Kriegstagebuch 1. Januar 1917


'HMS Glorious'
‘HMS Glorious’ vom britischen ‘Kriegsnotbauprogramm’, gedacht für Einsätze in der Ostsee. Die Schiffe trugen zwei Flugzeuge auf Katapulten auf den Hauptartillerie-Türmen.
Kriegstagebuch 1. Weltkrieg für Montag den 1. Januar 1917:

Seekrieg


Nordsee: Im Januar treten die leichten Schlachtkreuzer Courageous und Glorious zur Grand Fleet.
Im Januar wird HMS Muskerry, der weltweit erste Flotten-Minensucher, in Dienst gestellt. 19 Schwesternschiffe folgen bis August 1917.
Beatty schlägt ein 260 km langes Minenfeld mit 80.000 Minen (allerdings nur 1.100 auf Lager) vor, um die Helgoland-Bucht abzuriegeln. Dies wird offiziell am 23. Januar bekannt gegeben.
Östliches Mittelmeer: Der nach ​​Ägypten laufende britische Truppentransporter Ivernia wird durch das Küsten-U-Boot UB 47 vor Kap Matapan versenkt, wobei 120 Menschen ums Leben kommen.
Karibik: Während des Januar Manöver der US-Atlantik-Flotte, welche bis April andauern.

Luftkrieg

Westfront: Nachdem im Januar bei seinem Albatros D III im Luftkampf der untere Flügel wegbricht, wechselt Richthofen vorübergehend zu einem konventionellen Halberstadt-Jäger. Trotz Modifikationen treten weitere Flügelbrüche bei den Albatros D III und Albatros D V/Va auf.
Die 53. Squadron mit BE2 kommt in Frankreich an. Squadron Nr. 43 mit Sopwith-Zweisitzern am 17. Januar und Squadron Nr. 35 mit Armstrong-Whitworths am 24. Januar.
Saloniki: Hauptmann G. Murlis Green von der 17. Squadron zwingt 2 Albatros-Zweisitzer zu Notlandungen hinter den britischen Linien.

Geheimkrieg

Saloniki: Leutnant W.S. Scott von der 17. Squadron des Royal Flying Corps landet den zweiten Agenten hinter den bulgarischen Linien (den ersten am 17. Dezember 1916).

Heimatfronten

Großbritannien: Einzelhandel-Lebensmittel-Preis um 3% auf 87% angestiegen.
Während des Januars wird die Wheeldon-Familie verhaftet, für einen geplanten Anschlag auf den Premierminister, welcher auf einem Golfkurs mit einem Giftpfeil aus einem Luftgewehr ermordet werden sollte (verurteilt in Derby am 31. Januar, Haftstrafe ab März 1917).
Offizieller Film Battle of the Ancre and the Advance of the Tanks veröffentlicht.
Bahnpreise um 50% angehoben.
Osmanisches Reich: Nationale Kredit-Bank gegründet.

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Im Blickpunkt:
  • Anzahl der Verluste an Soldaten, Zivilisten, Schiffen, durch den Luftkrieg und Kriegskosten und Schäden im Ersten Weltkrieg. Bis zum Ende des Ersten Weltkriegs war die Größenordnung der Verwüstungen und Verluste an Menschenleben unvergleichbar zu allen vorausgegangenen Konflikten in der Menschheitsgeschichte. Im Vergleich zu früheren Kriegen hielten die Kämpfe, mehr oder weniger heftig, praktisch andauernd an. Zwischen August 1914 und November 1918 verging praktisch kein Tag ohne irgendwelche militärische Operationen und Verlusten. Gleichzeitig waren die Kämpfe sehr heftig, was hauptsächlich auf die Art des vorherrschenden Grabenkriegs und der dabei von den kriegführenden Nationen verwendeten, zerstörerischen Waffen zurückzuführen war, welche zuvor unbekannt waren. Verluste Die durchschnittlichen Tagesverluste in den vorausgegangenen neun größeren Kriegen betrugen in den Französischen Revolutionskriegen und den nachfolgenden Napoleonischen Kriegen von 1789 bis 1815 pro Tag 233 Soldaten. Im Krimkrieg von 1854 bis 1856 stieg die Zahl auf 1.075 gefallene Soldaten pro Tag. Im Amerikanischen Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 waren es 518 tote Soldaten pro Tag, während die Zahl der Opfer im Preußisch-Dänischen Krieg von 1864 nur 22 waren. Im Preußisch-Österreichischen Krieg von 1866 schnellte diese Anzahl wieder auf 1.125 herauf, während es im Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 mit 876 gefallenen Soldaten pro Tag etwas weniger waren. Im Burenkrieg von 1899 bis 1902 gab es täglich lediglich 10 Gefallene und im Russisch-Japanischen Krieg von 1904/05 überschritt diese Anzahl nicht 292, trotz des erstmaligen, umfassenden Einsatzes modernerer Waffen wie Maschinengewehre. In den Balkankriegen von 1912 und 1913 stieg die Zahl aber dann auf 1.941 Gefallene pro Tag und im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918 schnellte die Zahl der Verluste unter den Soldaten auf ungeheuerliche 5.509 pro Tag. Es muss darauf hingewiesen werden, dass alle Zahlenangaben zu den Verlusten an Menschenleben nur grobe Schätzungen sein können. Von den 65 Millionen Soldaten, welche von allen kriegführenden Nationen mobilisiert wurden, wurden etwa 8 Millionen getötet und weitere 21 Millionen verwundet. Für die Mittelmächte beliefen sich diese Verluste auf 1,8 Millionen Tote aus 11 Millionen, welche in Deutschland mobilisiert wurden. Österreich-Ungarn mobilisierte 7,8 Millionen Mann und erlitt 922.000 Tote, die Türkei hatte 325.000 Tote aus 2,8 Millionen mobilisierter Soldaten und Bulgarien 76.000 Tote aus 1,2 Millionen mobilisierter Männer. Bei der Entente oder Alliierten lauten diese Zahlen für Frankreich 1,36 Millionen Tote aus 8,4 Millionen mobilisierter Männer, für das Britische Empire 908.000 Tote aus 8,9 Millionen Mobilisierter, für Russland 1,7 Millionen Tote aus 12 Millionen Mobilisierter, für Italien 462.000 Tote aus 5,6 Millionen Mobilisierter und für die U.S.A. 50.000 Tote aus 4,3 Millionen Mobilisierter. Hinzu kommen für Belgien 14.000 Tote aus 267.000 Mann, für Serbien 45.000 aus 707.000 Mann, für Montenegro 3.000 aus 50.000 Mann, Rumänien 335.000 aus 750.000 Mann, Griechenland 5.000 aus 230.000 Mann, Portugal 7.000 aus 100.000 Mann und Japan 300 Tote aus 800.000 mobilisierten Männern. Ebenso wie die militärischen Verluste beliefen sich auch die der Zivilbevölkerung in bisher unbekannten Ausmaß. Insgesamt kamen etwa 6,6 Millionen Zivilisten ums Leben, davon etwa Zwei-Dritteln hauptsächlich in Russland und der Türkei. Mit den Opfern der alliierten ‘Hunger-Blockade’ gegen die Mittelmächte und den mindestens 6 Millionen Opfern der Spanischen Grippe kommen andere Berechnungen sogar auf über 13 Millionen. Im Fall der Türkei waren der Großteil der mindestens 2,1 Millionen getöteten Zivilisten Opfer ethnischer Säuberungen an den Armeniern und anderen christlichen Minderheiten. Andere Quellen geben bis zu 4 Millionen Opfern an Armeniern, Syriern, Juden und Griechen bis zum Ende des türkischen Befreiungskrieges an.   Auch die Überlebenden der Kämpfe waren von den Erfahrungen gezeichnet. Viele einfache Soldaten litten weiterhin unter tiefen, psychischen Traumata, was im Englischen als ‘Shell-Shock’ bekannt wurde, während sie in Deutschland als ‘Kriegszitterer’ bezeichnet wurden. Zwar waren die Soldaten des Ersten Weltkrieges der Todesgefahr wie in allen vorausgegangen Zeiten ausgesetzt gewesen, aber im Gegensatz zu ihren Vorgängern aus früheren Kriegen standen sie nicht nur ein paar Stunden während einer Reihe von zeitlich getrennten und relativ kurzen Gefechten unter diesem psychischen Druck, sondern nun für 24 Stunden am Tag und das über Wochen, wenn nicht sogar Monaten. Mobilisation und Verluste 1914-1918 Alliierte: Mittelmächte: Zivilisten (1914-1918, einschließlich Hungersnot und Krankheiten): Schiffs-Verluste 1914-1918 Alliierte Kriegsschiffe: Zusätzlich verlor Portugal ein Hilfs-Kanonenboot und ein Fluss-Kanonenboot mit zusammen 142 Mann. Griechenland verlor einen von Frankreich beschlagnahmten Zerstörer. Rumänien verlor ein Torpedo-Boot und 1 Fluss-Torpedoboot.   Kriegsschiffe der Mittelmächte: Handelsschiffe: Luftkrieg-Verluste 1914-1918 Flugzeuge und Flugpersonal: Verluste bei Luftangriffen: Kriegskosten Die finanziellen und ökonomischen Kosten des Krieges 1914-1918: Diese Zahlen beinhalteten die Kriegsaufwendungen der Regierungen, Kriegsanleihen und Darlehen sowie die Materialschäden. Es sind nur Schätzungen möglich und die Zahlen gelten nur als relative Richtlinien. 1914 betrug der Wechselkurs 5 US-Dollar für ein Britisches Pfund.

  • Reiter der 8.SS-Kavallerie-Division Florian Geyer

    Mythen über die Waffen-SS (Teil II). Verbrechen der Waffen-SS: Einsatzgruppen, Konzentrationslager-Wachmannschaften und Kriegsverbrechen. Mythen der Waffen-SS Hier zu Teil I: Waffen-SS Mythen. Einsatzgruppen und KZ-Wachmannschaften Entgegen der ursprünglichen Konzeption von Hausser und Steiner, hatte Reichsführer-SS Himmler der Waffen-SS zahlreiche andere Einheiten hinzugefügt, welche wenig mit dem eigentlichen Kampfauftrag der Truppe zu tun hatten. Dazu gehörten die Massenmorde der Einsatzgruppen und auch die KZ-Wachmannschaften, die sogenannten Totenkopf-Wachbataillone. Auch deren Soldaten trugen Waffen-SS-Soldbücher und auch die Einsatzgruppen hatten Mitglieder aus Soldaten der Waffen-SS, ebenso wie Angehörige der Militärpolizei des Heeres, SD-Männern (SS-Sicherheitsdienst) und freiwilligen Ausländern. Diese Henker und Wachen waren nicht für den Kampf ausgebildet oder dafür vorgesehen. Veteranen der Waffen-SS haben deshalb immer wieder darauf hingewiesen, dass sie bei diesen höchsten politischen Entscheidungen kein Mitspracherecht hatten, welche Männer in die Waffen-SS übernommen wurden und in vielen Fällen war ihnen überhaupt nicht bewusst, dass sie organisatorisch mit derartigen Gruppen verbunden waren. In den Köpfen der Überlebenden der SS-Verfügungstruppen waren sie und ihre germanischen Genossen die ‘wirkliche’ Waffen-SS und die anderen Elemente lediglich ein Umstand des Krieges. In ihren schriftlichen Erinnerungen heben die Veteranen jene Details hervor, welche für sie bedeutend waren. Das war vor allem, dass sie sich selbst als eine Elitetruppe ansahen, welche in vielen Schlachten tapfer gekämpft und zumeist ehrenhaft gedient hatte. Sie behaupteten, dass sie ‘genauso Soldaten wie die anderen’ aus dem Heer gewesen waren und zumindest die SS-Männer selbst sahen sich in diesem Anspruch als gerechtfertigt. Was diesen Anspruch erschwert, ist der Umstand, dass die Waffen-SS aus so vielen anderen Elementen bestand, wie anfangs beschrieben. Die Situation wird dadurch noch unübersichtlicher, dass es einen unterschiedlich starken Personalaustausch zwischen den Einsatzgruppen, den Totenkopf-Wachbataillonen und den Kampftruppen gab. Viele Menschen konzentrieren sich oft auf das Negative und heben die verschiedenen fragwürdigen Verbände hervor, welche mit der Waffen-SS in Verbindung gebracht werden und die unehrenhafte Handlungen während des Krieges begannen haben. Dies war jedoch nicht die Waffen-SS, welche Hausser und Steiner in den 1930er Jahren ursprünglich gründen wollten. Die Auseinandersetzungen mit der politischen Führung um ihre Vision resultierte in einer Vorverurteilung aller kämpfenden Mitglieder der Waffen-SS wie z.B. von der SS-Division Reich und Leibstandarte-SS-Adolf Hitler, ebenso wie alle gegen ihren freien Willen dazu eingezogenen deutschen Wehrpflichtigen im letzten Kriegsjahr und die freiwilligen, hoch motivierten Ausländer oder Volksdeutschen. Kriegsverbrechen Wenn die Probleme des Dienstes von Volksdeutschen in der Waffen-SS schon komplex und leicht missverständlich sind, so trifft dies auch auf die damit verbundenen Kriegsverbrechen und Gräueltaten dieser Einheiten zu. Bei beiden Themen wird viel spekuliert und vermutet, oft in Ermangelung solider Fakten. Die Kriegs- und Nachkriegspropaganda hat auch dieses Thema verwässert und spielte damit vielen Menschen in die Hände, welche die Waffen-SS als Verantwortliche für fast alle Kriegsverbrechen ansehen wollten und damit die Angehörigen der Wehrmacht davon freizusprechen. Es herrscht der weit verbreitete Glaube vor, dass die Männer Waffen-SS politisch indoktrinierte Soldaten auf die ein oder andere Weise waren. Die genaue Auslegung variierte in Abhängigkeit der Perspektive des jeweiligen Beobachters. Aus diesem Grund wurde also angenommen, dass der größte Teil der deutschen Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg von der Waffen-SS durchgeführt wurden. Zeitzeugen und ihre schriftlichen Aufzeichnungen unterstützen jedoch die Behauptungen vieler Veteranen der Waffen-SS, dass die politische Indoktrination maximal einen kleinen Anteil an der Ausbildung hatte. Denn die politische, ethnische und historische Indoktrination erfolgte im Dritten Reich schon in den nationalsozialistischen Jugendgruppen, wie der ‘Deutschen Jugend’ oder ‘Hitlerjugend’. Die Mitgliedschaft in der Hitlerjugend oder ihren verschiedenen Unterabteilungen wurde bereits 1936 zur Pflicht und die nationalsozialistische Indoktrination wurde vom Staat und mit der Gestaltung des Lehrplans an Schulen und Universitäten untermauert. Mithilfe dieses Systems konnte eine Generation Jugendlicher bis einschließlich der Geburtsjahrgänge 1928 beeinflusst werden, welche während des Zweiten Weltkrieges zum Militärdienst einberufen wurden. Die auf diese Weise beeinflusste Jugend diente vor allem in der Wehrmacht, was im Laufe des Krieges zunehmend das deutsche Heer insbesondere betraf. Während des gesamten Dritten Reiches bestand das deutsche Heer überwiegend aus deutschen Männern, wobei Volksdeutsche und Ausländer nur einen kleinen Anteil ausmachten. Dagegen bestand die Waffen-SS immer zwischen 33 und 50 Prozent aus Volksdeutschen oder Ausländern. Diese jungen Männer waren nicht in der Atmosphäre der nationalsozialistischen Indoktrination aufgewachsen und auch nicht mit den rassischen oder anderen toxischen Ideen des Nationalsozialismus in Berührung gekommen. Wenn auch einige von ihnen durch faschistischen oder anderen chauvinistischen Tendenzen beeinflusst worden waren, so waren doch nur wenige einer Indoktrination ausgesetzt, geschweige denn, was sie sich zu dieser Zeit in der Propaganda-Erziehung bei den Nazi-Organisationen in Deutschland abspielte. Damit besaß die Waffen-SS als Organisation einen geringeren Anteil von jungen Männern als die Wehrmacht oder insbesondere das Heer, die unter den Lehren des Nationalsozialismus aufgewachsen waren. In die entgegengesetzte Richtung wirkt sich jedoch aus, dass die Mehrzahl der deutschen Staatsangehörigen, welche bei der Waffen-SS dienten, sich freiwillig dafür gemeldet hatten. Es ist daher anzunehmen, dass diese Freiwillige eher eine größere Überzeugung den nationalsozialistischen Lehren entgegenbrachten. Allerdings gab es auch einen hohen Prozentsatz an jungen Freiwilligen für das deutsche Heer, die Marine oder Luftwaffe. Somit ist es kaum zutreffend, die Waffen-SS als einen Verein aus mehrheitlich Nazi-Fanatiker zu charakterisieren. Wahrscheinlich waren ihre Angehörigen im Durchschnitt weniger oder keinesfalls mehr Indoktriniert als die Angehörigen beim Heer. Um den schlechten Ruf der Waffen-SS zu erklären, ist es sinnvoll die Auswirkungen des politischen Opportunismus und die Art der Kriegsführung gegen Partisanen zu untersuchen. Insbesondere die Elite-Panzerdivisionen der SS waren eine geschlossene Gruppe und ein nicht zu übersehendes Ziel für angebliche Kriegsverbrechen schon während des Krieges, da sie für viele Verluste und auch Niederlagen der Sowjets und westlichen Alliierten verantwortlich waren und man auch offensichtlich auf Rache aus war. Manchmal wurden sie auch von deutschen Heerführern beschuldigt, vor allem, wenn die mit ihnen geplanten Operationen nicht das gewünschte Ergebnis brachten. Nach Kriegsende wurden diese Verbände und auch andere der Waffen-SS für die Mehrzahl der Kriegsverbrechen verantwortlich gemacht, während nur wenige Vorwürfe gegen Einheiten des Heeres erfolgten, selbst wo sie gerechtfertigt gewesen sein mögen. Interessanterweise wurden für jede der ersten acht SS-Divisionen eigene Straftaten gefunden, sowie für die Schwesterdivisionen von drei dieser Verbände. Diese Vorfälle sind manchmal wenig mehr …

  • Bf 110 Nachtjäger nach Einsatz

    Deutsche Luftstreitkräfte im Zweiten Weltkrieg. Teil II: Die Luftwaffe in der zweiten Kriegshälfte und ihr unvermeidlicher Untergang. zu Teil I hier: Luftwaffe in den siegreichen Jahren Die deutsche Luftwaffe 1942 bis 1945 Die schweren Verluste in Russland führten zu einer erheblichen Schwächung bis zum Winter 1942/43. Dazu war Russland nicht das einzige Problem, denn auch in der Heimatverteidigung über dem Reich musste sie Gegenmaßnahmen gegen die zunehmende Stärke der englischen Bomberströme einleiten, welche mit dem ersten ‘Tausend-Bomber-Angriff’ auf Köln (Unternehmen Millennium) in der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1942 begonnen hatten. Zum ersten Mal musste die Luftwaffen Nachtjäger-Verbände aufstellen, da die feindlichen Bomber zu zahlreich wurden, um diese Offensive zu ignorieren. Spätestens bis zum Endes des Jahres 1942 hatte die Luftwaffe – wie auch alle anderen Teile der Wehrmacht – der Tatsache ins Auge zu sehen, dass ihre bisherige Strategie falsch war. Ihre Zukunftsplanungen waren – gelinde gesagt – unentschlossen gewesen und nun hatte sie sich auf einen viel längeren und härteren Krieg einzustellen als ursprünglich erwartet. Der Flugzeugbau wurde angekurbelt und neue Entwürfe sollten nun endlich die im Dienst befindlichen Flugzeuge ersetzen. Die Situation verschlechterte sich 1943 weiter, als nun auch USAAF-Bomber vom Typ B-17 Fliegende Festungen und B-24 Liberator bei Tag das Reichsgebiet an griffen, was zu einer ‘Rund-um-die-Uhr’-Bomberoffensive führte. Hinzu kam die zunehmende zahlenmäßig Unterlegenheit gegenüber der Roten Luftwaffe an der Ostfront, welche auch in der Qualität ihrer Flugzeugentwürfe aufholen konnte. Zu dieser Zeit wurde das Radar zur Luftraumüberwachung eingeführt und ein Bordradar zur Zielsuche in die Nachtjäger eingebaut, während es auf der Gegenseite den alliierten Bombern bei ihrer Zielfindung half. Bei Tage wurden Vergeltungsangriffe mit Jagdbombern und in der Nacht mit Fernnachtjägern über England durchgeführt, was aber die alliierte Luftoffensive nicht wesentlich mindern konnte. Die alliierte Bomber-Offensive zwang die Luftwaffe in der zweiten Kriegshälfte, neue Taktiken und Organisationsformen einzuführen, um dieser Gefahr aus der Luft Herr zu werden. Ein neues und ständig weiter entwickeltes Verteidigungssystem wurde eingeführt, welches die verschiedenen Elemente der Luftverteidigung, wie Radar, Suchscheinwerfer, Flugabwehr-Artillerie und Abfangjäger beinhaltete. Ursprünglich war für die Luftverteidigung des Reichsgebietes die zahlenmäßig starke Flak mit ihren Suchscheinwerfern-Batterien vorgesehen. Dazu kamen in der zweiten Kriegshälfte noch Radargeräte zur Erkennung feindlicher Flugzeuge und Bestimmung ihrer Flughöhe, Flugrichtung und Entfernung. Die Flak wurde zur stärksten Waffengattung der Luftwaffe. Von einer Gesamtstärke von 1,5 Millionen Luftwaffen-Angehörigen im Jahr 1939 dienten etwa zwei Drittel bei der Flak und ihren zugehörigen Einheiten. Und im Verlauf des Krieges nahm ihre Bedeutung ständig zu. Anfang 1942 war für die Planer der Luftwaffe bereits klar, dass ein Frühwarn-Radarsystem notwendig war, um feindliche Flugzeuge schon kurz nach dem Überfliegen der englischen Küste zu erkennen, sodass sie noch vor dem Erreichen des Ziels abgefangen werden können. Eine Kette von verbundenen Radarstationen wurde daher 1942 von Frankreich bis in den Norden von Dänemark errichtet. Diese sogenannte Kammhuber-Linie wurde nach ihrem Organisator General Josef Kammhuber benannt und konnte durch eine Kombination aus Lang- und Kurzstrecken-Radarstrahlen Nachtjäger an den Bomberstrom heranführen, oft mit tödlichem Ergebnis. Das verlorene Kriegsglück der Luftwaffe zeigte sich dann aber deutlich beim verheerenden RAF-Angriff auf die Raketenversuchsanstalt von Peenemünde unter Deckung von ‘Windows’-Streifen, welche die deutschen Radargeräte störten. Anschließend beginn der Chef des Generalstabes der Luftwaffe, Generaloberst Hans Jeschonnek, Selbstmord. Die Einführung der ‘Window’-Streifen durch die RAF im Jahr 1943 zwang die Luftwaffe, neue Taktiken bei der Nachtjagd einzuführen. Diese wurden als ‘Wilde Sau’ und ‘Zahme Sau’ bezeichnet. Die Methode ‘Wilde Sau’ konzentrierte die deutschen Jäger über dem angenommenen Ziel, wo sie auf ihre Beute teils mithilfe des Radarbeobachters und, teils durch Sichtkontakt über der durch Suchscheinwerfern und Bränden beleuchteten Stadt suchen mussten. Dagegen basierte die Methode ‘Zahme Sau’ auf den bisherigen Taktiken, indem die Nachtjäger zu dem durch die ‘Window’-Streifen am meisten gestörten Bereich gelenkt wurden, in der Hoffnung dort den Bomberstrom zu finden und dann den Feind in einer langen Nachtschlacht über Deutschland zu bekämpfen. Jeschonneks Nachfolger wurde General Günther Korten, der sein Amt mit neuen und richtigen Ideen begann. Er reorganisierte die Luftwaffe und gab den strategischen Bombenangriffen – vor allem gegen die kaum bisher verteidigten Zielobjekte der russischen Rüstungsindustrie – sowie der Heimatluftverteidigung höchste Priorität. Die Vernachlässigung der Luftunterstützung für das Heer nahm er dafür bewusst in Kauf. Jedoch wurden Kortens Pläne durch die russischen Gegenoffensiven zwischen Sommer 1943 und Frühjahr 1944 weitgehend über den Haufen geworfen, da dadurch die notwendigen und schon ausgebauten Luftwaffenbasen innerhalb der deutschen Bomberreichweite zu den wichtigsten russischen Industriezielen verloren gingen. Inzwischen waren die Achsenmächte auch schon aus Nordafrika vertrieben, Italien hatte kapituliert und die Alliierten schritten zwar langsam, aber stetig durch Italien nach Norden voran. Trotzdem hatte Korten noch in der ersten Hälfte des Jahres 1944 durchaus Grund zum Optimismus. Seine Stärke an einsatzfähigen Frontflugzeugen war nun auf über 5.500 Maschinen angewachsen, die Treibstoffsituation, welche bisher immer ein gewisses Problem war, hatte sich durch den Aufbau der synthetischen Treibstoffindustrie entspannt und es kamen mehr und besser ausgebildete neue Flugzeugbesatzungen aus den Luftwaffen-Flugschulen. Mehrere lang erwartete neue Flugzeugtypen wurden eingeführt, darunter der große strategischen Bomber He 177 und die Ju 188 Bomber, der Me 410 Zerstörer und der He 219 Nachtjäger – und noch viel mehr wurde von einer neuen Generation von Düsenflugzeugen und Raketenjägern erwartet, welche in der Entwicklung waren und in Kürze Frontreif werden würden. Fortschritte in der Radartechnologie bei den Bordgeräten für Nachtjäger erreichten ihren Höhepunkt mit dem SN-2-Radar, welches dem Navigator den Einsatz auf Frequenzen erlaubte, die von den ‘Window’-Streifen im Gegensatz zum bisherigen Lichtenstein-Radargerät nicht gestört werden konnten. Der Erfolg dieses neuen Systems führte zu schweren britischen Verlusten. In der Zeit vom 18. November 1943 bis Ende März 1944 gingen über 1.000 Nachtbomber verloren und weitere 1.682 wurden beschädigt, während einer Serie von 35 Großangriffen auf deutsche Städte. Zwar richtete sich seit Sommer 1943 das Hauptziel der amerikanischen Bomberoffensive gegen die deutsche Flugzeug- und Flugzeugmotoren-Industrie und es wird geschätzt, daß zwischen Mitte 1943 und Ende 1944 etwa 14.000 Jagdflugzeuge und 4.000 andere Flugzeuge während der Produktion zerstört wurden. Doch auf der anderen Seite, wären diese Flugzeuge – selbst wenn sie fertiggestellt worden mehr …

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