Admiral Reinhard Scheer


Admiral Reinhard Scheer

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Im Blickpunkt:
  • Hitlers Kriegserklärung USA

    Die Kriegserklärung Hitlers an die USA erscheint nur schwer verständlich, überflüssig und besiegelte das Schicksal des Dritten Reiches. Am 12. Dezember 1941 erklärte Adolf Hitler in einer langen Reichstagsrede den USA den Krieg. Im Nachhinein und im Lichte der gleichzeitigen Rückschläge an der Ostfront vor Moskau durch die erfolgreiche Gegenoffensive der Roten Armee erscheint diese Handlung als nicht nachvollziehbar und besiegelte letztlich das Ende des Dritten Reichs. Warum erklärte Hitler den USA den Krieg ? Hitler behauptete in dieser Reichstagsrede, dass der Versuch Deutschlands und Italiens, die Ausweitung des Krieges zu verhindern, durch ‘jahrelange Provokationen’ vonseiten Roosevelts vereitelt wurden. Gemäß des Dreimächtepakts sei er daher gezwungen, durch den japanischen Kriegseintritt den USA ebenfalls den Krieg zu erklären. Der SD (Sicherheitsdienst) meldete einige Tage später, dass die deutsche Bevölkerung mehrheitlich der Meinung sei, dass die Kriegserklärung an die USA keineswegs überraschend war und einfach nur den schon tatsächlich herrschenden Zustand formalisierte. Trotzdem herrschte Besorgnis vor, dass nun ein langer Krieg bevorstand, der nur durch einen Kompromissfrieden beendet werden könnte. Auch hatten viele Deutsche nicht vergessen, dass der Kriegseintritt der USA 1917 den 1. Weltkrieg entschieden hatte. Selbst Propaganda-Minister Goebbels ließ erkennen, dass ihn der Kriegseintritt der USA beunruhigte. Und auch der Befehlshaber der U-Boote, Dönitz, wurde von der Nachricht der Kriegserklärung überrascht. Schon Monate zuvor hatte dieser Hitler gebeten, ihn vorher zu verständigen, falls es zum Krieg gegen die USA kommen würde. So könne er die deutschen U-Boote vor der amerikanischen Ostküste aufstellen und schwere Schäden auf den nicht vorbereiteten Handelsschiffsrouten verursachen. Im Hitlers Hauptquartier Wolfsschanze in Ostpreußen bemerkte General Warlimont, der Stellvertreter Jodls und verantwortlich für die operative Planung, dass die Kriegserklärung ‘amateurhaft’ und ohne durchdachte Strategie durch eine spontane Reaktion, ohne vorhergehende Absprache oder Beratungen, erfolgt sein. Es stünde nun ein Zweifrontenkrieg in seiner ‘schwersten Form’ bevor, da die bisherige Strategie gescheitert sei, mit Russland den letzten möglichen Gegner auf dem europäischen Kontinent auszuschalten und anschließend mit vereinten Kräften den Krieg gegen Großbritannien auf die eine oder andere Weise zu beenden. Und Außenminister Ribbentrop soll Hitler zuvor darauf hingewiesen haben, dass Deutschland durch den Dreimächtepakt lediglich verpflichtet sei, Japan im Fall eines Angriffs durch einen anderen Staat zu unterstützen. Da Japan aber selbst den Krieg gegen die USA begonnen habe, sei Deutschland nicht zum Eingreifen verpflichtet. Daher wurde die Kriegserklärung bei vielen Deutschen und selbst in Hitlers Umgebung als weder selbstverständlich noch notwendig angesehen. Selbst im Rückblick wirkt diese einsame Entscheidung von Hitler als unerklärlich und wahnsinnig. Ausgerechnet zu einem kritischen Zeitpunkt der Kämpfe an der Ostfront entscheidet er sich, einem weiteren, mächtigen Gegner den Krieg zu erklären, ohne zu wissen, wie er ihn besiegen konnte. Bisher erfolgten alle Eröffnungen der Feindseligkeiten Hitlers durch einen blitzartigen Überfall, dies ist ausgerechnet seine einzige ‘formale Kriegserklärung’ und ohne vorhergehende oder gleichzeitige, direkte militärische Aktionen. Hitlers Bild über Amerika Hitler sah in der beherrschenden Weißen Rasse Amerikas mit ihren wirtschaftlichen Erfolgen und daraus resultierenden Lebensstandard ein Vorbild für seine Vision des ‘deutschen Lebensraums’ in Europa. Denn der rasante wirtschaftliche Aufstieg der USA ist nicht nur durch technischen und organisatorischen Fortschritt und industrielle Revolution ermöglicht worden, sondern auch durch die gewaltsame Aneignung fremder Territorien. Nach seinen Worten hat der ‘Weiße die Millionen von Rothäuten auf ein paar hunderttausend zusammengeschossen und deren Land genommen’. Dies entsprach auch Hitlers Vorstellungen von der ‘Gewinnung des deutschen Lebensraums durch das Schwert’. Bereits in seinen ersten Reden im Jahr 1919 bezeichnete Hitler Amerika als einer der größten Feinde Deutschlands. Amerika sei nur wegen des blutigen Geldes in den 1. Weltkrieg eingetreten. Als ‘Geldland’, dass der große Gläubiger von England und Frankreich war, musste Amerika in den Krieg eingreifen, um sein verliehenes Geld nicht zu verlieren und einen Löwenanteil an der Kriegsbeute einzustreichen. Und die Verknüpfung folgte direkt, da auch ‘dem Juden der Geldbeutel das Heiligste sei’. Deshalb war Amerika für ihn die vom ‘jüdischen Kapitalismus’ beherrschte neue Weltmacht. Während der Weimarer Republik waren die Beziehungen zu den USA gut gewesen und hatten sich ständig verbessert. Das änderte sich erst seit der Machtübernahme der Nazis. Gründe dafür waren aufkommende Zollstreitigkeiten, die mangelnde Bereitschaft amerikanische Kredite zu bedienen und vor allem die zunehmende Verfolgung der Juden und Oppositioneller sowie Angriffe auf die christlichen Kirchen und die Bücherverbrennungen. Dazu kam der Militarismus und Wiederaufrüstung zusammen mit einer aggressiver werdenden Außenpolitik, welche den Frieden in Europa zu gefährden schien. Jedoch das die Amerikaner gegenüber Deutschland immer kritischer wurden, bereitete Hitler keine schlaflosen Nächte. Die ideologischen Vorgaben des NS-Regimes vertrugen sich natürlich nicht mit dem amerikanischen Liberalismus, auf den man einfach keine Rücksicht nehmen konnte. Nach der ‘Reichskristallnacht’ wurden die Angriffe aus Amerika jedoch schärfer. Dies war der Hintergrund für eine der wichtigsten und aufschlussreichsten Reden Hitlers am 30. Januar 1939, zum Jahrestag der Machtergreifung. Zentraler Punkt der Rede war, dass das jüdische Finanzkapital in Großbritannien und der USA eine Bedrohung für Deutschland sei. Die Juden seien Kriegstreiber, die Deutschland einen Krieg aufzwingen wollten, den es nicht wolle. Deutschland werde die Herausforderung jedoch annehmen und bis zum Untergang kämpfen. Und sollte es zum Krieg kommen, so drohte Hitler, dann würden diejenigen, welche die Verursacher sind, nämlich die Juden, verschwinden. Der ‘unerklärte Krieg’ der USA gegen Deutschland Es herrschte schon seit einiger Zeit ein ‘unerklärter Krieg’ zwischen den USA und dem Deutschen Reich. Als Hitler im September 1939 Polen überfallen hatten, war es sich bewusst, dass nur ein begrenzter Zeitraum blieb, um den Kontinent unter seine Kontrolle zu bringen. Den USA mussten in zunehmenden Maße Aufmerksamkeit geschenkt werden und Deutschland musste in raschem Tempo siegen, bevor das amerikanische Wirtschafts- und Militärpotential sich auswirken konnte. Deshalb wollte Hitler schon wenige Wochen nach dem Polenfeldzug im Westen losschlagen. Dies verzögerte sich bis Mai 1940 und er rechtfertige den Angriff gegenüber Mussolini damit, ‘dass die drohenden Telegramme, Noten und Anfragen des Herrn Roosevelt aus Amerika es notwendig machen würden, vorsorglich für ein schnelles Ende des Krieges zu sorgen’. Als Italien am 10. Juni 1940 in den Krieg eintrat, schwor Roosevelt öffentlich, dass den Opfern der Aggressionen nun die materielle Hilfe der USA zur Verfügung stünde. Doch mehr …

  • Kradschützen der SS-Division Reich

    Die Aufstellung und Einsätze der SS-Verfügungsdivision – später Reich – von 1939 bis 1942. Bezeichnungen, Kommandeure, Aufstellung, Westfeldzug, Balkanfeldzug und in Russland 1941 bis 1942. SS-Division Reich Bezeichnung Panzerverband Ostpreußen (10. September 1939) SS-Verfügungs-Division (mot.) (10. Oktober 1939) SS-Division Deutschland (1. April 1940) SS-Division (mot.) Reich (21. Dezember 1940) SS-Division (mot.) Das Reich (Mai 1942) SS-Panzergrenadier-Division Das Reich (9. November 1942) 2. SS-Panzer-Division Das Reich (R) (22. Oktober 1943) Kommandeure SS-Obergruppenführer Paul Hausser (Oktober 1939 bis Oktober 1941) SS-Obergruppenführer Wilhelm Bittrich (Oktober bis Dezember 1941) SS-Obergruppenführer Matthias Kleinheisterkamp (Dezember 1941 bis April 1942) SS-Obergruppenführer Georg Keppler (April 1942 bis Februar 1943) SS-Brigadeführer Herbert-Ernst Vahl (Februar bis März 1943) SS-Oberführer Kurt Brasack (März 1943) SS-Obergruppenführer Walter Krüger (März bis Oktober 1943) SS-Oberführer Heinz Lammerding (Oktober 1943 bis Juli 1944) SS-Standartenführer Christian Tyschen (Juli 1944) SS-Brigadeführer Otto Braun (Juli bis Oktober 1944) SS-Oberführer Heinz Lammerding (Oktober 1944 bis Januar 1945) SS-Standartenführer Karl Kreutz (Januar 1945) SS-Gruppenführer Werner Ostendorff (Januar bis März 1945) SS-Standartenführer Rudolf Lehmann (März bis April 1945) SS-Standartenführer Karl Kreutz (April bis Mai 1945) Aufstellung Die Division hatte ihren Ursprung in den zuvor bestehenden SS-VT-Regimentern Deutschland, Germania und Der Führer, zusammen mit Pionieren und Angehörigen der Nachrichtentruppe vom SS-Pionier-Sturmbann und dem SS-Nachrichtensturmbann. Die SS-VT, oder vollständig SS-Verfügungstruppe, war im März 1935 aus den zuvor bestehenden SS-Politischen Bereitschaften gebildet worden. Das erste dieser Regimenter der SS-VT, welche zu diesem Zeitpunkt als Standarten bezeichnet wurden, war ‘Deutschland’, welches in München im September dieses Jahres aufgestellt wurde. Ein Jahr später folgte das zweite Regiment ‘Germania’ in Hamburg. Nach dem Anschluss von Österreich folgte das dritte – ‘Der Führer’ – in Wien. Die verschiedenen Einheiten der SS-VT – mit Ausnahme von ‘Der Führer’, welches zu diesem Zeitpunkt immer noch in der Aufstellung war – wurden im Polenfeldzug unter dem Kommando der Wehrmacht eingesetzt. Das ‘Deutschland’-Regiment war der ‘Panzer-Division Kempf’ des Heeres angeschlossen als Teil der Heeresgruppe A, welche von Ostpreußen in Richtung Süden nach Polen einbrechen sollte, während ‘Germania’ der Heeresgruppe B im Süden zugeteilt wurde. ‘Deutschland’ tat sich hervor während der Angriffe auf die polnische Mlava-Verteidigungslinie und nahm insbesondere die Höhe 192, was einen Angriff den Hügel hoch auf eine hart verteidigte Stellung erforderte. Das Regiment beteiligte sich auch an der Einnahme der polnischen Befestigungen der Modlin-Linie und seine Soldaten wurden von General Kempf für ihre hervorragende Leistung während der Schlacht glorreich gelobt. Im Gegensatz zum Schwester-Regiment wurde ‘Germania’ nicht als Gesamtverband eingesetzt, sondern aufgeteilt und in einzelnen Gruppen verschiedenen Heeres-Einheiten zur Unterstützung zugeteilt. Die Entscheidung, nicht alle am Polenfeldzug beteiligten SS-Verbände in einer einzigen Streitmacht zusammenzufassen, war diskutiert worden. Hitler wünschte jedoch, die höheren Wehrmachtsoffiziere nicht zu verärgern, welche jeder Vergrößerung des Einflusses und Macht der bewaffneten SS (später Waffen-SS) neben den traditionellen Streitkräften ablehnend gegenüber standen. Aber nachdem die Leistung der SS-Truppe im Feld so überragend war, befahl Hitler im Oktober 1939 die Bildung der SS-Verfügungsdivision unter SS-Obergruppenführer Paul Hausser, einem sehr erfahrenen, ehemaligen professionellen Offizier des Heeres. Die neue Division sollte neben den Regimentern ‘Deutschland’, ‘Germania’ und ‘Der Führer’ auch das SS-Artillerie-Regiment, den SS-Pionier-Sturmbann, SS-Nachrichtensturmbann, Aufklärungs- und Panzerabwehr-Einheiten umfassen. Im Westen 1940 Bei Eröffnung des Westfeldzug im Mai 1940 griff der neue Verband durch Holland an, um sich mit den bei Rotterdam abgesprungenen deutschen Fallschirmjägern zu vereinigen. Obwohl die verschiedenen SS-VT-Einheiten in einer Division zusammengefasst waren, wurden sie zu Beginn des Feldzuges wieder in einzelne Gruppen aufgeteilt, um verschiedene Heeres-Einheiten zu unterstützen. Das Regiment ‘Der Führer’ war die Speerspitze des Angriffs, stürmte über den Fluss Issel, obwohl die Holländer die Brücke in die Luft gesprengt hatten. Die Soldaten bildeten einen Brückenkopf auf der anderen Seite des Flusses und nahmen die Ortschaft Westervoort. Dabei stieß das Regiment mehr als 100 km innerhalb eines Tages vor. Anderen Einheiten trafen auf wesentlich entschlossenere Gegner, aber trotz größerer Verluste überwanden sie die holländischen Verteidigungsanlagen am Maas-Waal-Kanal. Das Regiment ‘Der Führer’ setzte seine erstklassigen Kampfleistungen fort, stieß an Utrecht vorbei und stürmte durch Amsterdam nach Tandvoort bis an die Küste. Anschließend trafen die einzelnen SS-VT-Einheiten bei Marienbourg zusammen und als Division gingen sie gemeinsam in westliche Richtung vor, um den holländischen Widerstand auf Walcheren zu brechen. Dort befanden sich die Holländer in einer hervorragenden Verteidigungsstellung und wurden durch Artillerie und Kriegsschiffen vor der Küste unterstützt. Das Regiment ‘Deutschland’ führte den Angriff an und erlitt dabei schwere Verluste. Das Gefecht endete dann mit einem holländischen Rückzug anstatt einem erfolgreichen deutschen Sturmangriff. Am 22. Mai 1940 drängte die Division in Richtung Calais. Während eines Nachtlagers auf dem Weg dorthin wurden die SS-Soldaten von französischen Einheiten angegriffen, welche aus dem Einschließungsring von Dünkirchen ausbrechen wollten. Die Franzosen konnten aufgehalten werden, wenn auch die Kämpfe sehr hart waren. Nachdem die SS-VT erst einmal die Initiative zurückgewonnen hatte, waren die SS-Männer erfolgreich und zerstörten viele Panzer und nahmen mehrere hunderte Gefangene. Am nächsten Tag überschritt die Division den La-Bassee-Kanal und hielt einen Brückenkopf, den sie gegen britische Gegenangriffe hielt. Der Vorstoß wurde fortgesetzt, indem die Regimenter ‘Der Führer’ und ‘Germania’ durch den Wald von Nieppe durchstießen und die Briten zurückdrängten. Zu diesem Zeitpunkt erzwang ‘Deutschland’ den Übergang über den Lys-Kanal und hielt seine Stellungen gegen kräftige britische Panzerangriffe. Der Kampf wurde durch das Eintreffen der SS-Totenkopf-Division genau zum richtigen Zeitpunkt entschieden. Am 1. Juni wurde die Division aus der Front gezogen, um sich neu zu ordnen und für den zweiten Teil des Feldzuges vorzubereiten, der Schlacht um Frankreich. Diese begann vier Tage später, als die SS-VT südwärts durch Orleans losschlug und Angouleme besetzte. In der zweiten Phase der Schlacht war die Division hauptsächlich mit der Säuberung der überrannten Gebiete von zurückgebliebenen französischen Truppen beschäftigt, was bis zum Waffenstillstand am 25. Juni andauerte. Die SS-Soldaten nahmen dabei über 30.000 Gefangene für den Verlust von weniger als 35 Mann. Mehrere Angehörigen der SS-Verfügungsdivision wurden mit dem Ritterkreuz für ihren Einsatz während dieses Feldzuges ausgezeichnet. Im Juni 1940 wurde die Division in das besetzte Holland verlegt, wo sie mehrere Monate verbrachte, um auf den Beginn des Unternehmen Seelöwe zu warten, der Invasion von Großbritannien. Als dieses Unternehmen auf ‘unbestimmte Zeit verschoben’ wurde, mehr …

  • Marsch einer deutschen Kolonne

    Kriegsgliederung der deutschen Wehrmacht vom 26. Dezember 1943. Heeresgruppen, Armeen, Korps, Divisionen, Gesamtbestand und Panzerausstattung und die Situation an der Ostfront im Winter 1943/44. Die Aufstellung und Verteilung der Divisionen der Wehrmacht und unterstellter Einheiten von Verbündeten sowie der Bestand an Panzerkampfwagen zur Jahreswende 1943/44. Die offiziell ‘bodenständige’ Division wird hier als ‘Festungs-Infanterie-Division’ bezeichnet, da diese zur Verteidigung am Atlantikwall verwendet wurden und kaum mobil waren. Die Luftwaffen-Felddivisionen wurden kurz zuvor in das Feldheer überführt, um ihren Kampfwert zu erhöhen. Sicherungs-Divisionen wurden zur Bewachung und Verteidigung von Brücken, Eisenbahnlinien und anderen wichtigen Objekten gegen Partisanen verwendet. Jäger-Divisionen waren leichte und mobile Einheiten für schwieriges Gelände und wurden vor allem zur aktiven Bekämpfung von Partisanen verwendet. Schematische Kriegsgliederung der deutschen Wehrmacht, Stand 26.12.1943 Auflistung an der Ostfront von Süd nach Nord: Heeres-Gruppe A: Heeres-Gruppe Süd: Heeres-Gruppe Mitte: Heeres-Gruppe Nord: dem OKW unterstellt: Heeresgruppe D, Oberbefehlshaber West: Heeresgruppe C, Oberbefehlshaber Südwest: Heeresgruppe F, Oberbefehlshaber Südost: Ersatzheer und Chef der Heeres-Rüstung: Summe deutsche Divisionen Zahlenmäßige Übersicht der vollständig aufgestellten und einsatzbereiten Divisionen der deutschen Wehrmacht, Waffen-SS, Luftwaffe und von unterstellten Verbündeten: Gliederung, Stärke und Ausstattung der Divisionen: Wehrmachts-Verbände Organisation 1942-45 Pz = Panzer; Gren = Panzergrenadier; Inf = Infanterie (darunter 1 Artillerie-Div. bei Heeres-Gruppe Süd); Jäg = Jäger, Geb = Gebirgsjäger; Sich = Sicherungs-Div; AB = Feld-Ausbildungs- und Ersatz, Lw = Luftwaffen-Div (Luftlande, Fallschirmjäger, Luftwaffen-Feld); Verb = unterstellte Divisionen der Verbündeten Gesamtbestand an Panzerkampfwagen am 1.1.1944: Die südliche Ostfront im Winter 1943/44 Nach dem deutschen Abbruch der Schlacht von Kursk im Juli 1943 drang die Rote Armee bis zum Winter im Süd- und Mittelabschnitt der Ostfront bis an Dnjepr vor, eroberte Snmolenks, Brjanks und Charkow zurück und stand vor Witebsk, Gomel, Kiew, Dnjepropetrowsk und Saporoshje. In den Monaten nach den Rückschlägen vom Oktober 1943 westlich von Kiew erholte sich die Rote Armee schnell und startete eine neue Reihe von Offensiven. Im Süden war der Winter 1943/44 abwechslungsreicher und milder als sonst, aber der durch das periodische Tauwetter verursachte Schlamm behinderte die Bewegungen der sowjetischen Truppen nicht so sehr wie die der Deutschen. Die sowjetischen Panzer waren mit wesentlich breiteren Ketten ausgestattet und konnten sich daher leichter bewegen, außerdem war die Rote Armee zu diesem Zeitpunkt mit Tausenden amerikanischer Lastwagen aus dem Lend-Lease Programm ausgerüstet worden, die unter diesen Bedingungen weitaus besser fahrtüchtig waren als die deutschen LKWs. Der stark erhöhte Benzinverbrauch, der für Fahrzeuge charakteristisch war, die sich durch den tiefen Schlamm wühlten, belastete die an Treibstoff knappen Deutschen stärker als die Sowjets. Außerdem verfügte die Rote Armee über weit mehr ‘Panje-Wagen’, hochrädrige, von einem Pferd gezogene Holzwagen, die sich oft dann noch mit Ausrüstung und Nachschub bewegen konnten, wenn alle anderen Transportmittel versagten. Da die Deutschen eine Invasion im Westen erwarteten, sah die grundlegende Strategie des Dritten Reiches nun vor, dass erst nach einer erfolgreichen Abwehr dieser Invasion Truppen und Ausrüstung in den Osten verlegt werden konnten. Wie in Adolf Hitlers allgemeiner Direktive Nr. 51 für die Kriegsführung vom 3. November 1943 ausführt, verlangte diese Strategie, dass die Ostfront vorerst um sich selbst kümmern musste, während Deutschland seine neu mobilisierten Soldaten und produzierten Waffen auf die Verteidigung Westeuropas gegen einen alliierten Angriff konzentrierte. In der Direktive hieß es: ‘Im Osten ist der von Deutschland kontrollierte Raum so groß, dass im schlimmsten Fall auch große Gebietsverluste ohne tödliche Gefahr für das deutsche Überleben möglich sind, während dies im Westen nicht der Fall ist.’ Wenn damit auch die strategischen Prioritäten für 1944 vorgegeben waren, so war Hitler aber erstaunlicherweise keinesfalls bereit, Raum für Zeit im Osten einzuhandeln. Im Gegenteil, die wirtschaftliche Bedeutung der Ukraine, sowohl in Bezug auf mineralische und industrielle Ressourcen als auch als reiche landwirtschaftliche Region, machte ihn besonders widerwillig, Rückzügen zuzustimmen, die ihm von den Befehlshabern vor Ort, die oft vom Chef des Generalstabs des Heeres unterstützt wurden, nahegelegt wurden. Indem er solche Ratschläge ablehnte oder nur langsam befolgte, handelte Hitler nicht nur aus Rücksicht auf die wirtschaftliche Bedeutung des Gebietes, sondern auch aus der Tatsache heraus, dass die Verkürzung der Linien sowohl auch russische wie auch deutsche Einheiten freistellte und es oft bedeutete, dass schweres Gerät und Nachschublager nicht evakuiert werden konnten. Gleichzeitig wurde die Stärke der Roten Armee erhöhte, die sofort alle Männer in den neu kontrollierten Gebieten zum Wehrdienst einzog. Obwohl sie es wahrscheinlich niemals offen zugegeben hätten, waren viele der deutschen militärischen Führer Ende 1943 oder spätestens Anfang 1944, davon überzeugt, dass sie den Krieg verlieren und besiegt werden würden. Dabei zogen sie es vor, dass diese Niederlage auf die am wenigsten schlimmste Art und Weise zustande kam. Hitler hingegen wollte und hoffte immer noch, wenn er schon nicht mehr den totalen ‘Endsieg’ erringen konnte, doch wenigstens den Krieg immer noch mit großen Gewinnen beenden zu können. Deshalb sah er es als notwendig an, für Deutschland möglichst viele der eroberten Gebiete zu erhalten, um als Grundlage für einen Frieden eine vorteilhafte Verhandlungsposition zu haben. Auseinandersetzungen über die angemessene Taktik bei den deutschen Generalstabsoffizieren gegenüber den sowjetischen Offensiven prägten den Winter 1943/44. Auf sowjetischer Seite war das Ziel jedoch klar, denn mit einer Reihe von massiven Offensiven sollten die deutschen Truppen, zusammen mit den noch an ihrer Seite kämpfenden Satellitentruppen, aus dem Großteil des noch von ihnen besetzten sowjetischen Territoriums im Norden und Süden vertrieben werden. Der größte Teil des noch gehaltenen wirtschaftlich wertvollen Landes lag im Süden, und hier konzentrierte die Rote Armee den Großteil ihrer Offensivkräfte. Von der letzten Dezemberwoche bis in den Januar hinein verdrängte Watutins Erste Ukrainische Front die deutsche 4. und 1. Panzer-Armee aus dem Gebiet westlich von Kiew, wo sie zuvor ihren letzten taktischen Sieg errungen hatten. Dabei befreite die Rote Armee so wichtige Städte wie Schitomir, Berditschew und Kirowograd. Außerdem schnitt sie zwei deutsche Korps in einer Umzingelung bei Korsun-Schewtschenkowski ab und kesselte sie ein. Auf deutscher Seite wurde die Schlacht als Tscherkassy-Kessel bezeichneten, einer nahe gelegenen wichtigen Industriestadt, die ebenfalls von der Roten Armee befreit wurde. Da die vorrückenden sowjetischen Einheiten diesmal, anders als in Stalingrad, nicht in der Lage waren, die deutsche Front ein gutes Stück von ihrem mehr …

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