05-1919, Mai 1919


Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für Mai 1919.

Protestversammlung der SPD gegen den Versailler Vertrag
Protestversammlung der SPD gegen den Versailler Vertrag an der Berliner Siegessäule am 13. Mai vor dem ‚Eisernen Hindenburg‘.

Mai 1919

Seiteninhalt:

Schlagzeilen vom Mai 1919:


Regierungstruppen erobern München von den Spartakisten zurück – Zivil- und Privat-Flugzeuge werden in Gro0britannien erlaubt – Ausgabe von Bezugsscheinen für Rationen endet in Großbritannien – Pekinger Studenten protestieren gegen die Überlassung von Schantung durch die Alliierten an die Japaner – Der Friedensvertragsentwurf wird von Clemenceau der deutschen Delegation im Schloss Trianon (Versailles) vorgelegt – Dritte Anglo-Afghanische Krieg – Griechische Truppen landen in Smyrna – Estland erklärt sich zur unabhängigen Republik – Die britische Rheinarmee ist bereit, weiter nach Deutschland hinein zu marschieren, um die Friedensbedingungen durchzusetzen – Alliierte Blockade im Mittelmeer aufgehoben.

zurück Zurück zu April 1919.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 1. Mai 1919:

Freiwillige aus Oberbayern marschieren in München ein
Freiwillige aus Oberbayern marschieren in München ein. Ein wichtiger Grund des Scheiterns der Bayrischen Räterepublik war ihre Feindschaft zu den Bauern.

Deutschland: Regierungstruppen erobern München von den Spartakisten zurück, nachdem diese 10 Geiseln ermordet haben. Repressalien und Todesurteile (bis zum 14. Juni) erhöhen die Zahl der Todesopfer seit dem 7. Januar auf 719 (darunter 58 russische, ehemalige Kriegsgefangene, welche sich der Bayerischen Roten Armee angeschlossen hatten).
Frankreich – Friedensprozess: Kommission für den Schutz von Minderheiten in den neuen und anderen Staaten ernannt. Zwei Menschen sterben und über 800 Verletzte bei den Unruhen der Pariser Sozialisten-Anarchisten.
Österreich: Jugoslawische Truppen nehmen Klagenfurt ein.
Russland: Im Mai im Süden 228.000 Rote plus 400-550 Kanonen gegen 50.000 Mann unter Denikin (General Mai-Maevsky neuer Oberbefehlshaber der Freiwilligen-Armee). Trotzki besucht die Ukraine zum ersten Mal: ‚Der herrschende Zustand von Chaos, Verantwortungslosigkeit, Lässigkeit und Separatismus übertrifft die pessimistischsten Erwartungen‘. Die Cheka bekommt 100.000 interne Sicherheitstruppen. Aufruf der Kommunistischen Internationale zum Maifeiertag: ‚Bevor ein Jahr vergangen ist, wird ganz Europa Sowjetisch sein.‘
Nordrussland – Murmansk-Abschnitt: 3.000 alliierte Truppen rücken vor und nehmen am 3. Mai Maselskaya ein. Archangelsk-Abschnitt: Angriffe der Roten abgewehrt (2. und 10. Mai).
Westrussland: Die Polen nehmen Svensiani.
Südrussland: Die Roten nehmen Mariupol am Asowschen Meer. Die 47. Squadron der RAF zerstört 15 rote Flugzeuge bis zum 31. Mai.
Großbritannien: Die Lebensmittel-Einzelhandelspreise sinken um 6 % auf 107 %. Zivil- und Privat-Flugzeuge werden erlaubt. Feldmarschall Lord Frenchs Buch 1914 wird veröffentlicht. Die Regierung ernennt eine Sonderkommission, die Belgien beim Wiederaufbau der Industrie unterstützen soll und grundsätzlich die 48-Stunden-Woche und Vorschläge für Mindestlöhne akzeptiert.
USA: Im Mai vervollständigt die Amerikanische Legion im Zweiten Fraktionsausschuss in St. Louis (Mo.) ihre Verfassung.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 2. Mai 1919:

Hindenburg Vereidigung zum Reichspräsidenten
Nach seinem Rücktritt als Oberbefehlshaber der deutschen Armee wird Hindenburg 1925 erstmals als Kompromisslösung und als ‚Ersatzkaiser‘ zum Reichspräsidenten vereidigt.

Deutschland: Hindenburg kündigt seinen Rücktritt als Oberbefehlshaber der Armee nach dem Friedensvertrag an.
Ungarn: Die Alliierten einigen sich darauf, Budapest zu besetzen.
Großbritannien: Die Admiralität veröffentlicht die Berichte von den Dardanellen vom März 1915.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 3. Mai 1919:

Siegesparade in Dublin
Whippet-Tanks bei der britischen Siegesparade in Dublin.

Irland: 3 irisch-amerikanische ‚Friends of Irish Freedom‘ (‚Freunde der irischen Freiheit‘) treffen am 3. Juni ein, nachdem sie zuvor Wilson in Paris mit Lobby-Arbeit unterstützt haben.
Großbritannien: Die Ausgabe von Bezugsscheinen für Rationen endet; die Butterration steigt auf 56,7 Gramm pro Kopf und Woche. Die Truppen aus Übersee marschieren durch London.
Baltikum: Deutscher Staatsstreich in Lettland. Der Oberste Alliierte Rat verlangt den Rückruf von General Goltz.
Tschechoslowakei: Die Ungarn fallen in der Tschechoslowakei ein und schlagen am 24. Mai die Tschechen.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 4. Mai 1919:

Admiral Koltschak
Admiral Koltschak zu Tisch (Mitte) in Jekaterinburg.

Frankreich – Friedensprozess: Der Oberste Alliierte Rat lädt die Italiener zur Rückkehr ein und diese folgen dem am 5. Mai. Ein hochrangiger US-Beamter, wahrscheinlich E. House, trifft Kerensky, der annimmt, dass die Roten jetzt nur noch ein paar Monate durchhalten können, aber befürchtet, dass das Koltschack-Regime kaum besser sein wird.
China: 15.000 Pekinger Studenten protestieren mit der Bewegung ‚Am 4. Mai‘ gegen die Überlassung von Schantung durch die Alliierten an die Japaner.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 5. Mai 1919:

Treffen alliierter Truppen bei Verst 555 an der Wolga-Front
Treffen alliierter Truppen bei Verst 555 an der Wolga-Front in Nord-Russland am 5. Mai 1919. US-Oberst Stewart (links) salutiert vor US-General Richardson (rechts). Stewart befehligt das 339. US-Infanterie-Regiment mit dem Spitznamen ‚Die Polarbären‘. Weiße russische Truppen bedienen das Eisenbahngeschütz in der Mitte, während britische Soldaten auf dem Truppenzug stehen.

Russland: Der Oberbefehlshaber der Roten Armee, Watsetis, entlässt Oberst Kamenew wegen Befehlsverweigerung an der Ostfront, aber Lenin setzt ihn drei Wochen später als Oberbefehlshaber über die Ostfront wieder ein. Watsetis warnt den Verteidigungsrat, dass der Munitionsnachschub für Infanterie-Waffen sich in Richtung ‚Katastrophe‘ entwickelt.
Rumänien: Die Bedingungen der Regierung werden den Ungarn vorgelegt.
Schweiz: Kaiser Karls und Kaiserin Zitas fünfter Sohn wird geboren.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 6. Mai 1919:

Dreierrat Versailles
Der Dreier-Rat aus (v.l.n.r.) Clemenceau, Wilson und Lloyd George in Versailles.

Frankreich – Friedensprozess: Die sechste Plenarsitzung stimmt dem Entwurf eines Friedensvertrags zu. Foch, unzufrieden mit den französischen Sicherheitsgarantien, spricht sich dagegen aus. Der Dreier-Rat verteilt die deutschen Kolonien (Südwestafrika an Südafrika, Ostafrika an Großbritannien) und beschließt, den Griechen die Besetzung von Smyrna in der Türkei zu erlauben.
Finnland: Großbritannien erkennt Finnland an; die USA tun es am 7. Mai.
Großbritannien: Der Lebensmittel-Kontrolleur plant, das Lebensmittel-Ministerium bis Dezember zu schließen. Die britische Admiralität kündigt das Helium als nicht brennbaren Wasserstoffersatz für das Luftschiff-Gas an.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 7. Mai 1919:

Clemenceau überreicht Friedensvertrag
Am 7. Mai 1919 überreicht Clemenceau (rechts, stehend) um 15 Uhr im Hotel Trianon-Palace in Versailles vor der Vollversammlung der Friedenskonferenz der deutschen Delegation die 440 Artikel des Friedensvertrages. Artikel 231 legte die einseitige Kriegsschuld Deutschlands fest und war die Grundlage der moralischen Begründung des Vertragswerkes.

Frankreich – Friedensprozess – 7. Plenarsitzung: Der Vertragsentwurf wird von Clemenceau der deutschen Delegation im Schloss Trianon (Versailles) mit 15 Tagen zur schriftlichen Prüfung vorgelegt (Frist verlängert vom 20. Mai auf den 29. Mai). Graf Brockdorff-Rantzau antwortet darauf in einer Rede, bei der er sitzt, und weigert sich, die ganze Kriegsschuld zu übernehmen. Alle deutschen Kolonien werden zu Mandatsgebieten, mit Ausnahme von Togo und Kamerun, die auf anglo-französische Vorschläge warten.
Ukraine: Major Grigorew rebelliert gegen die Rote Ukrainische Front und stört ihre hinteren Verbindungslinien bis zu seinem Tod Ende Juli.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 8. Mai 1919:

deutsche Delegation in Versailles
Die deutsche Delegation in Versailles. Sie sind gezwungen, nicht nur demütigende Verluste hinzunehmen, sondern auch die Schuld für den Krieg zu übernehmen.

Frankreich – Friedensprozess: Die deutsche Delegation protestiert gegen bestimmte Friedensbedingungen (auch am 10., 11., 13. Mai, über die Saar am 16. Mai, über die Kriegsgefangenen am 19. Mai, jeweils zu einem Thema). Die Beschwerden werden an 13 Ausschüsse für bestimmte Klauseln weitergeleitet. Der zionistische Delegationsleiter schreibt an Wilson und erhält eine eindeutige Unterstützungs-Erklärung.
Osteuropa: Die Alliierten unterbinden den weiteren rumänischen Vormarsch in Ungarn. Paderewski verlässt Paris in Richtung Warschau.
Sibirien: Die Roten erobern Buguruslan, Bugulma (12. Mai) und Belebei (18. Mai) zurück. Die Ural-Kosaken nehmen Aktiubinsk.
Südrussland: Die Gegenoffensive von Denikin (bis zum 15. Mai) bringt 25.000 Kriegsgefangene von der Roten Zehnten Armee ein.
Nordrussland – Archangelsk-Sektor: 2 weiße Bataillone wehren einen überraschenden roten Angriff auf Korelka ab.
Indien: Dritte Anglo-Afghanische Krieg beginnt, als die Afghanen über die nordwestliche Grenze einmarschieren, aber von Generalmajor Fowler in Bagh Springs mit Verlusten von 400 Mann und 5 Geschützen zurückgewiesen werden.



Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 9. Mai 1919:

Mieterstreik in Deutschland
Auf einer Hauswand in Deutschland wird zum ‚Mieter-Streik‘ aufgefordert: ‚Erst Essen, dann Miete‘.

Großbritannien: 408.491 ehemalige Soldaten ohne Arbeit erhalten Unterstützung.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 10. Mai 1919:

englischer Soldaten-Friedhof
Ein englischer Soldaten-Friedhof in Frankreich.

Großbritannien: Die Rekrutierung für das Arbeiter-Korps für die Soldaten-Friedhöfe in Frankreich beginnt (15.445 Arbeiter bis April 1920). Die Regierung gewährt der Royal Navy ein Sold-Programm mit Nachzahlungen ab dem 1. Februar. AV Roe&Co startet den ersten regulären Flugdienst in England mit 3-sitzigen Avros auf der Strecke Manchester nach South Port und Blackpool bis zum 30. September für 4 Guineas.
Baltikum: Pro-deutsche baltische Regierung mit Sitz in Lettland eingerichtet.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 11. Mai 1919:

 Filmschauspierlerin Asta Nielsen
Die Filmschauspielerin Asta Nielsen war die ‚Duse des Nordens‘, hier zusammen mit Conradt Veidt in dem nach dem Krieg gedrehten Stummfilm ‚Der Reigen‘.

Nichts besonderes zu berichten.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 12. Mai 1919:

Scheidemann gegen Versailles
Ministerpräsident Scheidemann spricht sich auf den Stufen des Reichstages in Berlin gegen die Annahme des Versailler Vertrages aus.

Deutschland: Die Nationalversammlung tagt in Berlin, Ministerpräsident Scheidemann fragt: ‚Welche Hand würde nicht verdorren‘, die den Friedensvertrag unterzeichnet würde.
Frankreich – Friedensprozess: Der Wirtschaftsrat beschließt über weitere Blockade-Maßnahmen, falls Deutschland sich weigert, den Friedensvertrag zu unterzeichnen.
Großbritannien: Das Covent Garden Opera House wird wiedereröffnet.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 13. Mai 1919:

Evzones in Smyrna
Griechische Evzones-Truppen kommen in Smyrna an.

Türkei: Griechische Truppen landen in Smyrna (bis zum 16. Mai), angeblich um die christliche Bevölkerung zu schützen und die Ordnung aufrechtzuerhalten. Bald werden aber etwa 20 Türken auf offener Straße erschossen und ein griechisches Kriegsgericht verurteilt 74 Griechen, Türken und Armenier wegen Unruhen (3 Griechen hingerichtet). Die Griechen besetzen Magnesia am 24. Mai, Aidin am 27. Mai und Aivali am 28. Mai weiter im Inland.
Frankreich – Friedensprozess: Graf Brockdorff-Rantzau Note an Clemenceau lehnt den Artikel mit der alleinigen deutschen Kriegsschuld ab (und nochmals am 24. Mai).
Baltikum: Die estnische Armee (20.000 Mann) rückt näher an Petrograd heran; landet mit Unterstützung der Royal Navy in der Kaporia-Bucht.
Großbritannien: Die Schifffahrts-Verluste während des Krieges werden mit 2.197 Schiffen (7.638.020 BRT) angegeben.
Afghanistan: Die britischen Truppen vom Khyber-Pass besetzen Fort Dakka. Gegenangriff der Afghanen am 16. Mai, nachdem diese am 14. Mai ein Friedensangebot zum Schein abgegeben haben, dann tägliche Kämpfe an der Nordwest-Grenze bis zum 3. Juni.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 14. Mai 1919:

Protestversammlung der SPD gegen den Versailler Vertrag
Protestversammlung der SPD gegen den Versailler Vertrag an der Berliner Siegessäule am 13. Mai vor dem ‚Eisernen Hindenburg‘.

Frankreich – Friedensprozess: Die österreichische Delegation von Dr. Renner trifft in St. Germain-en-Laye ein; die Bedingungen für Österreich wurden am 15. Mai besprochen. Die Alliierten setzen eine Ostsee-Kommission ein. Smuts zu einem Freund über die Friedensbedingungen ‚….. die Dimensionen des Problems liegen außerhalb meines Vorstellungsvermögens, vielleicht jenseits der menschlichen Macht‘.
Großbritannien: Schwester Cavells Leiche wird nach Hause überführt und in Norwich am 15. Mai nach einem Gottesdienst in London begraben. Der Eisenbahnverkehr der Regierung während des Krieges wird mit 112 Millionen zuzüglich 95 Millionen Britischen Pfund Entschädigung berechnet, ohne den ‚zusätzlichen Verschleiß‘.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 15. Mai 1919:

M.V. Tukachevsky ist einer der brillantesten Roten Kommandanten
M.V. Tukachevsky ist einer der brillantesten Roten Kommandanten. Er führt die Rote 5. Armee gegen Koltschak an.

Sibirien: Um dieses Datum herum ist die Rote Ostfront 361.000 Mann plus 195.000 in drei rückwärtigen Militärbezirken stark, während sich Koltschaks Armeen zurückziehen.
Nordrussland – Murmansk-Eisenbahn: 400 Briten erstürmen die Sechzigste Ortschaft, welche zu Ehren des 60. Schützen-Regiments so benannt wird. Die Weißen besetzen Povyenets am 18. Mai und die Alliierten nehmen Medyezhya am 21. Mai.
Frankreich: Der zionistische Anführer und Meisterspion Dr. Aaronsohn ertrinkt bei einem Flugzeugabsturz eines RAF Airco D.H.4 Postflugzeuges im Hafen von Boulogne, als er zur Friedenskonferenz zurückkehren will. Die Nachricht wird erst am 20. Mai veröffentlicht.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 16. Mai 1919:

Deutsche Matrosen Scapa Flow
Deutsche Matrosen von den in Scapa Flow internierten Kriegsschiffen der Hochseeflotte.

Großbritannien: Asquith antwortet Lord French wegen Kitcheners Ersetzung. Die preislich begrenzten Kohleexporte an die Alliierten wurden eingestellt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 17. Mai 1919:

Rote vs Weisse Kavallerie
Zusammenstoß zwischen Roter und Weißer Kavallerie.

Südrussland: General Ulagais Weiße Kavallerie attackiert und verjagt 6 Rote Kavallerie-Regimenter in der Steppe nördlich des Flusses Manych, den Wrangel mit einem Damm aus Holzzäunen eines Dorfes bis zum 18. Mai überbrückt.
Frankreich – Friedensprozess: Graf Brockdorff-Rantzau verlässt Versailles in Richtung Spa, kehrt am 19. Mai mit einer langen Erwiderung auf die Friedensbedingungen zurück.
Ostsee: Britische Kreuzer und 3 Zerstörer verfolgen 5 sowjetische Kriegsschiffe zurück nach Kronstadt.
Belgien: Die Kriegsschäden werden offiziell auf 7,6 Milliarden Dollar geschätzt.
Großbritannien: Freier Benzin-Verkauf wiederhergestellt.
Türkei: Kemal Pascha verlässt Konstantinopel und erreicht den Schwarzmeer-Hafen Samsun am 19. Mai.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 18. Mai 1919:

Soldat des Partisanen-Bataillons der estnischen Armee
Ein Soldat des Partisanen-Bataillons der estnischen Armee im Jahr 1919.

Baltikum: Das Weisse Nord-Korps von General Alexander P. Rodzianko (6.000 Mann) beginnt mit dem Vormarsch von Estland über Narwa und Gdow (21. Mai) nach Petrograd.
Polen: Paderewski tritt als Premierminister zurück.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 19. Mai 1919:

Polnischer General und ukarinischer Führer
Der polnische General Listowski mit dem verbündeten Exil-ukrainischen Führer Petlura.

Frankreich – Friedensprozess: Die Polen weigern sich, die alliierte Entscheidungen über die Ukraine zu akzeptieren.
USA: Der Chef des Generalstabes der US Army und Secretary of State Polk genehmigen den ständigen ‚Black Chamber‘-Code und die Organisation zur Verschlüsselung.
Baltikum: Estland erklärt sich zur unabhängigen Republik.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 20. Mai 1919:

Woroschilow, in den Gräben vor Zarizyn
Der spätere Oberbefehlshaber der Sowjetarmee und Freund Stalins, Woroschilow, in den Gräben vor Zarizyn.

Deutschland: Die britische Rheinarmee ist bereit, weiter nach Deutschland hinein zu marschieren, um die Friedensbedingungen durchzusetzen.
Südrussland: Wrangel zerschlägt die Manych-Front der Roten Zehnten Armee und nimmt 15.000 Kriegsgefangene, 55 Geschütze und 150 MGs. Der Weg zur Wolga und nach Zarizyn ist damit offen.
Frankreich: Die Kammer stimmt für das Frauen-Wahlrecht.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 21. Mai 1919:

erste Aufklärungsfilme
Nach dem Krieg erschienen erstmals sogenannte ‚Aufklärungs-Filme‘ oder ‚Sittengemälde‘, die Vorläufer der Porno-Filme.

Nichts besonderes zu berichten.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 22. Mai 1919:

Deutsche Demo gegen Versailles
Demonstration der deutschen Bevölkerung für einen Friedensvertrag nach den versprochenen 14 Punkten Wilsons.

Frankreich – Friedensprozess: Die deutschen Delegierten reisen nach Spa ab, um sich zu beraten.
Baltikum: Die deutsch-lettische Landeswehr des baltischen Barons Manteuffel befreit Riga mit Luftunterstützung von den Roten, aber viele Geiseln wurden von diesen abgeschlachtet und Manteuffel wird getötet; der deutsche Major Fletcher übernimmt das Kommando.
Türkei: Kemal Pascha erlässt die Amasya-Beschlüsse, worin ein neues nationales Staatsgebilde gefordert wird.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 23. Mai 1919:

britische Leichte Kreuzer 'Undaunted'
Der britische Leichte Kreuzer ‚Undaunted‘, ein Schwesterschiff von ‚Galatea‘ aus der sieben Schiffe zählenden Arethusa-Klasse, welche 1913/14 gebaut wurden.

Ostsee: Der britische Kreuzer Galatea, Zerstörer, 3 Minensucher, Flottentanker und U-Boote verstärken Admiral Cowan (bis zum 24. Mai).
Trans-Kaspien: Die Rote nehmen Merv.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 24. Mai 1919:

Handley Page O/400 steht in Delhi
Handley Page O/400 Bomber auf einem Flugfeld bei Delhi.

Afghanistan: Ein Handley Page Bomber der RAF bombardiert Kabul, dabei 4 Treffer auf den Königspalast. Afghanischer Gegenangriff zu Land am 26. Mai.
Großbritannien: Lebensmittelexporte nach Deutschland über Alliierte und Neutrale erlaubt.
Westrussland: Die Weißen nehmen Pskow und sichern sich eine Basis außerhalb Estlands.
Südrussland: Denikin erobert Mariupol am Asowischen Meer zurück. Der britische Generalstabschef schickt ein Telegramm am Milne, dass die britischen Truppen den Kaukasus evakuieren und durch Italiener ersetzt werden.
Sibirien: Die Roten besetzen wieder Sterlitamak.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 25. Mai 1919:

US-Truppen Panzerzug Sibirien
Diese US-Soldaten befinden sich immer noch bei einem Panzerzug in Ost-Sibirien.

Frankreich: 1.259.098 US-Truppen wurden bisher repatriiert; bis Ende August sind alle Zuhause.
Mesopotamien: Bei einem Kurdenaufstand werden britische Offiziere entführt (befreit am 18. Juni).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 26. Mai 1919:

Admiral Aleksander Koltschak
Admiral Aleksander Koltschak (1874-1920). Er wird später von den Roten gefangen und am 7. Februar 1920 in Irkutsk erschossen.

Russland: Der Alliierte Oberste Rat bietet Admiral Koltschak an Bedingungen geknüpfte Anerkennung sowie militärische und Nahrungsmittel-Hilfe an. Die Bedingungen werden am 7. Juni akzeptiert.
Mittelmeer: Alliierte Blockade aufgehoben.
Schweden: Die Regierung fordert eine Volksabstimmung auf den Aaland-Inseln ein.
Großbritannien: Ex-Soldaten demonstrieren in London (House of Commons-Debatte über sie am 28. Mai). Der Verbraucher-Rat schlägt ein ständiges Lebensmittel-Ministerium vor. Zu diesem Zeitpunkt werden Pässe nur noch für Paris, Russland, feindliches Gebiet und militärische Zonen benötigt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 27. Mai 1919:

Demonstration gegen die Abtretung von Oberschlesien
Deutsche Protest-Demonstration gegen die Abtretung von Oberschlesien an Polen.

Frankreich – Friedensprozess: Der Vertragsentwurf wird den Polen vorgelegt. Deutsche Gegenvorschläge zum Friedensvertrag werden in Berlin veröffentlicht.
Nordrussland: Die britische 238. Ersatz-Brigade landet in Archangelsk an und erreicht die Front am 6. Juni.
Afghanistan: Die britische Belutschistan-Streitmacht (57 Verluste) erobert die Festung Spin Baldak (356 afghanische Verluste, 250 entkommen) und stellt damit eine Bedrohung für Kandahar dar.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 28. Mai 1919:

Österreicher fordern den Anschluss an Deutschland
Die junge Republik, der die Alliierten sogar das Führen des Namens ‚Deutsch-Österreich‘ verboten, musste sich gleich zu Beginn gegen weitere Versuche erwehren, ihr Staatsgebiet noch weiter zu verkleinern. Daher forderten damals viele Österreicher den Anschluss an das Deutsche Reich.

Österreich: Jugoslawischer Angriff auf die Österreicher in Kärnten (Waffenstillstand am 6. Juni).
Großbritannien: Begrenzte Spenden von Lebensmittel und Kleidung nach Deutschland, Österreich und Ungarn erlaubt, welche über anerkannte Agenturen verteilt werden. Die staatliche Untersuchung des Londoner Verkehrs beginnt (das London Traffic Board forderte dies am 21. Mai).
Afghanistan: Amir Amanullah aus Afghanistan schreibt an den Vizekönig von Indien und bittet um einen Waffenstillstand.
Türkei: Erster bewaffneter Zusammenstoß zwischen Griechen und Türken bei Odemis.
Syrien: Emir Feisal schreibt an Allenby in der Hoffnung auf eine internationale Kommission, aber Feisal verhandelt bereits nebenbei mit den Franzosen.
Südrussland: Französische Abwehr eines Roten Angriffs auf Benderi.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 29. Mai 1919:

Admiral Horthy bei seinem Einzug in Budapest
Admiral Horthy bei seinem Einzug in Budapest im November 1919 nach der Niederlage der ungarischen Sowjetrepublik und dem Abzug der rumänischen Besatzer aus der Stadt.

Ungarn: Anti-sowjetischer Aufstand im Südwesten unterdrückt (bis 2. Juni). General Szombathelyi tritt in die anti-sowjetische Regierung (Oberbefehlshaber Admiral Horthy) in Arad ein.
Frankreich – Friedensprozess: Die 7. Plenarsitzung erhält den unvollständigen Entwurf des Friedensvertrages für Österreich. Die Alliierten bieten Italien die Brenner-Pass-Grenze an, was besser als im Vertrag von 1915 sei. Deutsche Gegenvorschläge an die Alliierten umfassen 100 Milliarden Reichsmark Reparationen, eine Volksabstimmung in Elsass-Lothringen, fixe Kohlelieferungen an Frankreich bei Beibehaltung der Saar, Schlichtung über die Kolonien und dass die Besatzungsarmeen 6 Monate nach Unterzeichnung des Friedensvertrags abziehen.
Deutschland: Kriegsverluste der Marine veröffentlicht.
Russland: Lenin sagt zu den Kommissaren der Ostfront: ‚Wenn wir vor dem Winter den Ural nicht einnehmen, glaube ich, dass die Niederlage der Revolution unvermeidlich sein wird‘.
Ostsee: Das U-Boot L16 der Royal Navy verfehlt den sowjetischen Zerstörer Azard, aber ein estnisches Flugzeug beschädigt einen Minenräumer, was die Roten zurück nach Kronstadt zwingt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 30. Mai 1919:

Mussolini mit dem nationalistischen Dichter Gabriele d'Annunzio
Mussolini mit dem nationalistischen Dichter Gabriele d’Annunzio, der mit italienischen Freischärlern 1919 Fiume besetzte, nachdem es in Versailles den Italienern vorenthalten wurde.

Frankreich – Friedensprozess: Jugoslawien lehnt den ‚Tardieu-Kompromiss‘ mit dem Vorschlag von Fiume als Pufferstaat (Mandat des Völkerbundes) ab. Großbritannien stimmt zu, einen Teil des deutschen Südwestafrika an Belgien abzugeben.
Großbritannien: Die Metropolitan Police erhält eine Gehaltserhöhung von 15 Schilling pro Woche, aber keine Anerkennung der Gewerkschaft.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 31. Mai 1919:

 Curtiss NC4 Flugboot
Das Curtiss NC4 Flugboot bei seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten.

USA – Luftfahrt: Die erste, erfolgreiche transatlantische Überquerung des Atlantiks nach Plymouth durch das Curtiss NC4 Flugboot der US Navy von Rockaway in New York aus, wo es am 8. Mai gestartet war. Das Flugboot legte die 3.150 Seemeilen zwischen Neufundland und Lissabon in weniger als 44 Stunden zwischen dem 25. und 27. Mai zurück.
Deutschland: Alliierte Note an die deutsche Regierung, ihre Truppen aus dem Baltikum zurückzuziehen.
Ostsee: 3 britische Kreuzer mit 6 Zerstörern treiben mehrere sowjetische Kriegsschiffe zurück nach Kronstadt. Die Roten ziehen sich aus dem Golf von Riga zurück.


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Quellenangaben und Literatur

Der I. Weltkrieg – Eine Chronik (Ian Westwell)
Chronicle of the First World War, 2 Bände (Randal Gray

Oval@3x 2

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