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Im Blickpunkt:
  • Tiger-Panzer der SS-Leibstandarte in Nord-Italien

    Kriegsgliederung der Wehrmacht vom 4. Oktober 1943 und die Kapitulation Italiens. Die Aufstellung und Verteilung der Divisionen der Wehrmacht und unterstellter Einheiten von Verbündeten nach der Kapitulation Italiens vom 8. September 1943 und der Entwaffnung der italienischen Truppen und Übernahme derer Frontabschnitte. Als Festungs-Divisionen werden offiziell als ‘bodenständige’ Divisionen bezeichnet, die zur Verteidigung von Küstenabschnitten im Westen aufgestellt wurden und kaum mobil waren. Luftwaffen-Felddivisionen wurden aus überzähligem Boden- und Flak-Personal der Luftwaffe aufgestellt, um das Feldheer zu verstärken, waren aber von geringem Kampfwert, da ihre Soldaten und Offiziere nur wenig Erfahrung im Landkampf hatten. Sicherungs-Divisionen wurden zur Bewachung und Verteidigung von Brücken, Eisenbahnlinien und anderen wichtigen Objekten gegen Partisanen verwendet. Jäger-Divisionen waren leichte und mobile Einheiten für schwieriges Gelände und wurden vor allem zur aktiven Bekämpfung von Partisanen verwendet. Auffallend ist, dass viele der im Süd- und Mittelabschnitt der Ostfront eingesetzten Division seit der Panzerschlacht von Kursk (Juli 1943) weit unter Sollstärke gefallen sind (als ‘Reste’ bezeichnet) und kaum Ersatz erhalten haben dürften, da alle Reserven zur Entwaffnung Italiens und der Übernahme der italienischen Besatzungsgebiete sowie nicht zuletzt zum Kampf gegen die Angloamerikaner in Süd-Italien benötigt wurden. Ebenso wurde in diesem Zeitraum eine weitere Invasion auf dem Balkan in Griechenland für wahrscheinlich gehalten, was bei einem Erfolg auch zu einem Abfall Rumäniens, Ungarns und Bulgariens aus dem Achsen-Bündnis in das Lager der westlichen Alliierten hätte führen können. Schematische Kriegsgliederung der deutschen Wehrmacht, Stand 4.10.1943 Heeres-Gruppe A Heeres-Gruppe Süd: Heeres-Gruppe Mitte: Heeres-Gruppe Nord:   dem OKW unterstellt: Heeresgruppe D, Oberbefehlshaber West: Heeresgruppe B: Oberbefehlshaber Süd: Heeresgruppe F, Oberbefehlshaber Südost: Heeresgruppe E, Oberbefehlshaber Südost (der Heeresgruppe F unterstellt): Ersatzheer und Chef der Heeres-Rüstung: Zahlenmässige Übersicht der vollständig aufgestellten und einsatzbereiten Divisionen der deutschen Wehrmacht, Waffen-SS, des Ersatzheeres und Verbündeten: Insgesamt 353 Divisionen (326 ohne Verbündete, 274 ohne Ersatz-Divisionen) Pz = Panzer; PzGr = Panzer-Grenadier; Inf = Inf; Jäg = Jäger; Geb = Gebirgsjäger; Sich = Sicherungs-; Res = Feld-Ausbildungs-, Reserve oder Ersatz-Divisionen; Lw = Luftwaffen-Feld- und Fallschirmjäger-Divisionen; Verb = unterstellte Divisionen der Verbündeten Die italienische Kapitulation von 1943 Schon unmittelbar nach dem Zusammenbruch der Achsentruppen in Tunesien hatte Hitler die Schaffung eines Sonderstabs angeordnet, um Maßnahmen vorzubereiten, falls Italien einbrechen oder die Seiten wechseln sollte. Da Rommel auch teilweise auf Drängen der Italiener aus Nordafrika zurückberufen worden war, war es naheliegend, dass er diese Vorbereitungen leitete. Der Codename für das Unternehmen war zuerst ‘Alarich’ und später ‘Achse’ und Ziel war es, die italienischen Besatzungszonen in Frankreich und auf dem Balkan zu übernehmen, die Alpenpässe an der italienischen Grenze zu Frankreich und Deutschland, sowie in Italien selbst so viele Gebiete wie möglich unter Kontrolle zu bringen. Deutsche Truppen, welche ursprünglich für Spanien und Portugal vorgesehen waren, falls die Alliierten auf der iberischen Halbinsel landen würden, wurden nun für dieses Unternehmen vorgesehen. Hinzu sollten noch drei Waffen-SS-Divisionen von der Ostfront kommen, was sich dann aber später nicht mehr realisieren ließ. In der Praxis aber veränderte die deutsche Verschiebung der Offensive bei Kursk und die Invasion von Sizilien durch die Alliierten die Einzelheiten der deutschen Pläne. Dazu wurde Rommel noch am 21. Juli 1943 für kurze Zeit nach Saloniki in Griechenland versetzt. Aber immerhin hatten die Deutschen mit ernsthafter Planung für den Fall eines italienischen Ausscheidens aus dem Achsen-Bündnis begonnen, während die Italiener ihr Ausscheiden aus dem Krieg in ebenso dramatischer Weise verpatzten, wie es Mussolini mit dem Kriegseintritt seines Landes zuvor schon getan hatte. Seit einigen Monaten gab es in Italien schon Unzufriedenheit. Der Verlust des Imperiums, die offenkundige Bedrohung durch die Invasion und die Unfähigkeit Italiens oder des deutschen Verbündeten, italienische Städte gegen alliierte Luftangriffe zu verteidigen, verdoppelten die ursprüngliche Unpopularität des Bündnisses mit Deutschland und dem Krieg. Außerdem hatte der Duce, welcher das Regime personifizierte, seine Ausstrahlung, seine politische Feinfühligkeit und offensichtlich auch seine Gesundheit eingebüßt. Die ‘Wachablösung’ vom Februar 1943, mit der Mussolini die Krise Italiens bewältigen wollte, führte einfach nicht zu der Art des nationalen Widerstandswillens, welcher nötig war. Drei Tendenzen der Unzufriedenheit verschmolzen zu einem Umbruch, der das faschistische System zerstörte. Erstens gab es die doktrinären und rabiaten Faschisten unter der Führung von Roberto Farinacci, die das erhoffte energische faschistische Regime wiederbeleben wollten, was die Massen dazu bringen würde, zusammen mit Deutschland gegen die Briten und Amerikaner zu kämpfen. Es gab eine zweite Gruppe unter der Führung von Dino Grandi, der ebenfalls ein Faschist war, aber weit weniger sicher als Farinacci, dass Mussolini immer noch der richtige Mann war, der das Land führen konnte. Grandi wollte Mussolinis Autorität über das Militär verringern, da dieser dies offensichtlich nicht effektiv steuern konnte. Die dritte und wichtigste Gruppe war der Kreis um den Hof und König Viktor Emanuel III. und einiger der militärischen Führer, die Mussolinis Regime ersetzen wollten, damit für Italien ein Weg aus dem Krieg gefunden werden konnte. Durch ein zufällig zeitliches Zusammenfallen, das größtenteils bei allen drei Gruppen durch die offensichtliche Unfähigkeit der deutschen und italienischen Streitkräfte ausgelöst wurde, die Invasion Italiens zu verhindern, spitzten sich diese Komplotte am 24. bis 26. Juli 1943 zu. Auf einem Treffen des Faschisten Großen Rat am 24. und 25. Juli, dem erste seit Oktober 1939, setzten die Gegner Mussolinis mit 19 zu 8 Stimmen einen Misstrauensantrag gegen ihn durch. Dieses Geschehnis machte es dem König leicht, den vorher entworfenen Plan um einen Tag vorzuziehen und Mussolini zu entlassen, anschließend sofort festzunehmen und gleichzeitig die Ernennung von Marshall Pietro Badoglio als Leiter einer neuen Regierung bekannt zugeben. In kürzester Zeit war die faschistische Partei, die seit mehr als zwei Jahrzehnten die italienische Politik beherrschte, praktisch verschwunden, während eine neue Regierung von Bürokraten versuchte, das Land zu retten. Ohne Mut dafür, die Deutschen zu erzürnen und sich den Alliierten zu unterwerfen, dümpelte die Politik Badoglios und seiner militärischen und diplomatischen Mitarbeiter wochenlang vor sich hin. Am Ende musste Badoglio kapitulieren, wie die Alliierten es von Anfang von ihm gefordert hatten. In der Zwischenzeit jedoch hatten die Italiener den Deutschen erlaubt, an wichtigen Stellen in den von Italien besetzten Gebieten, den Alpenpässen aus Frankreich und Deutschland festzusetzen und Schlüsselpositionen in ganz Nord- und Mittelitalien mehr …

  • Spanische Soldaten der Blauen Division an der Ostfront

    Die neben den Achsenmächten an der Ostfront kämpfenden weiteren deutschen Verbündeten. Neben Rumänien, Ungarn, Finnland und der Slowakei kämpften noch Freiwilligen-Einheiten der Spanier, Franzosen, Kroaten und Serben Seite an Seiten mit deutschen Truppen an der Ostfront. Achsen-Verbündete an der Ostfront Spanische Freiwilligen-Einheiten Als Gegenleistung für die deutsche Hilfe während des Spanischen Bürgerkrieges schickte der spanische Diktator Franco eine Freiwilligen-Division mit 18.000 Mann zum Kreuzzug gegen den Bolschewismus an die Ostfront. Die meisten der Männer waren reguläre Soldaten und wurden regelmäßig ausgetauscht. Am 25. Juli 1941 wurde diese spanische Blaue (Azul) Division zur 250. Infanterie-Division der Wehrmacht. Die üblichen vier Infanterie-Regimenter einer spanischen Division wurden auf drei reduziert (262., 263. und 269. Infanterie-Regiment), dazu kamen das 250. Artillerie-Bataillon und Divisions-Einheiten. Die Personalstärke lag dann bei 641 Offizieren, 2.272 Unteroffizieren und 15.780 Mannschaften. Die Division erlitt 12.776 blutige Verluste bis sie im Oktober 1943 aus der Front gezogen wurde. Von November 1943 kämpfte dann eine spanische Blaue Legion mit zwei Banderas (Bataillonen) Infanterie sowie einer gemischten Bandera aus Artillerie und Panzerabwehrkanonen vor allem gegen Partisanen im nördlichen Abschnitt der Ostfront. Nach dem allgemeinen Rückzug nach Estland begann die Legion im April 1944 nach Spanien zurückzukehren. Uniformen: Die spanischen Freiwilligen, welche in Deutschland eintrafen, trugen Uniformen der spanischen Armee oder der Falangisten. Diese wurden gegen deutsche Uniformen ausgetauscht, wobei das blaue Hemd der Falangisten-Partei weiterhin unter der Feldbluse getragen wurde, sodass die Farbe sichtbar war. Daher der Name ‘Blaue’ Division. Am rechten Ärmel der Feldbluse und des Mantels, sowie an der rechten Seite des Stahlhelms trugen sie ein schildförmiges Abzeichen in den spanischen Nationalfarben. Das ‘Joch- und Pfeile’-Symbol der Falangisten und andere falangistische Abzeichen erschien an verschiedenen Stellen der unterschiedlichen Mützen und Helme, sowie auf der Feldbluse. Spanische und deutsche Auszeichnungen wurden oft nach spanischer Art getragen. Spanische Freiwilligen-Luftstreitkräfte Fünf spanische Flugzeug-Staffeln, welche durch Deutschland ausgebildet und ausgerüstet wurden, operierten mit der Heeresgruppe Mitte an der Ostfront. Allerdings befand sich immer nur eine Staffel zur gleichen Zeit im Fronteinsatz. Die Staffeln flogen vor allem Begleitschutz für Bomber und erzielten insgesamt 156 Abschüsse von sowjetischen Flugzeugen über der Ostfront. Uniformen: Spanier bei den Luftwaffen-Einheiten trugen zuerst die blau-graue Uniform der spanischen Luftwaffe, welcher aber ebenfalls in Deutschland durch die Standard-Uniform der deutschen Luftwaffe ersetzt wurde. Dabei wurden die spanischen Nationalfarben in der Form eines Schildes am oberen rechten Ärmel getragen. Spanische Luftwaffen-‘Flügel’ und andere Abzeichen sowie spanische Medaillen und andere Auszeichnungen wurden auf der deutschen Luftwaffen-Uniform getragen. Französische Legion Im Oktober 1941 überschritt ein 2.452 Mann starkes französisches Infanterie-Regiment die ehemalige Grenze der Sowjetunion als Teil der fremdländischen Kontingente im ‘Kreuzzug gegen den Bolschewismus’. Im Frühjahr 1942 wurde die Legion Voluntaire Francaise (L.V.F.) reorganisiert und bestand nur noch aus dem 1. und 3. Bataillon. Die Bataillone wurden getrennt zur Bekämpfung von Partisanen im rückwärtigen Heeresgebiet eingesetzt. Im Juni 1943 wurden die zwei unabhängigen Bataillone wieder zu einem einzigen Regiment zusammengelegt und bekämpften Partisanen als ‘verstärktes 638. Infanterie-Regiment’ der Wehrmacht in der Ukraine. Am 1. September 1944 wurde die Legion Volontaire Francaise offiziell aufgelöst. Uniformen: Französische Freiwillige erhielten deutsche Uniformen. Wie bei andere fremdländischen Verbänden wurde auch den Franzosen erlaubt, die Nationalfarben der Trikolore am rechten Ärmel ihrer deutschen Uniform und am Stahlhelm zu tragen. Es wurden deutsche und französische Auszeichnungen getragen. Im Bild rechts: Die Uniform dieses französischen Infanteristen der Legion Voluntaire Francaise (L.V.F.) ist deutsch, aber die Auszeichnungen französisch – von links nach rechts: Militär-Auszeichnung für ausgezeichnetes Verhalten, Kombattanten-Kreuz 1940 und die Kolonial-Auszeichnung für zwei Feldzüge. Der deutsche Karabiner 98k wird in französischer Art getragen. Es gab auch noch das ‘Wallonische Infanterie-Bataillon 373’ mit belgischen Freiwilligen in Süd-Russland bis August 1943. Die spanischen, französischen und belgischen Truppen bewährten sich gut und erlitten oft hohe Verluste und viele von ihnen wurden später in die Waffen-SS übernommen. Kroatische Armee Noch bevor der deutsche Sieg über Jugoslawien vollkommen war, befand sich das Land bereits im Stadium des Zerfalls und am 10. April 1941 wurde der unabhängige Staat Kroatien proklamiert. Der neue kroatische Staat begann mit der Aufstellung eigener bewaffneter Streitkräfte mithilfe der Wehrpflicht. Diese neue Armee nannte sich Hrvatsko Domobranstvo (was übersetzt Heimatarmee bedeutet) und bestand Ende 1941 aus vier Armeekorps, sechs Divisionen und 46 Bataillonen. Es gab zwei Arten von kroatischen Einheiten: Jägerbrigaden und Gebirgsjäger-Brigaden. Die Gebirgsjäger-Brigaden bestanden aus zwei Gebirgsjäger-Regimentern und zwei Bataillonen Artillerie. 1944 belief sich die Personalstärke der vier Gebirgsjäger-Brigaden auf 35.000 Mann. Es wurde eine Italienisch-kroatische Legion für die Ostfront aufgestellt, welche wie eine italienische Schwarzhemden-Legion gegliedert war und aus zwei Bataillonen Infanterie und einem Artillerie-Bataillon bestand. Die Legion kämpfte gut bei der italienischen 3. Mobilen Division, bevor sie während des Rückzugs vom Don zerstört wurde. Daneben gab es noch eine Deutsch-koratische Legion, welche als ein Infanterie-Regiment mit drei Bataillonen und einem Artillerie-Bataillon gegliedert war. Sie war bekannt als 369. verstärktes kroatisches Infanterie-Regiment und ging in Stalingrad unter. Die kroatische para-militärische Organisation, welche gegen Titos Partisanen und die Chetniks gleichermaßen kämpfte, war die Ustascha. Sie hatte Militär- und Polizei-Aufgaben und war einer Art SS-Formation ähnlich und berüchtigt. Neben diesen etwas besser organisierten und disziplinierten Einheiten gab es noch eine Reihe von mehr oder weniger irregulären Kämpfern, eigentlich nicht mehr als Banditen und Mörder. Bis Ende 1941 gab es 15 Ustascha-Bataillone, welche mit Armee-Bataillonen zusammengelegt wurden, um 16 Domobranstvo-Ustascha-Divisionen zu formieren, sowie 30 weitere Brigaden mit einer Gesamtstärke von 114.000 Mann und weiteren 38.000 Mann Heimatschutz (Volkssturm). Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Reste dieser Einheiten zu einer einzigen, kampfkräftigen Division zusammengelegt: der 1. kroatischen Sturm-Division. Uniformen: Die Uniform der kroatischen Armee war in Khaki. Offiziere trugen eine Dienst-Tunika mit Stehkragen und passender Kniehose oder langer Hose. Die Kopfbedeckung war entweder eine Schirmmütze oder eine Feld-Schirmmütze. Das Mützenband und Tunika-Farbe war dunkelbraun. Knöpfe und Abzeichen war bei Generalen in goldener Farbe, Silber für Offiziere und Bronze bei anderen Rängen. Rangabzeichen wurden auf den Kragenstücken getragen, welche in der Waffenfarbe waren. Auf kroatischen Uniformen waren die fünfzackigen Sterne der ehemaligen jugoslawischen Stereitkräfte, welche den Rang angaben, durch Metall-Kleeblätter ersetzt worden. Kroatische Luftwaffe Zunächst wurde die kroatische Luftwaffe mit Flugzeugen der ehemaligen mehr …

  • 'Stuka zu Fuß'

    Nebelwerfer für 28- oder 32-cm Wurfkörper und 30-cm Wurfkörper 42 (Teil II der deutschen Nebelwerfer im Zweiten Weltkrieg.) Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken und Bilder. 28- oder 32-cm Wurfkörper und 30-cm Wurfkörper 42 Typ: Nebelwerfer-Raketenartillerie. 28-cm und 32-cm-Wurfkörper Die 28-cm und 32-cm-Raketen waren noch vor den 15-cm-Raketen bei der Wehrmacht im Einsatz und die ersten erschienen bereits während des Jahres 1940. Beide Raketen-Typen verwendeten den gleichen Raketenantrieb, hatten aber einen unterschiedlichen Sprengkopf. Beide waren unbeholfene, sperrige Raketen mit einer schlechten ballistischen Formgebung, hatten aber eine wirksame Zuladung. Hier zu Teil I des Nebelwerfer. Die kleinere Waffe war der 28-cm Wurfkörper Spreng, welche einen schweren, hochexplosiven Sprengkopf hatte, während die größere Waffe 32-cm Wurfkörper MF150 einen Brandsatz-Sprengkopf mit schweren Flüssigkeitsgemischen in der Art eines frühen Napalms hatte. Beide hatten eine Reichweite von rund 2.000 Meter und waren trotz ihrer Spin-Stabilisierung sehr ungenau, was dazu führte, dass sie, wenn möglich immer in großen Massen eingesetzt wurden. Als Ausgleich für diese Nachteile war ihre Wirkung jedoch verheerend, wenn sie ein Ziel trafen und die Rakete mit dem hochexplosiven Sprengstoff wurde vorzugsweise im Stadtkampf eingesetzt, wo Häuser oder andere Gebäude zerstört werden mussten. Der Wurfkörper Spreng hatte eine Reichweite von 1.925 Metern, aber sein 61-kg- Anatol-Sprengkopf hatte eine enorme zerstörerische Wirkung, während die Flamm-Version auf bis zu 2.200 Meter verschossen werden konnte. Beide Raketen-Typen wurden an die Truppe in hölzernen Transport- oder Packkisten ausgegeben. Diese Kisten dienten auch als Starter-Rahmen und wurden mit einfachen, vorderen Stützbeinen zum rudimentären Zielen ausgeliefert. Die Zündung erfolgte elektrisch. In dieser Form konnten beide Raketen von Sturmpionieren verwendet werden um Bunker oder Widerstandsnester zu zerstören. Wesentlich öfters wurden die Raketen aber in Vierergruppen von einem einfachen Starter-Rahmen, der als schweres Wurfgerät 40 oder schweres Wurfgerät 41 bezeichnet wurde, verschossen. Diese beiden Geräte unterschieden sich nur dadurch, dass letzterer aus Stahlrohren und nicht wie zuvor aus einem Holzrahmen bestand. Gewöhnlich bildeten 10 dieser Werfer eine Batterie. Während des Jahres 1940 wurden etwa 10.000 Wurfkörper Spreng und 12.000 Wurfkörper Flamm Raketen hergestellt und 1941 stieg diese Anzahl auf 77.150 Wurfkörper Spreng und 62.550 Wurfkörper Flamm an. Mehr als 600.000 Wurfkörper wurden bis Kriegsende gefertigt, sowie 700 Werfer, von denen 345 ab 1941 gebaut wurden. Sie wurden an die Pioniertruppe, ausgewählte Infanterie-Einheiten und motorisierte Entgiftung-Abteilungen ausgegeben. Am 22. Juni 1941 gab es acht motorisierte Entgiftung-Abteilungen, davon drei Straßen-Bataillone, welche sich alle beim Truppenaufmarsch im Osten gegen die Sowjetunion befanden. Beide Raketentypen konnten für vorbereitendes Sperrfeuer eingesetzt werden, wie dies zum Beispiel während der Belagerung von Sewastopol 1942 geschah. Doch das bisher beschriebene Abschusserfahren war statisch und um einen gewissen Grad von Mobilität zu erreichen, wurde der 32-cm Nebelwerfer 41 entwickelt. Dies war ein einfacher Anhänger mit einem Abschuss-Rahmen für sechs Raketen in zwei übereinander angeordneten Reihen zu je drei Stück. Nach dem 15-cm Nebelwerfer 41 wurde dieser zur wichtigsten Ausstattung der ersten Nebelwerfer-Einheiten. Ein weiterer, mobiler Werfer für diese Raketen war der schwere Wurfrahmen 40, bei dem sechs Abschuss-Rahmen an die Seiten des Halbkettenfahrzeugs SdKfz 251/1 montiert wurden. Dabei wurden die Raketen an den Seitenhalterungen montiert, wobei sie sich immer noch in ihren Transportkisten befanden. Gezielt wurde einfach damit, dass das Fahrzeug in Richtung des Zielgebietes aufgestellt wurde und die Raketen wurden eine nach der anderen und einer festgelegten Reihenfolge abgefeuert. Diese Kombination aus Abschussfahrzeug und Raketen hatte verschiedene Namen, wurde aber oft als ‘Stuka zu Fuß’ oder ‘Heulende Kuh’ bezeichnet. Dieses Waffensystem wurde öfters für die Unterstützung bei Operationen von Panzerverbänden verwendet, insbesondere in der Anfangszeit von Unternehmen Barbarossa, dem Angriff auf die Sowjetunion. Im weiteren Verlauf des Krieges wurden auch andere Fahrzeuge, vor allem französische oder andere erbeutete Fahrzeuge verwendet, um noch mehr mobile Werfer zur Verfügung zu haben. Alle möglichen Typen von leicht gepanzerter Fahrzeuge wurden für diesen Zweck verwendet, wobei einige nur vier Abschuss-Rahmen trugen. Viele dieser Fahrzeug-Improvisationen wurden während der Kämpfe in der Normandie im Sommer 1944 eingesetzt. Am 22. Juni 1941, mit Beginn des Krieges gegen Russland, verfügte das deutsche Heer über vier motorisierte Spezial-Hauptquartiere für Raketenwerfer, fünf Nebelwerfer-Regimenter mit dem 15 cm Nebelwerfer 41, sieben motorisierte Nebelwerfer-Bataillone und eine unabhängige Batterie sowie die acht motorisierte Entgiftung-Abteilungen mit dem Wurfkörper Spreng bzw. Wurfkörper Flamm. All diese Verbände waren Anfangs in Russland eingesetzt. Über die Wirkung der Nebelwerfer zu Beginn des Krieges in Russland lässt sich der wohl fähigste deutsche Stratege des Zweiten Weltkriegs, der spätere Feldmarschall von Manstein (1887-1973), welcher zu diesem Zeitpunkt kommandierender General des 56. Panzer-Korps bei der Heeresgruppe Nord war, in seinen Erinnerungen wie folgt kurz aus: Beim tiefen Vorstoß des Panzer-Korps auf Leningrad Mitte Juli 1941 wurde dieses vorübergehend zwischen dem Peipus- und Illmen-See von seinen rückwärtigen Verbindungen getrennt. Dabei gelang es sowjetischen Truppen auf den Nachschubstraßen einen deutschen Tross zu überwältigen und geheime Kommandosachen zu erbeuten. Dies wurde von Radio Moskau freudig gefeiert, handelte es sich dabei doch um die streng geheimen Dienstvorschriften für die neuen deutschen Nebelwerfer. Diese neue Waffe, welche auch Flammöl-Geschosse verfeuern konnte, war der Roten Armee offensichtlich besonders ein Dorn im Auge. So meldete sich die den Verbänden Mansteins gegenüber befindliche sowjetische Armee offen über Funk an die Deutschen, wenn diese die ‘Spielereien’ mit dem Flammöl nicht einstellen würden, so müssten sie zum Gaskrieg übergehen. 30-cm Wurfkörper 42 Verglichen mit den vorausgegangenen 28-cm und 32-cm-Raketen, war der Wurfkörper 42 Spreng oder auch Wurfkörper Spreng 4491 eine deutliche Verbesserung gegenüber den früheren Entwürfen, als dieser bei der Nebelwerfer-Artillerie Ende 1942 erschien. Nicht nur war seine Aerodynamik ein viel glatter und sauberer Entwurf, sondern er hatte auch noch den größten Anteil an Sprengstoff im Verhältnis zum Treibstoff aller deutschen Artillerie-Raketen. Für die Soldaten im Feld waren diese Vorzüge jedoch weniger wichtig als der Umstand, dass die neue Rakete ein fortschrittlicheres Treibmittel verwendete, was weniger Rauch und Abgasspuren erzeugte und damit die Feuerstellung der Raketenwerfer-Batterie nicht so leicht erkennen ließ. Dazu hatte die 30-cm-Rakete auch noch einen erheblichen Vorteil in der Reichweite gegenüber allen existierenden Typen und konnte theoretisch bis auf Ziele in 6.000 Metern Entfernung verschossen werden. Im praktischen Einsatz erfolgte der Abschuss aber nur über etwa 4.550 mehr …

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