Vorbereitungen 1940



Vorbereitungen 1940

Vorbereitungen 1940

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  • Griechische Soldaten 1940/41

    Stärke und Organisation der Streitkräfte von Griechenland 1940 bis 1941 im Krieg gegen Italien und Deutschland im Balkanfeldzug. Die griechischen Streitkräfte von 1940 bis 1941. Von 1938 bis zum deutschen Angriff 1941 war Griechenland eine konstitutionelle Monarchie unter König Georg II., aber die tatsächliche Macht lag in den Händen des faschistischen Diktators General Metaxas. Griechische Streitkräfte Die griechischen Streitkräfte litten – wie übrigens auch die der meisten der kleineren Nationen – an einem Mangel an modernen Waffen und Kraftfahrzeugen. Allerdings war die gebirgige Grenze zu Albanien ideal für jeden Abwehrkampf und die traditionelle Zähigkeit der Griechen war zu viel für die italienischen Angreifer. Die zu Beginn des italienischen Angriffs am 28. Oktober 1940 zahlenmäßig unterlegene griechische Armee war nicht nur in der Lage diesen aufzuhalten, sondern konnte die Invasoren sogar bis nach Albanien hineinzurückdrängen, wo sie mit englischer Materialhilfe und Unterstützung durch die RAF die Front bis April 1941 halten konnte. Am 6. April 1941 erfolgte jedoch der deutsche Angriff von Bulgarien und über Jugoslawien aus, und dieser Offensive von der besten Armee in Europa konnte die griechische Armee nicht mehr standhalten. Trotz erbitterten Widerstandes zwang die Wehrmacht die griechische Armee in Ost-Mazedonien zur Kapitulation und die Briten zum Rückzug. Am 20. April kapitulierte auch die griechische Epirus-Armee und am 22. April begannen die verbliebenen britischen Einheiten mit der Evakuierung von Griechenland. Der Oberbefehlshaber über dei griechischen Streitkräfte hatte General Papagos und die direkte Operationsführung der Armee wurde von einem Oberkommando und fünf Armeekorps ausgeübt. Kurz vor dem italienischen Angriff am 28. Oktober 1940 mobilisierten die Griechen ihre Streitkräfte. Das Feldheer war in zwei Heeresgruppen, sechs Hauptquartiere, sechs Infanterie- und 9 Gebirgsjäger-Divisionen, vier Gebirgsjäger-Brigaden und eine Kavallerie-Division gegliedert. Bei Kriegsbeginn zählte die griechische Armee 430.000 Mann, jedoch waren die Verluste schwer und rund 60.000 Mann waren nach den Winterkämpfen gefallen, verwundet oder vermisst. Griechische Armee Divisionen der griechischen Armee: Im März 1941 bestanden die griechischen Streitkräfte aus insgesamt 540.000 Mann, zu den jedoch auch 50.000 Rekruten mit nur einem Monat Ausbildungszeit zählten. Diese waren unter 4 Armee-Kommandos und drei General-Hauptquartiere verteilt und bestanden aus 3 Infanterie-Divisionen, 14 Gebirgs-Divisionen, 1 Infanterie-Brigade, 1 motorisierte Division und 1 Kavallerie-Division. Der deutsche Angriff kostete Griechenland 15.700 Mann Verluste auf dem Schlachtfeld und 220.000 Soldaten wurden gefangengenommen, jedoch kurz danach wieder freigelassen. Die Armee-Korps bestanden aus zwei bis vier Infanterie- oder Gebirgsjäger-Divisionen. Das I., II., III. und IV. Korps wurden jeweils zusätzlich von einem Artillerie-Regiment aus 7 Batterien (8 x 85 mm, 8 x 105 mm und 12 x 155 mm Geschütze) unterstützt, während das V. Korps über zusätzlich 4 x 85 mm, 4 x 105 mm und 4 fest eingebaute 152-mm-Kanonen verfügte. Jedes Korps hatte auch seine eigene Flak-Abteilung aus 88 mm, 37 mm und 20 mm-Geschützen. Eine Infanterie-Division bestand aus drei Infanterie-Regimentern, ein Regiment aus Divisions-Artillerie und Unterstützungseinheiten. Die Gebirgs-Divisionen waren von besonderer Bedeutung, da die griechische Armee einen großen Mangel an modernen Waffen hatte und sie es daher bevorzugte, in den Bergen zu kämpfen. Die Gebirgs-Divisionen waren auf der gleichen Grundlage wie die Infanterie-Divisionen organisiert, aber mit weniger Artillerie. Gebirgs- und Infanterie-Divisionen waren beide 12.000 Mann stark. Die 56 Infanterie-Regimenter bestanden jeweils aus dem Regiments-Stab, einem Aufklärungszug, Hauptquartier-Zug, Stabskompanie und zwei Bataillonen. Jedes Bataillon hatte einen Bataillonsstab, drei Schützen-Kompanien und einer Maschinengewehr-Kompanie. Die Bataillonsstärke waren 58 Offiziere und 1.100 Mannschaften. Die Hauptbewaffnung bestand aus dem Männlicher-Schönauer M1903/14 Gewehr und die Unterstützungswaffen waren 36 leichte Maschinengewehre Hotchikss 8mm, acht schwere Maschinengewehre St.Etienne M07, vier 81-mm-Granatwerfer und zwei 65-mm-Gebirgsgeschütze. Die Elite-Soldaten der griechischen Armee waren die Evzones. Ursprünglich während des Unabhängigkeitskrieges zu Beginn des 19. Jahrhundert als Leichte Infanterie aufgestellt, wurden diese Hochländer 1833 Teil der regulären Streitkräfte. Im Jahr 1940 dienten sie in den Leichten Infanterie-Regimentern und mit der Königlichen Garde. Die Divisions-Artillerie der Gebirgs-Divisionen berstand aus vier Batterien – wobei in der griechischen Armee eine Batterie aus 4 Geschützen bestand – mit 75-mm-Gebirgskanonen, sowie zwei Batterien aus 105-mm-Geschützen. Infanterie-Divisionen hatten neun Batterien aus 75-mm-Feldgeschützen. Jedes Armeekorps hatte seinen eigenen Bestand an schwerer Artillerie und es gab 12 Batterien an schwerer Artillerie zum Einsatz bei dem Feldheer. Da alle Artillerie-Geschütze entweder aus Frankreich, Deutschland oder der Tschechien stammten, war England nicht in der Lage, die Griechen mit Munition dafür zu versorgen. Die noch vorhandenen Lagerbestände in den USA waren bald erschöpft, sodass die Engländer damit begannen die griechische Armee mit italienischen Beutebeständen aus Nordafrika auszurüsten und zu versorgen. Neben den Armeetruppen gab es noch eine Reihe von Bataillonen und Kompanien für die Verteidigung der Inseln und als Grenztruppen, sowie eine Anzahl von beweglichen und stationären Maschinengewehr-Einheiten. Als die Engländer im März 1941 auf dem griechischen Festland selbst mit Kampftruppen an Land gingen, mussten sie bestürzt feststellen, dass es einige Divisionen nur auf dem Papier gab. So hatte eine Division aus kürzlich neu aufgestellten Truppen gerade mal eine Stärke von sechs Bataillonen und als Transportmittel stand nur das Auto des Kommandanten und fünf Lastkraftwagen zur Verfügung. Die ‘motorisierte Division’ bestand aus 2.000 gerade eingezogenen KfZ-Mechanikern. Sie hatte nur 24 leichte italienische und holländische Tanketten, einige italienischen Lastkraftwagen, einige wenige britische Bren Gun Carrier und dazu noch ein paar Motorräder und Personenkraftwagen. Es gab zwei Regimenter von Kavallerie, jedes mit vier Schwadronen aus mit Säbeln bewaffneten Kavalleristen, einer Maschinengewehr-Einheit mit 12 MGs und eine Schwadron mit vier 81-mm-Granatwerfern. Ein drittes Regiment, welche gerade motorisiert wurde, bestand aus vier Schwadronen ausgerüstet mit Panzerspähwagen, einer Maschinengewehr-Einheit, einer Schwadron mit 81-mm-Granatwerfern, einer berittenen Maschinengewehr-Einheit mit 12 MGs und einer Schwadron bewaffnet mit Säbeln. Diese drei Regimenter, zusammen mit einer Batterie von Gebirgsartillerie, einer Pionier-Schwadron und einer Nachrichten-Schwadron wurden zu einer unabhängigen Brigade zusammengestellt und spielten eine wichtige Rolle bei der Abwehr des italienischen Angriffs. Neben dieser größeren Formationen gab es noch berittene Truppen, welche als Aufklärungseinheiten der Armee-Korps und Infanterie-Divisionen eingesetzt wurden. Diese Aufklärungs-Bataillone bestanden aus zwei Schwadronen, einer Maschinengewehr-Kompanie oder Abteilung und bei den Korps-Einheiten noch einer Granatwerfer-Abteilung. Die griechische Armee leistete einen starken Widerstand gegen die Achsentruppen und griechische Partisanen blieben ein unangenehmer Gegner in der nachfolgenden Zeit. Griechische Luftwaffe Das griechische Luftfahrtministerium war zuständig für die Unterhaltung der Luftstreitkräfte der Armee und mehr …

  • MG42-Schütze der Waffen-SS

    Mythen über die Waffen-SS (Teil I). Unverhältnismäßig hohe Verluste, schlechteres Führungspersonal und bessere und mehr Ausrüstung und Waffen bei der Waffen-SS. Mythen der Waffen-SS Unverhältnismäßig hohe Verluste bei der Waffen-SS Es wird oft allgemein verbreitet und auch der bekannte Feldmarschall des Heeres, von Manstein, behauptet diese These in seinen Memoiren, dass die Einheiten der Waffen-SS im Kampf relativ höhere und überflüssige Verluste als Einheiten des Heeres erlitten. Allerdings gibt es keine statistischen Erhebungen, welche diese Behauptung unterstützen. Trotzdem werden hohe Opfer aufgrund des Fanatismus ihrer Angehörigen, der schlechten Führung ihrer Offiziere und der manchmal schlechten Ausbildung der Waffen-SS unterstellt. Dieses Thema ist jedoch sehr komplex und umfangreich, aber nach dem aktuellen Wissensstand ist diese Behauptung vor allem als Verallgemeinerung unrichtig. Die fechtenden Einheiten der Waffen-SS bestand in erster Linie nur aus Kampfverbänden und ihren Ausbildungs- und Kampfschulen. Dagegen verfügte das länger bestehende Herr über viel mehr höhere Stäbe, Unterstützungseinheiten wie Nachrichtendienste, Militärpolizei, Bautruppen und Pioniere, dazu Sanitäts-, Versorgungs-, Werkstatt-, Transport-Dienste und das weltweit größte militärische Bahnwesen. Deshalb stellte das Heer auch für die Waffen-SS diese Dienste zur Verfügung. Dazu gehörten größere Stäbe mit Verwaltungsaufgaben, aber auch die Ausbildungskommandos, welche auch bei der Waffen-SS zahlreicher waren, als die eigenen. Dadurch ergab es sich natürlich, dass es in der eigentlichen Waffen-SS ein größerer Anteil an tatsächlich kämpfenden Kampftruppen gab, als beim Heer, wo ein größerer Anteil an nicht-kämpfenden Diensten vorhanden war. Schon alleine deshalb kann man davon ausgehen, dass unter der Waffen-SS die Verluste proportional höher gewesen sein müssen, als im Heer. Dazu waren die SS-Verfügungstruppe (später SS-Division Reich), Leibstandarte-SS-Adolf Hitler und SS-Totenkopf-Division als Elite-Verbände gedacht. Derartige Formationen wurden deshalb oft für den Einsatz an entscheidenden Stellen der Front verwendet. Dies traf vor allem auf die ersten sechs Waffen-SS-Divisionen zu, sowie die später noch aufgestellten SS-Panzer- und Panzergrenadier-Divisionen. Deshalb waren sie normalerweise an den Frontabschnitten mit den heftigsten Kämpfen im Einsatz, sowohl defensiv als auch offensiv. Aber auch die anderen Waffen-SS-Formationen sahen unter den gleichen Umständen wie Heeres-Divisionen intensive Gefechte bei verschiedenen Gelegenheiten während der letzten zwei Kriegsjahre. In diesem Zeitraum waren die Verluste bei allen im Bodenkampf stehenden Waffengattungen der deutschen Streitkräfte erheblich. Die nackten, statistischen Zahlen des bundesdeutschen WASt, welches die Schicksale von Kriegsopfern archiviert, gaben 1972 an, dass ungefähr 950.000 Männer bis Kriegsende in der Waffen-SS dienten. Davon wurden 253.000 als im Gefecht gefallen oder vermisst registriert, was knapp 27 Prozent sind. Im deutschen Heer dagegen dienten 11 Millionen Mann, von denen 3.280.000 Mann als Tot oder vermisst gelten, was knapp 30 Prozent sind. Da es im Heer einen weitaus höheren Anteil von ‘nicht-kämpfenden’ Truppenteilen gab, würde dies sogar einen noch höheren Anteil an Toten unter den Kampftruppen als bei der Waffen-SS ergeben, wo es nur wenige Nicht-Kombattanten gab. Jedoch führen diese Zahlenangaben zu falschen Schlüssen. Denn um die Verluste zwischen Heer und Waffen-SS zu vergleichen, müssten auch die unterschiedlichen Umstände der einzelnen Divisionen im Kampf berücksichtigt werden. Dazu gehören ihre Aufgaben und Operationsziele, gegen welchen Gegner und unter welchen Umständen sie jeweils kämpften, das Gelände und die feindliche Kräfteüberlegenheit. Zum Beispiel ergab eine genauere Studie über die Leistungsfähigkeit an der Westfront im Jahr 1944, dass einige Divisionen der Luftwaffe und des Heeres eine bessere Kampfkraft und damit ein günstigeres Verlustverhältnis erzielten als SS-Formationen. Eine derartige Studie müsste aber für einen Großteil der Gefechte der meisten Divisionen der Wehrmacht erstellt werden, um beweiskräftig zu sein. Weiterhin ist zu bedenken, dass aufgrund politischer Einflussnahme, operativer Überlegungen oder anderer Faktoren, Einheiten der Waffen-SS nicht geopfert wurden, wie z.B. die 6. Armee in Stalingrad oder dieselbe Armee nochmals in Rumänien im Jahr 1944. Das Gleiche galt für die Kapitulation in Tunesien, wo es ebenfalls keine größeren Waffen-SS-Formationen gab. Auch auf Sizilien wurden keine Waffen-SS-Verbände eingesetzt, da hier ebenfalls ein großes Risiko des Verlustes der Einheiten bestand. An diesen und anderen gefährdeten Positionen, wie Küstenschutz, Garnisonen, oder in Stellungen unter schwerem Luft-, See- oder Artillerie-Beschuss, mussten die Einheiten des Heeres ‘ihren Kopf hinhalten’, wodurch hier überproportionale Verluste entstanden. Während des Zweiten Weltkrieges war die andauernde Kampfbelastung der Einheiten der Waffen-SS deutlich geringer als für die meisten Einheiten des Heeres. Nur wenige Einheiten der Waffen-SS sahen 1939 in Polen einen Einsatz oder Westeuropa im Jahr 1940 und keine davon war zumeist größer als ein Regiment. Es gab zu diesem Zeitpunkt nur drei Divisionen: SS-Verfügungs-Division, Totenkopf und SS-Polizei-Division. In der zweiten Jahreshälfte 1941 befanden sich ebenfalls nur sechs Waffen-SS-Divisionen an der Ostfront, während 136 Divisionen des Heeres im ständigen Kampf standen. 1942 waren es dann weiterhin nur sechs Divisionen der Waffen-SS sowie drei Brigaden, während über 200 Heeres-Divisionen an der Ostfront kämpften. Einige der neueren Waffen-SS-Divisionen wurden bis auf die letzten sechs Kriegsmonate praktisch während ihres ganzen Bestehens nur gegen Partisanen eingesetzt. Dies war zwar ein brutaler Kleinkrieg, aber in keinem Fall so verlustreich wie gegen die Rote Armee zu kämpfen. Beim Heer wurden später sogenannte Volksgrenadier-Divisionen aufgestellt oder aus zerschlagenen Verbänden wiederhergestellt. Einige dieser VG-Divisionen wurden mit demoralisierten Kader zerschlagener Divisionen gebildet und mit Person von Luftwaffe und Marine aufgefüllt, welche praktisch keine Erfahrung im Infanterie-Kampf hatten. Nach einer Verbandsübung von höchsten sechs Wochen wurden diese Divisionen in den Einsatz geschickt, wobei die mangelhafte Ausbildung und Ausrüstung durch Indoktrinierung ausgeglichen werden sollte. Seit Sommer 1944 wurden 76 dieser Volksgrenadier-Divisionen mit zweifelhaftem Kampfwert und hohen zu erwartenden Verlusten beim Heer aufgestellt, was alleine schon die doppelte Menge aller Waffen-SS-Divisionen war. Nach Aufführung all dieser Statistiken und Einwände in beide Richtungen ist die Vorstellung, dass die Waffen-SS unverhältnismäßig höhere Verluste erlitten hat, am besten noch eine unbewiesene und nicht nachvollziehbare Verallgemeinerung. Schlechteres Führungspersonal bei der Waffen-SS Wie zuvor bereits erwähnt, gilt als einer der Gründe für die angeblich übermäßigen Verluste der Waffen-SS, dass ihre Führung schlechter als die des Heers war. Hier wird behauptet, dass die Offiziere der Waffen-SS eher mehr nationalsozialistischen Eifer als militärisches Fachwissen mitbrachten. Dies wird allerdings nicht bei einem Blick auf das Führungspersonal der verschiedenen Waffen-SS-Divisionen untermauert. Viel mehr besaßen alle Divisionskommandeure militärische Erfahrungen aus dem 1. Weltkrieg und waren sogar zumeist schon im Offiziersrang. Allerdings diente nur eine Minderheit ununterbrochen mehr …

  • Reiter der 8.SS-Kavallerie-Division Florian Geyer

    Mythen über die Waffen-SS (Teil II). Verbrechen der Waffen-SS: Einsatzgruppen, Konzentrationslager-Wachmannschaften und Kriegsverbrechen. Mythen der Waffen-SS Hier zu Teil I: Waffen-SS Mythen. Einsatzgruppen und KZ-Wachmannschaften Entgegen der ursprünglichen Konzeption von Hausser und Steiner, hatte Reichsführer-SS Himmler der Waffen-SS zahlreiche andere Einheiten hinzugefügt, welche wenig mit dem eigentlichen Kampfauftrag der Truppe zu tun hatten. Dazu gehörten die Massenmorde der Einsatzgruppen und auch die KZ-Wachmannschaften, die sogenannten Totenkopf-Wachbataillone. Auch deren Soldaten trugen Waffen-SS-Soldbücher und auch die Einsatzgruppen hatten Mitglieder aus Soldaten der Waffen-SS, ebenso wie Angehörige der Militärpolizei des Heeres, SD-Männern (SS-Sicherheitsdienst) und freiwilligen Ausländern. Diese Henker und Wachen waren nicht für den Kampf ausgebildet oder dafür vorgesehen. Veteranen der Waffen-SS haben deshalb immer wieder darauf hingewiesen, dass sie bei diesen höchsten politischen Entscheidungen kein Mitspracherecht hatten, welche Männer in die Waffen-SS übernommen wurden und in vielen Fällen war ihnen überhaupt nicht bewusst, dass sie organisatorisch mit derartigen Gruppen verbunden waren. In den Köpfen der Überlebenden der SS-Verfügungstruppen waren sie und ihre germanischen Genossen die ‘wirkliche’ Waffen-SS und die anderen Elemente lediglich ein Umstand des Krieges. In ihren schriftlichen Erinnerungen heben die Veteranen jene Details hervor, welche für sie bedeutend waren. Das war vor allem, dass sie sich selbst als eine Elitetruppe ansahen, welche in vielen Schlachten tapfer gekämpft und zumeist ehrenhaft gedient hatte. Sie behaupteten, dass sie ‘genauso Soldaten wie die anderen’ aus dem Heer gewesen waren und zumindest die SS-Männer selbst sahen sich in diesem Anspruch als gerechtfertigt. Was diesen Anspruch erschwert, ist der Umstand, dass die Waffen-SS aus so vielen anderen Elementen bestand, wie anfangs beschrieben. Die Situation wird dadurch noch unübersichtlicher, dass es einen unterschiedlich starken Personalaustausch zwischen den Einsatzgruppen, den Totenkopf-Wachbataillonen und den Kampftruppen gab. Viele Menschen konzentrieren sich oft auf das Negative und heben die verschiedenen fragwürdigen Verbände hervor, welche mit der Waffen-SS in Verbindung gebracht werden und die unehrenhafte Handlungen während des Krieges begannen haben. Dies war jedoch nicht die Waffen-SS, welche Hausser und Steiner in den 1930er Jahren ursprünglich gründen wollten. Die Auseinandersetzungen mit der politischen Führung um ihre Vision resultierte in einer Vorverurteilung aller kämpfenden Mitglieder der Waffen-SS wie z.B. von der SS-Division Reich und Leibstandarte-SS-Adolf Hitler, ebenso wie alle gegen ihren freien Willen dazu eingezogenen deutschen Wehrpflichtigen im letzten Kriegsjahr und die freiwilligen, hoch motivierten Ausländer oder Volksdeutschen. Kriegsverbrechen Wenn die Probleme des Dienstes von Volksdeutschen in der Waffen-SS schon komplex und leicht missverständlich sind, so trifft dies auch auf die damit verbundenen Kriegsverbrechen und Gräueltaten dieser Einheiten zu. Bei beiden Themen wird viel spekuliert und vermutet, oft in Ermangelung solider Fakten. Die Kriegs- und Nachkriegspropaganda hat auch dieses Thema verwässert und spielte damit vielen Menschen in die Hände, welche die Waffen-SS als Verantwortliche für fast alle Kriegsverbrechen ansehen wollten und damit die Angehörigen der Wehrmacht davon freizusprechen. Es herrscht der weit verbreitete Glaube vor, dass die Männer Waffen-SS politisch indoktrinierte Soldaten auf die ein oder andere Weise waren. Die genaue Auslegung variierte in Abhängigkeit der Perspektive des jeweiligen Beobachters. Aus diesem Grund wurde also angenommen, dass der größte Teil der deutschen Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg von der Waffen-SS durchgeführt wurden. Zeitzeugen und ihre schriftlichen Aufzeichnungen unterstützen jedoch die Behauptungen vieler Veteranen der Waffen-SS, dass die politische Indoktrination maximal einen kleinen Anteil an der Ausbildung hatte. Denn die politische, ethnische und historische Indoktrination erfolgte im Dritten Reich schon in den nationalsozialistischen Jugendgruppen, wie der ‘Deutschen Jugend’ oder ‘Hitlerjugend’. Die Mitgliedschaft in der Hitlerjugend oder ihren verschiedenen Unterabteilungen wurde bereits 1936 zur Pflicht und die nationalsozialistische Indoktrination wurde vom Staat und mit der Gestaltung des Lehrplans an Schulen und Universitäten untermauert. Mithilfe dieses Systems konnte eine Generation Jugendlicher bis einschließlich der Geburtsjahrgänge 1928 beeinflusst werden, welche während des Zweiten Weltkrieges zum Militärdienst einberufen wurden. Die auf diese Weise beeinflusste Jugend diente vor allem in der Wehrmacht, was im Laufe des Krieges zunehmend das deutsche Heer insbesondere betraf. Während des gesamten Dritten Reiches bestand das deutsche Heer überwiegend aus deutschen Männern, wobei Volksdeutsche und Ausländer nur einen kleinen Anteil ausmachten. Dagegen bestand die Waffen-SS immer zwischen 33 und 50 Prozent aus Volksdeutschen oder Ausländern. Diese jungen Männer waren nicht in der Atmosphäre der nationalsozialistischen Indoktrination aufgewachsen und auch nicht mit den rassischen oder anderen toxischen Ideen des Nationalsozialismus in Berührung gekommen. Wenn auch einige von ihnen durch faschistischen oder anderen chauvinistischen Tendenzen beeinflusst worden waren, so waren doch nur wenige einer Indoktrination ausgesetzt, geschweige denn, was sie sich zu dieser Zeit in der Propaganda-Erziehung bei den Nazi-Organisationen in Deutschland abspielte. Damit besaß die Waffen-SS als Organisation einen geringeren Anteil von jungen Männern als die Wehrmacht oder insbesondere das Heer, die unter den Lehren des Nationalsozialismus aufgewachsen waren. In die entgegengesetzte Richtung wirkt sich jedoch aus, dass die Mehrzahl der deutschen Staatsangehörigen, welche bei der Waffen-SS dienten, sich freiwillig dafür gemeldet hatten. Es ist daher anzunehmen, dass diese Freiwillige eher eine größere Überzeugung den nationalsozialistischen Lehren entgegenbrachten. Allerdings gab es auch einen hohen Prozentsatz an jungen Freiwilligen für das deutsche Heer, die Marine oder Luftwaffe. Somit ist es kaum zutreffend, die Waffen-SS als einen Verein aus mehrheitlich Nazi-Fanatiker zu charakterisieren. Wahrscheinlich waren ihre Angehörigen im Durchschnitt weniger oder keinesfalls mehr Indoktriniert als die Angehörigen beim Heer. Um den schlechten Ruf der Waffen-SS zu erklären, ist es sinnvoll die Auswirkungen des politischen Opportunismus und die Art der Kriegsführung gegen Partisanen zu untersuchen. Insbesondere die Elite-Panzerdivisionen der SS waren eine geschlossene Gruppe und ein nicht zu übersehendes Ziel für angebliche Kriegsverbrechen schon während des Krieges, da sie für viele Verluste und auch Niederlagen der Sowjets und westlichen Alliierten verantwortlich waren und man auch offensichtlich auf Rache aus war. Manchmal wurden sie auch von deutschen Heerführern beschuldigt, vor allem, wenn die mit ihnen geplanten Operationen nicht das gewünschte Ergebnis brachten. Nach Kriegsende wurden diese Verbände und auch andere der Waffen-SS für die Mehrzahl der Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht, während nur wenige Vorwürfe gegen Einheiten des Heeres erfolgten, selbst wo sie gerechtfertigt gewesen sein mögen. Interessanterweise wurden für jede der ersten acht SS-Divisionen eigene Straftaten gefunden, sowie für die Schwesterdivisionen von drei dieser Verbände. Diese Vorfälle sind manchmal wenig mehr …

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