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Im Blickpunkt:
  • SS-Untersturmführer der Totenkopf-Division

    Einsätze der SS-Totenkopf-Division (T) 1940-1942 (Teil II): im Westfeldzug von 1940 und beim Unternehmen Barbarossa in Russland ab 1941. hier zu Teil I: Aufstellung der SS-Totenkopf-Division 1939. Einsatz im Westfeldzug 1940 Die Division wurde im Raum Köln versammelt und zu Eickes Missfallen zuerst als Reserve des AOK 6 zurückgehalten. Erst eine Woche nach Beginn des Westfeldzugs wurde die Totenkopf-Division in den Einsatz geschickt. Sie marschierte durch Südholland und durch Belgien nach Frankreich über La Cateau nach Cambrai. Das erste Gefecht fand nordöstlich von Cambrai statt, wo die Division über 16.000 Kriegsgefangene einbrachte. Die zweifelhafte Reputation der Division wurde wieder einmal dadurch bestätigt, dass ihrer Soldaten marokkanische Kriegsgefangene der französischen Streitkräfte als ‘rassisch minderwertig’ ermordeten. Anschließend wurde die Totenkopf-Division nach vorne zur Verstärkung der deutschen Verbände befohlen, welche zur Kanalküste durchgestoßen waren und das Britische Expeditionskorps mit anderen alliierten Verbänden von der französischen Hauptstreitmacht im Süden abgeschnitten hatten. Tatsächlich traf dann die Hauptstreitmacht dieser eingeschlossenen Truppen bei ihrem Versuch nach Süden auszubrechen, direkt auf die SS-Totenkopf-Division. Die leichten Panzerabwehrwaffen, über welche die Totenkopf-Soldaten nur verfügten, waren kein Gegner für die alliierten Panzer – darunter stark gepanzerte Matilda II – und die SS-Truppen erlitten große Verluste. Eickes Männer mussten mit schwerer Artillerie im Direktbeschuss die feindlichen Panzer bekämpfen und nur das Eingreifen von Stukas rettete den Tag. Die Division befand sich am Rande des Zusammenbruchs. Der Totenkopf-Division wurde anschließend befohlen, zum La-Bassee-Kanal vorzurücken und geeignete Stellen zur Überquerung für die Hauptstreitmacht des deutschen Vormarsches festzustellen und zu sichern. Eicke ignorierte diese Befehle und stieß über den Kanal hinaus weiter vor, wo er auf heftigen Widerstand traf. Zu diesem Zeitpunkt gab Hitler seinen ‘Halte-Befehl’ heraus und Eicke wurde befohlen, seinen hart erkämpften Brückenkopf aufzugeben und seine Truppen zurückzuziehen. Seine eindeutige Befehlsverweigerung gegen diese klaren Anweisungen führte zu einem wütenden Vorwurf durch General Hoepner, der ihn als ‘Schlächter’ bezeichnete, welcher keine Achtung vor dem Leben seiner Männer hätte. Zwei Tage später durfte der Vormarsch wieder aufgenommen werden und Eicke war gezwungen, dass Gebiet zum zweiten Mal zu erobern, welches er zwischenzeitlich aufgeben mußte und erlitt dabei wieder schwere Verluste. Seine Division traf anschließend bei Bethune und La Paradis auf weiteren heftigen Widerstand, wo die britischen Verteidiger den SS-Männern einen hohen Blutzoll für jeden gewonnenen Meter abverlangten. Als die Verteidiger von La Paradis schließlich am 27. Mai keine Munition mehr hatten und kapitulierten mussten, wurden etwa einhundert Gefangene der 2. Royal Norfolks vor einer Scheune zusammengetrieben und mit Maschinengewehren erschossen. Obwohl die SS-Soldaten mit Bajonetten zwischen die niedergemachten Opfer gingen, um jeden Überlebenden zu töten, entkamen drei Briten lebend. Aufgrund ihrer Zeugenaussagen konnte der Kompanieführer, SS-Obersturmführer Fritz Knöchlein, wegen Kriegsverbrechen 1948 gehängt werden. Anfang Juni tat Totenkopf Dienst in der Küstensicherung um Gravelines, südlich von Dünkirchen. Anschließend Angriff im Rahmen des XIV. Armeekorps in die Gegend um Peronne und dann Durchbruch durch die ‘Weygand-Linie’ bis zur Seine um Peronne. In den letzten Tagen des Feldzuges verfolgte die SS-Totenkopf-Division die französischen Truppen bis in die Gegend nördlich von Lyon. Unter den französischen Soldaten befanden sich auch wieder marokkanische Einheiten und auch in diesen letzten Gefechten nahmen die Totenkopf-Soldaten wieder nur Weiße gefangen. Nach dem Waffenstillstand tat die Division ab Juli 1940 Küstensicherung im Abschnitt von der Garonne bis zur spanischen Grenze. Während des Westfeldzug erlitt die Totenkopf-Division wesentlich höhere Verluste als die anderen SS-Verbände, was ihr den Ruf von herausragender Rücksichtslosigkeit selbst gegenüber den eigenen Männern einbrachte. Eickes Division verlor alleine über 300 Offiziere in zehn Tagen mit Gefechten. Das ‘Menschenmaterial’, was bisher vor allem aus Kriminellen und SS-Reservisten ohne ausreichendes militärisches Training bestand, war eine Erklärung für die hohen Verluste und das brutale Verhalten gegenüber Kriegsgefangenen, aber auch Eickes Ambitionen an seine Division waren dafür verantwortlich. Nach dem Waffenstillstand tat die Division ab Juli 1940 Küstensicherung in dem Abschnitt von der Garonne bis zur spanischen Grenze für fast ein ganzes Jahr. Hier zeigte sich ein anderes Bild ihrer Männer, welche so aggressiv im Kampf waren, als sie den örtlichen Farmern bei der Einbringung der Ernte halfen. Die Division wurde in dieser Zeit auch formal ein Teil der Waffen-SS und erhielt umfangreichen Ersatz und Ausrüstung. Die neuen Rekruten bestanden nun aus jungen SS-Freiwilligen, welche in keinem Kontakt zu den KZ-Wachmannschaften standen. Im Herbst 1940 wurde die SS-Totenkopf-Division vollständig motorisiert und zu einer motorisierten Infanterie-Division – kurz Inf.Div(mot) – und erhielt das Kradschützen-Bataillon ‘Totenkopf’ sowie einer III.(schw.)/Art.Rgt. (tmot) ‘Totenkopf’. Im Frühjahr 1941 wurde die Division in Vorbereitung für das Unternehmen Barbarossa nach Ostpreußen verlegt. Dort erhielt sie noch die neue Pz.Jäger-Abt. ‘T’ mit drei Zügen s.Pak/5cm(mot.Zug) und als vierte Kompanie eine 2-cm-Fla.Kp(mot.Zug). Russland 1941 bis 1942 Für den Angriff auf die Sowjetunion wurde die Division der Heeresgruppe Nord zugeteilt und war zunächst wieder nur Reserve bei der Panzer-Gruppe 4 von Hoepner. Sie rückte in der zweiten Welle durch Litauen über Dünaburg nach Lettland vor, wo sie die Vormarschstraßen von zurückgebliebenen russischen Truppenteilen säuberte. An der sogenannten ‘Stalin-Linie’ kam es dann zu den ersten schweren Kämpfen. Dort wurde Eicke verwundet, als sein Stabswagen über eine Mine fuhr. Die Totenkopf-Division traf auf unerwartet heftigen Widerstand und erlitt erhebliche Verluste. Trotz dieser heftigen Kämpfe beliefen sich diesmal die Offiziersverluste auf 82 innerhalb eines Monats, während es in Frankreich noch 300 innerhalb von zehn Tagen gewesen waren. Auch wurde diesmal in einem kurzen Zeitraum eine größere Anzahl von Gefangenen eingebracht, als dies im gesamten Westfeldzug zusammen der Fall gewesen war. Eindeutig hatten die Soldaten der Totenkopf-Division aus ihren früheren Fehlern gelernt. Im August stand die Division in heftigen Kämpfen an den Zufahrtswegen nach Leningrad und insbesondere an der russischen Luga-Verteidigungslinie. Zwar wurde die russische 34. Armee vernichtet, aber die Totenkopf-Division hatte dabei über 4.000 Mann Verluste. Ende September stand die Division im Zentrum eines großen russischen Gegenangriffs bei Lushno, wo ihre Einheiten über eine dünne Linie über 25 km Länge auseinandergezogen waren. Die Angriffe wurden letztlich abgeschlagen und ließen eine siegreiche, wenn auch zerschlagene Totenkopf zurück. Während dieser Kämpfe erhielt der SS-Sturmmann Fritz Christen für herausragende Tapferkeit eines der bedeutendsten Ritterkreuze, welches je an einen Soldaten der Waffen-SS verliehen wurde. mehr …

  • Eiserne Kreuz 1939

    Eisernes Kreuz und Gefallen an der Ostfront. Bilder vom Onkel des Autors in verschiedenen Wehrmachts-Uniformen der Panzer-Divisionen. Er erhielt als Panzerabwehr-Kanonier bei der 8. Panzer-Division im Raum Tarnopol an der Ostfront das Eiserne Kreuz und ist zwei Tage später – am 28. Juli 1944 – gefallen. Zur Vergrößerung bitte auf eines der Fotos klicken. Vorherige Seite: an der Ostfront 1944 Nächste Seite: Wehrpass der Wehrmacht Geschichte des Eisernen Kreuz Napoleonische Kriege Das Eiserne Kreuz wurde vom König von Preußen, Friedrich Wilhelm III., am 10. März 1813, dem Geburtstag seiner Königin Louise, eingeführt. Preußen begann damals gerade, zusammen mit Russland, sich in den ‘Befreiungskriegen’ gegen die Unterdrückung Napoleons aufzulehnen. Selbstaufopferung, Mut und Tapferkeit im Streben nach Freiheit sollten durch die Verleihung dieses Eisernen Kreuzes anerkannt werden. Es gilt als gesichert, dass die erste Verleihung des Eisernen Kreuzes II. Klasse an Generalleutnant von Borke am 2. April 1813 für die Schlacht bei Lüneberg erfolgte. Im Jahr 1813 wurden rund 16.000 Eiserne Kreuze Zweiter Klasse vergeben. Die genaue Anzahl ist umstritten, da eine Reihe von Quellen unterschiedliche Schätzungen wiedergeben. Da die Original-Aufzeichnungen aus dieser Zeit verloren gingen, lasst sich die genaue Anzahl nicht mehr ermitteln. Aber bekannt ist, dass eine Handvoll der Eisernen Kreuze Zweiter Klasse von 1813 auch an Frauen vergeben wurde. Das Eiserne Kreuz Zweite Klasse wurde an die Kämpfer mit einem Band ausgeben, welches hauptsächlich schwarz war und zwei weiße Randstreifen hatten. Um auch Verdienste oder Tapferkeit von Nicht-Kombattanten, wie zum Beispiel Sanitäter oder Chirurgen, zu würdigen, wurde ein spezielles Band mit umgekehrter Farbanordnung ausgegeben, also mit weißem Band und schwarzen Randstreifen. Das erste Eiserne Kreuz Zweiter Klasse für Nicht-Kombattanten ging an General von Esloeg, Militärgouverneur von Berlin. Um die Wertschätzung für die Empfänger des Eisernen Kreuzes weiter zu erhöhen, befahl Friedrich Wilhelm, dass die Prinzen von Königsblut nur die zweite Klasse erhalten sollten. Am 5. Mai 1814 befahl der König zusätzlich zur ursprünglichen Satzung, dass ‘Jeder Soldat, der bei einer heldenhaften Handlung starb, die nach dem einstimmigen Urteil seiner Führer und Kameraden das Eiserne Kreuz verdient hätte, wird nach seinem Tod durch ein Denkmal in der Kirche seines Regiments auf Kosten des Staates geehrt.’ Die Gesamtzahl der Auszeichnungen vom Eisernen Kreuz Erster Klasse während der Napoleonischen Kriege lag bei etwa 635 bis 670, wobei das Erste am 17. April 1813 in der Schlacht von Warfed an General von Helwig vergeben wurde. Deutsch-Französicher Krieg 1870/71 Die beeindruckende Staatskunst von Otto von Bismarck hatte Preußen sowohl in wirtschaftlicher als auch in militärischer Hinsicht unglaubliche Fortschritte eingebracht. Abgesehen von einem kurzen und erfolglosen Zwischenspiel revolutionärer Aktivitäten im Jahr 1848, erlebte es eine Zeit des Friedens und des Wohlstands bis 1864. Dann folgte ein Streit mit Dänemark über die Gebiete Schleswig-Holsteins, was zu einer gemeinsamen österreichisch-preußisch-bayerischen Besetzung dieses Gebietes führte. Die Dänen waren schnell besiegt, aber das Dreier-Bündnis war nur von kurzer Dauer und 1866 übernahm Preußen die alleinige Kontrolle über Schleswig-Holstein. Innerhalb weniger Wochen hatte Preußen auch die Kontrolle über Sachsen, Hannover und Hessen übernommen und die Österreicher in der Schlacht von Königgrätz besiegt und sich damit als unangefochtener Herrscher über den größten Teil Deutschlands – mit Ausnahme des katholischen Südens – etabliert. Preußen hatte jedoch mit den meisten dieser Staaten, aber auch mit Russland im Osten, geheime Verträge und konnte sich so sicher fühlen. Die kluge Staatskunst von Bismarck führte dazu, dass Österreich-Ungarn eine sehr günstige Friedensregelung erhielt. Es sollten keine Besatzungstruppen auf österreich-ungarischen Boden stationiert werden, ebenso wenig wie lähmende Reparationen. Bismarck wusste, dass die Franzosen der größte potenzielle Feind der Bestrebungen Preußens, ein Deutsches Reich zu schaffen, waren. Deshalb wollte er freundschaftliche Beziehungen zu den Österreichern im Falle eines zukünftigen europäischen Konflikts unterhalten. Der französische Kaiser Napoleon III. war verständlicherweise wütend über den Gedanken, als später auch noch Spanien drohte unter preußischen Einfluss zu geraten. In Unkenntnis der wahren Stärke des aufkommenden deutschen Nationalismus, der in all den noch vereinzelten deutschen Staaten spürbar wurde, tauschte Napoleon in diplomatischen Schreiben Beleidigungen mit den Preußen aus. Diese wurden von Bismarck geschickt so konstruiert, dass diese Napoleon III. provozierten, woraufhin er im Juli 1870 Preußen den Krieg erklärte. Die Franzosen waren zuversichtlich, dass sich die süddeutschen Staaten an Frankreich binden würden. Umso mehr waren sie entsetzt, als alle Deutschen fest hinter Preußen standen. Die deutschen Streitkräfte fegten im 1870/71 deutsch-französischer Krieg durch Frankreich und innerhalb von vier kurzen Wochen wurde die französische Armee in Metz zusammen mit ihrem Kaiser eingeschlossen und dieser bei Sedan gefangen genommen. Die französische Armee war vernichtet, trotzdem wurde Paris verteidigt und belagert und Franceurs führten einen erbarmungslosen Guerilla-Krieg gegen die Deutschen. Bereits am 19. Juli 1870 gab König Wilhelm I. von Preußen eine Proklamation heraus, welche wieder die Ausgabe des Eisernen Kreuzes Erster und Zweiter Klasse beinhaltete. Da erst nach Kriegsende eine Reihe der Eisernen Kreuze Zweiter Klasse fertiggestellt werden konnten, welche für Kämpfe im Jahr 1870 verliehen worden waren, sind die Schätzungen über die Anzahl der vergebenen Auszeichnungen unklar. Wenn man die verschiedenen Quellen im Mittel nimmt, kommt man auf eine Anzahl von rund 41.770 Auszeichnungen, davon 3.500 an Nicht-Kombattanten. Es sind sogar eine Reihe von Briten unter den Ausgezeichneten von 1870. Darunter General Sir C.P.B Walker, die Chirugen im Generalsrang J.H.K.Innes und W.G.N.Manley (auch Victoria Cross), General Sir Henry Brakenbury und Captain Sir James Lumsden Seaton. General Manley ist ein besonders interessanter Fall. Manley, der für die B-Abteilung der Britischen Ambulanz zuständig war, welche der preußischen 22 Infanterie-Division angegliedert war, erhielt das Eiserne Kreuz für sein ‘hingebungsvolles und ausgezeichnetes Verhalten bei der Suche nach Verwundeten und deren Pflege bei der 22. Division in den Kämpfen von Chateauneuf und Bretoncelle am 18. und 21. November und den Schlachten um Orleans und Cravant vom 10. Dezember 1870’. Die Gesamtzahl der Eisernen Kreuze Erster Klasse von 1870 schwankt zwischen 1.230 bis 1.903, je nach Quelle. Aber bei den meisten Quellen liegt die Zahl um die 1.300. Die erste Verleihung des Eisernen Kreuzes Erster Klasse von 1870 ging an Generalfeldmarschall von Steinmek, einen Veteranen der Befreiungskriege, der bereits das Eiserne Kreuz Zweiter Klasse von 1813 trug. Erster Weltkrieg mehr …

  • Leutnant, Unteroffizier norwegische Armee 1940

    Stärke, Organisation und Uniformen der Armee, Luftwaffe und Marine von Norwegen im April 1940 beim Unternehmen Weserübung. Norwegische Armee Nach mehr als einhundert Jahren des Friedens verfügte Norwegen 1939 über kein stehendes Heer und die Regierung war der Auffassung, dass eine wirksame Verteidigung des Landes gegen eine Großmacht sowieso unmöglich war. Der russische Angriff auf Finnland im November 1939 war jedoch ein schwerer Schock und während des Winters wurde eine beträchtliche norwegische Streitmacht im Norden des Landes zusammengezogen. Nachdem Russland jedoch einen Waffenstillstand mit Finnland im März 1940 vereinbart hatte, wurde diese Streitmacht wieder aufgelöst. Bei der deutschen Invasion am 9. April war die norwegische Armee daher nur teilweise mobilisiert und befand sich in Mitten der Ausbildung neuer Rekruten. Die Deutschen hatten gehofft, durch Unterstützung des norwegischen Verteidigungsministers Quisling, Norwegen beim Unternehmen Weserübung ebenso wie Dänemark weitgehend friedlich zu besetzten. Aber König Haakon VII. war von Natur aus ein starrköpfiger Mensch und zusammen mit der Regierung entschlossen, Widerstand bis zum Letzten zu leisten. So sinkt noch am selben Tag der deutsche Schwere Kreuzer Blücher unter dem Feuer norwegischer Küstenbatterien im Oslofjord. Trotzdem gelingt es den deutschen Truppen in Kristiansand, Stavanger, Bergen, Trondheim und Narvik anzulanden und die Städte unter Kontrolle zu bringen. Doch trotz dieser Nachteile lieferte Norwegen einen hartnäckigen Kampf und es dauerte zwei Monate, bevor das Land völlig besetzt war und die eingreifenden englischen, französischen und polnischen Truppen vertrieben waren. Bis Anfang Mai 1940 hatten die deutschen Truppen ganz Süd- und Mittelnorwegen unter Kontrolle gebracht. Die norwegische Regierung kapitulierte schließlich am 9. Juni 1940. Noch bis zum 10. Juni hielten sich Teile der norwegischen Armee, nachdem die Alliierten die Stadt Narvik schon Ende Mai aufgegeben hatten und der König mit der Regierung nach Großbritannien geflohen war. Trotz der erbitterten Kämpfe waren die Opfer verhältnismäßig gering, die Norweger verloren 1.335 Tote und Verwundete. Kleineren Kontingenten von Norwegern gelang die Flucht nach England, während andere die Grenze nach Schweden überschritten. König Haakon VII. war der Oberbefehlshaber einer weitgehend territorial strukturierten Armee, welche nach voller Mobilisation etwa 100.000 Mann stark war. Eine kleine Gruppe von professionellen Offizieren und Unteroffizieren waren für die Organisation der Armee und für die Ausbildung von Rekruten verantwortlich. Das Land war in sechs Militärbezirke eingeteilt, mit Hauptquartieren in Halden, Oslo, Kristiansand, Bergen, Trondheim und Harstadt. Jeder Bezirk sollte im Ernstfall ursprünglich eine Brigade ins Feld schicken, welche später zu einer Division sowie Garnisons- und Reservetruppen ausgebaut werden sollte. Eine Infanterie-Division bestand aus dem Stab, zwei oder drei Infanterie-Regimentern und entweder ein Feldartillerie-Regiment oder ein Gebirgsartillerie-Bataillon. Die 2. Infanterie-Division in Oslo beinhaltete die Königliche Garde und ein Kavallerie-Regiment. Die 5. und 6. Infanterie-Division hatten darüber hinaus ein Pionier- und ein Flugabwehr-Bataillon. Ein Infanterie-Regiment hatte eine Sollstärke von 3.750 Mann und war mit dem Krag-Joergensen M1894 Gewehr bewaffnet. Einige Regimenter hatten ein Fahrrad-Bataillon als Aufklärungseinheit, welches im Winter als Ski-Bataillon eingesetzt wurde. Die Unterstützungswaffen bestanden aus 96 leichten Maschinengewehren vom Typ 6,5-mm Madsen, 36 schweren Maschinengewehren Colt-Browning M29 und 8 schweren Granatwerfern. Die Feldartillerie-Regimenter bestanden aus drei Bataillonen mit drei Batterien zu je vier Geschützen. Das erste und zweite Bataillon waren mit den 120 mm Kongsberg-Feldhaubitzen ausgerüstet, während das dritte Bataillon als Reserve diente und über drei Batterien mit 75mm M1901-Ehrhardt Feldkanonen verfügte. Alle Artilleriegeschütze wurden durch Pferdegespanne gezogen. Das Flugabwehr-Regiment war motorisiert und mit schweren 20-mm-Madsen-Maschinengewehren und 75 mm M1932-Kongsberg-Flak-Gechützen ausgerüstet. Stärke und Ausrüstung der norwegischen Divisionen: Uniformen der norwegischen Armee Die grau-grüne Uniform der norwegischen Armee war ursprünglich 1912 eingeführt worden. Die Uniform war höchst standardisiert und die gleiche für alle Ränge. Die grundsätzliche Uniform für Offiziere und andere Ränge ist in der Abbildung dargestellt, aber zudem gab es noch eine Seitenkappe mit Paspeln und zwei Arten von Stahlhelmen. Der erste Helm war der britische Mark I, welcher aber im Prozess der Ablösung durch den schwedischen Zivilschutz-Helm war, der bei den Norwegern M1931 genannt wurde. Im Jahr 1935 wurde ein ovales, gestanztes Abzeichen mit dem norwegischen Löwe eingeführt, welches an der Vorderseite des Helmes getragen wurde. Über der Feldbluse, die es in drei Arten gab, wurde oft eine zweireihige, wasserabweisende grau-grüne Baumwoll-Kanevas-Jacke ohne Abzeichen getragen. Bei Kälte trugen norwegische Offiziere und Mannschaften auch Schaffellmäntel oder andere Bekleidungsstücke ziviler Winterkleidung. Rangabzeichen: Rangabzeichen-Spitzen erschienen auf der Kappe, Kragen der Feldbluse und auf Schulterstücken auf den Mänteln, während Unteroffiziere Rangabzeichen an den Ärmel-Manschetten hatten. Die Waffengattung wurde durch die Farbe und Form der Uniform-Knöpfe angezeigt. Norwegische Luftwaffe Schon um die Mittagszeit des 9. April 1940 hatten die deutschen Streitkräfte fast alle Flugplätze und Wasserflugzeug-Stützpunkte südlich von Narvik besetzt und die meisten der halbwegs modernen norwegischen Jagdflugzeuge (Gloster Gladiator Doppeldecker) waren bei der Verteidigung von Oslo zerstört worden. Danach konnte die norwegische Luftwaffe kaum noch in die Kämpfe eingreifen. Die Luftwaffe war in drei Ketten (jeweils eine aus Jägern, Bombern und Aufklärern) mit zusammen 76 Flugzeugen und 940 Mann organisiert und sollte die Bodenstreitkräfte unterstützen. Uniformen der norwegischen Luftwaffe Das Personal der norwegischen Luftwaffe trug Armee-Uniformen mit einer hellgrünen Farbe für die Waffengattung als Kordel an der Mütze, Seitenkappe, Uniform-Bluse, Mänteln und Hosen. Ein silberner Knopf zeigte einen horizontalen Propeller mit einer Krone. Rangabzeichen: Rangabzeichen-Spitzen erschienen an der Mütze, Kragen der Bluse und als Schulterstreifen auf Mänteln. Unteroffiziere trugen ihre Rangabzeichen an den Ärmel-Manschetten. Es gab auch markante Muster von Mützenabzeichen für Unteroffiziere, Offiziere und Generale. Es gab keine speziellen Abzeichen für die Waffengattung oder Funktion, aber Piloten und Beobachter trugen ein Silber-besticktes Flügel-Abzeichen auf ihrer rechten Brust. Norwegische Marine Am 8. April 1940, dem Tag vor der deutschen Invasion, hatte die norwegische Marine und Marineluftwaffe eine Stärke von 5.200 Mannschaften und Offizieren. Trotz der Tatsache, dass der Großteil der Schiffe der norwegischen Marine veraltet waren, hinterließen sie einen guten Eindruck in den Kämpfen gegen Deutschland. So mussten schließlich die meisten ihrer Schiffe kampfunfähig geschossen oder versenkt werden. Die norwegische Marine verfügte zu Beginn über 113 Schiffe: 2 kleine Küstenpanzerschiffe, 10 Minenleger, 7 Zerstörer, 3 große Torpedoboote der Trygg-Klasse, 14 Torpedoboote, 9 U-Boote, 8 Minensucher, 9 Patrouillenboote, 49 Hilfs-Patrouillenboote (umgebaute andere Schiffe). Nur 13 dieser Schiffe erreichten britische Häfen nach der norwegischen mehr …

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