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2-cm Flak

Deutsche 2-cm Flak 30, Flak 38 und Flakvierling.
Geschichte, Entwicklung, Einsatz, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell.

Eine 2cm Flak in einer typischen Feuerstellung
Eine 2 cm Flak in einer typischen Feuerstellung.

Deutsche 2-cm Flak-Geschütze

2-cm Flak 30

2-cm Flak 30
2-cm Flak 30

2-cm Flak 30
Typ: leichte Flugabwehrkanone

Geschichte:

Bis zu dem Zeitpunkt, als die neuen deutschen Streitkräfte Anfang der 1930er Jahre bereit zur Wiederbewaffnung waren, hatten die Rüstungshersteller in Deutschland ein beträchtliches Fachwissen bei schweren automatischen Waffen angesammelt.
Dies traf insbesondere auf den riesigen Rheinmetall-Borsig-Konzern zu, und dementsprechend erhielt das Unternehmen einen Auftrag für ein leichtes Flugabwehrgeschütz mit dem Kaliber 20 mm. Diese 2-cm Flak war bereits 1935 einsatzbereit. Bezeichnet als 2-cm-Flak 30, wobei der Begriff Flak für Fliegerabwehrkanone steht, war dieses leichte Geschütz das erste in einer Reihe von Waffen, welche von den Besatzungen tieffliegender Flugzeuge während des Zweiten Weltkrieges so gefürchtet wurden.

Die Flak 30 war für ihr leichtes Kaliber eine ziemlich komplexe Waffe, welche sich auf einem Wagen mit zwei Rädern zum Schleppen befand und im Einsatz auf einer Bodenplatte ruhte. Diese Bodenplatte bot eine stabile Feuerplattform mit einem 360°-Schwenkbereich und hatte einen Sitz für den Kanonier, welcher in der ursprünglichen Konfiguration der Flak 30 mit einer ziemlich komplizierten Version eines Reflektorvisiers ausgestattet war.

Diese Visiere wurden jedoch noch weiter verkompliziert, als einfache Position-Vorhersagesysteme eingebaut wurden. Dies erreichte dann einen Punkt, wo das ganze Visier von einem Uhrwerk angetrieben wurde. Das Ganze wurde so kompliziert, dass die gesamte Idee fallen gelassen wurde und spätere Versionen erhielten ein einfaches Eisenvisier.

Das Geschütz hatte eine fünfköpfige Mannschaft, aber im Kampfeinsatz wurde sie häufig von weniger Männern gehandhabt, insbesondere wenn es sich in einer statischen Stellung befand. Im Allgemeinen bestand die Anzahl zumeist aus vier Mann, wobei einer gewöhnlich einen stereoskopischen Entfernungsmesser benutzte. Im Jahr 1944 wurde dessen Funktion jedoch gestrichen, da sich herausgestellt hatte, dass die zusätzlichen Entfernungsangaben im Einsatz unnötig waren.

Die Munition wurde der Kanone in 20-Schuss-Magazinen zugeführt, aber aus nie völlig geklärten Gründen war die Flak 30 anfällig für Ladehemmungen. Zur Zeit ihrer Truppeneinführung war die Feuergeschwindigkeit trotzdem vollkommen ausreichend, aber zu Beginn des Zweiten Weltkrieges stellte sich heraus, dass diese zu gering war, um angemessen für die angestiegenen Geschwindigkeiten der Flugzeugtypen nach 1940 zu sein.

Folglich wurde die Flak 38 in die Produktion genommen, aber diejenigen Flak 30, welche bereits im Truppengebrauch waren, wurden auch weiterhin verwendet, bis sie verschlissen oder im Gefecht verloren gingen.
In den leichten Flugabwehr-Abteilungen des Heeres befanden sich gewöhnlich drei Batterien mit 2-cm-Flak auf jede 3,7-cm-Batterie. Aber mit Fortdauer des Krieges gab es mehrere unterschiedliche Zusammensetzungen dieser Einheiten.

Die Flak 30 wurde jedoch nicht nur von der Wehrmacht eingesetzt, denn vor 1939 wurden einige an die Holländer und sogar nach China verkauft. Die Flak 30 wurde ebenso von der deutschen Luftwaffe für die Verteidigung von Flugplätzen und anderen Bodeneinrichtungen verwendet und es gab auch spezielle Marine-Versionen für die Kriegsmarine, sowohl auf Kriegsschiffen als auch an Land.

Einige der Geschütze versahen auch ihren Dienst auf Panzerzügen und die Waffe wurde auf einer Vielzahl von Halbkettenfahrzeugen und Lastkraftwagen für die Sicherung motorisierter Kolonnen und Truppenverbände montiert.
Auch wurde die Flak 30 häufig gegen Bodenziele eingesetzt und es gab sogar eine spezielle panzerbrechende Granate zur Bekämpfung von Panzern.


2-cm Flak 38 und Flakvierling 38

2-cm Flak 38
2-cm Flak 38

2-cm Flak 38, Flakvierling
Typ:
leichte Flugabwehrkanone

Geschichte

Vor 1940 war bereits abzusehen, dass die Feuerrate der 2-cm Flak 30 zu niedrig ist, um Ziele bei deren zukünftiger Geschwindigkeit zu treffen. Daher wurde beschlossen, die Feuergeschwindigkeit zu erhöhen, damit eine möglichst große Anzahl von Geschossen das Ziel treffen würden. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Kanone neu zu gestalten, um die bisher aufgetretenen Störungen im Feuermechanismus zu beseitigen. Aus diesem Grunde wurde nicht Rheinmetall-Borsig, dem Entwickler und Hersteller der Flak 30, der Auftrag übergeben, sondern Mauser.
Mauser entwickelte eine neue Waffe, die zwar nach außen hin ähnlich der Flak 30 war, aber innen stark geändert war und die zyklische Feuergeschwindigkeit von 420 auf 480 Schuss in der Minute erhöhte. Die Munition, Nachlade-Mechanismus und die Lafette blieben weitgehend wie zuvor. Die neue Waffe hatte ebenfalls einige komplizierte Extras, die später vereinfacht wurden.

Die 2cm Flak 38, wie der Mauser-Entwurf hieß, wurde Ende 1940 in Dienst gestellt und ersetzte schließlich die Flak 30 auf der Produktionslinie. Die Flugabwehrkanone diente neben der Flak 30 und wurde auch von der deutschen Luftwaffe und Kriegsmarine benutzt. Es wurde sogar eine spezielle Version zum Einsatz bei den Gebirgsjägern entworfen, die sich in mehrere Packladungen zerlegen ließ. Diese verwendete die gleiche Kanone wie die Flak 38, aber die Lafette war kleiner und leichter. Sie wurde bekannt als 2 cm Gebirgs-Flak 38 und war eine Mehrzweck-Waffe zum Einsatz gegen Bodenziele und Flugzeuge.

1940 war auch abzusehen, dass Flugzeuge nicht nur schneller, sondern auch besser gegen Feuer vom Boden und der Luft aus geschützt sein würden. Die mit typischer deutscher Gründlichkeit erstellte operationale Analyse ergab, dass trotz der hohen Feuerrate der Flak 38 ein Ziel zwar getroffen werden konnte, aber die geringe Explosionswirkung des Projektils nicht genug Schaden zufügen würde, um einen Abschuss zu erzielen.

Die einzige direkt und einfachste Weg hier Abhilfe zu schaffen, war die Anzahl der treffenden Geschosse zu erhöhen und dadurch entstand die 2 cm Flakvierling 38. Sie war praktisch nur eine normale Flak 38 Lafette, die dahingehend geändert wurde, dass sie vier Kanonen hatte, die alle gleichzeitig feuerten.
Diese Kombination wurde zu einem gefürchteten Flugzeug-Killer, die den ganzen Krieg über ihren Tribut von tieffliegenden alliierten Flugzeugen einforderte.

Die ersten derartigen Flugabwehrkanonen wurden Ende 1940 in Dienst gestellt und es konnte niemals genug von ihnen geben. Sie wurden vom Heer, der Luftwaffe und der Kriegsmarine verwendet. Viele wurden auf Selbstfahrlafetten gesetzt, wie zum Beispiel als SdKfz 7/1, um sie zum mobilen Schutz motorisierter Kolonnen zu verwenden. Es wurde auch eine spezielle Version für den Einsatz auf gepanzerten Eisenbahnzügen gebaut und an einer Radar-gesteuerten Variante wurde ebenfalls gearbeitet.
Die Flakvierling erforderte eine größere Anzahl von Personal, zumeist sechs oder sieben Mann Bedienung.

Für die Wehrmacht gab es nie genug von ihnen, und so waren im ganzen Reich viele Produktionsstätten nur mit der die Herstellung dieser Waffe, ihrer Lafette und Munition beschäftigt. Munition wurde in verschiedenen Arten hergestellt, einschließlich Sprenggranaten, Hochexplosiv-Geschosse und Panzerabwehrgranaten.


Bilder von 2-cm Flak

 


Spezifikationen für 2-cm Flak-Versionen

Spezifikationen:

Spezifikation2-cm Flak 302-cm Flak 382-cm Flakvierling 38
Typleichtes Flugabwehrgeschützleichtes Flugabwehrgeschützleichtes Flugabwehrgeschütz
Bedienungspersonal3-5 Mann (zumeist 4)=6-7 Mann
Länge2,30 m2,25 m 2,25 m
Gefechtsgewicht450 kg420 kg1.514 kg
Kaliber20 mm20 mm4 x 20 mm
Höhenbereich-12° bis +90°-20° bis +90° -10° bis +100°
Drehbereich360°360°360°
Mündungsgeschwindigkeit900 m/s Flak-Granate: 900 m/s, Panzergranate: 780 m/s, Pzgr40: 1.050 m/s=
max. Schussweitepraktisch 1.000 m gegen Flugzeugebis 2.200 m; praktisch 1.000 m gegen Flugzeuge=
Granatgewicht0,119 kg Flak-Granate: 0,119 kg, Panzer-Granate: 0,148 kg, Pzgr40: 0,10 kg=
Feuerrate (zyklisch)280 Schuss/min.420-480 Schuss/min.1800 Schuss/min.

Durchschlagskraft mm auf 30° Panzerplatte:

EntfernungPzgrPzgr40 (nur begrenzt verfügbar)
Durchschlag auf 100 m20 mm49 mm
Durchschlag auf 500 m14 mm20 mm
Durchschlag auf 1.000 m9 mm-

Herstellung:

2-cm Flak 38 und FlakvierlingAngaben
Serienproduktion (Flak 38)Ende 1940 bis Mai 1945 (Flak 30: 1935 bis 1940)
Stückpreis (einläufige Flak 38)ca. 4.000 RM
Stückzahl (alle)ca. 40.000 nur von Januar 1942 bis Februar 1945
Bauzahl 1942ca. 11.600
Bauzahl 1943ca. 14.700
Bauzahl 1944ca. 12.600
Bauzahl 1945ca. 1.300


Bekämpfung von Tieffliegern durch die leichte und mittlere Flak

Flak 38 der Luftwaffe in Tunesien
Eine Flak 38 der Luftwaffe schützt die Strasse von Tunis zur Front.
Leichte und mittlere Flak-Züge wurden Anfangs ebenfalls wie die schwere Flak eingesetzt, um feindliche Flugzeuge beim Anflug während des Bombenabwurfs auf ein statisches Ziel zu bekämpfen.
Dabei wurde die Strecke des Bombenabwurfs für ein Flugzeug angenommen, welches in einer Höhe von 150 bis 170 Metern bei einer Geschwindigkeit von 530 km/h anflog, wodurch es beim Bombenabwurf etwa 1.000 Meter vom Ziel entfernt sein würde. Entsprechend dieses Abstandes wurde die leichte Flak um das Ziel herum postiert.

Gegen Nahziele betrug die effektive Reichweite der 2-cm-Kanone etwa 1.000 Meter und die der 3,7-cm-Kanone etwa 1.500 Meter. Da ein Flugzeug, das mit 530 km/h flog, eine Geschwindigkeit von knapp 150 Metern in der Sekunde erreichte, ist es klar, dass die Ziele nur für kurze Zeit in Feuerreichweite waren.

Daher war es wichtig, dass die Geschütze das Feuer auf tieffliegende Flugzeuge eröffneten, sobald diese in die effektive Reichweite kamen. Alle Geschütze des Zuges feuerten dabei auf das Flugzeug, welches vom Kommandogeschütz unter Beschuss genommen wurde.
Wegen des Mangels an geeigneter Technik zur Vorhersage der Position konnten nur Flugzeuge, welche fast direkt auf den Standort der Flak-Geschütze zuflogen oder von ihm wegflogen, von der leichten und mittleren Flak wirksam bekämpft werden.

SdKfz 7/1 mit 2-cm Flakvierling
Halbkettenfahrzeug SdKfz 7/1 mit 2-cm Flakvierling in einer gegen Kriegsende verwendeten Konfiguration mit gepanzertem Fahrerhaus und modifizierten Geschützschild.
Leichte oder mittlere Flak-Züge, die von Lastkraftwagen oder Halbkettenfahrzeugen aus operierten, wurden daher in den letzten Kriegsphasen häufig eingesetzt, um Straßenkonvois vor Jagdbomberangriffen zu schützen.
Für einen Konvoi von 1.000 Metern Länge wurden gewöhnlich drei solcher Züge bereitgestellt: Einer fuhr ganz vorne der Spitze vorweg, einer in der Mitte und einer am Ende. Beim Konvoi-Schutz mussten die Geschütze während der Fahrt schussbereit sein, deshalb blieb bei jeder Waffe der Richtschütze ständig auf seinem Sitz, die Magazine der Geschütze waren voll bestückt und Wachen zur Überwachung des Luftraumes wurden aufgestellt.

Wenn feindliche Jagdbomber in einer bedrohlichen Position gesichtet wurden, gab die Mannschaft, welche die Tiefflieger ausgemacht hatte Alarm, indem sie das Feuer in Richtung der Bedrohung eröffnete.
Der gesamte Konvoi hielt daraufhin an und alle Männer mit Ausnahme der Flak-Schützen gingen in Deckung.

Die einzelnen Flak-Züge rollten, sofern Platz vorhanden war, von der Straße nach rechts oder links hinunter und die drei Fahrzeuge nahmen jeweils eine Aufstellung in Form eines Dreiecks ein, um zu vermeiden, dass sie übereinander hinwegschossen und dadurch das Erkennen der Leuchtspuren behinderten.

Jeweils ein einzelner angreifender Jagdbomber wurde dann von allen Geschützen eines Zuges bekämpft, wobei das Kommandogeschütz das Ziel durch die Feuereröffnung auf ein Flugzeug bestimmte.


Animation 3D-Modell 2-cm Flakvierling 38

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