USS Pennsylvania im Trockendock


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Im Blickpunkt:
  • Soldaten einer nordafrikanischen Einheit von Juins französischem Korps

    Stärke und Organisation der Frei-französischen Streitkräfte 1941-1945. Divisonen des französischen Expeditonskorps und die Luftwaffe der Frei-Franzosen. Nach dem Fall Frankreichs bevorzugten es verschiedene Einheiten der französischen Truppen im Nahen Osten sich den Alliierten anzuschließen. Ihre Lage war jedoch schwierig, da sie von der Mehrheit der Franzosen als kleine Gruppe von Dissidenten angesehen wurden, und ihr Anführer de Gaulle als Verräter. Frei-französische Armee 1941-44 Im Mai 1941, als abzusehen war, dass ein Unternehmen gegen das französische Mandatsgebiet Syrien geführt werden sollte, wurden die überall verstreuten, kleinen frei-französischen Gruppen bei Quastina in Palästina zur 1. Frei-französischen Leichten Division zusammengelegt. Obwohl die frei-französischen Truppen mit dem traditionellen französischen Elan kämpften, gab es verständliche Schwierigkeiten mit der Moral, als sie gegen ihre ehemaligen Kameraden und Landsleute anzutreten hatten. Insgesamt erlitten die frei-französischen Truppen 1.300 Mann Verluste, was eine schwere Einbuße bei einer solch geringen Truppenstärke war. Nach der Eroberung Syriens wurden die frei-französischen Truppen in Nordafrika ungegliedert und mit anderen Einheiten verstärkt. Anfangs spielten die frei-französischen Streitkräfte nur eine untergeordnete Rolle, bis zur bemerkenswert hartnäckigen Verteidigung der Wüsten-Festung Bir Hakeim durch die 1. frei-französische Leichte Division während der Schlacht von Gazala. Zum Schluss konnte die Division aus der Festung ausbrechen und wieder die alliierten Linien erreichen. Die Situation für die Frei-Franzosen ändert sich erst dramatisch durch den Zusammenbruch der Achsenstreitkräfte in Nordafrika und der Verweigerung des größten Teils der Vichy-Streitkräfte, sich den alliierten Landungstruppen zu widersetzen. Die frei-französischen Befehlshaber konnten die Vichy-Truppen davon überzeugen, sich der Sache der Alliierten anzuschließen, was auch durch die deutsche Besetzung von Südfrankreich erleichtert wurde. Dadurch gab es einen enormen Zulauf für die frei-französischen Streitkräfte die nun – mit amerikanischer Hilfe bei der Bewaffnung und Ausrüstung – in der Lage waren, einen bedeutenden militärischen Beitrag zu leisten. Frei-französische Truppen kämpften in der letzten Phase des Feldzugs in Tunesien, aber es war der Krieg in Italien, wo die neu organisierten Streitkräfte wirksam zum Einsatz kamen. Ende 1943 begannen die Einheiten des Französischen Expeditionskorps in Italien einzutreffen. Erst 2 Divisionen, bevor das Korps mit 2 weiteren Divisionen im Frühjahr 1944 verstärkt wurde. Das Französische Expeditionskorps war heftig in die Schlachten um Cassino verwickelt und es war seine Umgehungsoperation, welche die deutsche Bergstellung von der Flanke aushebelten und so den Sieg der Alliierten möglich machte. Nach der Besetzung Roms ab Ende Mai 1944 wurden die französischen Truppen von der italienischen Front abgezogen, um sich für die Befreiung Frankreichs selbst vorzubereiten. Organisation der Frei-französischen Armee im Mittelmeerraum Die 1. Frei-französische Leichte Division, welche in Syrien gekämpft hatte, war in zwei kleine Brigaden gegliedert. Die erste Brigade bestand aus einem Bataillon der 13. Demi-(Halb-)Brigade der französischen Fremdenlegionen und 2 Senegalesen-Bataillonen. Die zweite Brigade bestand aus einem Bataillon Marine-Infanterie (welches 2 motorisierte Kompanien beinhaltete) und 2 weiteren Senegalesen-Bataillonen. Die Division wurde unterstützt von einer Artillerie-Batterie mit 6 Geschützen, einer Panzer-Kompanie (8 Panzer und Panzerspähwagen) und einem Kontingent Marine-Infanterie. Zusätzlich gab es zwei Staffeln Tscherkessen-Kavallerie und eine Staffel Spahis (motorisiert auf LKWs) unter dem Kommando von Oberst Collet. Eine der ersten, effektivsten Einheiten in Nordafrika war die frei-französische Kampfkolonne oder ‘L-Force’: eine kleine, gemischte Einheit aus Panzerspähwagen, Panzern, motorisierter Infanterie und Panzerabwehr- und Flugabwehr-Kanonen unter dem Kommando des Generals Leclerc. ‘L-Force’ kämpfte sich durch den Wüstenfeldzug bis ins Jahr 1943, bevor sie aus der Front gezogen wurde um neu ausgerüstet und mit anderen französischen Truppenteilen gruppiert zu werden. Sie wurde zur französischen 2. Panzer-Division, welche an den Kämpfen in der Normandie teilnahm. Nach dem Feldzug in Syrien konnte die Frei-Franzosen 2 Brigaden-Gruppen bilden, welche als 1. und 2. französische Leichte Divisionen bezeichnet wurden. Während der Kämpfe in Nordafrika wurden sie von einem Regiment marokkanischer Spahis unterstützt, welche Aufklärungsmissionen für die Frei-Franzosen übernahmen, wo dies notwendig war. Nach der Niederlage des deutschen Afrika-Korps bei El Alamein wurden die Brigaden aus der Front gezogen und im Februar 1943 wurde damit begonnen, diese als 1. Frei-Französische Division zu formieren. Die beiden Brigaden dieser Division operierten allerdings getrennt in Tunesien bis zum Herbst 1943, als sie nach Tripolitanien in Libyen verlegt wurden um neu organisiert und ausgestattet zu werden. Während der kurzen Unterbrechung der Kampfhandlungen nach der Kapitulation der Achsenstreitkräfte in Tunesien im Jahr 1943 wurden die Truppen der Frei-Franzosen und ehemaligen Vichy-Streitkräfte neu organisiert und es entstand das Französische Expeditionskorps. Neben den frei-französischen Truppen bestanden die französischen Streitkräfte aus dem XIX. Korps mit 3 Kolonial-Divisionen und einer Gruppe aus Panzerkampfwagen, 3 Bataillonen des Corps Franc d’ Afrique plus zwei marokkanischen Tabors, welche dem 2. US-Korps unterstellt waren. Ein Tabor war eine Einheit aus marokkanischen irregulärer Kämpfern, welche als Goumiers bezeichnet wurden. Die 4 Divisionen des Französischen Expeditionskorps unter dem Befehl von General Juin bestanden aus: 2 Infanterie-Regimenter, 1 Marine-Infanterie-Regiment, 6 Infanterie-Bataillone, 3 Artillerie-Regimenter, 1 Gebirgsartillerie-Regiment, 3 Spahi Regimenter, 3 algerische Schützen-Regimenter, 5 marokkanische Schützen-Regimenter, 1 tunesisches Schützen-Regiment, 1 Bataillon Chasseurs, 1 Bataillon Marine-Infanterie, 2 Bataillone Fremdenlegion. Neben diesen Divisionstruppen gab es noch eine allgemeine Reserve aus 3 marokkanischen Tabors aus Goumiers, 2 Regimenter Panzerwagen und 2 Regimenter von Artillerie. Die Streitkräfte des Französischen Expeditionskorps erreichten eine Stärke von mehr als 100.00 Mann, welche in Italien Verluste von 7.260 Mann erlitten. Frei-französische Luftwaffe Während die meisten Mitglieder der französischen Luftwaffe die Bedingungen des Waffenstillstandes von 1940 akzeptierten, entfloh eine Anzahl mit ihren Flugzeugen zu britischen Stützpunkten im Mittelmeer. Diese wurden neu organisiert und mit englischen Flugzeugen ausgestattet. Diese frei-französischen Luftwaffen-Einheiten kämpften im Nahen Osten, Eritrea und Nordafrika. Nach der Eingliederung der ehemaligen Vichy-französischen Luftwaffe in Nordafrika waren diese Luftstreitkräfte in ständigem Einsatz gegen die Achsenmächte in Italien und Südeuropa. In Nordafrika und Nahen Osten hat es zuerst eine Weile gedauert, bevor diese frei-französischen Flieger in regulären Einheiten organisiert werden konnten. Bis zum Juli 1941 gab es 2 Bomber-Gruppen, welche über Nordafrika im Einsatz waren, sowie 2 Escadrilles aus Jägern welche in Syrien zur Jagdgruppe ‘Alsac’ (Elsass) zusammengelegt wurden und Hurricane-Jagdflugzeuge flogen. Letztere war dann aktiv über der Wüste während des Feldzuges in Nordafrika. Die ehemaligen Vichy-französischen Luftwaffen-Einheiten, welche nach dem Unternehmen Torch zu den Alliierten überliefen, wurden mit modernen englischen und amerikanischen Flugzeugen neu ausgerüstet. Einige dieser Bombergruppen wurden mehr …

  • Von Deutschland ausgebildete und ausgerüstete Soldaten der national-chinesischen Armee von Tschiang Kai-schek.

    Die chinesischen Streitkräfte von 1937 bis 1941: national-chinesische Armee und Waffen, Luftwaffe, Marine und Kommunisten.   Die Annexion von Mukden am 19. September 1931 markierte den Auftakt einer sich steigernder japanischen Aggression gegen China und von 1937 an gab es einen offenen Krieg. Die ungeordneten chinesischen Truppen waren der japanischen Armee auf dem Schlachtfeld nicht gewachsen, aber entschlossener Widerstand verhinderte den völligen Zusammenbruch. Schon die Größe von China schloss einen japanischen militärischen Sieg aus und obwohl die national-chinesische Regierung gezwungen war, alle wichtigen industriellen Gebiete aufzugeben und sich in eine neue Hauptstadt Tschungking zurückzuziehen, setzte sie den Kampf fort und band im Bündnis mit den kommunistischen Streitkräften von Mao Tse-tung eine große Anzahl japanischer Truppen. Stärke und Organisation  der  National-chinesische Armee Bei Ausbruch des Japanisch-Chinesischen Krieges im Juli 1937 wurde die national-chinesische Armee auf rund 1,7 Millionen Mann erweitert. Die offizielle Kriegsgliederung auf dem Papier umfasste 182 Infanterie-Divisionen, 46 unabhängige Brigaden, 9 Kavallerie-Divisionen, 6 unabhängige Kavallerie-Brigaden, 4 Artillerie-Brigaden und 20 unabhängige Artillerie-Regimenter. Eine Division hatte auf dem Papier 2 Infanterie-Brigaden zu jeweils 2 Regimenter, ein Artillerie-Bataillon oder Regiment, ein Pionier- und Nachschubbataillon, ein kleine Nachrichten-, Ambulanz- und Transport-Einheit. In der Praxis variierte die Bereitstellung der Unterstützungs- und Hilfseinheiten jedoch stark von Division zu Division, ebenso wie ihre Truppenstärke. Die durchschnittliche Stärke der zuvor beschriebenen Divisionsgliederung belief sich auf etwa 9.000 bis 10.000 Mann, dies traf aber nur für die ersten zehn von Deutschland ausgebildeten Divisionen aus dem Jahr 1937 zu. Die Masse der Divisionen, sowie die neu oder nur vorübergehend aufgestellten Verbände, hatten durchschnittlich nur 5000 Soldaten. Unabhängige Brigaden hatten etwa 4500 Mann, während neue und vorübergehend aufgestellte Brigaden vielleicht etwa 3000 Mann stark waren. China war im Jahre 1937 immer noch ein zutiefst gespaltenes Land und die KMT-Regierung konnte sich nicht auf alle ihre nominellen Streitkräfte zugleich verlassen. Rebellionen und andere Vorfälle von Untreue bei verschiedentlichen seiner regionalen militärischen Befehlshaber während der 30er Jahre hatten bei Tschiang Kai-schek einen großen Teil seiner Truppen verdächtig gemacht. Die zuverlässigsten und von daher am besten ausgerüsteten Soldaten von Tschiang Kai-schek waren daher die 380.000 Mann seiner eigenen, vor 1934 aufgestellten Armee. Die meisten von diesen waren von deutschen Soldaten ausgebildet worden. Sie wurden von Absolventen der Whampoa-Militärakademie in Kanton kommandiert, welche Tschiang Kai-schek 1924 selbst geleitet hatte, um ein politisch zuverlässiges Offizierkorps für die KMT-Armee zu schaffen. Weitere 520.000 Mann gehörten Einheiten an, welche seit jeher treu zu Tschiang Kai-schek standen, wenn sie auch nicht vom ihm aufgestellt worden waren. Dieser harte Kern gab ihm etwa 900.000 Mann, auf die sich die KMT-Regierung verlassen konnte. Abgesehen von diesen Armeen gab es noch eine andere Kategorie von sogenannten halb-autonomen Provinz-Truppen, die manchmal für die Interessen der KMT-Regierung mobilisiert werden konnten. Zusammen vielleicht noch etwa 300.000 Mann stark, verteilt über die Provinzen Suiyuan, Schanssi und Shangtung im Norden und Kwangtung im Süd-Osten. Der Rest der national-chinesischen Armee bestand aus Truppen, angeführt von Kommandeuren welche gegenüber Tschiang Kai-schek zwar keine wirkliche Loyalität empfanden, aber bereit waren, neben ihm gegen den gemeinsamen Feind Japan zu kämpfen. Die Kampfkraft dieser Verbände von fraglicher Loyalität schwankte von sehr gut bis sehr schlecht. Zum Beispiel wurden die 80.000 Soldaten und 90.000 Milizionäre der südlichsten Provinz Kwangsi gut geführt und waren gut ausgerüstet, ausgebildet und diszipliniert, während die 250.000 Soldaten von Szechuan im Süd-Westen als die am schlechtesten ausgebildeten und ausgerüsteten beschrieben wurden, die meisten von ihnen undiszipliniert und die treulosesten aller national-chinesischen Truppen. Zersetzt von Verlusten, vor allem unter dem vor Kriegsbeginn 1937 ausgebildeten Offizierskorps, und mit nur wenig Nachschub versehen, waren die meisten dieser Formationen unter der Sollstärke, schlecht ernährt, gekleidet, ausgerüstet und geführt, mit einem Kampfwert der vergleichbar war mit dem von plündernden Bauernheeren vergangener Jahrhunderte. Historisch gesehen hatte Chinas brutale militärische Kultur dem Bauern-Soldaten niemals einen Lohn für den Sieg gegeben, mit Ausnahme der Gelegenheit zur Plünderung. Es gab keine emotionale Beteiligung an Ereignissen, welche nicht unmittelbar die eigene Einheit betrafen. Vorsicht wurde als Klugheit bewundert, Selbstachtung hing nicht von der eigenen Initiative im Angriff oder standhafter Verteidigung ab. Sofern sich nicht ein schneller Erfolg einstellte, bestand immer die Tendenz, sich zurückfallen zu lassen. Auf der anderen Seite konnte oft selbst nach einem überstürzten Rückzug im Angesicht des Feindes und nach einer kurzen Rast der leidgeprüfte Bauern-Soldat zu seinem Dienst zurückgebracht werden. Waffen der national-chinesischen Armee Mit einer Armee, welche rasch auf über 2 Millionen Mann anstieg, und nur einer kleinen Anzahl von lokalen militärischen Arsenalen und Rüstungsbetrieben, war die Bewaffnung der national-chinesischen Armee ein ständiges Problem. Seit den frühen 30er Jahren war eine verwirrende Vielfalt von Gewehren und Maschinengewehren aus allen Teilen der industrialisierten Welt das ein oder andere mal von den Chinesen eingeführt worden. Ohne eine zentral gesteuerte Einkaufspolitik für die Armee hatten die verschiedenen militärischen Regionalbefehlshaber und vorübergehende Kriegsherren für die eigenen Truppen die ihnen angebotene Waffen nach Lust und Laune aufgekauft. Dieser erhebliche Mangel an Standardisierung wurde nur teilweise durch den Ausbruch des Chinesisch-Japanischen Krieges beseitigt. Von 1937 an war die vorherrschende Infanterie-Waffe der chinesischen Armee das deutsche 7,92mm Mauser 98k Gewehr, welches von den deutschen Ausbildern in den frühen 30er Jahren empfohlen wurde. Das Mauser-Gewehr wurde in großen Zahlen importiert und wurde bald darauf in chinesischen Arsenalen nachgebaut und wurde allgemein als Tschiang Kai-schek-Gewehr bezeichnet. Andere Gewehre und Karabiner, ebenfalls auf dem Mauser-Entwurf basierend, wurden ebenfalls eingeführt, so das belgische FN24 oder das tschechoslowakische VZ24. Auch das ältere Mauser-Gewehr 88 wurde noch weit verbreitet in China verwendet und es wurde immer noch als Hanyang 88 in chinesischen Fabriken hergestellt. Viele verschiedene Modelle von Maschinengewehren wurden ebenfalls in den 30er Jahren eingeführt. In der Tat sieht es so aus, als war China in mehreren Fällen der einzige Exportkunde für einige mehr oder weniger dubiose europäische Waffen. Wenn ein Waffenhändler seine Waren nicht an die KMT-Regierung verkaufen konnte, versuchte er sein Glück eben bei einem der Provinz-Armeeoberbefehlshaber. Das vorherrschende chinesische leichte Maschinengewehr war das ausgezeichnete tschechische ZB26, importiert und in großer Zahl nachgebaut. Andere eingeführte Typen waren das schweizerische ZE70, das finnische Lahti und das russische DP26. Maschinengewehr waren immer zu wenig mehr …

  • antikes Kriegsschiff

    Der Konflikt zwischen Rom und Karthago seit 264 v.Chr. bis zum Eingreifen des größten Feldherrn Hannibals im Zweiten Punischen Krieg. Die Punischen Kriege waren eine Epoche, als die wenige Jahrzehnte zuvor kaum bekannte Stadt Rom in Mittelitalien aufbrach, das wichtigste Weltreich der Geschichte zu gründen und bis zur Eroberung von Konstantinopel, der späteren Hauptstadt und heute Istanbul, am 29. Mai 1453 durch die Osmanen die heutigen sozialen, kulturellen und politischen Strukturen von Europa und daraus letztendlich einem Großteil der Erde zu bestimmen. Nach dem ersten ‘Welteroberer’, Alexander dem Großen, dessen überraschender und früher Tod etwa hundert Jahre vor dem Beginn der Punischen Kriege, das von ihm eroberte persische Großreich in Makedonien, Perganum, Seleukiden-Reich, Bithynien, Pontus, Armenien, Baktrien, Ägypten, die griechischen Stadtstaaten und eine Vielzahl kleinerer Reiche zerfallen ließ, die in blutigen Fehden eine Nachfolgeregelung erzwingen wollten, nutzte eine bis dahin kaum bekannte, kleine Stadt in Italien dazu, nahezu unbemerkt die griechischen und etruskischen Städte in Süd- und Mittelitalien zu unterwerfen. Ihre großen Erfolge verdankte die römische Armee, welche in ‘Legionen’ gegliedert war, ihrer Disziplin. Die Gallier zum Beispiel stürzten sich in wilden, ungeordneten Haufen in die Schlacht. Jeder kämpfte für sich allein, schwang seine Waffe und stieß dabei ein schauerliches Kriegsgeheul aus. Schon von diesem Geschrei ergriffen manche Gegner die Flucht. Ganz anders kämpften die Römer: Sie gingen in einer geschlossenen Schlachtordnung vor, der sogenannten ‘Phalanx’, die aus acht, zwölf oder gar fünfundzwanzig eng geschlossenen Reihen hintereinander bestand. Spieß reihte sich an Spieß – der Feind hatte kaum eine Chance zum Durchbruch. Im 3. Jahrhundert v.Chr. hatten die Römer sich eine neue Schlachtordnung erdacht, die in den nächsten Jahrhunderten jeden Gegner bezwang. Jetzt kämpften drei Phalangen, zu einer ‘Manipel’ zusammengeschlossen, hintereinander, an die Stelle des Spießes war der Wurfspeer (Pilum) getreten. Feinde, die den Geschosshagel dieser Speere überlebten, standen nun zumeist ohne den unbrauchbar gewordenen Schild den kurzen, tödlichen Schwertern gegenüber, mit denen das römische Fußvolk den Nahkampf führte. Aber keine Armee ist unschlagbar und auch die Römer mussten Anfangs einige blutige Niederlagen hinnehmen: 321 v.Chr. hungerten die Samniter, ein Bergvolk in Mittelitalien, zwei römische Legionen aus. Rund 40 Jahre später verloren die Römer wieder um zwei Schlachten: Bei Heracleia am Golf von Tarent (280 v.Chr) und bei Asculum (279 v.Chr) unterlagen sie dem Molosser-König Pyrrhos (‘Phyrus-Sieg’, noch heute ein Sprichwort), der mit 25.000 Mann und 20 Kriegselefanten nach Italien gekommen war. Doch Rom war immer ein ‘Stehaufmännchen’. Es rächte sich. 295 besiegte es die Samniter, 275 wurde Pyrrhos bei Benevent vernichtet. Eine siegreiche Schlacht bedeutete für die Römer im Gegensatz zu anderen Reichen oft mehr als ein militärischer Triumph. Aus geschlagenen Feinden wurden oft Verbündete, eroberte Gebiete wurden römische Kolonien. So wuchs das Reich, bis es schließlich fast ganz Italien umfasste. 275 v.Chr. reichte es von dem heutigen Seebad Rimini und Pisa bis hinunter an die Straße von Messina nach Sizilien. Hier standen die Römer zum ersten Mal dem Volk gegenüber, das ihr erbittertster und gefährlichster Feind werden sollte: DEN KARTHAGERN. Armeen der Punischen Kriege: Karthago, ein Stadtstaat in Nordafrika am Golf von Tunis, war älter als Rom. Es war im 9. Jahrhundert vor Christus von Phöniziern aus Tyros (Libanon, von Alexander dem Großen zerstört) gegründet worden; die Bewohner des Stadtstaates wurden von den Römern ‘Punier’ genannt. In mancher Hinsicht glichen Karthager den Römern: Auch sie waren stolz und angriffslustig und auch sie waren harte Arbeiter. Sie waren aber auch Seeleute. Als man glaubte, dass jeder sterben müsse, der an den Säulen des Herkules (Gibraltar) vorbeisegelte, wagten sich die Karthager bereits durch die Meerenge weit in den Atlantik bis zu den Azoren hinaus. Sie segelten an der afrikanischen Küste bis nach Guinea hinunter und sie kamen zum Warentausch regelmäßig nach England. Vermutlich wurde auch Grönland und Kanada erreicht. Die karthagischen Kaufleute waren reich. Sie wohnten in großen Häusern mit Badezimmern und Schwimmbädern, ihre Segelschiffe waren bis zu 36 Meter lang Wie die Römer hatten auch die Karthager den ungestümen Drang, ihr Reich auszudehnen. Da die Wüste jedoch unbewohnbar war, richteten sich die Eroberungsgelüste der Karthager nach Norden über das Meer. Als Rom den Südgipfel Italiens erreichte, beherrschten die Karthager bereits ein großes Reich, zu dem Sardinien, Korsika, die Balearen, Teile von Spanien und Sizilien gehörten. Früher, als beide Reich noch damit beschäftigt waren, ihre Gebiete auszudehnen, aber ihre Grenzen sich noch nicht berührten, waren sie Verbündete. Sie hatten mehrere Verträge abgeschlossen, den ersten bereits 508 vor Chr. Noch 279 v.Chr. hatten sie gemeinsam gegen Pyrrhos gekämpft. Aber 15 Jahre später waren sie Rivalen geworden. Der Krieg war unvermeidlich. Der erste von drei PUNISCHEN KRIEGEN in den folgenden 120 Jahren kam im Jahre 264 v.Chr.: Kriegsgrund war die Stadt Messina im Nordosten von Sizilien. Samnitische Soldaten hatten die Stadt besetzt und der König von Syrakus bat Rom und Karthago um Hilfe. Beide Reiche sagten zu. Als erste erschienen die Karthager und besetzten die Stadt. Dadurch fühlte Rom sich in seiner Ehre gekränkt. Der römische Befehlshaber bestand darauf, auch mit seinen Truppen in Messina einmarschieren zu dürfen. Als der karthagische Befehlshaber diesen Wunsch ablehnte, nahmen die Römer in gefangen und zwangen ihn, die Stadt zu räumen. So begann – wegen eines verhältnismäßig harmlosen Zwischenfalls – ein furchtbarer Krieg, der ‘Erste Punische Krieg’. Er dauerte 23 Jahre. Als er begann, hatten die Römer – im Gegensatz zu den Karthagern – weder eine Flotte noch seemännische Erfahrung. Ihre Stärke lag im Heer und die Flotte, die sie in aller Eile bauten, war die erste ihrer Geschichte.   Die Römer gewöhnten sich jedoch schnell an das neue Element, und es war für die Karthager ein furchtbarer Schock, als sie gleich die erste Seeschlacht gegen die neue römische Flotte verloren. Seeschlachten wurden von den Römern, im Gegensatz zu den bis dato bekannten Ramm-Manövern, nach den gleichen Regeln und Gesetzen wie Schlachten zu Lande, ihrer Stärke, geführt. Soldaten mussten die feindlichen Schiffe entern und die Entscheidung fiel dann im Kampf Mann gegen Mann. Dazu hatten sie die Enterbrücke erfunden, an deren Ende ein dicker Haken saß. Die Brücke wurde am Bug heruntergelassen und hakte sich mehr …

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