Caudron G III


Caudron G III

Caudron G III

Weitere interessante Beiträge:
Im Blickpunkt:
  • Zar Boris III. von Bulgarien

    Die Streitkräfte von Bulgarien im Zweiten Weltkrieg von 1941 bis 1944. Kriegsgliederung und Divisionen, Uniformen, Luftwaffe und Flugzeugausstattung und Marine. Während des Zweiten Weltkrieg war das zaristische Bulgarien offiziell nur im Krieg mit England und Amerika. Sein Bündnis mit Deutschland entstammte zum Teil aus der Erfahrung der guten Zusammenarbeit während des Ersten Weltkriegs, zum Teil aus der Hoffnung auf territoriale Gewinne und zum Teil aus Misstrauen gegenüber den sowjetischen Absichten. Bulgarische Streitkräfte Nach dem Balkanfeldzug, während dem deutsche Truppen Bulgarien durchqueren durften, wurde es dem Land erlaubt das griechische Makedonien, Thrakien und Saloniki zu besetzten – ein riesiges Gebiet von rund 50.000 Quadratkilometern. Die Hauptaufgabe der bulgarischen Armee zwischen 1941 und 1944 war die Besetzung dieser neuen Territorien, wo sie oft Seite an Seite mit Truppen anderer Achsenmächte einen erbarmungslosen Krieg gegen Partisanen führte. Im Sommer 1944 bestand die bulgarische Armee aus mehr als 21 Infanterie- und zwei Kavallerie-Divisionen sowie zwei Grenzbrigaden. Sieben ihrer Divisionen standen unter deutschem Operationsbefehl in West-Makedonien und Serbien zur Sicherung der deutschen Hauptversorgungslinie zwischen Belgrad und Griechenland. Bis auf 10 Divisionen waren alle Verbände veraltet ausgerüstet, vom Pferdetransport abhängig und verfügten über keine modernen Kampffahrzeuge oder Panzerabwehrgeschütze. Die Panzer-Brigade war mit 60 deutschen Kampfpanzern (PzKpfw 38(t), PzKpfw IV ) ausgerüstet und in der gesamten bulgarischen Armee gab es nur 121 Panzer (darunter auch französische Renault R-35). Bulgarische Kriegsgliederung in Jugoslawien und Griechenland 1941-1944: Als sich Ende August 1944 eine sowjetische Heeresgruppe der bulgarischen Grenze näherte und da Zar Boris III., ein loyaler Verbündeter Deutschlands bereits ein Jahr zuvor unter mysteriösen Umständen gestorben war, kam es am 9. September zu einem Staatsstreich. Die neue bulgarische Regierung der Vaterländischen Front machte Frieden mit den Alliierten und wechselte die Seiten. Die Streitkräfte wurden von ihren reaktionärsten Offizieren gereinigt, Politoffiziere (Kommissare nach sowjetischem Vorbild) wurden ernannt und über Nacht wurden aus Königlichen Garde-Regimentern sogenannte Volksbefreiungsbrigaden. Im Oktober 1944 war das bulgarische Heer gegliedert in die 1., 2. und 4. Armee sowie einer strategischen Reserve von insgesamt: 10 Infanterie-Divisionen, 1 Garde-Division, 2 Kavallerie-Division, 1 Panzerbrigade, 1 unabhängige Brigade. Nun war es die Aufgabe der 1., 2. und 4. bulgarischen Armee, zusammen mit sowjetischer Luftunterstützung, den deutschen Truppen den Rückzug aus Griechenland und der Ägäis zu verlegen. Die Kämpfe waren jedoch noch lange nicht vorbei und hart. Die Beziehungen zwischen den vorherigen Feinden waren oft angespannt, während das Überlaufen auf die andere Seite und die Unsicherheiten über die Zukunft die Moral drückten. Im Mai 1945 fand sich die bulgarische Armee an den Grenzen zu Österreich wieder, wo sie am 13. Mai mit britischen Truppen zusammentraf. Zwischen September 1944 und Mai 1945 verloren die Bulgaren 31.910 Gefallene, Verwundete und Vermisste. Uniformen bulgarische Armee Der überwiegend zaristisch-russische Einfluss auf die Uniformen der bulgarischen Armee blieb bis zum Ende des Krieges bestehen, trotz der Einführung einer Reihe deutscher Merkmale wie Kragenabzeichen. Der rechts abgebildete Offizier trägt die Kriegsdienstuniform mit dem Mantel, der für Generaloffiziere mit scharlachroten Reversen und scharlachroten Paspeln um den Kragen, mit Manschetten vorne unten und am Halbgürtel sowie auf den Taschenklappen auf der Rückseite versehen war. Die unter dem Mantel getragene Tunika hatte entweder einen Steh- und Fallkragen oder einen offenen Kragen, der mit Hemd und Krawatte getragen wurde. Die Rangabzeichen erschienen in Form der russischen Schulterklappen, waren aber viel schmaler. Sowohl die Reithosen als auch die langen Hosen hatten entweder den roten Doppelstreifen (Lampassen) für Generäle oder Paspeln in der Farbe der Waffengattung bei anderen Offizieren. Es gab drei grundlegende Arten der Kopfbedeckung. Zum ersten den Stahlhelm, der in der Tschechoslowakei hergestellt wurde und das deutsche Muster wieder aufgriff. Die Seitenmütze hatte auf der rechten Seite ein Schild in den Nationalfarben weiß, grün und rot und auf der Vorderseite einen vergoldeten bulgarischen Löwen aus Metall oder Messing. Auf der linken Seite trugen die Offiziere eine Spitze mit Rangunterscheidungsmerkmalen. Die Schirmmütze war khakifarben mit farblich abgesetztem Band und Paspelierung sowie schwarzem Schild und Kinnriemen. Auf der Vorderseite befand sich eine ovale Metallkokarde in den Nationalfarben. In der Abbildung oben rechts ist auf der linken Seite ein Infanterist in Sommeruniform dargestellt. Die Stofftunika war einreihig mit Steh- und Fallkragen, sechs Knöpfen vorne und Brust- und Seitentaschen mit dreizackigen Taschenklappen nach österreichischem Muster. Die Waffengattung wurde durch die Farbe der Schulterriemen und Kragenabzeichen identifiziert. Der Mantel bestand aus grobem, graubraunem Stoff und war zweireihig, aber mit einer einzigen mittleren Reihe von sechs Metallknöpfen vorne und sechs Metallknöpfen an der Vorderseite und vertikalen Seitentaschen mit Schlitz. Die Panzerbesatzungen trugen eine Standard-Armeeuniform mit entweder einem khakifarbenen Overall oder einer Lederjacke und einem italienischen Leder-Panzerhelm. Rangabzeichen Rangabzeichen wurden von allen Dienstgraden an den Schulterriemen und an der linken Seite der Seitenmütze getragen. Die Farben der Waffengattung erschienen auf der Schirmmütze, sowie als Paspel oder Unterlage auf den Schulterklappen. Die Knöpfe, Abzeichen und Spitzen waren entweder aus Gold oder Silber, je nach Waffengattung. Rangabzeichen der bulgarischen Armee und Luftwaffe: Oberste Reihe (v.l.n.r.): Kragenspiegel Armee-General bzw. Luftwaffen-General (in blau), Kragenspiegel Armee-Offiziere bzw. Luftwaffen-Offiziere (in blau). Mittlere Reihe (v.l.n.r.): Schulterstücke für General, Generalleutnant, Generalmajor (Luftwaffe), Oberst (Pioniere), Generalleutnant (Artillerie), Major (Pioniere), Hauptmann (Luftwaffe), Leutnant (Infanterie), Zweiter Leutnant (Luftwaffe), Kadett (Luftwaffe). Unterste Reihe (v.l.n.r.): Schulterstücke für Stabsfeldwebel, Unterfeldwebel, Unteroffizier, Soldat 1. Klasse (Luftwaffe), Soldat (Luftwaffe); dann Mützenabzeichen Luftwaffen-General, Mützenabzeichen Armee-Offiziere, Mützenabzeichen Luftwaffen-Offiziere, Kragenspiegel Luftwaffen-Kadett. Bulgarische Luftwaffe Nach dem 1. Weltkrieg wurde durch den Frieden von Neuilly (1919) die Militärluftfahrt in Bulgarien verboten. Dieses Verbot wurde aber später umgangen. Mitte der 1930er Jahre wurde die bulgarische Luftwaffe mit italienischer und deutscher Hilfe aufgebaut und die Bestimmungen des Vertrages von 1919 wurden im Jahr 1938 offiziell nicht mehr anerkannt. Im folgenden Jahr lieferte Polen Jagdflugzeuge und Schlachtflieger und im September 1939 bestand die bulgarische Luftwaffe aus 8 Flieger-Regimentern (Orliak, insgesamt 130 Flugzeuge, davon ca. 40 Aufklärungsbomber PLZ P.43 Karas). Der Ausbruch des Krieges schnitt Bulgarien von den polnischen Lieferungen ab und die Italiener wurden durch ihren Achsenpartner verdrängt, sodass der Weg frei war für die Deutschen, die bulgarische Luftwaffe zu durchsetzen. Eine bulgarische Militärmission im von Deutschland besetzten Tschechien kaufte eine Reihe ehemaliger Flugzeuge der tschechoslowakischen Luftwaffe, darunter 72 Avia B-534 mehr …

  • GI mit Garand

    Amerikanisches automatisches Gewehr US rifle cal.30, Garand M1. Geschichte, Entwicklung, Spezifikationen, Statistiken, Bilder und 3d-Modell. Garand M1 US rifle cal.30 Typ: automatisches Gewehr Geschichte In der Regel wird als das wesentliche Einzelstellungsmerkmal für die Rifle, Caliber .30, M1 (Gewehr, Kaliber .30, M1), allgemein bekannt unter dem Namen Garand, behauptet, dass es das erste Selbstladegewehr war, das für den Militärdienst zugelassen wurde. Diese erfolgte im Jahr 1932, aber es kam zu einer deutlichen Verzögerung, bevor das Gewehr zum praktischen Truppengebrauch kam, da es einige Zeit in Anspruch nahm, die komplexen Produktionsprozesse vorzubereiten, welche diese Konstruktion erforderte. Allerdings ist das Einzelstellungsmerkmal genaugenommen nicht ganz richtig, da die zwar militärisch ziemlich unbedeutende Armee Mexikos trotzdem bereits im Jahr 1911 das vom mexikanischen General Manuel Mondragon gebaute Mondragon-Selbstladegewehr in ihre Ausrüstung aufnahm, jedoch nicht als Standardbewaffnung. Die automatische Waffe, die das Springfield M1903-Gewehr ablösen sollte, war das M1 – bekannter als das Garand Gewehr. John C. Garand hatte die Arbeit an dieser Waffe schon 1920 begonnen. 1929 war sein Entwurf der einzige, der eine Reihe harter Tests überstanden hatte. Entwicklung und Verfeinerung dieses Entwurfes wurden weitergeführt und 1936 wurde es offiziell als die Standard-Waffe der amerikanischen Armee akzeptiert. Die Verantwortung für diese wirklich weitsichtige Entscheidung trug General MacArthur, der damalige Stabschef der amerikanischen Armee. Was immer MacArthur danach getan oder unterlassen haben mag – allein für diese eine Entscheidung gebührt ihm der Dank des Vaterlandes. Das Garand war keineswegs perfekt – das perfekte automatische Gewehr gibt es nämlich bis heute nicht -, aber es bewies, dass es möglich war, ein brauchbares automatisches Gewehr zu produzieren, und dass die Soldaten, die mit einem solchen Gewehr ausgerüstet waren, keineswegs ihre gesamte Munition in den ersten zwei Minuten des Kampfes verschießen mussten. Diese Vorstellung nämlich war es, welche verantwortlichen Militärs geplagt hatte, seit ihnen zum ersten Mal eine derartige Waffe vorgeführt worden war. Und es zeigte sich, dass die Mechanik einer automatischen Waffe auch dem Durchschnitts-Soldaten schnell vertraut wurde – auch daran zweifelten nämlich viele hohe Militärs zunächst. So lässt sich sagen, dass das, was General Patton einmal sagte, durchaus seine Berechtigung hat: ‘Das Garand-Gewehr ist die beste Kampfwaffe, die jemals erfunden wurde !’. Funktion Die Funktion des Garand-Gewehrs ist recht einfach, bei ihrem Anblick musste man sich wirklich fragen, warum sie nicht fünfzig Jahre früher erfunden worden sei. Doch wie alle einfachen Dinge brauchte es eben seine Zeit, bis die Funktion wirklich einfach und zuverlässig war. Der Verschluss drehte sich auf einer Achse, ähnelte sonst aber weitgehend dem Verschluss eines Zylinderschloss-Gewehrs. Betätigt wird er durch einen Stab, der mit einem Zapfen versehen ist. Der Zapfen hakt am Verschluss fest und verschwindet beim Schuss im Holz des Schaftes. Der Stab ist mit einem Gaszylinder unter dem Lauf verbunden und trägt auch die Rückholfeder. Diese Feder hat auch die Aufgabe, auf die Patronen im Magazin zu drücken, damit eine im Lauf liegt, sobald der Verschluss zurückschnellt War ein Schuss abgefeuert worden, wurde das Gas, das die Kugel durch den Lauf trieb, durch eine winzige Öffnung nahe der Mündung gedrückt und in den Gaszylinder geleitet. Hier drückte es auf die Spitze des beweglichen Stabes. Er wurde zurückgedrückt und durch seine Verbindung mit dem Schloss-Zapfen und durch die übereinstimmend geformten Nocken-Oberflächen drehte sich der Verschluss, schnellte zurück und warf die Patronenhülse aus. Am Ende des Verschlussrücklaufes dehnte sich die Rückholfeder, die durch den Druck des beweglichen Stabes gespannt worden war, wieder aus. Sie schob den Verschluss nach vorn, die Patrone wurde aus dem Magazin in den Lauf gedrückt, und mit der letzten Bewegung wurde der Verschluss für den nächsten Schuss gespannt. Alles, was der Schütze noch zu tun hatte, war zu zielen und abzudrücken. Das Magazin wurde mit einem Einsteck-Rahmen, der acht Schuss enthielt, geladen. In den Augen vieler höherer Militärs war dieser Rahmen der einzige Nachteil des Garand-Gewehrs; denn der Rahmen musste vollgefüllt in das Magazin geschoben werden. Hier gab es nicht – wie beim manuell bedienten Gewehr – die Möglichkeit, einzelne Patronen ins Magazin zu schieben. Der Rahmen wurde komplett eingeschoben, die Patronen wurden nicht wie beim nicht-automatischen Gewehr herausgezogen. Stattdessen schob der Verschluss im Magazin die Patrone in den Lauf, sobald sie benötigt wurde. War der letzte Schuss aus dem Magazin verfeuert, wurde der leere Rahmen automatisch ausgeworfen, der Verschluss blieb so lange zurückgedrückt, bis der neue Rahmen eingeschoben worden war. Es war jedoch immer erforderlich, ein komplettes Magazin einzuschieben. Im Gegensatz zu den meisten anderen Konstruktionen dieser Art galt beim Garand-Gewehr die Parole: ‘Alles oder nichts !’. Es war also nicht möglich, nur ein oder zwei Patronen nachzuschieben. Der andere Nachteil war das heraus fliegende leere Magazin. Es flog ein, zwei Meter durch die Luft, und wenn es dann auf harten, beispielsweise vereisten Boden flog, war das zu hören. Ein alarmierter Feind konnte dann – in dem sicheren Wissen, dass sein Gegner momentan nicht in der Lage war auf ihn zu schießen – praktisch ohne jede Gefahr für sich auf ihn feuern. Diese Probleme konnten bei den amerikanischen M1 auch bis 1957 nicht behoben werden, als die US-Armee das Gewehr M14 als Nachfolger einführte, welches praktisch ein überarbeitetes M1 Garand mit einer erhöhten Munitionskapazität war. Bei einigen anderen Armeen, unter anderem in der Türkei, wird das M1 Garand immer noch verwendet. Deshalb sollen auch nicht die Erfahrungen eines aktuellen Nutzers verschwiegen werden, welcher an dieser Waffe ausgebildet wurde, wobei aber unklar ist, ob hier spätere Modifikationen erfolgten: Wenn der Verschluss nach ganz hinten gebracht wird, kann auch ein halb-leerer Patronen-Clip wieder geladen werden. Auch kann ein Clip reingeschoben werden und dann nachgeladen werden. Der Hebel ist am Verschluss und muss nach hinten gezogen werden, bis er einrastete. Die Daumen sind immer in Gefahr, denn mit ihnen wird der Clip reingeschoben. Das verräterische Geräusch kommt vom Auswerfen es Clips, dieses ist sehr laut. Da der Nutzer hier aber nicht auf harten Boden geschossen hat, kann er die Geräuschkulisse dafür nicht beurteilen. Ein gleiches Geräusch kann man leicht simulieren, wenn man mit einem leeren Clip an den Lauf schlägt. Wenn man nun mit geladener Waffe wartet, dass mehr …

  • späte Unternerhmung der deutschen Hochseeflotte

    Kriegsschiffe im Ersten Weltkrieg von 1914 bis 1918. Es kann ohne Zweifel behauptet werden, dass nur die Armeen im Felde den Ersten Weltkrieg entscheiden konnten – aber zugleich steht es außer Frage, dass die Seestreitkräfte den Krieg durchaus verlieren konnten. Um einen Krieg in diesem Umfang durchzuführen, bedeutete es insbesondere für Großbritannien, die Schifffahrtsrouten offen halten zu müssen, um Männer und Material auf die Kriegsschauplätze transportieren zu können und gleichzeitig die Heimat mit Lebensmitteln und Rohstoffen zu versorgen. Dazu war die Beherrschung der See unausweichlich. Hungerblockaden und Rohstoffmangel durch die Beherrschung der See durch den Gegner führten unweigerlich zur Zersetzung der Moral in der Heimat. Einhundert Jahre lagen zwischen der Seeschlacht von Malaga, ein unentschiedenes Gefecht zwischen der französischen und britischen Flotte im Jahr 1704, und der Schlacht von Trafalgar. Die Betrachtung der Gemälde und Stiche dieser beiden Gefechte zeigt kaum Unterschiede in der Form der Schiffe und der Zusammensetzung der Flotten. Einhundert Jahre nach Trafalgar trafen die japanische und russische Flotte in der Schlacht von Tsushima aufeinander. Ein Vergleich zwischen den Bildern dieser beiden Gefechte ist ein Unterschied wie Tag und Nacht, denn die industrielle Revolution hatte zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Aussehen der Flotten bis zur Unkenntlichkeit gegenüber der vorausgegangenen Epoche verändert. Der Antrieb erfolgte nun durch Dampfkraft und nicht durch Windkraft mithilfe von Segel, die Rümpfe waren aus Stahl und nicht mehr aus Holz, die Geschütze waren Hinterlader und nicht Vorderlader mit Reichweiten in Kilometern und nicht nur Hunderten von Metern. In diesem ganzen Jahrhundert des Wandels gab es seit Trafalgar keine großen Seegefechte mehr und kein Mensch hatte eine Vorstellung davon, diese neuen Kriegsschiffe effektiv einzusetzen. So blieben Strategie und Taktik der Flotten weit hinter den technischen Fortschritten zurück. Es gab nicht nur grundlegende Veränderungen in der Konstruktion, im Antrieb und in der Bewaffnung seit dem Amerikanischen Bürgerkrieg von 1861 bis 1865. Dazu kamen auch die ersten Elemente des heutigen C3-Systems (Command, Control and Communications = Kommandiere, Kontrolliere und Kommunikation) und zwei völlig neue Elemente in der alten Gleichung der Marine, das U-Boot und das Flugzeug, waren entstanden. Das U-Boot hatte eine längere Geschichte als das Flugzeug, aber sein Potenzial wurde von der Mehrheit der Marineoffiziere genauso unterschätzt. Schon während des Amerikanischen Bürgerkrieges wurden einige Semi-Tauchboote eingesetzt, davon einige als Monitore, aber noch wichtiger, andere als Angriffsboote. Letzte waren mit einer Sprengladung auf einer Stange bewaffnet, welche in den Rumpf des Ziels gerammt wurde und dieser Einsatz war der japanischen Kamikaze-Taktik aus der Endphase des Zweiten Weltkrieges nicht unähnlich. Sie hatten zwar einige Erfolge, aber ihre wirkliche Tauchfähigkeit und weitaus größeres Kampfpotenzial lag noch einige Jahre in der Zukunft. Unerschrockene Investoren in Frankreich und Spanien gingen dem Iren John Holland voraus, welcher schließlich seine Unterseeboote in den USA mit einem Benzinmotor für die Überwasserfahrt und einen Elektromotor für das Tauchen baute. Eine Reihe von Erfindungen und Entwicklungen zwischen 1880 und 1910 verwandelte die frühen Unterseeboote in formidable U-Boote mit großer Reichweite. Der Dieselmotor ersetzte die Benzin- und Schwerölmotoren, die Speicherbatterien wurden verbessert, ein richtiges Periskop wurde konstruiert, drahtlose Telegrafie (Funkgeräte) wurde eingebaut, ein Geschütz wurde auf den Rumpf montiert und, am wichtigsten von allem, der Torpedo wurde in die Lage versetzt, unter der Kontrolle seines eigenen Kreisels einen gleichmäßigen Kurs zu laufen. Das ganze Konzept widersprach so sehr der jahrhundertealten Doktrin von der Schlachtflotte als Zentrum aller Seemachtanstrengungen, dass es einigen Enthusiasten, unterstützt von einer kleinen Gruppe fantasievoller Führungsoffiziere, überlassen wurde, Taktiken für U-Boot-Operationen in Kriegszeiten zu entwickeln. Diese Blindheit gegenüber der potenziellen Bedrohung ist umso unverständlicher, wenn man weiß, dass 1914 bereits weit über 300 U-Boote in Dienst gestellt waren, von denen ein beträchtlicher Anteil moderner Bauart war. Dieser Mangel an Wertschätzung zeigte sich auch in vielen anderen Bereichen von Marineangelegenheiten. Das lag zum Teil daran, dass die meisten Marinen keinen Marinestab hatten – welche Winston Churchill später als ‘eine Gruppe intelligenter Offiziere, die Zeit zum Denken hatten’ bezeichnete. Die politischen Entscheidungen wurden normalerweise von höheren Offizieren getroffen, die sich auf ihre Erfahrung verließen. Da diese Erfahrungen aber oft bis in die Zeit der Segelschiffe zurückreichte und nur wenige über praktische Kriegserfahrung verfügten, ist es kaum verwunderlich, dass die Ergebnisse im Allgemeinen unbefriedigend waren. In der Öffentlichkeit wurde über die Vor- und Nachteile verschiedener Schiffskonstruktionen gestritten, aber nur selten gab es eine fundierte Diskussion über Fragen wie die Rolle einer Marine, ihre Einordnung in die Gesamtstrategie einer Nation und den Einfluss moderner Entwicklungen auf die Taktik und Handhabung einer Flotte auszusehen habe. Hätte irgendeine Marine ihrer Gruppe intelligenter Offiziere Zeit zum Nachdenken gelassen, wären solche Dinge wie die zunehmende Reichweite der Geschütze, die gewaltige Wirkung moderner Sprenggeschosse, die Gefahr durch Minen, die Wahrscheinlichkeit, dass eine Flotte durch Funk statt durch Signalflaggen gesteuert wird, die Notwendigkeit, Mittel zur Feuerleitung für die immer weiter reichende Artillerie bereitzustellen, und schließlich die Bedrohung durch U-Boote wohl berücksichtigt worden. Bei letzteren war aber von kardinaler Bedeutung, wie der Schutz der Handelsschiffe hätte aussehen müssen. Bei Ausbruch des Krieges am 4. August 1914 gab es acht große Seemächte: Großbritannien, Deutschland, USA, Japan, Frankreich, Italien, Österreich-Ungarn und Russland. Von diesen hatten nur Japan und Russland in den letzten Jahren Erfahrung mit größeren Einsätzen zur See gehabt. Die Schlachten des Spanisch-Amerikanischen Krieges waren im Vergleich dazu eher statisch. Die Schlacht von Tsushima 1905 war das einzige Gefecht, bei dem die gegnerischen Flotten genügend Seeraum hatten, um zu manövrieren. Der Vergleich der Flotten der acht führenden Marinestreitkräfte zeigt viele Ähnlichkeiten. Die Schlachtschiffe waren das Zentrum aller Pläne und die Veränderungen im Aussehen dieser Großkampfschiffe, welche nach dem Auftreten der HMS Dreadnought im Jahr 1906 folgten, ist unübersehbar. In diesem Jahr begannen sowohl die USA als auch Deutschland Schiffe auf Stapel zu legen, welche die wichtigsten Eigenschaften der HMS Dreadnought übernahmen. Dies betraf insbesondere den Einbau einer verstärkten Batterie von großkalibrigen Geschützen auf Kosten der Fülle von kleineren Waffen in früheren Entwürfen. Das Ziel war einfach, nämlich die größtmögliche schwerste Breitseite mit der größtmöglichen Reichweite zu erzielen. Bis 1909 zogen die Japaner, Italiener und Russen nach, die Franzosen und Österreicher folgten ein Jahr mehr …

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