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05-1917, Mai 1917


Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für Mai 1917.

Französischer Inafnterie-Angriff
Französischer Infanterie-Angriff während der Nivelle-Offensive.

Zwei Millionen russische Deserteure – Dritte Schlacht an der Scarpe – Schlacht von Bullecourt – Erster Nachtangriff durch ein Flugzeug auf London – Massenversammlung von 30.000 Menschen in Saloniki fordert die Absetzung des griechischen Königs – Falkenhayn trifft in Konstantinopel ein, um die Rückeroberung Bagdads zu besprechen – Schlacht von Doiran setzt sich fort – Nivelle-Offensive endet – Alliierter Angriff in der Crna-Schleife und im Moglena-Gebirge in Serbien – Pershing zum Oberbefehlshaber der amerikanischen Expeditionsstreitkräfte (AEF) bestimmt – Test des ersten alliierten allgemeinen Handelsschiffs-Konvoi – Zehnte Schlacht am Isonzo – Petrograder Sowjet appelliert in einer Proklamation an das Ende der Verbrüderungen mit dem Feind – erster deutscher Panzer – Nivelle abgelöst und durch Petain ersetzt – Foch zum französischen Generalstabschef ernannt – Gefecht in der Otranto-Strasse – Trotzki trifft in Petrograd ein – Kerenski wird Kriegsminister – Ende der Schlacht von Arras – mehrere Meutereien am Tag in der französischen Armee – Russische Regierung lehnt einen Separatfrieden ab – der Kaiser befiehlt schließlich der deutschen Marine, US-Kriegsschiffe in den Blockade-Zonen als feindlich zu betrachten – Italienische Offensive auf dem Karso – erster heimwärts laufender britischer Transatlantik-Konvoi – erste U-Kreuzer-Patrouille – Gotha-Bomber-Einsätze auf Großbritannien beginnen – Kerenski befiehlt russische Offensive – erste US-Truppen kommen in Frankreich an – Auflösungserscheinungen am Bahnhof Fare-en-Tardenois durch französische Meuterer.

Mai 1917

Seiteninhalt:


zurück Zurück zu April 1917.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 1. Mai 1917:

U-81
‚U 81‘ war ein Hochsee-U-Boot mit einem 10,5-cm-Deckgeschütz.

Seekrieg
Ostatlantik: Das britische U-Boot E54 versenkt U 81 vor West-Irland.
Mittelmeer: ​​Im Mai befinden sich 28 U-Boote in der Pola-Cattaro-Flottille. Die Alliierten haben 858 Patrouillenschiffe (davon 89 Zerstörer), von denen 387 zum Schutz der Schifffahrt zur Verfügung stehen. Aber nur 201 davon können die ca. 3.000 Schiffe pro Tag auf See zu jeder Zeit schützen. Im Mai bestellt die britische Admiralität 1.108 neue Anti-U-Boot-Schiffe, darunter 97 Zerstörer und 60 U-Boote. Durchschnittlich sind 47 U-Boote der Mittelmächte pro Tag auf See.
Nordsee: Ein deutsches Wasserflugzeug versenkt das britische Handelsschiff Gena vor Suffolk, aber letzteres kann noch das eskortierende Wasserflugzeug abschießen.
Ärmelkanal: Im Mai werden 4 Drifter (umgebaute Fischtrawler) der Dover-Sperre durch deren Minen beschädigt. Im Mai werden 13 deutsche Minenräumer durch Minen versenkt (nur 12 gingen von November 1916 bis April 1917 verloren).

Geheimkrieg
Mittelmeer: ​​Im Mai bringt das deutsche Transport-U-Boot UC 20 sieben Deutsche nach Nordafrika, um eine Funkstation (bis August) in Misurata (Tripolitanien) bei den Senussi-Rebellen einzurichten.

Westfront
Frankreich: Anfang Mai beharrt Nivelle darauf, dass die Bestellung von 1.000 leichten Renault FT-17 Panzern oberste Priorität hat.
Deutschland: Im Mai geben die Deutschen jeder Infanterie-Kompanie 2 Bergmann-Maschinenpistolen (weitere 2 im September).
Champagne: Französische Truppen wehren zwei Gegenangriffe südlich von Moronvilliers und weitere Überfälle am 2. Mai ab.
Artois: Seit dem 9. April ist das BEF 3-8 km auf einem 33 km breiten Frontabschnitt vorgestoßen, hat 6.466.239 Granaten verfeuert und gegen 32 deutsche Divisionen gekämpft (von denen 16 als Reserven zur Auffrischung herausgezogen werden mußten), 18.128 deutsche Kriegsgefangene eingebracht sowie 230 Kanonen, 227 Mörser und 470 MGs erbeutet für 83.970 Mann britische Verluste.

Luftkrieg
Westfront: Von Mai bis Juli zerstört der ‚B‘ oder Black Flight der 10. Squadron des Royal Navy Air Service 87 deutsche Flugzeuge. Das Royal Flying Corps fliegt 39.500 Einsatzstunden im Mai (Rekord bis März 1918).
Nordsee: Im Mai haben die Deutschen 47 Wasserflugzeuge in Zeebrügge und Ostende, welche 6 französische Flugboote abschießen. Der Royal Navy Air Service schickt 9 Wasserflugzeuge zur Verstärkung,
Mazedonien: Anfang Mai wird nach unwirksamen und zunehmend kostspieligeren Bomberoperationen das KG 1 aus Hudova zurückgezogen und per Bahn zur Westfront gebracht. Das Royal Flying Corps entdeckt dies verspätet erst am 10. Mai.
Frankreich – Das ‚Ribot-Telegramm‘: Der französische Ministerpräsident bittet die USA, im Jahr 1918 4.500 Kampfflugzeuge an die Westfront zu schicken. Mit den Trainern, die bis zum 30. Juni 1918 dafür benötigt werden, beträgt die Gesamtsumme 22.625 Flugzeuge.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 2. Mai 1917:

abgeschossdener Fesselballon
Aus einem abgeschossenen Fesselballon rettet sich der Beobachter per Fallschirm.

luftkrieg
Westfront: Hinter Sperrfeuer des BEF stoßen Nieuport-Jäger immer wieder vor und zerstören 4 deutsche Beobachtungsballons (7 weitere werden auf ähnliche Weise am 7. Mai für den Verlust von 2 Nieuport-Jägern zerstört). 40 Flugzeuge sind in einen Luftkampf östlich von Arras verwickelt, bei dem Hauptmann Ball der einzige Abschuss gelingt.

Ostfront
Russland: Generalstabschef Alexejew und die Frontkommandanten melden der Provisorischen Regierung und dem Petrograder Sowjet, dass sich ‚die Armee ist am Rande des Zusammenbruches befindet‘. 2 MILLIONEN DESERTEURE IM MÄRZ UND APRIL.

Seekrieg
Großbritannien: ‚Dann rief ich Carson bei der Admiralität an … welcher noch immer vollständig deprimiert wegen des U-Boot-Kriegs ist‘ notiert C.P.Scott, der Redakteur des Manchester Guardian.
Österreich-Ungarn: Beim Frühstück versichert der deutsche Admiral Holtzendorff dem Kaiser Karl, dass im April die U-Boote 1 Million Tonnen versenken werden. Kaiserin Zita drängt auf den U-Boot-Krieg.
Ärmelkanal: Der britische Zerstörer Derwent sinkt auf einer Mine (52 Tote).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 3. Mai 1917:

Mark IV Tank
Der neue britische Mark IV Tank ist seit März 1917 im Einsatz und seine auf 12 mm verstärkte Panzerung kann von panzerbrechenden Geschossen aus den deutschen Infanteriewaffen nicht mehr durchschlagen werden.

Westfront
Artois – Dritte Schlacht an der Scarpe (bis zum 4. Mai): Britischer Angriff auf einem 26 km breiten Frontabschnitt östlich von Arras mit 14 Divisionen, 2.685 Geschütze (gegen 1.429 deutsche Geschütze) und 16 Panzer vor der Morgendämmerung um 03:45 Uhr mit geringen Geländegewinnen der britischen Dritten Armee, obwohl die kanadischen Truppen Fresnoy unter 1.259 Mann Verlusten erstürmen und 500 Kriegsgefangene einbringen können.
Artois – Schlacht von Bullecourt (bis zum 17. Mai): 6 britische und australische Divisionen mit 12 Panzern der Fünften Armee brechen in das stark befestigtes Dorf 38 km westlich von Cambrai ein und durchstoßen den Übergang zur Hindenburg-Linie bei Queant.
Aisne: Die Kolonialdivision und 2 französische Infanterie-Regimenter der 21. Division sind bis zum 4. Mai von Meutereien betroffen.

Politik
Frankreich: Englisch-französische Kriegskonferenz in Paris bis zum 5. Mai.
USA: US-Darlehen an Italien über 100 Millionen US-Dollar, sowie an Frankreich am 8. Mai und Russland am 16. Mai.

Neutrale
Brasilien: Außenminister Müller tritt zurück, da sein deutscher Name seine Neutralitätspolitik behindert.

Heimatfronten
Russland: Erste Demonstration gegen die provisorische Regierung. Außenminister Miljukow verteidigt deren Politik gegenüber den Petrograder Massen. Die Provisorische Regierung gewinnt nur die Vertrauensabstimmung des Petrograder Sowjet am 4. Mai.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 4. Mai 1917:

Französischer Infanterie-Angriff
Französischer Infanterie-Angriff während der Nivelle-Offensive.

Westfront
Deutschland: Alle 52 deutschen Reserve-Divisionen vom 1. April wurden eingesetzt. Die Alliierten haben noch 30 frische Divisionen.
Aisne: Das französisch XVIII. Korps nimmt Craine und Gräben an einem 5 km langen Frontabschnitt nordwestlich von Reims.
Frankreich: Interalliierte Konferenz in Paris bis zum 5. Mai. Haig und die französischen Kommandeure sind einstimmig damit einverstanden, weiterhin mit Offensiven mit begrenzten Zielen fortzufahren, um zu verhindern, dass sich die Deutschen von ihren Verlusten von der Zweiten Aisne- und Arras-Schlachten erholen und in Russland und Italien losschlagen. Allerdings wird das BEF die Hauptlast bei den Angriffen tragen müssen.

Seekrieg
Atlantik: 6 US-Zerstörer (Commander Taussig) kommen in Queenstown (Südirland) an.
Westliches Mittelmeer: U 63 versenkt den nach Ägypten laufenden britischen Truppentransport Transylvania (413 Tote) im Golf von Genua, aber die restlichen ca. 3.000 Mann Truppen können durch den eskortierenden japanischen Zerstörer Matsu gerettet werden.

Luftkrieg
Palästina: 5 deutsche Flugzeug bombardieren das Hauptquartier des EEF bei Deir-el-Balah (30 Opfer). Das Royal Flying Corps bombardiert Beerscheba am 10. Mai.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 5. Mai 1917:

Saint-Chamond-Panzer
Französische Saint-Chamond-Panzer im Einsatz.

Westfront
Aisne: Mit der Unterstützung von 48 Saint-Chamond-Panzer (Kampfdebüt, 6 verloren) nehmen die Franzosen die Kämme der Craonne-Höhe, einschließlich des Chemin des Dames und der Laffaux-Mühle zusammen mit 6.000 Kriegsgefangenen. De Lattres 3. Bataillon der 93. Infanterie hat 300 Verluste, kann aber 500 Kriegsgefangene einbringen und die unterirdischen Werke von Cerny erobern. Die französischen Truppen wehren Gegenangriffe am 6. Mai ab.

Südfronten
Italienische Front: Die Italiener vereiteln österreich-ungarische Angriffe auf dem Kars.
Mazedonien: Die alliierte Artillerie-Vorbereitung beginnt, die französisch 122. und die griechische Seres-Division nehmen bulgarische Schützengräben im Vardar-Abschnitt in der Nähe von Gevgeli an der bulgarischen Grenze. Am 7. Mai schlagen sie einen Gegenangriff ab.
Auf der Pariser Konferenz kündigen die Briten an, eine Infanterie-Division und zwei Kavallerie-Brigaden aus Saloniki abzuziehen. Admiral Jellicoe erklärt dazu, dass die Truppen dort nicht ausreichend versorgt werden können, wenn sie nicht reduziert werden.

Politik
USA: Der britische Außenminister Balfour ist der erste Nicht-Amerikaner, welcher vor dem Kongress spricht.
Liberia: Die Regierung beendet die Beziehungen zu Deutschland.
Russland: Außenminister Miljukow teilt dem Petrograder Sowjet mit, dass ‚Russland niemals einem Separatfrieden zustimmen wird‘. Das Gleiche sagt der Präsident der Duma am 10. Mai.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 6. Mai 1917:

Poilus
Französisches Gemälde von 1917: ‚Poilus‘.

Westfront
Aisne: Die französische Reserve-Armee-Gruppe aufgelöst, Micheler übernimmt die Fünfte Armee von Mazel.
Artois: Britische Truppen wehren einen Gegenangriff in der Nähe vom Fluss Souchez ab.

Luftkrieg
Großbritannien – Erster Nachtangriff durch ein Flugzeug auf London: Die Besatzung Klimke und Leon in einer Albatros CVII wirft auf eigene Initiative in der Nacht vom 6./7. Mai 5 x 10-kg-Bomben zwischen Holloway und Hackney ab, wobei es 3 Opfer gibt.

Politik
Österreich-Ungarn: Der gemeinsame Ministerrat stimmt zu, die Mitteleuropa-Gespräche mit Deutschland zu eröffnen (Berlin hält Schuldscheine über 6 Milliarden Reichsmark). Kaiser Karl sagt am 14. Mai dazu, dass er ‚damit überhaupt nicht einverstanden ist‘.
Russland: In Kiew erkennt der tschechische Kongress Massaryk und den Tschechischen Nationalrat an.

Neutrale
Griechenland: Eine Massenversammlung von 30.000 Menschen in Saloniki fordert die Absetzung des Königs. Am 10. Mai wird eine Verschwörung in Saloniki zur Ermordung Venizelos aufgedeckt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 7. Mai 1917:

Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin
Wladimir Iljitsch Uljanow, genannt Lenin, nach seiner Rückkehr nach Russland.

Heimatfronten
Russland: Erste vor-revolutionärer bolschewistische Partei-Konferenz (bis zum 12. Mai) mit 80.000 Mitgliedern. Lenin wird in das Zentralkomitee gewählt.

Luftkrieg
Westfront: Hauptmann Albert Ball vom Royal Flying Corps (44 Luftsiege, die letzten zwei am 5. Mai) stürzt in einer auf dem Rücken fliegenden SE5 aus einer niedrigen Wolke hinter den deutschen Linien ab und kommt im Alter von 20 Jahren ums Leben. Als Ursache wird ein Schwindelanfall vermutet. Nur 5 von 11 der zur Aufklärung eingesetzten Maschinen der 60. Squadron, zu denen auch Ball gehört, kehren von der abendlichen Patrouille zurück. Er erhält posthum das Victoria-Kreuz.

Naher Osten
Osmanisches Reich: Falkenhayn trifft in Konstantinopel ein, um die Rückeroberung Bagdads zu besprechen (er reist wieder am 13. Mai ab).
Palästina: Das britische Kamelkorps sprengt Brunnen südlich von Beerscheba hoch (bis zum 14. Mai).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 8. Mai 1917:

Luftaufnahme von den Kämpfen an der deutsch-französischen Front
Luftaufnahme von den Kämpfen an der deutsch-französischen Front während der Nivelle-Offensive, Frankreichs einzigem Großangriff an der Westfront im Jahr 1917.

Westfront
Artois: Die durch 176 Geschütze unterstützte 5. Bayerische Division nimmt Fresnoy im zweiten Versuch (bis 9. Mai).
Aisne: Französische Truppen erstürmen Gräben bei Chevreux (nordöstlich von Craonne) trotz Gegenangriffen.

Südfronten
Saloniki – Schlacht von Doiran setzt sich fort (bis zum 9. Mai): Der britische Nachtangriff um 22:00 Uhr findet zwischen dem See und Petit Couronne wieder unter dem Licht bulgarischer Scheinwerfern statt, gewinnt aber fast 500 Meter auf einem über 3 km breiten Frontabschnitt nach Westen. Britische Verluste 1.861 Mann und die bulgarischen Kanonen feuern 28.874 Schuss ab.

Seekrieg
Nordsee: Der britische Zerstörer HMS Milne rammt und versenkt das deutsche U-Boot UC 26 in der Mündung der Themse.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 9. Mai 1917:

Handgranatenwurf aus Graben
Deutsche Soldaten werfen Handgranaten aus dem Graben.

Westfront
Aisne – NIVELLE-OFFENSIVE ENDET: Deutsche Gegenangriffe scheitern bei Chemin des Dames, Craonne und Goroeny.

Südfronten
Serbien – Alliierter Angriff in der Crna-Schleife und im Moglena-Gebirge (die serbische Zweite Armee nimmt die Höhe 1824 ein): In erster erobert die russische 2. Brigade das Dorf Orle 1,5 km weit in den bulgarischen Linien, wird aber mit 50% Verlusten zum Rückzug gezwungen. Die französische 18. Kolonial-Division erobert die Mamelon, nur um von einem deutschen Angriff zurückgetrieben zu werden. Die französischen Verluste belaufen sich auf 1.579 Mann. Die Italiener erreichen die erste Linie, ziehen sich aber in der Nacht zurück.

Seekrieg
Nordsee: U 19 versenkt ein Schiff aus einem britischen Konvoi auf der Route nach Skandinavien östlich von den Shetlands.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 10. Mai 1917:

General Pershing und Admiral Sims
Die US-Kommandeure der Armee und der Marine: General Pershing (links) und Admiral Sims (rechts).

Westfront
USA: PERSHING ZUM OBERBEFEHLSHABER DER AMERIKANISCHEN EXPEDITIONSSTREITKRÄFTE (AEF) BESTIMMT.
Frankreich: Das Ribot-Kabinett beschließt, Petain zum Oberbefehlshaber zu machen, aber Nivelle weigert sich, am 11. Mai zurückzutreten.
Somme: Britischer Fortschritt am Südufer des Flusses Scarpe.

Seekrieg
Atlantik: Test des ersten alliierten allgemeinen Handelsschiffs-Konvoi, welcher mit 16 Schiffen in 3 Kolonnen mit 6,5 Knoten unter der Deckung von 5 Eskortschiffen aus Gibraltar ausläuft. Der Konvoi erreicht unversehrt Plymouth am 20. Mai, nachdem ihn noch 8 Zerstörer 200 Seemeilen vor dem Ärmelkanal am 18. Mai treffen.
Nordsee: Der deutsche Schlachtkreuzer Hindenburg (Stapellauf am 1. August 1915) tritt der Hochseeflotte bei.

Heimatfronten
Großbritannien: Geheime Sitzung des House of Commons über die U-Boot-Bedrohung bis zum 11. Mai. Inoffizielle Streiks umfassen 160.000 Ingenieure (einschließlich die Londoner Busfahrer am 13. Mai) gegen die Ausdünnung der privaten Beschäftigung (bis zum 24. Mai). 8 Streikführer werden verhaftet, aber am 23. Mai entlassen, nachdem sich der Munitionsminister mit den Gewerkschaftsführern am 19. Mai getroffen hat.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 11. Mai 1917:

Verhaftung Deutsche in USA
Einige in den USA lebende deutsche Staatsbürger werden von der New Yorker Polizei festgenommen.

Heimatfronten
USA: Nur 125 Ausländer aus feindlichen Staaten verhaftet seit dem 6. April.
Frankreich: 10.000 Pariser Bekleidungsarbeiter streiken bis zum 23. Mai gegen die steigenden Lebenshaltungskosten.
Großbritannien: Appell an Männer von 41 bis 50 Jahren, sich freiwillig zu melden und auch mit Kohle ökonomisch umzugehen.

Westfront
Artois: Die kanadische 44. Brigade gewinnt fast 300 Meter von Gräben westlich von Avion und hält sie gegen wiederholte Gegenangriffe der deutschen 80. Reserve-Division. Ein britischer Angriff entlang des Flusses Scarpe nimmt Roeux ein und die Kavallerie die Farm und die chemische Fabrik. Die Gegenangriffe einer deutschen Division bis zum 14. Mai scheitern.

Ostfront
Westrussland: Deutsche Offiziere besuchen General Dragomirovs Hauptquartier der russischen Nordfront auf Wunsch seiner Soldaten, aber mit geringen Ergebnissen. Prinz Leopolds anschließender Brief an die Russen schlägt einen Waffenstillstand vor, welcher am 29. Mai in deutschen Flugblättern verbreitet wird.

Seekrieg
Schwarzes Meer: Das erfolgreiche russisches U-Boot Morzh läuft zu seiner letzten Patrouille aus, bei der es auf eine Mine läuft oder durch Luftangriff vor dem Bosporus verloren geht.
Ostsee: Das Zentralkomitee der russischen Ostsee-Flotte tagt als ‚Centrobalt‘ in Helsinki.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 12. Mai 1917:

Italienische schwere 305-mm-Haubitze
Italienische schwere 305-mm-Haubitze, bekannt als ’schwerer Mörser auf einem De-Stefano-Wagen‘. Dieses unverwechselbare System bestand aus vier großen und stabilen Eisenräder, die auf Schienen laufen, um den Rückstoß zu absorbieren.

Südfronten
Zehnte Schlacht am Isonzo (bis 4. Juni): Zweitägiges italienisches Sperrfeuer beginnt im Morgengrauen auf einem 40 km breiten Frontabschnitt mit 1.058 schweren und 1.320 Feldgeschützen gegen 1.400 österreich-ungarische Geschütze. General Capello gibt Badoglio, welcher erst 45 Jahre alt ist, das II. Korps wegen der unzureichenden Artillerie-Vorbereitung des vorherigen Kommandanten.

Seekrieg
Nordsee: 3 Monitore der Dover Patrol mit zusammen 6 x 38,1-cm-Geschützen in einem Flottenverband von 41 Schiffen und unter Luftdeckung beschießen Zebrügge für 71 Minuten aus einer Entfernung von ca. 25,6 km. Für 1 Stunde werden die wichtigen Schleusentore nicht getroffen, obwohl 19 von 250 Granaten innerhalb von 15 Metern einschlagen.
Mittelmeer: 6 australische Zerstörer (3 aus Singapur) werden ins Mittelmeer geschickt.

Luftkrieg
Westfront: Das französische Flieger-Ass Nungesser schießt 2 von 6 Albatros-Jäger über Douai ab.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 13. Mai 1917:

Gough
Gough, der junge ‚Antreiber‘, welcher für die britische Eröffnungsoffensive in Flandern in die Verantwortung kommt.

Westfront
Flandern: General Sir H. Gough wird zum Befehlshaber der Schlüsselposition am Nordflügel der geplanten Ypern-Offensive gemacht.
Somme: Britische Gewinne auf dem ‚Grönland-Hügel‘.
Champagne: Deutsche Gegenangriffe nördlich von Reims und in Maisons de Champagne zurückgeschlagen.

Ostfront
Russland: Kriegsminister Guchkow tritt zurück und weist darauf hin: ‚Es gibt eine Grenze (zur Demokratisierung einer Armee), worüber hinaus die Auflösung anfängt‘.

Seekrieg
Ein deutsches U-Boot versenkt den spanischen Frachter Carmen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 14. Mai 1917:

Verbrüderungsszenen zwischen deutschen und russischen Soldaten
Nach der russischen Februarrevolution kommt es entlang der Ostfront zu solchen Verbrüderungsszenen zwischen deutschen und russischen Soldaten, welche glaubten, der Krieg sei nun zu Ende.

Ostfront
Russland: Der Petrograder Sowjet appelliert in einer Proklamation an das Ende der Verbrüderungen mit dem Feind. Beim STAVKA diskutieren die Oberbefehlshaber die Beendigung der Massenmobilisierung und beschließen Petrograd zu besuchen.

Südfronten
Isonzo: Das italienische Gonzia-Kommando und die Dritte Armee (28 Divisionen) gegen die österreich-ungarische Fünfte Armee (11 Divisionen). Die Italiener greifen am Mittag mit der Hauptmasse nördlich von Gorizia, östlich von Plava, an und erobern Höhe 383 und Zagora und den Mount Santo. Östlich von Gorizia nimmt die Messina-Brigade die Höhen 174 und 126, wird aber durch heftige Gegenangriffe gezwungen, sich zurückzuziehen. Badoglio zum Generalleutnant befördert (bestätigt am 23. August).
Serbien: Die serbische Sumadija-Division nimmt zwei Spitzen 1,5 km entfernt vom Mount Dobropolje ein.

Luftkrieg
Nordsee: Ein großes Amerika-Flugboot vom Typ H12 des Royal Navy Air Service schießt Zeppelin L 22 in der Nähe des Leuchtschiffs von Terschelling ab.

Heimatfronten
Großbritannien: Der König reist durch den industriellen Norden. Die Kontrolle über den Bau von Handelsschiffen geht an die Admiralität über.
Deutschland: Der erste deutsche Panzer A7V in Testversuchen bei Mainz.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 15. Mai 1917:

Marschall Henri-Philippe Petain
Marschall Henri-Philippe Petain wurde nicht zuletzt deswegen nach den Meutereien in der französischen Armee zu ihrem Oberbefehlshaber ernannt, da er ein respektvolles Verhältnis zu den Soldaten hatte.

Westfront
Frankreich: NIVELLE ABGELÖST UND DURCH PETAIN ERSETZT (welcher am 17. Mai das Kommando übernimmt). FOCH ZUM GENERALSTABSCHEF ERNANNT in Paris.
Artois: Heftige Kämpfe rund um Bullecourt (die Briten sichern es am 17. Mai und stoßen am 19. Mai nach Nordosten vor).
Aisne: Heftige Kämpfe auf dem Chemin des Dames.
Maas: Französische Überfälle auf deutsche Gräben in Woevre und in Lothringen.

Südfronten
Isonzo: Badoglios II. Korps erstürmt den Mount Kuk (611m) und den Vodice-Kamm. Die Italiener behaupten so weit 4.021 Kriegsgefangene eingebracht zu haben, die österreich-ungarischen Truppen 2.000 Italiener auf dem Kars.
Saloniki: Die britische 10. und 28. Divisionen nehmen 3 Dörfer und 89 Kriegsgefangene der bulgarischen 7. Division bei einem Vorstoß über 5,75 km auf einem 15 km breiten Frontabschnitt bis zum 16. Mai östlich der Struma. Aber sie bereiten sich dann darauf vor, sich auf die Sommerlinie am 26. Mai zurückzuziehen.

Seekrieg
Adria – Gefecht in der Otranto-Strasse (größte Aktion dort): 3 österreich-ungarische Kreuzer (einschließlich Horthys Flaggschiff Novara) und 2 Zerstörer, mit der Unterstützung durch 13 Flugzeuge und 3 U-Boote versenken 2 Zerstörer (italienische Borea und französische Boutefeu), 14 britische bewaffnete Trawler (72 Besatzungsmitglieder als Kriegsgefangene) und beschädigen 4 weitere von insgesamt 47. Dazu werden zwei Handelsschiffe und 1 von 13 Wasserflugzeugen zerstört. Vergebliche und chaotische Verfolgung durch 21 Schiffe der Alliierten, einschließlich der Kreuzer Bristol und Darlmouth (letzterer torpediert von UC 25, kann aber noch Malta erreichen). Der neue italienische Flottillenführer Aquila wurde durch einen Schuss durch die Dampfturbine außer Gefecht gesetzt. Horthy wird zwar verwundet und Novara muss ins Schlepptau genommen werden, ist aber wieder nach 8 Tagen einsatzfähig.
Brindisi: Konteradmiral Bolio abgelöst. Die Otranto-Sperre wird nur noch tagsüber besetzt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 16. Mai 1917:

Trotzki
Lew Davidowitsch Bronstein, genannt Trotzki.

Heimatfronten
Russland: Trotzki trifft in Petrograd ein, nach seiner Internierung in Kanada am 3. April. Das Kabinett nimmt 6 Menschewiki-Mitglieder des Petrogader Sowjet auf.
USA: Flugzeug-Produktions-Behörde eingerichtet.

Westfront
Artois – Schlacht von Arras zu Ende: Das BEF hat in 38 Tagen knapp 80 Quadratkilometer erobert, 20.834 Kriegsgefangene eingebracht und 252 Geschütze erbeutet. Britische Truppen wehren Gegenangriffe nördlich von Gavrelle ab.

Ostfront
Russland: Kerenski wird Kriegsminister. Er wird in Petrograd von allen Oberbefehlshabern besucht.
Österreich-Ungarn: Generalstabschef Arz äußert gegenüber Czernin, dass er glaubt, dass der Zusammenbruch der russischen Armee die Notwendigkeit von Waffenstillstandsgesprächen überflüssig macht.

Seekrieg
Adria: Das österreich-ungarische U-Boot U 5 läuft vor Pola auf eine Mine und sinkt. Es wird aber später gehoben und wiederverwendet.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 17. Mai 1917:

Soldaten schälen Kartoffeln
Hinter den österreich-ungarischen Linien werden Kartoffeln geschält.

Südfronten
Isonzo: Die Italiener halten ihre eroberten Stellungen mithilfe von britischen 152-mm-Haubitzen, trotz wiederholter österreich-ungarischer Gegenangriffe. Cadorna befiehlt, die mittelschwere und schwere Artillerie nur bei eigenen Angriffen oder feindlichen Gegenangriffen feuern zu lassen, da ein Mangel an Artilleriegranaten besteht. Die Geschütze werden nach Süden zum Karso verlegt.
Serbien: Die letzten französischen Angriffe in Crna-Bogen und nördlich von Monastir scheitern gegen deutsche Gegenangriffe mit 1.113 Mann Verlusten. Serrail kann die serbische Erste Armee (Misic) nicht zum Angriff bewegen.

Westfront
Frankreich: Der belgische König Albert besucht die britischen Schlachtfelder an der Somme, Aisne und bei Arras. Petains Richtlinie Nr. 1 lehnt den Durchbruch ‚für den Augenblick ab‘.

Politik
Honduras: Die Regierung beendet die Beziehungen mit Deutschland, Nicaragua folgt am 19. Mai.
Deutschland – österreich-ungarisches-deutsches Abkommen von Kreuznach (bis zum 18. Mai): Österreich-Ungarn soll Territorium auf dem Balkan bekommen, damit Deutschland in Polen und dem Baltikum Gebiete erhalten kann. Czernins Friedensinitiative wird verworfen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 18. Mai 1917:

selective conscription act
Ein Freiwilliger zieht mit verbundenen Augen einige der Namen von Amerikanern, die nach Europa an die Westfront gehen sollen.

Heimatfronten
USA: Selective Conscription Act (Registrierung und begrenzter Einzug) von Männern zwischen 21 und 31 Jahren. Das US-Basishospital Nr. 4 (243 Mitarbeiter) erreicht Großbritannien, was die ersten US-Soldaten in Europa sind.
Großbritannien: John Buchan berichtet über eine ‚armselige öffentliche Einstellung‘ (zum Krieg) und fordert mehr Propaganda im Land. Das Kabinett stimmt am 22. Mai zu einer Kampagne ‚Gegenangriff auf die pazifistischen Bewegungen‘ zu.

Westfront
Frankreich: Haig trifft Petain bei Amiens, wobei letzterer sagt, dass die britischen Pläne in Flandern zu ehrgeizig sind. In Haigs Tagebuch findet sich der Eintrag über Petain, dass dieser ‚fachmännisch, kenntnisreich und kurz gehalten bei der Rede ist‘.
Aisne: Französische Truppen wehren schwache Angriffe auf die ‚Kalifornia-Höhe‘ auf dem Chemin des Dames bis zum 19. Mai ab. Die deutschen Truppen können am 20. Mai aber 200 Meter Gelände zurückgewinnen.

Naher Osten
Mesopotamien: 918 britischen Flussboote im Einsatz sowie 148 weitere zum Bau in Indien bestellt.
Palästina: Das EEF beginnt mit offensiven Patrouillen im Gaza-Abschnitt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 19. Mai 1917:

Grummeln in der frranzösischen Armee
Als die Nivelle-Offensive nur wenige Kilometer Boden zu einem Preis von 200.000 Mann einbrachte, wurde aus dem Grummeln in der französischen Armee eine Meuterei.

Westfront
Frankreich: Es wird über mehrere Meutereien am Tag in der französischen Armee berichtet.

Südfronten
Isonzo: Die Italiener räumen vorübergehend den Bodrez-Brückenkopf am Isonzo und wehren einen österreich-ungarischen Nachtangriff auf Vodice ab (Nacht vom 19. auf den 20. Mai).

Seekrieg
Ostsee: 4 russische U-Boote laufen von Reval auf die erste Patrouille des Jahres aus. Bars wird am 28. Mai versenkt, entweder durch eine Mine oder durch Wasserbomben vor Norrköping (Schweden). Die zweite Gruppe hat ebenfalls keinen Erfolg. Kerensky spricht am russischen Marinestützpunkt von Helsinki am 23. Mai.

Politik
Russland: Die Regierung lehnt einen Separatfrieden ab, ist jedoch für einen allgemeinen Frieden ohne Gebiets-Annexionen oder Sanktionen.
USA: Die Regierung kündigt die Verschiffung einer regulären US-Division nach Frankreich an.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 20. Mai 1917:

Alexander Kerensky
Alexander Kerensky (links) nimmt eine Truppenparade ab.

Ostfront
Russland: Kerenski beginnt damit, Truppen-Einheiten zu besuchen. Schlägerei zwischen russischen Soldaten und Angehörigen der Panzerwagen-Besatzungen der britischen Marine in Tiraspol (Bessarabien), dabei ein Toter auf jeder Seite.

Westfront
Champagne: Die Franzosen nehmen 500 Kriegsgefangene im Abschnitt von Moronvilliers (andere Erfolge am 21. und 25. Mai).
Artois: Die Fünfte Armee des BEF steht im Kampf an der Hindenburg-Linie bis zum 31. Mai. Dabei nimmt die britische 33. Division die gesamte erste Linie nördlich von Bullecourt ein.

Seekrieg
Deutschland: Der Kaiser befiehlt schließlich der deutschen Marine, US-Kriegsschiffe in den Blockade-Zonen als feindlich zu betrachten (die U-Boote sollen ab dem 29. Mai aber 4 Seemeilen vor der spanischen Küste entfernt bleiben).
Westliches Mittelmeer: Das in Italien für die russische Marine gebaute U-Boot Svyatoi Georgi wird in La Spezia in Dienst gestellt und läuft vom Juni bis September über 8.250 km bis zur Flottille in der Arktis.

Luftkrieg
Nordsee – erste Annahme, dass ein U-Boot durch ein Flugzeug versenkt wurde: UC 36 soll von einem H12 Amerika-Flugboot (Morrish) des Royal Navy Air Service aus Felixstowe versenkt worden sein. Zwei weitere derartige Angriffe im Mai, auch 24. und 29. Juli. Aber UC 36 ging tatsächlich schon am 17. oder 18. Mai vor der Isle of Wight verloren, wahrscheinlich durch eine Mine.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 21. Mai 1917:

305-mm-BL-Belagerungshaubitze
Vorbereitung einer britischen 305-mm-BL-Belagerungshaubitze für das Sperrfeuer mit jeder Menge bereitstehender Granaten.

Westfront
Artois: Die Briten halten nun die vorgeschobene Linie von der Hindenburg-Line von Bullecourt bis 1,5 km östlich von Arras (mit Ausnahme einer 2.000 Meter breiten Lücke) und machen Geländegewinne bei Fontaine-les-Croisilles.
Flandern: Der britische Beschuss des Messines-Kamms beginnt mit 144.000 Tonnen Granaten, die seit März angehäuft wurden. 2.250 Geschütze feuern 3.258.000 Schuss bis zum 7. Juni ab.

Südfronten
Trentino: Italienische Truppen schlagen österreich-ungarische Angriffe im Tavignolo-Tal ab.
Mazedonien: Auf serbische Forderung hin beendet Sarrail die alliierte Frühjahrsoffensive nach 14.000 Verlusten für minimale Geländegewinne.

Afrikanische Fronten
Ostafrika: Max Wintgens (Flecktyphus, gefangengenommen am 23. Mai vom belgischen 6. Bataillon und erlaubt, das Schwert zu behalten) übergibt an Leutnant Naumann 469 Mann deutscher Truppen mit 2 Kanonen und 12 MGs. Sie überqueren die Zentral-Eisenbahnstrecke westlich von Malongwe am 26. Mai, rund 3 km vom 4. Nigerianischen Bataillon entfernt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 22. Mai 1917:

Alexej Brussilow
Alexej Brussilow leitete 1916 die erfolgreich russische Offensive, welche nach ihm benannt wurde.

Ostfront
Russland: Kerenski fordert den Rücktritt von Generalstabschef Alexejew und ersetzt ihn durch Brussilow.

Seekrieg
Östliches Mittelmeer: Die britischen Geleitzüge von Malta nach Alexandria beginnen (jeweils 4 Schiffe mit 4 bewaffneten Trawlern als Eskorte; nur 2 Schiffe gehen bis zum 16. Juli verloren).

Heimatfronten
Ungarn: Ministerpräsident Graf Tisza tritt auf des Kaisers Verlangen zurück.
Großbritannien: Es wird ein Mangel von 500.000 Häusern für die Nachkriegszeit geschätzt. Brigade-General Nash folgt auf Sir E. Geddes als Inspektor-General für den Transport.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 23. Mai 1917:

italienischer Militärfotograf
Ein italienischer Militärfotograf nimmt das Geschehen an der Front auf.

Südfronten
Isonzo: Italienische Offensive auf dem Karso von Kostanjevica bis zum Meer, unterstützt von 60 britischen Geschützen und Monitoren der Royal Navy. Der Angriff beginnt mit einem sechsstündigen Sperrfeuer von 6 Uhr an und der Sturmangriff erfolgt um 16 Uhr mit der direkten Unterstützung durch 130 Flugzeuge. Vier Hügel werden erstürmt und österreich-ungarische Gegenangriffe am 24. Mai abgeschlagen.

Luftkrieg
Großbritannien: 6 deutsche Marine-Luftschiffe fliegen in der Nacht vom 23./24. Mai gegen London, kommen aber nicht näher als 65 km an die Stadt heran, dabei 1 tödlich Verletzter durch 60 zerstreut abgeworfene Bomben. 76 Abfangeinsätze führen nur zum Sichtkontakt eines Zeppelins und ein Flugzeug des Royal Navy Air Service kommt nicht vom Einsatz zurück.
Italienische Front: D’Annunzio fliegt mit seinem Flugzeug über dem Kars und erhält die dritte Silbermedaille und wird am 29. September zum Major befördert.

Naher Osten
Palästina: Die australische berittene Infanterie und das britische Kamel-Korps zerstören 21 km der türkischen Eisenbahnlinie Beersheba-Auja zusammen mit 6 Brücken.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 24. Mai 1917:

Konvoi aus Handelsschiffen
Ein Konvoi aus Handelsschiffen, gesichert durch Kriegsschiffe, überquert den Atlantik. Mit Einführung des Konvoi-Systems sinkt die Rate der versenkten Handelsschiffe, während die der U-Boot ansteigt.

Seekrieg
Atlantik: Der erste heimwärts laufende britische Transatlantik-Konvoi läuft aus von der von Hampton Roads, Virginia, USA. Der Konvoi kommt trotz Nebel und rauer See sicher an, nur 1 Nachzügler geht an ein U-Boot verloren (4 Konvois folgen im Juni mit 60 Schiffen, keine Verluste).
Die erste U-Kreuzer-Patrouille (2 x 15-cm-Kanonen und 18 Torpedos) beginnt: U 155 (Meusel) versenkt 10 Dampfer und 7 Segelschiffe in 104 Tagen mit zusammen 52.000 t (bis 4. September) auf der längsten Seereise bisher über 16.850 km.
Adria: Das französische U-Boot Circe torpediert und versenkt das aus Cattaro kommende UC 24. 2 britische Monitore beschießen die Prosecco-Kreuzung und den Flugplatz in der Nähe von Triest, trotz Angriffe österreich-ungarischer Wasserflugzeuge (1 Bombentreffer, 1 abgeschossen).

Ostfront
Russland: Kerenskis Proklamation der Rechte der Soldaten (veröffentlicht am 27. Mai).

Politik
USA: Prinz Udines italienische Militär-Kommission trifft Wilson (an Land gegangen am 9./10. Mai).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 25. Mai 1917:

Bomben unter den Rumpf und Flügeln eines Gotha-Bombers
Angebrachte Bomben unter den Rumpf und Flügeln eines Gotha-Bombers zum Angriff auf London.

Luftkrieg
Großbritannien – GOTHA-BOMBER-EINSÄTZE BEGINNEN: 21 von 23 Gotha-Bomber von Kagohl 3 (Brandenburg) können London wegen der Wolkendecke nicht erreichen und 1 kommt nicht zurück (abgeschossen von einem Flugzeug des Royal Navy Air Service aus Dünkirchen). Die Bomber greifen stattdessen Folkestone und das Armeelager von Shorncliffe mit 5,1 Tonnen Bomben innerhalb von 10 Minuten an. Dabei gibt es 171 zivile und 116 militärische Opfer, was mehr ist als bei jedem bisherigen Zeppelin-Angriff. Der britischen Heimatverteidigungs-Gruppe werden 20 zusätzliche Jagdflugzeuge zugeteilt.
Westfront: Guynemer erzielt 4 Abschüsse an einem Tag (insgesamt nun 45).

Ostfront
Russland: Kerenski befiehlt die Offensive für die Armee und Flotte und ermahnt in einer Erklärung, dass es ‚ohne Disziplin keine Sicherheit geben kann‘.
Bukowina: Kornilow übernimmt die russische Achte Armee von Kaledin.

Südfronten
Isonzo: Die Italiener nehmen zwei Dörfer und säubern die Frontausbuchtungen bei Hudi Log zusammen mit 2.000 Kriegsgefangenen.

Seekrieg
Atlantik: Ein U-Boot versenkt den bewaffneten Hilfskreuzer Hilary (4 Tote).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 26. Mai 1917:

Amerikanische Soldaten in Frankreich
Eine Gruppe amerikanischer Soldaten bei ihrer Ankunft in Frankreich.

Westfront
Frankreich: ERSTE US-TRUPPEN WERDEN AUSGESCHIFFT (1.308 US-Soldaten bis zum 31. Mai).
Champagne: Drei deutsche Gegenangriffe scheitern.

Südfronten
Isonzo: Die italienische 4. Division nimmt die Ruinen vom Dorf Kostanjevica, aber österreich-ungarisches Artilleriefeuer erzwingt die Evakuierung. Die Italiener erbeuten 10 Kanonen und erreichen den Fluss Timavo, wobei 800 Kriegsgefangene eingebracht werden. Aber Höhe 28 kann bis zum 27. Mai nicht gesichert werden, wobei Major Randaccio in den Armen vom Dichter D’Annunzio stirbt.

Seekrieg
Westliches Mittelmeer: Das britische Lazarettschiff Dover Castle (7 Tote) wird von UC 67 (Neumann) vor Algerien versenkt, aber die begleitenden Zerstörer retten die Verwundeten. (Neumann wird im Juni 1921 beim Leipziger Kriegsverbrecher-Prozess wegen Berufung auf Befehle von Vorgesetzten freigesprochen.)

Luftkrieg
Ärmelkanal: Die von Heinkel entworfenen Brandenburg-Wasserflugzeug-Jäger schießen eine Formation von 4 französischen Marine-Flugbooten FBA ab.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 27. Mai 1917:

militante "Midinettes"
Ab Mitte Mai marschierten die militanten ‚Midinettes‘ (Pariser Arbeiterinnen) die Pariser Boulevards entlang und Demonstrationen und Streiks wurden häufig, während sympathisierende Truppen der Antikriegs-Kampagne beitreten.

Westfront
Scharmützel in der Champagner, bei Verdun und an den Fronten im Elsass. Das französische 2. Bataillon des 18. Infanterie-Regiment (844 Verluste vom 4. bis 8. Mai) meutert bei Villers sur Fare bis zum 28. Mai. 12 der Meuterer kommen vor ein Kriegsgericht, vor dem 5 zum Tode verurteilt und davon 3 hingerichtet werden. Schlimmste Auflösungserscheinungen am Bahnhof Fare-en-Tardenois bis zum 28. Mai, als Meuterer versuchen, nach Paris zu kommen.

Ostfront
Russland: Es wird berichtet, dass täglich 30.000 Deserteure durch Kiew ziehen.

Luftkrieg
Mazedonien: 10 Flugzeuge des Royal Navy Air Service und Royal Flying Corps werden bei einer Explosion eines Hangars auf dem Flugplatz Marian zerstört. Es gibt 9 Personenopfer und die Katastrophe wird für viele Wochen geheimgehalten.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 28. Mai 1917:

 italienischer Graben auf dem Kars
Ein italienischer Graben auf dem Kars. Das Kars-Plateau, eine windige Wildnis aus Steinen, scharf wie Messer, wurde schließlich von den Italienern für schreckliche Verluste an Leben und Moral erobert.

Südfronten
Italienische Front: Italienische Artillerie innerhalb von 17 km Entfernung von Triest. Cadorna befiehlt, Vorbereitungen für eine Sommer-Offensive am Isonzo zu treffen. Ein österreich-ungarischer Gegenschlag auf dem Kars gewinnt nur wenig Gelände.

Westfront
Aisne: Erfolgloser deutscher Angriff bei Hurtebise.

Politik
Griechenland: Die anglofranzösische Konferenz in London (bis zum 29. Mai) diskutiert die Ablösung von König Konstantin.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 29. Mai 1917:

Horchposten in einem Stollen
Französische Horchposten in einem Stollen, die Minenarbeiten der Deutschen feststellen sollen.

Westfront
Somme: Artillerie-Duelle und Scharmützel bei St. Quentin.
Champagne: Artillerie- und Patrouillen-Aktivität.
Frankreich: 80 Vorfälle von Meutereien bis zum 10. Juni.

Südfronten
Isonzo: Die Kämpfen erlöschen, nachdem die italienischen Truppen maximal 4.500 Meter auf dem Kars vorgestoßen sind und 16.000 Kriegsgefangene eingebracht haben. Dazu kommen 6.000 österreich-ungarische Gefangene im Gorizia-Abschnitt.

Seekrieg
Schwarzes Meer: Russisch-rumänische Marine-Überfälle entlang der türkischen Küste vor Anatolien mit 2 Kreuzern, 2 Torpedobooten und 1 U-Boot-Jäger. Dabei werden bis zum 30. Mai über 50 türkische Segelschiffe versenkt oder erbeutet, während vier Häfen beschossen werden (darunter Samsun und Sinope).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 30. Mai 1917:

französischer Frachter sinkt
Ein französischer Frachter sinkt nach dem Angriff eines deutschen U-Bootes.

Seekrieg
Alliierte und neutrale Handelsschiffsverluste: 285 Schiffe mit 589.603 t (die deutschen U-Boote melden 616.316 t, einschließlich 170.626 t im Mittelmeer). Bisherige Höchstzahl von 7 U-Booten verloren, nur 5 neu in Dienst gestellt. UC 65 (O. Steinbrinck) hat seit dem 1. Februar 72.311 Tonnen Schiffsraum versenkt und weitere 51.452 Tonnen beschädigt. 63 britische Q-Schiffe (U-Boot-Fallen) befinden sich in den Heimatgewässern.

Westfront
Champagne: Heftige deutsche Angriffe bis zum 31. Mai auf das Moronvilliers-Massif scheitern.

Geheikrieg
Großbritannien: Während dem Mai wird Room 40 schließlich dem Marine-Geheimdienst der Admiralität als Section 25 unter Kommandant William ‚Bubbles‘ James eingegliedert.

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: Der Reichsrat trifft sich erstmals wieder seit März 1914. Die polnischen Vertreter erklären sich für die Unabhängigkeit, während Serben, Kroaten und Slowenen den ‚jugoslawischen Parlamentarischen Klub‘ bilden.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 31. Mai 1917:

Appell zum Kauf von US-Kriegsanleihen
Appell zum Kauf von US-Kriegsanleihen.

Heimatfronten
USA: Wilson unterschreibt Anleihen über 10.000 Dollar für den Liberty Loan (Kriegsanleihen).
Österreich-Ungarn: Kaiser Karl verspricht eine liberale Nachkriegsverfassung.
Deutschland: 118.000 Zivilisten (79.000 Frauen, Jugendliche oder ältere Männer) jetzt bei Militärdienststellen im Einsatz, es gibt aber immer noch 260.000 Mann Truppen in der Heimat oder in besetzten Gebieten.
Großbritannien: Der Brot-Verbrauch im Mai liegt 10 % unter dem vom Februar.

Westfront
Flandern: Artillerie-Duelle um Ypern und Wytschaete; täglich bis zum 5. Juni.
Aisne – Meuterei bei der französischen 77. Infanterie-Division (bis zum 6. Juni): 150 Mann der 157. Leichten Infanterie-Brigade und des 97. Infanterie-Regiment werden inhaftiert und entwaffnet. Bei einem fast gleichartigen Vorfall bei Leichten Infanterie der 60. Brigade, welche sich weigern zu Front abzurücken, um die Marokkanische Division zu unterstützen, werden disziplinarische Maßnahmen verhängt.

Luftkrieg
Westfront: Das Royal Flying Corps hat 361 Verluste seit dem 27. April.
Großbritannien: Der Chef des britischen Generalstabs leitete eine Konferenz zur Heimatverteidigung. Dabei wird vorgeschlagen, 24 erfahrene Flugabwehr-Beobachter aus Frankreich zu holen, um diese auf Leuchtschiffen einzusetzen. Jedoch schreibt Feldmarschall French an das Kriegsministerium, dass zu wenige Flugzeuge zur Verfügung stehen.


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