Norwegen 1942-1944



Norwegen 1942-1944

Norwegen 1942-1944

Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • Panzerwerfer 42 auf Maultier

    Maultier, Panzerwerfer 42 und Schwerer Wehrmachtschlepper. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modelle. Deutsche Halbkettenfahrzeuge Maultier, SdKfz 4/1 Panzerwerfer 42 und Schwerer Wehrmachtschlepper. Maultier Der erste Kriegswinter in Russland 1941/42 führte der Wehrmacht eindringlich vor, dass der Großteil ihrer Räder-Kraftfahrzeuge vollständig unfähig war, mit den völlig verschlammten Wegen während des Tauwetters am Anfang und Ende des Winters fertig zu werden. Unter diesen Bedingungen konnten nur Halbkettenfahrzeuge überhaupt vorwärtskommen, aber diese wertvollen Fahrzeuge von ihren eigentlichen Aufgaben abzuziehen, um tägliche Versorgungsroutinen durchzuführen, schien ziemlich unwirtschaftlich. So wurde beschlossen, möglichst billige Halbkettenfahrzeuge für den Transport des Nachschubs zu bauen. Dies geschah einfach dadurch, indem Lastkraftwagen von Opel und Daimler-Benz aus der laufenden Produktion genommen wurden und deren Hinterachse entfernt wurde. An ihrer Stelle wurden neue Antriebswellen zu Baugruppen von Kettenlaufwerken verlegt, welche aus Laufrädern und Ketten des PzKpfw II stammten. Sogar diese Maßnahme war äußerst ökonomisch, da der PzKpfw II zu diesem Zeitpunkt aus der Produktion genommen wurde und dessen Produktionskapazitäten für andere Projekte, wie den LKW-Umbau, verwendet werden konnten, was das ganze Unternehmen noch kostengünstiger machte. Diese neuen Halbkettenfahrzeuge wurden unter dem Namen Maultier ausgeliefert und schließlich erfolgte der Umbau hauptsächlich aus dem Opel Blitz Typ S/SSM-LKW. Im Einsatz waren sie ein durchgehender Erfolg, wenn sie auch nicht die komplette Mobilität der ‘richtigen’ Halbkettenfahrzeuge hatten. Es überrascht nicht, dass der Einsatz des Maultiers auf die Ostfront beschränkt war und die Fahrzeuge wurden hauptsächlich für die routinemäßigen Versorgungsfahrten verwendet. Ihr Einsatz sollten zwar für die Schlammperiode aufgespart werden, aber aufgrund des ständigen Mangels an Transportfahrzeugen wurden sie die ganze Zeit über eingesetzt, sodass ihr Verschleiß auch hoch war. Das Maultier wurde von 1942 bis 1944 gebaut und die Produktion erreichte insgesamt 21.945 Fahrzeuge. Panzerwerfer 42 Bis Ende 1942 hatten sich die Nebelwerfer-Batterien als ein fester Bestandteil der deutschen Artillerie etabliert und so sollten auch die Panzerformationen ihre eigenen Batterien erhalten. Zu diesem Zeitpunkt verwendeten die meisten Batterien gezogene Nebelwerfer, aber um mit den beweglichen Panzerformationen Schritt zu halten, sollte eine Version auf Selbstfahrlafetten dafür entstehen. Nachdem die Herstellung des Maultiers im Jahr 1943 4.000 Stück überschritten hatte und kein anderes Fahrgestell oder Halbkettenfahrzeug dafür verfügbar war, wurde beschlossen, dieses Fahrzeug dafür zu verwenden. Während des Jahres 1943 wurde Opel beauftragt, eine mit Panzerschutz versehene Version des Maultiers mit einem 15-cm-Nebelwerfer oder als Munitionstransporter herzustellen. Das Maultier erhielt ein vollständig gepanzertes Fahrerhaus, Motorhaube, Rumpf und Heck. Auf dem Dach des Hecks wurde der dafür extra neu entwickelte, zehnläufige 15-cm Panzerwerfer 42 platziert, welcher um 270° Grad gedreht und bis zu 80° in die Höhe eingestellt werden konnte. Die Raketen wurden alle in einer Salve abgefeuert und die dabei entstehenden Rauchschwaden ließen den Gegner rasch die Stellung einer Raketenbatterie erkennen. Der Raketenwerfer 42 auf Maultier konnte jedoch als Selbstfahrlafette nach dem Abschuss schnell einen Stellungswechsel vornehmen. Das Maultier bot daher zusätzliche Mobilität vor feindlichen Artillerie-Gegenfeuer sowie Schutz vor Infanteriefeuer und Granatsplitter. Das Heer bestellte 300 dieser Fahrzeuge, unter der Annahme, dass die Produktion anschließend auf den Schweren Wehrnachtschlepper übergehen sollte. Da der Schwere Wehrmachtschlepper (siehe weiter unten) aber niemals in den geforderten Stückzahlen hergestellt werden konnte, blieb es nur bei diesen Plänen und lediglich 300 Panzerwerfer 42 auf Maultier wurden umgebaut. Der erste dieser Maultiere mit Panzerwerfer 42 wurden 1943 eingesetzt und hatte eine Besatzung von drei Mann. Die Raketen befanden sich im Werfer und zehn Ersatzraketen für eine weitere Salve wurden an den Seiten im unteren Rumpf mitgeführt. Ebenfalls befand sich gewöhnlich ein Maschinengewehr auf dem Fahrerhaus und spätere Modelle hatten auch Rauchgranatwerfer, um sich selbst einzunebeln. Einige dieser gepanzerten Maultiere wurden auch ohne Raketenwerfer produziert, um zusätzliche Reserve-Raketen für die Werfer-Fahrzeuge mitzuführen. Davon wurden eine Reihe auch von anderen Einheiten als gepanzerte Munitionstransporter verwendet, obwohl der Schutz nur gegen Handfeuerwaffen und Granatsplitter ausreichend war. Animiertes 3D-Modell des 15cm Panzerwerfer 42 auf SdKfz 4/1 Maultier: Schwerer Wehrmachtschlepper Bis Ende 1941 hatten die Einsatzerfahrungen gezeigt, dass die Modelle der deutschen Halbkettenfahrzeuge einer Überarbeitung bedurften. Die Ein- und 3-Tonner-Halbkettenfahrzeuge am unteren Ende der Skala waren als Nachschubs- und Artillerie-Zugmaschinen weiterhin gut zu gebrauchen, aber im mittleren bis schweren Bereich hatten sich die Dinge verändert. Es wurde entschieden, die 5-Tonnen-Fahrzeuge auslaufen zu lassen, da die 8-Tonnen-Fahrzeuge für die schwere Artillerie und andere Aufgaben weiterhin benötigt wurden. So wurde nach einer neuen Lösung für den Bereich zwischen 3 und 8 Tonnen gesucht, welcher relativ kostengünstig für die Ende 1941 stark beanspruchte deutsche Rüstungsindustrie sein sollte. Ein billig herzustellendes Halbkettenfahrzeug wurde dafür benötigt. Der Entwurf, welcher übernommen wurde, war der Schwere Wehrmachtschlepper (kurz: s.WS.) von Büsing-NAG. Adolf Hitler befahl am 7. Mai 1942 dieses Transport-Halbkettenfahrzeug für den Einsatz an der Ostfront zu bauen, um die 5- und 3-Tonnen-Fahrzeuge zu ersetzen. Die ersten Prototypen waren erst im Herbst 1943 fertig und es sollten 150 Stück jeden Monat gebaut werden. Das Fahrzeug war nicht so sehr für Panzer- oder Artillerie-Einheiten vorgesehen, sondern eher für die Infanterie-Formationen, wo es als Mannschaftstransporter und Nachschubfahrzeug verwendet werden sollte. Entsprechend dieser Anforderungen war es grundsätzlich ein Halbketten-Lastkraftwagen mit praktisch keinem Panzerschutz. In seiner Transportfunktion hatte es ein offenes Fahrerhaus mit einer Planen-Abdeckung für den Fahrer und einen Beifahrer. Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, hatte das Kettenlaufwerk nicht die zeitaufwendigen und teuren Gummiketten der Kampffahrzeuge, sondern stattdessen einzelne, mit Trockenstiften versehene Ganzstahl-Ketten. Die Auslegung des Kettenlaufwerks war identisch zum PzKpfw V Panther. Der Schwere Wehrmachtschlepper sWS ging in der Büssing-NAG-Fabrik in Berlin im Herbst 1943 in Produktion und ebenso im Werk Ringhofer-Tatra in der Tschechien. Nur fünf sWS wurden 1943 fertig, da die Produktion nur sehr langsam anlief. Der sWS hatte nur eine geringe Priorität erhalten und das RAF Bomberkommandos traf das Berliner Werk bald schwer. So wurden statt der ab Dezember 1943 monatlich 150 erwarteten Fahrzeuge bis September 1944 nur 381 ausgeliefert. Diese verfügbaren Fahrzeuge wurden schließlich an allen Fronten ab Mitte 1944 eingesetzt. Bis Kriegsende waren es dann immerhin insgesamt knapp 1.000 sWS (825 bis März 1945) von den 7.484 ursprünglich bestellten Exemplaren, welche die Wehrmacht erhielt. Aufgrund dieser geringen Produktionszahlen wurde auch die hastige Maultier-Improvisation eingeführt und mehr …

  • Kriegsbegeisterung in Berlin 1914

    Kriegsbeginn 1914: Marne-Schlacht und Tannenberg. Die letzte Vorkriegskrise wurde durch die tödlichen Schüsse auf Erzherzog Franz Ferdinand, Erbe des österreich-ungarischen Throns, in Sarajewo (Bosnien) am 28. Juni 1914 ausgelöst. Der Attentäter, Gavrilo Princip, war ein Bosnier und nicht ein Serbe, obwohl er die Universität in Belgrad besucht hatte. Sein Komplize Cabrinovic war unleugbar ein Serbe. Beide wurden festgenommen und zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Folgen ihrer Verbrechen würde das Leben von mindestens 9.700.000 Soldaten und etwa 10 Millionen Zivilisten kosten, einschließlich der Todesfälle aufgrund von Völkermord, Hunger und Grippe. Österreich-Ungarn erklärte daraufhin am 28. Juli 1914 Serbien den Krieg für eine begrenzte Strafaktion. Als dann Russland ebenfalls mobilisierte, um seine Solidarität mit den slawischen Völkern zu demonstrieren, erklärte das Deutsche Reich den Krieg gegenüber Russland und Frankreich. Die deutschen Armeen marschierten in das neutrale Belgien ein, um Frankreichs Grenzbefestigungen zu umgehen. Diese Missachtung der vertraglichen Verpflichtungen (Vertrag von London von 1839) und des Völkerrechts ruft Großbritannien auf den Plan, welches am 4. August 1914 Deutschland den Krieg erklärt. Die Briten treffen Vorbereitungen, ihre kleines (2 Korps) aber hoch-professionelles Expeditionskorps nach Frankreich zu schicken. Kriegstagebücher zu den einzelnen Monaten des Jahres 1914: Frankreich war entschlossen, den lang gehegten Revanche-Krieg gegen das Deutsche Reich zu führen und seine Armeen operierten mit der Doktrin ‘l ‘Offensive ein l’ outrance’ (Totale Offensive). Der ‘Plan XVII’ des französischen Oberbefehlshaber Joffre sah eine Invasion von Elsaß-Lothringen vor, gefolgt von einem Vormarsch zum Rhein. Dabei wurde völlig vernachlässigt, Vorbereitungen für andere Fälle zu treffen, als für einen raschen französischen Sieg. Das Ergebnis war, dass, als der deutsche Generalstabschef Moltke, den sogenannten ‘Schlieffen-Plan’ seines Vorgängers von 1891 bis 1905 umzusetzte, welcher einen schnellen Vormarsch durch Belgien und Nordfrankreich vorsah, um die französischen Armeen einzukreisen, dies beinahe gelang. Nur die Fehler des kranken, nervlich überforderten Moltkes bei gleichzeitiger Nervenstärke, Anpassungsfähigkeit und Organisationstalent von Joffre und des Pariser Kommandanten Gallieni rettete Frankreich mit dem alliierten Sieg in der Marne-Schlacht im September 1914. Das Wunder an der Marne In der letzten August-Woche befanden sich die alliierten Armeen im Westen überall auf dem Rückzug. Zu diesem Zeitpunkt war klar, daß der ambionierte französische Plan XVII, der Angriff nach Elsaß-Lothringen hinein, gescheitert war. Nun zeigte der passive französische Oberbfehlshaber Joffre seine besten Qualitäten und ließ jegliche Gedanken an eine Offensive über Bord werfen. Er begann mit der Aufstellung der neuen französischen Sechsten Armee unter General Maunoury an der linken alliierten Flanke. Dazu verwendete er seine eigene Reserve und Truppen vom rechten französischen Flügel. Joffres Ruhe unter größtem Druck stand in vollstämdigem Kontrast zu der zunehmenden Nervosität seines Gegenspielers, Moltke. Bereits am 22. August standen deutsche Truppen der Ersten Armee unter Kluck nur noch etwa 100 km nördlich von Paris. Nachdem diese das Britische Expeditionskorps nach der Schlacht von Mons hatten entkommen lassen, wurde Kluck wieder aus dem Oberbefehl von v. Bülow von der Zweiten Armee entlassen und wandte sich am 27. August wieder nach Südwesten in Richtung Paris. Jedoch wurde der Schlieffen-Plan bereits am 25. August weiter verwässert, als Moltke zwei Korps vom entscheidenden deutschen rechten Flügel nach Ostpreußen verlegen ließ, um dort den Russen zu begegnen. Dazu kamen noch Verbände, welche durch die Belagerung von verschiedenen Festungen hinter der Front gebunden waren. Und dies, obwohl die deutschen Armeen am rechten Flügel bisher schon mehr als fünfundzwanzig Prozent Verluste erlitten hatten und ihre hauptsächlichen Operationsziele noch nicht erreicht hatten. Ende August hatten die deutschen und alliierten Truppen bereits täglich über 30 km in großer Hitze zurückgelegt, waren durstig, müde, hungrig und hatten wundgelaufen Füße. Bis zum 28. August war das Britische Expeditionskorps BEF für Kluck nicht mehr von großer Bedeutung und er begann nach Osten einzudrehen, um die einzige ihm bekannte französische Armee in der Nähe von Paris, die Fünfte unter Lanrezac, von der Hauptstadt abzudrängen. In diesem Moment befahl der französische Oberbefehlshaber Joffre dem wenig begeisterten Lanrezac sich nach Westen zu wenden und zwischen Guise und St. Quentin einen Gegenangriff durchzuführen. Lanrezac führte die Operation jedoch mit großem Geschick durch und brachte das prestigeträchtige preußische Garde-Koprs bei Guise durch das französische I. Korps, kommandiert von den energischen Franchet d’Esperey, zum stehen. Dieser Schlag brachte den besorgten Bülow dazu, um Unterstützung von Kluck zu rufen, was diesen den Vorwand dafür lieferte, seine Marschrichtung nach Osten zu ändern. Ohne Moltkes zuvor gegebene Prioritäten zu beachten, befahl Kluck am 30. August seiner Ersten Armee, einzudrehen. Anstatt westlich der französischen Hauptstadt vorbeizumarschieren, würde die Erste Armee nun nordöstlich vorbeiziehen und dabei unbewusst ihre ungedeckte Flanke der nördlich von Paris neu aufgestellten französischen Sechsten Armee unter Maunoury aussetzen. Durch beide Ereignisse und dem Gefühl, die endgültige Kontrolle über seine Untergebenen zu verlieren, gab Moltke schließlich die Einwilligung zu Klucks schon eingeleitetes Manöver. Die großen Möglichkeiten, welche durch Klucks Schlenker nach Osten entstanden waren, wurden von den Alliierten jedoch nicht sofort erkannt. Der erste Effekt war jedoch, daß das Britische Expeditionskorps BEF wieder in Kontakt mit Klucks Truppen geriet. Es folgten einige elanvolle Rückzugsgefechte, wie bei Nery am 1. September 1914, wo die L-Batterie der britisch-königlichen bespannten Artillerie drei Victoria Cross erhielt, als sie dabei half, die deutsche 4. Kavallerie-Division für mehrere Stunden aufzuhalten. Nachdem das BEF sich nun schon über 320 km zurückgezogen hatte, überquerte es am 3. September die Marne, als plötzlich die Luftaufklärung die ungeschützte linke Flanke von Kluck offenbar machte. Am 4. September, als die Truppen Klucks vor denen von Bülow voranzogen und die Marne überquerten, überredete der Militärgoverneur von Paris, General Gallieni, Joffre dazu, den Rückzug anzuhalten und den alliierten linken Flügel einen Generalangriff starten zu lassen. Etwa zur selben Zeit wurde Moltke der taktische Fehler der Offensive des deutschen rechten Flügels bewußt und er ließ Kluck und Bülow anhalten, um Front nach Westen, gegenüber der Ostseite von Paris, zu machen. Am 6. und 7. September ging Kluck brilliant mit den anfänglichen Angriffen der französischen Sechsten Armee gegen seine Flanke und den hinteren Verbindungslinien um, schwenkte seine Erste Armee in Richtung Westen und schickte drei Korps im Eilmasch gegen Maunoury an der Ourcq. Trotz der durch die berühmten Pariser Taxis herangebrachten mehr …

  • Hitlers Kriegserklärung USA

    Die Kriegserklärung Hitlers an die USA erscheint nur schwer verständlich, überflüssig und besiegelte das Schicksal des Dritten Reiches. Am 12. Dezember 1941 erklärte Adolf Hitler in einer langen Reichstagsrede den USA den Krieg. Im Nachhinein und im Lichte der gleichzeitigen Rückschläge an der Ostfront vor Moskau durch die erfolgreiche Gegenoffensive der Roten Armee erscheint diese Handlung als nicht nachvollziehbar und besiegelte letztlich das Ende des Dritten Reichs. Warum erklärte Hitler den USA den Krieg ? Hitler behauptete in dieser Reichstagsrede, dass der Versuch Deutschlands und Italiens, die Ausweitung des Krieges zu verhindern, durch ‘jahrelange Provokationen’ vonseiten Roosevelts vereitelt wurden. Gemäß des Dreimächtepakts sei er daher gezwungen, durch den japanischen Kriegseintritt den USA ebenfalls den Krieg zu erklären. Der SD (Sicherheitsdienst) meldete einige Tage später, dass die deutsche Bevölkerung mehrheitlich der Meinung sei, dass die Kriegserklärung an die USA keineswegs überraschend war und einfach nur den schon tatsächlich herrschenden Zustand formalisierte. Trotzdem herrschte Besorgnis vor, dass nun ein langer Krieg bevorstand, der nur durch einen Kompromissfrieden beendet werden könnte. Auch hatten viele Deutsche nicht vergessen, dass der Kriegseintritt der USA 1917 den 1. Weltkrieg entschieden hatte. Selbst Propaganda-Minister Goebbels ließ erkennen, dass ihn der Kriegseintritt der USA beunruhigte. Und auch der Befehlshaber der U-Boote, Dönitz, wurde von der Nachricht der Kriegserklärung überrascht. Schon Monate zuvor hatte dieser Hitler gebeten, ihn vorher zu verständigen, falls es zum Krieg gegen die USA kommen würde. So könne er die deutschen U-Boote vor der amerikanischen Ostküste aufstellen und schwere Schäden auf den nicht vorbereiteten Handelsschiffsrouten verursachen. Im Hitlers Hauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen bemerkte General Warlimont, der Stellvertreter Jodls und verantwortlich für die operative Planung, dass die Kriegserklärung ‘amateurhaft’ und ohne durchdachte Strategie durch eine spontane Reaktion, ohne vorhergehende Absprache oder Beratungen, erfolgt sein. Es stünde nun ein Zweifrontenkrieg in seiner ‘schwersten Form’ bevor, da die bisherige Strategie gescheitert sei, mit Russland den letzten möglichen Gegner auf dem europäischen Kontinent auszuschalten und anschließend mit vereinten Kräften den Krieg gegen Großbritannien auf die eine oder andere Weise zu beenden. Und Außenminister Ribbentrop soll Hitler zuvor darauf hingewiesen haben, dass Deutschland durch den Dreimächtepakt lediglich verpflichtet sei, Japan im Fall eines Angriffs durch einen anderen Staat zu unterstützen. Da Japan aber selbst den Krieg gegen die USA begonnen habe, sei Deutschland nicht zum Eingreifen verpflichtet. Daher wurde die Kriegserklärung bei vielen Deutschen und selbst in Hitlers Umgebung als weder selbstverständlich noch notwendig angesehen. Selbst im Rückblick wirkt diese einsame Entscheidung von Hitler als unerklärlich und wahnsinnig. Ausgerechnet zu einem kritischen Zeitpunkt der Kämpfe an der Ostfront entscheidet er sich, einem weiteren, mächtigen Gegner den Krieg zu erklären, ohne zu wissen, wie er ihn besiegen konnte. Bisher erfolgten alle Eröffnungen der Feindseligkeiten Hitlers durch einen blitzartigen Überfall, dies ist ausgerechnet seine einzige ‘formale Kriegserklärung’ und ohne vorhergehende oder gleichzeitige, direkte militärische Aktionen. Hitlers Bild über Amerika Hitler sah in der beherrschenden Weißen Rasse Amerikas mit ihren wirtschaftlichen Erfolgen und daraus resultierenden Lebensstandard ein Vorbild für seine Vision des ‘deutschen Lebensraums’ in Europa. Denn der rasante wirtschaftliche Aufstieg der USA ist nicht nur durch technischen und organisatorischen Fortschritt und industrielle Revolution ermöglicht worden, sondern auch durch die gewaltsame Aneignung fremder Territorien. Nach seinen Worten hat der ‘Weiße die Millionen von Rothäuten auf ein paar hunderttausend zusammengeschossen und deren Land genommen’. Dies entsprach auch Hitlers Vorstellungen von der ‘Gewinnung des deutschen Lebensraums durch das Schwert’. Bereits in seinen ersten Reden im Jahr 1919 bezeichnete Hitler Amerika als einer der größten Feinde Deutschlands. Amerika sei nur wegen des blutigen Geldes in den 1. Weltkrieg eingetreten. Als ‘Geldland’, dass der große Gläubiger von England und Frankreich war, musste Amerika in den Krieg eingreifen, um sein verliehenes Geld nicht zu verlieren und einen Löwenanteil an der Kriegsbeute einzustreichen. Und die Verknüpfung folgte direkt, da auch ‘dem Juden der Geldbeutel das Heiligste sei’. Deshalb war Amerika für ihn die vom ‘jüdischen Kapitalismus’ beherrschte neue Weltmacht. Während der Weimarer Republik waren die Beziehungen zu den USA gut gewesen und hatten sich ständig verbessert. Das änderte sich erst seit der Machtübernahme der Nazis. Gründe dafür waren aufkommende Zollstreitigkeiten, die mangelnde Bereitschaft amerikanische Kredite zu bedienen und vor allem die zunehmende Verfolgung der Juden und Oppositioneller sowie Angriffe auf die christlichen Kirchen und die Bücherverbrennungen. Dazu kam der Militarismus und Wiederaufrüstung zusammen mit einer aggressiver werdenden Außenpolitik, welche den Frieden in Europa zu gefährden schien. Jedoch das die Amerikaner gegenüber Deutschland immer kritischer wurden, bereitete Hitler keine schlaflosen Nächte. Die ideologischen Vorgaben des NS-Regimes vertrugen sich natürlich nicht mit dem amerikanischen Liberalismus, auf den man einfach keine Rücksicht nehmen konnte. Nach der ‘Reichskristallnacht’ wurden die Angriffe aus Amerika jedoch schärfer. Dies war der Hintergrund für eine der wichtigsten und aufschlussreichsten Reden Hitlers am 30. Januar 1939, zum Jahrestag der Machtergreifung. Zentraler Punkt der Rede war, dass das jüdische Finanzkapital in Großbritannien und der USA eine Bedrohung für Deutschland sei. Die Juden seien Kriegstreiber, die Deutschland einen Krieg aufzwingen wollten, den es nicht wolle. Deutschland werde die Herausforderung jedoch annehmen und bis zum Untergang kämpfen. Und sollte es zum Krieg kommen, so drohte Hitler, dann würden diejenigen, welche die Verursacher sind, nämlich die Juden, verschwinden. Der ‘unerklärte Krieg’ der USA gegen Deutschland Es herrschte schon seit einiger Zeit ein ‘unerklärter Krieg’ zwischen den USA und dem Deutschen Reich. Als Hitler im September 1939 Polen überfallen hatten, war es sich bewusst, dass nur ein begrenzter Zeitraum blieb, um den Kontinent unter seine Kontrolle zu bringen. Den USA mussten in zunehmenden Maße Aufmerksamkeit geschenkt werden und Deutschland musste in raschem Tempo siegen, bevor das amerikanische Wirtschafts- und Militärpotential sich auswirken konnte. Deshalb wollte Hitler schon wenige Wochen nach dem Polenfeldzug im Westen losschlagen. Dies verzögerte sich bis Mai 1940 und er rechtfertige den Angriff gegenüber Mussolini damit, ‘dass die drohenden Telegramme, Noten und Anfragen des Herrn Roosevelt aus Amerika es notwendig machen würden, vorsorglich für ein schnelles Ende des Krieges zu sorgen’. Als Italien am 10. Juni 1940 in den Krieg eintrat, schwor Roosevelt öffentlich, dass den Opfern der Aggressionen nun die materielle Hilfe der USA zur Verfügung stünde. Doch mehr …

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