Vorbereitungen 1940



Vorbereitungen 1940

Vorbereitungen 1940

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  • Rekrut der US-Marines

    US-Rifle cal .30 Springfield M1903 Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell des amerikanischen Infanteriegewehrs. Springfield M1903, US-Rifle cal .30 Typ: Infanterie-Gewehr. Modell 1903 Springfield Das Springfield-Gewehr im 1. Weltkrieg Um die Jahrhundertwende war die US-Armee mit einem Gewehr bewaffnet, welches unter dem Namen Krag-Jorgensen 1892 eingeführt worden war. Es dauerte nicht lange, bis die Amerikaner erkannten, dass das Krag-Jorgensen bei der schnellen Waffenentwicklung in den späten Jahren des 19. Jahrhunderts viel zu wünschen übrig ließ, und dementsprechend beschlossen sie, ein besseres Gewehr einzuführen. Sie sahen sich nach neuen Möglichkeiten um und waren bald von dem Grundsystem des Mauser-Gewehrs so beeindruckt, dass sie eine Lizenz zur Herstellung von Gewehren auf der Grundlage des Mauser-Entwurfes für die USA aushandelten. Für 200.000 US-Dollar kaufte die US-Regierung eine Lizenz von der Firma Mauser. Das Mauser-System wurde modifiziert, um ein Gewehr mit einer neuen amerikanischen Patrone mit dem Namen Cartridge, Ball, Caliber .30 in M1903, herzustellen. Diese ursprüngliche Kugel, für die das Gewehr entwickelt wurde, war ein 14,26 Gramm schweres Exemplar, welches eine stumpfe Spitze hatte. Als die deutsche Armee jedoch 1905 ihren ‘Spitzer’ – oder die spitze Kugel – einführte, welche eine bessere Leistung versprach, folgte der Rest der Welt eilig nach. Die US-Army führte eine Spitzkugel mit 9,72 Gramm ein und die Zielvorrichtung der Gewehre wurden modifiziert, um deren geänderter Ballistik zu entsprechen. Das Gewehr wurde 1903 fertig und wurde 1904 zuerst im Springfield-Arsenal in Illinois hergestellt, wodurch es seinen allgemein akzeptierten Namen Springfield-Gewehr erhielt. Vom Aussehen her war es offensichtlich ein Mauser-Gewehr, aber der Länge nach war es etwas Neues. Das neue Gewehr wurde offiziell als Magazine Rifle, Caliber .30, Model of 1903 bezeichnet, dies wurde aber meist mit Modell 1903 oder nur M1903 abgekürzt. Es unterschied sich von den meisten seiner Zeitgenossen dadurch, dass es eine Zwischengröße zwischen einem Infanteriegewehr in voller Länge und einem Karabiner war, denn es sollte die Dienstwaffe für alle Waffengattungen von der Kavallerie bis zur Infanterie sein. Dieser Kompromiss aus den unterschiedlichen Längen führte zu einem äußerst attraktiven und gut ausbalancierten Gewehr, das in der Handhabung eine Freude war und noch immer ist. Der ursprüngliche Entwurf war ein Langgewehr mit einem 76,2-cm langen Lauf gewesen. Während der Arbeiten führte jedoch die ‘Short’ Lee-Enfield Gewehr ein, und die US-Army beschloss, diese Idee für ein einziges Gewehr für alle Waffengattungen zu übernehmen. Der Entwurf wurde geändert und die ersten Modelle wurden ab 1905 mit einem 61 cm langen Lauf hergestellt. Obwohl das Gewehr grundsätzlich vom Mauser-Typ war, gab es ein oder zwei Eigenschaften, welche das Springfield einzigartig machten. Der Schlagbolzen besteht aus zwei Teilen, der Hülsenauswurf erfolgt nicht durch eine Feder, und ein genialer Schlossanschlag ermöglicht es, den Bolzen zu entfernen und als Sperre zu wirken, sodass die Kugeln im Magazin festgehalten werden und das Gewehr als Einzellader verwendet werden kann. Der Repetierverschluss wurde als Abwärtsbewegung ausgeführt, mit einem gut platzierten Verschlussgriff, der bei Bedarf schnell zu betätigen war Die insgesamt gute Verarbeitung und Detailgestaltung machten die Waffe äußerst präzise, und die M1903 und ihre späteren Versionen werden immer noch als Scheibengewehre sehr geschätzt. Das ursprüngliche Modell 1903 war das Gewehr, das die US-Armee 1917 mit nach Frankreich nahm, aber es wurde in der Produktion bald von späteren Varianten ersetzt, darunter das M1903 Mark 1. Hierbei handelte sich dabei um ein Modell 1903, das an die unglückselige Pedersen-Vorrichtung angepasst war, eine Vorrichtung, die das Repetiergewehr in eine Art automatisches Sturmgewehr verwandeln sollte. Dazu wurde der Verschluss entfernt und durch einen neuen Empfänger ersetzt, der spezielle 7,62-mm-Pistolenmunition abfeuerte, die aus einem oben liegenden Magazin zugeführt wurde. Die Patronen wurden über den Lauf des Gewehrs abgefeuert. Obwohl diese Waffe ausgegeben wurde, erschien es zu spät für eine verbreitete Ausgabe an die Truppe und es sollte für die geplanten Offensiven im Jahr 1919 in Reserve gehalten werden. Nach dem Krieg wurde es ganz aus dem Verkehr gezogen und diese Mark-1-Gewehre wurden wieder auf das Standard-Modell 1903 umgerüstet. Unter Berücksichtigung aller Umstände kann es das Springfield Modell 1903 als eines der besten Infanteriegewehre seiner Zeit angesehen werden und die Waffe wird immer noch als Scheibengewehr oder Jagdgewehr verwendet und ist als Sammlerstück sehr begehrt. Im Zweiten Weltkrieg Nach 1918 wurde das Modell 1903 weiter in verschiedenen Formen modifiziert, hauptsächlich unter dem Gesichtspunkt, die Herstellung zu vereinfachen. Die Modifikationen betrafen aber auch den Visiertyp, die Schaftform, wo ab 1929 das Modell 1903 A1 mit Pistolengriff entstand, und andere Details. Das M1903A2 wurde als unterkalibrige Waffe zum Einschieben in die Läufe von Küstengeschützen gebaut und war eine kostengünstige Methode, die Ausbildung an diesen Geschützen durchzuführen. Wenn auch das M1 Garand das Standardgewehr der US-Armee im Zweiten Weltkrieg war, so blieben jedoch viele Tausende der älteren Zylinderschloss-Gewehre Springfield M1903 weiterhin in Gebrauch. In der ersten Hälfte des Krieges wurden sie auch weit verbreitet von den Fronttruppen verwendet, bevor ausreichende Mengen des M1 produziert werden konnten. Anschließend wurden sie jedoch immer noch von Wachsoldaten, Reserveverbänden, Garnisonen hinter der Front und für die Grundausbildung von Rekruten verwendet. Außerdem wurden viele an die national-chinesische Armee, die britische Home Guard oder an die Frei-französischen Streitkräfte und Résistance geliefert. Selbst noch bei der Invasion in der Normandie 1944 verwendeten viele der anlandenden US-Truppen die M1903 Springfield. Obwohl seit 1936 das Garand-Gewehr bei der US-Armee neue eingeführt wurde, wurde jedoch auch das M1903 Springfield-Gewehr während des 2. Weltkrieges noch als Standard-Waffe geführt. Nachdem 1940 einige an die britische Home Guard ausgegeben wurden, waren die mit dem Springfield-Gewehr ausgerüsteten Einheiten damit so zufrieden, dass das Gewehr auf britischen Wunsch hin wieder in Produktion genommen wurde. Als dann die USA im Dezember 1941 in den Krieg eintraten, stand das M1 Garand weder in ausreichenden Mengen zur Verfügung noch wurden genügend davon gebaut. So wurde das Springfield als M1903A3 wieder in die Massenproduktion aufgenommen. Diese Version war für die schnellere Herstellung vereinfacht worden, war aber immer noch eine gut gemachte Infanteriewaffe. Einige der Teile wurden nun gestanzt, aber der Hauptunterschied war das Zielkorn, was nach hinten versetzt wurde. Eine Reihe der Scharfschützen-Gewehre vom Modell 1903 A4 wurden sogar noch im Koreakrieg mehr …

  • Kriegstagebuch 1940

    Kriegstagebuch 1940 Das Jahr 1940 ist geprägt vom Westfeldzug, dem klassischen Blitzkrieg, und der Schlacht um England. Am Tag des Waffenstillstands vom 1. Weltkrieg am 11. November 1918, war Frankreich unbestreitbar die stärkste militärische Macht der Welt. Nach mehr als vier Jahren heroischen, siegreichem Kampf, hatte die Nation zusammen ihren Verbündeten den tödlichen Gegner, das kaiserliche Deutschland gedemütigt und entwaffnet. Kriegstagebuch für das Jahr 1940 Wie konnte es sein, dass ein wenig mehr als 20 Jahre später die französischen Streitkräften in nur sechs Wochen auf demütigende Weise besiegt wurden ? Noch dazu, durch ein deutsches ‘Anfänger’-Heer und Luftwaffe, welche nicht länger als fünf Jahre existierten ! Im Angesicht der abgelaufenen Ereignisse ist die Arroganz, die Sturheit und die Kurzsichtigkeit der französischen Generäle ganz unglaublich. So befahl zum Beispiel, nur wenige Tage bevor Guderians Panzerkorps durch die Wälder der Ardennen strömte, General Huntziger, Kommandant der französischen 2. Armee, die Beseitigung aller Panzerabwehrhindernisse von den Straßen in diesem Gebiet mit der Begründung, dass ihre Existenz im Widerspruch zu den erhaltenen Befehlen stand. Noch unglaublicher ist immer noch Marschall Petains verächtliche Vernachlässigung des Wertes von gepanzerten Fahrzeugen und Flugzeugen in einem neuen, großen europäischen Krieg. Kriegstagebücher für die einzelnen Monate des Jahres 1940: Westfeldzug 1940 Unvermeidlich hat die Senilität des französischen Generalstabs, zusammen mit einer schwachen Regierung – dem Erbe der fast ununterbrochenen Reihe von politischen Krisen in Frankreich vom Februar 1934 bis zum Vorabend des Hitler-Blitzkriegs – drastische Auswirkungen auf die Einstellung zur Wiederbewaffnung und die Moral und Leistung der Streitkräfte. Schon 1931 hatte die Weltwirtschaftskrise die Vollendung der legendären Maginot-Linie ernsthaft beeinträchtigt. Die Verlängerung der Linie zur Kanalküste wurde wegen der Kosten und der Zurückhaltung der Regierung gegenüber Belgien an der gemeinsamen Grenze abgelehnt. Der Einfluss von Petain unterdrückte die Schaffung einer französischen Panzer-Streitmacht, welche sich mit Hitlers Panzerdivisionen auseinandersetzen hätte können. Zwar wurden acht ‘mechanisierte Kavallerie-Divisionen’ zwischen 1934 und 1940 gebildet, aber das waren keine wirklichen gepanzerten Divisionen. Im Jahre 1937 wurde eine vollständige Panzer-Division Cuirasse de Reserve (DCR) genehmigt, aber die Division existierte nur auf Papier bis September 1939. Drei weitere Divisionen, einschließlich de Gaulles 4. DCR, wurden zu der Zeit eilig ausgebildet, als Hitler schließlich am 10. Mai 1940 losschlug. Die eindrucksvolle Stärke der Maginot-Linie, die tatsächlich fertiggestellt werden konnte, zusammen mit einer größeren Zahl besser gepanzerten und bewaffneten französischen Panzern, verführte dazu, die wahre Lage zu verkennen, bis es zu spät war. Jedoch wenn es um den Zustand der französischen Luftwaffe (Armee de l’Air) ging, war keine solche Selbsttäuschung möglich. Die französische Flugzeugindustrie war durch Verstaatlichungen in den Jahren 1936 und 1937 in das Chaos abgeglitten. Die Produktionszahlen erholten sich davon nicht bis zum Frühjahr 1940. Bei Kriegsausbruch fanden sich in Frankreich zu wenig moderne Jäger und eine veraltete Bomberstreitmacht, welche nur noch bei Nacht eingesetzt werden konnte. Zwar erholte sich die verstaatlichte französische Flugzeugindustrie spektakulär zwischen Januar und Juni 1940. Flugzeuge wurden schneller an die Armee de l’Air geliefert, als diese sie übernehmen, bewaffnen, mit Funkgeräten oder ausgebildeten Besatzungen versorgen konnte. Von der ‘französischen Spitfire’, Emile Dewoitines schlanker D.520, wurde im Juni eine je Stunde produziert. Sogar die Bomberproduktion stieg steil an, mit dem ironischen Ergebnis, dass die französische Luftwaffe am Ende des Westfeldzug 1940 über mehr Flugzeuge verfügte, als sie am Anfang hatte. Die Auswirkungen des Falles von Frankreich waren unberechenbar und hielten weit über das Ende des 2. Weltkrieges hinaus an. Kurzfristig schien es so, dass Adolf Hitlers einst lächerlicher Traum, dass das deutsche Volk Europa vom Atlantischen Ozean bis zum Ural beherrschen sollte, wahr geworden ist. In Hitlers Vorstellung galt auch für Großbritannien, dass es sicher nur eine Frage von Wochen sein musste, bevor die Briten ihre ‘Hoffnungslosigkeit’ ihrer militärischen Position einsahen und sich einverstanden erklärten, Deutschland freie Hand in Osteuropa als Gegenleistung für eine Vichy-ähnliche ‘Unabhängigkeit’ unter Beibehaltung des britischen Empire zu gewähren. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass Großbritannien sich dafür entschließen würde, den Kampf fortzusetzen, könnte Deutschland es durch eine Invasion bedrohen oder sogar durchführen oder alternativ eine lähmende Blockade mit U-Booten und Flugzeugen von den neu gewonnen Marine- und Luftstützpunkten entlang der gesamten europäischen Küstenlinie von Norwegen bis zum Golf von Biskaya durchführen. Diese doppelte Bedrohung für das Überleben Großbritanniens führte zu einer schrecklichen Fortsetzung des Krieges für die Franzosen nach dem Fall ihres Landes durch Hitler, als Churchill die Royal Navy 11 Tage nach dem Waffenstillstandsabkommen anwies, die mächtige französische Flotte vor der nordafrikanischen Küste auszuschalten, um zu verhindern, dass sie in deutsche Hände fiel. Als auf diese ‘Empörung’ im September 1940 ein britischer und frei-französischer Angriff auf die Marinebasis von Dakar in Französisch-Westafrika folgte, ordnete die Kollaboration-Regierung in Vichy Repressalien gegen Gibraltar und die britische Schifffahrt an und es kam fast zu einer tatsächlichen Kriegserklärung. Somit waren nur drei Monate nach dem Fall von Frankreich die ehemaligen, engen Verbündeten zu erbitterten Feinden geworden. Mittlerweile kämpfte im 10.000 km entfernten Indochina die vergessene französische Kolonialgarnison ein hoffnungsloses Rückzugsgefecht gegen die Japaner, welche eben mal schnell von der Katastrophe Frankreichs im Heimatland profitieren wollten. Langfristig bedeutete der Fall Frankreichs, dass der 2. Weltkrieg mit Sicherheit zu einer langwierigen Angelegenheit werden würde. Trotz der Anstrengungen von de Gaulles Freien Franzosen hing Frankreichs einzige wirkliche Hoffnung auf eine Befreiung von einer grundlegenden Veränderung der Lage Deutschlands ab, wie z.B. dem Eingreifen der USA oder der Sowjetunion. Die Beteiligung der beiden Großmächte gab den wachsenden Widerstandsbewegungen innerhalb des besetzten Frankreichs neuen Auftrieb. Der Kriegseintritt der USA gab die längerfristige Aussicht auf eine ‘Zweiten Front’ und damit die Hoffnung auf eine endgültige Befreiung Frankreichs. Luftschlacht um England Das zweite bedeutende Ereignis des Jahres 1940 war die Schlacht um England. Deutschland und Großbritannien blieben nach Juni 1940 im Krieg. Um die Briten zu besiegen, war es für die Deutschen notwendig, sich mit der Überquerung des Ärmelkanals zu befassen. Dieses Hindernis, welches Eindringlinge schon seit einem Jahrtausend von der Insel fernhielt, war auch der Hauptgrund, warum die Briten keine Dringlichkeit darin sahen, eine richtige Allianz mit Frankreich zu schmieden, bevor es zu spät war. Aber der Umstand, dass Großbritannien weiter im Krieg blieb, konnte zu mehr …

  • M3 in Panzerfabrik Detroit

    Die Amerikanische Rüstungsproduktion nach Waffengattung während des Zweiten Weltkriegs 1939 bis 1945. Rohstoffbedarf, Umstellung der Industrie von zivile auf militärische Güter und die Flugzeug-Industrie. Die entscheidende Schlacht des Zweiten Weltkrieges wurde eindeutig bei der Rüstungsproduktion geschlagen. Und keine andere Macht, welche an dem Konflikt beteiligt war, weder bei den Achsenächten oder Alliierten, konnte mit der US-Rüstungsproduktion auch nur im entferntesten Schritt halten. Aufstellung der jährlichen US-Rüstungsproduktion nach Waffengattungen und Rüstungsgütern (ohne Munition) sowie ein Vergleich des dafür notwendigen Rohstoffaufwand. US-Rüstungsproduktion nach Waffengattung Jährliche amerikanische Produktionszahlen der wichtigsten Waffengattungen und Rüstungsgüter (ohne Munition) während des Zweiten Weltkrieges von 1939 bis 1945. Rüstungsgüter: Rohstoffproduktion für diese Rüstungsproduktion: Rohstoffe (in Millionen Tonnen) und Jahr: Als Amerikas Industrie auf Rüstungsproduktion umgestellt wurde Amerikanische Bürger, die es bisher gewohnt waren, ein Automobil – praktisch als ihr heiliges Recht – so schnell und so weit zu fahren, wurden kurz nach dem Kriegseintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg im Januar 1942 abgebremst. Das ‘Büro zur Überwachung von Preisen’ (Office of Price Administration) veranlasste ein drakonische Rationierung von Fahrzeug-Reifen, als die japanische Armee kurz davor standen, die weltweit einzigen Rohstoffgebiete von Naturkautschuk zur Gummi-Herstellung in Niederländisch-Ostindien zu erobern. Der nächste Schlag gegen den amerikanischen Automobil-Besitzer erfolgte am 4. Januar 1942, als Bundes-Preis-Administrator Leon Henderson in Detroit anwies, Autos und Lastwagen für den zivilen Markt nicht mehr herzustellen, um Montagebänder für die militärische Rüstungsproduktion freizugeben. Der Beginn des Verbots war für den 1. Februar 1942 festgesetzt worden. Wenn auch derartige Maßnahmen erwartet worden waren, war es doch sehr kurzfristig. Mit bemerkenswerter Untertreibung berichtete ein Artikel der New York Times darüber: ‘Die fast vollständige Ausrottung von Detroits wichtigstem Industriezweig … wurde hier mit Resignation hingenommen, die in manchen Kreisen mit Groll unterwandert ist.’ R.J. Thomas, der Präsident der Vereinigten Automobil-Arbeiter-Gewerkschaft sagte dazu: ‘Die einzige wichtige Aufgabe der Nation ist die rasche Umstellung der Automobilindustrie auf die Rüstungsproduktion.’ In einer vorbereiteten Stellungnahme sagte Alvan Macauley, Vorsitzender der Packard Motor Car Company und Präsident der Automobilhersteller-Vereinigung: ‘Die Automobilindustrie befindet sich nun vollständig in diesem Krieg . . . Die Aufgabe besteht jetzt darin, die Kapazitäten für die vergrößerte Rüstungsproduktion freizugeben, welche die Regierung auf ihrem Weg zum Sieg benötigt. Die ersten Unternehmen, welche nun an ihren ersten Rüstungsaufträgen arbeiten – und manche davon mit Hochdruck -, sind bereit, alle ihre Erfahrungen, welche sie in der schwierigen Zeit der Vorbereitungen für die benötigten Maschinen und Organisation gesammelt haben, zur Verfügung zu stellen.’ Aber Alavn Macauley war unaufrichtig. Denn tatsächlich war 1941 für die Automobilhersteller ein Jahr mit vollen Auftragsbüchern und starker Nachfrage gewesen und so zögerten die Führungskräfte, ihre Fabrikationsanlagen oder zusätzliche Fabriken für die Rüstungsindustrie bereitzustellen. Wenn auch der Präsident der Automobil-Arbeiter-Gewerkschaft, R.J. Thomas, die Entscheidung von Bundes-Preis-Administrator Leon Henderson aus patriotischen Gründen akzeptierte, so kritisierte er doch ihre Verzögerung, welche durch die Hinhaltetaktik der Manager der Automobilindustrie verursacht war. Er sagte dazu, dass ‘wir diese Entscheidung ein Jahr früher erwartet hätten. So sind wir nicht weit gekommen und jetzt, wo die Industrie weiß, dass sie keine Autos mehr bauen darf, gibt sie natürlich ihre Produktionsanlagen frei, damit diese für die Herstellung von modernem Kriegsgerät verwendet werden können’. Was Thomas erzürnte, war der Umstand, dass anstatt eines über einen längeren Zeitraum, systematischen durchgeführten Umbau der Produktionsanlagen, welcher nur zu minimalen Einbußen geführt hätte, nun alles auf einmal und sofort passieren musste. Dadurch mussten alleine in Detroit 250.000 Arbeiter entlassen werden, während die Produktionseinrichtungen umgebaut wurden. In einem Artikel der New York Times heißt es: ‘Es wird Monate dauern, bis die gesamten Arbeitslosen bei der Produktion von Kriegsmaterial aufgenommen werden können.’ Dazu kam noch die Frage auf, wie Arbeiter zu bestehenden und neuen Produktionsstätten kommen würden. Fords Bomber-Produktionsstätte in Willow Run, Chryslers Panzerwerk und Hudsons Bomberfabrik befanden sich in Vorstädten von Detroit, welche nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden konnten. Ein gutes Beispiel für das Problem war Willow Run, 32 Kilometer von Detroit entfernt in Ypsilanti, Michigan. Es hatte 60.000 Angestellte, die private Transportmittel benötigten, um zur Arbeit zu kommen. Mit der Rationierung der Reifen, der bevorstehenden Rationierung des Treibstoffs und das Eingeständnis der Verwaltung, dass sie unzureichend ausgestattet ist, um neue öffentliche Verkehrsverbindungen einzurichten, mussten eine Art von Unterkünften vor Ort eingerichtet werden – und zwar schnell. Natürlich waren die Auswirkung von Hendersons Entscheidung über die Arbeiter bei der Autoindustrie selbst hinausgegangen. Einige Autohäuser schlossen einfach den Laden. Andere erweiterten ihren Reparaturbetrieb. Als qualifizierte Mechaniker dann knapp wurden, trugen sie selbst Overalls. Gebrauchtwagenhandel entpuppte sich als lukratives Geschäft, besonders mit dem blühenden Schwarzmarkt, der sich bald entwickelte. Rationierung stand auf der Tagesordnung und Männer und Frauen wurden in das Gewirr der Buchstaben-Kürzel der Coupons und der Lebensmittelkarten geschickt. Das organisierte Verbrechen, dass wieder goldene Zeiten erlebte wie nicht mehr seit dem Ende der Prohibition, warf Fälschungen von Bezugs-Coupons auf den Markt, insbesondere mit dem Buchstaben ‘C’ für die großzügigsten Rationen. Henderson erwies sich als umstrittener Verwalter und machte sich viele Feinde. So viele in der Tat, als das Democratic National Komitee eine Liste von fünf Gründen zusammenstellte, die zum Verlust der Demokraten bei der Wahl im Jahr 1942 beitrugen und Hendersons Name befand sich darauf. Im Jahr 1943 wurde Henderson ersetzt. 1941 zählte die zivile Automobil-Produktion noch rund 3,6 Millionen Fahrzeuge. 1942 sank diese Zahl auf weniger als 1,15 Millionen. Die zivilen Produktionszahlen der Nachkriegszeit erreichten bis 1949 nicht das Niveau von 1941. Amerikas Flugzeug-Industrie Amerikas Industrie führte im Zweiten Weltkrieg die größten militärische Rüstungsanstrengungen der Militärgeschichte durch. Amerikanische Flugzeugfirmen gingen zuvor davon aus, nur eine Handvoll von Militärflugzeugen gleichzeitig zu bauen, aber nun mussten sich Tausende davon auf den Montagebändern befinden. Die amerikanische Flugzeug-Industrie, vor dem Krieg auf dem hinteren 41. Platz unter den amerikanischen Industrien, gelangte auf die führende Position innerhalb von weniger als fünf Jahren. 1939 betrug die gesamte Flugzeugproduktion für das US-Militär noch weniger als 3.000 Flugzeuge. Bis zum Ende des Krieges wurden in den USA 300.000 Flugzeuge hergestellt. Kein Krieg war stärker von der Rüstungs-Industrie abhängig, als der Zweite Weltkrieg. Es war ein Krieg, der sowohl von Fertigungsmaschinen als auch von Maschinengewehren entschieden wurde. Im mehr …

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