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07-1917, Juli 1917


Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für Juli 1917.

Gasopfer
Gasopfer durch von den Deutschen im Juli 1917 erstmals verschossene Senfgas bei Ypern, was die Briten deshalb als Yperit bezeichnen.

Erster regulärer Transatlantik-Konvoi – Kerensky-Offensive (bzw. Zweite Brussilow-Offensive) – die neue griechische Regierung erklärt den Mittelmächten den Krieg – Österreichs Kaiser Karl gewährt allen, welche von militärischen Schnellgerichten verurteilt wurden, Amnestie – Pershing meldet Washington, dass bis Mai 1918 eine Million Mann nach Frankreich geschickt werden müssen – Fall von Akaba – 22 Gotha-Bomber greifen London an – Deutscher Angriff in der Dämmerung mit 15 Bataillonen gegen Nieuport in Flandern – erste Verwebdung von Senfgas – Bethmann tritt als Reichskanzler zurück – Russischer Juli-Aufstand – Meutereien in der französischen 57. Division und den 2. Zouaves in Saloniki – Dritter Ypern-Beschuss – die britische Königsfamilie ändert ihren Namen von Saxe-Coburg-Gotha auf Windsor – Schlacht von Dünaburg – Schlacht von Smorgon-Krewo – Hoffmanns Gegenoffensive in Galizien – Schlacht von Narungombe – Carson, erster Lord der Admiralität, tritt zurück; Nachfolger wird Sir E. Geddes – Friedensresolution des Reichstags – Korfu-Erklärung – Schlacht von Marasesti – Russischer Rückzug entlang einer 250 km langen Front in Galizien – die russische Regierung stellt die Todesstrafe und die Militär-Gerichtsbarkeit wieder her – Große Luftschlacht über dem Polygon-Wald – Geheimes französisch-italienisches Abkommen über die Einflusssphären in Kleinasien – Dritte Schlacht von Ypern – der deutsche Heeres-Luftschiff-Dienst wird aufgelöst.

Juli 1917

Seiteninhalt:

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Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 1. Juli 1917:

Der Konvoi.
Britisches Kriegsgemälde: Der Konvoi.

Seekrieg
Großbritannien: 3.000 britische Handelsschiffe sind nun bewaffnet. 2.180 Geschütze werden 1917 montiert, wovon nur 190 unter dem Kaliber der 12-Pfünder (76,2 mm) liegen. Die Anti-U-Boot-Wasserbombenladungen werden auf 4 verdoppelt und im August auf 6 erhöht. 100 bis 300 Wasserbomben werden pro Monat gegen U-Boote eingesetzt, bei einer Monatsproduktion von 1.678 Stück. Es wird damit begonnen, sogenannte Bomben- oder Haubitzen-Werfer (dabei ist die 7.5-inch (19 cm) Haubitze am häufigsten) auf 542 Kriegsschiffen und 735 Handelsschiffen einzubauen, welche knapp über 50 kg schwere Bomben 600 bis 2.500 Meter achtern und zur Seite verfeuern können.
Atlantik: Erster regulärer Transatlantik-Konvoi läuft von der Hampton Roads (Virginia) unter dem Code-Namen HH1 aus. Andere reguläre Konvois kommen aus dem kanadischen Sydney (Cape Breton), Gibraltar und New York. Ein U-Boot-Angriff auf einen US-Truppenkonvoi wird abgeschlagen. Die Zahl der durchschnittlichen U-Boote auf See fällt auf 41 pro Tag.

Westfront
Artois: Die britische 46. Division (Erste Armee des BEF) greift Lievin an.
Verdun: Französischer Gegenangriff nordwestlich vom Mort Homme (Hügel ‚Toter Mann‘).

Ostfront
Galizien: KERENSKY- ODER ZWEITER BRUSSILOW (SOMMER)-OFFENSIVE (bis zum 18. Juli) auf einem rund 80 km breiten Frontabschnitt mit 31 Infanterie-Divisionen und 1.328 Kanonen mit dem Ziel Lemberg. Die Siebte Armee gewinnt wenig Boden und verliert ihn vollständig an die Deutschen wieder bis zum 6. Juli, aber die Elfte Armee treibt eine 5-km-Keil zwischen die gegnerischen Armeen bei Koniuchy. Die Russen nehmen 10.429 Kriegsgefangene und 5 Kanonen für 17.339 Mann Verluste.

Geheimkrieg
Schweiz: Sir Basil Zahroff trifft während des Julis Enver Pascha und Abdal Karim (Oberst Frobenius) in der Schweiz und bietet 1,5 Millionen Dollar für die Türkei, wenn sie einen Separatfrieden unterzeichnen. Diese verweigern sich aber.
Besetztes Belgien: Im Juli übernimmt der britische Hauptmann Landau (MI1c) das 129-köpfige La-Dame-Blanche-Netzwerk zur Eisenbahn-Beobachtung und dehnt es bis Ende September entscheidend aus.

Politik
Deutschland: Österreich-Ungarns Kaiser Karl zu Staatsbesuch in Bayern und Württemberg.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 2. Juli 1917:

Asienkorps
Deutsch-türkische Patrouille in der Wüste. Das ‚Asienkorps‘ ist der Vorläufer von Rommels Afrika Korps im 2. Weltkrieg.

Naher Osten
Osmanisches Reich: Das ca. 6.500-Mann starke deutsche Asien-Korps (3 Bataillone, 3 Kavallerie-Züge, 18 Kanonen, 18 MGs, 12 Mörser, 4 Flugzeug-Staffeln) wird aufgestellt, als Elite-Hilfstruppe unter Oberst Frankenburg für die Türken.

Politik
Griechenland: DIE NEUE REGIERUNG ERKLÄRT DEN MITTELMÄCHTEN DEN KRIEG.
Holland: Anglo-deutsches Abkommen zum Austausch von Kriegsgefangenen in Den Haag unterzeichnet. Ein deutsch-französisches Abkommen folgt am 26. Juli.
Österreich-Ungarn: Kaiser Wilhelm II. (welchem gesagt wird, dass die ersten US-Truppen in Frankreich angelandet sind) und Ludendorff in Wien zum Kriegsrat.

Besetzte Gebiete
Polen: Pilsudski tritt zurück und verweigert den Loyalität-Eid auf Deutschland. Er wird am 22. Juli verhaftet, die Polnische Legion wird aufgelöst und 5.000 Angehörige interniert für die Verweigerung des Eides am 9. Juli.

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: Kaiser Karl gewährt allen, welche von militärischen Schnellgerichten verurteilt wurden, Amnestie (2.593 Verurteilte werden bis zum 31. Juli freigelassen).
Großbritannien: König und Königin bei ‚1867 Canadian Federation Jubilee Service‘ (kanadische Föderation-Jubiläum von 1867) in der Westminster Abbey.
USA: 37 Neger werden im Osten von St. Louis (III) bei Rassen-Unruhen während eines Streiks getötet. 15.000 New Yorker Schwarze halten in Stille einen Protestmarsch ab.

Supremacy 1914

Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 3. Juli 1917:

 Infanterist einer Sturmeinheit
Deutscher Infanterist einer Sturmeinheit mit vollständigem Körper-Panzerschutz.

Westfront
Aisne: Deutsche Angriffe in größerem Umfang an einem 19 km langen Frontabschnitt nördlich der Aisne.

Ostfront
Galizien: Die russische Elfte Armee hat bisher 14.000 Kriegsgefangene eingebracht und über 30 Kanonen erbeutet, aber das langsame Nachführen von Reserven verhindern die Ausnutzung.

Naher Osten
Arabien: Lawrence 450 Araber vernichten ein türkisches Bataillon (460 Verluste) in Abu-el-Lissal; 120 türkische Soldaten in Guweira kapitulieren gegenüber Scheich Ibn Jad.

Luftkrieg
Dardanellen: 9 Flugzeuge des Royal Navy Air Service eröffnen eine nächtliche Bomberoffensive von Mudros aus gegen Gallipoli (auch Überfälle am 8., 11., und 15. Juli).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 4. Juli 1917:

Flugzeugträger 'HMS Furious' mit einem 'Sea Scout Z' Anti-U-Boot-Ballon
Der Flugzeugträger ‚HMS Furious‘ mit einem ‚Sea Scout Z‘ Anti-U-Boot-Ballon auf dem hinteren Flugdeck.

Seekrieg
Nordsee: Der seit dem 19. März umgebaute leichte Schlachtkreuzer HMS Furious schließt sich als Flugzeugträger mit 10 Flugzeugen der Grand Fleet an.
Ostsee: Die Besatzung des russischen Schlachtschiffs Petropavlosk in Helsinki gibt ein Ultimatum an die Provisorische Regierung heraus und droht auszulaufen, um Petrograd zu beschießen.

Luftkrieg
Großbritannien: 18 von 25 Gotha-Bomber (Hauptmann Kleine) werden ausgeschickt, um Harwich und Felixstowe anzugreifen. Die Station des Royal Navy Air Service wird beschädigt und es gibt 4 zivile und 43 militärische Opfer. 5 Sopwith Camel Jäger aus Dünkirchen versuchen, ohne Erfolg die heimwärts fliegenden Gotha-Bomber anzugreifen. Der Angriff wird am 22. Juli durch 21 Gotha-Bomber (1 durch einen Bristol-Jäger abgeschossen, 1 bei der Landung abgestürzt) wiederholt, bei dem sogar 122 Jäger erfolglos zur Abwehr aufsteigen.
USA: Der Liberty-Motor wird nach Washington zu Tests geschickt (am 12. September öffentlich angenommen).

Politik
Argentinien: Die Regierung protestiert gegen die Torpedierung von 2 Schiffen durch U-Boote. Der deutsche Botschafter Graf Luxburg nimmt über die schwedischer Gesandtschaft Kontakt mit Berlin auf.
Frankreich: Pershing führt 14.500 US-Truppen durch Paris an. Hauptmann Charles E. Stanton verkündet auf dem Piepus-Friedhof ‚Lafayette, wir sind hier!‘.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 5. Juli 1917:

Hochseeflotte Wilhelmshaven
Ein Geschwader der deutschen Hochseeflotte in Wilhelmshaven.

Seekrieg
Deutschland: Hunger- und Kohle-Streik durch Seeleute, beginnend auf dem Flaggschiff, sichern die Gründung von Lebensmittelüberwachungs-Ausschüssen an Bord der meisten Schiffe im Juli.

Westfront
Flandern: Geringer britischer Vorstoß südlich von Ypern. Artillerie-Duelle an der Aisne und in der Champagne.

Naher Osten
Arabien: Lawrence stellt 300 Mann türkischer Truppen aus Aqaba, welche zwei Aufforderungen zur Übergabe ablehnen.
Süd-Persien – Gefecht von Kafta (nördlich von Shiraz): 250 britische Soldaten besiegen 500 Stammeskrieger und erstürmen deren Fort.

Heimatfronten
Frankreich: Der Redakteur von Bonnet Rouge wird verhaftet und die Zeitung am 12. Juli suspendiert.
Russland: Das ‚Todes-Battalion‘ der Reval-Marinebasis rückt an die Front ab.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 6. Juli 1917:

Richthofen verwundet
Manfred von Richthofen, das Ass der Asse erholt sich von seiner Kopfverletzung.

Luftkrieg
Westfront: Guynemer erzielt den ersten Luftsieg mit seiner neuen, mit 37-mm-Puteaux-Kanonen bewaffneten Spad S12, indem er eine DFW mit einem einzigen Schuss abschießt. Fonck erzielt sogar insgesamt 6 Abschüsse mit dieser kraftvollen, aber gefährlichen Rückstoßwaffe.
Deutsche Flugzeuge bombardieren in der Nacht vom 6./7. Juli den Flugplatz Bray Dunes des Royal Navy Air Service und beschädigen dabei 12 Flugzeuge.
Richthofen wird in einem Luftkampf mit einer FE26 der 20. Squadron des Royal Flying Corps verwundet und fällt für 6 Wochen aus. Trotzdem erzielt sein JG1 9 Luftsiege ohne eigenen Verlust am 7. Juli unter der Führung von Hauptmann W. Reinhard.

Westfront
USA: Pershing meldet Washington, dass bis Mai 1918 eine Million Mann nach Frankreich geschickt werden müssen.
Flandern: Die deutsche Artillerie verfeuert bis zum 10. Juli 300.000 Explosiv- und Gasgranaten auf die neuen britischen Yser-Brückenköpfe, welche diese von den Franzosen übernommen haben.

Ostfront
Galizien: Kornilows russische Achte Armee greift südlich vom Dnjestr um 07:00 Uhr gegen die österreich-ungarische Dritte Armee an und bringt 7.000 Kriegsgefangene ein, erbeutet 48 Kanonen und nimmt den Gipfel des Jutrena Gora bis zum 8. Juli. Nur die deutschen Reserven stemmen sich gegen den Angriff.

Naher Osten
Arabien – Fall von Akaba: 300 türkische Soldaten kapitulieren gegenüber den 2.500 Arabern von Lawrence, 210 km von Allenbys Stellungen am Roten Meer entfernt. Lawrence verlässt mit 8 Kamelreitern die Stadt, um die Sinai-Halbinsel zu durchqueren und ein Nachschubschiff mit Nahrungsmitteln aus Suez anzufordern (er kommt am 8. Juli dort an).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 7. Juli 1917:

Gotha-Bomber wird mit Bomben bestückt
Ein Gotha-Bomber wird mit Bomben bestückt.

Luftkrieg
Großbritannien: 22 Gotha-Bomber (2 verloren, einschließlich einer abgeschossenen sowie 3 weitere, welche nach Bruchlandungen bei der Rückkehr abgeschrieben werden müssen) greifen London an mit 4,3 t Bomben auf die City und das East End. Das Dach vom St. Martin’s-le-Grand Hauptpostamt und er Ironmongers Hall werden getroffen, insgesamt Schäden von mehr als 200.000 Britischen Pfund sowie 145 zivile und 5 militärische Opfer. 198 Abfangeinsätze, von denen 20 die Bomber in Luftkämpfe verwickeln. Anschließend ausländerfeindliche Unruhen im East End, wo Geschäfte zertrümmert werden. Das Kabinett trifft mit dem Premierminister zusammen (sowie am 9. Juli) um Gegenmaßnahmen zu beraten. 3 weitere Heimatverteidigungs-Staffeln werden genehmigt, die 46. Squadron aus Frankreich zurückgezogen und 24 Sopwith Camel bis zum 30. August nicht an die Front geschickt.
Deutschland: Französische Flugzeuge greifen Essen und andere Städte als Vergeltung für die Bombardierung von Nancy und Epernay an.

Westfront
Frankreich: Geringe französische Geländegewinne an der Aisne (deutsche Gegenangriffe werden am 8. und 9. Juli abgeschlagen) und bei Verdun.
Flandern: 2.174 britische Geschütze zusammengezogen.

Heimatfronten
Deutschland: Der Kaiser in Berlin erlaubt dem preußischen Parlament, in gleichberechtigter Partnerschaft abzustimmen und befiehlt die Vorbereitung eines Gesetzes am 11. Juli.


Territorial-Soldaten eines Middlesex-Regiments
Zigaretten-Schachtel-Abbildung eines britischen Territorial-Soldaten eines Middlesex-Regiments in Bagdad.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 8. Juli 1917:

Naher Osten
Mesopotamien: Britische Truppen besetzen Dhibban am Euphrat während des heißesten Sommers seit Beginn der Aufzeichnung (50°C im Schatten in Bagdad).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 9. Juli 1917:

Handley Page 100 Bomber
Ein Handley Page 100 Bomber auf einem Flugplatz im Mittelmeer-Raum.

Luftkrieg
Türkei: Eine Handley Page des Royal Navy Air Service, welche nach Mudreos im Mai eingeflogen wurde, bombardiert für 35 Minuten die Gegend um das Goldene Horn und die deutsch-türkische Flotte bei Konstantinopel mit 8 x 50-kg-Bomben nach einem 7-stündigen Flug. Ein Zerstörer und das türkische Kriegsministerium werden beschädigt.
Großbritannien: General Wilson sagt zu Haig über den Gotha-Bomber-Angriff auf London ‚man konnte denken, die Welt geht unter‘.

Seekrieg
Mittelmeer: Der ​​Royal Navy Air Service bombardiert in Konstantinopel das Kriegsministerium und den Schlachtkreuzer Goeben. Ludendorff warnt die deutsche Marine davor, dass die Briten hinter der türkischen Front in Palästina landen könnten. U-Boot sollen immer im östlichen Mittelmeer stehen (16. Juli) und die Route Port Said-Gaza vermint werden. 3 U-Boote stehen am 29. September dafür im Einsatz.
Nordsee: Das Schlachtschiff Vanguard sinkt durch eine Explosion im Inneren (unstabiles Cordite). Es gibt 804 Tote und nur 3 Überlebende.

Westfront
Deutschland: Militär-Propaganda-Dienst wird mit der ‚Aufklärung‘ der Fronttruppen betraut.
Flandern: Geringe britische Fortschritte im Messines-Abschnitt.
Aisne: Französische Gegenangriffe bei Braye-en-Launnois.

Ostfront
Galizien: Die österreich-ungarische Dritte Armee zieht sich zum Fluss Lomnica zurück und verliert 1.000 Kriegsgefangene. Ihr Befehlshaber Tersztyanzky wird durch Kritek bis zum 16. Juli ersetzt.

Politik
Deutschland: Der Kaiser lehnt Reichskanzlers Bethmanns Friedenspolitik ohne Annexionen ab.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 10. Juli 1917:

Gasmaske für Mensch und Muli.
Gasmaske für Mensch und Muli.

Westfront
Flandern – Deutscher Angriff in der Dämmerung mit 15 Bataillonen gegen Nieuport: Heftige Artillerie-Duelle. Deutsche Marinesoldaten rücken in der Nähe von Lombaertzyde auf einem rund 1.300 Meter breiten Frontabschnitt östlich der Mündung der Yser vor und bringen 1.000 Kriegsgefangene ein. 2 britische Züge werden eingeschlossen und kämpfen bis zum letzten Mann. Die britische 1. und 32. Divisionen halten ansonsten ihre Stellungen. Mehre deutsche Angriffe werden bis zum 14. Juli abgeschlagen.

Ostfront
Galizien: Kornilow nimmt Halicz mit 2.000 Kriegsgefangenen, Kalusz am 11. Juli und überquert den Fluss Lomnica am 12. Juli. Bis zum 13. Juli haben die Russen insgesamt 36.643 Kriegsgefangene eingebracht.

Naher Osten
Ägypten: Lawrence trifft Allenby in Kairo und schlägt einen monatlichen Zuschuss für Araber von 200.000 Britischen Pfund heraus (später £ 500.000), abgesehen von £ 16.000 in Gold für die Einnahme von Aqaba.
Mesopotamien: Die Briten besetzen Madhij Defile 30 km westlich von Falluja am Euphrat. 2 deutsche Flieger ergeben sich zu Fuß bei Samarra.


Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Mittwoch den 11. Juli 1917:

Airco DH-4-Bomber
Ein neuer britischer Airco DH-4-Bomber, welcher im Frühjahr 1917 in Dienst gestellt wurde.

Luftkrieg
Großbritannien: Das Kabinett beschließt, ein Komitee – einschließlich Smuts – für die Luftverteidigung und deren Organisation einzurichten.
Westfront: Nach einer Verzögerung wegen schlechten Wetters beginnt das Royal Flying Corps mit den Vorbereitungsangriffen zur dritten Ypern-Offensive, einschließlich von Nacht-Bombardierungen.
Mesopotamien: Temperaturen von fast 50° lassen das Kühlwasser in 3 Flugzeugen des Royal Flying Corps verdunsten, welche versuchen, den Angriff auf Ramadi zu unterstützen. 2 deutsche Flugzeuge gingen am 9. Juli aus ähnlichen Gründen verloren.

Naher Osten
Mesopotamien: ca. 2.500 Briten, 4 Panzerwagen, 14 Geschütze mit 127 Transportern und LKWs (600 Infanteristen aufgeladen) greifen 820 Mann türkischer Truppen mit 6 Geschützen bei Ramadi an, scheitern aber durch das Gelände, Staub und brennende Hitze (321 von 566 Mann Verlusten gehen auf das Konto der Hitze). Beim Rückzug nach Dhibban vom 13. bis 14. Juli schlagen die Briten 1.500 Araber.

Heimatfronten
Russland: Der überarbeitete und von Schlafstörungen heimgesuchte Lenin reist nach Finnland, um sich bis zum 17. Juli auszuruhen.
Großbritannien: Der Indien-Sekretär Austen Chamberlain tritt in der Mesopotamien-Debatte zurück, Montagu wird am 17. Juli Nachfolger. Kiplings Gedicht ‚Mesopotamien‘ veröffentlicht in der Morning Post.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 12. Juli 1917:

Vergast
Vergast

Westfront
Flandern – ERSTE VERWENDUNG VON SENFGAS: Die Deutschen feuern 50.000 Schuss (125 t) auf die Briten in der Nähe von Ypern (die Alliierten taufen das Gas Yperite). 2.490 Mann werden vergast (87 Todesfälle), vor allem in der britischen 15. Division.

Seekrieg
Nordsee: Der britische Zerstörer HMS Patriot versenkt mit Wasserbomben U 69 östlich von den Shetlandinseln.

Luftkrieg
Westfront: Mannock erzielt 4 Luftsiege bis zum 13. Juli. Bisherige Rekordaktivität in der Luft, als 30 britische und französische Jäger auf 30 deutsche (2 verloren) treffen. Der Tag kostet 9 britische und 14 deutsche Flugzeuge.
Palästina: Allenby bittet um 3 weitere Staffeln des Royal Flying Corps und bekommt 2 bis September.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 13. Juli 1917:

Dr. Michaelis
Dr. Michaelis im Jahr 1932 (Bundesarchiv, Bild 183-2004-0720-500). Der völlig unbekannte Jurist wurde, nach dem die OHL den zu ‚weichen‘ Bethmann abgesägt hatte, völlig überraschend als Reichskanzler berufen. Unerfahren sabotierte er die Friedens-Resolution des Reichstages und musste sich dafür 1926 wegen ‚womöglicher Kriegsverlängerung zuungunsten Deutschlands‘ verantworten. Nach nur 3 1/2 Monaten im Amt wurde er wieder abgelöst.

Politik
Deutschland: Bethmann tritt als Reichskanzler zurück, Dr. Michaelis (dem Kaiser unbekannt) wird am 14. Juli Nachfolger. Außenminister Zimmermann tritt am 15. Juli zurück.

Heimatfronten
Frankreich: General-Petroleum-Komitee gebildet.
Deutschland: Bethmann tritt zurück, Michaelis vom Preußischen Nahrungsmittel-Amt wird am 14. Juli als erster Nicht-Aristokrat neuer Reichskanzler.

Afrika
Sahara: 960 Franzosen und Verbündete aus Agades besiegen den Senussi Khoassen und erobern seine Kanone bei Amzet, aber dieser überfällt Dammerghou am 30. August und tötet 20 Franzosen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 14. Juli 1917:

Gasopfer
Gasopfer durch von den Deutschen im Juli 1917 verschossenes Senfgas bei Ypern, was die Briten deshalb als Yperit bezeichnen.

Westfront
Flandern: Zwischen dem 14. Juli und 4. August verschießt die deutsche Artillerie 1 Million Schuss (2.500t) Senfgas-Granaten auf die Briten zwischen Nieuport und Armentieres. 14.726 werden vergast, darunter 500 Todesfälle.
Champagne: Französische Truppen nehmen Gräben auf dem Moronvilliers-Massiv. Deutsche Gegenangriffe werden am 15. und 16. Juli abgewiesen.
Aisne: Die deutschen Truppen machen kleine Geländegewinne auf dem Chemin des Dames und bei Cerny.
Artois: Erster Verlust des AEF (American Expedition Force), als Leutnant Louis I. Genella durch Artilleriebeschuss beim BEF südwestlich von Arras verwundet wird.
Frankreich: General Estienne besichtigt seine Schneider-Panzer im Lager Champlieu bei Compiegne.

Afrika
Ostafrika: Die Kilwa-Forces von Beves überrascht die Deutschen und vertreibt sie aus Mtandawala. Die NRFF-Kolonne von Shorthose (700 Soldaten mit 2 Kanonen) erhält durch eine von einem Flugzeug abgeworfene Nachricht den Befehl, Tunduru 160 km im Norden zu besetzen und überquert den Fluss Rovuma mit Flößen am 31. Juli.

Politik
Russland: Finnland erklärt die Unabhängigkeit von Russland.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 15. Juli 1917:

Short Seaplanes
Short-Wasserflugzeuge vor dem Start.

Luftkrieg
Süd-Türkei: 4 Short-Wasserflugzeuge des Royal Navy Air Service vom Wasserflugzeug-Träger HMS Empress melden Treffer auf Baumwollfabriken in der Nähe von Adana. Die Wasserflugzeuge der Empress greifen später im August und am 27. September die Kai-Lagerhäuser in Beirut an.

Ostfront
Galizien: Litzmanns 4 neue deutsche Divisionen blockieren Kornilow nach dessen 30-km-Vorstoß, er evakuiert Kalusz am 16. Juli, hält dann aber und erobert und verliert anschließend wieder Nowica am 18. Juli.

Seekrieg
Großbritannien: Kommandant Tyrwhitt der Harwich Force wird zum Ritter geschlagen.
Atlantik: Die deutschen U-Boote verlegen ihren Angriffsschwerpunkt auf von Großbritannien auslaufenden Schiffen, welche nicht eskortiert werden. Bis August ist das Risiko für auslaufende Schiffe versenkt zu werden, doppelt so groß, wie für nach Großbritannien laufende Schiffe.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 16. Juli 1917:

Juli-Demonstration in Petrograd
Juli-Demonstration in Petrograd. Der Banner sagt: „Nieder mit den kapitalistischen Ministern. Alle Macht an die Sowjets.‘

Heimatfronten
Russland: Juli-Aufstand (bis zum 19. Juli). Erfolgloser, teilweise von Trotzki organisierter, Aufstand in Petrograd. Lenin kehrt am 17. Juli zurück und befiehlt, diesen zu beenden.

Südfronten
Saloniki: Meutereien in der französischen 57. Division und den 2. Zouaves wegen mangelnden Urlaub. General Grossetti verurteilt 300 Männer und 90 andere werden verhaftet. Von August an verlassen Urlauber-Gruppen die Einheiten über die neue und kürzere Trans-griechische Eisenbahnstrecke nach Itea (Golf von Korinth), dann mit dem Schiff nach Tarent und von dort mit dem Zug nach Marseille.

Seekrieg
Nordsee: Die Harwich Force (8 Kreuzer und 17 Zerstörer) bringt 4 deutsche Dampfer aus Rotterdam in neutralen Gewässern auf und 2 weitere laufen an der niederländischen Küste auf Land. Insgesamt werden 24 deutsche Handelsschiffe 1917 auf dieser Route versenkt.
Großbritannien: Neue Planungsabteilung der britischen Admiralität unter Kapitän Dudley Pound.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 17. Juli 1917:

Bolschewistischer Aufstandsversuch
Bolschewistischer Aufstandsversuch an diesem Tag in Petrograd.

Heimatfronten
Russland: Das Justizministerium behauptet, Lenin sei ein deutscher Agent (bis 18. Juli), ebenso wie andere Quellen. 6.000 Kronstädter Matrosen treten dem Aufstand der Roten bei, aber Kosaken beginnen mit Angriffen, als die Truppen von der Front zur Unterstützung der Regierung eintreffen.
USA: Ein präsidialer Befehl verlangt die Einziehung von 678.000 von denen am 5. Juni registrierten dienstpflichtigen Männern. Der Kriegsminister bestimmt am 20. Juli die erste Nummer eines Dienstpflichtigen für den Einzug zum Militär.
Großbritannien: Eine Regierungsumbildung macht Churchill zum Munitions-Minister, Addison wird neuer Wiederaufbau-Minister, Carson tritt dem Kriegskabinett bei.

Westfront
Dritter Ypern-Beschuss (bis zum 30. Juli) beginnt: die britische Artillerie verfeuert 4.283.550 Granaten (Kosten über 22,2 Millionen Britische Pfund), einschließlich 100.000 Chlorpicrin-Gasgranaten (250 t) auf die deutschen Truppen (bis zum 31. Juli). Dabei werden 1.250 Deutsche vergast, darunter 75 Todesfälle. Britische Grabenüberfälle.
Verdun: Französisch Truppen erobern die im Nordwesten vom Mort Homme (Hügel ‚Toter Mann‘) in den letzten 18 Tagen verloren Stellungen wieder zurück. Erfolglose deutsche Grabenüberfälle nordwestlich von Verdun am 18. Juli.

Politik
Großbritannien: Die britische Königsfamilie ändert ihren Namen von Saxe-Coburg-Gotha auf Windsor.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 18. Juli 1917:

Russische Gefangene
Russische Gefangene ziehen mit ihren Maschinengewehren in Richtung Sammelstellen.

Ostfront
Westrussland – Schlacht von Dünaburg (bis zum 25. Juli): Die deutsche Armeeabteilung D (Kirchbach) wehrt die russische Westfront von Denikin ab.

Seekrieg
Mittelmeer: Die Franzosen teilen dem griechischen Marine-Minister mit, dass die griechische Flotte in Teilen zurückgegeben wird. Bis zum 13. August sollen der Kreuzer Helle, 4 Zerstörer und ein Torpedoboot zurückgegeben werden.
Italien: Vizeadmiral Del Bono wird Marine-Minister für die restliche Dauer des Krieges.
Ostsee: 2 Zerstörer laufen aus Helsinki aus, mit einer 100-köpfigen Delegation, welche den ‚Juli-Aufstand‘ unterstützen soll. Beide Delegationen werden verhaftet und Kerenski bezichtigt am 20. Juli die Flotte der Untreue. Er ernennt den Kommandanten der Zerstörer-Division, Alexander V. Razvozov mit 38 Jahren zum Konteradmiral und Flottenbefehlshaber nach dem Einkassieren des unglücklichen Verderevski. Centrobalt löste sich am 23. Juli vorübergehend auf.

Heimatfronten
Russland: Offizier-Kadetten zertrümmern die Prawda-Büros, Lenin geht in den Untergrund und befürchtet ermordet zu werden.
Österreich-Ungarn: Arz Memorandum sagt, dass nur durch den Import der im eroberten Rumänien erbeuteten Lebensmittel die Monarchie bis zur nächsten Ernte überstehen kann.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 19. Juli 1917:

Kerenski bei der Beerdigung von Kosaken
Kerenski (Mitte) bei der Beerdigung von Kosaken, welche bei den Juli-Aufständen in Petrograd getötet wurden.

Heimatfronten
Russland: Kerenski wird Nachfolger von Prinz Lvov als Ministerpräsident, nach Nachrichten von dem deutschen Durchbruch. In Petrograd kapitulieren die letzten 500 Rebellen gegenüber General Polowtsew. Der finnische Scim verkündet Finnlands Autonomie.
Deutschland: Ein Brief von Kronprinz Rupprecht an den Innenminister beklagt Bayerns Notlage wegen der Berliner Schwerindustrie.

Ostfront
Westrussland – Schlacht von Smorgon-Krewo (bis zum 27. Juli): Die deutsche Zehnte Armee wehrt einen russischen Angriff nach einem mehr als 3 km tiefen Durchbruch bis zum 22. Juli ab.
Galizien: Hoffmanns Gegenoffensive mit Ebens 9 Divisionen (8 von der Westfront) schlägt eine 20 km breite Bresche in die russischen Linien östlich von Zloczow, unterstützt durch Bruchmüllers ‚Hurrikan‘-Sperrfeuer der Artillerie. Die Soldaten der russischen Elften Armee fliehen in Massen und verlieren 6.000 Kriegsgefangene und 70 Kanonen bis zum 21. Juli.

Afrika
Ostafrika – Schlacht von Narungombe: 1.700 britische Soldaten (363 Mann Verluste) mit 20 MGs greifen Hauptmann Liebermanns etwa 800 Mann mit 2 Kanonen und 48 MGs in einer Wasserlochhügelposition an. Narungombe wird am 20. Juli besetzt, als die Deutschen sich in Richtung Süden nach Mihambia zurückziehen und 1 MG verloren haben.

Seekrieg
Großbritannien: Carson, erster Lord der Admiralität, tritt zurück; Nachfolger wird Sir E. Geddes.

Politik
Deutschland: Friedensresolution des Reichstags zu Kriegszielen durch eine Abstimmung von 212 gegen 126 Stimmen angenommen, welche ’nach Frieden und einer ständigen Versöhnung strebt‘. Der neue Reichskanzler Michaelis sagt, Deutschland werde nicht noch einmal Frieden anbieten.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 20. Juli 1917:

Türkische Truppen in Palästina
Türkische Truppen in Palästina bei einer Inspektion durch Enver Pascha.

Naher Osten
Osmanisches Reich: Armee-Gruppen-Kommando F wird gebildet, um die deutschen Truppen in der Region zu führen.
Palästina: Die britische 54. Division (über 100 Mann Verluste) unternimmt Grabenüberfälle südwestlich vom ‚Umbrella‘-(‚Regenschirm‘)-Hügel und verursacht über 118 Mann Verluste beim Gegner und erbeutet ein MG und einen Granatwerfer.

Westfront
Großbritannien: Das Kabinett genehmigt Haigs Ypern-Offensive unter der Voraussetzung, dass diese abgebrochen wird, wenn die Fortschritte unbefriedigend sind.

Politik
Serbien: Korfu-Erklärung, unterzeichnet von Ministerpräsident Pasic, Dr. Trumbic und dem Montenegro-Ausschuss für eine National-Union, welche Serben, Kroaten und Slowenen vereinigen soll.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 21. Juli 1917:

Kerenski
Das Zögern von Kerenski bringt ihm Misstrauen vom Offizierskorps und den Revolutionären gleichermaßen ein.

Heimatfronten
Russland: Kerenski befiehlt, nur 6 Bolschewiken (ohne Trotzki) zu verhaften und erlaubt nur die freiwillige Entwaffnung.
Großbritannien: Lloyd George sagt, dass die Nahrungsmittellieferungen für 1917/18 schon gesichert sind. Churchill sagt bei einer Rede in Dundee: ‚Wir sind das Herz, das Zentrum der Völkergemeinschaft. Wenn wir scheitern, scheitern alle.‘

Ostfront
Baltikum – Russische Nordfront-‚Offensive‘ (bis zum 23. Juli): Nur 2 von 6 vorgesehenen Divisionen greifen an (die 182. Division unter vorgehaltenen Waffen).
Galizien: Deutsche Truppen in der Nähe von Tarnopol, trotz des heroischen Widerstands der Panzerwagen des Royal Navy Air Service (5 Fahrzeuge verloren).

Politik
Großbritannien: Lloyd George sagt, dass die Rede des neuen deutschen Kanzlers bedeutet, dass das deutsche Militär gewonnen hat und die Rede vom 23. Juli sagt, dass Frieden nur zusammen mit dem deutschen Volk erreichbar sei.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 22. Juli 1917:

Die Verwundeten
Die Verwundeten, die Opfer der Entscheidung, den Krieg fortzusetzen.

Westfront
Aisne: Deutsche Angriffe im nördlichen Abschnitt der Aisne. Heftige Kämpfe, die Franzosen können am 24. Juli das verlorene Gelände zurückgewinnen.
Verdun: Deutsche Grabenüberfälle.

Ostfront
Galizien: Kaiser Karl besucht das österreich-ungarische Hauptquartier in Zloczow.

Südfronten
Saloniki: Die britische 27. Division überfällt Gräben im Struma-Abschnitt beim Dorf Homondas und bringt 35 Kriegsgefangene ein und zerstört 2 Gebirgsgeschütze.

Politik
Siam: Die Regierung erklärt den Krieg an Deutschland und Österreich-Ungarn.
Deutschland: Der deutsche Botschafter in Wien berichtet, dass eine Volksabstimmung nur in Österreich schon eine Mehrheit finden würde, den Alliierten beizutreten und gegen Deutschland zu kämpfen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag) den 23. Juli 1917:

Rumänische Artilleristen
Rumänische Artilleristen einer M1896 Vickers 127-mm-Haubitze.

Ostfront
Rumänien – Schlacht von Marasesti (bis zum 1. August): Averescus rumänische Zweite Armee dringt über 20 km tief auf einem knapp 35 km breiten Frontabschnitt vor und nimmt 30 Dörfer, 2.977 Kriegsgefangene und 57 Kanonen von der deutschen Neunten Armee (Kosch), aber die russische Vierte Armee verweigert Unterstützung.
Galizien: Russischer Rückzug entlang einer 250 km langen Front. Stanislau und Halicz werden aufgegeben, als die österreich-ungarische Dritte Armee (Kritek) wieder den Fluss Lomnica überquert.

Westfront
Flandern und Artois: Britisch-kanadische Grabenüberfälle (und am 28. Juli); das kanadische 116. Bataillon (74 Mann Verluste) bringt 53 Kriegsgefangene aus der deutschen 36. Reserve-Division westlich von Lens ein.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 24. Juli 1917:

Exekution der Holländerin Mata Hari
Exekution der Holländerin Mata Hari als deutsche Spionin am 15. Oktober 1917.

Heimatfronten
Frankreich: Der Prozess gegen Mata Hari wird öffentlich eröffnet. Todesurteil am 25. Juli, zwei Appelle werden abgelehnt.
Großbritannien: Das House of Commons stimmt den Rekord-Kriegsdarlehen über 650 Millionen Britische Pfund zu. Die Rekrutierung wird vom Kriegsministerium auf die Lokalregierungen übertragen.
USA: Der Kongress stimmt 640 Millionen Dollar für die militärische Luftfahrt zu.

Seekrieg
Frankreich: In den Teilgesprächen über die Marine stimmt die alliierte Pariser Konferenz (bis zum 26. Juli) darüber ein, dass die Otranto-Sperre dem britischen Oberbefehlshaber im Mittelmeer unterstellt wird.

Politik
Osmanisches Reich: Kuehlmann tritt als deutscher Botschafter in Konstantinopel zurück.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 25. Juli 1917:

Postsortierung Ostfront
Auf diesem Bild wird die Post von österreich-ungarischen Soldaten hinter der Ostfront sortiert.

Westfront
Großbritannien: Das Kabinett versichert Haig seine Zustimmung von ganzem Herzen zur Unterstützung seiner Offensive.
Deutschland: Ludendorff vertrauliche Anweisung warnt vor der Ausbreitung der ‚politischen Propaganda‘ in der deutschen Armee und befiehlt die baldige Überprüfung aller Briefe für die Front.
Aisne: Deutsche Angriffe nördlich des Flusses bis zum 27. Juli zurückgeschlagen.
Champagne: Deutsche Angriffe beim Mont Haut (und am 27. Juli) abgewehrt.

Ostfront
Russland: Die Regierung stellt die Todesstrafe und die Militär-Gerichtsbarkeit wieder her.
Galizien: Die deutsche 1. Garde-Division nimmt Tarnopol und überquert den Fluss Sereth am 26. Juli unter Beobachtung des Kaisers. Die österreich-ungarische Dritte Armee erobert am 26. Juli Kolomea zurück.

Luftkrieg
Nordsee: 5-7 Sopwith Pup oder Sopwith Camel Jäger decken die Verlegung einer Netzsperre an der belgischen Küste bis zum 27. Juli und zerstören dabei 3 deutsche Flugzeuge.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 26. Juli 1917:

abgeschossener deutscher Jäger
Ein abgeschossener deutscher Jäger ist in ein Haus gestürzt.

Luftkrieg
Flandern: Große Luftschlacht über dem Polygon-Wald mit 94 britischen und deutschen Flugzeugen. Wiederholt sich am 27. Juli, als mehr als ca. 20 deutsche Albatros-Jäger von 59 Jägern des Royal Flying Corps und französischen Flugzeugen knapp über dem Wald überfallen werden. Dabei verlieren die Deutschen 9 und die Briten 2 Flugzeuge. Haig gratuliert Trenchard dazu am 28. Juli.

Seekrieg
Ärmelkanal: Der britische Minenleger-Kreuzer HMS Ariadne (38 Tote) wird durch UC 65 vor Beachy Head versenkt. UC-61 strandet auf Cap Gris Nez und wird von belgischer Kavallerie umringt. Die Royal Navy erbeutet dabei Dokumente, die anzeigen, dass der britische Code für die Minenräumung geknackt worden ist.
Schwarzes Meer: Ein russisches Motorboot nähert sich in der Nacht vom 26./27. Juli dem Bosporus, kommt unter deutsches und türkisches Feuer der Küstenartillerie und wirft Flaschen mit revolutionärer anti-deutscher Propaganda für die Türken ins Meer.

Heimatfronten
Großbritannien: Die Labour Party verspricht eine Million neue Häuser für nach dem Krieg.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 27. Juli 1917:

Luftaufnahme der Westfront
Luftaufnahme der Westfront. Um den Besitz von Schlammpfützen, Granattrichtern und kümmerlichen Unterständen wird wochenlang gekämpft.

Westfront
Großbritannien: Die britische Waffengattung ‚Heavy MG Corps‘ (schweres MG-Korps) wird zum ‚Tank Corps‘ (Panzer-Korps).
Flandern: Die britische Garde-Division besetzt knapp 3.000 Meter von den Deutschen geräumte Frontgräben und wehrt einen Gegenangriff ab.

Afrika
Ostafrika: Die 2. Marschkolonne der Kilwa Force besetzt Nanganachi 20 km südwestlich von Narungombe, dann Mssindye am 29./30. Juli.

Politik
Großbritannien: Ramsay Macdonalds Initiative im House of Commons zur Annahme der Friedensinitiative des deutschen Reichstags wird mit 148 zu 19 Stimmen abgelehnt.
Geheimes französisch-italienisches Abkommen über die Einflusssphären in Kleinasien (Großbritannien tritt diesen am 18. August bei).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 28. Juli 1917:

Verhör von russischen Offizieren
Verhör von russischen Offizieren, die in österreich-ungarische Gefangenschaft geraten sind.

Ostfront
Galizien: Die österreich-ungarischen-deutschen Truppen erreichen die russische Grenze bei Gusiatyn am Fluss Zbruch. Die russische ‚Wilde Kosaken-Division‘ geht dort gegen 40.000 Deserteure vom 25. bis zum 27. Juli vor. Kaiser Wilhelm II. reist weiter nach Wilna ab.

Geheimkrieg
Russland: Somerset Maugham schifft sich nach Wladiwostok ein.

Heimatfronten
Großbritannien: Der Royal Warrant (Königlicher Hoflieferant) genehmigt das neue britische Tank-Korps.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 29. Juli 1917:

Russische Truppen in Schützengräben
Russische Truppen bewaffnet mit Mosin-Nagant Modell 1891 Gewehren, alle mit den langen Bajonetten, in Schützengräben.

Ostfront
Galizien: Der russische Widerstand südlich des Flusses Dnjestr versteift sich, aber der Rückzug in der Bukowina geht weiter.

Westfront
Deutschland: Ludendorff stellt ein detailliertes Programm für patriotische Propaganda in der deutschen Armee vor.
Flandern: Artillerie-Duelle. Allenbys einziger Sohn, ein Leutnant der königlich-britischen berittenen Artillerie, wird durch einen Granatsplitter getötet.

Seekrieg
Nordsee: Das britische Kanonenboot Halcyon rammt und versenkt das Küsten-U-Boot UB 27 vor Smith’s Knoll (Harwich).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 30. Juli 1917:

britische 18-Pfünder-Kanone
Eine britische 18-Pfünder-Kanone im Gefecht.

Westfront
Aisne: Artillerie-Gefechte.

Ostfront
Galizien: Die österreich-ungarische Dritte Armee erobert Zaleszczycki und Sniatyn zurück. Die deutsche Südarmee sowie österreich-ungarische und türkische Divisionen erzwingen den Übergang über den Fluss und schlagen ein sibirisches Regiment und die britischen Panzerwagen des Royal Navy Air Service zurück.

Luftkrieg
Ostfront: Ein britischer Panzerwagen schießt ein im Tiefflug angreifendes Flugzeug in Galizien ab.

Südfronten
Salonik: Die britischen Ausfälle durch Krankheiten belaufen sich auf ca. 12.500 Mann (hauptsächlich Malaria-Fälle).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 31. Juli 1917:

britische Soldaten mit Körperpanzer
Bei Ypern untersuchen britische Soldaten ein erbeutetes deutsches schweres Maschinengewehr. Sie tragen alle Körperpanzer.

Westfront
Flandern – DRITTE SCHLACHT VON YPERN (oder ‚Passchendaele‘ bis zum 18. November): 9 britische und 6 französische Divisionen greifen um 03:50 Uhr (Sonnenaufgang) entlang einer 25 km langen Front vom Fluss Lys bis zum Fluss Yser nach dem Rekord-Sperrfeuer durch 3.091 britische Geschütze an. Das Ziel ist es, die deutschen Truppen von der Pilckem-Höhe zu vertreiben, welche Ypern von Süden aus in Richtung Nordosten beherrscht. Schlacht um die Pilckem-Hügel: (bis zum 2. August): die deutsche Vierte Armee, mit Reserve-Divisionen für Gegenangriffe, schränkt die alliierten Fortschritte ein (15.000 Verluste beim BEF, 12 Victoria Cross verliehen, 19 Tanks abgeschossen) bis der Regen beginnt auf eine Durchbruchstiefe von 2 bis 4 km, wobei 12 Dörfer und Teile der zweiten deutschen Linie genommen werden. Auch die deutschen Verluste sind schwer, darunter 5.000 Kriegsgefangene. Die Franzosen erzielen die meisten Gewinne.
Aisne: Die Franzosen machen kleine Gewinne westlich des Chevregny-Kamms. 2 deutsche Bataillone greifen nach einem nur 5-minütigem Beschuss die Cerney-Höhe an. Mangin wird auf die Reserveliste gesetzt, nach den Untersuchungen zur Nivelle-Offensive.

Naher Osten
Mesopotamien: Die Eisenbahnstrecken Kut-Bagdad, Bagdad-Baquba und Sumaiha-Sadiya werden fertiggestellt.
Persien: Seit Juli ziehen sich Baratows russische Truppen bis zum März 1918 zurück.

Seekrieg
Großbritannien: 2.750 britische Schiffe haben jetzt Hydrofon-Ausrüstung (für die U-Boot-Ortung). 21 Atlantik-Konvois haben 354 Schiffe für den Verlust von nur 2 gesichert. Nur 27 Schiffe gingen seit dem 1. Mai bei einer Gesamtsumme von 8.894 Schiffen in Konvois verloren, was ein 18:1 Vorteil gegenüber alleine laufenden Schiffen ist. Von diesen gingen 354 aus einer Gesamtzahl von ca. 3.000 verloren.
Ärmelkanal: Die britische Minensperre in der Straße von Dover ist jetzt neu verlegt.
Atlantik: Ein U-Boot versenkt das britische Handelsschiff Belgian Prince, wobei 3 Mannschaftsmitglieder überleben, um über die Ermordung der anderen 36 Männer zu berichten.
Alliierte und neutrale Handelsschiffsverluste im Juli: 224 Schiffe mit 545.021 Tonnen (die deutsche Zahl sind 555.514 Tonnen, davon 90.334 Tonnen im Mittelmeer plus 16.969 Tonnen durch österreich-ungarische U-Boote). 6 U-Boote wurden versenkt (1 durch Wasserbomben nach Rammen), aber 11 neu in Dienst gestellt und 95 bestellt zur Fertigstellung bis zum 1. Januar 1919.

Luftkrieg
Deutschland: Der Heeres-Luftschiff-Dienst wird aufgelöst, 3 Zeppeline werden zur Marine-Luftschiff-Abteilung verlegt. Das Heer hatte bisher 26 Luftschiffe verloren und dabei 232 Bombenangriffe geflogen.


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