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Piloten-Training der Luftwaffe


Piloten-Training der deutschen Luftwaffe im Zweiten Weltkrieg (Teil I: Verlauf der Ausbildung bis zu Anfang 1942).

Focke-Wulf Fw44C Basistrainer-Doppeldeckern
Formation von Focke-Wulf Fw44C Basistrainer-Doppeldeckern bei Bromberg im August 1940.

Piloten-Training der deutschen Luftwaffe vor 1942



Die Dauer der Ausbildung der neuen Piloten der deutschen Luftwaffe wurde während des Verlaufes des 2. Weltkrieg ständig gekürzt. Die nachfolgende Beschreibung ist daher repräsentativ für die Situation während der zweiten Hälfte des Jahres 1941.

Wenn der zukünftige Pilot aus dem zivilen Leben in die deutsche Luftwaffe eintrat, war sein erster Schritt ein sechsmonatiger Aufenthalt in einer Fliegerersatzabteilung oder einer Rekrutenschule. Dort lag der Schwerpunkt auf dem Drill sowie der körperlichen Fitness und der einzige Aspekt zur Luftfahrt waren elementare Vorlesungen über die Grundlagen des Funkverkehrs und des Lesens von Karten.

Nach dem Abschluss dieser Grundausbildung ging der Flugschüler zu einer Fluganwärter-Kompanie, wo er bis zu zwei Monate lang Themen zur allgemeinen Luftfahrt studierte. So vorbereitet, ging er zu einer A/B-Schule (Flug-Grundschule), wo er das Fliegen mit leichten Flugzeuge wie der Klemm 35, der Focke Wulf 44 und der Bücker 131 erlernte.

Für seine A2-Lizenz erhielt der Flugschüler Unterricht in den Bereichen Aerodynamik, Luftfahrttechnik, elementare Navigation, Meteorologie, Flugprozeduren und Schulungen im Empfang von Morse-Nachrichten. Für seine B-Lizenz musste er leistungsfähigere Flugzeuge wie die Arado 66, die Gotha 145 und den Arado 76, sowie schwerere Flugzeuge wie die Junkers W33 und W44 und zweimotorige Focke-Wulf Fw 58 fliegen, außerdem veraltete Kampfflugzeuge wie die He 51, den Ar 65 und die Hs 123.

Arado 66
Arado 66 Fortgeschrittenen-Trainer

Nach erfolgreichem Abschluss seiner B2-Ausbildung hatte der Kandidat zwischen 100 und 150 Flugstunden und erhielt seinen Luftwaffen-Flugzeugführerschein (Pilotenschein) und seine Flugzeugführer-Abzeichen.
Diejenigen Piloten, welche für einmotorige Jagdflugzeuge oder Ju 87 Stukas ausgewählt wurden, gingen nun direkt zu den jeweiligen Fachschulen für die Ausbildung in diesen Rollen.

Zukünftige Piloten für zweimotorige Zerstörer, Bomber oder Aufklärungsflugzeuge gingen zu den C-Flugschulen, wo sie weitere 50 bis 60 Flugstunden in einem Kurs von rund sechs Monaten Dauer absolvierten. Diesen Piloten wurde ein Bodentraining in fortgeschrittener Avionik zuteil und sie flogen veraltete Einsatzflugzeuge, z.B. im Falle von Bomberpiloten frühe Modelle der He 111, die Ju 52, Ju 86 und die Do 17 .

Wenn der Pilot die Ausbildung in der C-Schule bestanden hatte, erhielt er seine ELF* Lizenz (erweiterten Pilotenschein). Er war nun in der Lage sein Flugzeug bei Tage und Nacht zu fliegen, hatte eine begrenzte Ausbildung im Instrumentenflug und konnte einfache Überland-Navigationsflüge unter klaren Wetterbedingungen durchführen.

Nach dem Verlassen der C-Schule gingen die Jagdfliegerpiloten der zweimotorigen Zerstörer direkt zu ihrer Fachschule, während die Bomber- und Aufklärer-Piloten noch weitere 50 bis 60 Extra-Stunden im Blindflug erhielten, bevor auch diese zu ihren Fachschulen gingen.

Bei den verschiedenen Fachschulen (Jäger, Bomber, Zerstörer, Sturzkampfbomber und Aufklärer) trafen die Piloten der mehrsitzigen Flugzeuge mit ihren Besatzungen zusammen. Es begann nun die kombinierte Ausbildung der Besatzungen in Militärflugzeugen der modernsten Bauart. Im Allgemeinen waren die Übungen in diesen Fachschulen ähnlich denen für Bomber- und Aufklärer-Piloten in den C-Schulen, aber die Nacht- und Überlandflüge waren von längerer Dauer und wurden bei wenig günstigerer Witterung durchgeführt. Nach dem Abschluss ihrer Ausbildung an den Fachschulen blieben die Besatzungen in der Regel zusammen und wurden zu einer operativen Einheit versetzt.
Eine wichtige Besonderheit, auf die hier hingewiesen werden soll, was außerdem die Rolle des Beobachters in mehrsitzigen Flugzeugen. Tatsächlich wurde der Beobachter bis in die Anfangsphase des Krieges als Flugkapitän ausgebildet und war in der Pilotenausbildung bis zu den C-Schulen, bevor er zur Beobachter-Schule für einen neunmonatigen Kurs wechselte (wo er auch weitere Ausbildungen im Blindflug und Navigation erhielt). Bald jedoch nach Ausbruch des Krieges wurde die Ausbildung des Beobachters zum Flugkapitän schrittweise gelockert und von Anfang 1942 verschlechterte sich diese auch noch ständig, bis sie 1944 nur noch fünf Monate mit wenig Pilotenausbildung umfasste.

Nachdem die Besatzungen ihre jeweiligen Spezialisten-Schulen durchlaufen hatten, wurden sie zu einer der Ergänzungseinheiten (Einsatz-Trainingsverbände) geschickt, welche den verschiedenen Geschwadern oder Gruppen zugeteilt waren. Dort erlernten die Flugzeugbesatzungen die speziellen taktischen Einsatzmethoden der Verbände, welchen sie später beitreten sollten. Neben den weiteren Ausbildungsübungen dienten die Ergänzungseinheiten auch als ‘Pool’ für trainierte Flugzeugbesatzungen, bis sie von den Frontverbänden angefordert wurden.

Von dem Zeitpunkt, als er in die Luftwaffe eingetreten ist, bis zu seiner Ankunft bei seiner Ergänzungseinheit hatte ein Jagdflieger- oder Sturzkampfbomber-Pilot eine dreizehnmonatige Ausbildung mit 150 bis 200 Flugstunden erhalten. Ein Bomber- oder Aufklärer-Pilot sah sogar auf eine 20 Monate andauernde Ausbildung mit 220 bis 270 Flugstunden zurück.

Jedoch muss noch einmal betont werden, dass diese Zahlen sich nur auf die Männer beziehen, welche das Ausbildungssystem vor Beginn des Jahres 1942 durchlaufen hatten. Denn während dieses Jahres begann das Ausbildungsprogramm der Luftwaffe in Organisation, Effizienz und reibungslosen Ablauf unter dem Druck des Kriegsverlaufes zunehmend zu leiden.

button go Teil II: Piloten-Training und Jagdflieger-Asse der deutschen Luftwaffe in der zweiten Hälfte des Zweiten Weltkriegs ab 1942 und der Niedergang bis zum Kriegsende

Focke-Wulf Fw 44
Focke-Wulf Fw 44 Basistrainer
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Deshalb wird das Gewehr als Mosin-Magant Modell 1891 bezeichnet, aber der vollständige offizielle russische Name war Russkaya 3-lineinaye vintovka obrazets 1891g, was so viel wie ‘Russisches 3-Linien-Gewehr Modell 1891g’ heißt. Der Begriff ‘3-Linien’ bezieht sich auf eine alte russische Maßeinheit ‘Linie’ mit etwa 2,54 mm. Dies entsprach dem Kaliber und wurde 1908 geändert, als eine neue Patrone im Kaliber 7,62 mm eingeführt wurde. Das ursprüngliche Visier war auf die ebenfalls alte Maßeinheit Arschin (etwa 0,71 Meter) kalibriert, aber dies wurde 1908 ebenfalls auf Meter geändert. Zuvor gab es jedoch Schwierigkeiten beim Produktionsbeginn des neuen Gewehres in Russland, sodass die russische Armee als Notlösung zur Überbrückung von 1892 bis 1895 insgesamt 503.589 Repetiergewehre vom französischen Hersteller Chatellerault einkaufte. Zusammenfassend war das dann schließlich verfügbare Mosin-Nagant Gewehr Modell 1891 eine solide und robuste Konstruktion, hatte aber einige ungewöhnliche Eigenschaften. Eine davon lag im Fünf-Patronen-Magazin, denn bei diesem System wurde die oberste Patrone für den eigentlichen Ladevorgang immer vom Federdruck des Magazins freigehalten, was den Vorteil hatte, dass Ladehemmungen seltener auftraten, als es sonst der Fall gewesen wäre. Der zweiteilige Verschluss wurde allgemein als komplizierter empfunden, als es wirklich nötig war, obwohl er im Gebrauch wenig Probleme bereitete. Eine weitere Besonderheit war, dass das Gewehr mit einem langen Bajonett mit einem Schraubendreher-Einsatz ausgeliefert wurde, mit dem man Teile des Gewehrs zerlegen konnte. Dieses Bajonett war ein Steckbajonett, das während des 1. Weltkriegs praktisch immer am Gewehr befestigt war. Insgesamt war das Modell 1891 eine robuste Waffe, die harte Schläge einstecken konnte und im Allgemeinen anspruchslos in Bezug auf Pflege und Aufmerksamkeit war. Eine Karabiner-Version des Dragoner-Gewehrs Modell 1891 wurde für den Einsatz bei der Kavallerie und der allgegenwärtigen russischen berittenen Infanterie produziert, aber diese Variante war nur geringfügig kürzer als das Infanterie-Gewehr und viel länger als andere Karabiner, die zu dieser Zeit ausgeliefert wurden. Eine echte Karabiner-Variante Modell 1910 wurde erst 1910 produziert. Das Hauptproblem für die Russen war, dass sie zwar ein gutes Dienstgewehr ausgewählt hatten, es aber nie genug davon gab und die Produktionsstätten überfordert waren. Diejenigen, die es gab, mussten die Gewehre praktisch von Hand herstellen, da das Konzept der Massenproduktion vor 1914 weit von den russischen Möglichkeiten und Vorstellungen lag. Als 1914 zusätzliche russische Armeeeinheiten aus den Reserven gebildet wurden, gab es daher oft keine Gewehre, mit denen sie bewaffnet werden konnten. Das Modell 1891 spielte seine Rolle auch in den Revolutionen von 1917 und war auch im darauf folgenden Bürgerkrieg ab 1918 im Einsatz. Zwischen den Weltkriegen wurde das Modell 1891 in der Produktion durch das kürzere Modell 1891/30 ersetzt, mit dem die Rote Armee Armee im Zweiten Weltkrieg bewaffnet wurde, obwohl einige der Modelle 1891 auch nach 1941 verwendet wurden. Mosin-Nagant Modell 1930G Das Modell 1930G (auch als 1891/30 bezeichnet) gehört zu einer Serie von Gewehren, welche auf das Mosin-Nagant Modell 1891 zurückgehen und die Standard-Gewehre der russischen Armeen bis 1945 waren. Die Bezeichnung ‘Mosin-Nagant’ erinnert an den ursprünglichen Entwurf der Nagant-Brüder aus Belgien, welcher durch Oberst S. I. Mosin von der kaiserlich-russischen Armee modifiziert wurde. Der Rückstoß-Mechanismus ist ähnlich dem aller anderen Infanterie-Gewehre, wenn auch der aus drei Teilen bestehende Bolzen eine unnötige Komplikation darstellt. Dieser wurde vermutlich nur deshalb verwendet, um Schwierigkeiten mit den unzähligen Gewehr-Patenten jener Zeit aus dem Wege zu gehen. Eine Besonderheit des Entwurfes ist der Einbau eines Mechanismus zur Kontrolle des fehlerfreien Ladens der Patronen, denn eines der schwierigsten Probleme bei der Entwicklung einer Schusswaffe ist die effiziente Zuführung einer umrandeten Patrone aus dem Magazin. Der Druck der Magazin-Feder neigt dazu, die Patronen zusammenzudrücken, was die Ursache für Ladehemmungen ist. Das Mosin-Nagant verwendet eine federbelastete Klinke, welche durch den Betrieb des Bolzens kontrolliert wird und die zweite Patrone im Magazin festhält und damit den Druck auf die erste Patrone erhöht. Dadurch kann diese einfach in die Kammer durch das Schließen des Bolzens geladen werden, ohne das die Gefahr besteht, dass der Rand der zweiten Patrone durch den Aufwärtsdruck der Feder einklemmen kann. 1931 führte die sowjetische Armee das Modell 1930G ein, welches mehr oder weniger das etwas kürzere ‘Dragoner-Gewehr’ von 1891 war, mit einer verbesserter Zielgenauigkeit und etwas vereinfacht, um die Waffe leichter herzustellen. Es wurde zum Standard-Gewehr der russischen Infanterie während des 2. Weltkrieges, obwohl es weit verbreitet durch die späteren Karabiner-Modelle ergänzt wurde – und natürlich von den allgegenwärtigen russischen Maschinenpistolen PPSh-41 und PPS, die viel billiger und schneller herzustellen waren. Zusätzlich gab es ‘Extras’ wie einen Granatwerfer-Becher und einen Schalldämpfer für die Gewehre. Eine Anzahl des Modells 1891/30 wurde auch mit Zielfernrohren für den Einsatz bei den Scharfschützen ausgestattet. Die Mosin-Nagant-Gewehre wurden auch von den Finnen verwendet (als m/27 für das verkürzte Modell 1891, m/28/30 mit geändertem Visier und nachgebohrt als m/39), bei den Polen als Karabin WZ 91/98/25 und auch von den Deutschen. Die deutschen Truppen erbeuteten 1941 und 1942 haufenweise ex-sowjetische Gewehre und viele wurden an Garnison- oder fremdländischen Miliz- und Polizei-Einheiten ausgegeben. Die meisten von diesen waren Modelle 1891/30 mit der deutschen Bezeichnung Gewehr 254(r), aber bis 1945 wurden auch alte Modelle 1891 an den Volkssturm unter der Bezeichnung Gewehr 252(r) ausgegeben. Auch viele Einheiten am Atlantik-Wall waren mit dem Mosin-Nagant Modell 1891/30 ausgerüstet. Mit der Einführung des automatischen Kalaschnikow-Gewehrs in den Nachkriegsjahren wurden die alten Mosin-Nagant-Gewehre zügig aus den Händen der Soldaten der Roten Armee entfernt. Einige davon wurden auf dem freien Markt verkauft, aber die meisten scheinen eingelagert mehr …

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Die Ereignisse Mitte des Jahres 1940, wo die Briten viele ihrer Waffen bei der Evakuierung aus Dünkirchen verloren, führten zu einer Beschleunigung dieser Gedanken. Im August 1940 wurde die Entscheidung von der britischen Regierung getroffen, eine Kopie der deutschen MP28 in die Produktion zu nehmen und davon 50.000 Waffen zu bauen. Gleichzeitig wurden 110 Millionen Stück 9-mm-Patronen dafür in den USA bestellt, da die Herstellung dieses Kalibers in Großbritannien viel zu gering war. Die neue Maschinenpistole wurde als ‘Lanchester’ bezeichnet und Einsatzvorführungen wurden am 28. November 1940 durchgeführt. Anschließend wurden Vorbereitungen zur Produktion dieser Waffe getroffen. Allerdings änderte sich in den ersten Tagen des neuen Jahres 1941 die Lage. Eine einfachere Waffe, bezeichnet als ‘N.O.T.40/1’ wurde von Major R.V. Stepherd und Mr. H.J.Turpin vom Chief Superintendent of Design’s Department (Chef-Superintendenten der Entwicklungsabteilung) fabriziert. Die Waffe wurde bei der Royal Small Arms Factory in Enfield Lock bereits am 10. Januar 1941 vorgeführt. Daraufhin wurde am 21. Januar Anweisung erteilt, sofortige Versuche mit beiden Maschinenpistolen durchzuführen und zeitnah zu entscheiden, ob die ‘Lancaster’ wie geplant oder der neue Entwurf produziert werden soll. Das britische Beschaffungsamt teilte am nächsten Tag dazu mit, daß ‘die wichtigste Berücksichtigung im Moment ist, irgendeine Art von Maschinenkarabiner, welche bei allen drei Bereichen der Streitkräfte verwendet werden kann, so schnell als möglich in die Produktion zu bringen’. Die N.O.T.40/1 wurde anschließend getestet und ein Bericht darüber ging am 31. Januar 1941 heraus. Die verschiedenen Versuche wurden zufriedenstellend abgeschlossen und 5.400 Schuss ohne Unterbrechung oder eine Fehlfunktion abgefeuert. Der Bericht schloss zusammenfassend, dass ‘dieser Karabiner scheint grundsätzlich brauchbar zu sein und funktioniert zufriedenstellend und genau.’ Daraufhin wurden Vorbereitungen getroffen, diese neue Waffe in Produktion zu nehmen und die ersten Exemplare kamen im Juni 1941 aus den Fabriken. Sten Mk I Das Ergebnis all dieser Bemühungen wurde zur Sten Mark I MP. Der Name ‘STEN’ setzt sich aus den beiden Namen der Konstrukteure Shepperd und Turpin sowie dem Hersteller Enfield zusammen. Während die Waffe immer noch einfach war, so verfügte sie doch immer noch über eine gewisse Raffinesse. So gab es einen hölzernen Vorderschaft und einen Klappgriff für die vordere Hand, einen Rohrrahmen-Hauptschaft als Laufummantelung, einen Schutz für das Zielkorn und einen Kompensator zur Unterdrückung von Mündungsblitzen. Ein Sicherheitsschlitz an der Rückseite des Spannhebels ermöglichte eine rudimentäre Sicherung des Abzugshebels. Sobald die Produktion begann, wurde untersucht, ob ein Teil dieser Verfeinerung abgeschafft werden konnte, was sowohl die Produktion beschleunigte als auch die Waffe leichter machte. Der Unterdrücker für Mündungsblitze und der Vordergriff wurden weggelassen und das hölzerne Vorderende wurde durch eine Blechabdeckung über dem Abzugsmechanismus ersetzt. Die Konstruktion war sehr einfach und verwendete nur ein Minimum an Drehteilen. Die Herstellung fand vor allem mit Pressteilen und Schweißarbeiten statt. In ihrer äußeren Erscheinung wirkte sie beinahe so ‘zusammengehauen’, wie die russische PPS-MPi, da alles an ihr aus gepresstem, zum Teil gewelltem Metall bestand, auch die Schulterstütze. Doch sie besaß genau jene Vorzüge, die gefordert wurden: sie arbeitete gut und sie war billig, schnell und einfach zu produzieren. Ohne weitere Einwendungen ging die Sten MP in Produktion. Von Juni 1941 bis Juli 1942 wurde die Sten Mk I in einer Stückzahl von 100.000 Exemplaren gebaut. 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Der Sicherheitsschlitz wurde an der oberen Rückseite des Spanngriffschlitzes neu positioniert, da das Drehen des Griffs zum Verriegeln eine leichtere Bewegung war als das Herunterdrehen. In den Laufmantel konnte außerdem ein kurzes Tüllenbajonett eingeschoben werden. Über zwei Millionen dieser Muster wurden hergestellt und eine Zeit lang wurden sie mit einer Rate von mehr als 20.000 Stück pro Woche aus einer einzigen Fabrik hergestellt, dazu viel der Preis der Herstellung auf 2,87 Britische Pfund (ca. 30 Reichsmark) pro Waffe. Die Mark II wurde zum ersten Mal während der Dieppe-Landung im August 1942 eingesetzt. Obwohl der Überfall ein Fiasko war, gab es keine Beschwerden über den Teil, den die Sten-MP dabei spielte. Eine große Zahl der Sten Mk II wurde über den von Deutschland besetzten Teilen Europas für Partisanengruppen und Widerstandskämpfer aus Flugzeugen abgeworfen, wofür die einfache Zerlegbarkeit wichtig war. 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In der Mitte der 1930er Jahre stellte die Wehrmacht einen Bedarf für einen mittleren Kampfpanzer fest, welcher Feuerunterstützung auf kurze Entfernungen leisten und von feindlicher Infanterie bemannte Panzerabwehrkanonen in der Tiefe des Gefechtsfeldes bekämpfen sollte. Deshalb forderten die Spezifikationen einen Panzer in der 20-Tonnen-Klasse mit einer geeigneten, großkalibrigen Kanone. Die möglichst hohe Beweglichkeit und Fähigkeit, gegnerische Panzer zu bekämpfen, war im Gegensatz zu dem ‘anderen’ mittleren Panzer, dem PzKpfw III, nur zweitrangig. Im Jahr 1935 stellten Rheinmetall-Borsig, die Krupp AG und MAN alle Prototypen des neuen mittleren Panzers für Versuche her. Letztlich wurde der Entwurf von Krupp ausgewählt, wenn auch einige der besseren Eigenschaften des Prototyps von Rheinmetall-Borsig übernommen wurden. Im Oktober 1937 begann die begrenzte Produktion des PzKpfw IV Ausf.A. Dieser neue mittlere Panzer war 18,4 Tonnen schwer, mit einer Basis-Panzerung von 15 mm und einer kurzen 7,5-cm-KwK37 L/24 Kanone bewaffnet. Die Aufhängung war vom Blattfeder-Typ mit vier Paaren von Straßenrädern und vier Rücklaufrollen auf jeder Seite. Wichtiger war jedoch, dass der PzKpfw IV die gleiche Besatzung von fünf Mann wie der PzKpfw III hatte, von denen ebenfalls drei im Turm untergebracht waren. 35 PzKpfw IV Ausf.A wurden bis zum März 1938 gebaut und sahen Kampfeinsätze in Polen, Norwegen und Frankreich. Der PzKpfw IV Ausf.B ging im April 1938 in die Produktion. Verbesserungen beinhalteten einen größeren 300-PS-Motor, sechs verschiedene Geschwindigkeitsübertragung, eine verstärkte Frontalpanzerung von bis zu 30 mm und ein neuer Typ einer Turmkuppel. Etwas unüblich für die deutschen Panzer dieser Zeit war, dass auf das Maschinengewehr in der vorderen Wanne verzichtet wurde und der Panzer nur ein MG koaxial zur Kanone hatte. Es folgte schnell der PzKpfw IV Ausf.C mit nur geringen Verbesserungen, sodass bis August 1939 insgesamt 176 PzKpfw IV der Ausf.B und C hergestellt waren. Diese Zahl war ausreichend, um die 1. Panzer-Division und die 1. Leichte Division mit jeweils einer mittleren Kompanie aus PzKpfw IV in jedem Panzer-Bataillon vor dem Polenfeldzug auszustatten. Für die anderen Panzerverbände waren aber nur ein Zug mit vier bis sechs PzKpfw IV in jedem Panzer-Bataillon verfügbar. Der PzKpfw IV Ausf.D erschien zum ersten Mal im Oktober 1939. Dieser beinhaltete eine verstärkte Seitenpanzerung von 15 auf 20 mm, eine zusätzliche Kanonenblende mit 35 mm Panzerung, ein wieder eingeführtes Maschinengewehr in der vorderen Wanne, sodass der Fahrer etwas weiter vor dem Funker und MG-Schützen saß. Das Gewicht des PzKpfw IV Ausf.D betrug nun 20 Tonnen. Die Steigerung in der Produktion beim Panzerkampfwagen IV bedeutete, dass bis zum Westfeldzug im Mai 1940 alle 10 Panzer-Divisionen über eine mittlere Kompanie in jedem Panzer-Bataillon mit jeweils 6 bis 11 PzKpfw IV verfügten. Später gebaute Modelle der Ausf. D hatten zusätzliche 30-mm-Panzerplatten, welche auf die Frontpanzerung aufgeschraubt wurden, sowie zusätzliche 20-mm-Platten an den Seiten. Noch während sich die Ausf.D in Produktion befand, wurde der PzKpfw IV Ausf. E im September 1940 eingeführt. Dieser hatte einen neuen Entwurf der Kuppel, eine 50 mm starke Frontpanzerung in einem Stück und 30-mm-Panzerplatten zusätzlich auf den Überbau genietet, sowie auch die zusätzlichen 20-mm-Panzerplatten an der Seitenpanzerung. Dies ergab eine maximale Panzerung von 60 mm vorne und 40 mm an den Seiten bei den spät gebauten Panzern der Ausf.D und allen Ausf.E. 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