USS California im Trockendock


USS California im Trockendock

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Im Blickpunkt:
  • Die französische Armee und ihre Uniformen im Ersten Weltkrieg vom 3.8.1914 bis 11.11.1918. Truppenstärke und Verluste. Die Bevölkerungszahl Frankreichs und des Norddeutschen Bundes waren im Jahr 1870 ungefähr gleich. Jedoch bis zum Jahr 1914 stieg die Bevölkerung des Deutschen Reiches auf über 65 Millionen an, während die von Frankreich noch unter 40 Millionen lag. Diese Ungleichheit prägte das französische strategische Denken, jedoch mit tragischer Ironie, da dies am Ende zu einem militärischen Credo führte, welches zahlreiche Menschenleben in der französischen Armee kostete. Französische Armee im 1. Weltkrieg Frankreich hatte die Welt mit seiner schnellen Wiederauferstehung nach der Niederlage von 1870/71 überrascht und reorganisierte seine Armee nach dem preußischen Vorbild mit kurzer Militärdienstzeit und einem leistungsfähigen Generalstab. Wo der Verlust von Elsass und Lothringen die französische Ostgrenze offen legte, wurde eine starke Festungslinie errichtet, welche sich von Belfort bis nach Verdun zog. Zur Jahrhundertwende wurde die Moral der Armee jedoch tief von der Dreyfus-Affäre erschüttert und ihr Ansehen diskreditiert. Im Jahr 1905 wurde dann der Militärdienst auf zwei Jahre verkürzt. Konfrontiert mit der steigenden Bedrohung durch ein überlegenes Deutschland, stieg das Ansehen der Armee wieder, sowie die Bereitschaft, in ihr zu dienen. Im Jahre 1913 konnte der Militärdienst wieder auf 3 Jahre festgesetzt werden. Danach traten die Männer in die Reserve, der Territorial-Armee und der Territorial-Reserve für unterschiedliche Zeiträume bis zu einem Alter von 48 Jahren. Im Juli 1914 belief sich die Friedensstärke der Armee Frankreichs auf 736.000 Mann. Bei der Mobilisierung stieg sie auf 3,5 Millionen an, von denen rund 1,7 Millionen im Feldheer zum Einsatz kamen. Dieses Feldheer bestand aus fünf Armeen mit zusammen 21 Armeekorps, sowie 2 Kolonial-, 3 unabhängigen, 10 Kavallerie- und 25 Reservedivisionen. Der Rest befand sich bei Territorial-Einheiten, in Garnisonen und Depots. Die fünf Armeen waren von der Schweizer Grenze, wo die 1. Armee ihren rechten Flügel bei Belfort hatte, etwa zu einem Drittel des Weges entlang der belgischen Grenze verteilt, wo der linke Flügel der 5. Armee sich in der Nähe von Hirson befand. Weiter nördlich befand sich nur ein Kavallerie-Korps aus 3 Divisionen. Einer deutschen Offensive von Metz aus konnte also begegnet werden, aber eine Offensive durch Belgien hindurch würde nur auf den schwachen französischen Kavallerie-Schleier treffen. Die Franzosen hatten jedoch kein Interesse daran, auf eine feindliche Offensive zu warten. Für die Armeeführung war klar, dass das Desaster des Deutsch-Französischen Krieges von 1870 seine Ursache im fehlenden Angriffsgeist und Esprit der eigenen Seite hatte. Gemäß der Tradition der napoleonischen Kriege wurde die Armee in einem mystischen Geist des Angriffs großgezogen: Angriff, egal was es kostet, lautete die Antwort auf militärische Probleme ! Um diesen Elan zu demonstrieren, trugen die französischen Soldaten die traditionellen langen, blauen Röcke mit großen und deutlich roten Streifen, während das deutsche Heer schon längst im wenig auffälligen Feldgrau gekleidet war. Praktische Maßnahmen wurden ignoriert und der französische Soldat trug seinen langen Rock und schwere militärische Unterkleidung im heißen August des Jahres 1914. Seine Ausrüstung war schwer und lag 20 Prozent über dem Gewicht eines deutschen Soldaten. In Sachen Feuerkraft stützten sich die Franzosen auf das Gewehr und ihr hervorragendes 7,5-cm-Feldgeschütz M1897, eine hervorragende Kanone welche in großen Mengen hergestellt wurde. Maschinengewehre, eine Waffe, die gar nicht in das Konzept des Angriffs-Elans passte, wurden vernachlässigt. Mit dieser Taktik und Ausrüstung konnten sich die französischen Soldaten glücklich schätzen, dass sie nicht nur gehorsam und anpassungsfähig waren, sondern vor allem schnell im Kampf lernten. Die ersten katastrophalen Verluste der französischen Armeen konnten zudem durch Eingeborene aus dem Kolonialreich wettgemacht werden, die während des Krieges 500.000 Mann stellten.   General Joffre, 62 Jahre alt, war Vizepräsident des Kriegsministeriums und wurde Oberbefehlshaber des französischen Heeres bei Ausbruch des Krieges. Er war gewichtig und schweigsam, aber ein guter Zuhörer. Als Veteran des Kolonialdienstes hatte er keine besonders ausgeprägten Vorstellungen von Strategie und Taktik, war aber ein hervorragender Arbeiter und Organisator. Er konnte improvisieren, war aber zu genügsam um vor dem Krieg Pläne und Möglichkeiten für Krisen in einem zukünftigen Krieg vorzubereiten. Gallieni, Joffres Nachfolger in den Kolonien, war wachsamer und realistischer, jedoch ohne Einfluss. Von den Armeekommandeuren war Lanrezac von der 5.Armee ein brillanter und pessimistischer Mann und schon von vielen als Joffres wo möglicher Nachfolger ausgemacht. Foch, ein Vertreter der Angriffsdoktrin und zuvor Kommandant der Kriegsakademie, war Korpskommandeur. Wie Joffre konnte auch er Krisen hervorragend meistern und hatte in Weygand einen Stabschef, der seine Wünsche in klare Befehle umsetzen konnte. Petain, ohne Rückhalt in der Armeeführung wegen seiner kritischen Haltung gegenüber der Elan-Doktrin und seinen realistischen Ansichten der modernen Feuerkraft, kommandierte im August 1914 nur eine Division. FRANKREICH (3.8.1914-11.11.1918) Truppenstärke bei Kriegsbeginn = 4.000.000 Heeresstärke im Verlauf des Krieges = 7.935.000 Tote Militär = 1.390.000 Verwundete Militär = 2.500.000 Französische Uniformen Obwohl Frankreich eines der mächtigsten Länder der Welt war und über beträchtliche Erfahrung in der kolonialen Kriegsführung verfügte, sträubte sich seine Armee gegen Veränderungen. Und so zogen die Franzosen 1914 – allein unter den Großmächten – in veralteten und bunten Uniformen in den Krieg. Und das, obwohl bereits 1913 (in graublau) und 1911 (in graugrün) Versuche unternommen wurden, eine annehmbare moderne Uniform zu finden, und erst im Mai 1915 wurde schließlich das berühmte ‘Horizon Bleu’ eingeführt. Die Grundfarbe der französischen Uniform war blau, die zwischen dem Schwarz der Offiziere und dem Graublau (offiziell als Gris de fer bleutii bezeichnet) der Mäntel der anderen Dienstgrade variierte. Ein typischer Infanterist vom August 1914 ist rechts abgebildet, obwohl berichtet wurde, dass Truppen, die im September 1914 an die Front gingen, bereits blaue Leinenoveralls über den roten Hosen trugen. Nicht abgebildet ist der dunkelblaue Waffenrock der anderen Dienstgrade, der einreihig mit Stehkragen und neun Messingknöpfen vorne war. Offiziere trugen den schwarzen Waffenrock (in der Mitte im Bild weiter unten links) oder die halboffizielle Vareuse aus dem gleichen eisengrauen Material wie der ausgegebene Mantel. Pantaloons und Kniehosen waren entweder rot, dunkelblau oder schwarz mit Paspeln, Streifen oder Lampassen in der Korpsfarbe (Waffenfarbe). Sie wurden von berittenen Offizieren mit schwarzen Stiefeln und von berittenen anderen Dienstgraden mit Stiefeletten und schwarzen Gamaschen (Houzeaux) getragen. Abgesessene Offiziere trugen Stiefeletten, entweder mehr …

  • Fiat CR42 Falco

    Stärke und Organisation der Regia Aeronautica und Regia Navale beim Kriegseintritt Italiens im Juni 1940. Italienische Luftwaffe und Marine Italienische Luftwaffe (Regia Aeronautica) Am 24. Januar 1923 wurde die königlich-italienische Luftwaffe Regia Aeronautica als eine unabhängige Waffengattung gegründet. Im Jahr 1925 wurde sie dann von den Luftverbänden des Heeres und der Marine getrennt und erhielt durch die Bildung eines Luftfahrt-Ministeriums eine stabile Grundlage. In den Jahren zwischen den beiden Weltkriegen wurde die italienische Luftwaffe auf höchstem Stand gehalten und ihre Flugzeuge waren technisch sehr fortschrittlich. Die Luftwaffen-Befehlshaber, zu denen auch der Luftfahrt-Theoretiker Giulio Douhet gehörte, waren die am fortschrittlichsten und einfallsreichsten in ganz Europa. Bis 1940 befand sich die Luftwaffe jedoch im Niedergang. Nach dem eine moderne Luftwaffe in den Zwanziger und Dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufgebaut war, wurde diese nicht weiter entwickelt, sodass bei Ausbruch des Krieges die meisten der italienischen Frontflugzeuge veraltet waren. Im Kriegsverlauf wurden Versuche unternommen, die Fiat CR-32 und CR-42 Doppeldecker, das Rückgrat der Jagdfliegerverbände, zu ersetzen, aber der industrielle und technische Rückstand des Landes verhinderte, dass die italienische Luftwaffe ein Jagdflugzeug mit starker Bewaffnung und Motorleistung in ausreichenden Mengen erhalten konnte. Ein weiteres ernstes Problem, mit dem sich die italienische Luftwaffe auseinandersetzen musste, war die Verteidigung von Italiens Übersee-Kolonien und die Überanstrengung und Verzettlung durch Mussolinis grandiose Pläne. Nach der Kriegserklärung vom 10. Juni 1940 begann die italienische Luftwaffe sich mit ihren französischen und britischen Gegnern im ganzen Mittelmeer-Raum auseinanderzusetzen. Zuerst hielt sich die italienische Luftwaffe recht gut, aber mit dem Auftreten der Hawker Hurricane bei der RAF gegen Ende des Jahres 1940 kippte das Gleichgewicht zugunsten der Alliierten. Im Oktober 1940 schickte Mussolini eine Expeditionsstreitmacht nach Belgien, um sich an der Luftschlacht um England zu beteiligen. Aber erst einmal gegen das Jägerkommando der RAF über heimischen, englischem Boden angetreten, war die gemischte italienische Jäger- und Bomber-Streitmacht schnell zerrupft und konnte nur noch Verteidigungsaufgaben übernehmen. In Italienisch-Ostafrika unterstützte die Luftwaffe die Armee mit Aufklärungsflügen und durch Bodenangriffe. Beide Seiten waren ziemlich ebenbürtig, aber die italienische Luftwaffe wurde durch einen Zermürbungskrieg aufgerieben. Italienische Piloten kämpften dort tapfer bis zum bitteren Ende, als ihr letztes Flugzeug am 24. Oktober 1941 abgeschossen wurde. Im Jahr 1940 war die italienische Luftwaffe auf vier territoriale Luftzonen verteilt, welche das italienische Mutterland abdeckten, sowie auf fünf Übersee-Kommandos. Während die Regia Aeronautica eine unabhängige Waffengattung innerhalb der italienischen Streitkräfte war, gab es noch eine Armee-Luftwaffe aus 37 Staffeln, welche direkt den Bodenstreitkräften unterstanden, sowie eine Marine-Luftwaffe mit 20 Staffeln aus Wasserflugzeugen und Flugbooten plus 10 Staffeln von Transportflugzeugen. Es gab 12.000 Piloten und Flugzeugbesatzungen, 6.100 Offiziere für den Dienst am Boden und 185.000 andere Mannschaften in der Luftwaffe im Jahr 1940. Die grundlegende taktische Einheit war die Staffel (Squadriglia), welche eine Stärke von zumeist neun Flugzeugen mit drei weiteren in Reserve hatte, wobei Bomberverbände in der Regel allerdings nur sechs Frontflugzeuge besaßen. Zwei oder drei Staffeln bildeten eine Gruppe (Gruppo) und zwei oder mehr Gruppen ein Geschwader (Stormo), was die grundlegende taktische Formation innerhalb der italienischen Luftwaffe war. Zwei oder drei Geschwader bildeten gelegentlich eine Luftbrigade, was wiederum zusammen mit einer weiteren Luftbrigade eine Luft-Division ergab. Die größte Formation innerhalb der Luftwaffe war die Luftarmee (Luftflotte), welche aus zwei oder mehreren einheitlichen Jagd- oder Bomber-Divisionen bestand. Die Luftstreitkräfte im italienischen Mutterland waren 1940 wie folgt organisiert: Nördliche Zone: 7 Bomber-Geschwader (ca. 315 Flugzeuge) und 3 Jagdgeschwader plus eine Gruppe von Fiat CR42-Jagd-Doppeldecker (ca. 210 Flugzeuge). Mittlere Zone: 3 Bomber-Geschwader (ca. 135 Flugzeuge) und 2 Jagdgeschwader plus eine Gruppe von Jägern (ca. 150 Flugzeuge). Südliche Zone: 5 Bomber-Geschwader (ca. 225 Flugzeuge) und ein Jagdgeschwader, sowie eine unabhängige Jäger-Gruppe (ca. 90 Flugzeuge) und eine Gruppe von Sturzkampfbombern (ca. 25 Flugzeuge). Südöstliche Zone: Ein Geschwader von alten Nachtbombern (ca. 45 Flugzeuge) und Wasserflugzeugen und eine Gruppe veralteter Fiat CR32-Jagd-Doppeldecker (ca. 30 Flugzeuge). Das größte Übersee-Kommando war das in Libyen und bestand aus 4 Bomber-Geschwadern (ca. 180 Flugzeuge), einem Jagdgeschwader und 3 Jagd-Gruppen (ca. 150 Flugzeuge), sowie 2 Gruppen plus 2 Staffeln aus Kolonial-Aufklärungsbombern (ca. 60 Flugzeuge). Die italienische Luftwaffe begann den Krieg mit etwa 2.000 kampfbereiten Flugzeugen und hatte etwa noch die gleiche Anzahl in der Reserve. Italienische Marine (Regia Navale) Mussolini hatte gehofft, dass die Regia Navale eine wichtige Rolle in jedem Krieg im Mittelmeer spielen würde. Er sah die Kontrolle über das Meer (Mare Nostrum – unsere See, wie er das Mittelmeer bezeichnete) als eine wesentliche Voraussetzung zur Ausdehnung seines Reiches nach Nizza, Korsika, Tunesien und auf dem Balkan an. Das italienische Marinebauprogramm wurde während seiner Amtszeit beschleunigt, um im Juni 1940 bestand die italienische Marine aus: 4 Schlachtschiffen, 8 Schweren Kreuzern, 14 Leichten Kreuzern, 128 Zerstörern, 115 U-Booten, 62 Torpedobooten. Außerdem waren noch vier Schlachtschiffe in der Fertigstellung. Das Personal aus 4.180 Offizieren und 70.500 Mannschaften wurde durch die Mobilisation schnell vergrößert, bis im Durchschnitt 190.000 Mann in der Zeit zwischen 1940 und 1942 in der italienischen Marine Dienst taten. Die Demobilisierung der französischen Flotte nach dem Waffenstillstand vom Juni 1940 schien der Regia Navale gute Zukunftsaussichten zu bieten, da einer ihrer gefährlichsten Rivalen mit einem Schlag ausgefallen war. Doch obwohl die wichtigsten italienischen Kriegsschiffe modern, schnell, gut bewaffnet und trotz der schnittigen Linien eine zumeist gute Panzerung hatten, wurden sie durch die englischen Royal Navy eingeschüchtert. Erste Niederlagen bei Tarent und Matapan waren zwar im Einzelfall nicht gravierend, bestätigten aber die englische Überlegenheit. Das Fehlen von Radargeräten und einer eigenen Flotten-Luftwaffe waren erhebliche Nachteile und der Mangel an Brennstoff erwies sich als zunehmend lähmendere Einschränkung für die Operationen. Nur die kleinen Angriffsboote und Kleinst-U-Boote gaben durch viele tapfere und erfolgreiche Aktionen Hoffnung. Zwischen Juni 1940 und September 1943 verlor die italienische Marine insgesamt 24.660 Männer und 339 Schiffe aller Klassen, darunter ein Schlachtschiff und 13 Kreuzer. Der Oberste Befehlshaber der italienischen Streitkräfte und der Marineminister war Benito Mussolini persönlich, jedoch wurde die exekutive Kontrolle durch den Staatssekretär und Chef des Marinestabes (Supermarina), Admiral Domenico Cavagnari, ausgeführt. Der Befehlshaber der Flotte war Admiral Campioni. Abteilungen des Marine-Ministeriums und der Marinestab unterstanden der Verantwortung der Admiralität – mit der Ausnahme, mehr …

  • Vormarsch in Jugoslawien

    Kriegsgliederung der Wehrmacht vom 5. April 1941 beim Angriff auf Jugoslawien und Griechenland, Luftlandetruppe und Luftwaffe. Um seine Südflanke für den geplanten Angriff auf Russland abzusichern, hatte Hitler den jugoslawischen Prinzregenten Paul in das Achsen-Bündnis gedrängt. Als dann aber anti-deutsche Putschisten die Regierung in Belgrad stürzten, befahl Hitler die Besetzung von Jugoslawien und die Vertreibung der Engländer aus Griechenland. Kriegsgliederung der Wehrmacht im Balkanfeldzug Unternehmen Marita, die Invasion Jugoslawiens begann am 6. April 1941, nach einer erstaunlich kurzen Vorbereitungszeit von nur 10 Tagen. Es wurde zu einem vollen Erfolg, denn bei einem Verlust von 558 Mann wurde die jugoslawische Armee völlig zerschlagen und über 300.000 Mann gerieten in Gefangenschaft. Gleichzeitig griffen 5 Divisionen von Lists 12. Armee Griechenland an und eroberten das Land bis Ende April, wenn auch die Verluste hier mit knapp über 5.000 Mann viel höher waren. Der schnelle Sieg der Wehrmacht auf dem Balkan beruhte auf dem perfekten Umgang mit den Panzer- und Luftstreitkräften gegen die Armeen eines unorganisierten Gegners. Aus der Kriegsgliederung weiter unten ist zu sehen, dass die deutschen Armee-Korps eine sehr flexible Zusammensetzung hatten, wodurch eine Vielzahl von unterschiedlichen Formationen für die jeweiligen, örtlichen Gegebenheiten verwendet werden konnte. So verfügte das XVIII. Korps beispielsweise über 2 Gebirgsdivisionen und eine Panzerdivision, speziell für den Einsatz in dem schwierigen Gelände dort. Die Divisionsgliederung der Wehrmacht war die gleiche wie aus dem Jahr 1940, mit Ausnahme der Panzerdivisionen, welche neu zusammengesetzt wurden, um ein ausgewogeneres infanteristisches Element zu erhalten. Im Frankreich-Feldzug 1940 trat nämlich des Öfteren das Problem auf, dass Panzerverbände ohne die Unterstützung der anderen Waffengattungen durch das Feindesland rasten, während die zu Fuß marschierende Infanterie überhaupt nicht mehr hinterherkam. Die Panzer-Divisionen hatten daher jetzt nur noch ein Panzer-Regiment bei weiterhin zwei motorisierten Infanterie-Regimenter sowie stärkere Unterstützungseinheiten, welche Selbstfahrlafetten für die PAK und Artillerie beinhalteten. Die Division war nun 15.600 Mann stark und hatte eine Sollstärke von 211 Panzern, wobei die PzKpfw III und PzKpfw IV nun deren hauptsächliche Schlagkraft bildeten. Luftlandetruppe Nach dem Erfolg der Fallschirmjäger in Holland und Belgien wurde das XI. Luftlande-Korps im Sommer 1940 unter dem Kommando von Kurt Student offiziell aufgestellt. Dieser neue Verband war erstmals in Aktion während der deutschen Invasion Griechenlands, als das 2. Fallschirmjäger-Regiment über Korinth absprang, um die einzige Brücke über den Kanal intakt zu sichern, was allerdings letztlich fehlschlug. Die Kontrolle über Griechenland war jedoch nicht gleichzeitig die Kontrolle über das Mittelmeer und so wurden schnell Pläne erstellt, um die strategisch wichtige Insel Kreta zu erobern. Das XI. Luftlande-Korps war die Speerspitze dieses Angriffs. Die Luftlandung auf Kreta mit 22.000 Mann und mehr als 500 Transportflugzeugen, sowie Kräften welche über See anlanden sollten, begann am 20. Mai 1941 und nach 11 Tagen erbitterter Kämpfe evakuierten die Alliierten die Insel. Die Verluste waren jedoch hoch und die Deutschen hatten 3.250 Gefallene und Vermisste sowie 3.400 Verwundete, während 10.000 alliierte Soldaten gefangengenommen werden konnten. Die Eroberung Kretas nur aus der Luft war einer der größten Triumphe der Luftlandetruppe, während deren hohe Verluste Hitler dermaßen schockierten, das diese Eliteverbände von nun an praktisch nur noch in der Infanterie-Rolle zum Einsatz kamen. Die Landung auf Kreta wurde von der 7. Fallschirmjäger-Division, unterstützt durch die 5. Gebirgs-Division, durchgeführt. Die 7. Fallschirmjäger-Division war wie folgt gegliedert: 3 Fallschirmjäger-Regimenter zu je 3 Bataillonen, Luft-Nachrichten Kompanie, Transport-Kompanie, Sanitätskompanie, leichte Flak-Batterie, PAK-Kompanie, Motorrad-Zug. Nach der Eroberung der Insel wurde die 7. Fallschirmjäger-Division abgezogen und später der Ostfront zugeführt, während die hochwertige 22. Luftlande-Division, welche nicht am Angriff beteiligt war, stattdessen als Besatzungstruppe auf Kreta verblieb. Die 22. Luftlande-Division war eine soweit normale Infanterie-Division, welche für den Lufttransport trainiert war und eine entsprechende Ausrüstung erhalten hatte. Luftwaffe Der erste Einsatz der deutschen Luftwaffe über dem Mittelmeer erfolgte nach der Ankunft des X. Fliegerkorps aus Norwegen im Dezember 1940. Es sollte Unterstützung für die Bodenkämpfe in Nordafrika liefern und die englischen Versorgungsrouten durch das Mittelmeer abschneiden. Für einige Zeit beherrschte die deutsche Luftwaffe den dortigen Himmel, was auch an der Überlegenheit der Messerschmitt Bf 109 über die dort nur vorhandene Hawker Hurricane der RAF lag. Der Balkan-Feldzug wurde von der Luftflotte 4 mit 1.200 Flugzeugen mit großem Erfolg unterstützt, was auch die Eroberung Kretas ermöglichte. Jedoch wurden anschließend eine große Anzahl der Flugzeuge, sowohl vom X. Fliegerkorps als auch von der Luftflotte 4, zurückgezogen und zur Unterstützung der Invasion Russlands verwendet. Dies hatte zur Folge, dass die deutsche Luftwaffe im Mittelmeerraum von nun an der Zahl der Flugzeuge hoffnungslos unterlegen war. Schematische Kriegsgliederung der deutschen Wehrmacht, Stand 5.4.1941 Heeres-Gruppe A: Heeres-Gruppe D: Heeres-Gruppe C: Heeres-Gruppe B: Aufmarsch Balkan-Feldzug: Sonstige: Zahlenmäßige Übersicht der vollständig aufgestellten und einsatzbereiten Divisionen der deutschen Wehrmacht, Waffen-SS und Luftwaffe: Pz = Panzer; mot.Inf = motorisierte Infanterie; Kav = Kavallerie; Inf = Infanterie; Geb = Gebirgsjäger; Luftl. = Luftlande Ungefähre Soll-Stärke der wichtigsten Divisions-Typen des Feldheeres im Jahr 1941: Überblick Balkanfeldzug Die Invasion von Jugoslawien Am 6. April 1941 begann die Sicherung des deutschen Einflussraumes auf dem Balkan durch die Invasion von Jugoslawien durch die Wehrmacht. Dessen Regent, Prinz Paul, war bis zum 25. März 1941 dazu gedrängt worden, den Dreimächte-Pakt zu unterzeichnen. Durch einen schon seit längerem geplanten Putsch wurde er durch anti-deutsche, serbische Kräfte abgesetzt, welche den jungen König Peter auf den Thron erhoben und eine Regierung bildeten, welche aber nur wenige Tage bestehen sollte. Hitler befahl den Angriff mit 33 Divisionen auf Jugoslawien und ein schwerer Luftangriff traf Belgrad in einer neuen Eskalation des Blitzkrieges. Gleichzeitig wurde die jugoslawische Luftwaffe ausgeschaltet, bevor sie überhaupt zur Verteidigung eingesetzt werden konnte. Der deutsche Angriffsplan sah den Einfall der 12. Armee aus Bulgarien vor, welcher nach Süden in Richtung Skopje zielen sollte, um Monastir zu nehmen und die Vereinigung mit den griechischen Streitkräften zu verhindern. Von dort aus sollte die Armee – wie schon seit dem letzten Jahr geplant, als Jugoslawien noch als Verbündeter galt – nach Griechenland eindringen. Zwei Tage später führte General Paul von Kleist seine Panzer-Gruppe 1 gegen Nis und Belgrad selbst, wo sie mit der deutschen Zweiten Armee aus Österreich sowie italienischen und ungarischen Truppen zusammentreffen sollte. Der Angriffplan mehr …

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