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09-1916, September 1916


Kriegstagebuch des Ersten Weltkrieges für September 1916.

Tank Mk I bei Thiepval
Ein Tank Mk I rollt bei Thiepval an der Somme in das Gefecht.

Bulgarien erklärt Rumänien den Krieg – Schlacht von Guillemont (Somme) – der uneingeschränkte U-Boot-Krieg Deutschlands wird bis zu einer Friedensinitiative verschoben – Fall von Dar-es-Salaam (Ostafrika) – die Alliierten kontrollieren nun die gesamte zweite deutsche Linie an der Somme – Gefecht in der Nähe von Kisaki in Ostafrika – Schlacht von Ginchy (Somme) – Hindenburg wird faktischer Oberbefehlshaber über alle Armeen der Mittelmächte – Kaiser Wilhelm II., Hindenburg, Reichskanzler Bethmann, Enver Pascha und Zar Ferdinand von Bulgarien halten in Pless einen Kriegsrat ab – Siebte Schlacht am Isonzo – Schlacht von Flers-Courcelette (Somme) – der ehemalige deutsche Generalstabschef Falkenhayn übernimmt das Kommando über die Neunte Armee in Transsilvanien – Hindenburg trifft in Cambrai ein und befiehlt eine vorübergehend dauerhafte neue Verteidigungslinie 8 bis 50 km weiter hinten zu errichten (Hindenburg-Linie) – Haig stellt beim britischen Kriegsministerium einen Antrag für 1.000 Panzer – Bau der Hindenburg-Linie – Schlacht von Morval (Somme).

September 1916

Seiteninhalt:

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Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 1. September 1916:

Umschlagplatz in Boulogne
Umschlagplatz in Boulogne für die Verteilung der Güter an die alliierte Westfront.

Westfront
Schlacht an der Somme: 4 deutsche Gegenangriffe scheitern am High Wood (‘Hohen Wald’) (sowie am 3., 8. und 15. September), aber sie erobern die Ostseite vom Delville-Wald.

Ostfront
Das türkische VI. Korps wird Mackensen unterstellt.
Brussilow-Offensive, Galizien: Der russische General Schcherbachev nimmt 19.000 Kriegsgefangene am Fluss Zlota Lipa (bis 4. September).

Mittlerer Osten
Armenien: Das türkische IV. Korps greift südlich von Kigi an, aber russische Verstärkungen stabilisieren die Front bis zum 10. September. Die französische arabische Mission erreicht Alexandria.

Seekrieg
Ärmelkanal, Nordsee: Flanders Küsten-U-Boote UB versenken über 30 Schiffe in einer Woche, ohne auf ein Kriegsschiff zu treffen, obwohl 570 Geleiter zur Verfügung stehen.
Schwarzes Meer: Das neue russische Schlachtschiff Imperatritsa Maria feuert und verfolgt Goeben (welche ein türkisches Wasserflugzeug rettet) bis auf 100 km an den Bosporus heran.
Ägäis: 23 alliierte Kriegsschiffe und vier Transporter (aus Saloniki) ankern 6,5 km von Piräus entfernt, in der Nähe der griechischen Flotte bei Salamis.

Politik
BULGARIEN ERKLÄRT RUMÄNIEN DEN KRIEG.
Großbritannien und Russland unterzeichnen das Sykes-Picot-Abkommen.
Im September wird ein englisch-russisches Propaganda-Büro in Petersburg eröffnet.

Neutrale
Griechenland: Die alliierte Flotte kapert 13 internierte österreich-ungarische und deutsche Handelsschiffe.

Heimatfronten
Großbritannien: Die Einzelhandel-Lebensmittelpreise steigen um 5% auf 65%. Es gibt nun insgesamt 4.212 Munitionsfabriken mit 435 Kantinen für 640.000 Beschäftigte. Zivile Kriegsinternierte aus Feindstaaten werden als Arbeiter an Privatfirmen überstellt. Im September beginnt das Kriegspropaganda-Büro mit dem monatlichen War Pictorial Magazin (circa 750.000 bis November 1917).


Kriegstagebuch 2. Weltkrieg für Samstag den 2. September 1916:

Wrack von SL 11
Souvenir-Foto vom Wrack von SL 11 mit dessen Bezwinger Leefe Robinson (links oben eingeblendet).

Luftkrieg
Großbritannien: Ein kombinierter Luftangriff durch 12 Marine- und 4 Heeres-Zeppeline auf London wird durch widrige Witterungs-, Navigations- und technische Probleme vereitelt. Etwa 16 Tonnen Bomben fallen verstreut über 11 Landkreise und Vorstädte von Nord-London (nur 16 Opfer). Um 02:23 Uhr schießt Zweiter Leutnant Leefe Robinson (ausgezeichnet mit dem ersten Victoria Cross in Großbritannien) in einer BE2 der 39. Squadron des Royal Flying Corps das Heeres-Luftschiff SL 11 (Schramm) bei Cuffley, Herts ab. Alle 16 Besatzungsmitglieder werden getötet.
Besetztes Belgien: 17 Flugzeuge des Royal Navy Air Service werfen 82 Bomben auf den Flugplatz Ghistelles südöstlich von Ostende ab (wiederholt am 9. und 23. September). St. Denis Westrem wird von 18 Flugzeugen am 7. September, die Zeppelin-Hallen in der Nähe von Brüssel am 27. September angegriffen.

Westfront
Schlacht an der Somme: Rawlinson inspiziert die britische Panzer-Streitmacht aus Tank Mark I und ist mit der Bereitschaft unzufrieden.

Naher Osten
Ägypten: Der kommandierende General und McMahon besprechen einen möglichen arabischen Aufstand in Ismailia.
Arabien: Eine Pressemitteilung der türkischen Gesandtschaft in Bern verunglimpft den Aufstand des Sherif und behauptet, dass die meisten Araber für den Sultan kämpfen würden.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 3. September 1916:

Gefallene deutsche Soldaten
Gefallene deutsche Soldaten vor ihrem zerschossenen MG-Nest in der Nähe von Guillemont.

Westfront
Schlacht an der Somme: Vierter großer gemeinsamer alliierter Schlag, diesmal zur Unterstützung Rumäniens. Um 12 Uhr greift die französische Sechste Armee nördlich der Somme an, nimmt den Großteil von Ciery und der deutschen Verteidigungsstellungen entlang der Straße nach Norden bis zum Le-Wald und der Le-Ortschaft, aber an der Schnittstelle zum BEF auf der linken Flanke ist nur wenig Unterstützung möglich und die deutschen Truppen beginnen am 4. September mit starken Gegenangriffen.
Schlacht von Guillemont (bis zum 6. September): Britischer Großangriff, die 20. Division nimmt Guillemont und ein Teil der Mouquet-Farm.
Die Schlacht um die Pozieres-Höhen endet. Kontinuierliche Kämpfen in der Nähe der Farm Falfemont. Britische Angriffe auf das Schwaben Redoubt und den High Wood (Hohen Wald) scheitern.
Verdun: Deutsche Angriff scheitert an den Verteidigungsstellungen von Vaux-Chapitre. Schrittweise, aber verlustreiche, französische Fortschritte bis zum 13. September.
Ypern: Das I. kanadische Korps übergibt seinen Abschnitt an das I. ANZAC-Korps und wird an die Somme verlegt.

Ostfront
Brussilow-Offensive, Karpaten: Der russische General Lechitski erzielt Erfolge in der Nähe von Dorna Watra und bringt 4.500 Kriegsgefangene südöstlich von Halicz am 5. September ein.
Dobrudscha: Mackensen Donau-Armee mit Verbänden aus drei Nationen dringt nach Rumänien ein.

Seekrieg
Deutschland: Der uneingeschränkte U-Boot-Krieg wird bis zu einer Friedensinitiative verschoben (Kriegsrat in Pless mit dem Reichskanzler, Admiral von Holtzendorff, Hindenburg und Ludendorff).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 4. September 1916:

Französische Soldaten schleppen Flügelminen
Französische Soldaten schleppen Flügelminen an der Somme nach vorn.

Westfront
Schlacht an der Somme: Heftige britischen Angriff auf die Falfemont-Farm. Haig gratuliert Rawlinson dafür, endlich Guillemont eingenommen zu haben. Das französisch VII. Korps verbessert seine neugewonnenen Stellungen um Clery herum.
Süd-Abschnitt: Die französische Zehnte Armee (Micheler) greift südlich des Flusses auf einer über 8 km breiten Frontlinie von Chilly nach Barleux an, gewinnt aber nur wenig Gelände – mit Ausnahme von Soyecourt – bei schweren Kämpfen bis zum 6. September.

Afrikanische Fronten
Ostafrika: Fall von Dar-es-Salaam durch die britische Marine, welche 450 unbewaffnete Deutsche und vier zerstörte Dampfer vorfindet. Das britische Hauptquartier wird dorthin am 12. September verlegt, britischer Nachschub trifft ab dem 4. Oktober ein. Das Goldküsten-Regiment ist erstmals im Einsatz (bis zum 6. September) und nimmt den Berg Kikarungu.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 5. September 1916:

deutsche Gefangene transportieren französische Verwundete
Nach der Offensive transportieren deutsche Gefangene französische Tote und Verwundete zurück.

Westfront
Schlacht an der Somme: Britische Truppen erobern die Falfemont-Farm und stellen eine Verbindung zum französischen I. Korps über Combles-Schlucht her; dessen Angriff nach Südosten am 6. September scheitert jedoch. Französische Truppen nehmen Ferme de L’Hopital (knapp 1 km östlich vom Le-Wald). Das französische VII. Korps säubert Clery und schließt zum XXXIII. Korps (der rechte Flügel der Sechsten Armee) auf, welches Ommiecourt am Südufer der Somme genommen hat. Die Alliierten kontrollieren nun die gesamte zweite deutsche Linie. Sie rücken knapp 1.500 Meter östlich von Guillemont vor und erobern das meiste vom Leuze-Wald.
Verdun: Der Tavannes-Tunnel explodiert und tötet 1.000 Franzosen (Nachrichten darüber werden geheim gehalten).

Ostfront
Ungarn: Die rumänische 1. Division nimmt Orsova an der Donau.
Dobrudscha: Mackensen greift die Festung Tutracaia auf dem Südufer der Donau an, deren 15 Forts alle am 6. September genommen werden. 25.000 Kriegsgefangene (rumänische 17. Division) werden eingebracht und 115 Geschütze erbeutet für 7.902 Mann Verluste.

Südfronten
Dolomiten: Die Italiener haben Val Cismonfree gesäubert.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 6. September 1916:

 Major James Thomas Byford McCudden
Major James Thomas Byford McCudden war einer der wenigen Vorkriegsmitglieder des Royal Flying Corps. Er kam auf tragische Weise 1918 mit 57 Luftsiegen ums Leben, als sein Flugzeug einen Motorschaden hatte.

Luftkrieg
Westfront: Flight-Sergant McCudden (DH2-Pilot in der 29. Squadron) erzielt seinen ersten von 57 Luftsiegen im Abschnitt des I. ANZAC-Korps bei Ypern. Die 5. Luft-Brigade des Royal Flying Corps bombardiert unter den Verlust von 2 Flugzeugen zwei deutsche Flugplätze östlich von Bapaume, wobei ein deutsches Flugzeug auf dem Boden zerstört wird.

Ostfront
Transsilvanien: Falkenhayns Neunte Armee wird gebildet. Rumänische Truppen besetzen die Provinzhauptstadt Hermannstadt.

Westfront
Schlacht an der Somme: Britische Truppen erobern den Wald Leuze und stoßen in Richtung Ginchy vor. Asquith inspiziert die Ruinen von Fricourt und französische Geschütze zerschlagen 10 deutschen Gegenangriffe südwestlich von Barleux und südlich von Belloy.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 7. September 1916:

Soldaten der deutschen Schutztruppe in Ostafrika
Soldaten der deutschen Schutztruppe in Ostafrika mit einem Maxim-MG und einem leichten Feldgeschütz.

Afrikanische Fronten
Gefecht in der Nähe von Kisaki (bis zum 8. September): ca. 2.600 Mann deutscher Truppen mit 22 MGs schlagen 1.700 Mann südafrikanischer Truppen, zwingen diese zum Rückzug und zum Abbruch ihres Vormarsches bis zum 13. September.
Britische Truppen landen an der Küste und besetzen sowohl Kilwas (230 km südlich von Dar-es-Salaam) als auch Mikindani 200 km weiter südlich, wo 1.100 Mann am 13. September anlanden.

Ostfront
Galizien: Der russische General Lechitski nimmt das brennende Halicz am Dnjestr. Das türkische XV. Korps erleidet 1.500 Mann Verluste bis zum 8. September, steht aber standhaft nach einem Rückzug über 16 km.

Neutrale
USA: Das US Shipping Board wird gegründet, um eine staatliche Handelsflotte zu bilden. Der Kongress autorisiert Wilson, Vergeltungsmaßnahmen gegen Großbritannien durchzuführen (das entsprechende Gesetz wird am 8. September verabschiedet). Ein Notfall-Steuergesetz verdoppelt am 8. September die normale Einkommenssteuer.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 8. September 1916:

deutsche 38-cm-Kanone L/45
Eine deutsche 38-cm-Kanone L/45 mit Panzerplatten feuert beim Küstenschutz in Flandern.

Westfront
Deutschland: Hindenburg und Ludendorff zum erster Besuch an der Westfront, wo sie bei Cambrai eine Konferenz zum Entwurf einer neuen taktischen Verteidigungsdoktrin abhalten. Die OHL veröffentlicht anschließend wichtige Erkenntnisse zur Doktrin der ‘Verteidigung in der Tiefe’.
Schlacht an der Somme: Das Glos-Regiment erleidet schwere Verluste bei einem Angriff in der Nähe dem westlichen Ende des High Wood (‘Hohen Wald’). Deutsche Gegenangriffe bei der Mouquet-Farm bis zum 12. September.

Seekrieg
Nordsee: Monitore der Dover Patrol beschießen die Küste Flanders zwischen Middlekerke und Westende bis zum 15. September, als Ablenkungsmanöver für die Somme-Offensive.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 9. September 1916:

Unsere Schutztruppen
In der ‘Illustrierten Zeitung’ wird über den Kampf der Schutztruppen berichtet.

Afrikanische Fronten
Ostafrika: Die britische Hauptstreitmacht aus der 1. Division erreicht Tulo, aber Lettow-Vorbecks 2.200 Männer mit 24 MGs halten sie bis zum 12. September am Fluss Dutumi auf.

Westfront
Das Oberste Deutsche Hauptquartier wird von Charleville nach Pless verlegt.
Schlacht an der Somme, Schlacht von Ginchy: Die britische 16. (irische) Division (der irische Nationalist und Dichter Leutnant Tom Kessel fällt im Alter von 36 Jahren) nimmt Ginchy, 12 km östlich von Albert, sowie Gräben westlich und östlich vom Leuze-Wald.
Süd-Sektor: Deutsche Gegenangriffe beginnen gegen die französische Zehnte Armee um Berny herum, welche bis zum 12. September etwas Boden zurückgewinnen können.
Oberst Lößberg, Generalstabschef der deutschen Ersten Armee, wird mit dem Pour le Merite für herausragenden Dienst an der Westfront ausgezeichnet.

Ostfront
Pripjet: Der Kaiser besucht Kowel und zeichnet Stabschef Hoffmann mit dem Pour le Merite aus.
Transsilvanien, Schlacht von Selimbar: Rumänische Truppen dringen weiter südwestlich von Hermannstadt aus vor.
Dobrudscha: Mackensen bulgarische Kavallerie der 1. Infanterie-Division nimmt Silistria am Südufer der Donau.

Neutrale
Griechenland: ‘Griechische Reservisten’ schießen auf die französische Botschaft in Athen und die Regierung entschuldigt sich am 11. September dafür (für was in Wirklichkeit ein französischer Anschlags-Trick auf die eigene Botschaft war).

Heimatfronten
Deutschland: Hindenburg und Ludendorff treffen die Industriellen Gustav Krupp und Carl Duisberg (IG Farben) um Arbeitskräftemangel und das Hindenburg-Programm zu diskutieren.
Österreich-Ungarn: Ein gemeinsamer Ministerrat diskutiert die Nahrungsmittelkrise, wobei der Kriegsminister auch Anzeichen von Unterernährung in der Armee erwähnt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 10. September 1916:

Erschöpfte Soldaten halten einen kurzen Schlaf
Erschöpfte Soldaten halten einen kurzen Schlaf im Schützengraben.

Westfront
Schlacht an der Somme: Ein deutscher Gegenangriff scheitert bei Ginchy, britischer Vorstoß östlich von Guillemont. Rawlinson bespricht die Rolle der Tank Mark I Panzer bei dem bevorstehenden Angriff.

Ostfront
Brussilow-Offensive, Karpaten: Pflanzer-Baltin wird vom Kommando über die österreich-ungarische Siebte Armee enthoben und durch Kirchbach ersetzt. Österreich-ungarischer Rückzug westlich von Gyergyó und dem Czik-Tal.

Südfronten
Saloniki: 6 britische Abteilungen stehen in Gefechten entlang des Flusses Struma unter 161 Mann Verlusten; weitere Überfälle über den Fluss hinweg am 15. und 23. September.

Afrikanische Fronten
Ostafrika: Die britische 2. Division nimmt Kidodi und hält mit 1.946 nicht-dienstfähigen Männern bei einer Gesamtstärke von 6.696 an. Die belgische Süd-Brigade kämpft bei Lulanguru (bis zum 12. September) während des Vormarsches auf der Eisenbahnstrecke nach Tabora.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 11. September 1916:

Russisches Plakat Frauen in Kriegsindustrie
Bereits im zaristischen Russland fordert dieses Plakat Frauen auf, ihren Beitrag in der Kriegsindustrie zu leisten.

Ostfront
Russland: General Averyanov an STAVKA: ‘… wir sind nahe an der vollständigen Erschöpfung der Personalreserven.’
Brussilow-Offensive – Karpaten: Der russische General Lechitski nimmt den Berg Capel Kapul (1.500 m) und stellt die Verbindungen zur rumänischen Vierten Armee am 12. September her.
Rumänien: Averescu wird die Dritte Armee gegeben.

Westfront
Schlacht an der Somme: Britische Geschütze bringen ein deutsches Munitionslager in der Nähe von Grandcourt zur Detonation. Rawlinson gibt die Befehle für den dritten britischen Großangriff heraus.

Südfronten
Saloniki: Die türkische 59. Division (11.979 Mann mit 16 Kanonen und 12 MGs) beginnt mit der Übernahme der von Drama in Richtung Meer verlaufenden bulgarischen Frontlinie.

Naher Osten
Mesopotamien: Brookings 1.900 britische Soldaten (196 Mann Verluste) mit 14 Kanonen schlagen ca. 5.000 Araber (etwa 1.200 Verluste) bei As Sahilan nordöstlich von Nasiriya am Euphrat.
Südpersien: Sykes erreicht Isfahan.

Seekrieg
Schwarzes Meer: Zwei bulgarische Torpedoboote laufen auf russische Minen von Warna (eins sinkt).

Neutrale
Griechenland: Ministerpräsident Zaimis tritt zurück, Kalogeroulos wird am 16. September sein Nachfolger.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 12. September 1916:

bulgarischer Schützengraben
Ein bulgarischer Soldat hält im Schützengraben in Mazedonien Wache, während die anderen essen.

Südfronten
Mazedonien: Die alliierte Offensive beginnt an der Westflanke um 6 Uhr. Die serbische Erste Armee nimmt Ausläufer vom Berg Kajmakcalan (‘Butter-Churn’; 2.525 m) 40 km Ost-Süd-Ost von Monastir. Bulgarische Truppen besetzen den Hafen Kavalla. Die französische 156. Division greift westlich von Florina an und steht 10 km östlich bis zum 17. September.

Westfront
Schlacht an der Somme: Nach einer sechstägigen Verzögerung wegen schlechtem Wetter und schlammigen Boden eröffnet die französische Sechste Armee nach einer alliierten Artillerievorbereitung ab 6 Uhr wieder die Offensive. ‘Gute Fortschritte’ werden gemeldet mit der Einnahme von Bois d’Anderu und Bouchavesnes auf der Straße Bapaume-St.Quentin.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 13. September 1916:

Hindenburg, Kaiser, Ludendorff
Der Kaiser (Mitte) mit Hindenburg (links) und Ludendorff (rechts) bei einer Lagebesprechung im Großen Hauptquartier. Die beiden Generale übernehmen zunehmend auch außen- und innenpolitische Angelegenheiten.

Westfront
Deutschland: HINDENBURG WIRD FAKTISCH DER OBERBEFEHLSHABER ÜBER ALLE ARMEEN DER MITTELMÄCHTE. Die OHL (Oberste Heeresleitung) wird zu diesem Zweck zum OKL (Oberste Kriegsleitung).
Schlacht an der Somme: Das französische I. Korps stößt südöstlich von Combles vor. Das VII. Korps wehrt heftige Gegenangriffe auf Bouchavesnes ab.
Verdun: In der Zitadelle verleiht Präsident Poincare das Abzeichen der Ehrenlegion an die Festung, ‘an deren Mauern die höchsten Ambitionen des kaiserlichen Deutschland gebrochen wurden’. Petain, Joffre, Nivelle und Mangin sind alle Anwesenden.

Politik
Deutschland: Kaiser Wilhelm II., Hindenburg, Reichskanzler Bethmann, Enver Pascha und Zar Ferdinand von Bulgarien halten in Pless einen Kriegsrat ab.

Südfronten
Saloniki: Die britische 65. Brigade (22. Division) erstürmt die vom deutschen 59. Regiment gehaltene Frontausbuchtung beim Dorf Machukovo, nimmt ca. 70 Kriegsgefangene und erbeutet 9 MGs für 586 Mann Verluste, verliert es aber wieder bis zum 14. September.

Luftkrieg
Adria: 22 italienische Caproni-Bomber, mit in Italien in Lizenz gebauten Nieuport-Jägern als Begleitschutz, bombardieren Triest.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 14. September 1916:

Italienische Infanterie während eines Sturmangriffs
Italienische Infanterie während eines Sturmangriffs auf dem Karso-Plateau.

Südfronten
Italienische Front – Siebte Schlacht am Isonzo (bis zum 17. September): Nach lang anhaltender Artillerievorbereitung, einschließlich dem Einsatz von Gasgranaten, greift die italienische Dritte Armee (14 Divisionen, 966 Geschütze, 584 Mörser) um 9 Uhr auf einem 10 km breiten Frontabschnitt an und nimmt die Nova Vas Hügel 144, 265 und 208 (Karso) zusammen mit 1.800 Kriegsgefangenen. Die Stellungen werden später jedoch wieder von der österreich-ungarischen Fünften Armee (101 Bataillone mit 409 Kanonen) zurückerobert.
Mazedonien: Italienische und französische Truppen machen Ablenkungs-Angriffe im Doiran-Vardar-Sektor. Serbische Truppen brechen bei Gornichevo auf der Florina-Straße durch und erbeuten 32 bulgarische Geschütze.

Westfront
Schlacht an der Somme: Britische Truppen erstürmen Gräben südöstlich von Thiepval und die 11. Division nimmt ‘Wonderwork’ (‘Wunder-Stellung’). Haig und Rawlinson beraten sich, Haig fordert einen massiven Angriff auf Martinpuich. Das französische I. Korps nimmt die Le Priez Farm während das französische XXIII. und VII. Korps nicht weiter vorankommen. 78 deutsche Gegenangriffe seit dem 1. September.

Ostfront
Transsilvanien – Schlacht von Merisor-Petrosani (bis zum 22. September) nördlich vom Vulcan-Pass: die rumänische Erste Armee greift in Richtung Hátszeg an. Österreich-ungarische Code-Knacker erhalten eine Warnung vor einem rumänischen Gegenangriff.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 15. September 1916:

Mark I
Ein Mark I C-19 der schweren Abteilung des Maschinengewehrkorps am 15. September 1916 auf dem Weg zur Front.

Westfront
Schlacht an der Somme – Schlacht von Flers-Courcelette (bis zum 22. September): Um 6:20 Uhr, nach einem 40-minütigen Artilleriebeschuss, greifen 14 britische Divisionen (einschließlich 2 kanadischen und einer neuseeländischen) an. Erster Panzer-Einsatz durch 32 von 49 vorhandenen Mark I Tank (5 bleiben in Gräben hängen, 9 bleiben wegen mechanischer Schäden liegen und 10 werden getroffen). Die Truppen stoßen 2.000 – 3.000 Meter hinter der Feuerwalze der Artillerie auf einem 10 km breiten Frontabschnitt vor und nehmen bis 11 Uhr Flers, Martinpuich, Courcelette und den ‘High Wood‘ (Hohen Wald) innerhalb der dritten deutschen Linie. Die britische Garde-Division (Raymond Asquith, der Sohn des britischen Premierministers fällt) stößt in Richtung Les Boeufs vor, wird aber am ‘Quadrilateral’ (zwischen Ginchy und dem Bouleux-Wald) aufgehalten.
Die Infanterie des französischen I. Korps stößt ab 15 Uhr vor und macht leichte Fortschritte nördlich der Priez-Farm. Artillerie und MG-Feuer bringen den französischen Vormarsch in der Nähe von Rancourt zum Erliegen.
Süd-Sektor: Die französische Zehnte Armee erneuert ihre Angriffe südlich von der Somme auf dem Santerre-Plateau, nimmt drei Dörfer (bis zum 17. September) und wehrt häufige Gegenangriffe an. Micheler bedauert den Mangel an Reserven, welcher Anschluss-Operationen verhindert.
146 zusätzliche schwere Geschütze werden zu der deutschen Ersten und Zweiten Armee an der Somme geschickt sowie 144 verbrauchte Geschütze bis zum 8. Oktober ersetzt.
Hindenburg gibt seine erste formale Operationsanweisung heraus: ‘Die Hauptaufgabe der Armeen ist es, jetzt umgehend alle Positionen an der West-, Ost-, italienischen und mazedonischen Fronten zu halten und alle anderen verfügbaren Kräfte gegen Rumänien einzusetzen.’

Ostfront
Rumänien: Der Kronrat entscheidet, die Hälfte der Truppen der Armeen in Transsilvanien gegen Bulgarien aufmarschieren zu lassen.
Brussilow-Offensive – Pripjet, Galizien: General Kaledin mit dem Hauptquartier der Achten Armee wird nach Süden geschickt, um die Truppen zwischen Lechitski und Sacharow zu befehligen. Gourkos Spezial-Armee übernimmt die Nordflanke von Brussilows Armeen.

Südfronten
Dolomiten: Das Monte Rosa Alpini-Batallion nimmt den Mt.Cauriol (2.320 m) beim vierten Angriff, dann den Mt.Gardinal (2.350 m) im Nordosten am 23. September und wehrt österreich-ungarische Angriffe bis zum 28. September ab.

Luftkrieg
Adria – erstes U-Boot durch Luftangriff versenkt: 2 österreich-ungarische Lohner-Flugboote bombardieren und versenken das französische Unterseeboot Foucault, wassern anschließend und retten dessen Besatzung.
Westfront: Das Royal Flying Corps hilft dabei, 85 deutsche Batterien zu bekämpfen (29 werden zum Schweigen gebracht) und wirft 8 t Bomben auf 15 Ziele, behauptet 15 deutsche Flugzeuge vernichtet zu haben und verliert 14 Mann Besatzung mit 6 Flugzeugen. Der Zweite Leutnant Ball zerstört 10 deutsche Flugzeuge oder zwingt diese zur Notlandung bis zum 28. September.
Süd-Tunesien: 4 französische Farman bombardieren einen Stützpunkt der Senussi, wobei eines aber abstürzt.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 16. September 1916:

Falkenhayn als Befehlshaber der 9. Armee
Der ehemalige deutsche Generalstabschef Erich von Falkenhayn (vorne) als Befehlshaber der 9. Armee mit einigen seiner Offiziere.

Ostfront
Brussilow-Offensive, Galizien – Zweite Schlacht von Narajowka und Zlota Lipa (bis zum 17. September): 4 russische Divisionen mit Unterstützung durch den Einsatz von Giftgas greifen das türkische XV. Korps an, was trotz etwa 5.000 Mann Verlusten seine Stellungen hält.
Transsilvanien: Die rumänische Zweite Armee besetzt Baraoltu, welches die Eisenbahnstrecke Kronstadt-Földvár 50 km hinter der Grenze beherrscht. Der ehemalige deutsche Generalstabschef Falkenhayn übernimmt das Kommando über die Neunte Armee.
Dobrudscha: Mackensen greift die Rasova-Tuzla-Linie bis zum 20. September an, zieht sich dann aber zurück, um seine Vorräte an schweren Granaten zu ergänzen. Die türkische 25. Division wehrt rumänische Gegenangriffe am 22. September ab.

Westfront
Schlacht an der Somme: Britische Truppen wehren einen Gegenangriff in der Nähe von Courcelette ab, aber fünf deutsche Reservedivisionen stehen jetzt gegenüber des Einbruchkeils. Alliierte Truppen nehmen die Dunibe-Gräben. Die neuseeländische Division stößt nördlich und westlich von Flers vor.
Hindenburg trifft in Cambrai ein und befiehlt eine vorübergehend dauerhafte neue Verteidigungslinie 8 bis 50 km weiter hinten zu errichten (Hindenburg-Linie).

Südfronten
Isonzo: Die Italiener nehmen den San Grado di Merna, Hügel 208S und den gesamten Hügel 144, scheitern aber am Hügel 123 und Veliki Kribach weiter im Osten.
Mazedonien: Serbische und bulgarische Truppen bekämpfen sich in den Wäldern des Ausläufers vom Berg Kajmakcalan bis zum 18. September.

Politik
Deutschland: Kriegsrat der Mittelmächte unter deutscher Leitung beschlossen, aber der spätere Kaiser Karl widerruft die Unterschrift Österreich-Ungarns am 21. November.

Luftkrieg
Deutschland: Die Marine-Luftschiffe L6 und L9 werden durch ein versehentliches Feuer am Boden zerstört.
Westfront: Ein Flugzeug und ein Beobachtungsballon des Royal Flying Corps kollidieren mit fatalen Folgen.

Heimatfronten
Italien: Oberstleutnant Douhet, Generalstabschef der italienischen 5. Division und Verfechter der Luftkriegführung wird wegen seiner heftigen Kritik am Comado Supremo in einem Brief an den Kriegsminister vor ein Kriegsgericht gestellt. Dieses verurteilt ihn zu einem Jahr Gefängnis ab dem 15. Oktober.
Deutschland: 39 Industrielle teilen dem Kriegsministerium mit, dass ihre Arbeiter nicht mehr als 9 Stunden pro Tag arbeiten können. Das Heer soll die Facharbeiter freistellen und das ‘große belgischen Arbeitspotential zur Verfügung stellen’.
Großbritannien: Churchill an Fisher: ‘Meine armen Land-Schlachtschiffe wurden vorzeitig und in einem zu geringen Umfang eingesetzt. Mit dieser Idee wäre ein richtiger Sieg möglich gewesen’.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 17. September 1916:

Baron Manfred von Richthofen
Baron Manfred von Richthofen soll mit 80 Luftsiegen erfolgreichster Pilot des 1. Weltkriegs werden.

Luftkrieg
Westfront: Hauptmann Oswald Boelcke führt die erste Kampfpatrouille aus 6 brandneuen Albatros DII Jägern von Jasta 2 an. Sie schießen 5 BE2c (eine durch Boelcke persönlich) der britischen 12. Squadron ab, welche sich auf dem Rückflug von einem Bombenangriff auf den Bahnhof von Marcoing befinden. Richthofens erster Luftsieg über einen FE2b Begleitjäger der 11. Squadron.
Sinai: Deutsche Fokker vereiteln den Beschuss von El Arish durch die Royal Navy durch den Abschuss von 2 Sopwith Baby-Seeflugzeugaufklärern (ein weiteres durch MG-Beschuss vom Boden aus verloren) und bombardieren die vier Kriegsschiffe. Jedoch wird die deutsche Staffel später nach Beerscheba zurückgezogen.

Südfronten
Isonzo: Die italienische Offensive wird wegen schlechten Wetters ausgesetzt, nach 17.000 Mann Verlusten und 4.500 gefangengenommenen österreich-ungarischen Kriegsgefangenen. Die in den Stacheldraht geschlagenen Breschen sind nicht breit genug für einen raschen italienischen Infanterieangriff.
Mazedonien: Die russische Brigade und die französische 57. Division erobern Florina zurück. Die bulgarischen Truppen ziehen sich etwas nach Norden zum Fluss Brod bis zum 20. September zurück.

Naher Osten
Sinai: Die berittene ANZAC-Infanterie-Division greift Mazar 75 km östlich von Romani an. Die 2.200 Mann türkischer Truppen evakuieren es und gehen 30 km nach El Arish am 19. September zurück.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 18. September 1916:

Britische Infanterie greift durch Stacheldraht an
Als wenn die deutschen MGs nicht genügend Hindernis wären, gab es noch den Stacheldraht, welcher einen schnellen Infanterieangriff zu einem langsamen Marsch werden ließ, wodurch die britischen Soldaten zu einfachen Zielen für feindliche Schützen werden.

Westfront
Schlacht an der Somme: Die britische Garde-Division nimmt die deutsche Verteidigungsstellung ‘Quadrilateral’ in bis zu einer Tiefe von knapp 1.000 Metern. Das französische I. Korps führt zwei erfolgreiche lokale abendliche Überraschungsangriffe durch und gewinnt Boden im Süden und Südosten von Combles.

Naher Osten
Sinai: Britische Truppen überfallen Bir-el-Tawal, 50 km südlich von Kubri.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 19. September 1916:

Belgische Kanoniere feuern eine französisches 70-mm-Gebirgskanone
Belgische Kanoniere feuern eine französische 70-mm-Gebirgskanone in Ostafrika ab.

Afrikanische Fronten
Ostafrika: Belgische Truppen besetzen Tabora, die größte Binnenstadt, nach einem Marsch über 660 km, nehmen 2.000 Einwohner gefangen und entlassen dann ca. 195 internierte Zivilisten. 2.700 Mann portugiesischer Truppen dringen über den Fluss Rovuma vor und besetzen die Menasi-Bucht am 29. September. Die 1. Division der ‘Kings African Rifles‘ durchquert bei einer Furt den Fluss Mgeta (welcher am 25. September überbrückt wird), aber Überschwemmungen und eine starke Verteidigung begrenzen den Brückenkopf bis zum Dezember.

Westfront
Großbritannien: Haig stellt beim Kriegsministerium einen Antrag für 1.000 Panzer.
Schlacht an der Somme: Französische Truppen wehren in der Nacht vom 19./20. September Gegenangriffen östlich von Clery ab.

Ostfront
Brusilow-Offensive, Galizien: Schcherbachews russische Siebte Armee hat seit dem 31. August 25.000 Kriegsgefangene (einschließlich 8.000 Deutsche) eingebracht und 22 Geschütze erbeutet.
Transsilvanien: Falkenhayns Neunte Armee greift die rumänische Erste Armee im Merisor-Hohlweg an, drängt diese bis zum 20. September bis südlich von Petrosani ab, aber die rumänische 11. Division kann bei einem Gegenangriff am 25. September wieder in die Stadt eindringen.

Südfronten
Mazedonien: Die serbische Drina-Division nimmt den 2.368 m hohen östlichen Gipfel vom Berg Kajmakcalan, wird aber von bulgarischen Truppen wieder vertrieben.

Politik
Griechenland: Der neue griechische Ministerpräsident bietet den Alliierten an, sich ihnen anzuschließen und zu einem festgelegten Termin in den Krieg einzutreten, sobald den griechischen Streitkräften geholfen wurde, sich darauf vorzubereiten.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 20. September 1916:

Vergast und Verwundet
Vergast und verwundet; ein britisches Kriegsgemälde.

Westfront
Schlacht an der Somme: Rawlinson verschiebt den nächsten Angriff der britischen Vierten Armee bis zum 23. September. Er und Haig sind sich einig, dass die britische Kavallerie zurückgezogen werden sollte. Ein heftiger deutscher Gegenangriff führt fast zur Rückeroberung von Bouchavesnes, aber nach verzweifelten Kämpfen werden die Angreifer vertrieben. Das kanadische Korps wird nach 6.000 Mann Verlusten aus der Linie gezogen, muss aber bereits am 26. September wieder in die Kämpfe eingreifen.

Ostfront
Rumänien: Die Regierung verlangt nach einer französischen Militärmission, es stehen jetzt 38 Divisionen der Mittelmächte ihren Truppen gegenüber.
Brussilow-Offensive, Pripet: Deutsche Truppen werden in der Nähe der Eisenbahnstrecke Kovel-Rowno und entlang des Flusses Stokhod abgewehrt.

Seekrieg
Ostsee: Der viel fähigere Vize-Admiral J. Nepenin ersetzt Kanin als Befehlshaber der russischen Ostsee-Flotte, aber der Oberste Kriegsrat verbietet eine verstärkte U-Boot-Offensive.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 21. September 1916:

Britischer Infanterieangriff
Britischer Infanterieangriff an der Somme.

Westfront
Schlacht an der Somme: Neuseeländische Truppen nehmen ‘Malzbonbon Alley’ und einen Abschnitt der Flers-Linie. Die britische 1. Division nimmt den ‘Starfish Trench’ (Seestern-Graben).

Seekrieg
Nordsee: Deutsche Kriegsschiffe kapern den Frachter Colchester (ein Nachzügler eines Konvoi nach Holland) und bringen sie nach Zeebrügge.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 22. September 1916:

Soldat im Bett auf Schlachtfeld
Dieser britische Soldat hat in den Trümmern des Schlachtfeldes ein Bett gefunden und nimmt eine Auszeit.

Westfront
Schlacht an der Somme: Die Schlacht von Flers-Courcelette endet. Britischer Vorstoß östlich von Courcelette an einem schönen, sonnigen Tag. Während Robertson und Rawlinson Tee nehmen, gibt das britische Oberste Hauptquartier zu verstehen, dass Premierminister Lloyd George besorgt ist über die hohen Verluste und Haigs Führung der Schlacht.

Mittlerer Osten
Arabien: Ghalib Paschas 2.000 Mann starke türkische Garnison von Taif kapituliert gegenüber Abdulla.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 23. September 1916:

Marine-'Super-Zeppelin' L32
Der deutsche Marine-‘Super-Zeppelin’ L32 wurde am 7. August 1916 in Dienst gestellt und machte nur 11 Flüge, bevor er durch Flak-Feuer getroffen und von einem Jäger zur Notlandung gezwungen wurde.

Luftkrieg
Großbritannien: 9 von 12 Zeppeline erreichen in der Nacht vom 23./24. September Ost-England. 371 Bomben verursachen 170 zivile Opfer (151 in London), aber L32 wird nach Flak-Treffern und einem Angriff durch einen Jäger zur Notlandung gezwungen. L33 wird über Essex durch eine BE2c der 39. Squadron abgeschossen. Für viele der nachfolgenden Nächte nehmen die Londoner ab 17:30 Uhr Zuflucht in den U-Bahn-Stationen der Stadt.
Somme: Nach einem weiteren Luftsieg wird Guyenemers Spad VII durch eigenes 75-mm-Flak-Feuer getroffen; er verletzt sich aber nur sein Knie bei der Landung. Zweiter Luftsieg Richthofens, eine Martinsyde der 27. Squadron (insgesamt 3 durch Jasta 2 abgeschossen, für einen bei einer Kollision verlorenen Albatros).
Mesopotamien: Das Royal Flying Corps bombardiert den deutschen Flugplatz Shumran bend bei Kut und zerstört ein Flugzeug auf dem Boden. Ein weiteres wird bei einem Angriff am 2. November getroffen.

Westfront
Deutschland: BAU DER HINDENBURG-LINIE BEGONNEN.
Schlacht an der Somme: Rawlinson vertagt die heutigen Operationen auf den 25. September. Die britische 23. Division rückt östlich von Martinpuich vor.

Südfronten
Italienische Front: Das italienische XVIII. Korps nimmt den Mt.Cardinal im Cadore, aber die Explosion einer österreich-ungarischen Mine führt zur Wiedereroberung des Mt.Cimone d’Arsiero (Astico-Tal, Trentino), welcher am 23. Juli verloren ging.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Sonntag den 24. September 1916:

Feldflugpatz des Royal Flying Corps
Feldflugplatz des Royal Flying Corps mit Morane-Saulnier Jagdflugzeugen.

Luftkrieg
Westfront: 60 britische Jäger (3 verloren) zerstören mindestens vier deutsche Flugzeuge bei gruppenweisen Angriffen auf die Flugplätze im Bereich von Cambrai.
Frankreich: Dünkirchen hat 17 Opfer durch deutsche Bomben zu beklagen (1 Angreifer abgeschossen).
Deutschland: 2 französische Flugzeuge werfen 12 Bomben auf die Krupp-Werke in Essen.

Westfront
Schlacht an der Somme: Britische Truppen wehren einen deutschen Gegenangriff westlich von Lesboeufs ab.

Heimatfronten
Kanada: 20 Millionen Britische Pfund Kriegs-Darlehen herausgegeben; um 16 Millionen Britische Pfund überzeichnet.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 25. September 1916:

Tank Mk I an der Somme
Ein Tank Mk I an der Somme.

Westfront
Schlacht an der Somme – Schlacht von Morval (bis zum 28. September): Angriff der Alliierten um 12:35 Uhr. Britische Truppen mit 2 Tank Mark I Panzern nehmen Lesboeufs, Morval und schließen fast Combles ein. Geringer französischer Vorstoß der französischen Sechsten Armee bei Rancourt (genommen), der Farm Les Priez und Fregicourt (bis zum 26. September).

Luftkrieg
Somme: Die 4. Brigade des Royal Flying Corps hilft bei der Ausschaltung von 34 deutschen Batterien. Die 1. Brigade (17 Flugzeuge) trifft zwei Militärzüge, den Bahnhof Libercourt auf der Hauptstrecke Douai-Lille und die 2. Brigade den Bahnhof von Lille (Nacht 25./26. September)
Großbritannien: 6 von 9 Zeppeline werfen in der Nacht vom 24./25. September 127 Bomben auf Lincs, Yorks und Lancs (74 Opfer). L31 (Mathy) kundschaftet Portsmouth aus.

Neutrale
Griechenland: Venizelos und Admiral Koundouriotis laufen nach Kreta aus, welches am 24. September rebelliert hat. Sie werden von einem französischen Torpedoboot begleitet und bilden am 29. September eine provisorische Regierung.

Heimatfronten
Großbritannien: Die britische Armee requiriert Leder.
Irland – Osteraufstand: W.B.Yeats schreibt sein Gedicht ‘Easter 1916’ (Ostern 1916).


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Dienstag den 26. September 1916:

Tank Mk I bei Thiepval
Ein Tank Mk I rollt bei Thiepval in das Gefecht.

Westfront
Schlacht an der Somme – Schlacht von Thiepval (bis zum 28. September): Britische Truppen mit Unterstützung von 13 Tank Mark I Panzern nehmen Thiepval (ein Soldat der deutschen 18. Division schreibt ‘… es war absolut vernichtend’), Combles (durch die 56. Division mit 2 Tanks und 2 französischen Regimentern) sowie den Gird-Graben. Erste Zusammenarbeit zwischen Panzern und Flugzeugen bei Guedecourt durch die 21. Division, welche 4.000 Kriegsgefangene nimmt und knapp 500 Metern von Gräben für 5 Mann Verluste erobert.
Foch dirigiert den französischen Hauptangriff nach Norden in Richtung Sailly-Sallisel (das V. Korps deckt die rechte Flanke), aber der späte Beginn um 16 Uhr erreicht wenig, ebenso eine vergebliche Wiederholung am 27. September. Befehlshaber Fayolle versuchte wegen dieses Fehlschlags seinen Rücktritt einzureichen.

Ostfront
Transsilvanien – Schlacht von Hermannstadt (bis zum 29. September): Falkenhayns Neunte Armee greift bei schönem Wetter in Richtung auf den Rotenturm-Pass (3.522 m) an, welchen das deutschen Alpenkorps überquert. Hermannstadt wird wieder am 29. September zurückerobert, wobei die rumänische Erste Armee alleine 3.000 Kriegsgefangene bei dieser Niederlage verliert.

Naher Osten
Armenien – Erster Schnee fällt. Die türkischen Truppen evakuieren Mus, ihre Zweite Armee hat 30.000 Mann Verluste seit dem 2. August eingebüßt und ist auf 60.000 Soldaten reduziert. Russische Verluste 50.000 seit Juni, einschließlich in Persien. Beide Seiten beziehen frühe Winterquartiere.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Mittwoch den 27. September 1916:

Verwundete britische und ein deutscher Soldat
Verwundete britische und ein deutscher Soldat auf dem Rückweg von der Front.

Westfront
Schlacht an der Somme: Britischer Angriff auf das Stuff Redoubt und Fortschritte nördlich von Flers. Die Ruinen von Thiepval werden durch die britischen Truppen nach Nahkämpfen erobert.
Verdun: Französische Truppen schlagen einen Angriff auf Thiaumont-Fleury ab.

Afrikanische Fronten
Ostafrika: Belgische Truppen besetzen Sikonge und Ipole bevor sie sich nach Tabora zurückziehen.
Äthiopien: Muslim -Kaiser’ Lij Yasu, Opfer einer türkisch-deutschen Intrige (deren Unterstützer werden aber am 2. November besiegt), wird abgesetzt und Kaiserin Judith wird Nachfolger. Ras Tafari (Haile Selassie) wird Regent und Thronerbe.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Donnerstag den 28. September 1916:

Britische Träger bringen einen Verwundeten aus den Kämpfen
Britische Bahre-träger bringen einen Verwundeten aus den Kämpfen bei Thiepval an der Somme.

Westfront
Schlacht an der Somme: Britische Truppen nehmen den größten Teil vom Schwaben Redoubt und das kanadische Korps stößt knapp 1.000 Meter nördlich und nordöstlich von Courcelette bis zum 30. September vor. Französischer Vorstoß bei Morval.

Politik
Österreich-Ungarn: Außenminister Burian legt Vorschläge für ein Friedensangebot vor, welche Kaiser Franz Josephs ‘sympathische Aufmerksamkeit’ erregen.

Heimatfronten
Österreich-Ungarn: Der deutsche Botschafter beschreibt das Wirtschaftsklima im Land als ‘einfach erbärmlich’; Reichskanzler Bethmann leitet dies an den Kaiser am 30. September weiter.
Großbritannien: Premierminister Asquith verpflichtet sich, nur wenig qualifizierte Arbeitskräfte für die Armee zu rekrutieren. Das Board of Trade organisiert Lieferungen über den Landweg von italienischem Obst und Gemüse. ‘Munitions-Feiertag’ bis zum 1. Oktober, welcher Pfingsten und den August-Urlaub für die Kriegsjahre ersetzt. Churchill erscheint vor der Dardanellen-Kommission. Die Zeitung Morning Post der Torys empfiehlt Lloyd George, an seinem Schreibtisch in Whitehall zu bleiben.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Freitag den 29. September 1916:

Luftaufnahme vorrückender Infanterie
Der Wert von Luftaufnahmen: das Foto zeigt deutlich den Vormarsch alliierter Truppen durch deutsche Verteidigungsstellungen während der Somme-Schlacht.

Westfront
Schlacht an der Somme: Britische Truppen nehmen die stark befestigte Destremont-Farm. Colonel H. Elles wird im Alter von 36 Jahren zum Befehlshaber der britischen Panzertruppe ernannt. Haig befiehlt eine neue Offensive für den 12. Oktober.

Ostfront
Transsilvanien – Schlacht von PraidSovata (bis zum 3. Oktober): die Zweite Armee startet die letzte rumänische Offensive.

Luftkrieg
Großbritannien: Die Verluste des Royal Flying Corps belaufen sich auf 1.195 Flugzeuge seit dem 12. Juni; während 1.725 hinzugekommen sind. Die Personalverluste belaufen sich auf 415 Mann (alle Ursachen) seit dem 12. Juni.


Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Samstag den 30. September 1916:

Nieuport-Jäger wird geborgen
Ein abgestürzter Nieuport-Jäger wird von deutschen Soldaten geborgen.

Luftkrieg
Westfront: Die deutschen Verluste an Flugzeugen im September belaufen sich auf 27 Stück gegenüber 123 britischen und französischen Flugzeugen. Das Royal Flying Corps greift 3 Flughäfen an. Trenchard schreibt über Haig an das Kriegsministerium und fordert mehr und effektivere Jäger.
Das Royal Flying Corps hat im September die Rekordzahl von 22.500 Flugstunden absolviert und erleidet den Rekordverlust von 147 Flugzeugen. Dabei wurden 500 Luftaufnahmen von den Kämpfen an der Somme gemacht.
Im September zieht die französische Armee ihre Luftschiffe zurück, welche bisher etwa 60 Einsätze gefahren sind. Sie werden nun für Anti-U-Boot-Patrouillen verwendet.

Westfront
Schlacht an der Somme: Britische Truppen halten jetzt die gesamte Höhe von Thiepval außer einem Teil vom Schwaben Redoubt und stossen südlich von Eaucourt l’Abbaye vor. Die sechs deutschen Divisionen von Le Transloy bis nach Ancre werden bis zum 13. Oktober durch 9 Divisionen (4 von Verdun, 2 aus Flandern, 3 aus Belgien) abgelöst. Deutsche Geschütze haben im September 7.027.440 Granaten verfeuert und 126 Gegenangriffe wurden geführt.

Ostfront
Brussilow-Offensive, Galizien – Schlacht von Brzezany (bis 2. Oktober): das III. Kaukasus-Korps greift das türkische XV. Korps an, welches zwar 5.045 Mann verliert, aber seine verlorenen Stellungen zurückerobern kann und 500 russische Kriegsgefangene nimmt.

Südfronten
Mazedonien: Die serbische Drina-Division nimmt schließlich beide Spitzen des Mt. Kajmakcalani und steht damit wieder innerhalb von Serbien. Die britische 27. Division (364 Opfer) startet einen Großangriff über den Fluss Struma über zwei Brücken (am 29. September gelegt) hinweg, nimmt Dörfer südwestlich von der Seres-Straße mit 250 Kriegsgefangenen und 3 MGs.

Afrikanische Fronten
Ostafrika: Smuts schreibt Gouverneur Schnee und Lettow-Vorbeck und schlägt eine ehrenvolle Kapitulation und ein persönliches Treffen vor. Beide lehnen jedoch ab. Etwa 2/3 der deutschen Kolonie sind jetzt in britischer Hand.

Seekrieg
Schiffsverluste der Alliierten im September 315.000 t (darunter 42 britische Schiffe mit 104.572 t und 20 Menschenleben verloren), davon 45 Schiffe mit 229.163 t im Mittelmeer versenkt.


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