11-1917, November 1917


Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für November 1917.

Signal zur Revolution vom Kreuzer Aurora
Das Signal zur russischen Oktober-Revolution – ein Schuss, welcher vom Kreuzer Aurora abgegeben wurde.

November 1917

Seiteninhalt:

Schlacht von La Malmaison endet, die überflügelte deutsche 7. Armee zieht sich vom Chemin des Dames zurück – während des Novembers bilden viele meuternde Seeleute der russischen Ostseeflotte die Sturmtrupps der Bolschewisten während der Oktober-Revolution – Balfour-Erklärung zu einem jüdischen Staat in Palästina – Lansing-Ishii-Abkommen, die USA erkennen Japans besondere Interessen in China an – Schlacht von Tikrit (Mesopotamien) – BOLSCHEWISTISCHE OKTOBER-REVOLUTION – General Diaz ersetzt Cadorna als italienischen Oberbefehlshaber – Zweite Schlacht von Passchendaele endet – ERSTE SCHLACHT AN DER PIAVE – MONS-KONFERENZ – die Bolschewiki zerschlagen den Kadetten-Aufstand am ‚Blutigen Sonntag‘ in Petrograd – die neuseeländische Berittene Brigade besetzt Jaffa – Clemenceau neuer französischer Ministerpräsident und Kriegsminister – Letztes Kreuzergefecht vor Helgoland – erster U-Boot-Jagderfolg der US Navy – Tod von Maude an der Cholera in Bagdad – SCHLACHT VON CAMBRAI (erster massiver Panzerangriff) – die Bolschewiken erklären die Volksrepublik Ukraine – Erste und letzte freie Wahlen (bis 1989) in Russland – Oberster Alliierter Kriegsrat ernannt – ESTLAND ERKLÄRT SEINE UNABHÄNGIGKEIT (von Russland) – DEUTSCH-OSTAFRIKA VOLLSTÄNDIG IN BRITISCHEN HÄNDEN – ÜBERRASCHENDER DEUTSCHER GEGENANGRIFF BEI CAMBRAI.

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Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 1. November 1917:

König Viktor Emmanuel III. trifft die Alliierten
König Viktor Emmanuel III. trifft die Alliierten.

Südfronten
Italienische Front: Die Italiener halten die Flusslinie vom Tagliamento, welcher bis zu 2.750 Meter breit ist, bis zum 2. November, um der langsamen 4. Armee den Rückzug aus Karnien zu ermöglichen und Verteidigungsstellungen an der Piave vorzubereiten. Die österreich-ungarische 10. Division erreicht den unteren Tagliamento bei Latisana. Foch und Robertson treffen den italienischen König in Padua.

Westfront
Aisne – Die Schlacht von La Malmaison endet: Die überflügelte deutsche 7. Armee zieht sich vom Chemin des Dames bis zum 2. November zurück, die Franzosen besetzen wieder vier Dörfer auf den Höhen.
Flandern: Das Australische Korps wird aus 5 Divisionen gebildet.

Naher Osten
Palästina: Das XXI. Korps von Bulfin (11.000 Mann, 148 Kanonen) erobert die äußeren Verteidigungsstellungen von Gaza in der Nacht vom 1. zum 2. November, wobei über 1.000 Türken getötet, 550 gefangen genommen und 3 Kanonen und 30 MGs erbeutet werden, für 2.696 britische Verluste bis zum 4. November. Im November beginnen die ersten 2.000 von 8.000 Eseln (4 Kompanien) mit der Unterstützung der Versorgung des EDF an der Front.

Seekrieg
Im November befinden sich 139 alliierte Zerstörer bei der Konvoi-Sicherung, davon 40 im Mittelmeerraum (11 britische Schiffe gehen verloren). 381 Schiffe laufen in Mittelmeer-Konvois (nur 9 verloren bzw. 2,35 %). Die US-Marine hat über 40 Schiffe in Brest unter Admiral Wilson für Konvoi-Sicherungen.
Ärmelkanal: Während des Novembers gehen 14 britische Schiffe verloren. Geddes bildet das Kanal-Sperre-Komitee unter Vize-Admiral Keyes, dem Direktor für die Planung.
Ostsee: Während des Novembers bilden viele meuternde Seeleute der russischen Ostseeflotte die Sturmtrupps der Bolschewisten während der Oktober-Revolution. Ein deutsches U-Boot und das Hilfsschiff Equity landen Waffen und Ausrüstungen für die Nationalisten in Finnland an.
Nordsee: Das britische U-Boot E52 versenkt das deutsche UC 63 südlich von Goodwins. Im November legt die Royal Navy 960 Minen vor Flamborough Head an der Ostküste zur Abwehr der deutschen U-Boote aus Flandern.
Großbritannien: Der erste Lord Geddes sagt vor dem Parlament, dass seit April 4.500 Schiffe sicher von und nach Norwegen in Konvois gelaufen sind. Im November wird HMS Wakeful fertiggestellt, der erste von 23 W-Klasse-Zerstörern, welche im Dezember 1916 bestellt wurden. Alle werden bis Oktober 1918 fertiggestellt. 16 modifizierte Zerstörer der W-Klasse werden von Januar 1918 bis zum 11. November 1919 gebaut.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 2. November 1917:

Angriff türkischer Infanterie
Angriff türkischer Infanterie gegen die britischen Truppen in Palästina.

Mittlerer Osten
Palästina: 6 türkische Bataillone erzwingen Newcombes Kapitulation. Gegenangriffe der türkische 7. Armee gegen das britische DMC 16 km nördlich von Beersheba bis zum 7. November.
Mesopotamien – Schlacht von Daur am Tigris, 135 km nördlich von Bagdad: Cobbes 14.500 Mann (224 Gefallene) mit 58 Kanonen erstürmen die zwei Linien der türkischen 51. Divisionen (ca. 260 Gefallene) nach einem vorausgegangenen Nachtmarsch über 30 bis 40 km.

Südfronten
Isonzo: Die österreichische 55. (bosnische) und deutsche 12. (schlesische) Division überqueren den Fluss Tagliamento über eine beschädigte Eisenbahnbrücke bei Cornino und eine Fußgängerbrücke bei Pinzano in der Nacht vom 2. auf den 3. November.

Seekrieg
Nordsee: Leichte Seestreitkräfte der Royal Navy, welche von den Schlachtkreuzern Glorious und Repulse gedeckt werden, fegen in das Kattegat. Zerstörer versenken das deutsche Lockvogel-Schiff Kronprinz Wilhelm vor dem Kullen Leuchtfeuer.

Politik
Großbritannien: BALFOUR-ERKLÄRUNG zu einem jüdischen Staat in Palästina. Jüdisch-arabische London-Kundgebung begrüßt.
Lansing-Ishii-Abkommen: Die USA erkennen Japans besondere Interessen in China an.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 3. November 1917:

erstem amerikanischen Kriegsgefangenen
Die ersten amerikanischen Kriegsgefangenen, welche in deutsche Hände gefallen sind.

Westfront
Frankreich: Die ersten 3 US-Soldaten des AEF werden getötet und 11 gefangengenommen, bei einem Grabenüberfall von deutschen Sturmtruppen.
Aisne: Französische Patrouillen erreichen das Südufer des Flusses Ailette.

Ostfront
Baltikum und Westrussland: Verbrüderung zwischen den gegnerischen Truppen.

Südfronten
Italienische Front: Cadorna informiert Rom, er wird sich hinter den Fluss Piave zurückziehen wird und deutet einen Separatfrieden an. Die französischen 64. und 65. Divisionen beginnen westlich des Gardasees einzutreffen (vollständig bis zum 5. November). Die Deutschen lehnen weitere Divisionen zum Einsatz in Italien ab.


Seekrieg
Ärmelkanal: Das britische U-Boot C15 versenkt UC 65 vor Dartmouth, das deutsche U-Boot mit den meisten Versenkungen im Jahr 1917, mit 103 Schiffen mit zusammen 112.859 Tonnen. Es ist der letzte von sechs Erfolgen von U-Bootes der Royal Navy gegen feindliche U-Boote im Jahr 1917.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 4. November 1917:

Kaiser Karl überquert den Tagliamento
Kaiser Karl I. (2. von links) war bei der Überquerung dieser Brücke über den Tagliamento so nahe an der Front, dass die vorrückenden österreich-ungarischen Truppen keine Zeit hatten, die Toten aus seinem Weg zu räumen.

Südfronten
Italienische Front: Die österreich-ungarischen Truppen nehmen 10.000 Kriegsgefangene und erbeuten 24 Geschütze südlich von Tolmezzo vom italienischen XII. Korps (Tassoni) bis zum 5. November, welches sich aus Karnien zurückzieht. Die Italiener beginnen ihren Rückzug vom Tagliamento zur Piave in der Nacht vom 4. auf den 5. November, nachdem die österreich-ungarischen Isonzo-Armeen den Übergang erzwungen haben.

Westfront
Flandern: Grabenüberfälle.
Verdun: Artillerie im Einsatz nördlich vom Chaume-Wald. Deutscher Angriff dort am 7. November, welcher am 10. November zurückgeschlagen wird und dortiger französischer Erfolg am 19. November.

Ostfront
Petrograd: Das bolschewistische militärische Revolutionskomitee befiehlt der Garnison der Stadt aus 155.000 Soldaten, den Befehl, zur Front abzurücken, zu ignorieren.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 5. November 1917:

Rückzug der italienischen Truppen nach der Schlacht von Caporetto
Rückzug der italienischen Truppen auf eine Militärstraße in Venetien nach der Schlacht von Caporetto.

Südfronten
Italienische Front: In der Konferenz von Rapallo fragen die Italiener nach 15 alliierten Division an, man einigt sich aber auf 11. Der vorübergehende Oberbefehlshaber der britischen Truppen in Italien, Generalleutnant Lord Cavan kommt in Pavia, mit dem Prince of Wales als Generalstabschef an, trifft Cadorna am 6. November und stimmt zu, sich um Mantua und nicht um Mailand zu versammeln. Die meisten italienischen Truppen stehen hinter dem Fluss Livenza, um die Vierte Armee aus dem Norden herankommen zu lassen.

Ostfront
Petrograd: Kerenski ruft loyale Truppen aus den Vororten heran, schließt zwei bolschewistische Zeitungen, die als ‚Konterrevolutionär‘ dargestellt werden.

Naher Osten
Mesopotamien – Schlacht von Tikrit: Cobbe (1.801 Verluste) erstürmt die knapp 10 km lange türkische Linie, unterstützt durch zwei Attacken der 13. Husaren. Die 6.000 Mann türkischen Truppen verlieren zumindest 1.500 Mann, darunter 137 Kriegsgefangene, ziehen sich am 6. November zurück und zerstören das Frachtschiff Julnar.
Palästina: Kress beginnt mit der Evakuierung von Gaza. Falkenhayn trifft in Jerusalem ein.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 6. November 1917:

gefangene Türken  Beerscheba
Bei Beerscheba gefangengenommene türkische Soldaten.

Naher Osten
Palästina: Das 17.000 Mann starkes britische XX. Korps (1.300 Verluste) erstürmt die zentrale türkische Sheria-Stellung (ca. 4.000 Mann und ca. 40 Kanonen) ohne vorbereitenden Artilleriebeschuss und nimmt dabei 600 Kriegsgefangene und 12 Kanonen.
Hejaz-Eisenbahn: Lawrence und ca. 100 Araber durchqueren die Wüste südlich von Deraa, verlieren aber den Sprengstoff für die Tell-el-Shehab Eisenbahnbrücke.

Westfront
Flandern: Das kanadische Korps (2.238 Verluste) erobert Passchendaele nach einem Angriff ab 06:00 Uhr bis 09:00 Uhr, sowie auch Goudberg und Mosselmarkts mit 464 Kriegsgefangenen. Das französische I. Korps nimmt Merckem.

Ostfront
Petrograd: 3 Don-Kosaken-Regimenter beschließen, Kerenski nicht zu unterstützen. Die Bolschewiken besetzen Bahnhöfe, Brücken, die Staatsbank und die Telefonzentrale. Lenin trifft im Hauptquartier im Smolny-Institut ein.

Luftkrieg
Westfront: 4 Sopwith Camel Jäger des Royal Flying Corps gehen verloren und kommen bei Namur und Reims herunter. 1 Pilot entkommt nach dem Verbrennen seines Flugzeuges nach Holland.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 7. November 1917:

Signal zur Revolution vom Kreuzer Aurora
Das Signal zur Revolution – ein Schuss, welcher vom Kreuzer Aurora abgegeben wurde.

Ostfront
Petrograd: Kerenski reist per Auto ab, um loyale Truppen zu finden, während die anderen Minister im Winterpalast mit 1.000 Mann Wachen zurückbleiben, umgeben von 18.000 Roten. Der rote Kreuzer Aurora signalisiert den Beschuss um 22:10 Uhr.

Seekrieg
Ostsee: Der am 5. November von den Bolschewisten übernommene Kreuzer Aurora landet einige seiner 522 Matrosen an, um die Nikolai-Brücke in Petrograd zu besetzen. Die Revolution in Petrograd gipfelt in einem durch Suchscheinwerfer unterstützten – aber ungenauen – Beschuss des Winterpalastes. Der Minenleger Amur, 2 Minensucher, 2 Dampfer und 5 kleinere Schiffe kommen aus Kronstadt mit 3.800 Seeleuten (ca. 9.700 in der Hauptstadt) und 950 Soldaten an. 4 Zerstörer laufen trotz Protesten des Flottenbefehlshabers von Helsinki aus, um Lenin zu unterstützen, von denen 2 noch am 7. November eintreffen.

Naher Osten
Palästina: Allenby besetzt Gaza und setzt die Verfolgung 13 km nach Norden fort. Er hat bereits 4.255 Kriegsgefangene, 59 Geschütze und über 84 MGs eingebracht für 9.650 Mann Verluste.

Politik
Italien: Alliierte Rapallo-Konferenz (bis zum 9. November, britisch-französische Ministerpräsidenten sind bereits am 4. November nach Italien abgereist), welche am 9. November einem Obersten Alliierten Kriegsrat zustimmt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 8. November 1917:

Rotgardist im Winterpalast
Der Winterpalast ist gefallen und die Mitglieder der provisorischen Regierung sind unter Arrest. Ein Rotgardist steht im Thronsaal der Zaren.

Ostfront
Russland – BOLSCHEWISTISCHE OKTOBER-REVOLUTION: Um 01:00 Uhr überrennt die Rote Garde den Winterpalast. Ca. 1.800 Rote Matrosen kommen mit dem Zug aus Helsinki an. Der Militär-Revolutions-Ausschuss kabelt an alle Fronten, die Revolution anzuerkennen oder in Arrest genommen zu werden. Lenin wird zum Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare gewählt. Rote Truppen besetzen den Kreml in Moskau, aber Kosaken erobern Minsk zurück.

Politik
Russland: DIE BOLSCHEWISTEN ÜBERNEHMEN DIE MACHT IN PETROGRAD. Trotzki wird Kommissar für auswärtige Angelegenheiten.
Großbritannien: Die US-Mission von E.House kommt in London an.

Heimatfronten
Russland: Der Kongress der Sowjets genehmigt Kommissare des Volkes, einschließlich Rykov (Inneres) und Stalin (Nationale Minderheiten). Bürgerlicher Streik gegen die Roten. Die Streikenden werden verhaftet und am 27. November zur Armee zwangsverpflichtet. Rote Truppen erobern Jaroslawl, Kasan und Samara an der Wolga sowie Wladimir.

Südfronten
Italienische Front: In Peschiera drängen Briten und Franzosen auf Cadornas Entlassung. Der König antwortet, dass dies bereits entschieden ist und die Piave-Linie gehalten wird. Der Großteil der italienischen Vierten Armee (9 Divisionen) aus den Dolomiten schließt zur Ersten und Dritten Armee (21 Divisionen) an der Piave-Linie auf. Österreich-ungarische Truppen besetzen Vittorio Veneto und machen es zum Hauptquartier ihrer Vierzehnten Armee am 9. November. Fayolle wird zum französischen Oberbefehlshaber in Italien anstelle von Duchene und trifft am 21. November ein.

Naher Osten
Palästina – Gefecht bei Huj: 158 Yeomanry-Reiter (66 Verluste) erstürmen und überrennen die türkische Nachhut mit 11 Geschützen. Die britische 52. Division (702 Verluste) erstürmt den ‚Sausage‘-Grat im fünften Anlauf.

Luftkrieg
Palästina: Das Royal Flying Corps zerstört 9 deutsche Flugzeuge bei Angriffen auf Flugfeldern bis zum 9. November, meldet 126 Artillerie-Ziele vom 1. bis 7. November und wirft ca. 700 Bomben zwischen dem 7. und 14. November auf andere Ziele ab.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 9. November 1917:

Russische Soldaten lesen Propaganda-Flugblätter
Russische Soldaten lesen auf der Straße bolschewistische Propaganda-Flugblätter.

Ostfront
Russland: 4 Millionen Kopien des bolschewistischen Friedensdekrets werden an der Front verteilt. Kerenski besetzt Gatchina (45 km südlich der Hauptstadt) mit 600 wankelmütigen Kosaken, nachdem er am 8. November das Hauptquartier von General Krasnows III. Kavallerie-Korps in Ostrow erreicht hatte.

Politik
Russland: Die Petrograder Telegrafen-Agentur versendet die bolschewistischen Friedensbedingungen. Die deutsche Regierung weigert sich, sie zu veröffentlichen, aber die deutsche Presse tut es am 12. November.
Österreich-Ungarn: Zar Ferdinand von Bulgarien besucht Triest.

Neutrale
Uruguay: Truppen besetzen 8 deutsche Schiffe in Montevideo

Südfronten
Italien: General Diaz ersetzt Cadorna als Oberbefehlshaber, mit Badoglio als Stabschef und zwei Unter-Stabschefs.
Piave: Rommel durchwatet in der Nacht vom 9./10. November den oberen Flusslauf mit seiner Truppe auf und nimmt mit Unterstützung 8.000 Italienern mit 20 Kanonen in Longarone gefangen.
Die italienische Front ist nun 120 km (290 km am 24. Oktober) lang, aber nur 33 Divisionen sind verfügbar statt der benötigten 59. Die letzten 3 italienischen Divisionen überqueren den Fluss bis zum 10. November und die Brücken werden weggesprengt. Die italienischen Wehrpflichtigen vom Jahrgang 1899 kommen an.
Trentino: Österreich-ungarische Truppen besetzen wieder Asiago.

Westfront
Flandern: Das Hauptquartier der Britischen Zweiten Armee wird nach Italien verlegt, Rawlinson übernimmt an Stelle von Plumer den Flandern-Sektor.

Naher Osten
Palästina: Panik im Hauptquartier der türkischen 8. Armee und im Hinterland, aber der Durst verlangsamt die britische Verfolgung. Eine Brigade der berittenen ANZAC-Division nimmt 984 Kriegsgefangene und 210 Fuhrwerke bei einem 25-km-Ritt, welcher auf das von Gaza kommende britische XXI. Korps trifft.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 10. November 1917:

Kanadische und deutsche 'laufende Verwundete'
Kanadische und deutsche ‚laufende Verwundete‘ auf dem Weg zu einem Verbandsplatz. Sie rasten auf dem verwüsteten Schlachtfeld direkt außerhalb von Passchendaele.

Westfront
Flandern – Zweite Schlacht von Passchendaele endet: Die 1. kanadische Division (1.094 Verluste) rückt knapp 500 Meter nördlich des Hauptkamms östlich von der Hauptstraße Passchendaele-Westroosebeke vor, trotz drei deutscher Gegenangriffe, Beschuss durch über 500 Geschütze und Luftangriffen. Der alliierte Geländegewinn beträgt seit dem 31. Juli etwas mehr als 7 km.

Ostfront
Russland: Kerenski besetzt Zarskoje Selo. Straßenkämpfe in Moskau bis zum 15. November. Arthur Ransome berichtet in den Daily News: ‚Es ist eine Torheit zu leugnen … dass die Bolschewiken die Mehrheit der politisch aktiven Bevölkerung hinter sich haben.‘

Südfronten
Trentino: Conrad von Hötzendorf greift an, aber die italienische Erste Armee führt geschickte Rückzugsgefechte und behauptet Schlüsselpositionen bis zum 14. November. Die österreich-ungarischen Truppen von Krauss besetzen Belluno und erreichen am 12. November Feltre.

Politik
Österreich-Ungarn: Graf Czernin drängt Kühlmann in Deutschland, das Friedensangebot der Bolschewiken öffentlich zu akzeptieren, aber dieser lehnt am 11. November ab.

Geheimkrieg
Deutschland: Das deutsche Schatzamt stimmt zu, den Bolschewiken über Stockholm 15 Millionen Reichsmark zur Verfügung zu stellen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 11. November 1917:

italienische Rückzugsstrasse hinter die Piave
Unübersehbare Mengen an Kriegsmaterial ließen die Italiener auf ihrer hastigen Flucht hinter die Piave zurück.

Südfronten
Piave: ERSTE SCHLACHT AN DER PIAVE (bis 30. Dezember). Österreich-ungarische Truppen gewinnen in der Nacht vom 12./13. November einen kleinen Brückenkopf bei Zenson, 27 km von der Flussmündung und 32 km nordöstlich von Venedig und besetzen die Inseln im Fluss am 13. November. Erzherzog Eugene verlegt sein Hauptquartier von Klagenfurt nach Udine. Die ersten 2 britischen Divisionen (23. und 41.) kommen am 21. November in der Region von Mantua an.

Westfront
Deutschland: MONS-KONFERENZ zwischen Ludendorff, Wetzell (Chef-OHL-Stratege), Kuhl (Generalstabschef Heeresgruppe Rupprecht) und Schulenberg (Generalstabschef Heeresgruppe Kronprinz). Ludendorff schlägt eine große Offensive an der Westfront im ‚Neuen Jahr‘ vor.
Flandern: Die kanadischen Verluste seit dem 26. Oktober belaufen sich auf 12.924 Mann (darunter 22 Kriegsgefangene und 1.171 Gasopfer).
Elsass: Französische Truppen wehren einen Überfall am Hartmannsweilerkopf ab.

Ostfront
Russland: Die Bolschewiki zerschlagen den Kadetten-Aufstand am ‚Blutigen Sonntag‘ in Petrograd und nehmen Krasnojarsk. Die Roten kontrollieren Saratow an der Wolga.

Seekrieg
Östliches Mittelmeer: ​​UC 38 (Wendlandt), eins von 3 U-Booten, die seit dem 31. Oktober den Türken zu Hilfe geschickt wurden, versenkt den britischen Monitor M15 (26 Tote) und den Zerstörer Staunch vor Gaza. Der Rest des Geschwaders zieht sich nach Port Said zurück.
USA: Erster von 247 (bis 11. April 1921) schnellen und mit vier Schornsteinen versehen Glattdeck-Zerstörern USS Little von Stapel gelaufen. Das Schiff wird 1918 von Queenstown in Irland aus eingesetzt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 12. November 1917:

Abgesessene australische berittene Infanterie
Abgesessene australische berittene Infanterie im Gefecht mit türkischen Truppen in Palästina.

Mittlerer Osten
Palästina: Falkenhayn treibt die australische Berittene Division mit 5.000 Türken 6,5 km zurück. 10.000 türkische Soldaten wurden in Ramleh am 10. November wieder versammelt und geordnet.
Hejaz-Eisenbahn: Lawrence lässt mit seinen Arabern eine Mine unter einem türkischen Truppenzug bei Minifer explodieren und erbeutet 60 Gewehre.

Ostfront
Russland: 12.000 Bolschewiki (vor allem Seeleute) halten Kerenskis 700 Kosaken und einen Panzerzug in der Nähe des Pulkowo-Observatoriums auf, welche sich nach Gatschina zurückziehen.

Südfronten
Italien: 3 französische Divisionen marschieren von Brescia nach Vicenza vor. Die 46. und 47. Division der Chasseurs d’Alpin kommen an (seit dem 5. November).

Luftkrieg
Italien – Verstärkungen der Alliierten: Die 28. Squadron (Staffel) des Royal Flying Corps (Sopwith Camel) und 34. Squadron (RE8) erreichen Mailand. Dazu die 14. Squadron, welche Frankreich am 7. November verließ und die 66. Squadron, welche am 17. November folgt. Die 42. Squadron wird aus Frankreich am 26./27. November und die 45. Squadron am 11./12. Dezember verlegt. Alle Staffeln sind zwischen dem 28. November und 21. Dezember einsatzfähig an der italienischen Front.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 13. November 1917:

erobertes türkisches Feldgeschütz in Palästina.
Britische Offiziere begutachten ein verlassenes türkisches Feldgeschütz in Palästina.

Naher Osten
Palästina: Allenby attackiert die Jctn-Station der Jerusalemer Eisenbahn mit 25.000 Mann und 136 Kanonen gegen 9.000 Türken mit ca. 60 Kanonen. 800 Yeomanry-Reiter (130 Verluste) attackieren und erstürmen den Kamm von EI Mughar und die Ortschaft, bringen 1.000 Kriegsgefangene, 2 Kanonen und 14 MGs ein.

Südfronten
Italien: General Plum kommt in Mantua an, um als britischer Oberbefehlshaber (Ernennung am 10. November) 423 italienische Bataillone (33 Divisionen) mit 3.500 Kanonen gegen 736 österreich-ungarische-deutsche Bataillone (55 Divisionen) und 4.500 Kanonen zu befehligen.
Trentino: Die österreich-ungarische 1. Gebirgsbrigade dringt in Primolano im Brenta-Tal ein und nimmt am 15. November den Mt.Tonderica. Die Italiener werden von den Gallio-Höhen verdrängt, halten aber den Mt.Sisemol.

Luftkrieg
Frankreich: Deutsche Flugzeuge bombardieren Calais (zuvor schon am 20., 21. und 24. Oktober).

Heimatfronten
Russland: Lenin appelliert an die Partei, das ganze Land unter Kontrolle zu bringen. Die Roten kontrollieren Smolensk nach dem Sieg über die Kosaken und erobern Taschkent am 14. November.
Großbritannien: Thomson beruhigt das Kriegskabinett, daß keine deutschen Verbindungen zu Pazifisten bestehen und Langeweile wäre angeblich die Hauptmotivation der Gerüchte.
Frankreich: Das Painleve-Ministerium wird in einer Vertrauensabstimmung 186 zu 279 geschlagen und tritt am 14. November zurück.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 14. November 1917:

Abmarsch von italienischen Kriegsgefangenen
Abmarsch von italienischen Soldaten, welche in während der Schlacht von Caporetto in Kriegsgefangenschaft geraten waren.

Südfronten
Trentino: Die österreich-ungarischen Armeen von Conrad von Hötzendorf und Krauss treffen bei Fonzaso zusammen.
Saloniki: Die Briten beginnen mit dem Bau der 80 km langen leichten Eisenbahnstrecke (Feldbahn) nach Stavros, mithilfe von türkischen 4.000 Kriegsgefangenen, welche in Gruppen aus Zypern herangebracht wurden. Diese soll die unsichere Schiffsverbindung aus Saloniki ersetzen und wird bis Mai 1918 fertiggestellt.

Westfront
Flandern: Die Briten konsolidieren ihre Positionen nordwestlich von Passchendaele. Deutsche Angriffe nördlich der Menin-Straße und am 15. November nordöstlich von Passchendaele. Die Ablösung des kanadischen Korps beginnt bis zum 20. November, nach 15.654 Mann Verlusten in den Kämpfen seit etwa dem 18. Oktober.

Ostfront
Russland: Kerenskis Truppen laufen zu den Roten über, aber er verkleidet sich als Matrose und versteckt sich 40 Tage lang in einem Waldhäuschen in der Nähe von Luga.

Naher Osten
Palästina: Die britische 75. Division mit Panzerwagen besetzt die Jctn-Eisenbahnstation. Die neuseeländische Berittene Brigade schlägt 1.500 Türken bei Ayun Kara. Falkenhayn befiehlt den allgemeinen Rückzug, seine 2 Armeen teilen sich auf.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 15. November 1917:

Türkische Kavallerie auf dem Rückzug
Türkische Kavallerie auf dem Rückzug durch Palästina.

Naher Osten
Palästina: Die Berittene ANZAC-Division besetzt Ramleh und Ludd. Yeomanry-Reiter attackieren die türkische Nachhut bei Erreichen der Hügel von Judea.

Ostfront
Russland: Die Roten gewinnen den Kampf um den Kreml.
Südrussland: Alexejew kommt in der Hauptstadt der Don-Kosaken Nowotscherkask an, aber Kaledin teilt ihm mit, dass die Kosaken nicht willens sind zu kämpfen und so zieht er weiter in die Hauptstadt der Kuban-Kosken Jekaterinodar.

Südfronten
Italien, Piave: Die deutsche 117. Division bekommt 4 Bataillone in der Nähe von Ponte di Piave in der Nacht vom 15. auf den 16. November über den Fluss. Diese werden aber von 3 italienischen Brigaden vernichtet, die bis zum 16. November 600 Kriegsgefangene einbringen, was der erste italienische Erfolg seit Caporetto ist. Below und Boroevic beenden weitere Überquerungsversuche, obwohl die 41. ungarische Division das Flussdelta durchquert und Cava Zuccherina einnimmt, nur 25 km von der Lagune von Venedig entfernt.

Afrika
Ostafrika: Giffards 1/2. Kings African Rifles nehmen Chiwata mit 606 Kriegsgefangenen ein und befreien nach der Evakuierung durch Lettow-Vorbeck 67 britische Kriegsgefangene.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 16. November 1917:

deutsche Ulanen in Palästina
Eine Patrouille deutscher Ulanen in Palästina.

Naher Osten
Palästina: Die neuseeländische Berittene Brigade besetzt Jaffa und die australische Berittene Division Latrun. Die türkische 8. Armee befindet sich nun hinter dem Fluss Auja nach Norden.

Seekrieg
Nordsee: Das mit einem Dampfturbinen-Antrieb ausgestattete britische U-Boot K1 muss nach der Kollision mit K4 bei einer Unternehmung der Grand Fleet selbst versenkt werden.
Frankreich: Clemenceau ernennt Georges Leygues zum Marine-Minister für die verbleibende Dauer des Krieges.
Adria: 2 alte österreich-ungarische Schlachtschiffe und 14 Torpedoboote beschießen die italienischen Küstengeschütze von Cortellazza in der Nähe der Piave-Mündung. Der italienische Monitor Alfredo Cappellini mit 38,1-cm-Geschützen wird vor Ancona zerstört.

Geheimkrieg
Russland: Der Bolschewik Vorowski in Stockholm schickt Telegramme an Berlin mit ‚Bitte erfüllen Sie Ihr Versprechen sofort‘ (d.h. mehr Geldmittel bereitzustellen für Friedensgespräche).

Heimatfronten
Frankreich: Clemenceau neuer französischer Ministerpräsident und Kriegsminister, Außenminister wird Pichon.
Brasilien: Kriegsrecht vor allem gegen inländische deutsche Interessen ausgerufen. Belagerungszustand in der Hauptstadt und in sechs Provinzen, etwa 700 Ausländer – hauptsächlich deutsche Reservisten – verhaftet.
Großbritannien: Der Vorsitzende vom Air Board (Flugzeug-Ausschuss), Lord Cowdray, tritt zurück. Lord Rothermere folgt am 26. November nach.
USA: Registrierung von Ausländern aus Feindstaaten erforderlich. 600.000 sind betroffen und werden aus Washington ausgewiesen und von militärischen Orten ausgeschlossen. Über 200.000 davon werden überwacht.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 17. November 1917:

Schlachtkreuzer 'Glorious'
Schlachtkreuzer ‚Glorious‘ von einem Flugzeug aus fotografiert.

Seekrieg
Nordsee – Letztes Kreuzergefecht vor Helgoland: Vizeadmiral T. Napiers Schlachtkreuzer Glorious, Courageous und Repulse, 8 Kreuzer und 10 Zerstörer jagen 4 deutsche leichte Kreuzer, die Minensucher sichern und einnebeln. Über 2 Stunden lang feuern die Briten 147 38,1-cm-Granten ab, bevor die deutschen Schlachtschiffe Kaiser und Kaiserin erscheinen und dichter Nebel aufkommt und das Gefecht beendet. Auf den deutschen Kreuzern gibt es 7 Treffer, wobei Admiral Reuters Flaggschiff Kreuzer Königsberg II (31 Mann Verluste) von Repulse und Pillau von Courageous getroffen wird. Die britischen Schiffe erhalten 5 Treffer, einschließlich der Kreuzer Caledon und Calypso, wo auf letzterem Kapitän H.L. Edwards getötet wird.
Ost-Atlantik – Erster U-Boot-Jagderfolg der US Navy: Die Zerstörer Fanning und Nicholson versenken während einer Konvoi-Eskorte U 58 vor Milford Haven.
Russland: Der pro-sowjetische Kapitän Modest V. Ivanov wird zum stellvertretenden Marine-Minister ernannt. Lenin hat ihn am 14. November getroffen. Ein Oberster Marine-Ausschuss wird am 20. November gebildet.

Heimatfronten
Russland: 5 bolschewistische Führer, welche für eine Zusammenarbeit mit den Sozialisten sind, verlassen das Zentralkomitee nach einer Rede von Lenin. Trotzki übernimmt das verwaiste Außenministerium. Zarizyn (das spätere Stalingrad, heute Wolgograd) wird bolschewistisch.
USA: Der Film Der letzte Angriff der Zeppeline wird gezeigt.

Afrika
Ostafrika: Die Kings African Rifles und nigerianische Truppen (welche die letzten 38 Mann Verluste erleiden) nehmen Lutshemi, trotz 2 außer Gefecht gesetzter Kanonen. Lettow-Vorbeck versammelt in Newala seine Streitmacht, um in Portugiesisch-Ostafrika einzufallen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 18. November 1917:

Beerdigung von General Sir Frederick Maude
Beerdigung von General Sir Frederick Maude bei Bagdad. Er hatte sich an verseuchter Milch mit der Cholera infiziert.

Naher Osten
Mesopotamien: Tod von Maude an der Cholera in Bagdad im Alter von 53 Jahren. Generalleutnant Marshall wird Nachfolger. Er hat 69.500 Mann und 302 Kanonen in der Nähe von Bagdad (Stärke des MEF insgesamt 254.924 Soldaten plus 158.428 Hilfskräfte).
Palästina: Allenby nimmt seine Operationen gegen Jerusalem bis zum 24. November wieder auf, mit 14.500 Mann und 18 Geschützen gegen ca.5.900 Türken mit 50 Geschützen. Die Briten kommen in den Judea-Hügeln an, als der Winterregen am 19. November beginnt. Falkenhayn verlegt sein Hauptquartier von Jerusalem nach Nablus zurück.

Südfronten
Italienische Front: Krauss österreich-ungarische Truppen und eine deutsche Jäger-Division greifen den Grappa-Sektor bis zum 22. November zwischen den Flüssen Brenta und Piave an und nehmen 1.286 Kriegsgefangene.
Albanien: Die österreich-ungarischen Truppen greifen im Süden an und versuchen, den Fluss Voyusa 20 km nördlich von Valona zu überqueren, greifen die Italiener am 22. November an und erzwingen dann den Übergang über den Fluß Osum in der Nacht vom 25./26. November.

Afrika
Ostafrika: Nigerianische Truppen nehmen das Krankenhaus mit 959 Kriegsgefangenen und befreien 32 alliierte Gefangene 30 km südöstlich von Chiwata.

Seekrieg
Mittelmeer: Ein ​​U-Boot versenkt die Q-Schiff-Schaluppe (U-Boot-Falle) Candytuft (9 Tote).
Ostsee: Eine russische Mine im Golf von Finnland versenkt UC 57.
Großbritannien: Memorandum von Jellicoe an das Kriegskabinett ‚… unsere Marinepolitik wird notwendigerweise von der Angemessenheit unserer Zerstörer-Streitkräfte bestimmt‘.
Nordsee: Das britische P57 rammt und versenkt UC 47 (52 Schiffe mit 65.884 Tonnen im Jahr 1917 versenkt) vor Flamborough Head.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 19. November 1917:

Britische Tanks verladen auf der Eisenbahn
Britische Tanks verladen auf der Eisenbahn auf dem Weg nach Cambrai.

Westfront
Cambrai: Das britische Tank-Korps, das mit der Eisenbahn herangebracht wurde, beginnt sich in der Nacht vom 19. auf den 20. November in die Ausgangsstellungen zu bewegen.
Flandern: Deutsche Grabenüberfälle im britischen Sektor.
Lothringen: Hauptmann Patton tritt dem US-Tank-Korps bei.

Ostfront
Russland: Tagebucheintrag des britischen Botschafters ‚Im Moment zählt allein Gewalt‘.
West-Russland: Ein bolschewistischer Panzerzug erobert Minsk zurück.

Politik
Russland: Die Bolschewisten fordern einen sofortigen Waffenstillstand an allen Fronten.
Italien: Die Regierung bittet Großbritannien und Frankreich erfolgreich um 300.000 Gewehre, 4.000 MGs, 640 Kanonen und 40 Panzer.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 20. November 1917:

Tank-Angriff von Cambrai
Englische Tanks Mark IV rollen während des Beginns der Schlacht von Cambrai vorwärts. Links steht eine überrolltes deutsches Feldgeschütz.

Westfront
Cambrai – SCHLACHT VON CAMBRAI (bis 3. Dezember). Erster massiver Panzerangriff: Die verstärkte britische Dritte Armee (Byng) mit 19 Divisionen und dem Tank-Korps unter der Führung von Brigadegeneral Elles im Tank ‚Hilda‘ starten einen Überraschungsangriff ohne Vorbereitungsbeschuss durch die Artillerie auf die Hindenburg-Linie. 389 Tanks (179 verloren, davon 65 durch Artilleriebeschuss) rollen von den Sammelpunkten um 6:20 Uhr los, machen den deutschen Stacheldraht platt, verjagen die deutsche Infanterie aus ihren Gräben an der Front und öffnen eine rund 9 km breite Bresche und dringen bis zu 3.500 Metern Tiefe vor. Sie nehmen 4.200 Kriegsgefangene, 223 Kanonen und 281 MGs für 4.000 Mann Verluste.
Die Einsatztaktik der Tanks mit 4 der 5 Sturmdivisionen der Infanterie funktioniert wie trainiert, nur die 51. Highland-Division bleibt vor dem zentralen Schlüsselabschnitt Flesquieres liegen und die Kavallerie schafft es nicht rechtzeitig, nach vorne zu kommen. Hier zerstört Unteroffizier Krüger mit seiner Kanone 7 britische Tanks, während die 107. Infanterie-Division von der Ostfront kommend gerade in Cambrai aus Zügen entladen wird, als der britische Angriff beginnt. Die Deutschen sprengen die Übergänge über den St. Quentin-Kanal.
Lothringen: Die 1. US-Division wird von ihrem ersten Einsatz in den Schützengräben abgelöst (insgesamt 83 Mann Verluste).
Deutschland: Memorandum von Kuhl an Ludendorff zu einer Offensive in Flandern.

Luftkrieg
Cambrai: Das Royal Flying Corps konzentriert 289 Flugzeuge in 15 Staffeln, um die britische Dritte Armee und den ersten Massenangriff mit Tanks gegen nur 78 deutsche Flugzeuge zu unterstützen. 4 Staffeln (13 Flugzeuge verloren oder zerstört, 13 durch Bodenfeuer beschädigt) fliegen Bodenangriff 45 Minuten nach dem Angriff und 20 Sopwith Camel (4 verloren) und Pup-Jäger greifen 4 von 6 als Ziele vorgesehene Flugplätze an. Luftbeobachter melden jedoch bei Flesquieres keine deutschen Batterien und ein Pilot gibt irrtümlich die Eroberung des Ortes vor 11 Uhr an.

Ostfront
Russland: Die Bolschewiken erklären die Volksrepublik Ukraine.

Südfronten
Piave: Die österreich-ungarischen Truppen nehmen den Mt. Fontanasecca zu Beginn von einwöchigen Kämpfen.
Italien: Die letzten beiden französischen Divisionen (23. und 24.) kommen an (bis zum 22. November). Foch reist am 23. November nach Paris ab.

Naher Osten
Palästina: Die britische 75. Division erstürmt drei Höhenrücken, unterstützt durch Nebel, und erreicht Positionen 8 km nördlich von Jerusalem am 21. November, aber die Yeomanry-Division wird vom Zeitun-Grat vertrieben.

Afrika
Ostafrika: Giffards 1/2 Kings African Rifles nimmt 127 Kriegsgefangene in einem anderen Lager. 900 portugiesische Soldaten kommen in Ngomano an. Lettow-Vorbeck baut die Funkstation in Newala ab und beginnt in südlicher Richtung zum Fluss Rovuma abzurücken.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 21. November 1917:

Britische Reserven warten in den Gräben
Britische Reserven warten in den Gräben.

Westfront
Cambrai: Der britische Vorstoss nach Cambrai wird wieder aufgenommen und mit 12 Tanks werden Cantaing (300 Kriegsgefangene) und Tadpole Copse genommen. 2 Tanks und die britische 6. Division erobern Noyelles zurück. Bei Fontaine-Notre-Dame sind sie nur noch 4 km von Cambrai entfernt, aber Müdigkeit, Kraftstoff- und Munitionsmangel herrschen vor. Die deutsche 20. Division erobert Moeuvres an der Nordflanke zurück.
Aisne: Französische Truppen erstürmen einen Frontvorsprung auf dem Craonne-Plateau südlich von Juvincourt und schlagen am 22. November einen Gegenangriff zurück.

Luftkrieg
Cambrai: Deutsches Flugzeug beschießen im Tiefflug die 62. Division des BEF, als diese auf den Bourlon-Wald vorrückt (sowie am 22. November).
Saloniki: Das lokale deutsche Top-Jagdflieger-Ass Leutnant Eschwege (20 Luftsiege), der ‚Adler der Ägäis‘, wird durch einen mit Sprengstoff bestückten Ballon getötet (3 britische Ballons wurden seit dem 28. Oktober angegriffen).

Ostfront
Russland: Die Bolschewisten schicken eine Funknachricht an Generalstabschef General Dukhonin, um mit den Mittelmächten über einen Waffenstillstand zu verhandeln. Trotzki sagt vor dem Petrograder Sowjet: ‚Wir machen ein förmliches Angebot, Friedensverhandlungen aufzunehmen und einen Waffenstillstand zu vereinbaren.‘

Seekrieg
Ärmelkanal: Tiefes Minenfeld in der Straße von Dover – von Varne nach Cap Gris Nez – gelegt, teilweise bei Nacht mit Beleuchtung und 80-100 Patrouillenschiffen, aber 21 deutsche U-Boote können die Sperre bis zum 8. Dezember überwinden.
Mittelmeer: Alliierte Marinekonferenz in Rom mit Weymss, Bon, Calthorpe und Revel. Die Briten bieten 1.200 Minen und Minenleger an, die Franzosen U-Boote in die obere Adria zu entsenden und die Otranto-Sperre soll verstärkt werden.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 22. November 1917:

Deutsche Truppen ziehen durch ein Dorf in Norditalien
Deutsche Truppen ziehen durch ein Dorf in Norditalien an die Front.

Südfronten
Piave: Krisentag im wichtigen Grappa-Abschnitt, als österreich-ungarische-deutsche Truppen den Mt.Tomba (968 Meter) erstürmen, aber Laderchis IX. Korps vertreibt sie mit letzter Kraft, wobei ein italienisches Regiment auf 400 Mann reduziert wird. Reserven konsolidieren die Lage am 23. November.
Trentino: Österreich-ungarische Gebirgstruppen erstürmen den Berg Pertica, welcher vom Monte Baldo Alpini-Bataillon verteidigt wird, aber das deutsche Alpenkorps und die österreich-ungarische 50. Division können bis zum 23. November keine Geländegewinne nach Osten erzielen.
Saloniki: 150 bulgarische Soldaten überfallen in der Nacht vom 23./24. November die britische Linie bei Mamelon am Doiran-See und verursachen 27 Mann Verluste.

Ostfront
Russland: Lenin setzt Dukhonin ab, weil der sich geweigert hat, mit den Mittelmächten über einen Waffenstillstand zu verhandeln und macht Fähnrich Kirilenko zum Generalstabschef. Dieser verlässt die Nordfront und sein Befehl Nr. 1 endet ‚Hoch lebe ein sofortiger Friede !‘.

Westfront
Cambrai: Deutsche Truppen erobern Fontaine-Notre-Dame zurück.

Luftkrieg
Cambrai: 19 Royal Flying Corps-Piloten (8 Flugzeuge verloren oder zerstört) greifen deutsche Kolonnen und Stellungen an, 3 deutsche Jäger werden abgeschossen.

Naher Osten
Palästina: Türkische Truppen scheitern dreimal daran, den Hügel Samwil (897 m) von der britischen 75. Division zu erobern, aber letztere, zusammen mit der 52. Division, scheiterte am 24. November ebenfalls an der El-Jib-Höhe.
Aden: Die Briten nehmen einen türkischen Posten in Jabir ein, 25 km nördlich von Aden. Die dortigen britischen Truppen steigen von 7.137 Mann am 1. Oktober 1917 auf 10.2781 Soldaten bis zum 1. November 1918 an.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 23. November 1917:

Luftschhiff L59
L59 war im August 1917 der erste einer neuen Zeppelin-Klasse, welche die neueste Entwurfstechnik repräsentierte und einen Standard etablierte, dar fast ein Jahr lang bestehen blieb.

Afrika
Ostafrika: Nach zwei vergeblichen Versuchen am 13. und 16. November verlässt Zeppelin L59 am 21. November Jamboli in Bulgarien mit 15 Tonnen Vorräte, einschließlich 30 MGs, für die Truppen von Lettow-Vorbeck in Ostafrika. Die Briten im gerade zuvor besetzen Newala schicken jedoch eine im deutschen Code verschlüsselte Nachricht an das Luftschiff, als sich dieses nach einem 95-Stunden-Nonstop-Flug westlich von Kahrtum befindet, dass Lettow-Vorbeck vor der Kapitulation steht. So kehrt L59 nach einem Rekordflug von über 6.750 km zu seinem Stützpunkt zurück.

Westfront
Cambrai – Schlacht vom Bourlon-Wald (bis zum 28. November): Britischer Angriff der 40. Division, mit 62 Tanks (16 verloren, 5 gegen deutsche Flak) und 432 Geschützen gegen 200 deutsche Geschütze, nimmt den Kamm, scheitert aber, die Ortschaft zu erreichen. Byng zum General befördert.

Luftkrieg
Cambrai: Deutsche Flakgeschütze auf LKW verstärken den Widerstand bei Fontaine. 50 Flugzeuge des Royal Flying Corps (15 verloren) unterstützen den Bodenangriff des BEF, aber Richthofen hat jetzt den Befehl über den Sektor und schießt eine DH5 über dem Bourlon-Wald ab. 3 britische Tagbomber-Staffeln greifen sechs Ziele an.

Politik
Russland: Trotzki beginnt in der Iswestija die alliierten Geheimverträge zu veröffentlichen.

Heimatfronten
Russland: Alle Klassenunterschiede und zivile Titel werden abgeschafft.
Großbritannien: Ein Rat zum Schiffsbau wird eingesetzt. Die Kirchenglocken läuten zum ‚Sieg von Cambrai‘.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 24. November 1917:

 Kaiser Karl (links) und Wilhelm II
Die Kaiser Karl (links) und Wilhelm II. hofften, Italien aus dem Krieg zu werfen.

Südfronten
Trentino: Kaiser Karl beendet die Angriffe im Asiago-Sektor, Conrad von Hötzendorfs Verluste sind 15.030 Mann (davon fast 7.000 Kranke) seit dem 10. November.

Westfront
Cambrai: Die britischen Truppen scheitern daran, die Bourlon-Höhe zu nehmen, aber Oberst Wade mit seiner Gruppe hält einen Teil des Dorfes bis zum 26. November. Die Briten nehmen wieder das zwei Tage zuvor verlorene Fontaine-Notre-Dame. Erneute Angriffe vom 25. bis 27. November sind fruchtlos. In einem Brief beklagt Haig einen schweren Mangel an Infanteristen.

Mittlerer Osten
Palästina: Die berittene ANZAC-Division gewinnt und verliert wieder bis zum 25. November zwei Brückenköpfe nördlich des Flusses Auja. Die türkischen Verluste belaufen sich auf 437 Soldaten.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 25. November 1917:

Tauschhandel Ostfront 1917
Nach dem Waffenstillstandsangebot der russischen Revolutionsregierung setzt reger Tauschandel zwischen den Schützengräben ein.

Ostfront
Westrussland: Verbrüderungen bei Baranowitschi. Am Eisenbahnknotenpunkt von Orscha werden anti-bolschewistische Truppen daran gehindert, nach Moskau zu gelangen.

Heimatfronten
Russland – Wahlen zur verfassungsgebenden Versammlung (bis zum 27. November): Die Bolschewiki gewinnen nur 25 % der Stimmen, d.h. 9,8 Millionen von 36 Millionen Wählerstimmen, was 225 Delegierte ergibt. Die Sozialisten erhalten 20,75 Millionen Stimmen und 420 Delegierte. Dies sind die letzten freien Wahlen bis 1989.
Ungarn: 100.000 Arbeiter marschieren durch Budapest für Frieden und die Russische Revolution.

Westfront
Cambrai: Deutsche Gegenangriffe bei Bourlon, die britische 40. Division verlor nun 4.000 Mann seit dem 23. November, nur noch 12 Tanks im Einsatz.
Verdun: Die Franzosen nehmen 800 Kriegsgefangene im Abschnitt Samogneux und am 27. November französischer Erfolg in der Nähe von Höhe 344.

Afrika
Mosambik: Lettow-Vorbeck überquert bis zum 26. November mit 2.000 Mann, 3.000 Trägern und einer Kanone den Fluss Rovuma bei Ngomano nach Portugiesisch-Ostafrika hinein, nur 1,5 km von einem portugiesischen Fort entfernt. Sein Angriff nimmt das Fort, zusammen mit 700 portugiesischen Gefangenen, 6 MGs, 30 Pferden und Vorräte für sechs Tage.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 26. November 1917:

Gefangene-Sammelstelle für Italiener
Gefangenen-Sammelstelle für Italiener bei Tolmein.

Südfronten
Trentino: Die österreichische Edelweiß-Division (am 27. November nur noch 2.000 Mann stark) kann den Col della Berretta nicht gegen zwei italienische Brigaden, das Alpini Val Brenta-Bataillon und die 60. Bersaglieri nehmen. Der Mt.Pertica wechselt siebenmal den Besitzer und wird von beiden Seiten mit Feuer eingedeckt, welche sich unterhalb des unbesetzten Gipfels befinden.
Piave: Die österreich-ungarischen Truppen räumen heimlich den Brückenkopf Zenson bis zum 2. Dezember.

Seekrieg
Deutschland: Die Marine dehnt die U-Boot-Sperrzone aus, auf 1.150 km vor der irischen Küste und dem Gebiet um die Azoren und die Kapverdischen Inseln, mit Gültigkeit ab dem 11. Januar 1918. Im Mittelmeer wird der 32 km breite, sichere Korridor nach Griechenland geschlossen.

Luftkrieg
Cambrai: 12 DH4-Bomber der 49. Squadron fliegen den ersten Angriff der Westfront auf den wichtigen Eisenbahnendpunkt östlich von Cambrai, aber die andere Einheiten wechseln bis zum 29. November zu strategischen Routine-Zielen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 27. November 1917:

durch Artillerie-Volltreffer vernichteter Tank
Bei Cambrai durch einen Artillerie-Volltreffer vernichteter britischer Tank.

Westfront
Cambrai: Die erschöpften britischen Truppen ziehen sich vor Cambrai zurück, nachdem die Garde-Division mit 32 Tanks im Abschnitt Bourlon und Fontaine zurückgetrieben wurde. Ludendorff und Rupprecht konferieren in Le Cateau, als 20 frische deutsche Divisionen unter Marwitz in der Nähe von Cambrai versammelt werden: ‚Es gab noch nie eine solche Gelegenheit für einen überwältigenden Gegenschlag‘, sagt Ludendorff, der darauf besteht, dass alles vor dem 30. November fertig sein muss, da Cambrai ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt ist.
Großbritannien: Das Kriegsministerium verdoppelte die Starke des Tank-Korps auf 18.462 Mann, was ursprünglich schon am 13. April 1917 beantragt wurde.

Ostfront
Russland: Die Waffenstillstands-Unterhändler kehren mit der grundsätzlich deutschen Zustimmung zurück. Nächste Sitzung am 1. Dezember 1917.

Naher Osten
Palästina: 15.800 Türken mit ca. 120 Geschützen drängen die Yeomanry- und britische 54. Division zurück, bis Reserven am 30. November die Front stabilisieren.

Afrika
Ostafrika: 215 deutsche Truppen mit 1.100 Trägern von Tafels Streitmacht aus Mahenge ergeben sich wegen aufgebrauchten Nahrungsmittelrationen in Luatala den 120 Baluchi-Soldaten, die ihren Angriff am 26. November dank einer Attacke der 25. Kavallerie abwehren konnten. Hauptmann Otto mit 25 Mann bricht zu Lettow-Vorbeck durch.

Seekrieg
Ostsee: Der russische Zerstörer Bditelni sinkt in einem Minenfeld von UC 78 vor den Aaland-Inseln.

Politik
Frankreich: Oberster Alliierter Kriegsrat ernannt (Generale Wilson, Foch, Cadorna und Bliss in Versailles).
Russland: Trotzki warnt, dass Russland dazu veranlasst werden könnte, einen separaten Waffenstillstand zu vereinbaren, falls die Alliierten nicht verhandeln. Buchanan an das Auswärtige Amt ‚Jeder Tag, an dem wir Russland gegen dessen Willen im Krieg halten, führt nur dazu, dass das russische Volk über uns zunehmend verbitterter wird.‘
Brasilien: Französisch-brasilianische Vereinbarung zur Überlassung von 30 internierten deutschen Schiffen für Lieferungen alliierter Lebensmittel.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 28. November 1917:

Kannibalismus in Russland
Russland leidet schwer unter dem Krieg. In Folge der Hungersnot kommt es sogar zu Fällen von Kannibalismus.

Ostfront
Russland: Lenin und Trotzki verkünden per Funk- und Telegramm ‚Die russische Armee und das russische Volk können und werden nicht länger warten.‘
ESTLAND ERKLÄRT SEINE UNABHÄNGIGKEIT.

Westfront
Cambrai: 16.000 deutsche Gas- und Sprenggranaten regnen auf den Bourlon-Wald herunter.
Frankreich: Erste US-Armee-Stabs-Hochschule der amerikanischen Expeditionsstreitkräfte in Langres eröffnet, wo dreimonatige Ausbildungskurse durchgeführt werden.

Afrika
Ostafrika: Tafels Hauptstreitmacht aus 1.312 Soldaten und ca. 3.200 Trägern ergeben sich. DEUTSCH-OSTAFRIKA VOLLSTÄNDIG IN BRITISCHEN HÄNDEN. König George V. gratuliert Deventer per Telegramm am 30. November.

Seekrieg
Britische Heimatgewässer: Ein U-Boot versenkt das britische Elder-Dempster-Linienschiff Apapa (77 Tote).
Adria: Österreich-ungarische Zerstörer und Torpedoboote beschießen die Bahnstrecke an der Küste nahe Senigallia.
Großbritannien: WRNS gegründet (Women’s Royal Naval Service = Marine-Dienst für Frauen).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 29. November 1917:

Alabtros-Jäger über Alpen
Ein deutscher Albatros-Jäger auf Erkundungsflug an der italienischen Front.

Luftkrieg
Italienische Front: Erster britischer Flugeinsatz über den italienischen Linien im Abschnitt Montello, wobei 1 österreich-ungarischer Einsitzer niedergeht, aber Jägerangriffe verhindern die Fotoaufklärung durch RE8-Flugzeuge.
500 US-Flugschüler begannen am 28. November in Foggia in Italien mit ihrer Piloten-Ausbildung.

Ostfront
Rumänien: Russische Kanonen vereiteln eine deutsche Operation im Trotus-Tal.

Politik
Frankreich: Alliierte Pariser Konferenz (bis zum 3. Dezember). Lord Lansdownes Brief im Daily Telegraph drängt auf einen Kompromiss-Frieden mit Deutschland. Das Kriegskabinett schiebt einen Riegel vor die bolschewistische Propaganda und suspendiert alle Hilfslieferungen an Waffen für Russland.
Deutschland: In einer Rede des Reichskanzlers wird das Friedensangebot der Bolschewiki begrüßt. Der Kaiser drängt Kühlmann, ‚trotz allem‘ ein Bündnis mit Russland zu suchen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 30. November 1917:

Deutsche Soldaten vor Gegenangriff bei Cambrai
Deutsche Soldaten sammeln vor dem Gegenangriff bei Cambrai ihre Ausrüstung zusammen.

Westfront
Cambrai – ÜBERRASCHENDER DEUTSCHER GEGENANGRIFF BEGINNT mit Sperrfeuer um 8:30 Uhr, einschließlich vieler Gasgranaten. Die Zweite Armeen, verstärkt auf 20 Divisionen, setzt die Infiltration-Taktik mit Luftunterstützung ein, welche erfolgreich bei Riga und Caporetto ausprobiert wurde. 11 Divisionen greifen in zwei Abschnitten an einem knapp 20 km breiten Frontabschnitt von Vendhuille über den Bourlon-Wald bis Moeuvres an, dringen bis nach La Vacquerie und Gouzeaucourt vor und bringen 6.000 Kriegsgefangene und 158 Geschütze bei Vorstößen bis zu knapp 5 km Tiefe ein. Die britische Garde-Division kann Gouzeaucourt mit 36 Tanks zurückerobern.
Der jüngste General der britischen Armee, Brigadegeneral ‚Boy‘ Bradford, Victoria Cross, als kommandierender General der 186. Brigade der 62. Division, wird im Alter von 25 Jahren außerhalb seines Hauptquartiers von einer Granate getötet.
Flandern: Gesamtzahl der deutschen Verluste seit dem 31. Juli ca. 450.000 Soldaten.
Frankreich: 129.623 Mann der AEF (Amerikanische Expeditionsstreitkräfte) nun in Europa.
Deutschland: Die Überführung von 42 Divisionen (über 500.000 Mann) von der Ostfront und anderswo nach Westen beginnt bis zum 21. März 1918.

Luftkrieg
Cambrai: Mindestens 30 tieffliegende Schlachtflugzeuge unterstützen den deutschen Angriff im Süden, noch mehr im nördlichen Abschnitt. 10 australische DH5 der 68. Staffel helfen beim britischen Gegenangriff am Nachmittag und ca. 50 britische und ebenso viele deutsche Flugzeuge im Einsatz über dem Bourlon-Wald, wo beide Seiten gegnerische Truppen mit ihren MGs im Tiefflug beschießen. 11 deutsche und 7 britische Flugzeuge gehen verloren.
Mazedonien: Französische Flugzeuge bombardieren Ziele im Vardar-Tal und nördlich von Monastir.
Großbritannien: Erstflug des schweren Bombers Vickers Vimy.
Mesopotamien: Britische Flugzeuge bombardieren den deutschen Flugplatz Kifri in der Nacht vom 30. November zum 1. Dezember, aber die Aufklärung der türkischen Positionen gelingt nicht.
Westfront: Die OHL hat 144 zweimotorige Bomber in 7 Bogohl, davon 36 in Bogohl 3 zum Einsatz gegen England.

Seekrieg
Großbritannien: Alliierte (ständige) Marine-Konferenz in London gebildet, welche zum ersten Mal eine Koordination der alliierten Marine-Ausschüsse, einschließlich Politiker, herstellt.
Während des Novembers waren die alliierten und neutralen Schiffsverluste an U-Boote die geringsten im Jahr 1917. Es gingen 126 Schiffen (56 britische mit 376 Toten) mit zusammen 289.095 Tonnen (die deutsche Zahl ist 302.599 Tonnen, davon 104.479 Tonnen im Mittelmeer) und 8 U-Boote verloren. 90 % der britischen Hochseeschifffahrt laufen jetzt in Konvois.

Politik
Österreich-Ungarn: Die Regierung akzeptiert das bolschewistische Waffenstillstandsangebot als Grundlage für Friedensverhandlungen.


gehe zu Weiter zu Dezember 1917.


Quellenangaben und Literatur

Der I. Weltkrieg – Eine Chronik (Ian Westwell)
Chronicle of the First World War, 2 Bände (Randal Gray)


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