschichte werden.
Lee war entschlossen, jetzt die Initiative zu behalten und zog in das Shenandoah-Tal. Am 9. Juni fand dort die größte Kavallerieschlacht des Krieges bei Brandy Station statt, als der Unionsgeneral Pleasanton das konföderierte Kavallerie-Korps unter ‚Jeb‘ Stuart überraschte.
Es war eine unentschiedene Schlacht, in der Pleasanton 900 Mann verlor, Stuart aber nur 500. Die Rückschläge der Union setzten sich fort, als am 13. und 14. Juni die Unions-Streitkräfte im unteren Shenandoah-Tal in der Zweiten Schlacht von Winchester zerschlagen wurden.
Als Lee über den Potomac nach Pennsylvania hinein vorrückte, folgten Hookers 115.000 Mann den Konföderierten in Richtung Norden nach. Hookers Plan eines zweigleisigen Angriffs wurde von seinem Vorgesetzten Halleck verworfen, da dieser sich daran erinnerte, was mit Hooker bei seinem vorausgegangenen Angriff nach gleichem Muster bei Chancellorsville geschehen war. Daraufhin trat Hooker von seinem Kommando zurück. General Meade übernahm an seiner Stelle das Kommando über die Potomac-Armee und war damit bereits deren fünfter Befehlshaber innerhalb von zehn Monaten.
Lee, der seiner Kavallerie unter Stuart beraubt war, welche sich auf einem Streifzug durch Maryland befand, zog seine Infanterie-Korps zusammen, um die Unionsarmee zu schlagen. Als am 30. Juni 1863 eine konföderierte Brigade in Richtung Gettysburg zog, um ein angeblich dort befindliches Vorratslager mit Stiefeln zu erbeuten, traf sie überraschend auf eine Kavallerie-Streitmacht der Union. Daraus entwickelte sich die größte Schlacht, welche jemals in Nordamerika ausgetragen wurde.
Am 1. Juli kam es zu schweren Kämpfen zwischen den Vorhuten der beiden Armeen. Unionsgeneral Reynolds wurde getötet, als er sein Korps in den Kampf führte. Als die Unionstruppen ihre Verteidigungslinie auf dem Cemetery Ridge, dem Cemetery Hill, Culps Hill, Round Top und Little Round Top formierten, trieb der erneute Angriff der Konföderierten die Unionssoldaten auf ihre Hügellinie zurück.
Während immer mehr von Meades Truppen das Schlachtfeld erreichten, endete der erste Tag mit deutlichen Vorteilen für die Konföderierten.

Am 2. Juli 1863 erneuert Lee seine Angriffe, auf die stark besetzten und verschanzten Stellungen der Union. Entgegen den Ratschlägen von Longstreet warf Lee seine Divisionen am späten Nachmittag unkoordiniert in die Schlacht. Angriffe auf den Bereich ‚Round Top‘ und ‚Little Round Top‘ wurden zurückgeschlagen, und am anderen Ende der Verteidigungslinie der Union brach der Ansturm der Konföderierten unter schwerem Beschuss vollständig zusammen.
Die Vorteile, welche die Konföderierten am ersten Tag errungen hatte, wurde durch diese wahllosen Angriffe auf die Flanken der Union zunichtegemacht.
Trotz der vehementen Einwände von Longstreet, beschloss Lee mithilfe seiner zwischenzeitlich eingetroffenen Verstärkungen, am 3. Juli erneut anzugreifen. Der erste Angriff der Konföderierten auf Meades Position – an der rechten Flanke auf ‚Culps Hill‘ – wurde mit schweren Verlusten auf beiden Seiten zurückgeschlagen. Nach den gescheiterten Angriffen auf beide Flanken der Union beschloss Lee, nun das Zentrum der Union mit zehn Brigaden anzugreifen, darunter die von General Picketts Division.

Um 13.45 Uhr rollte die konföderierte Streitmacht unter schwerem Beschuss durch die Unions-Artillerie vom ‚Cemetry Ridge‘ vorwärts. Sie drangen weit genug vor, um am ‚The Edge‘ mit den Unionssoldaten in den Nahkampf zu geraten, was als ‚Picketts charge‘ (Picketts Sturmangriff) berühmt-berüchtigt wurde, aber der Ausgang dieses Kampfes stand nie infrage.

Als sich die geschlagenen und zersprengten Rebellen zurückzogen, führten Truppenteile aus der Unionslinie einen Gegenangriff durch und Longstreet sammelte seine Männer, um ihre eigene, zerrissene Abwehrlinie zu bilden. Der erwartete allgemeine Großangriff von Meade kam jedoch nicht und Lee zog sich am folgenden Nachmittag (4. Juli) zurück. Der Wagentreck, welcher die Verwundeten der Rebellen abtransportierte, war 28 Kilometer lang.

Ein kleinerer Erfolg des am 2. Juli eingetroffenen Kavallerie-Korps von Stuart und sintflutartiger Regen verzögerte die Verfolgung durch Meade und Lee entkam.
Die Invasion des Nordens durch die Konföderierten wurde in einer Schlacht zurückgeworfen, welche als der Wendepunkt des Amerikanischen Bürgerkrieges angesehen wird.
Überblick über den Verlauf der Schlacht
Tag Eins: 1. Juli – Erfolg der Konföderierten
Die Schlacht begann, als die Kavallerie der Konföderierten unter General J.E.B. Stuart westlich von Gettysburg auf die Kavallerie der Union stieß. Was als kleines Gefecht begann, eskalierte schnell, als beide Armeen Verstärkung auf das Schlachtfeld schickten.
Wichtige Ereignisse:
* Die konföderierten Streitkräfte drängten die Truppen der Union zunächst durch Gettysburg zurück.
* Der Unionsgeneral John Reynolds wurde zu Beginn der Kämpfe getötet.
* Am Ende des Tages hatten sich die Unionsstreitkräfte auf den Cemetery Hill zurückgezogen, eine starke Verteidigungsposition südlich der Stadt.
* Die Konföderierten hielten die Stadt, konnten jedoch die Unionsarmee nicht von den Höhen vertreiben.
Strategischer Vorteil: Die inneren Linien und die verteidigungsfähige Position der Union erwiesen sich als entscheidend.
Tag Zwei: 2. Juli – Der verzweifelte Kampf
Am 2. Juli kam es zu den intensivsten Kämpfen, als die konföderierten Truppen koordinierte Angriffe gegen die linke und rechte Flanke der Union starteten.
Wichtige Gefechte:
* Der Pfirsichgarten, das Weizenfeld und die Teufelshöhle: In diesen Sektoren kam es zu intensiven Kämpfen, als Lee versuchte, die linke Flanke der Union zu durchbrechen.
* Culp’s Hill: Angriff der Konföderierten auf die rechte Flanke der Union
* Little Round Top: Oberst Joshua Lawrence Chamberlain von der Union und die 20. Maine-Infanterie verteidigten diese wichtige Anhöhe gegen wiederholte Angriffe der Konföderierten und führten einen berühmten verzweifelten Bajonettangriff durch, als die Munition zur Neige ging.
Ergebnis: Trotz heftiger Angriffe gelang es den konföderierten Truppen nicht, die Linie der Union zu durchbrechen. Beide Seiten erlitten enorme Verluste, blieben jedoch in ihren Positionen gefangen.
Tag Drei: 3. Juli – Picketts Angriff und die Niederlage der Konföderierten
Am letzten Tag kam es zum symbolträchtigsten Moment der Schlacht: Picketts Angriff, ein massiver Frontalangriff, der zum Symbol für die Verzweiflung der Konföderierten und die Entschlossenheit der Nordstaaten werden sollte.
Picketts Angriff (gegen 15 Uhr):
* Nach einem zweistündigen Artilleriefeuer führte der konföderierte General George Pickett etwa 12.500 Mann über offenes Gelände auf das Zentrum der Union zu.
* Die Artillerie und Infanterie der Union lieferten vernichtendes Feuer und töteten Tausende von Soldaten der Konföderierten.
* Die überlebenden Konföderierten drangen kurzzeitig in die Linien der Union ein, wurden jedoch zurückgeschlagen.
* Der Angriff führte zu massiven Verlusten auf Seiten der Konföderierten, ohne dass ein strategischer Gewinn erzielt wurde.
Die Folgen:
* Lee erkannte die Niederlage und befahl den Rückzug nach Virginia.
* Die geschwächten und erschöpften Truppen der Union verfolgten den Feind nicht aggressiv.
* Am 4. Juli 1863 befand sich die Armee der Konföderierten auf dem Rückzug.

Opferzahlen
Insgesamt waren 88.289 Mann Unionstruppen und 75.000 Konföderierte bei Gettysburg im Einsatz. Dabei verlor die Union 23.049 Mann und der Süden 28.063 Mann, was ein furchtbarer Tribut war.
Ganze Einheiten wurden zerschlagen: die ‚Iron Brigade‘ (‚Eiserne Brigade‘) der Union wurde als Kampfverband vernichtet, während das 1. Minnesota-Regiment unglaubliche 82 % Verluste während eines fünfzehnminütigen Sturmangriffs in den ‚Trostle Woods‘ erlitt. Das 26. North-Carolina-Regiment aus dem Süden ging mit mehr als 800 Mann in die Schlacht und bestand nur noch aus 98 einsatzfähigen Soldaten am Ende des dritten Tages.
Gettysburg war eine der blutigsten Schlachten der Geschichte:
Seite |
Verluste |
Prozentualer Anteil |
|---|---|---|
Union |
~23.000 |
~25 % der Streitkräfte |
Konföderierte |
~28.000 |
~37 % der Streitkräfte |
Gesamt |
~51.000 |
– |
Diese Zahlen bedeuteten für beide Armeen enorme Verluste und eine unverhältnismäßig hohe Belastung für die Konföderation, die über weniger Ressourcen verfügte, um die Verluste zu ersetzen.

Warum Gettysburg der Wendepunkt war
1. Ende der Offensivfähigkeit der Konföderierten
Lees Invasionsstreitmacht war geschwächt. Die konföderierte Armee unternahm nie wieder einen größeren Einmarsch in den Norden, wodurch sich der Krieg entscheidend zu Verteidigungsoperationen im Süden verlagerte.
2. Moral und Politik
Der Sieg der Union stärkte die Moral der Zivilbevölkerung im Norden in einem kritischen Moment, als einige den Sinn des Krieges in Frage stellten. Für die Konföderation zerstörte die Niederlage die Hoffnungen auf eine ausländische Intervention oder die Kapitulation des Nordens.
3. Gleichzeitige strategische Siege
Gettysburg fiel zusammen mit:
* Kapitulation von Vicksburg (4. Juli 1863): General Ulysses S. Grant eroberte diese wichtige Festung am Mississippi.
* Port Hudson (9. Juli 1863): Ein weiterer Sieg der Union am Mississippi.
Zusammen gaben diese Siege der Union Schwung und die Kontrolle über wichtige Gebiete.
4. Kumulative Zermürbung
Die Verluste der Konföderation in Gettysburg stellten einen unersetzlichen Verlust an Personal dar. Mit begrenzten industriellen Kapazitäten und einer geringen Bevölkerungszahl konnte der Süden die Verluste nicht verkraften, die der größere Norden auffangen konnte.
Lincolns Gettysburg-Rede
Am 19. November 1863 reiste Präsident Abraham Lincoln nach Gettysburg, um einen Soldatenfriedhof einzuweihen. Seine kurze Gettysburg-Rede – nur 272 Wörter lang – definierte den Zweck des Krieges neu, nicht nur als Erhaltung der Union, sondern als Kampf für die Gleichheit der Menschen und eine demokratische Regierung:
„Vor siebenundachtzig Jahren gründeten unsere Väter auf diesem Kontinent eine neue Nation, die in Freiheit gegründet wurde und sich dem Grundsatz verschrieben hat, dass alle Menschen gleich geschaffen sind.“
Diese Rede wurde zu einer der berühmtesten Ansprachen der Geschichte und hob die Bedeutung der Schlacht über ihre militärischen Dimensionen hinaus.
Das Vermächtnis der Schlacht
Militärische Bedeutung:
* Demonstrierte die Stärke defensiver Stellungen in der Taktik des Bürgerkriegs
* Zeigte die Grenzen frontaler Angriffe gegen verschanzte Stellungen auf
* Bewies, dass die Konföderation trotz taktischer Brillanz mit unüberwindbaren strategischen Nachteilen konfrontiert war
Historische Auswirkungen:
* Bereitete den Boden für die nachfolgenden Feldzüge des Unionsgenerals William Sherman in Georgia und den Carolinas
* Trug zur Entscheidung des Generals der Konföderation Lee bei, sich schließlich im April 1865 in Appomattox zu ergeben
* Markierte den Anfang vom Ende für die Sache der Konföderation
Kulturelles Gedächtnis:
* Gettysburg bleibt im amerikanischen Bewusstsein ein heiliger Ort
* Das Schlachtfeld ist als Nationalfriedhof und historische Stätte erhalten geblieben
* Es symbolisiert die schrecklichen menschlichen Kosten des Krieges und den Kampf um das Überleben der Nation
Die Schlacht von Gettysburg war mehr als ein militärischer Sieg – sie war ein Wendepunkt in der amerikanischen Geschichte. Die dreitägige Schlacht zeigte, dass die Union trotz früherer Rückschläge über die Ressourcen, die Führungsstärke und die Entschlossenheit verfügte, sich zu behaupten. Für die Konföderation stellte Gettysburg die letzte realistische Chance dar, durch einen militärischen Sieg auf dem Boden der Union die Unabhängigkeit zu erlangen.
In den letzten beiden Kriegsjahren baute die Union die militärische Macht der Konföderation durch überlegene Ressourcen und strategische Weitsicht systematisch ab. Aber erst in Gettysburg wurde der Ausgang des Krieges unvermeidlich, auch wenn noch fast zwei Jahre blutiger Kämpfe folgen sollten.
Die Schlacht von Gettysburg erinnert uns daran, dass es Momente gibt, die wirklich entscheidend sind, in denen die Entscheidungen der Befehlshaber, der Mut der Soldaten und die Geografie eines Schlachtfeldes den Lauf der Geschichte verändern können.

Meade versäumte es jedoch, an seinen Erfolg anzuknüpfen. Ein neuer Vorstoß von Lee wurde am 14. Oktober bei Bristoe Station abgewehrt, während Meades Vormarsch Ende November bei Mine Run abgeschlagen wurde.
Der Krieg im Osten des Jahres 1863 endete, ohne dass sich eine Seite von dem Höhepunkt der entsetzlichen Schlacht von Gettysburg erholt hatte.
Krieg im Westen 1863
Als das Jahr begann, war Grant entschlossen, weiter nach Vicksburg vorzudringen. Sporadische Marinegefechte auf dem Mississippi fanden statt, während Farragut den Fluss zur Unterstützung hinauffuhr.
Durch geschickte Kavallerie-Überfälle wurde die konföderierte Armee von General Pemberton, welche Vicksburg verteidigte, verzettelt. Grant schlug konföderierte Verstärkungen für die Stadt Jackson am 14. Mai zurück und trieb Pemberton selbst nach Vicksburg.
Grants Leistung war beeindruckend, denn innerhalb von 19 Tagen hatte er 330 Kilometer überwunden, versorgte sich dabei aus dem Land und schlug einen zwar insgesamt zahlenmäßig überlegenen – aber zersplitterten – Gegner in nicht weniger als fünf einzelnen Gefechten. Dieser Feldzug erhielt den Namen ‚Big Black River Campaign‘ und gilt als der brillanteste, welcher jemals auf amerikanischen Boden geführt wurde.

Nachdem er Vicksburg eingeschlossen hatte, hungerte er dessen Garnison bis zur Übergabe aus. Pemberton kapitulierte am 4. Juli und am gleichen Tag wurde ein konföderierter Angriff in Arkansas auf die Stadt Helena zurückgeschlagen. Wie Lincoln zu sagen pflegte, ‚floss der Mississippi nun ungehindert ins Meer‘ und die Konföderation war damit in zwei Teile zerlegt worden.

Während Grant um Vicksburg herum lagerte, war Rosencrans weiter östlich nach sechs Monaten Inaktivität durch Drohungen aus Washington, ihn durch Halleck zu ersetzen, aufgewacht. So zog er in Richtung von Braggs konföderierter Armee. Während Bragg in Richtung Chattanooga zurückfiel, mußte er die Stadt an Burnside kampflos aufgeben, als dessen inzwischen als ‚Unionsarmee von Ohio‘ organisierte Streitmacht überraschend hinter ihm aufkam.
Während Rosencrans die Verfolgung fortsetzte, befahl der konföderierte Präsident Davis, dass Longstreets Korps von der Armee von Nordvirginia zur Verstärkung von Bragg geschickt werden sollte. Als Rosencrans Armee in einer langen Linie auf dem Marsch aufgereiht war, griff Bragg bei Chickamauga am 19. September an, war aber durch stark bewaldetes Gelände behindert.
Bei dem Versuch, seine Formation am nächsten Tag zu ändern, öffnete Rosencrans ein Loch in seiner Linie, durch welches Longstreet hindurch stieß. Nur der linke Flügel der Unionsarmee, welcher von General G.H. Thomas – später mit dem Spitznamen ‚The Rock of Chickamauga‘ (‚Der Fels von Chickamaugs‘) geehrt – befehligt wurde, entging der Vernichtung.

Bragg, unentschlossen wie immer, erlaubte den Resten von Rosecrans Armee den Rückzug nach Chattanooga, welches dann von der konföderierten Armee belagert wurde. Abgeschnitten von jeglicher Versorgung, sah Rosencrans einem bitteren Ende entgegen, doch Lincoln ernannt Grant am 17. Oktober zum Oberbefehlshaber über alle Unionstruppen im Westen. Grant durchbrach daraufhin den dünnen Belagerungsring der Konföderierten und entsetzte Chattanooga.
Bragg verschanzte nun seine Armee vor der Stadt auf dem ‚Lookout Mountain‘ und ‚Missionary Ridge‘. So sehr war er von der Unbezwingbarkeit seiner Stellung überzeugt, dass er Longstreet mit seinem Korps zur Belagerung von Burnside in Knoxville schickte und nur noch 40.000 Mann zur Verteidigung zurückbehielt.
Durch General Sherman auf 61.000 Mann verstärkt, griff Grant am 24. November die Stellungen auf dem ‚Lookout Mountain‘ an. Ein kombinierter Angriff von Shermans und Hookers Korps eroberte die Stellung, doch Shermans Kolonne wurde am ‚Missionary Ridge‘ zurückgeschlagen.
Sehr zum Entsetzen von Bragg griff Grant jedoch die Stellungen auf dem ‚Missionary Ridge‘ am folgenden Tag wieder an. Braggs Truppen, die ihre ‚uneinnehmbaren‘ Stellungen alles andere als sicher fanden, gerieten in Panik und flohen.
Sherman wurde abkommandiert, um Knoxville zu entsetzen, fand aber bei seiner Ankunft die Belagerung bereits aufgehoben vor. Tennessee war von den Konföderierten gesäubert, und das Herzland des Südens lag offen vor den Unionstruppen.
Marineoperationen 1863

Die Blockade der Union erstickte langsam die Nachschublinien des Südens mit Europa. Dabei waren die Häfen von Wilmington, diejenigen in North Carolina, und Charleston die wichtigsten Anlaufziele für Blockadebrecher.
Wiederholte Angriffe der Union auf den Hafen von Charleston führten schließlich zur Einnahme von Fort Wagner am 6. September 1863, doch konnten die Nordstaatler keinen weiteren Fuß mehr fassen.
Am 5. Oktober 1863 kam es zu einer weiteren Neuerung: einem U-Boot-Angriff durch die C.S.S. David, welche die U.S.S. New Ironsides mit einem explodierenden Torpedo erheblich beschädigte.

Die Marineaktivitäten der Konföderierten beschränkten sich auf den Handelskrieg gegen Unionsschiffen durch zwei in Großbritannien gebaute Kaperschiffe: die C.S.S. Alabama und die C.S.S. Florida. Die Karriere des letzteren kam zu einem jähen Ende, als sie im Hafen von Bahia von der U.S.S. Wachusett gekapert wurde, in völliger Missachtung der brasilianischen Neutralität. Die Alabama jedoch verursachte weiterhin schwere Schäden unter den Unionsschiffen auf den Weltmeeren.
Quellenangaben und Literatur
Der US-Bürgerkrieg 1861-1865, Soldaten, Waffen, Ausrüstung (Jan Boger)
Uniforms of the American Civil War (Philip Haythornthwaite)
dtv-Atlas Weltgeschichte (Band 2 – Von der Französischen Revolution bis zur Gegenwart)
Atlas zur Seefahrts-Geschichte (Christopher Loyd)
Seemacht – eine Seekriegsgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart (Elmar B. Potter, Admiral Chester W.Nimitz)








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