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06-1917, Juni 1917



Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für Juni 1917.

Petain mit beschwerenden Soldaten
Der französische Oberbefehlshaber sympathisiert mit der Beschwerde eines Soldaten. Petain behandelte die Meutereien mit Härte und zugleich Menschlichkeit, aber er wusste, dass vieles mit der Armee nicht stimmte.

Italienische Regierung verkündet ein Protektorat über Albanien – Sopwith Camel zum ersten Mal im Einsatz – nur noch 2 zuverlässige französische Divisionen stehen zwischen den Deutschen und Paris – Österreich-ungarische Gegenoffensive auf den Kars – Registrierungstag zum Militärdienst in den USA – Schlacht auf der Messines-Höhe – deutsche U-Boote beginnen mit einer Offensive an der US-Ostküste – Byng ersetzt Allenby als kommandierender General der Dritten Armee des BEF – Russische Provisorische Regierung weigert sich, das unbegrenzte Waffenstillstandsangebot des deutschen Oberbefehlshabers anzunehmen – die ersten 2 französische Meuterer werden hingerichtet – griechischer König Konstantin dankt ab – Pershing als Oberbefehlshaber der AEF trifft in Frankreich ein – Gotha-Bomber greifen London an – alliierte Blockade von Griechenland wird aufgehoben – Portugiesisches Expeditionskorps zum ersten Mal im Einsatz – erster US-Militärangehörige wird begraben – der britische König legt alle Titel der königlichen Familie aus Feindstaaten nieder – Petain bestellt 3.500 leichte Panzer Renault FT-17 – die ersten operativen Fokker Dr.I Dreidecker-Jagdflugzeuge ausgeliefert – Venizelos zum griechischen Premierminister ernannt – 14.000 reguläre US-Truppen und Marines landen in St.Nazaire an – die neue griechische Regierung beendet die Beziehungen zu den Mittelmächten.

Juni 1917

Seiteninhalt:

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Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 1. Juni 1917:

Typenvielfalt auf einem alliierten Flugfeld
Typenvielfalt auf einem alliierten Flugfeld. Von vorne nach hinten ist eine Morane-Saulnier P, S.E.5, D.H.5, F.E.2 und S.E.5a. Die schnelle Flugzeugentwicklung lässt keine Einheitlichkeit aufkommen.

Luftkrieg
Westfront: Eine bedeutende Anzahl von SE5, Sopwith Triplane, Bristol-Jäger und Spad S 13 ermöglichen den Alliierten, die Überlegenheit in der Luft wiederzuerlangen.
USA: Im Juni verlässt die Major Raynal C. Bollings Mission die USA für eine zweimonatige Reise durch die alliierten Flugzeugwerke in Europa und schließt Lizenzverträge ab.
Adria: Im Juni beginnt das 6. Wing des Royal Navy Air Service mit Anti-U-Boot-Patrouillen von Otranto aus.

Westfront
Großbritannien: Das BEF hat bisher 76.067 deutsche Kriegsgefangene eingebracht.
Deutschland: Im Juni verlegt Prinz Rupprecht 10 Divisionen aus dem Abschnitt Lens-Lille nach Flandern.
Aisne: Bis zu 2.000 Mann der französischen 23. und 133. Infanterie-Regimenter (43. Division) meutern bis zum 2. Juni in Ville-en-Tardenois und Chambrecy (südwestlich von Reims) und zeigen dabei rote Fahnen. Ein deutscher örtlicher Angriff mit 4 Kompanien in der Dämmerung wird durch ein 3-minütiges Granatwerferfeuer und indirektes MG-Feuer hinter der ersten französischen Linie zum Stehen gebracht.

Seekrieg
Großbritannien: Ab dem Juni laufen die Transportschiffe regelmäßig in Konvois. 113 Zerstörer stehen dafür zur Sicherung in den Heimatgewässern zur Verfügung, sowie 37 im Mittelmeer. Durchschnittlich sind 55 deutsche U-Boote pro Tag auf See.
Mittelmeer: ​​18 deutsche und 3-4 österreich-ungarische U-Boote im Einsatz (bis 15. Juni).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 2. Juni 1917:

Billy Bishop vor seinem Nieuport XVII
Das kanadische Flieger-Ass Billy Bishop vor seinem Nieuport XVII Jäger.

Luftkrieg
Westfront: Das kanadische Flieger-Ass Hauptmann Bishop fliegt in der Dämmerung einen Angriff auf ein deutsches Flugfeld bei Cambrai. Dabei zerstört er 3 Albatros-Jäger, welche aufsteigen, um ihn anzugreifen. Er kehrt in seinem von Kugeln durchlöcherten Nieuport XVII Jäger zurück und erhält für diesen Einsatz das Victoria Cross am 11. August.
Flandern: Die Flugzeuge des Royal Flying Corps von der britischen Zweiten Armee zerstören 32 Flugzeuge beim Verlust von 18 eigenen bis zum 7. Juni.

Westfront
Frankreich: Der neue Generalstabschef von Petain, Debeney, informiert Haig vom BEF darüber, dass die französische Armee wegen der Meutereien nur eine minimale Unterstützung bei der geplanten alliierten Offensive geben kann. Haig beschließt, sofort einen Schlüsselabschnitt anzugreifen und so die Deutschen von den Franzosen abzulenken. Dabei passt es, dass die Messines-Offensive bereits für den 7. Juni geplant war.

Seekrieg
Östliches Mittelmeer: Der britische Truppentransporter Cameronian (63 Tote) sinkt 90 km vor Alexandria.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 3. Juni 1917:

Laden von britischen Gasprojektoren
Laden von britischen Gasprojektoren. Die Wirksamkeit der Waffe hängt davon ab, aus welcher Richtung der Wind weht.

Westfront
Artois: Nach dem Einsatz einer Gaswolke aus 600-Gas-Projektoren bringt die kanadischen 10. Brigade 100 Kriegsgefangene ein, hat aber selbst über 550 Mann Verluste und kann nicht La Goulette südlich des Flusses Souchez bis zum 25. Juni halten, sowie Lens.
Flandern: Die britische Artillerie bei Messines beginnt mit einer Ablenkungs-Feuerwalze (sowie am 5. Juni) und bindet deutsche Geschütze durch deren Gegenfeuer.
Aisne: 5 deutsche Angriffe auf den Chemin des Dames werden abgeschlagen, ein weiterer in der Nähe von Hurtebise scheitert am 5. Juni.

Naher Osten
Mesopotamien: Falkenhayn berichtet, dass eine Offensive gegen Bagdad machbar ist.
Arabien: Lawrence verlässt mit zwei örtlichen Führern Nebk, um Kontakt mit den Stämmen in Syrien aufzunehmen (am 16. Juni). Unterwegs sprengt er die Brücke bei Baalbek auf der Eisenbahnstrecke Aleppo-Damaskus hoch und trifft wahrscheinlich den türkischen Befehlshaber von Damaskus außerhalb der Stadt, den höchstrangigen arabischen General Ali Riza Rikabi.

Politik
Italien: Die Regierung verkündet ein Protektorat über Albanien.

Seekrieg
Ein deutsches U-Boot versenkt das uruguayische Schiff Rosario.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 4. Juni 1917:

Sopwith Camel auf Frontflugplatz
Sopwith F.1 Camel auf einem Frontflugplatz in Frankreich.

Luftkrieg
Nordsee: Sopwith Camel zum ersten Mal im Einsatz mit der 4. Squadron des Royal Navy Air Service aus Dünkirchen. Der erste Luftsieg von insgesamt 2.500 wird am 5. Juni erzielt.

Westfront
Aisne: Kriegsminister Painleve schätzt, dass nur 2 zuverlässige französische Divisionen zwischen den Deutschen und Paris (115 km Entfernung) stehen. 1.500 Meuterer marschieren auf Villers-Cotterelts zu und versuchen bis zum 5. Juni, Paris zu erreichen.

Südfronten
Isonzo: Österreich-ungarische Gegenoffensive auf den Kars unter General Wurm mit frischen 3 Divisionen von der Ostfront, um den Druck auf Triest zu verringern. Die italienische Dritte Armee wird von den unteren Hängen vom Mt.Hermada unter dem Verlust von zahlreichen Kriegsgefangenen vertrieben, obwohl Diaz XXIII. Korps nach Norden hin bis 5. Juni hält.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 5. Juni 1917:

Gotha G.V-Bomber am Boden
Ein Gotha G.V-Bomber am Boden, während die Bodencrew in einem Graben dahinter eine Pause einlegt.

Luftkrieg
Großbritannien: 22 Gotha-Bomber (1 verloren) greifen Sheerness und Shoeburyness (47 Opfer) an. Nur 5 von 68 britischen Jägern kommen heran. 10 Jäger vom RNAS aus Dünkirchen greifen die Bomber auf dem Rückweg an, aber zu diesem Zeitpunkt werden sie schon von deutschen Jägern gesichert.

Seekrieg
Deutschland: Der ‚Führer der U-Boote‘, Kommandant Bauer, wird abgelöst. Bauer hat sich für den Masseneinsatz in der ‚Wolfsrudel-Taktik‘ eingesetzt, um mit dem ehemaligen großen Transport-U-Boot Deutschland als Funkstation und Treibstofftanker eine U-Boot-Flottille zu führen. Vom 5. bis 10. Juni wird U 66 zur Erprobung der Standort-Funkmeldungen eingesetzt, aber die U-Boote operieren nur in Paaren und melden die Standorte der Geleitzüge. Kapitän Andreas Michelsen ersetzt Bauer.
Nordsee: Die ​​Harwich Force aus 8 Kreuzern und 17 Zerstörern deckt den Beschuss von Ostende durch 2 Monitore der Dover Patrol, wobei von den 115 abgefeuerten Granaten 20 in der Nähe der Werften einschlagen und mehrere Schiffe beschädigen. Es wird auch der deutsche Zerstörer S20 versenkt (9 Überlebende) und ein anderer beschädigt. UC 70 wird auch versenkt, wird aber wieder gehoben und eingesetzt. Die Flugzeuge des Royal Navy Air Service bombardieren Ostende und Zeebrügge.

Heimatfronten
USA: Registrierungstag zum Militärdienst für fast 10 Millionen Männer im Alter von 21-31 Jahren. 56.830 Ausnahmen werden anerkannt, einschließlich der Quäker. 3.000 Verweigerer fliehen nach Mexiko.

Ostfront
Russland: Brussilows Abschied von der Südwestfront (welcher 200.000 Mann fehlen): ‚Ich bringe das Glück überall mit mir hin … jetzt werde ich alle Armeen von Russland zum Sieg führen.‘
Rumänien: General Eben übernimmt das Kommando über die deutsche Neunte Armee (bis 18. Juni 1918) und ersetzt damit Falkenhayn.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 6. Juni 1917:

US-Militärbeobachter bei einem Besuch der österreich-ungarischen Linien
US-Militärbeobachter bei einem Besuch der österreich-ungarischen Linien an der Ostfront. Wilsons Haltung gegenüber den Mittelmächten war nicht immer ganz eindeutig.

Ostfront
Russland: General Gutor wird neuer Befehlshaber der Südwest-Front (mit Dukhonin als Generalstabschef, welcher am 5. Juni einem italienischen Offizier gesagt hat, dass die vorgesehene Offensive ’nicht weit kommen wird, da die Pferde halb verhungert sind‘), als Brussilow nach drei Reden zu seinem neuen Posten als Generalstabschef des STAVKA abreist.

Westfront
Frankreich: Die einzigen Verluste während der französischen Meutereien sind ein getöteter und 3 verwundete Soldaten durch Maschinengewehr-Feuer des 42. Regimentes.

Südfronten
Isonzo: Die österreich-ungarischen Truppen melden, seit dem 4. Juni 10.000 Kriegsgefangene eingebracht zu haben.

Luftkrieg
Westfront: Das Flieger-Ass des Royal Navy Air Service, Collishaw in seiner Sopwith Triplane ‚Black Maria‘ zerstört 3 Albatros-Jäger in einem einzigen Luftkampf. Diese gehörten zu seinen 16 Luftsiegen innerhalb von 27 Tagen im Juni, wofür er das DSC (Auszeichnungen für besondere Verdienste) erhält.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 7. Juni 1917:

Schützengräben auf der Messines-Höhe
Von den Briten eroberte deutsche Schützengräben auf der Messines-Höhe.

Westfront
Flandern – SCHLACHT AUF DER MESSINES-HÖHE (bis zum 14. Juni): 9 Divisionen der britischen Zweiten Armee (Plumer) greifen entlang einer 15 km langen Front an und nehmen den Messines-Wylschaete-Kamm. Der Angriff beginn um 3:10 Uhr durch die verheerende, größte nicht-nukleare Explosion von 500 Tonnen Sprengstoff in 19 unterirdischen Minen (von denen eine noch nicht explodiert).
Belgien: Petain beeindruckt König Albert bei der ersten Begegnung, sagt zum ihm, dass ‚die französische Armee ist nicht mehr das, was sie einmal war‘ und dass die Belgier zu einem bestimmten Zeitpunkt bei der anglo-französischen Flandern-Offensive mitmachen sollten.

Seekrieg
Atlantik: Deutsche U-Boote beginnen mit einer Offensive an der US-Ostküste. Das Q-Schiff Pargust (U-Boot-Falle, kommandiert von Campbell, 2 Mannschaftsmitglieder erhalten das Victoria Cross) versenkt UC 29 (Rose) vor Südost-Irland.
Ostsee: Der erste Kongress der russischen Ostseeflotte (bis zum 28. Juni) in Helsinki versucht, die Autoritäten von Befehlshabern zu klären.

Luftkrieg
Westfront: Der Brite Mannock erzielt seinen ersten Luftsieg.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 8. Juni 1917:

deutscher Kriegsgefangener
Ein deutscher Kriegsgefangener, welcher in der für die Briten erfolgreichen Schlacht um die Messines-Höhe eingebracht wurde.

Westfront
Frankreich: Foch trifft den britischen Empire-Generalstabschef Robertson in Abbeville. Petain erhält das Recht, sofortige Hinrichtungen zu befehlen. Er lässt nur 7 Meuterer bis zum 13. Juli hinrichten. Wilson teilt dem britischen Kriegskabinett mit, dass eine Offensive notwendig sei, um Frankreich im Krieg zu halten.
Flandern: Britische Truppen wehren Gegenangriffe östlich von der Messines-Höhe ab und stoßen am 10. Juli weiter vor. Die deutschen Truppen ziehen sich auf eine neue Linie zurück, welche am 11. Juli durch Warneton verläuft.
Artois: 6 kanadische Bataillone (709 Mann Verluste) führen in der Nacht vom 8./9. Juni einen kräftigen Überfall westlich von Avion durch, bei dem sie über 150 Unterstände ausheben und den deutschen Truppen 836 Mann Verluste (einschließlich 136 Kriegsgefangene) zufügen.

Südfronten
Griechenland: Ohne die Alliierten zu informieren, besetzen italienische Truppen aus Albanien kommend Jannina im Epirus sowie den Hafen von Preveza am 10. Juni.

Politik
Großbritannien: Lloyd George argumentiert für eine Separatfrieden mit Österreich-Ungarn, ein Kriegspolitik-Ausschuss wird eingesetzt.

Besetzte Gebiete
Polen: Der österreich-ungarische und der deutsche Kaiser sind sich einig, dass Deutschland die polnischen Truppen kontrollieren soll. Im Juni wird die Warschauer Universität wegen des Streiks der Studenten geschlossen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 9. Juni 1917:

Mine explodiert
Eine Mine explodiert unter Stellungen in den Dolomiten.

Südfronten
Isonzo: Italienische Verluste 157.000 Mann seit dem 14. Mai, einschließlich 27.000 Kriegsgefangenen. Die österreich-ungarischen Truppen haben dagegen weniger als 75.700 Mann verloren, davon 23.400 als Kriegsgefangene.
Trentino: Die italienische Mine unter dem Mt. Zebio explodiert vorzeitig und verursacht 122 Mann Verluste.

Westfront
Großbritannien: Byng ersetzt Allenby als kommandierender General der Dritten Armee des BEF. Der kanadische Generalleutnant Sir A. Currie wird kommandierender General des kanadischen Korps für die restliche Dauer des Krieges.

Ostfront
Russland: Die Provisorische Regierung weigert sich, das unbegrenzte Waffenstillstandsangebot des deutschen Oberbefehlshabers anzunehmen (welches per Funk übermittelt wurde).
Rumänien: Die ersten 2 Freiwilligen-Bataillone aus Siebenbürgen treffen in Jassy ein.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 10. Juni 1917:

Petain mit beschwerenden Soldaten
Der französische Oberbefehlshaber sympathisiert mit der Beschwerde eines Soldaten. Petain behandelte die Meutereien mit Härte und zugleich Menschlichkeit, aber er wusste, dass vieles mit der Armee nicht stimmte.

Westfront
Frankreich: Die ersten 2 französische Meuterer werden hingerichtet und die Vorfälle von Meuterei sind bereits seit dem 7. Juni zurückgegangen. Es gibt insgesamt nur 20 Hinrichtungen bis zum 2. Juli. Petain spricht am 19. Juni zu einem zuvor meuternden Regiment und lässt den Soldaten Tränen in die Augen laufen. Er besucht fast 90 Divisionen im Juni und Juli.

Südfronten
Trentino: Italienische Offensive nördlich von Asiago mit 12 Divisionen, 1.500 Geschützen und Mörsern entlang einer 15 km langen Front. Signale, die am Vortag vorzeitig explodierte Mine und Deserteure haben aber die österreich-ungarische Elfte Armee alarmiert. Das Sperrfeuer, einschließlich mit Gasgranaten, beginnt um 5:15 Uhr bei praktisch keiner Sicht wegen Nebels und hält bis 11 Uhr an. Der Angriff von Alpini-Truppen beginnt um 11 Uhr und nimmt den Agnello-Pass und Höhe 2101 (2.070 m) auf dem Mt.Ortigaro zusammen mit 500 Kriegsgefangenen, aber die österreich-ungarischen Truppen können Höhe 2105 (2.105 m) halten. Angriffe von 5 weiteren Divisionen auf fünf weitere Gipfel südlich davon scheitern. Mambretti, Befehlshaber der italienischen Sechsten Armee, kann Oberbefehlshaber Cadorna nicht davon überzeugen, die Offensive abzubrechen. Dieser erlaubt nur eine Unterbrechung für 48 Stunden.
Griechenland: Ein französisches Regiment mit Kanonen landet auf Korinth. Eine französische Division, hauptsächlich aus Kavallerie, dringt in Thessalien ein und besetzt am 12. Juni Larissa für 6 Tote und nimmt dabei 300 griechische Royalisten in dem einzigen Blutvergießen gefangen.

Heimatfronten
Großbritannien: Demonstration von Labour am Trafalgar Square für die Industriearbeiter der Welt.
Irland: Sinn-Fein-Unruhen in Dublin.
Frankreich: Der Innenminister schickt an 83 Präfekten Telegramme, um Meldungen über die dortige Moral zu erhalten. 44 teilen mit, diese sei ‚armselig‘ oder ‚gleichgültig‘, 36 Städte sind ‚kontaminiert‘.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 11. Juni 1917:

Palaestina Lazarett
Einem verwundeten britischen Soldaten wird in Palästina eine Kugel aus dem Arm entfernt.

Naher Osten
Palästina: Murray wird mitgeteilt, dass er abgelöst wird und reist am 16. Juni ab. Ein Überfall auf türkische Gräben in der Nähe von Gaza durch die britische 52. Division verursacht über 62 türkische Verluste.

Südfronten
Trentino: Die Österreicher verstärken die Frontlinie bis zum 13. Juni und senden am 15. Juni 4 Bataillone zu einem Gegenangriff.

Seekrieg
Ärmelkanal: Ein britischer Drifter (bewaffneter Fischkutter) zerstört 2 deutsche Wasserflugzeuge.
Östlichen Mittelmeer: Das österreich-ungarische U-Boot U 27 torpediert den japanischen Zerstörer Sakaki (68 Tote) vor Kreta, das Schiff kann aber gerettet und repariert werden.
Ostsee: Das russische U-Boot Lvitsa sinkt vor Gotland (vermutlich durch eine Mine), das Schwesterboot Pantera wird am 14. Juni durch einen Zeppelin beschädigt und gezwungen, zu seinem Stützpunkt zurückzulaufen.

Politik
USA: Präsident Wilsons Botschaft an Russland wird veröffentlicht: Kein Volk ‚kann unter eine Herrschaft gezwungen werden, unter der es nicht leben möchte‘.
Santo Domingo: Die Regierung beendet die Beziehungen zu Deutschland (Haiti folgt am 15. Juni).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 12. Juni 1917:

Konstantin I.
Konstantin I. war gleich zweimal König von Griechenland: Von 1913 bis 1917 und dann wieder von 1920 bis 1922.

Politik
Griechenland: König Konstantin dankt ab zugunsten des zweiten Sohnes Alexander, nach einem 24-stündigem alliierten Ultimatum vom 11. Juni. Er verlässt das Land am 14. Juni. Die alliierte Blockade wird am 16. Juni aufgehoben.

Naher Osten
Armenien: General Prjewalski ersetzt Yudenich als russischer Oberbefehlshaber.

Südfronten
Saloniki: Die britischen Truppen ziehen sich zum Fluss Struma bis zum 14. Juni zurück, um die Sommer-Malaria zu vermeiden.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 13. Juni 1917:

General Pershing
General Pershing bei seiner Ankunft in Frankreich.

Westfront
Frankreich: Der Oberbefehlshaber der AEF (Amerikanische Expeditionsstreitkräfte), Pershing, landet in Boulogne an, zusammen mit einer 177 Mann starken Gruppe von US-Militärs. Er reist nach Paris weiter und wird von Foch und Joffre am 26. Juni getroffen.

Luftkrieg
Großbritannien: Die ‚Diamanten‘-Formation aus Brandenburgs 14 Gotha-Bombern (von 20 gestarteten) GREIFT LONDON AN, aus einer Höhe von knapp 4.600 Metern um 11:30 Uhr. Das Haupt-Telegrafen-Büro wird in Brand gesetzt, der Bahnhof in der Liverpool-Street und die Royal Mint werden getroffen, während 3 andere Gotha ihre Bomben weiter flussabwärts abwerfen. Insgesamt werden 72 Bomben mit 4,3t angeworfen, was zu den schlimmsten zivilen Kriegsopfern während des Krieges führt: 158 Tote und 425 Verletzte, darunter 46 Kinder in der Poplar School und 21 Militärangehörige. Die Gotha-Bomber werden auf dem Rückflug von einem zweisitzigen Bristol-Jäger angegriffen, wobei dessen Beobachter tödlich verwundet wird. Insgesamt sind aber 94 Flugzeuge zur Verteidigung gestartet. Der Formations-Führer Bradenburg erhält für den Einsatz den Pour le Merite, wird aber bei einem Absturz vom Rückflug aus Bad Kreuznach am 19. Juni verletzt. Die britische 56. Squadron, ausgerüstet mit SE5, wird zur Verstärkung der Verteidigung Großbritanniens vom 21. Juni bis 5. Juli von der Westfront abgezogen.

Heimatfronten
Frankreich: 5.000 weibliche Arbeiter im Streik mit roten Fahnen in der Munitionsfabrik von Toulouse bis zum 18. Juni. Sie erreichen ein 30 bis 50 % Lohnanhebung. 32 Arbeiterinnen sterben beim Zusammenbruch einer Renault-Fabrik in Paris.
Großbritannien: Explosion der Munitionsfabrik bei Ashtonunder-Lyne, Lancs (41 Tote). Die Abteilungen des Kriegsministeriums werden berechtigt, alle Verträge abzuändern, wo es übermäßige Gewinne gibt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 14. Juni 1917:

Marine-Luftschiff
Die deutsche Marine verwendet umfangreich Zeppeline für die Aufklärung, aber unzuverlässige Kommunikationsmittel schränken ihre Möglichkeiten ein.

Sea War
Nordsee: Schiffe der Harwich Force zerstören Zeppelin L43.
Nordatlantik: Ein deutsches U-Boot versenkt den bewaffneten Hilfskreuzer HMS Avenger.

Westfront
Flandern: Die 3. australische Division greift den ‚Infantry Hill‘ (Infanterie-Hügel) an, verliert das Gelände wieder am 18. Juni und erobert es am 20. Juni wieder zurück.

Südfronten
Griechenland: Eine britische Abteilungen landet bei Piräus, nachdem dort schon ca. 9.500 französischen Soldaten am 12. Juni angelandet sind. 500 britische Soldaten verstärken die Franzosen in Larissa am 16. Juni, auch um Getreidelieferungen zu erhalten.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 15. Juni 1917:

Aufstieg einer Patrouille
Aufstieg einer Patrouille über den Tabarettaferner in den Alpen.

Südfronten
Trentino: Ein österreich-ungarischer Angriff im Abschnitt vom Mt. Ortigara um 02:30 Uhr scheitert (1.000 Kriegsgefangene verloren).
Saloniki: Während dieser Tage wird die türkische 50. Division östlich vom Fluss Struma zurück nach Hause – nach Aleppo – zurückgezogen. 1 türkisches Regiment bleibt auf dem Kriegsschauplatz.

Westfront
Flandern: Ein deutscher Gegenangriffs südöstlich von Ypern wird zurückgeschlagen.
Artois: Geringer britischer Fortschritt bei Bullecourt.

Seekrieg
Nord-Atlantik: 35 britische Zerstörer und 15 U-Boote auf einer speziellen U-Jagd-Operation nördlich von Schottland bis zum 24. Juni. Es werden 61 Mal deutsche U-Boote gesichtet und 12 Angriffe unternommen, aber es werden keine Treffer erzielt.
Ostsee: Konter-Admiral Dmitri N. Verderevski wird von Kerensky zum Flottenbefehlshaber gemacht. Maksimov wird im Alter von 44 Jahren Chef des Marine-Generalstabs im STAVKA, aber einige Mannschaften fordern die Wahl der Kommandanten.

Heimatfronten
Deutschland: Hindenburgs Note an Reichskanzler Bethmann beschuldigt diesen, eine Inflation auf ‚die ungeheuerliche Zunahme der Arbeiterlöhne‘ verursacht zu haben.
USA: Spionage-Gesetz mit Geldstrafen bis zu 10.000 US-Dollar und bis zu 20 Jahren Gefängnis. 2 Anarchisten werden für Störungen bei der Registrierung von Wehrpflichtigen verhaftet. Der Kongress stimmt 3,281 Milliarden US-Dollar für die Armee und Marine zu.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 16. Juni 1917:

Zeppelin L42 L63
L42 and L63 liegen in ihrem Hangarschuppen.

Luftkrieg
Großbritannien: Strasser, der neue ‚Führer der deutschen Marine-Luftschiffe‘, versucht überstürzt einen Angriff auf London in der nahezu kürzesten Nacht des Jahres vom 17./18. Juni mit 4 Zepplinen durchzuführen. Zwei werden zur Rückkehr gezwungen, L42 (Dietrich) trifft zufällig ein Marine-Munitionsdepot in Ramsgate, aber L48 (Schütze, Strassers Stellvertreter) wird nach einem doppelten Motorschaden in einer Höhe von 4.000 Metern von 3 Flugzeugen des Royal Flying Corps zu Tote gejagt (nur 3 Überlebende).

Südfronten
Trentino: Die Italiener greifen vergeblich den ganzen Tag den von österreich-ungarischen Truppen gehaltenen Mt. Ortigara an und verlieren dabei über 6.000 Soldaten.

Seekrieg
Mittelmeer: Die alliierte Blockade von Griechenland wird aufgehoben und gibt die kleinen Boote für Anti-U-Boot-Operationen frei.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 17. Juni 1917:

Offizier des portugiesischen Expeditionskorps
Offizier des portugiesischen Expeditionskorps mit einem britischen Verbindungsoffizier in Gräben bei Neuve Chapelle.

Westfront
Flandern: Das Portugiesisches Expeditionskorps zum ersten Mal im Einsatz.
Champagne: Vormarsch der französische Vierte Armee zwischen den ‚Bergen‘ Cornillet und Blond, wehrt einen Angriff auf den Mt.Le-Teton am 21. Juni ab.

Politik
Frankreich: Der erste US-Militärangehörige wird begraben, bei Pauillac. Ein Seemann, welcher am 12. Juni ertrunken war. Pariser Zukunfts-Wirtschaftskonferenz.

Heimatfronten
Italien: General Giardino wird Kriegsminister und Admiral Triangi Marine-Minister, nachdem die Politik-Krise wegen Albanien beendet ist.
Russland: Die Provisorische Regierung erklärt die Zemstvo-Selbstverwaltung für Sibirien und Fernost.
USA: Charlie Chaplins Film ‚The Immigrant‘ (‚Der Einwanderer‘) veröffentlicht.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 18. Juni 1917:

Hochziehen Feldgeschütz Alpen
Italienische Artilleristen ziehen ein 75mm-M1911-Feldgeschütz in eine Stellung in den Alpen hoch.

Südfronten
Trentino: Italienische Geschütze beginnen mit einem 20-stündigen Beschuss der österreich-ungarischen Stellungen am Mt.Ortigara und Lepozze.

Luftkrieg
Ostfront: Deutscher Luftangriff auf Dünaburg.

Politik
USA: Präsident Wilson empfängt die belgische Mission.

Neutrale
Schweiz: Außenminister Hoffmann tritt nach der Unterstützung deutscher Friedensangebote an Russland zurück, der anti-deutsche Ador folgt nach.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 19. Juni 1917:

Inspektion österreich-ungarischer  Truppen im Alpenraum
Eine Inspektion österreich-ungarischer Truppen im Alpenraum, wobei die meisten Offiziere und Soldaten ‚Bernsdorfer‘-Stahlhelme und Rucksäcke tragen.

Südfronten
Trentino: Von 06:00 Uhr erstürmen 15 Alpini-Bataillone den Gipfel des Mt.Ortigara (2.100 m) und nehmen 1.000 Kriegsgefangene (einschließlich von Kaiserjägern), aber die österreich-ungarischen Truppen halten die 2.050 m hohe Spitze des Mt.Camigoletti, obwohl 9 Bataillone gegen 35 der Angreifer stehen. Die Österreicher bringen 2 Bataillone zur Verstärkung heran und Konrad von Hötzendorfs Forderungen nach mehr Reserven wird letztlich positiv beantwortet.

Seekrieg
Schwarzes Meer: Vizeadmiral Kolchak, Befehlshaber der russischen Schwarzmeerflotte, wird von der Delegiertenversammlung der Seemannsräte abgesetzt und durch Vizeadmiral Lukin ersetzt. Der Sold der Angehörigen der russischen Marine wird rückwirkend zum 13. Mai erhöht.
Ärmelkanal: Das französische U-Boot Ariane wird bei einer Probefahrt durch UC 22 torpediert und versenkt.

Heimatfronten
Großbritannien: Der König legt alle Titel der königlichen Familie aus Feindstaaten nieder, darunter die britischen Peerswürde für Tecks und Battenbergs. Das House of Commons stimmt mit einer Mehrheit von 330 Stimmen dafür, dass Frauen über 30 Jahre wählen dürfen.

Naher Osten
Arabien: Lawrence und 500 Araber beginnen mit dem Marsch auf Aqaba, beschließen dann aber, mit 100 Mann eine Ablenkung nach Norden zur Sabotage der Eisenbahnstrecke Amman-Deraa vor dem 27. Juni durchzuführen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 20. Juni 1917:

Italienische Nieuport XI Bebe
Italienische Nieuport XI ‚Bebe‘ auf einem Feldflugplatz in den Alpen. Der Typ wurde von den Italienern häufig eingesetzt und von Macchi in Lizenz gebaut.

Luftkrieg
Italienische Front: 145 italienische Flugzeuge werfen 5 1/2 t Bomben über Südtirol ab, nur 26 österreich-ungarische Flugzeuge steigen zur Abwehr auf.

Südfronten
Karnien: Italienische Truppen nehmen Piccolo Lagaznoi.

Westfront
Frankreich: Petain bestellt 3.500 leichte Panzer Renault FT-17.
Artois: Britische Truppen wehren Gegenangriffe am Fluss Souchez nach dortigen Geländegewinnen am 19. Juni ab.
Aisne: Der deutsche Angriff in der Nähe von Vauxaillon nimmt Gelände, welches jedoch größtenteils am 21. Juni wieder verloren geht. Das gleiche südöstlich von Filain, wo am 22. Juni erobertes Gelände wieder am 24. Juni verloren geht.

Seekrieg
Deutschland: Lebensmittelüberwachungs-Ausschüsse (sogenannte Menage-Kommissionen) auf allen deutschen Kriegsschiffen erlaubt, welche bei der Auswahl und Vorbereitung der Lebensmittel mitsprechen dürfen. Seit vielen Monaten haben die Matrosen gekochte oder getrocknete Rüben, einen ‚üppigen‘ Fleischersatz oder einen als ‚Drahtverhau‘ getauften Gemüseeintopf gegessen. Das letzte deutsche Schlachtschiff Württemberg läuft in Hamburg bei der Vulcan-Werft von Stapel, wird aber niemals mehr fertiggestellt und ab 1921 verschrottet.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 21. Juni 1917:

Richthofens Fokker Dr I
Richthofen landet mit seiner Fokker Dr.I.

Luftkrieg
Westfront: Die ersten operativen Fokker Dr.I Dreidecker-Jagdflugzeuge werden an Richthofens Jasta 11 bei Courtrai ausgeliefert.

Westfront
Flandern: Die britische Vierte Armee (Rawlinson) beginnt mit 8 Divisionen mit den Angriffen an der Küste von Flandern (bis zum 18. November).

Ostfront
Russland: Kerenski inspiziert das am 19. Juni neu geformtes Frauen-‚Todes-Bataillon‘ in Petrograd. Denikin kommt in Minsk an, um die Westfront zu übernehmen.

Mittlerer Osten
Mesopotamien, Persien: Die Türken haben bis jetzt wieder Kizil Ribat und Kasr-i-Shirin besetzt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 22. Juni 1917:

US-Oberbefehlshaber Pershing
Empfang für US-Oberbefehlshaber Pershing in Frankreich.

Westfront
Frankreich: Petain erzählt Pershing, dass die französische Moral sehr niedrig sei.

Südfronten
Saloniki: Die britische 7. Berittene Brigade (ca. 2.100 Mann) beginnt mit der Einschiffung in Richtung Ägypten (die 8. Berittene Brigade beginnt damit am 31. Mai).

Seekrieg
Atlantik: Deutsche U-Boote greifen erfolglos US-Truppentransporter an.
Nordsee: Admiral Krosigk von dem Marinestützpunkt in Wilhelmshaven befiehlt die sorgfältige Beobachtung der ‚Unabhängige Sozialisten‘ (sie seien ‚gefährliche Agitatoren‘).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 23. Juni 1917:

Wasserflugzeugträger Empress
Ein Wasserflugzeug steht im Hangar der ‚Empress‘ bereit.

Luftkrieg
Palästina: 3 Short-Wasserflugzeuge vom Träger Empress des Royal Navy Air Service und 7 Flugzeuge des Royal Flying Corps bombardieren gleichzeitig die Tulkarm-Eisenbahnstation und den Flugplatz El Ramie. 8 Flugzeuge des RFC (5 Verluste) treffen am 26. Juni das türkische Hauptquartier von ‚Mount of Olives‘.
Deutschland: Das ‚Amerika-Programm‘ wird bei der OHL eingereicht, um die Jagdverbände zum 1. März 1918 zu verdoppeln und neue Hochleistungs-Jagdflugzeuge zu produzieren.

Seekrieg
Nordsee: Deutsche Torpedoboote eskortieren 4 Dampfer aus Rotterdam, welche Teil des deutschen Küstenhandels sind, der seit April wiederbelebt wurde. König George V geht mit dem 5. Schlacht-Geschwader zum Übungsschießen auf See und besucht Rosyth und Invergordon am 24. Juni.
Indischer Ozean: Der P&O-Liner Mongolia (23 Tote) sinkt auf einer Mine vor Bombay, welche vom getarnten Handelszerstörer Wolf gelegt wurde. Aber dort vor Anker liegende Schiffe räumen während des Junis 51 von 68 Minen vor dem Hafen.

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: Dr. Seidler neuer Ministerpräsident nach dem Rücktritt von Graf Clam-Martinitz am 21. Juni, wegen Schwierigkeiten mit dem Staatshaushalt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 24. Juni 1917:

Heinrich Gontermann Fokker Dr.I
Die Zerstörung der stark verteidigten Ballons forderte ein hohes Maß an Mut, sodass einige Piloten sich auf diese Einsätze spezialisierten. Einer davon war Heinrich Gontermann, der 18 Ballons zerstörte, bevor er getötet wurde.

Luftkrieg
Westfront: Die Deutschen schießen 3 Beobachtungsballons der Zweiten Armee des BEF ab, sowie 2 weitere später. Das ‚Unabhängige Jagdgeschwader 1‘ aus Jasta 4, 6, 10 und 11 unter Richthofen (welcher am 14. Juni von einem 6-wöchigen Urlaub zurückgekehrt ist) mit ca. 50 Jagdflugzeugen wird gebildet.

Westfront
Artois: Die Erste Armee des BEF rückt in der Nacht vom 24./25. Juni in Richtung auf den Fluss Souchez vor, während die Deutschen sich vor den Angriffen der britischen 46. Division zurückziehen.

Politik
Österreich-Ungarn: Graf Czernin sagt ‚Wir könnten in 8 Tagen einen Separatfrieden mit England haben. Es wäre ein Augenblick der Rettung, aber … der gewisse Untergang der Dynastie.‘

Neutrale
Griechenland: Ministerpräsident Zaimis tritt zurück, da er nicht die von Venizelisten dominierte Kammer vom 13. Juni 1915 einberufen will.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 25. Juni 1917:

Österreich-ungarische 10-cm-M10-Gebirgshaubitze
Österreich-ungarische 10-cm-M10-Gebirgshaubitze im Einsatz.

Südfronten
Trentino: Um 02:30 Uhr überraschender österreich-ungarischer Angriff durch 7 Bataillonen mit enger Unterstützung durch 103 Geschützen und Mörser, welcher alle 3 Höhen des Mt.Ortigara nimmt und 7 Alpini-Bataillone am Abend (sowie am 26. Juni) abwehrt. Italienische Verluste 5.633 Mann (einschließlich ca. 1.800 Kriegsgefangene).

Westfront
Aisne: Französische Truppen nehmen die ‚Drachenhöhle‘ in der Nähe von Hurtebise.

Seekrieg
Schwarzes Meer: Der deutsche Kreuzer Breslau zerstört die russische Funkstation und den Leuchtturm auf der Insel Fidonisi.
Adria: Vizeadmiral Cerni wird Oberbefehlshaber der italienischen Flotte unter Revels Aufsicht.

Geheimkrieg
Großbritannien: Die Admiralität bildet eine Konvoi-Sektion, um Begleitschutz zu organisieren und ‚Ausweichrouten‘ auf der Grundlage der geheimen Meldungen von Room 40 festzulegen. Room 40, der jetzt 66 spezielle Telegramme pro Monat auf der Grundlage von geknackten Geheimcodes oder abgehörten Funksignale der Deutschen herausgibt, profitiert vor allem von der intensiven Nutzung der Funkgeräte auf den deutschen U-Booten, welche von 40 auf den britischen Inseln (sowie später 11 weiteren im Mittelmeer) Abhörstationen aufgefangen werden.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 26. Juni 1917:

Die Sterbenden liegen auf  den Toten
Die Sterbenden liegen auf den Toten auf Flanderns Schlachtfeldern.

Westfront
Artois: Britische Truppen besetzen La Coulotte. Im Gewitter beginnt das Kanadische Korps mit der Eroberung von Avion südlich von Lens (bis zum 29. Juni).
Frankreich: Die Vorausabteilung der 1. US-Division (‚Big Red One‘) landet in St. Nazaire, Frankreich.

Mittlerer Osten
Mesopotamien: Ein Kommission-Bericht beschuldigt Indien und das Indien-Büro für die meisten der Rückschläge in den Jahren 1915 bis 1916 verantwortlich zu sein (Vincent-Bingleys Medizin-Bericht am 27. Juni).
Persien: Die Russen nehmen Serdesht.

Neutrale
Griechenland: Venizelos zum Premierminister ernannt.

Geheimkrieg
Deutschland: Bethmann diskutiert über die Friedenschancen mit dem neuen päpstlichen Nuntius Eugenio Pacelli (der spätere Papst Pius XII.), welcher den Kaiser am 29. Juni trifft. Der Reichskanzler ist bereit, Belgien unter bestimmten Bedingungen wiederherzustellen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 27. Juni 1917:

Camel verfolgt Hannover
Sopwith Camel jagt eine Hannover.

Luftkrieg
Westfront: Erster Luftsieg einer Sopwith Camel von der 70. Squadron des Royal Flying Corps, der ersten Staffel, welche diesen Jäger erhalten hat. 3 weitere Staffeln erhalten das neue Flugzeug im Juli.

Westfront
Flandern: Die deutsche 38-cm-Schnellladekanone L/45 ‚Langer Max‘ beschießt mit 55 Granaten das 40 km entfernte Dünkirchen von Luegenboom aus.

Naher Osten
Ägypten: General Allenby wird Oberbefehlshaber des EEF und ersetzt damit Murray in Kairo.

Seekrieg
Biskaya: Der französische Kreuzer Kleber (42 Tote) sinkt vor Brest durch eine Mine von UC 61.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 28. Juni 1917:

US-Truppen treffen in Europa ein.
US-Truppen treffen in Europa ein.

Westfront
Frankreich: 14.000 reguläre US-Truppen und Marines (davon 2/3 Rekruten) landen in St.Nazaire an.
Verdun: Heftige Kämpfe westlich von Höhe 304 (und dem Mort Homme am 30. Juni). Die deutschen Truppen nehmen einige Schützengräben bis zum 2. Juli.
Artois: Die Erste Armee des BEF macht bei zwei Angriffen Fortschritte auf einem über 3 km breiten Frontabschnitt südlich des Flusses Souchez. Die Kanadier sichern das meiste von Avion und die britische 46. Division säubert Höhe 65. Die 15. Infanterie-Brigade (britische 5. Division) nimmt Stellungen am Rand vom Wald Oppy unter Deckung einer Nebelwand, nachdem vorherige Angriffe ohne Deckung blutig gescheitert waren.

Ostfront
Galizien: Russischer Vorbereitungsbeschuss (einschließlich von Mitgliedern des Royal Navy Air Service bemannte Grabenmörser) ab 04:00 Uhr, die Brücke hinter Brzezany wird in die Luft gesprengt.

Seekrieg
Deutschland: Die Admiralität befiehlt den U-Booten, gegen die Transportrouten vor Frankreich und Italien sowie nach Saloniki zu operieren. Neutrale Schiffe, welche in britischen Konvois laufen, sollen ab dem 30. Juni wie feindliche angesprochen werden.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 29. Juni 1917:

Alexander Kerenski
Alexander Kerenski in seinem Arbeitszimmer.

Ostfront
Galizien: Kerenskis Befehl ‚Euer Oberbefehlshaber (Brussilow), geliebt wegen seiner Siege, ist überzeugt, dass jeder Tag der Verzögerung nur dem Feind hilft … Ich rufe die Armee auf, bestärkt durch die Kraft und den Geist der Revolution, die Offensive zu ergreifen‘. Das russische II. Kavallerie-Korps erzwingt die Kapitulation von 1.500 Meuterern der 19. Sibirischen Division bei Kolomea.

Westfront
Verdun: Die deutschen Truppen nehmen Schützengräben auf Höhe 304, mehr Kämpfe westlich vom Mort Homme (Hügel ‚Toter Mann‘) am 30. Juni.
Aisne: Deutsche Angriffe auf den Chemin des Dames um Cerny bis zum 1. Juli.

Südfronten
Trentino: Eine österreich-ungarische Kompanie nimmt Höhe 6585 (Porta Maora) durch einen überraschenden Abstieg in der Nacht vom 29./30. Juni.
Dolomiten: Ein österreich-ungarischer Angriff wird abgeschlagen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 30. Juni 1917:

deutsche Haubitze beschiesst die Russen
Eine deutsche Haubitze beschießt die Russen.

Ostfront
Galizien: Heftige Artillerie-Duelle, die deutsche Antwort beinhaltet den Einsatz von Gas. Kommandant Locker-Lampson trifft Kerenski im Hauptquartier-Zug der Südwest-Front: ‚Er spricht über erstaunliche Anstrengungen … welche persönlich für … die Disziplin gemacht werden‘.

Westfront
Frankreich: General Anthoine, Befehlshaber der französischen Ersten Armee in Flandern, übermittelt eine Nachricht von Petain an Haig: ‚Die (BEF) Offensive in Flandern muss ein uneingeschränkter Erfolg sein, vor allem wegen des gegenwärtigen Zustandes der (französischen) Moral.‘
Deutschland: Ludendorff erfährt erst jetzt von den französischen Meutereien, als das schlimmste vorüber ist.

Südfronten
Trentino: Die Verluste der italienischen Sechsten Armee belaufen sich seit dem 10. Juni auf 23.736 Mann (davon 12.735 Alpini), die der österreich-ungarischen Verbände auf 8.828 Soldaten. Die ‚Ortigara-Tragödie‘ demoralisiert die italienischen regulären Truppen.
Saloniki: Die britische 60. Division wird nach Ägypten verschifft. Die Franzosen müssen einen Teil der 2.500 russischen Soldaten in Athen dazu zwingen, sich wieder nach Saloniki einzuschiffen.

Seekrieg
Alliierte und neutrale Handelsschiffsverluste im Juni: 286 Schiffe mit 674.458 t (offizielle Geschichte der deutschen U-Boote gibt 696.725 t, einschließlich von 164.299 t im Mittelmeer, an). 2 deutsche U-Boote gingen verloren, 8 neu in Dienst gestellt. Die Rekordmenge von 61 U-Booten befand sich im Juni durchschnittlich je Tag auf See.
Die Transportprognosen von Controller Sir J. Maclay geben an, dass nicht mehr genug Schiffsraum für alle notwendigen britischen Importe ab dem 1. Dezember zur Verfügung stehen wird, wenn weiterhin 300.000 t oder mehr pro Monat verloren werden. Jedoch beläuft sich der Rückgang bei der neutralen Schifffahrt auf nur 20 % und der US-Kriegseintritt und viel Politik überwinden den Rest. Die britische Handelsflotte hat 2,25 Millionen Tonnen verloren, nicht die 3,5 Millionen Tonnen, welche der deutsche Admiral Holtzendorff erhofft hatte.
Nordsee: Während des Juni legt die Royal Navy 1.120 Minen in der südlichen Hälfte des Seegebietes.
USA: Die US-Schifffahrtsbehörde rekrutiert 41.977 Offiziere und Matrosen bis zum 30. Juni 1920.

Politik
Griechenland: Die neue Regierung beendet die Beziehungen zu den Mittelmächten.


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