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08-1917, August 1917



Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für August 1917.

Schlachtfeld von Ypern
Das Schlachtfeld von Ypern mit verlassenen britischen Tanks.

August 1917

Seiteninhalt:

Päpstliche Friedensnote an die Kombattanten – Kornilow ersetzt Brussilow als russischer Oberbefehlshaber – erste Flugzeug-Decklandung auf einem fahrenden Schiff – die russischen Truppen werden über den Kaukasus nach Europa zurückgezogen – Schlacht von Marasesti – Auch die von Großbritannien auslaufenden Schiffe werden nun in Konvois organisiert – Zweiter alliierter Angriff während der ‚Dritten Ypern-Schlacht‘ – Der französische Beschuss aus 2.400 Kanonenrohren bei Verdun beginnt – Chinesische Regierung erklärt Deutschland und Österreich-Ungarn den Krieg – US-Truppen marschieren durch London – Schlacht von Langemarck – Elfte Schlacht am Isonzo – Das Große Feuer von Saloniki bricht aus – Zweite Offensiv-Schlacht von Verdun – vorletzter britischer Q-Schiff-Erfolg – Letzter Tagesangriff auf England – Streiks und Unruhen in Turin – Wehrpflichtgesetz in Kanada unterzeichnet – Bester Monat für die österreich-ungarischen U-Boote für Handelsschiffs-Versenkungen.

zurück Zurück zu Juli 1917.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 1. August 1917:

Benedikt XV.
Benedikt XV. bestieg 1914 nach dem Tod von Pius X. den Heiligen Stuhl. Er versuchte bis zum Schluß im 1. Weltkrieg zu vermitteln.

Politik
Päpstliche Friedensnote an die Kombattanten (versendet am 9. August, veröffentlicht am 14. August): Kaiser Wilhelm II. unterstützt diese am 17. August, aber die Alliierten stehen dieser sehr kritisch gegenüber. Großbritannien antwortet am 23. August und Wilson lehnt am 27. August ab, da er eine neue Reichsregierung verlangt.

Westfront
Großbritannien: Spitzenstärke des BEF mit 2.044.627 (davon 1.721.056 britische) Soldaten.
Ypern: Die Deutschen erobern St. Julien (britische Rückeroberung am 3. August) und machen Gewinne in der Nähe der Eisenbahnstrecke Ypern-Roulers (britische Rückeroberung am 2. August). Französische Geländegewinne am Westufer des Yser-Kanals.

Ostfront
Russland: KORNILOW, 47 Jahre alt, ERSETZT BRUSSILOW ALS OBERBEFEHLSHABER. Sein Tagesbefehl verurteilt den Verrat ‚bestimmter Einheiten‘.
Galizien: Die Russen drängen die deutsche Südarmee über den Fluss Zbruch bei Gusiatyn zurück.
Rumänien: Erste Phase der Schlacht von Marasesti endet.

Luftkrieg
Ypern: Guynemer, mit Esc SPA 3, erzielt 3 Luftsiege im August.
Frankreich: Im August der Erstflug des Spad XIII Jagdflugzeug mit einem 220-PS-Hispano-Suiza-Motor.
Lothringen: Im August wechselt der ehemalige US-Rennfahrer Rickenbacker von General Pershing’s Chauffeur zum AEF Aviation Section (Luftfahrtabteilung des amerikanischen Expeditionskorps).

Geheimkrieg
Mittelmeer: ​​Im August wird Compton Mackenzie aus der Ägäis abberufen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 2. August 1917:

 Sopwith Strutter mit Landungsgleitern
Hier startet eine Sopwith Strutter mit Landungsgleitern von einem Flugzeugträger.

Luftkrieg
Nordsee – erste Flugzeug-Decklandung auf einem fahrenden Schiff: RNAS Squadron-Commander Dunning lande mit seiner Sopwith Pup mit Landungsgleiter auf dem Flugzeugträger HMS Furious. Ein Wiederholungsversuch bei stärkerem Gegenwind tötet ihn am 7. August.
Österreich-Ungarn: 20 von 36 Capronis (10 beschädigt durch Flakfeuer) erreichen in der Nacht vom 2./3. August Pola, werfen 8 Tonnen Bomben auf die Marinebasis. 28 Flugzeuge wiederholen den Angriff in der Nacht vom 8./9. August.

Westfront
Ypern: Die Schlacht um die Pilckem-Hügel endet nach einem maximalen britischen Vordringen von 3.000 Metern, welches 9 britische Divisionen 31.850 Mann Verluste kostete. Die ersten mit Wasser vollgelaufen Granattrichter treten auf.
Artois: Die Deutschen erstürmen einige Schützengräben auf dem ‚Infanterie-Hügel‘ bei Monchy-Arras.

Seekrieg
Nordsee: In Wilhelmshaven streiken 600 Männer des deutschen Schlachtschiffes Prinzregent Luitpold nach über 9 Monaten Nichtstun im Hafen, angeführt von den anarchistischen Anheizern Johann Beckers und Albin Kobis und unternehmen einen Massenausgang zum Protest gegen die drakonische Disziplin und magere Rationen und marschieren anschließend wieder zu den Schiffen zurück. Dabei brüllt Kobis: ‚Nieder mit dem Krieg ! Wir wollen diesen Krieg nicht länger führen !‘
Die Meuterei auf der deutschen Flotte wird vorerst niedergeschlagen, 18 Mann verhaftet, hunderte von Matrosen wegen ’schlechten politischen Einstellungen‘ auf Landstützpunkte oder zur Marine-Infanterie-Brigade nach Flandern versetzt. 5 Mann kommen wegen Meuterei vor ein Kriegsgericht, wo Kobis und Seemann Reichpietsch vom Flaggschiff Friedrich der Große am 25. August zum Tode durch ein Erschießungskommando verurteilt werden (Exekution am 5. September).
Pazifik: Der deutscher Segelschiff-Handelszerstörer Seeadler scheitert vor der Insel Lord Howe, nachdem er 16 (davon 6 britische) Schiffe mit 30.099 Tonnen im Südatlantik versenkt und dabei 45 Kriegsgefangene eingebracht hat. Kapitän Luckner und 5 Mannschaftsmitglieder werden in einem Motorboot gefangengenommen, ein chilenischer Schoner rettet den Rest der Besatzung.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 3. August 1917:

King George besichtigt deursche Uniform
Ein britischer Stabsoffizier führt King George V. bei einem Besuch an der Westfront einen deutschen Stahlhelm mit Körperpanzerschutz vor.

Westfront
Artois: Britischer Erfolg auf dem ‚Infanterie-Hügel‘. Erfolgreicher alliierter Angriff entlang der Scarpe am 9. August.
Ypern: Die deutsche 2. Garde-Reserve-Division ist auf 2.208 Mann zusammengeschmolzen, einschließlich 600 Kranker. Die britische 39. Division nimmt St. Julien nach 3.861 Mann Verlusten ein.

Ostfront
Bukowina: Kovess (zum Feldmarschall und Baron gemacht bis zum 9. August) österreich-ungarische-deutsche Dritte Armee erobert mit dem XIII. Korps (42. Honved-Infanteriedivision und 5. Infanteriedivision) die Provinzhauptstadt Tschernowitz zurück und gewinnt 16 km östlich davon Vama am 5. August. Gheremissows russische Achte Armee hat Kimpolung am 2. August geräumt.
Rumänien: 600 russisch-rumänische Geschütze beginnen mit einem 3-tägigen Beschuss (170.000 Granaten) für eine am 7. August geplante Offensive, welche dann abgesagt wird.

Südfronten
Saloniki: Milne befiehlt, 18 der 6-inch- und 60-Pfünder-Kanonen nach Ägypten zu schicken, dann eine Infanteriedivision am 9. August. Die 10. Division wird dafür am 19. August abgelöst.

Afrikanische Fronten
Ostafrika – Linforce-Gefecht bei Tandamuti: 3 britische Kolonen werden von Lettow-Vorbecks verborgenen Positionen zurückgeschlagen, aber die Deutschen ziehen sich bis zum 4. August nach Narunyu zurück. Die Nachrichten-Kompanie der KAR (Kings African Rifles) wird gebildet.
Äthiopien: Lij Yasu entkommt beim Fall von Dessie (Hauptstadt der Wollo), aber es gibt keinen Widerstand mehr.

Heimatfronten
USA: Notfall-Flotten-Kooperation beschlagnahmt alle Schiffe aus Stahl von über 2.500 Tonnen.
Großbritannien: Schiffsreparatur-Direktion gebildet.
Russland: Der Sowjet von Petrograd zeigt Lenin wegen Verrats an. Ein Dekret der Provisorischen Regierung löst das finnische Diet (Parlament) auf.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 4. August 1917:

Zerstörer 'Tower'
Der modifizierte R-Klasse-Zerstörer ‚Tower‘.

Seekrieg
Irische See: UC-44 sinkt auf Minen von UC-42 vor Waterford, nachdem Room 40 ein gefälschtes Radiosignal in einem von den Deutschen gebrochenen Code verschickt hat. Das neue deutsche geheime Code-Signalbuch holt sich der Wrack-Taucher E. C. Miller aus dem gesunkenen Boot.
Großbritannien: Die letzten 2 von 51 während des Krieges gebauten R-Klasse-Zerstörer laufen von Stapel (seit dem 14. Mai 1914), 11 modifizierte R-Klassen werden 1917 auch gebaut. Erster von 25 V-Klasse-Zerstörern (bestellt Juni bis August 1916) wird in Dienst gestellt (von August 1917 bis Juni 1918).

Politik
Liberia: Die Regierung erklärt Deutschland den Krieg.
Frankreich: Die Franzosen akzeptieren die Bildung einer tschechischen Armee an der Westfront (Gespräche darüber seit dem 20. Juni). 2.000 Freiwillige bis November.

Neutrale
Norwegen, Holland: Die Regierungen bieten den Alliierten die Überlassung von Handelsschiffen für Nahrungsmittellieferungen an.

Heimatfronten
Großbritannien: 3.000 russische Truppen für die Westfront landen in Invergordon an. Der König und Königin besuchen Westminster Abbey zum Gedenken an das 3. Jahr des Kriegsbeginns. Nationales Kriegsziel-Komitee gebildet (3.192 Wahlkreis-Sitzungen bis zum Oktober).
Russland: General Gourko wird in seinem Haus in Petrograd verhaftet und in der Festung von Peter und Paul bis zum 19. September inhaftiert, bis er nach England ausreisen darf.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 5. August 1917:

Türkische leichte Artillerie
Türkische leichte Artillerie an der Kaukasus-Front.

Naher Osten
Armenien: Die russischen Truppen werden über den Kaukasus nach Europa zurückgezogen. Im August schätzen die Briten, dass es 123.500 effektive russische Infanterie gegen 64.000 Türken stehen. Nihad Pascha übernimmt die türkische Zweite Armee für die restliche Dauer des Krieges.
Palästina: Ein deutscher Flieger landet hinter den britischen Linien und beschädigt die Pipeline bei Salmana.
Arabien: Lawrence kehrt nach Aqaba auf der RIMS Hardinge zurück und stellt die Treue der Howeitat-Stämme mit 1.000 Britischen Pfund wieder her.

Seekrieg
Mittelmeer: Die französische Schaluppe Antares rammt und beschädigt U 39, die Schwester-Schaluppe Aldebaran beschädigt U 23 am 8. August.

Luftkrieg
Großbritannien: Brigade-General Ashmore wird zum Kommandant der neuen Luftverteidigungszone von London gemacht und übernimmt den Posten am 8. August.

Politik
Deutschland: Kühlmann wird neuer deutscher Außenminister.
Argentinien: Die Regierung fordert deutsche Entschädigung für Schiffsverluste (vereinbart am 28. August).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 6. August 1917:

August von Mackensen
Generalfeldmarschall August von Mackensen (1849-1945).

Ostfront
Rumänien – Schlacht von Marasesti beginnt mit der zweiten Phase (bis zum 3. September): Mackensen (12 Divisionen mit 865 Kanonen) erstürmt Stellungen nördlich von Focsani, als die russische Vierte Armee (Ragoza) flieht. Der Vorstoß geht über 13 km und bringt 3.000 Kriegsgefangene bis zum 7. August ein.

Politik
Großbritannien: Der französische Ministerpräsident Painleve und Lloyd George besprechen in London bis zum 8. August die Möglichkeit eines Separatfrieden mit Österreich-Ungarn.
Russland: Tereschchenkos als neuer Außenminister erzählt US-‚Oberst‘ Knox am 12. August, dass Russland den Krieg über den Winter fortsetzen will. Knox verlässt das Land in Richtung London am 18. August und trifft zuvor am 16. August noch Kerenski.

Heimatfronten
Russland: Kerenski als neuer Ministerpräsident bildet das ‚Rettet die nationale Revolution‘-Ministerium.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 7. August 1917:

Fabrik für Artillerie-Granaten
In einer Fabrik für Artillerie-Granaten wird Nachschub für die Materialschlachten bereitgestellt.

Heimatfronten
Großbritannien: Churchill trifft den von der Clyde abgezogenen Kirkwood, macht ihn zum Direktor der Miie-End London Artillerie-Granaten-Fabrik am 10. August und Ende September hat diese die größte Produktion im ganzen Land.

Südfronten
Saloniki: Das britische Kriegskabinett stimmt zu, nicht mehr Truppen von diesem Kriegsschauplatz abzuziehen, nachdem die anderen Alliierten den Abzug der britischen 10. Division zustimmen, ‚es sei denn, dass unerwartete Ereignisse eintreten‘.
Italienische Front: Auf der London-Konferenz bittet Baron Sonnino um 400 schwere Geschütze (bis zum 8. August).

Seekrieg
Großbritannien: Vizeadmiral Sir R. Weymss wird Nachfolger von Admiral Sir C. Burney als Zweiter Seelord.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 8. August 1917:

Türkische Offiziere an der Ostfront
Türkische Offiziere an der Ostfront.

Ostfront
Galizien: Die türkische 20. Division übergibt in der Nacht vom 8./9. August ihren Abschnitt an die deutsche 24. Reserve-Division, bevor sie nach Konstantinopel am 11. September abtransportiert wird.
Rumänien – Dritte Schlacht von Oituz (bis zum 22. August): 2 österreich-ungarische-deutsche Divisionen greifen an und erzwingen den alliierten Rückzug im Trotus-Tal südwestlich von Okna. Rumänischer Gegenangriff am 12.-13. August.

Seekrieg
Großbritannien: Auch die von Großbritannien auslaufenden Schiffe werden nun in Konvois organisiert. 18 Konvois laufen von Milford, Falmouth, Queenstown, Buncrana (Schottland) und Devonport aus, nur 2 von 219 Schiffen werden versenkt.
Biskaya: Das Q-Schiff (U-Boot-Falle) Dunraven (Campbell) hat ein vierstündiges Gefecht mit UC 71, sinkt aber am 9. August, als das Schiff im Schlepptau zurück nach Plymouth gezogen wird. Ein U-Boot versenkt am 13. August das Q-Schiff Bergamotte.
Ostsee – erster russischer U-Boot-Erfolg im Jahr 1917: Vepr versenkt einen deutschen Eisenerzdampfer im Bottnischen Meerbusen (zwischen Finnland und Schweden). Die britischen U-Boote verlegen bis Ende August ihre Basis von Reval nach Hangö in Finnland.

Luftkrieg
Deutschland: Erster alliierter Nacht-Bomber von deutschen Jägern bei Frankfurt am Main abgeschossen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 9. August 1917:

Situation in Russland ist völlig unklar
‚Die Situation in Russland ist völlig unklar‘, meint dieses chaotisch-bunte Plakat aus Italien.

Ostfront
Rumänien: Mackensens Truppen jenseits des Flusses Susitza und bedrohen die rückwärtigen Linien der Alliierten. Leutnant Rommel wird am linken Arm verwundet, setzt aber den Einsatz für zwei Wochen fort.

Südfronten
Saloniki: 3 bulgarische Haubitzen zerstören oder beschädigen über die Entfernung von mehr als 8 km 3 Flugzeuge des Royal Flying Corps auf dem Flugplatz im Struma-Abschnitt. Die 6 überlebenden Flugzeuge werden zu einem sicheren Flugfeld ausgeflogen.
Eine britische Patrouille aus 21 Mann auf der ‚P‘-Höhe westlich des See Dorian schaltet mit ihren Bajonetten 14 bulgarische Soldaten aus und nimmt 1 gefangen bei 1 eigenen Vermissten.

Luftkrieg
Artois: 7 Flugzeuge des Royal Flying Corps beschießen mit ihren Bordwaffen im Tiefflug deutsche Truppen während eines lokalen Angriffs der britischen 12. Division. Diese Taktik wird am 19. und 26. August wiederholt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 10. August 1917:

General Sir Edmund Allenby
General Sir Edmund Allenby erhält Befehl, den Türken bis Weihnachten 1917 Jerusalem abzunehmen.

Naher Osten
Palästina: Allenby wird mitgeteilt, er werde eine Division aus Saloniki bekommen und er ‚muss die Türken so hart wie möglich schlagen‘. Er verlegt am 11. August sein Hauptquartier von Kairo 360 km nach Kelab nahe der Front am und bildet das DMC, XX. und XXI. Korps am 12. August.

Westfront
Ypern – Zweiter alliierter Angriff während der ‚Dritten Ypern-Schlacht‘: Britischer Fortschritt auf einem 3,5-km breiten Frontabschnitt östlich von Ypern, welcher Westhoek und den Glencorse-Wald nimmt. Die britische 18. Division nimmt ‚Inverness Copse‘, aber das Gheluvelt-Plateau wird nicht vollständig genommen. Französischer Vorstoß östlich und nördlich von Bixschoote.

Afrika
Ostafrika: Linforce klärt Lettow-Vorbecks Narunyu-Stellungen auf. Die ersten Belgier verstärken die Iringa Force, welche den Fluss Idete am 26. August, nach einem unentschiedenen Gefecht am 12. August, überquert.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 11. August 1917:

vorgeschobene deutsche Patrouille
Eine vorgeschobene deutsche Patrouille. Soldaten und Pferde tragen Gasmasken.

Westfront
Ypern: Deutsche Gegenangriffe östlich von Ypern, Teil vom Glencorse-Wald werden wieder erobert.

Ostfront
Rumänien: Mackensen erzwingt an einer Stelle den Übergang über den Fluss Sereth und meldet 7.000 Kriegsgefangene eingebracht zu haben. Die rumänische Königsfamilie verlässt Jassy.

Seekrieg
Atlantik: Die Sierra-Leone-Konvois beginnen.
Südatlantik: Das britische Passagierschiff City of Athens sinkt vor Kapstadt auf einer Mine vom deutschen Segelschiff-Handelszerstörer Möwe. Es gibt 21 Tote.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 12. August 1917:

Ex-Zar Nikolaus auf dem Weg nach Sibirien
Ex-Zar Nikolaus auf dem Weg nach Sibirien, wo die Provisorische Regierung ihn und seine Familie hinschickte.

Heimatfronten
Russland: Der Ex-Zar wird zusammen mit seiner Familie in das Kloster Abalak bei Tobolsk in Sibirien gebracht.

Seekrieg
Nordsee: Der britische Zerstörer Oracle rammt und versenkt U 44 vor der Küste Süd-Norwegens.
Biskaya: 2 französische Zerstörer eskortieren erstmals einen nach Brest laufenden US-Truppenkonvoi.

Luftkrieg
Großbritannien: 11 von 13 losgeschickten Gotha-Bombern greifen Southend mit 21 Tonnen Bomben an. 139 Abfangeinsätze, bei denen ein Gotha-Bomber vom Flugpilot Unterleutnant N. S. Kerby vom Royal Navy Air Service in einer Sopwith Pup abgeschossen wird. 3 weitere Bomber machen Bruchlandungen. Es gibt 44 zivile Opfer und 3 Opfer unter Militärangehörigen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 13. August 1917:

französisches Eisenbahngeschütz
Der bedrohliche Anblick eines bei Nacht feuernden französischen Eisenbahngeschütz.

Westfront
Verdun: Der französische Beschuss aus 2.400 Kanonenrohren beginnt (einschließlich 1.100 schwerer Geschütze) entlang eines 20,5 km langen Frontabschnitt. Die deutsche Antwort ist der Beschuss mit 1 Million Granaten (2.500 Tonnen) mit Senfgas durch die Artillerie auf die französischen Stellungen in der Nähe von Verdun bis zum 24. September. 13.158 Franzosen werden vergast, darunter 143 Todesfälle.

Luftkrieg
USA: Die erste Flieger-Staffel läuft nach Frankreich aus (kommt am 3. September an).
Westfront: Das Royal Flying Corps bombardiert Ziele östlich von Lens in der Nacht vom 13./14. August), zwei deutsche Flugplätze werden am 14. August bombardiert, 4 Sopwith Strutter greifen am 15. August etwa 1.600 Mann deutsche Infanterie an und helfen bei deren Zerstreuung.
Mesopotamien: Die Squadron Nr. 63 mit RE8 trifft in Basra von der Westfront kommend ein, aber in kürzester Zeit sind 154 der 230 Mann aller Ränge der Einheit von Fieber oder Hitzschlag betroffen, sodaß sich die Einsatzbereitschaft verzögert.

Heimatfronten
Deutschland: Den Kommandanten der Militärbezirke wird freie Hand gewährt, um Streiks niederzuschlagen.
Italien: 40.000 Menschen in Turin marschieren gegen den Krieg, einschließlich einer sowjetischen Delegation aus Petrograd.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 14. August 1917:

Ruinen von Termond
Zivilisten in den Ruinen von Termond in Belgien.

Ostfront
Rumänien: Das deutsche Alpenkorps erstürmt Höhe 334, während das russisches VIII. Korps flieht.

Seekrieg
Deutschland: Scheer schreibt an Marine-Minister Capelle und drängt auf eine ‚politische Verfolgung‘ der USPD (Unabhängige Sozialdemokratische Partei), um ‚die Wurzeln des Bösen‘ in der Marine zu entlarven.
Nordsee: Die Schmack Nelson (posthum das Victoria Cross für Crisp) des britischen Special Service und die Trawler Ethel und Millie sinken in einem Artilleriegefecht mit einem U-Boot auf der Jim Hove Bank.
Mittelmeer: Die alliierte Marine-Konferenz auf Malta erweitert Calthorpes Befehlsgebiet bis zum Roten Meer und Kap St. Vincent. Commander Heneage ersetzt Kerr im Kommando über die Seestreitkräfte in der Adria. Konteradmiral Fremantle ersetzt Thursby als Oberbefehlshaber in der Ägäis.

Politik
China: Die Regierung erklärt Deutschland und Österreich-Ungarn den Krieg.
Deutschland: Auf der Berliner Konferenz lehnen die Deutschen Czernins Friedensvorschläge ab, Polen und Galizien für Konzessionen im Westen einzutauschen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 15. August 1917:

US-Soldaten marschieren durch London.
US-Soldaten marschieren durch London.

Politik
Großbritannien: US-Truppen marschieren durch London. Das Kriegskabinett beschließt, 8 Kanonen nach Russland zu schicken (bisher wurden keine der im März versprochenen 150 Stück geliefert).
Frankreich: Dmowskis polnisches Nationalkomitee in Paris gegründet.

Westfront
Artois – Schlacht um Höhe 70 (bis 25. August): Das Kanadische Korps (9.198 Verluste), unterstützt von ca. 326 Kanonen und 160 MGs, erobert die wichtige Höhe nördlich von Lens mit 5 in der Nähe befindlichen Ortschaften, trotz etwa 24 deutscher Gegenangriffen, in denen 5 deutsche Divisionen sich aufreiben (darunter 1.170 Kriegsgefangene).

Ostfront
Rumänien: Die österreich-ungarisch-deutschen Truppen erobern Soveja zurück, nachdem sich die Alliierten in Richtung des Flusses Sereth zurückziehen.

Afrika
Ostafrika: Eine belgische Marschsäule unter Major Batille geht von Kilosa in Richtung Fluss Ruaha vor, schlägt 80 km südlich deutsche Truppen in Kidodi am 18. August und drängt sie aus Tepe am 19. August ab und überquert den Fluss Ruaha am 21. August.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 16. August 1917:

Generalleutnant Wilhelm Groener
Generalleutnant Wilhelm Groener (1867-1939) war hochbegabt und auch politisch aufgeschlossen, konnte sich aber gegen die starre Haltung in Deutschland nicht durchsetzen. In der Weimarer Republik wird er eine bedeutende Rolle spielen.

Heimatfronten
Deutschland: Die OHL entfernt General Groener aus dem Kriegsamt, wo er für die Rüstung verantwortlich war. Er wird zur 33. Division bei Verdun versetzt. General Scheuch wird Nachfolger, aber am 22. August dem Kriegsminister unterstellt.
Großbritannien: Rede des Premierministers über die Handelsschiffsverluste. Er appelliert daran, die Wasserkanäle statt Eisenbahnen zu benutzen.

Westfront
Flandern – Schlacht von Langemarck (bis 18. August): Britischer Fortschritt auf einer 15 km breiten Front nördlich der Strase von Ypern nach Menin, welcher Langemarck nimmt und den Fluss Steenbeek überschreitet. Wütende deutsche Gegenangriffe drängen die britische Linie nur ein kurzes Stück zurück, wenn auch die 16. irische und 36. Ulster-Divisionen in ihre Ausgangsstellungen zurückgetrieben werden. Ein französisches Marineinfanterie-Bataillon nimmt den Drie-Grachten-Brückenkopf am Yser-Kanal ein.
Aisne: Französischer Fortschritt auf dem Plateau von Craonne.
Maas: Die deutschen Truppen nehmen einige Gräben am Ostufer ein, aber die Franzosen erobern sie am 18. August zurück.

Ostfront
Russland: Kornilow trifft Kerenski in Petrograd (bis zum 17. August und am 23. August), aber letzterer hat Bedenken wegen der militärischen Kraft.
Rumänien: Mackensen nimmt den Baltareta-Brückenkopf am Sereth, wird aber in den Okna- und Susitza-Tälern aufgehalten.

Luftkrieg
Ypern: Das Wetter behindert die Einsätze des Royal Flying Corps bei der Schlacht von Langemarck. 22 Luftkämpfe kosten 3 deutsche Flugzeuge und 9 deutsche Flugplätze werden angegriffen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 17. August 1917:

Zeppelin L58
Zeppelin L58 gehört zur neusten Generation der deutschen Luftschiffe, welche ab August 1917 fertiggestellt werden.

Luftkrieg
Deutschland: Der Kaiser entscheidet, dass die Marine auf 25 Zeppeline beschränkt wird und nur alle 2 Monate ein Luftschiff als Ersatz erhalten soll, anstelle von bisher 2 Stück pro Monat.
Mazedonien: Anglofranzösisch Flugzeuge bombardieren verschiedene Ziele (bis zum 20. August) trotz starker Winde.

Westfront
Ypern: Französischer Erfolg östlich von Bixschoote.

Politik
Großbritannien: Balfour hält eine Rede über den Balkan. Oppositionsführer Ramsay Macdonald Brief an US-Präsident Wilson und ‚Oberst‘ House besagt, daß die US-Neutralität besser gewesen wäre für eine Friedenslösung.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 18. August 1917:

Österreichisch-ungarischer Soldat auf Wachtposten
Österreichisch-ungarischer Soldat auf Wachtposten am Rand eines Waldes an der Isonzo-Front im August 1917.

Südfronten
Italienische Front – Elfte Schlacht am Isonzo (die ‚Bainsizza‘, bis zum 12. September): Nach einem Sperrfeuer ab 6 Uhr greift die italienische Zweite und Dritte Armee (44 Divisionen, 3.566 Kanonen, 1.760 Mörser) entlang einer 50 km breiten Front in der Nacht die österreich-ungarische Fünfte Armee (18 Divisionen mit 248 Bataillonen, einschließlich 3 Divisionen von der Ostfront, 6 weitere werden herangeführt) an und nimmt deren erste Linie mit 7.500 Kriegsgefangenen. Aber nur 6 der 14 geplanten Isonzo-Brücken können aufgrund des österreich-ungarischen Widerstands benutzt werden, weitere werden in der Nacht vom 19./20. August gebaut.
Saloniki: Das Große Feuer bricht aus im alten Viertel mit Holzbauten durch verschüttetes Öl von einem Herd. Das Feuer kann zwar bis zum 21. August unter Kontrolle gebracht werden, aber 80.000 Menschen werden obdachlos und fast die Hälfte der Stadt wird zerstört. Das britische Basis-Hauptquartier am Meer brennt aus, aber der Hafen wird nicht beeinträchtigt.

Seekrieg
Nordsee: Während des Besuches des Kaisers und Capelle in Wilhelmshaven, nennt Scheer die jüngste Meuterei einen ’sozialistischen Umsturzversuch‘, welcher ein ‚paar Todesurteile‘ erfordert. Bei der Forderungen, implizit USPD-Abgeordnete wegen Verrats zu verurteilen, wendet Capelle ein, dass die Abgeordneten parlamentarische Immunität genießen. Der Kaiser unternimmt die erste Seereise seit Kriegsbeginn auf dem neuen Flaggschiff Baden der Hochseeflotte von Wilhelmshaven nach Helgoland.
Westliches Mittelmeer: Der Aufklärungs-Kreuzer USS Birmingham (Konter-Admiral Wilson) trifft in Gibraltar als Flaggschiff der US-Patrouillen-Streitmacht ein. Zusammen mit 2 weiteren Kreuzer und 7 Kanonenbooten sollen sie auf der Atlantik-Seite der Meerenge operieren.

Luftkrieg
Belgien – Der Hollandflug: ein geplanter Gotha-Bomber-Einsatz gegen London scheitert. 28 Flugzeuge werden losgeschickt (8 oder 9 gehen insgesamt verloren), aber werden wegen schwerer Sturmwinde zurückgerufen. Dabei werden 2 über dem neutralen Holland abgeschossen und 6 oder 7 stürzen in Belgien oder über dem Meer ab.
Italienische Front: 85 Caproni-Bomber greifen österreich-ungarische Versorgungs- und Verstärkungs-Kolonnen, Munitionslager und Hauptquartiere an.

Heimatfronten
Großbritannien: Eine Regierungs-Proklamation verbietet einen angedrohten Streik der Bahningenieure. Churchill ersetzt 50 Munitions-Ministerium-Abteilungen mit 11-Mann-Räten (Treffen wöchentlich) und Sekretariat.
USA: Die Streitkräfte sind nun insgesamt 943.141 Mann stark. Nahrungsmittel-Verwalter Hoover bittet jede Familie, ein Pfund Mehl pro Woche einzusparen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 19. August 1917:

Tank im Schlamm
Ein britischer Tank ist während der Ypern-Schlacht im Schlamm steckengeblieben.

Westfront
Ypern: Geringer Fortschritt der britischen Truppen auf der Straße von Ypern nach Poelcapelle, in der 12 Panzer (1 festgefahren) Bunker bei St. Julien für 26 Mann Verluste einnehmen. Die Deutschen erobern am 25. August die Stellungen kurzzeitig zurück.

Ostfront
Galizien und Bukowina: Die Deutschen melden in den letzten Kämpfen 22.000 Kriegsgefangene eingebracht zu haben.
Rumänien: Angriffe von Mackensen bei Marasesti bis zum 20. August mit 4 Divisionen nach 3-stündigem Artilleriebeschuss, aber Averescu gewinnt das verlorene Gelände zurück, als General Popescus 47. und 51. Regiment der 13. Division einen Bajonettangriff durch den Razoave-Wald führen. Die Kämpfe schlafen dann bis zum 28. August ein.

Südfronten
Isonzo: 12 italienische Bataillone jetzt über den Fluss. Höhe 300 von Badoglios II. Korps genommen und viele Vorstöße bergauf. Die italienische Dritte Armee greift auf dem Kars bis zum2 3. August an, aber die Operationen werden nach nur minimalen Geländegewinnen – außer bei Diaz XXIII. Korps – bei schweren Verlusten abgebrochen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 20. August 1917:

verwundeter Deutscher bei Ypern
Ein verwundeter Deutscher wird bei Ypern von südafrikanischen Soldaten auf einer Bahre nach hinten gebracht.

Westfront
Ypern: Seit dem 31. Juli wurden nach General Kuhl, dem Stabschef von Prinz Rupprecht, 17 deutsche Divisionen ‚verbraucht‘. Ein britischer Angriff mit Unterstützung von 7 Tanks führt zu Geländegewinnen.
Verdun – Zweite Offensiv-Schlacht von Verdun (bis zum 9. September): Guillaumats französische Zweite Armee – mit 18 Divisionen gegen 12 deutsche – nimmt Verteidigungsstellungen nördlich von Verdun auf einem 18 km breiten Frontabschnitt in einer Tiefe von 2 km, darunter der Wald von Avocourt, Mort Homme (Hügel ‚Toter Mann‘), Höhe 240 sowie 5.000 Kriegsgefangene bis zum 23. August. Die vorgewarnte deutsche Fünfte Armee hat zuvor den Talou-Kamm und andere Stellungen geräumt.

Ostfront
Russland: Kornilow befiehlt die Konzentration von Kosaken-Einheiten in Eisenbahn-Reichweite zu Petrograd und Moskau (ev. schon am 19. August).
Baltikum: Die Russen räumen einige Stellungen südwestlich von Riga bis zum 22. August um 5 bis 13 km, um ihre Linie zu verkürzen. Dazu werden Vorratslager und die Kranken und Verwundeten aus der Stadt selbst evakuiert. Die deutsche Achte Armee beginnt mit dem Marsch auf Riga am 22. August.

Seekrieg
Atlantik – vorletzter britischer Q-Schiff-Erfolg: Die U-Boot-Falle Acton versenkt UC 72, welches am 19. August das Q-Schiff (U-Boot-Falle) Penshurst beschädigt hatte.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 21. August 1917:

Bersaglieri, die Elite-Truppen
Ein Mitglied der Bersaglieri, die Elite-Truppen der italienischen Armee, mit einem zusammen-gelegten, tragbaren Fahrrad auf dem Rücken.

Südfronten
Isonzo: Bersaglieri-Truppen erstürmen Ossoinica und Osedrih, letzteres geht wieder verloren. Die Tortona-Brigade nimmt den Mt. Kuk (611 m). Der Mt. Jelinek wird von drei Seiten aus genommen und am 22. August Durchbruch in der Nähe von Auzza auf einem knapp 2.000 Meter breiten Frontabschnitt, welcher die österreich-ungarischen Truppen zerrüttet.

Westfront
Artois: Kanadische Truppen (1.154 Mann Verluste) stossen auf einem knapp 200 Meter breiten Frontabschnitt westlich und nordwestlich von Lens vor.
Verdun: Französische Rückeroberung von Cote de l’Oie durch die marokkanische Division, einschließlich der Fremdenlegion, sowie Regneville und Samogneux auf beiden Seiten der Maas. Das ganze unter Beobachtung von Petain und Pershing.

Ostfront
Bukowina: Kovess greift die Stadt Sereth an und nimmt Verteidigungsstellungen auf Hügeln in der Nähe. Er erneuert Angriffe östlich von Tschernowitz am 26. August und nimmt die Dolzok-Höhe am 27. August.

Luftkrieg
Großbritannien: 8 deutsche Marine-Zeppeline fliegen in der Nacht vom 21./22. August erfolglos gegen die Midlands. Nur 10% der 10.800 kg abgeworfenen Bomben werden überhaupt registriert, wobei es einen Verwundeten gibt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 22. August 1917:

Schlachtfeld von Ypern
Das Schlachtfeld von Ypern mit verlassenen britischen Tanks.

Westfront
Ypern: 4 britische Divisionen mit 16 Tanks stehen vor St. Julien im Gefecht, 2 weitere mit 18 Tanks südlich von Fortuin und 3 weitere mit Tanks kämpfen entlang der Menin-Straße bis zum 23. August. Weniger als 500 bis 850 Metern Geländegewinn bei schweren Verluste (3.000 Mann). 2 britische Bataillone nehmen und halten den Glencorse-Wald bis zum 24. August.

Luftkrieg
Großbritannien – Letzter Tagesangriff auf England: 10 von 15 gestarteten Gotha-Bomber (insgesamt 3 verloren) greifen Margate, Ramsgate und Dover an. 138 Abfangeinsätze, 2 Bomber werden von Jägern des Royal Navy Air Service abgeschossen und 1 durch Flakfeuer. Insgesamt 39 Opfer auf dem Boden, einschließlich 16 Militärangehörige.

Heimatfronten
Großbritannien-Deutschland: Jetzt 102.218 deutsche Kriegsgefangene zu 43.000 Briten.
Russland: Die Wahlen für eine konstituierende Verfassung werden vom 12. September auf den 12. November verschoben.
Italien – Streiks und Unruhen in Turin (bis zum 28. August): Brotmangel führt zur Schließung von Fabriken und Plünderungen von Geschäften, 2 Kirchen niedergebrannt. Die Armee setzt Panzer und MGs ein, um die Barrikaden am 23. August niederzureißen und die Arbeiter-Kolonnen zu vertreiben. Die Ordnung wird bis zum 24. August wiederhergestellt, nach 50 Toten (davon 3 Soldaten) und 800 Verhaftungen. Die Unruhen von Turin greifen nicht auf den Rest Italiens über.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 23. August 1917:

Cadorna an der Front
Der italienische Oberbefehlshaber Cadorna und sein Stab an der Front.

Südfronten
Isonzo: Die Italiener nehmen 5 Berggipfel auf einem 20,5 km langen Frontabschnitt, als österreich-ungarische Brände und Zerstörungen ihren Rückzug in der Nacht vom 23./24. August auf eine neue Verteidigungslinie ankündigen.
Mazedonien: Die alliierte Frontlängen sind für die Briten 150 km, Franzosen und Griechen 80 km, Serben 55 km, Russen 35 km und Italiener 15 km.

Heimatfronten
Großbritannien: Churchill trifft die Cumberland-Bergleute, um über deren Anti-Rekrutierungsstreik vom 6. bis 11. August zu sprechen.
Russland: Hochverratsprozess gegen den ex-zaristischen Kriegsminister Sukhomlinow in Petrograd bis zum 26. August, welcher zu lebenslänglicher, harter Zwangsarbeit verurteilt wird.
USA: Garfield wird Verwalter über den Treibstoff.

Afrika
Ostafrika: Die 700 Mann starke NRFF-Kolonne von Shorthose besetzt Tunduru.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 24. August 1917:

französdische Offiziere versuchen, Optimismus zu verbreiten
Gehobene Stimmung und Blumen auf dem Mittagstisch, als französische Offiziere versuchen, Optimismus zu verbreiten.

Westfront
Verdun: Französisches Vordringen über 2,5 km Tiefe auf einem knapp 2.000 Meter breiten Frontabschnitt, welcher Höhe 304 und den Camard-Wald nimmt und das südliche Ufer des Forges Brook erreicht. Dazu Geländegewinne nördlich vom Mort Homme (Hügel ‚Toter Mann‘).

Südfronten
Isonzo: Die Italiener sind 10 km auf einem 16 km breiten Frontabschnitt vorgestoßen und haben 20.000 Kriegsgefangene eingebracht und 125 Kanonen erbeutet. Jetzt haben sie aber kein Wasser mehr und auch keine Straßen für eine weitere Verfolgung über die Bainsizza-Hochebene sowie 2 Millionen von 3,5 Millionen mittelschweren Artilleriegranaten bereits verschossen. Ein österreich-ungarischer Gegenangriff am 28. August lässt diese lediglich 1.000 Kriegsgefangene verlieren.

Afrika
Ostafrika: Belgische Truppen drängen die Deutschen vom Fluss Sansa ab und drücken sie am 27. August gegen den Nyasasee.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 25. August 1917:

Delegierte aus der russischen Armee
Delegierte aus der russischen Armee. Einige, die Radikalen, haben ihre Schulterstücke herunter-gerissen, um ihre Verachtung für die Autorität zu zeigen.

Heimatfronten
Russland: Kerenski eröffnet die Moskauer Nationalkonferenz (bis 29. August), die Bolschewiken boykottieren.

Westfront
Ypern: Zweite Phase der dritten Ypern-Schlacht endet. Haig beschließt, die Leitung der Schlacht von Gough zu Plumer zu übertragen, welcher seine Pläne am 29. August unterbreitet. Das BEF hat seit dem 31. Juli 68.010 Soldaten verloren.
Artois: Schlacht um Höhe 70 endet.
Verdun: Die Franzosen rücken nördlich von Höhe 304 vor. Seit dem 20. August haben sie lediglich 14.470 Mann verloren, aber alleine 9.100 Kriegsgefangene eingebracht, 30 Geschütze, 22 Mörser und mehr als 13 MGs erbeutet.

Politik
Polen: Der Staatsrat tritt wegen der deutschen Politik zurück.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 26. August 1917:

Feldgeschütz im Schlamm Ypern
Britische Soldaten versuchen bei Ypern ein Feldgeschütz aus dem Schlamm zu ziehen.

Westfront
Ypern: 4 britische Divisionen und 12 Panzer kämpfen nördlich von St. Julien, aber ein Meer aus Schlamm beschränkt den Fortschritt auf unter 2.000 Metern.
Somme: Das britische III. Korps nimmt 800 Meter von deutschen Stellungen östlich von Hargicourt, nordwestlich von St. Quentin, ein.
Verdun: Das französische XXXII. Korps am Ostufer der Maas erreicht die Außenbezirke von Beaumont und wehrt einen Gegenangriff am 27. August ab.

Südfronten
Italienische Front: Kaiser Karls Brief an Kaiser Wilhelm II.: ‚Die Erfahrungen unserer elften Schlacht (am Isonzo) überzeugt mich, dass die Zwölfte sehr hart werden wird … es ist am besten, die Schwierigkeiten mit einer Offensive zu überwinden‘, fragt nach österreich-ungarischen Divisionen von der Ostfront und deutschen Geschützen und fügt hinzu ‚Meine ganze Armee betrachtet den Krieg gegen Italien als „unseren Krieg“.‘


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 27. August 1917:

Türkische Reservisten
Türkische Reservisten versammeln sich.

Südfronten
Saloniki: Britischer Artilleriebeschuss bis zum 30. August und kleinere Überfälle im Abschnitt beim See Doiran.

Heimatfronten
Osmanisches Reich:Armenischer Verschwörungsbericht‚ veröffentlicht.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 28. August 1917:

Französische Offiziere vergeben Auszeichnungen an rumänische Truppen
Französische Offiziere vergeben Auszeichnungen an rumänische Truppen an der Ostfront im Sommer 1917.

Ostfront
Russland: Generalstabschef Kornilow appelliert auf der Moskauer Nationalkonferenz zur Wiederherstellung der Disziplin und Versorgung der Armee. Kerenski erzählt General Barter, dass die Truppen den Winter in den Schützengräben verbringen sollen und dabei ihre Disziplin wiedergewinnen werden.
Rumänien: Angriff der Truppen von Mackensen in den Abschnitten von Marasesti und Okna. Die russischen Divisionen brechen zusammen, aber die Rumänen halten heldenhaft im Bereich Varnita-Muncelu bis zum 3. September.

Westfront
Verdun: Die Franzosen stehen nun praktisch wieder auf der gleichen Linie wie vor dem deutschen Angriff vom 21. Februar 1916.

Seekrieg
Baltikum: Deutsche Flugzeuge werfen 90 Bomben auf die russische Schifffahrt im Golf von Finnland und von Riga. Der russische Zerstörer Stroini wird durch eine 60-kg-Bombe eines Wasserflugzeuges zerstört.

Luftkrieg
Arabien: 4 Flugzeuge des Royal Flying Corps aus Kuntilla vom Sinai (65 km nordwestlich von Aqaba) werfen 32 Bomben (4 Treffer) auf Schuppen von Motorfahrzeugen und Kasernen (ca. 100 türkische Opfer). Am 29. August bombardieren nochmals 3 Flugzeuge das türkische Lager von Abu-el-Lisal und Maan.
Italienische Front: 1.474 italienische Einsätze geflogen seit dem 19. August, durchschnittlich 225 Flugzeuge pro Tag, 81 Flugzeugbesatzung wurden getötet.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 29. August 1917:

italienische Rüstungsarbeiterinnen
Bis zum Kriegsende arbeiteten in Italien etwa 200.000 Frauen in der Kriegsindustrie.

Südfronten
Isonzo: Cadorna befiehlt, die Bainsizza-Operationen einzustellen, mit Ausnahme des Schlages nördlich und östlich von Gorizia.
Italienische Front: General Waldstatten unterbreitet den österreich-ungarischen Plan für eine Offensive dem General Arz, welche mit 13 Divisionen (einschließlich Deutschen) aus dem Tolmino-Brückenkopf nördlich dem Bainsizza-Plateau in Richtung Cividale geführt werden soll. Hindenburg und Ludendorff genehmigen schließlich, was zur Caporetto-Offensiv wird, nachdem der bayerische Bergkriegs-Experte General Kraftt die Front inspiziert hat.

Heimatfronten
Kanada: Wehrpflichtgesetz unterzeichnet, 5.000 demonstrieren dagegen in Montreal.
Großbritannien: Churchill schreibt den Gewerkschaftsführern, dass eine erhöhte Flugzeugproduktion notwendig ist.
Deutschland: Industrielle teilen dem Reichskanzler mit, dass ’sie sind bereit, 10 weitere Jahre zu kämpfen, um das mineralreiche Longwy-Briey-Becken zu behalten.‘


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 30. August 1917:

Eddie Rickenbacker mit seiner Spad XIII
Das führende amerikanische Jagdflieger-Ass Eddie Rickenbacker mit seiner Spad XIII im Jahr 1918. Im Fronteinsatz verwendeten die US-Luftstreitkräfte ausschließlich französische und britische Flugzeugtypen.

Luftkrieg
Frankreich: Die Regierung verpflichtet sich, die US-Streitkräfte mit 5.000 Flugzeuge und 8.500 Motoren (Spad und Breguet) zu versorgen.

Westfront
Artois: Britische Truppen schlagen einen Nachtangriff auf Schützengräben südöstlich von Lens ab.

Politik
Deutschland: Der päpstliche Nuntius Pacelli in München schickt dem Reichskanzler eine anglofranzösische Note an den Vatikan bezüglich Belgien (eine ausweichende deutsche Antwort folgt am 24. September).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 31. August 1917:

U-Boot stoppt Frachtschiff
Ein deutsches U-Boot hat ein Frachtschiff gestoppt.

Seekrieg
Nordsee: Flugzeuge des Royal Navy Air Service greifen Flugplätze an der belgischen Küste an.
Alliierte und neutrale Handelsschiffsverluste an U-Boote im August: 186 (davon 84 britische) Schiffe mit 509.142 Tonnen. Die deutschen Meldungen sind 472.372 Tonnen, einschließlich 79.549 Tonnen im Mittelmeer. 5 U-Boote wurden versenkt. Der beste Monat für die österreich-ungarischen U-Boote für Handelsschiffs-Versenkungen: 38.823 Tonnen werden gemeldet, mehr als alles von 1914 bis 1916 zusammen.

Westfront
Ypern: Der enttäuschende britische Artilleriebeschuss der deutschen Verteidigungsstellungen auf dem Höhenrücken an der Menin-Straße beginnt. Deutsche Truppen nehmen einige der vorgeschobenen britischen Stellungen nördlich der Straße St. Julien-Poelcapelle ein.
Aisne: Französische Geländegewinne in der Nähe von Hurtebise.

Südfronten
Saloniki: Britischer Krankenstand ca. 18.000 Mann.
Italienische Front: Die Italiener geben an, 27.000 Kriegsgefangene seit dem 19. August eingebracht zu haben. Schwere Kämpfe an der Schlüsselstellung am Mt. San Gabriele nordöstlich von Gorizia.

Geheimkrieg
Italienische Front: Im August gelingt es der italienischen Commando Supremo Crittografico-Einheit erstmals österreich-ungarische Funknachrichten mitzulesen.


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